04.08.2011 13:49

Walter Senk

Von wegen „schwaches“ Geschlecht!

Beim Immobilienkauf von Paaren entscheiden die Frauen, wo es langgeht beziehungsweise wo gewohnt wird, und weniger der Mann. Bei den Details und bei der Einrichtung geht dann die Schere erst richtig auseinander.

Jetzt lesen
60
4 min
0
0

11.08.2011 10:03

Walter Senk

Die neue Gründerzeit

Es werden zwar keine alten Zinshäuser mehr gebaut in Wien, aber es werden derzeit zahlreiche renoviert und saniert. Wer Eigentum hat, der pflegt es auch.

Jetzt lesen
45
3 min
0
0

18.08.2011 10:04

Alexandra Koch

Die Welt der Shopping-Center: Gestern, heute, morgen

Im Vergleich zur Anzahl im Jahr 1997 haben die Shopping-Center in Österreich mächtig aufgeholt und die „magische Grenze“ von 200 Zentren überschritten. In den letzten Jahren gab es aber nicht nur Neueröffnungen, sondern auch einige Facelifts im Sinne eines Um- oder Zubaus sowie Relaunches, die auch ältere Einkaufszentren in der Moderne ankommen lassen.

Jetzt lesen
35
2 min
0
0

23.08.2011 10:06

Walter Senk

Die vier Arten der Immobilie

Christian Ohswald berät als Leiter der Abteilung Private Banking Kunden bei ihrer Vermögensveranlagung. Im Interview spricht er darüber, was seinen Kunden bei einem Immobilieninvestment wichtig ist und wie er ein Investment in Immobilien im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld einschätzt.

Jetzt lesen
31
3 min
0
0

01.09.2011 10:05

Walter Senk

Damals im Ostblock – wie alles begann

Heute heißt die Region CEE/SEE, aber damals vor der Öffnung war es der Ostblock. Leider ist es für einige Unverbesserliche immer noch der Ostblock, auch wenn sich sehr viel verändert hat. Gunter Eisert war vor mehr als zwei Jahrzehnten der Geschäftsführer der Volksbankentochter Immoconsult und einer der Ersten, die in CEE/SEE im Immobilienbusiness unterwegs waren. Im Interview erzählt er von dieser sehr bewegten und abenteuerlichen Zeit und gibt auch persönliche Einblicke in sein Leben.

Jetzt lesen
47
6 min
0
0

05.09.2011 10:17

Alexandra Koch

Wo die Immobilien boomen – oder auch nicht

In den letzten Jahren wurde in Spanien und in der Schweiz sehr viel gebaut; allerdings entwickelten sich die beiden Märkte in den Ländern sehr verschieden. Während die Schweizer Bauindustrie mit dem Bauen neuer Häuser und Wohnungen kaum nachkommt, stehen in Spanien zahlreiche Immobilien leer und bilden in dem Land ein riesiges Problem.

Jetzt lesen
31
3 min
0
0
businesswoman signing contract document at office

12.09.2011 13:50

Walter Senk

Die Arbeitswelten verändern sich

Die technische Entwicklung, die Anforderungen der Mitarbeiter und neue Formen der Arbeitsprozesse beginnen die Büroflächen zu verändern. Die nächsten zehn Jahre werden hier einige interessante Neuerungen bringen. Im Interview spricht Sandra Böhme, geschäftsführende Gesellschafterin der deutschen Firma aconsea, über unterschiedliche Entwicklungen und warum vielleicht in dem einen oder anderen Bürohaus eine Tomatenpflanze besser aufgehoben wäre als ein Mitarbeiter.

Jetzt lesen
26
4 min
0
0

19.09.2011 13:50

Walter Senk

Landflucht oder Stadtflucht?

Die Tendenz spricht eindeutig für eine Landflucht– die Zukunft aber genau dagegen, denn es stellt sich die Frage, wie lange diese Entwicklung noch weitergeht.

Jetzt lesen
384
4 min
0
0

29.09.2011 10:32

Walter Senk

Alexander Maculan über kleine und große Projekte

Von Alexander Maculan darf man immer etwas Ungewöhnliches erwarten. Von Kirchen in Fertigteilbauweise bis zu neuen Stadtteilen. Sein Zielgebiet ist für ihn aber nicht neu. Er kennt den russischen Markt schon seit 25 Jahren.

Jetzt lesen
36
4 min
0
0

03.10.2011 10:23

Walter Senk

Wichtig ist, Partner zu finden

Die ÖBB-Infrastruktur AG investiert im Auftrag der Republik in den nächsten Jahren rund drei Milliarden Euro in die Modernisierung und den Ausbau von rund 100 Bahnhöfen und Haltestellen quer durch Österreich. Von den Herausforderungen bei solchen Projekten, speziell in Wien, erzählt Claus Stadler, Geschäftsführer ÖBB-Immobilienmanagement GmbH, im Interview.

Jetzt lesen
31
3 min
0
0

Fotocredit: Raiffeisen Immobilien/APA-Fotoservice/Martin Lusser

Corona verstärkt Nachfrage nach Wohnen im Waldviertel

Corona verstärkt Nachfrage nach Wohnen im Waldviertel

Corona hat der Nachfrage nach Wohnen auf dem Land einen kräftigen Schub verliehen. Davon profitiert der Immobilienmarkt im Waldviertel überproportional. Gleichzeitig wird das Angebot an Objekten dadurch knapper. Raiffeisen Immobilien und die Initiative „Wohnen im Waldviertel“ bieten Menschen, die sich für das Leben im Waldviertel interessieren, und auch jenen, die ihre Immobilie verkaufen, vermieten oder in anderer Form nutzen möchten, zahlreiche spezifische Service-Leistungen an.

Jetzt lesen
210
5 min
0
0

Fotocredit: Katharina Scheidl-Aziz

Pressekonferenz zum Preisspiegel 2022 der WKO

WKÖ-Immobilientreuhänder präsentieren den Immobilienpreisspiegel 2022

Edlauer/Gollenz/Pisecky: Flächendeckende Preissteigerungen bei Immobilien – Die Experten können aber beruhigen: „Es droht keine Immobilienblase in Österreich“

Jetzt lesen
239
23 min
0
0

Fotocredit: 3SI Immogroup | JamJam

THE CORE: Verkaufsstart für prachtvolle Eigentumswohnungen in zentraler City-Lage

24.05.2022 13:00

3SI Immogroup

THE CORE: Verkaufsstart für prachtvolle Eigentumswohnungen in zentraler City-Lage

3SI Immogroup: Traumhaft revitalisierter Stilaltbau in Wieden. 25 exklusive Eigentumswohnungen in Top-Lage des 4. Bezirks, davon 3 einzigartige Penthouses, gelangen nun unter dem Projekttitel THE CORE in den Verkauf.

Jetzt lesen
79
2 min
0
0

Fotocredit: DWK DIE WOHNKOMPANIE

DIE WOHNKOMPANIE: Spatenstich für VIOLA HOMES in Wien Favoriten

DIE WOHNKOMPANIE: Spatenstich für VIOLA HOMES in Wien Favoriten

Mit VIOLA HOMES realisiert DIE WOHNKOMPANIE erneut ein Mietwohnungsprojekt für einen Globalinvestor. Mit VIOLA HOMES entstehen in der Erich-Sokol-Gasse 19 in Wien Favoriten 59 2-4 Zimmer Mietwohnungen.

Jetzt lesen
81
2 min
0
0

Fotocredit: schreinerkastler

Die Leuchttürme im Quartier Seeterrassen

Die Leuchttürme im Quartier Seeterrassen

Spektakuläre Klimapioniergebäude: Soulier Real Estate und Moser Wohnbau & Immobilien Wien entwickeln Pier 01 und Pier 05 an der Seestadtpromenade

Jetzt lesen
79
4 min
0
0

Fotocredit: ImmoScout24

23.05.2022 13:00

ImmoScout24 Austria

ImmoScout24 Umfrage – Überraschende liebste Freizeitbeschäftigungen zuhause: 12 Prozent räumen auf, 6 Prozent arbeiten

Ihre Freizeit zuhause verbringen die meisten Österreicher:innen gerne mit entspannenden oder eher passiven Tätigkeiten. Wer nicht fernsieht, nutzt gerne die eigene Freifläche oder liest ein Buch. Überraschend: Für 12 Prozent fällt Aufräumen in die Kategorie „liebste Freizeitbeschäftigung“ und sechs Prozent gehen in ihrer freien Zeit zuhause am liebsten der Arbeit nach.

Jetzt lesen
85
2 min
0
0

Fotocredit: Drees & Sommer

19.05.2022 15:00

Asset-Management-Studie 2022: Nur für 50 Prozent des Portfolios sind ESG-Mindeststandards definiert

Die EU-Taxanomie war 2021 das bestimmende Thema in der österreichischen Immobilienwirtschaft. Eine ESG-Berichtspflicht ist zwar bereits in Kraft, trotzdem geben nur 50 Prozent der Asset-Manager an, für ihre Portfolios Mindeststandards für Nachhaltigkeit anzuwenden. Zudem hat die Pandemie deutliche Spuren in den Immobilienportfolios der österreichischen Asset-Manager hinterlassen.

Jetzt lesen
86
3 min
0
0

Fotocredit: Chetgal via Twenty20

19.05.2022 12:00

willhaben

Was sagt das Grundbuch? willhaben und IMMOunited haben das Immobilien-Jahr 2021 untersucht

Die meisten Transaktionen gab es in Graz (Stadt), Wien Donaustadt, Innsbruck-Land, Baden und Linz (Stadt). Rund 17,4 Mio. Euro kostete das teuerste Einfamilienhaus in Going am Wilden Kaiser (Tirol). Die drei höchsten Preise für Wohnungen wurden in Tirol und Wien verzeichnet Mit mehr als 263.000 Quadratmeter wurde das größte Grundstück in der Steiermark verbüchert.

Jetzt lesen
75
3 min
0
0

Fotocredit: andy's.cc

Coworkings Space  andy's.cc

20.05.2022 13:00

IMMOFINANZ AG

Arbeitsplatz der Zukunft: PropTech Startup andys.cc eröffnet fünften Office Standort in Wien

Der Bedarf an flexiblen Arbeitsumgebungen ist spätestens durch die Pandemie deutlich geworden. Klassische Bürokomplexe haben Großteils ausgedient. andys.cc bietet innovative Möglichkeiten für den Arbeitsplatz der Zukunft und eröffnete Anfang Mai die 5. andys Location in der Aspernbrückengasse 2 im 2. Wiener Gemeindebezirk. Weitere Expansionsschritte des Erfolgsmodells in Wien und in weiteren Bundesländern sind bereits in Planung.

Jetzt lesen
91
2 min
0
0

Fotocredit: Wiener Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder

Pisecky: IMMY macht beste MaklerInnen, VerwalterInnen und Bauträger Wiens öffentlich sichtbar

Pisecky: IMMY macht beste MaklerInnen, VerwalterInnen und Bauträger Wiens öffentlich sichtbar

Mit dem IMMY-Award wird die Qualität der Dienstleistungen der Immobilien-Treuhänder überprüft und transparent

Jetzt lesen
327
3 min
0
0

10.06.2021 10:00

Büroimmobilien in den nächsten Jahren – die veränderte Arbeitswelt

Einer Prognose der Deutschen Bank zufolge wird die Zahl der Bürobeschäftigten bis 2030 weiter steigen – aber ungeklärt ist die Frage des Flächenbedarfs in Zeiten von Home Office. Optimistische Vorhersagen sehen dennoch eine plus-zehn-Prozent-Steigerung des Flächenbedarfs in diesem Jahrzehnt. Wie verändert sich der Arbeitsplatz Büro, welche neuen Konzepte bahnen sich an? Am Zum Einstieg: Nicht nur in Wien hängt die erfolgreiche Vermarktung von Immobilien davon ab, Räumlichkeiten persönlich, vor Ort, vorstellen zu können. Nach der Pandemie würden die Besichtigungen „erst jetzt wieder sinnvoll starten“, sagt Wolf-Dieter Jarisch (S+B Gruppe), der beobachtet, „dass der Markt wieder anzieht“. Die Freude sei groß, wieder physisch ins Büro zu kommen, „der Plausch mit der Sekretärin ist uns allen abgegangen“. Ein Positives hatte das Home Office jedenfalls, fügt Janisch mit anekdotischem Schmunzeln hinzu: „Noch nie waren alle so pünktlich wie in Videokonferenzen. Wer zwei Minuten zu spät einsteigt, muss sich schon entschuldigen.“Wie reagiert der Büromarkt auf Pandemie und ihre Unwegsamkeiten?Anton Bondi (Bondi Consult) erinnert an ein Projekt seines Unternehmens, das bereits zu Planungsstart „von Corona überrascht“ worden sei. Flottes Reagieren sei gefragt gewesen, etwa auf dunkle Prognosen („der Büromarkt wird um 30 Prozent schrumpfen – nein, ganz klar, das stimmt nicht! Menschen sind froh, wieder ins Büro zu kommen. Nicht alle haben ein komfortables Home Office daheim.“). Gleichzeitig ist Bondi sicher: „Das Großraumbüro ist tot. Wir brauchen flexible Varianten, etwa mit mobilen Trennwänden.“ Ebenfalls klar im Trend lägen „große Kommunikationsflächen“, in denen sich Mitarbeiter austauschen können. Ergo: Der reine Flächenbedarf werde nicht zurückgehen, sagt Bondi, aber die Nutzung ebendieser Flächen werde sich ändern.Thomas Schanda (EHL Gewerbeimmobilien) berichtet von Kunden seines Unternehmens: „90 Prozent der Firmen sind mit der Transformation der Arbeitswelt beschäftigt“; dieses „New Work“ und hybride Arbeiten schlage sich für seine Kundenjetzt in der Akquise von Büroflächen nieder. Es gehe nicht mehr strikt um die quantitative Anzahl von Arbeitsplätzen, sondern um die effektive Nutzung von Arbeitsflächen. „Das Bürogebäude ist nur die Hülle. Was drinnen passiert, hängt individuell von der Unternehmenskultur ab“, weiß Schanda. „Allen voran steht in jedem Objekt die Infrastruktur“, sprich das lokale Angebot am Arbeitsplatz, im Gebäude und im direkten Umfeld, weil Unternehmen „jetzt mehr auf ihre Mitarbeiter schauen, damit sie effizient arbeiten können“, so Schanda.Co-Working-Spaces in der „spannenden Zeit der Transformation“Marcus Weixelberger (andys.cc) ist Spezialist für Co-Working Spaces und spricht von der Flexibilisierung der Arbeitswelt, ganz unabhängig von Corona. Bestehende Kunden seines Unternehmens seien mit Beginn der Pandemie geblieben und „dankbar“ gewesen: „Die waren glücklich, dass sie ihre zuverlässige Infrastruktur haben außerhalb des Home Office. Vom funktionierenden Drucker bis zur Kaffeemaschine – darum willst du dich als Unternehmer eigentlich nicht kümmern müssen“. Sein, Weixelbergers, Unternehmen „übernimmt diese Gebäudehülle Büro und befüllt es mit einem Betriebskonzept“, in einer quasi „Schnittstellenfunktion“. „Niemand will zurück zu den stundenlangen Dienstreisen im Auto“, ist Weixelberger überzeugt; „viele Pendler werden sich überlegen, ob sie zwei Stunden am Tag fahren wollen“ – der Druck der Mitarbeiter werde stärker, denn „im Home-Office-Komfort von Corona war nicht alles schlecht!“Anton Bondi (Bondi Consult) spricht zu: „Wir wollen die Infrastruktur!“, von der Büroausstattung bis zum regionalen Nahversorger vor der Haustüre. Die Zeiten seien vorbei, dass ein tolles Büro eine schlechte Lage wettmache, „wenn ich eine Viertelstunde gehen muss bis zum nächsten Gasthaus“. Auch sehe er eine Business-Möglichkeit, ungenützte Büroflächen als Co-Working-Spaces alternativ zu betreiben. Wo Bondi aber widerspreche: Mitarbeiter werden es sich künftig nicht grundsätzlich aussuchen können, wo und wie sie arbeiten. „Schon 2008 wurden Dienstreisen gestrichen, und danach hatten alle eine Riesenfreude, wieder nach Frankfurt fliegen zu dürfen. Das wird sich nicht ändern“, sagt Bondi.Fragen aus dem ImmoLive-ChatAuch diesmal kommen spannende Fragen aus der ImmoLive-Community, etwa: Mit wieviel Quadratmeter Fläche pro Mitarbeiter rechnet man bei Büro-Neubauprojekten? Hat Corona daran etwas geändert? „Derzeit noch nicht zu beantworten“, sagt Wolf-Dieter Jarisch (S+B Gruppe), aber „wir gehen davon aus, dass die Zahl größer wird“. Betroffen seien vor allem Allgemeinflächen wie Kantinen und andere Orte des sozialen Austauschs. Es werde weniger kleinzellige Büros geben, aber mehr effiziente Nutzfläche für alle im Team.Thomas Schanda (EHL Gewerbeimmobilien) ergänzt: „Das ist ein Management-Thema der HR (Human Resources, Personalabteilung, Anm.)“ – es gelte zu beachten: „Jeder hat ein Home. Aber nicht jeder hat dort ein Office“, sagt Schanda, selbst Vater von zwei Kindern. „Wenn ich zuhause am Küchentisch arbeiten muss, hat das nicht unbedingt Vorteile.“ Der Bürobetreiber passe die Arbeitsplätze jetzt umso besser an die Bedürfnisse an – vom komfortablen Schreibtisch bis zur Klimaanlage – um den Mitarbeiter wieder „gerne“ ins Büro zu holen.Welche Lagen sind in Wien momentan besonders gefragt, will die Community wissen. „Im Prinzip alle großen Entwicklungsachsen“, meint Thomas Schanda (EHL Gewerbeimmobilien), vom Hauptbahnhof bis zum Messegelände. „Die neue Arbeitswelt funktioniert besser in einem agglomerierten, urbanen Umfeld“, so Schanda, der auf die kurzen Wege mit dem öffentlichen Verkehr in Wien verweist.Wohnen-Arbeiten-Leben im Hybrid – kommt die „Stadt in der Stadt“?Die S+B Gruppe hat mittels Presseaussendung angekündigt, im Bezirksteil Neu-Marx im dritten Wiener Bezirk eine neue hybride Form des Wohnens, vermischt mit Arbeiten und Leben, schaffen zu wollen. Wolf-Dieter Jarisch (S+B Gruppe) erklärt: „Ein neues Konzept deshalb, weil es die Details ausmachen.“ Hier würden verschiedene Altersgruppen und Branchen zusammenkommen, „vom Studenten bis zum Altersheim, vom Handwerker bis zum Büroangestellten – alles verbunden durch kurze fußläufige Wege“. Jarisch malt ein Bild von der „kleinen Stadt mitten in der großen Stadt“, das hier idealerweise entstehe – „mehr kann ich aber nicht verraten, da gibt es einen Präsentationstermin mit der Stadt Wien“, so Jarisch.Junge wollen flexible Arbeitszeiten – was bedeutet das für die Büros der Zukunft?Anton Bondi (Bondi Consult) sieht es aus Immobilien-Entwicklersicht: „Ein schwieriges Thema. Wir stellen ja nur das Gebäude zur Verfügung. Das muss die HR des Unternehmens entscheiden“; vor allem was die tatsächliche Tätigkeiten der Jungen betreffe. Es gebe schlicht Tätigkeitsbereiche, die eine „neun-bis-vier-Anwesenheit“ für eine „ordentliche Arbeitsabwicklung“ erforderten. Nicht für jeden Job sei Home Office demnach geeignet. Bondi gesteht ein: „Man muss den jungen Leuten einiges mehr bieten an Infrastruktur im Büro. Aber es ist und bleibt Frage des Unternehmens.“Marcus Weixelberger (andys.cc) wird zu einem ähnlichen Thema befragt: Wie hoch bleibt der Stellenwert des Büros als physischer Ort des Arbeitens in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung? „Die Frage ist nicht, ob die Transformation kommt – denn wir sind schon mittendrin“, sagt Weixelberger. Es sei jetzt Aufgabe der Unternehmen zu entscheiden, wieviel Freiheit sie ihren Mitarbeitern gibt („Microsoft stellt Mitarbeitern seit vielen Jahren frei, wo sie arbeiten wollen“). Das Büro sei weit mehr als „Bildschirmarbeitsfläche“ – es komme aufs individuelle Bedürnis an. „Brauche ich einen großen Schreibtisch oder einen kleinen, brauche ich überhaupt einen Schreibtisch? Nutze ich das Büro für den sozialen Kontakt und für Meetings?“, stellt Weixelberger Fragen an den individuellen Anspruch in den Raum. Er zieht einen Vergleich von „Starbucks und McDonald’s“ zum Ort Büro: „Ich weiß, was mich erwartet, ich weiß was ich bekomme; egal wo“.So wolle Weixelberger die Projekte seines Unternehmens „andys.cc“ auch ins Wiener Umfeld und die Bundesländer ziehen, so die Antwort auf die Frage aus dem Chat. „Das globale Konzept muss immer funktionieren, auch mit 24/7 gutem Kaffee. Erstens muss das Internet funktionieren, zweitens die Kaffeemaschine“, bringt Weixelberger seinen Ansatz auf den Punkt.Büroflächen von morgen – aber ziehen die Mitarbeiter mit?Laut aktueller Studie wünscht sich die „Generation Z“ vor allem „Flexibilität, ein hohes Grundgehalt und interessante Herausforderungen“.Wolf-Dieter Jarisch (S+B Gruppe) meint, sein Unternehmen „sei sehr offen für diese flexible Kultur“. Es gebe keine fixen Arbeitszeiten – beim 24/7-Prinzip werde Leistung immer gebracht, dafür „fragt niemand nach, wenn jemand am Nachmittag auf die Donauinsel baden geht“. Der durchschnittliche Mitarbeiter bei S+B sei „16 Jahre beim Unternehmen“, sagt Jarisch, und „das macht nicht das hohe Einstiegsgehalt, sondern die Begleiterscheinungen“.Jarisch spricht das Spannungsverhätlnis zwischen Nutzungskonzept und Flächenwidmungsplan an: „Da braucht es bei der Stadt mehr umdenken“; denn: Der Trend gehe zu integrierten Büroflächen in Wohngebäuden, die gemeinsam genutzt werden könnten. Die Flächenwidmung aber spreche ausschließlich von Wohn- bzw. Büroeinheiten – in der Hinsicht müsse der Magistrat flexibler werden, wenngleich „die Stadt unsere Ideen mit offenen Armen aufgenommen hat“, sagt Jarisch.Ist die Gesellschaft insgesamt bereit für die Transformation?„Insgesamt sind viele Unternehmen bereit, den Schritt zur Flexibilisierung zu gehen“, sagt Anton Bondi (Bondi Consult). Gleichzeitig erinnert er an rechtliche Rahmen, „die das gar nicht erlauben“. Auch gebe es Sträuße mit der Gewerkschaft auszufechten: „Es geht nicht darum, meinen Mitarbeiter zu zwingen, um 22 Uhr noch E-Mails zu schreiben“, sagt Bondi, sondern „es geht um seine Mündigkeit. Es ist mir egal, ob es um 16 Uhr passiert oder um 2 Uhr früh, solange der Job erledigt wird“.Thomas Schanda (EHL Gewerbeimmobilien) beobachtet, dass viele Unternehmenskunden bei der Akquise von Flächen bereits auf die Folgen der Transformation reagierten: „Es geht nicht mehr um die reine Bürofläche. Es geht um Kommunikationswege, es braucht Effizienz, und es braucht den Schlüssel zur internen Kommunikation der neuen Unternehmenskultur“, so Schanda.Marcus Weixelberger (andys.cc) berichtet von der zyklischen Entwicklung der Anforderungen an den Büromarkt: Seit Corona gehe die bildhafte Ziehharmonika mehr Richtung Abstand; davor sei es darum gegangen, Flächen mit möglichst vielen Arbeitsplätzen zu füllen. „Jetzt schauen wir auf große Räume, auf Plätze zum Telefonieren und Zonen zum Sprechen“, sagt Weixelberger. „Während eines normalen Arbeitstages habe ich eine Handvoll Nutzungserfordernisse“ – vom Meeting bis zum Telefonat bis zum konzentrierten Arbeiten am eigenen Platz. Diese Erfordernisse mittels „Zonen“ möglichst allen Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen, kann ein Ampelsystem helfen. Weixelberger schildert sein Ampelsystem der „Frequentierung, Lautstärke, Luftqualität“ – anhand dieser Daten könnten „die grundlegenden Bedürfnisse“ am besten bedienen – „ein on-demand-Büro, wo ich genau meine Anforderungen erfüllt bekomme – da wird die Reise hingehen“, ist sich Weixelberger sicher.Werden die Büros der Zukunft „gesünder“?„Ja, unbedingt“, sagt Wolf-Dieter Jarisch (S+B Gruppe). Bei jeder Büroplanung kämen Luftfilter und -reinigungsgeräte mit Krankenhausstandard zum Einsatz. Nicht erst seit Corona, „und wir werden in Zukunft noch mehr darauf schauen – es ist ja nicht ein solch großer Aufwand“, so Jarisch. Ganz allgemein dient Bewegung der Gesundheit – auch als langfristige Vorsorge. „Deswegen wollen wir bei unserem Projekt in Neu-Marx (siehe oben, Anm.) über Rampenlösungen zum Gehen einladen, und nicht auf den Lift verweisen.“Das „Work-Life-Quartier“ im Münchener Airport Park und seine Wirkung auf WienMehr als 20.000 Quadratmeter groß wird ein neues Wind- und Wellensurf-Areal am Münchener Airport Business Areal. In einem 180-Meter-Becken werden künstliche Wellen erzeugt. Aber: Braucht es das?Umgelegt auf Wien: „Hätten wir hier die Fläche, 20.000 ungenutzte Quadratmeter einfach so als leisure facilites zu gestalten?“, fragt Anton Bondi (Bondi Consult) wohl nicht nur rhetorisch. Das Münchener Airport-Areal sei dazu womöglich geeignet, aber im Wiener Stadtgebiet sei das für einen „Investor nicht vorstellbar“. Da brauche es – für einen Investor – neben der geeigneten Fläche auch das entsprechende Einzugsgebiet und professionelle Betreiber. „In Wien haben wir Lückenverbauung“, sagt Bondi, „links und rechts die Feuermauer und dazwischen bauen wir möglichst effizient.“ Für den Wiener Markt stellen sich eher pragmatische quality-of-life-Fragen: Gibt es einen Betriebskindergarten in der nahen Umgebung? Kann ich mein E-Bike aufladen? Kann ich mich in der Mittagspause im Lokals um Eck vernetzen?Stichwort „Stadt der kurzen Wege“ – alles fußläufig erreichbar innerhalb von 15 Minuten? Thomas Schanda (EHL Gewerbeimmobilien) will keinen Vorzug des „Pariser oder Wiener Modells“ sehen – wichtig sei, dass sämtliche Developer auf gute Nahversorgung, Erreichbarkeit und öffentliche Angebote achteten. „Die 15-Minuten-Regel geht am Thema vorbei“, widerspricht Wolf-Dieter Jarisch (S+B Gruppe): Auch „ein fünf-Minuten-Weg kann mühsam sein, wenn das Umfeld nicht attraktiv ist.“Jarisch richtet einen Appell zum Umdenken – und zwar nicht nur an Unternehmen, sondern primär an die Gesetzgebung: „Die Arbeit muss gemacht werden. Aber wann, kann mir doch eigentlich egal sein. Wenn mein Mitarbeiter den sonnigen Nachmittag lieber auf der Donauinsel verbringt, ist mir das recht. Dafür sitzt er um 22 Uhr am Computer und ist glücklich. Und wer glücklich ist, macht bessere Arbeit!“Ohne den Optimismus zu bremsen, sagt Marcus Weixelberger (andys.cc): „Wir wünschen uns die Flexbilisierung, aber: In Österreich gibt es 800 einzelne Kollektivverträge. Bis zur echten Flexibilisierung wird es dauern.“Ein Blick in die ZukunftZum Abschluss: Was bringt die kurzfristige Zukunft?Thomas Schanda (EHL Gewerbeimmobilien) sieht Unternehmen gefragt, hybride Arbeit in ihre Konzepte einzubinden.Marcus Weixelberger (andys.cc) sieht ab Herbst „neue Konzepte für das neue Jahr“, mit sinnvollen Corona-Konzepten – mit „viel Ausprobieren“.Anton Bondi (Bondi Consult) sieht: Der Markt zieht an, Unternehmen schauen wieder optimistisch in die Zukunft. „Wieviel Flexibilisierung möglich ist“, müsse jedes Unternehmen für sich entscheiden.Wolf-Dieter Jarisch (S+B Gruppe) sieht „eine volle Gastro, volle Gastgärten und viel Kommunikation – nämlich die vergangenen eineinhalb Jahre nachholen!“

Jetzt lesen
34
0

14.06.2021 18:59

Nachfrage nach Geschäftsflächen – Vorbote einer Veränderung der Städte?

Sie scheint eine Vorbotin zu sein – die Nachfrage nach Geschäftsflächen zeigt bereits, wohin die Reise geht. Vermutlich wäre uns gar nicht aufgefallen, dass sich etwas verändert, wenn es Covid nicht gegeben hätte. Irgendwo macht ein Geschäft zu, ein anderes macht wieder auf. Der Prozess verläuft sukzessive, und meist hat man den Vorgänger schon wieder vergessen, wenn das neue Geschäft an diesem Standort geöffnet hat. Aber das war in den vergangenen Jahren so. Jetzt zeigen sich die bisherigen Konzepte mit ihrer Monokultur, bestehend aus austauschbaren Retail-Flächen immer gleicher Filialisten, als nicht zukunftsfähig. Eine Dynamik hat diesen Prozess erfasst, und die Innenstädte verändern sich quasi vor unseren Augen. Besonders auffällig ist die Nachfrage – zum Teil auch von internationalen Firmen – nach Flächen für neue Gastronomie- und Handelskonzepte. Gesucht werden nicht mehr die 08/15-Flächen, die überall gleich aussehen, sondern ganz spezielle Flächen, die dem Stil und dem Ambiente des Konzepts entsprechen. So sucht eine internationale Brauerei in Wien Flächen, die auch eine gewisse „Backsteinoptik“ bieten. Baumärkte kommen in die Stadt Der Online-Lebensmittelladen drängt immer mehr in die Städte. Vorerst werden noch weniger frische Waren angeboten als andere Güter des täglichen Lebens. Gesucht werden Flächen bis 500 Quadratmeter, die mehr der Logistik denn der Präsentation dienen. Dafür wagen die einstigen Herrscher der grünen Wiese den Weg in die Stadt. Die am Stadtrand beheimateten Bauhäuser kommen in die Innenstadt. Zgonc hat auf der Mariahilfer Straße seinen ersten Store eröffnet, im Shoppingcenter huma eleven hat ein Baumarkt eröffnet. Rasenmäher wird im siebenten Bezirk kaum jemand brauchen, aber es wäre schon recht praktisch, einen Akkuschrauber oder die Gaskartusche für den Griller in der Nähe zu haben. Das Museum im Shopping Center – eine Initiative der SES Auch die Verbindung von Shoppingcentern und Kunst war vor wenigen Jahren nicht denkbar. Jetzt gibt es bereits die ersten faszinierenden Ansätze. SES macht es möglich. Aktuell ist mit dem Kunsthistorischen Museum Wien eine der weltweit renommiertesten Kunstinstitutionen im EUROPARK Salzburg zu Gast. Erstmals werden hochwertige Repliken weltberühmter Kunstwerke von Tizian, Bruegel, Raffael, Vermeer oder Cranach aus der Gemäldegalerie des Kunsthistorischen Museums in einem Shoppingcenter ausgestellt. Zudem können die Besucherinnen und Besucher im EUROPARK das „Museum in a Nutshell“ besichtigen – ein begehbares Miniaturmuseum, das zum Besuch in den Museen des KHM-Museumsverbands inspiriert. Eine Win-win-Situation für alle und ein – wenn auch ungewöhnlicher – Blick in die Zukunft des Einkaufens und der Innenstädte. Dort ist es jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis das Museum zu den Menschen kommt … Die Städte wandeln sich – die veränderte Nachfrage nach Flächen ist die Vorbotin.

Jetzt lesen
18
0

17.06.2021 02:00

Der Wohnungsmarkt boomt – neue Ideen und Gedanken für heute und die Zukunft

Über Aussichten und Lösungen sprechen am ImmoLive-Podium: Karina Schunker (Geschäftsführerin EHL Wohnen)Jasmin Soravia (Geschäftsführerin Kollitsch-Soravia)Winfried Kallinger (Geschäftsführer Kallinger Projekte)Ernst Kovacs (Geschäftsführer KE Wohnbau) Jasmin Soravia gibt eingangs einen Überblick über Trends und den Wertewandel: Spätestens seit der Pandemie würden Menschen mehr Wert auf das eigene Wohnumfeld legen (sie verbringen ja mehr Zeit dort; auf Ausstattung und den „Weg ins Freie“ achten. Vormals ungeliebte Erdgeschosswohnungen hätten massiv an Wert gewonnen, durch ihren direkten Weg in den Garten. Der „Weg ins Grüne“ werde begleitet vom Flächenbedarf für das Home Office – dem gegenüber stehe die geringere Kaufkraft, weil „während Corona haben die Menschen ja auch weniger verdient“, sagt Soravia. Was baut der Markt? Und welche Wohnungen sucht der Markt? Preise, Größe, Nachfrage – welche Flächen werden derzeit gesucht? Karina Schunker (EHL) meint, nur auf Wohnfläche gebe es „kein Limit nach oben“. Aber: „Wichtig und gefragt ist ein effizienter Grundriss“, mit großzügigen Flächen für Wohnzimmer/Küche. Je nach „Leistbarkeit“ werde das Extra-Zimmer angefragt, um ein Home-Office-Büro einzurichten. Und, „großes Thema“: Grünraum werde immer stärker angefragt, sagt Schunker, und: „Wenn ich effizient plane, kann ich auch auf 60 Quadratmeter guten Wohnraum schaffen.“ Sind die Grundrisse aber wirklich gut geplant? „Es gibt hervorragende Bauträger, aber das ist leider nicht immer so“, sagt Ernst Kovacs (KE Wohnbau). Gerade bei kleineren Wohneinheiten drücke der Preisdruck die Planung: „Einen Abstellraum habe ich auf 40 Quadratmeter nicht mehr, da muss ich froh sein, genug Platz zum Essen zu haben.“ Kritisch hinterfragt Kovacs das Baumodell dahinter: Warum werden solche Einheiten dann überhaupt noch gebaut? Es seien oft ausländische Investoren, die selten auf Grundrisse und Bauträger schauen – und vielmehr auf Renditen. Die andere Seite der Medaille: „Bauträger zählen nach Kubikmeter, nicht nach Quadratmeter“, so Kovacs – unabhängig von der „Bestlage oder Randlage“ zähle der Grundriss, um effizient zu verkaufen bzw. vermieten. Welche Veränderungen gibt es am Wohnbaumarkt? Winfried Kallinger (Kallinger Projekte) meint: Im freifinanzierten Wohnbereich seien Projekte weniger „bedarfsgetrieben, sondern mehr investitionsgetrieben. Es zählt nicht mehr die Wohnqualität, es zählt die Rendite.“ Das bringe dem Bewohner, der Bewohnerin aber nichts – „ich will nicht teurer wohnen, ich will besser wohnen!“, so Kallinger. Das sei die dunkle Seite der Anlagewohnung, die schein: „Dort kann ich weder Kinder großziehen noch vernünftig Home Office betreiben“, bewertet Kallinger die Situation kritisch – „preiswert Wohnen heißt nicht automatisch kleiner bauen“. Fragen aus dem ImmoLive-Chat Die Sommerpause naht, aber auch in der letzten Podiumsdiskussion vor den „ImmoLive-Ferien“ stellt die Community im Chat ihre Fragen. Trend zur Freifläche: Ist das nicht mehr Wunsch denn Realität? Balkone und Co. kosten nicht wenig. Karina Schunker (EHL) meint: „Das stimmt, aber es reichen auch kleine Balkone – gerade zum Rausgehen und Luft schnappen.“ Das werde im Preis bereits pauschal mitgerechnet. „Das ist nicht nur Wunsch, das ist durchaus Realität“, sagt Schunker. Abgesehen davon werde zum großen Teil sowieso ausschließlich mit Freifläche geplant bzw. gebaut – „immer angepasst an die Lage, und angepasst an die Wohnungsgröße im städtischen Raum“, weiß Schunker. Das wirke sich natürlich auf den Kaufpreis aus – „aber dieser Preis wird auch akzeptiert, das ist gefragt, Wohnen mit Freifläche mit Mehrpreis wird angenommen“. Stockwerkslage, Orientierung, Freifläche – potenzielle Käufer und Mieter schauen auf mehr als nur die reine Quadratmetergröße. Nachhaltigkeit als Trend im Wohnbau Winfried Kallinger (Kallinger Projekte) wird aus dem Chat zum Thema Nachhaltigkeit und „Gesundes Wohnen“ (Material, Atmosphäre, Strahlungen) gefragt. Kallinger antwortet: „Emissionsarme, gesunde Baustoffe und gute Qualität“ passiere ohnehin – auch wenn es bei Bauträgern vielleicht „noch nicht so stark im Bewusstsein“ sei – durch diverse Zertifizierungen und Öko-Auszeichnungen rücke das aber immer stärker ins Bewusstsein. „Die Nachhaltigkeit wird eine zentrale Bedeutung bekommen“, sagt Kallinger: „Jeder will große Fenster und helle Wohnungen, aber heiß darf es in der Wohnung nicht werden“, beschreibt er die Herausforderungen von Lichteinfall, Luftqualität und Co. Ernst Kovacs (KE Wohnbau) ergänzt: (Bau-)Preise würden vor allem im dicht verbauten Wiener Gebiet steigen – etwa im Innergürtel, in der Josefstadt oder am Alsergrund. Wer dort neu und nachhaltig baue, sehe eine dynamische Preisentwicklung. Wer will als Kunde für Nachhaltigkeit zahlen? Jasmin Soravia (Kollitsch-Soravia) meint: Wer ab Planungsbeginn „nachhaltig baut“, steigt kostentechnisch deutlich günstiger aus. „Jeder will etwas für die Umwelt tun“, aber nach Planung und Bau sei es teuer, nachzurüsten – „und viel mehr zahlen wollen die Leute dann ja nicht“, so Soravia. Passiv- und Niedrigenergiehäuser, Holzbauweise: Das betreffe eher die klischeehaften „Häuslbauer“, weniger die Mieter im urbanen Raum. „Wurscht ist das Thema nicht“, weiß Soravia und erinnert nicht zuletzt an die Novellen der Bauordnung (Stichwort Photovoltaik), was sich auch im städtischen Raum niederschlagen werde. „Holzbauweise, Photovoltaik, schrittweise mehr Fokus auf Nachhaltigkeit – Wegschauen wird nichts helfen“, bekräftigt Karina Schunker (EHL) die Meinung. Skeptisch gegenüber Holzbauweise ist Winfried Kallinger (Kallinger Projekte): Bei großen Bausubstanzen sei die äußere Holzverkleidung „ganz nett“, und „Zirbenholz riecht gut. Aber so viele Zirben haben wir nicht, dass wir das nachhaltig machen könnten“ – die landwirtschaftliche Monokultur führe zur Artenverarmung. „So einfach ist es leider nicht“, sagt Kallinger, und sieht den „Wildwuchs“ an Umwelt-Zertifizierungen „inhaltsleer und unverständlich“. Die Brau-Branche habe „viel zu lang geschlafen. Endlich sind wir aufgewacht. Die Leute fragen danach, sie fordern das!“ Vertikale Verdichtung als Nachhaltigkeit? „Lieber höher bauen als neue Flächen versiegeln“, nennt Jasmin Soravia (Kollitsch-Soravia) das Neubauprojekt „Biotope City“ an der Wiener Triester Straße. Auf den ehemaligen Coca-Cola-Gründen würden „sinnlos betonierte Flächen“ jetzt besser genutzt, in dem Fall fürs Wohnen. „Es gibt so viele brachliegende Objekte“: Diese zu verdichten und entwickeln wäre viel sinnvoller als Grünflächen zu versiegeln, sagt Soravia. Eine Diskussion entwickelt sich zwischen Ernst Kovacs (KE Wohnbau) und Winfried Kallinger (Kallinger Projekte). Kovacs kritisiert die Wiener Bauordnung: In Flächenbezirken und Neubaufeldern müssten mehrgeschossige Wohnhäuser erlaubt sein, „mit sechs statt drei Geschossen verdopple ich die Nutzfläche.“ Kallinger widerspricht: Je höher die Häuser, desto mehr Abstand müsse dazwischen liegen: „Bauklasse II ist die ideale Verdichtung!“ Wie umgehen mit dem freien Raum? Ernst Kovacs (KE Wohnbau) wirft eine Idee in die Runde; vereinfacht gesagt: Warum nicht PKW-Besitzer gesetzlich zur Garagenplatz-Miete verpflichten? Würden Autos von der Straße verschwinden, würde mehr Lebensqualität geschaffen. Karina Schunker (EHL) will in der Planung „den einen attraktiven Punkt“ schaffen, quasi das Ideal zwischen Mehrkosten für nachhaltiges Bauen und Wünschen der Mieter/Bewohner. Bestehende Objekte würden in Zukunft näher unter die Lupe genommen werden – „was nicht funktioniert, muss neu gedacht werden“ wirbt Schunker für teils drastische Neu-Nutzungen. „Die Stadt Wien ist durchaus offen für Neu-Nutzungen und Umwidmungen“, sagt Jasmin Soravia (Kollitsch-Soravia) und erinnert gleichzeitig an den Usus in Niederösterreich: „Pro Bauplatz zwei Wohneinheiten – das fördert doch nur die Zersiedelung.“ Weniger positiv sieht Soravia die neuen Flächenwidmungs-Ordnung für Wien, wonach bei neu gewidmeten Flächen zwei Drittel für den geförderten Wohnbau reserviert sein müssen: „Das kann in bestimmten Gegenden sicher gut funktionieren, aber nicht überall in Wien“, sagt Soravia. Österreichs Bauordnung, IKEAs „Tiny Living“ und die Realität „So schnell holt die Bauordnung die Realität nicht ein“, erinnert Winfried Kallinger (Kallinger Projekte) mit Schmunzeln an Paragrafen aus den 1930er-Jahren, die noch „Pferdestallungen“ und „Heimen ausschließlich für die Betriebsaufsicht“ vorsehe – das erschwere Umwidmungen bzw. Neugestaltungen, fordert Kallinger ein Ausputzen der Bauordnung. „Effiziente Grundrissgestaltung ist das A und O“ bewertet Karina Schunker (EHL) das neue „Tiny Living“-Fertighaus-Modell von IKEA. Dabei würden „alle Nischen, sogar jede Treppe“ für zusätzlichen Stauraum genutzt – „eine spannende Entwicklung“, befindet Schunker. Widerspruch gibt es von Ernst Kovacs (KE Wohnbau): Es gelte nicht, jeden Quadratmeter „auszuquetschen“, sondern für mehr Grünraum und Freiflächen zu sorgen. „Das machen die Freifinanzierten aber nicht, das passiert in der Stadt Wien nur im geförderten Wohnbau“, wirbt Winfried Kallinger (Kallinger Projekte) für den kommunalen Wohnbau. Dienstleistungen im Wohnbau – welche Annehmlichkeiten kommen? „Es braucht nicht immer gleich den Concierge“, sagt Jasmin Soravia (Kollitsch-Soravia), und verweist auf Wohntürme wie „TrIIIple“ und die „Danube Flats“; aber gewisse Annehmlichkeiten machen Objekte attraktiver – „es braucht kein in-house-Fitnesscenter, aber wenn mir die Hausverwaltung die Kleinigkeiten abnimmt, ist das praktisch“, sagt Soravia – und nennt als Beispiel das organisierte Fensterputzen. Wohnen, Arbeiten, Freizeit, multifunktional – wächst es nicht wieder zusammen, so wie in der Gründerzeit? Das fragt die Community im Live-Chat. Kritisch sieht das Ernst Kovacs (KE Wohnbau) und nennt das Beispiel Hauseingang: „Bleibt die Tür offen, damit Kunden ins Büro können? Oder ist sie versperrt, damit Bewohner Sicherheit haben?“ Gleichzeitig mahnt er zu Flexbilität: „Wer konzentriert im Büro arbeitet, stört niemanden. Und für die verschlossene Tür werden sich Lösungen finden.“ Winfried Kallinger (Kallinger Projekte) sieht die Mischfunktion ähnlich positiv: „Die Leute haben ja keine laute Werkbank mehr im Haus, sondern sie sitzen am Computer.“ Abgesehen davon: „Hundegebell und Kindergeschrei, das ist die Lebensrealität“. Was bringt die Zukunft des Wohnens? Zum Abschluss überlegt die Runde, welche Trends gekommen sind um zu bleiben. „Home Office wird bleiben, aber nicht in dieser Ausprägung“, ist sich Jasmin Soravia (Kollitsch-Soravia) sicher. Wer dieser Tage durch die Wiener Innenstadt spaziere, bekomme ein „Gefühl fast wie früher“ – die Menschen „wollen wieder hinaus, die Kollegen sehen, das Soziale suchen“. Werden die Kundenwünsche individueller? Karina Schunker (EHL) sieht darin einen „spannenden“ Gedankenanstoß, denn letztlich „berühren auch Immobilien einen emotionalen Auslöser“, und die Suche nach der eigenen Wunsch-Wohnung sei immer individuell geprägt – was in Zukunft noch mehr von Nachhaltigkeit und Flexibilität geprägt sein werde.

Jetzt lesen
28
0

01.07.2021 02:00

Interview mit Karina Schunker, der neuen Geschäftsführerin von EHL Wohnen

Seit August 2012 gehört sie zum EHL-Team und ist de facto unter dem blauen Logo groß geworden. Sie war bisher Prokuristin und Leiterin des Geschäftsbereichs Eigentums- und Vorsorgewohnungen von EHL Wohnen. Wenngleich sie 27 Jahre ist, kann sie als eine der jüngsten Geschäftsführerinnen eines großen Immobilienunternehmens trotzdem auf eine rund zehnjährige Erfahrung im Unternehmen und damit in der Immobilienwirtschaft zurückblicken. Noch besser sind aber die Aussichten der neuen Geschäftsführerin, die eigentlich schon seit ihrer Schulzeit ein Interesse für Immobilien hat. Obwohl das „Ende des Maklers“ immer wieder propagiert wird, gibt es doch noch Männer und Frauen, die in diesem Beruf ihre Zukunft sehen. Es sind engagierte Unternehmer und Unternehmerinnen, die Firmen führen und das Bild des Maklers und das Miteinander anders interpretieren, als dies viele Jahre der Fall war. Sie sehen die Zeichen der Zeit und wissen, dass man nur mit neuen Ideen und Konzepten der derzeitigen Situation begegnen kann. Nach einem Monat als neue Geschäftsführerin hat sich für Karina Schunker sehr viel verändert. Aber mit versierten Immobilienprofis innerhalb der EHL-Gruppe, die ihr zur Seite stehen, lassen sich in den kommenden Jahren einige neue Ideen umsetzen …

Jetzt lesen
17
0

15.09.2021 18:00

Welche Immobilien braucht die Gesellschaft von morgen?

Eine Gesellschaft, die sich in einer Veränderung befindet – einige sprechen sogar von einem kompletten Umbruch; auf jeden Fall stehen uns neue Zeiten bevor. In den vergangenen 18 Monaten hat sich jedenfalls viel verändert. Wie wird sich das kurz- und vor allem langfristig bei den Immobilien zeigen? Auf dem Podium diskutierten: Evgeni Gerginski, Hawlik-Gerginski Architekten Stefan Goigitzer, Coore Real Estate Nikolaus Lallitsch, Raiffeisen Immobilien Österreich Stefan Wernhart, EHL Gewerbeimmobilien Ein „Glücksdorf“ in der Steiermark als Konzept für die Zukunft Nikolaus Lallitsch (Raiffeisen Immobilien) eröffnet die Runde und erklärt das Konzept des „Glücksdorfs“, das auf seine Idee zurückgeht. Lallitsch sieht die Urbanisierung als „Megatrend“, als weltweite Bewegung. Aber: Parallel dazu gebe es eine Gegenbewegung „aus der Stadt hinaus in die grünen Ränder“, wo Menschen „das Echte, das Reine, das Beschauliche“ suchen und finden. Im Dreieck Lage-Leistbarkeit-Lebensqualität finden sich laut Lallitsch „viele Gegenden, gerade für junge Familien, auf der Suche nach dem Landleben“. Aber auch die ältere Generation, die „das tägliche eight-to-five“ nicht mehr brauche und „in dem Hamsterrad mitmachen“ wolle, werde in dem „Glücksdorf“ bedient: Keine Retortenstädte, sondern „neues Leben“ rund um bestehende Ortskerne, „rund um den Kirchenwirt und die Bank am Hauptplatz“, um der vorhandenen Infrastruktur neue Kraft zu geben. Die Raiffeisen habe in der Steiermark bereits einige Locations gefunden, wo dieses neue Konzept der Wohnmöglichkeit „als Hauptwohnsitz mit Lebensqualität“ greifen soll. Wie steht es um die Zukunft der Büro-Immobilien? Stefan Wernhart (EHL Gewerbeimmobilien) analysiert die veränderte Nachfrage bei Büroflächen. Wernhart sieht durch die Pandemie einen „enormen Hemmschuh“, wobei sich gewisse Parameter in ihrer Bedeutung nicht ändern: „Die Lage war und bleibt wichtigstes Ausschlags-Kriterium. Von der Verkehrsanbindung bis zur Infrastruktur.“ Immer wichtiger werde der Nutzungs-Mix, sieht Wernhart: Immo-Inhaber wünschen sich in Büro-Gebäuden eine belebte Erdgeschoss-Zone, mit Co-Working-Cafes und Service-Office-Provider gleich innerhalb des Hauses. Die Tendenz gehe demnach weg vom „klassischen“ Büro-Immobilien-Gebrauch hin zu „flexiblen, lebendigen“ Gebäuden. Was bedeutet die Gesellschafts-Veränderung für den Einzelhandel? Stefan Goigitzer (Coore Real Estate) sieht eine „wider Erwarten kurzfristig positive Entwicklung“ am Retail-Markt. Neue Konzepte drängen auf den Markt, die sich als physische Alternative zum Online-Handel präsentieren. Die Zukunft werde eine „Zusammenführung von Online und Stationär“ bringen mit neuen Konzepten in „guten, urbanen Lagen“ – besonders, was den Lebensmittelhandel betreffe, sagt Goigitzer, und unterstreicht: „Die Flexibilität wird immer wichtiger.“ Nach der Sommerpause wird die ImmoLive-Community wieder aktiv Die Zuseherinnen und Zuseher stellen ihre Frage an die Expertenrunde, und bekommen Antworten. Etwa, was die Entwicklung von Zinshäusern betrifft. „Ein Paradebeispiel für flexible Nutzung in guten Lagen“, sagt Evgeni Gerginski (Hawlik-Gerginski Architekten). Dennoch brauche es in Zinshäusern „neue Konzepte für die Nachrüstung“, insbesondere was die Nachhaltigkeit betreffe. Gerginski sieht auch „zwei Geschwindigkeiten“ zwischen Wohn- und Gewerbebauten. Im Gewerbe wollen Entwickler „modern auftreten“, haben das Thema Nachhaltigkeit stärker am Radar als im Wohnbereich. „Da geht es um Baukosten, um Leistbarkeit. Da sträuben sich Investoren vor Experimenten“, so Gerginski. Er sieht „kompakte Wohnformen“ gefragt, der „große Sprung“ Richtung mehr Wohnfläche für Home-Office sei noch nicht wirklich spürbar in der Planungs-Anforderung von Neubauten. „Aber klar: Mehr Freiräume, mehr Flexibilität in den Grundrissen sind gefragt.“ Stefan Wernhart (EHL Gewerbeimmobilien) wird zum „Home-Office ums Eck“ befragt, etwa in „Villen-Vierteln“ wie Rodaun in Liesing, wo es derzeit kaum Büroflächen gebe. „Das wird wohl Thema werden“, sagt Wernhart, und bezieht sich auf Einpendler aus dem Wiener Umland. Die „klassischen“ Wohngegenden hätten aber noch nicht die Infrastruktur, um die Anforderungen von Bürogebäuden zu bedienen. Kinderzimmer oder Extrazimmer fürs Home-Office? Nikolaus Lallitsch (Raiffeisen Immobilien) zitiert Zahlen, wonach „jede Österreicherin, jeder Österreicher durchschnittlich auf 45 Quadratmetern“ wohnt. Das ist eine Herausforderung: Wohnen wird teurer, weil „wir mit dem Platz bestmöglich umgehen müssen“, das werde die Immo-Branche in der Zukunft definitiv begleiten. Evgeni Gerginski (Hawlik-Gerginski Architekten) ergänzt: Die Transformation der gewidmeten Gebäude – etwa neue Wohnungen in alten Bürobauten – finde bereits statt. Gerade in guten Lagen sei das „die logische Schlussfolgerung, daraus Wohnraum zu schaffen. Technisch ist das alles machbar.“ „Das ist tatsächlich das Gebot der Stunde: Städte innen verdichten, nach außen dünner werden“, sagt Nikolaus Lallitsch (Raiffeisen Immobilien) und nennt das Phänomen des „Schwimmreifens“, wo Speckgürtel-Zonen „sehr fett“ aufgerüstet würden. „Wir müssen die Idealnutzung von Innen nach Außen definieren, und aufhören die grüne Wiese zu betonieren“, appelliert Lallitsch. Im Sinne der Nachhaltigkeit: Kaufen wir künftig gänzlich online ein? Stefan Goigitzer (Coore Real Estate) sieht das „Decken der täglichen Bedürfnisse“ über den Online-Handel „theoretisch möglich“. Aber: Das physische, emotionale „Shopping-Erlebnis“ könne durchs Internet nicht ersetzt werden. Zumal „Innenstädte, Ortskerne aussterben“ würden. Wenn Lagerhallen für die Logistik das klassische Geschäft ersetzen, „und nur mehr Elektro-LKW herumfahren und uns zuhause beliefern“, dann „kann mich mir das nicht vorstellen“, sagt Goigitzer. Eine „provokante Idee“ nennt Goigitzer die Prognose, dass sich künftig nur mehr „Luxus-Labels“ in der Innenstadt ansiedeln, und der tägliche Bedarf ausschließlich im Umland gedeckt wird. „Sogar während des Lockdowns, als die Geschäfte geschlossen hatten, waren die Einkaufsstraßen voll“, sagt Goigitzer. Der Handel sei in der Vergangenheit schon immer flexibel gewesen, er verweist auf die „24/7 Lebensmittelcontainer“, wo mit „der Kreditkarte immer eingekauft“ werden könne. Werden die Shopping-Zentren wieder zum Ort der sozialen Zusammenkunft? Stefan Goigitzer (Coore Real Estate) sieht „die regionalen Märkte“ wieder stark im Kommen: „Wir brauchen die Plattformen, wo der Handwerker ums Eck“ seine Leistungen präsentieren kann. Flohmärkte, Wochenmärkte, saisonale Events seien wieder gefragt. Als Immo-Eigentümer müsse man dieser Flexibilität entgegnen, und neuen Ideen gegenüber aufgeschlossen sein – auch mit kurzfristigen Mietern. Wie lassen sich die Erdgeschosse beleben? Evgeni Gerginski (Hawlik-Gerginski Architekten) sieht das „Aufwerten des Grätzls“ durch Zwischen- bzw. Neunutzung der Erdgeschosslokale nicht zwingend gebunden an die Architektur des jeweiligen Hauses. „Flexibilität“ und die Lage seien oft genannte Schlagworte, aber sie treffen den Kern, was die Nachfrage und die tatsächliche Nutzbarkeit betrifft. Stefan Wernhart (EHL Gewerbeimmobilien) sieht eine „absolute Transformation der Bürofläche“. Der Begriff Home-Office alleine sei für sich genommen zu wenig. Der Bedarf an Bürofläche werde nicht sinken; vielmehr streben Unternehmen und Arbeitgeber jetzt nach vielfältig nutzbaren Flächen. Wernhart wirbt für das Verständnis des „hybriden Arbeitens“, mit modernen Raumkonzepten. Mitarbeiter wollen nicht grundsätzlich zuhause arbeiten – „als Arbeitgeber muss ich die Qualität meiner Flächen steigern, muss meinen Leuten Anreize bieten, wieder ins Büro zu kommen.“  Darin steckt sehr viel Potenzial für Immo-Entwickler, Eigentümer und Investoren, „leiwande Büros“ zu gestalten, sagt Wernhart. Wernhart sieht bei Investoren einen klaren Trend: „Der Mitarbeiter und seine Gesundheit rückt immer stärker in den Fokus.“ Es brauche flexible Immobilien, deren Anpassung rasch umsetzbar sei müssen. Was kommt auf das Immobilien-Management zu? Nikolaus Lallitsch (Raiffeisen Immobilien) erkennt eine „sehr starke Solidarisierung“ in der Gesellschaft seit Ausbruch der Pandemie, nämlich ein „Aufpassen aufeinander“. Leider gebe es eine kleine Gegenbewegung jener, die „sich in die Hängematte legen“ und die Hand aufhalten. Lallitsch appelliert an die „Ideologie des Miteinander statt Egoismus“. Lallitsch ergänzt: Der großvolumige Wohnbau der vergangenen Jahre ohne entsprechende Durchmischung („Stichwort Vorsorgewohnung“) habe Gottseidank ein Ende gefunden: „Es geht nicht mehr ums Bauen für die Vorsorge. Es geht ums Bauen fürs selbst-gerne-dort-Wohnen.“ Alleine in Graz, sagt Lallitsch, sei zu beobachten: Die „kleine und Kleinst-Wohnung“ als Ein-Zimmer-Immobilie werde vom Markt verdrängt und kaum noch gefragt. „Bei den Gemeinnützigen sehen wir diese Durchmischung sehr wohl“, sagt Evgeni Gerginski (Hawlik-Gerginski Architekten) und verweist auf Baupläne für neue Wohnungen („Stichwort ‚Village im Dritten‘), mit einem Wohnungsgrößen-Mix von Ein- bis Vierzimmer-Wohnung. „Die Stadt Wien geht hier mit gutem Beispiel voran“, lobt Gerginski die Stadtverwaltung und ihre Vorgabe in der Bauordnung, für gemixte Wohnformen zu sorgen. Soziale Durchmischung versus Baudurchmischung Evgeni Gerginski (Hawlik-Gerginski Architekten) erzählt aus der Erfahrung als Architekt: „Einer von zehn Bauträgern“ will eine leistbare Durchmischung in der Wohnungsplanung; jedenfalls müssten Wohneinheiten flexibel sein. Gerginski will die Rendite-Erwartung seitens Eigentümer jedenfalls an die Leistbarkeit knüpfen: Eine neue Stadt „am Wasser“ zu bauen klinge attraktiv, aber „nur wenn ich mir das leisten kann und will, werde ich dafür bezahlen.“ Aus Bauträger-Sicht sei das „technisch locker“ möglich – aber die Baukosten entsprechend hoch. Stefan Wernhart (EHL Gewerbeimmobilien) wird aus dem ImmoLive-Chat zur Zukunft der Bürobauten befragt. „Das Bedürfnis nach Abstand wird uns bleiben“, ist sich Wernhart sicher. Immer wichtiger würden technische Fragen der „smart buidlings“: kontaktloses Eintreten/Einchecken in Gebäude, bessere Durchlüftung der Räumlichkeiten, mehr Abstand zwischen den Sitzplätzen. Was kann die Immobilie von morgen? „Welche Eigenschaft muss die Immobilie der Zukunft haben?“ – so lautet die Schlussfrage in die Runde. Stefan Goigitzer (Coore Real Estate) meint für Handelsimmobilien: „Flächen sind ja grundsätzlich vorhanden. In diesen Häusern muss ich größtmögliche Flexibilität schaffen“ – dabei seien aber vorrangig die Eigentümer gefragt. „Mehr gemeinsam, mehr fürs gesamte Grätzl“, appelliert Goigitzer für weniger Alleingänge. Stefan Wernhart (EHL Gewerbeimmobilien) fasst sich kurz: „Smart, Community-fähig und nachhaltig“ müsse das Haus von morgen sein. Nikolaus Lallitsch (Raiffeisen Immobilien) erinnert an das Dreieck aus „guter Lage mit Erreichbarkeit und gesunder Umgebung, Leistbarkeit und Lebensqualität“ – nur jene Immobilie, welche diese Kriterien erfüllt, werde künftig gefragt sein. Evgeni Gerginski (Hawlik-Gerginski Architekten) schließt: Zukünftige Gebäude müssen „klimafit und energetisch autark“ gebaut werden – da brauche es „sehr viel starke Überzeugungsarbeit“ Richtung Investoren und Vorgaben des Gesetzgebers. „Die kommen, da bin ich mir sicher.“

Jetzt lesen
230
0

16.09.2021 10:31

Digitalisierung, Umbauten, Lieferketten – die Zukunft der Hausverwaltung

Die Digitalisierung bringt Smart Homes in die Häuser, und die Kommunikation zwischen Eigentümer und Mieter hat ein neues Level erreicht. Verschiedene Apps sollen hier unterstützen und den Informationsaustausch erleichtern. Aber haben diese nur Vorteile, oder bringen sie auch Nachteile mit sich? Denn letztendlich können sich die Mieter einer Immobilie über diese Apps schnell und effizient zusammenschließen. Wie gehen Hausverwaltungen damit um? Die letzten Monate haben auch eine Veränderung bei den Ansprüchen der Eigentümer an ihre Immobilien gebracht. Sowohl im Gewerbe- als auch im Wohnbereich wird immer mehr Wert auf Verbesserungen der Substanz gelegt. Die ESG-Bestimmungen sind ein Treiber dieser Entwicklung, aber auch der Wunsch der Besitzer, ihre Immobilien zu optimieren. Das beginnt bei der Müllabfuhr und reicht über Energiequellen bis hin zu begrünten Dächern. So wünschenswert diese Verbesserungen auch sind, so schwierig ist es teilweise, sie derzeit auch umzusetzen – denn die Lieferketten holpern, und damit werden auch Renovierungen, Sanierungen und selbst Reparaturarbeiten zu langfristigen Unterfangen.

Jetzt lesen
266
3

21.09.2021 16:00

Faszination Zinshaus mit Thomas Rohr

Was fasziniert ihn so an den Zinshäusern? Alles, sagt Thomas Rohr, abgesehen davon, dass er immer mit ihnen zu tun hatte, fühlt er sich nur im Altbau wohl mit knarrenden Parkettböden und hohen Räumen zum Atmen – und so hat er die Berufung zum Beruf gemacht. Zinshäuser sind Kunstwerke Unsere Wiener Zinshäuser sind Kunstwerke, die es zu erhalten sind, hat er in einem Zeitungsartikel gesagt. Die Frage ist: Leben wir in Kunstwerken? „Ja, ich glaube schon, denn das Wesentliche, was Wien ausmacht, einmalig macht, ist die Althaussubstanz. Wir haben natürlich auch viele Neubauten, aber die könnten beliebig irgendwo stehen. Das typische Wien ist das Wiener Zinshaus.“ Die ausländischen Investoren sind fasziniert von der Althaussubstanz, aber weniger von den Renditen, die wir bieten. Wie geht es preislich weiter? Wie hast du die letzten Jahre erlebt und wie wird es preislich weitergehen? Seit 1987 gab es eine enorme Preisralley, die Ende 91/92 in einem Crash gemündet ist. „Ich habe auch eine Gegenbewegung einmal kennengelernt.“ Seit 1998 steigen die Zinshäuser jährlich, manchmal mehr und manchmal weniger, aber gefallen sind sie in den letzten 22 Jahren nie. Aber private Investoren sind bereit, so viel Geld für ein Haus zu zahlen. Wie es in Zukunft weitergeht, möchte sich Thomas Rohr nicht anmaßen. Derzeit sprechen alle Parameter dafür, dass die Preise weiter steigen. Es gibt einen extremen Nachfrageüberhang – befriedigt werden kann die Nachfrage nicht. Das Zinshaus ist ein äußerst rares Gut und dass es zusätzlich ein Kunstwerk ist, kann der Preisentwicklung nicht schaden. „Ich sehe momentan keinen Grund, dass Häuser in ihrem Wert fallen sollten. Zinshäuser sind überproportional zu Wohnungen gestiegen. Wo ist das Ende der Fahnenstange: „Vor Jahren hätte ich gesagt, wenn man alle Wohnungen einzeln verkauft in einem Zinshaus, dann ist die Summe aller Einheiten das Ende der Fahnenstange.“ In der Zwischenzeit hat allerdings die Geschichte bewiesen, dass die Aussagen nicht richtig waren. Ganze Häuser sind teurer als die Summe der einzelnen Einheiten. Ein Investor will, dass niemand anderer mitredet und daher sind die ganzen Häuser mehr wert. Chatfrage: Kaufen um jeden Preis? Die erste Frage aus dem Chat: Kaufen um fast jeden Preis? Thomas Rohr: „Sicher nicht.“ Der Zinshausmarkt hat sich in den letzten 10 bis 15 Jahren extrem professionalisiert. Man kauft heute nicht mehr blind, und es gibt umfassende Due Dilligence Prüfungen. Zu den Renditen meinte Thomas Rohr, dass diese weltweit unter Druck es gibt eine Yield Compression auf der ganzen Welt.“ Die Minuszinsen sind ausschlaggebend, dass sich immer mehr Kapital in die Immobilien verlagert. Die Wertsteigerung wird immer stärker von den Minuszinsen abhängig. „Das Zinshaus ist der beliebteste Sachwert. Je unsicherer die Weltwirtschaft ist, desto mehr stürzen sich Investoren in Sachwerte und was liegt näher als der Ziegel?“ In Wien ist bereits ansatzweise eine Entwicklung zu spüren: die Makler sprechen gerne von „Off Market Deals“ wobei Thomas Rohr diesen Ausdruck als einen Widerspruch in sich sieht. Aber der Maklers pricht nur mit einer sehr ausgewählten Gruppe an Stammkunden und wird an diese dann auch verkauft. Frage aus dem Chat: Sind auch gewerbliche Immobilien zu empfehlen? Thomas Rohr meint, wir haben in der Coronazeit gesehen, dass sich unterschiedliche Assetklassen auch unterschiedlich entwickelt haben. Hotels scheint es wieder aufwärtszugehen. Beim Retail ist es kritischer, denn der Onlinehandel macht einen Strich durch die Rechnung. Wohnen war ein stockkonservatives Investment und ist „plötzlich sexy“. Conclusio: Der Private kann durchaus auch in Gewerbe investieren, solange die Slots nicht zu groß sind. Das MRG und die Preisentwicklung Thomas Rohr ist ein glühender Feind des MRG, „denn es ist ein reines Politikum.“ Er meint damit nicht den Mieterschutz sondern diverse Beschränkungen und Bestimmungen des Mietrechts; dem kann er nicht viel abgewinnen, „denn das hat mit dem eigentlichen Markt überhaupt nichts zu tun.“ Staatliche Eingriffe in den Markt seien negativ. (Internationale) Investoren suchen vor allem Rechtssicherheit und „die sehe ich bei uns momentan nicht.“ Ist die Preisentwicklung nicht problematisch für die Gesellschaft? „Ich glaube an die selbstregulierenden Kräfte des freien Marktes. Wenn Dinge zu teuer sind, dann werden sie nicht verkauft. Die Frage ist, wie komme ich von einem streng regulierten zu einem freien Markt? „Von heute auf morgen kann man das nicht freigeben, sondern es braucht vernünftige Übergangszeiten.“ Wohnen – sei es das Mieten oder das Kaufen – muss leistbar sein. „Ich kann den Markt nicht entkoppeln von der Volkswirtschaft.“ Laut Thomas Rohr sprechen sehr viele Parameter dafür, dass die Preisralley auch bei normalen Wohnungen noch nicht zu Ende ist. Was ihn bedenklich stimmt, sind die exorbitant gestiegenen Baukosten im letzten Jahr. „Sicher um 30 Prozent.“ Er vermutet, dass die Preise in guten Lagen steigen werden, sonst rechnet er eher eine Seitwärtsentwicklung. Gibt es eine gesellschaftliche Spaltung? „Das ist ein großes Sorgenkind.“ Viele Leute sind mit den aktuellen weltpolitischen Problemen überfordert und die Menschen ziehen sich zurück und wollen nur noch mit Ihresgleichen zu tun haben. Chatfrage: Was wird sich für die Makler durch das Bestellerprinzip ändern? „Ich sehe das äußerst kritisch“ Momentan gilt es nur für den Mietmarkt und man sieht in Berlin, dass das Mietanbot um 50 Prozent zurückgegangen ist. Das Bestellerprinzip könne man langsam bei einem freien Mietmarkt akzeptieren, aber in einem regulierten Mietmarkt wie in Österreich wird es nicht funktionieren. „Kleinere Maklerfirmen stehen vor existenziellen Problemen, wenn das Bestellerprinzip kommt.“ Im Augenblick gilt: Nicht zu viel Streiten und den Konsens mit dem Mieter suchen. „Im Gewerbebereich – durch Corona – leben wir dies und es wird auch im Wohnbereich kommen. Ist eine stärkere Gemeinsamkeit in der Branche zu bemerken? „Ich spüre schon, dass es im letzten Jahr härter geworden ist. Ich würde mir einen stärkeren Zusammenhalt der Maklerunternehmen wünschen.“

Jetzt lesen
16
0

28.09.2021 16:00

Stadt der Zukunft – Ideen, Visionen, Umsetzung

Die persönliche Abschlussrunde gibt’s ab Minute 57 mit hervorragenden Zusammenfassungen. Und ja: Der Fujijama ist nur 2,5 Autostunden von Tokio entfernt … . Über das neue Projekt im dritten Bezirk sagt Wolfdieter Jarisch. Man benötigt eine bestimmte Größe einer Liegenschaft, damit man frei agieren kann und nicht nur eine bebaute Fläche. Änderung die für das Projekt im dritten Bezirk geplant sind : „Früher wurde in die Horizontale gebaut, da es genug Flächen gab. Aber jeder Quadratmeter kostet viel Geld und dann wurde  in die Höhe gebaut.“ Beim neuen Projekt am Rennweg soll wieder eine Verbindung zwischen horizontalem Bauen und vertikalen bauen geschaffen werde – dass es einen Schritt zurückgeht. „Back tot he roots“ Auch die Struktur innerhalb des Projektes ist eher dörflich „wir versuchen dort eine Stadt zu entwickeln, die in sich funktioniert. In der es alle notwendigen Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleister gibt für alle Altersstufen –  ein Dorf, das sich selbst organisieren kann, das Arbeiten, Wohnen Sport, Spiel und Familie verbinden. Viertel Zwei – Stadtteil der Zukunft: Walter Hammertinger: die größte Herausforderungen der Stadtteilentwicklung ist die Zeitachse. 2004 begonnen und 2024 wird das Projekt abgeschlossen. Stadtentwicklung wird ab einer bestimmten Größe für den Entwickler interessant. Stadt findet zwischen den Gebäuden statt. Es geht nicht um eine willkürliche Anordnung der Gebäude, sondern dort, wo die Menschen aufeinandertreffen. Wo ich den Mehrwerte zwischen den Immobilien der Stadt erleben kann. Es gibt Plätze, die einen ansprechen und das ist das „schöne, wenn man sich auch mit diesen Dingen auseinandersetzen kann – und auch muss.“ Ernst Kovacs über seine Mitarbeit an dem großen stadtentwicklungsprojekt Nordbahnhof Lasallestraße : „Die Kunst ist, einen Stadtteil so zu planen, dass er von Anfang an lebenswert ist.“ Wenn das erste Gebäude errichtet wird, kann das Leben zwischen den Gebäude noch nicht stattfinden. „Das war am Nordbahnhof ein großes Thema und damals wurde die Kritik sehr laut, dass in den ersten Gebäuden entlang der Lasallestraße noch zu wenig Geschäfte gab. Aber wer mietet sich schon ein, wenn er noch keine Käufer hat?“ Das sei ein sehr heikles Thema bei den Stadtentwicklungen. Gab es interne Umstellungen der Flächen? „Das ist eine Frage des Eigentümers Wenn es der Bauträger selbst ist, so besteht die Möglichkeiten. Wenn die Fläche bereits verkauft wurde, dann nicht. Walter Hammertinger ergänzt: „Es ist immer eine Herausforderung.“ Ist der Lebensmittelhandel am Anfang an der richtigen Stelle und ist er es auch nachdem das Gebiet fertig entwickelt wurde – oder haben sich andere Zentren ergeben? Value One hat sich die Erdgeschoßflächen behalten und damit kann man die Versorgung sicherstellen – aber vor allem die Veränderung beeinflussen. „Man soll sie orchestrieren.“ Die Stadt der Zukunft ist für die diversen Assetklassen verschieden Alexander Rössler von der Immofinanz: „Der Druck aus vielen Ecken führt dazu, dass wir umdenken müssen, aber ich glaube, dass das für alle Assetklassen verschieden ist.“ Man kann sie nicht über einen Kamm scheren: Office ist nicht tot, es lebt, es wird sich aber verändern. Es wird hotelartige Büroflächen geben kombinieret mit viel Infrastruktur und einem Maximum an Flexibilität, wie bei myhive, „Pay per Use“ – nur zahlen, was man auch wirklich nutzt. Wohnen: was ist noch leistbar, was ist nachhaltig und was ist nutzbar? Back to the roots Wie können wir generell leistbares Wohnen schaffen, wie können wir nachhaltig sein, wie können wir Flächen nachverdichten? Antwort auf alle Fragen: Auf den Fachmarkt STOP-SHOP  der Immofinanz sollen Wohnbauten errichtet werden. Europaweit sollen somit 12.000 Wohnungen von 50-75 Quadratmeter gebaut werden. „Das ist der erste Schritt in Richtung einer dörflichen Vision“, meint Alexander Rössler, „von der ich glaube, dass das die Zukunft ist.“ Weniger Autos, kürzere Strecken in der „Stadt“ – das Thema Wohnen und Retail in einer gewissen Dörflichkeit wird die Zukunft sein. Die Politik muss Verkehrssystem ausbauen meint Ernst Kovacs, „das Auto nur verhindern, wird nicht funktionieren“, sondern es wird notwendig sein attraktive Angebote an öffentlichen Verbindungen zu haben. Es wird weniger Platz für Autos geben. Die Politik ist aufgerufen, die Rahmenbedingungen zu schaffen, meint Alexander Rössler. Zwischen Eisenstadt und Wien gibt es keine direkte Zugsverbindung. „Die Politik hat in den vergangenen Jahrzehnten viel versäumt und es muss sich und wird sich in Zukunft hier sehr viel ändern“, ist Ernst Kovacs überzeugt. Zwei wesentliche Punkte der Stadtentwicklung Nachhaltigkeit und Digitalisierung. „Über das Gebäude hinausdenken – man kann mehr machen bei der Stadtentwicklung, als Räume zur Verfügung zu stellen. Walter Hammertinger: „Irgendwie wird es dörflich.“ Auch in Großstädten hat jeder sein Grätzel, seinen Wirkungsbereich und den versucht man sich bestmöglich herzurichten.“ Wolfdieter Jarisch über die DC: „Es liegt an uns, versiegelte Flächen aufzubrechen und Grünflächen zu machen“ – eine kleine CO2 neutrale Stadt in der großen zu schaffen, wäre ein Ziel. In die DC kamen bisher die Leute nur zum Arbeiten und die, die dort gewohnt haben, sind zum Arbeiten weggefahren – es gehört aber eine vernünftige lebenswerte Durchmischung dazu. Das ist das Ziel der S+B Gruppe. Urlaubsfeeling in der Großstadt Urlaubsfeeling in der Großstadt – das ist ein Ziel der Stadtentwicklung. Das muss der Ansatz sein, so Walter Hammertinger. Wenn man durch eine Stadt geht und sich wohl fühlt und wenn wir die Stimmung erzeugen können, dann hat man das geschafft, was einen Mehrwert liefert. Wolfdieter Jarisch ergänzt zum Verkehrsthema: „Wir haben in Wien in den letzten Jahren viele Radwege geschaffen.“ Wieviel Visionär muss man bei der Stadtentwicklung sein: „Viel“ so Jarisch, aber „man geht Schritt für Schritt heran und man muss ein großer Visionär sein.“ Die Idee ist es, die Stadtteile unabhängig zu machen. Nicht nur die Stadt entwickeln, sondern auch noch neue Ideen und Konzepte dazustellen, um eine Stadt zu kreieren. Cradle to Cradle „Cradle to Cradle ist mehr als Nachhaltigkeit“, so Alexander Rössler. Da müssen wir komplett umdenken – wir werden nur das haben, was wir nutzen können und es ist so, dass wir das einmal weitergeben müssen. Ein friedliches Miteinander und vertrauensvoll.“ „Wie schrauben wir unsere Bedürfnisse, auf das was notwendig ist, zurück“, so Ernst Kovacs. Leerstehende Gebäude entweder nutzen oder abreißen, damit die Versiegelung Einhalt geboten wird. „In der Stadt suchen wir das Dorf und im Dorf suchen wir das Weite!“ Sind Ideen und Erfahrungen von der Großstadt auf Klein- und Mittelstädte umzulegen? Alexander Rössler: „Eisenstadt wächst wie verrückt und es hat sich viel an den Rand verlegt.“ Auch hier wäre die Politik gefordert, um Kleinstunternehmer attraktive Ansiedelungsmodelle zu schaffen. „Ein gesunder Handel ist der erste Schritt, dass Leute kommen.“ Man müsste innovativer von Seiten der Kommunalverwaltung sein.“ Eine ähnliche Situation sieht Ernst Kovacs auch in Stockerau. „Man muss eine Stimmung generieren, egal ob in einer Stadt, einem Stadtteil oder einem Dorf.“ Man kann das auf eine große Metropole anwenden und auch auf kleinere Strukturen. Die Menschen haben alle die gleichen Bedürfnisse. Sie fühlen sich in gewissen Bereichen wohl oder auch nicht.“ Ein ausgewogenes Verhältnis „Wohnen Arbeiten“ bringt ein neues Gefühl in den Stadtteil. Alles in dem Umfeld zu haben, was man braucht, Lebensqualität und alles in einem kleineren Maßstab – das ist lebenswert. Wird es möglich sein, sich von einem Korsett der rechtlichen Rahmenbedingungen und den entsprechenden Flächenwidmungen und Bebauungsbestimmungen zu befreien? Wolfdieter Jarisch antwortet: „Wenn man eine gute Idee hat und eine gute Vision hat, kann man mit der Stadt gut reden und bekommt eine Unterstützung. Besondere Projekte bekommen eine gute Betreuung.“ Walter Hammertinger über das Viertel Zwei: „Wir haben immer mit einer großen „Spange“ gearbeitet: In Summe „soll nicht mehr als … oder weniger als … “ sein, je nachdem, was man betrachtet.“ Außerdem: „Kein Mensch hat gewusst, wie man einen See widmet. Besondere Objekte bedürfen besonderer Instrumente. Wir kommen oft an die Grenzen der Instrumente. Die uns hier begleitet haben vom Magistrat, die sind mit uns gerne diese Extrameile gegangen.“ Man sollte prüfen, bevor ein Bauprojekt genehmigt wird, dass dieses nachhaltig ist. „Man müsste Anreize geben für die Projekte“, so Alexander Rössler „und keine Verbote.“ Immobilienentwickler sollten sich Ideen überlegen. Cradle to Cradle wird immer wichtiger und wir sollten – nicht nur – in Österreich hier rasch neue Wege gehen. Beispiel: Industriezentrum NÖ Süd – wie lässt sich hier eine Durchmischung schaffen oder werden wir grundsätzlich schon auch klar getrennte Bereiche/Stadtteile haben? Ernst Kovacs: „Das Problem ist, wie schafft man das nachhaltig zu ändern?“ Der erste Wohnraum, den man hier schafft, könnte wenig attraktivsein. Veränderungen können nur über Jahrzehnte erfolgen, denn so ist der Stadtteil auch entstanden. Man darf das Gewerbe nicht verbannen – und auch bei FMZ muss man Wohnbauten so trennen, dass die Leute, die dort wohnen nicht gestört werden. “Aber irgendwo wird man Platz brauchen für Gewerbe und Industrie.“ Verbannen dürfe man sie aus der Stadt nicht. „Wir werden uns mit diesen Strukturen abfinden müssen.“ Gewisse städtische Strukturen müssen für sich alleine stehen und passen besser zusammen – das wird nicht anders gehen. „Stadt ist etwas komplexes“, so Walter Hammertinger: „Es ist eine ordentliche Aufgabe, dass man Stadt langfristig denkt.“ Die drei wichtigsten Aspekte für eine Stadt der Zukunft? Wolfdieter Jarisch: Urlaubsfeeling, ein funktionierender Kreislauf mit einer großen Unabhängigkeit und Leistbarkeit. Walter Hammertinger: Räume, wo sich Kindern wohlfühlen haben eine bestimmte Atmosphäre und das passt dann für alle. Veränderbarkeit und Grün. Ernst Kovacs: Grün und nicht ganz das Zentrum einer großen Stadt / Sicherheit und eine gewisse Infrastruktur. Alexander Rössler: Der Wechsel zwischen der kleinsten Großstadt der Welt (Eisenstadt) und Wien – eine traumhafte Situation.

Jetzt lesen
876
8

15.10.2021 09:00

s REAL Live-Diskussion über Wohnen und Investieren in ein neues Zuhause

Mehr denn je fließt Geld in Immobilien. Private Käuferinnen und Käufer suchen nach einem neuen Zuhause! Worauf muss man achten? Wo liegen die Stolpersteine und Herausforderungen bei der Suche nach den eigenen vier Wänden? Drei ExpertInnen der sREAL auf dem Podium. Eine Podiumsdiskussion im Rahmen der s REAL Wohn- und Vorsorgetage 2021 . Das Thema der Diskussion: Wohnen und Investieren- das neue Zuhause. Was die s REAL Wohn- und Vorsorgetage 2021 sind, welche Neuerungen es gibt, wie sich derzeit der Wohnimmobilienmarkt darstellt und zahlreiche andere Fragen beantworten ihnen die Expertin und Experten unserer Podiumsdiskussion. Bei uns zu Gast: Martina Hirsch, Leiterin des Bauträgervertriebes bei der s REAL Nino Sebastian Lutz, Leitung Wohn- und Gewerbeimmobilien bei der sREAL Andreas Böcskör ist Geschäftsführer von Advoodle. Was er macht und warum er bei uns ist, erfahren sie noch im Laufe der Diskussion.

Jetzt lesen
94
2

07.10.2021 08:30

Cäsar Gewinnerin Astrid Grantner!

Astrid Grantner, die Siegerin des heurigen Cäsar in der Kategorie „Dienstleistung“, war im ImmoFrühstück zu Gast. „Eine Auszeichnung, die mich wirklich über alle Maßen gefreut hat und wo ich jetzt noch Glückwünsche bekomme“, freut sich Astrid Grantner auch noch Tage nach der Preisverleihung. (Das Video der Preisverleihung finden Sie unten.) Nominiert wurde sie übrigens von einem Kunden! Zweimal hintereinander. Astrid Grantner nutzt ab Minute 18.45 auch die Gelegenheit, sich bei dem Kunden zu bedanken: „Er weiß schon, wen ich meine.“ Astrid Grantner hat bei der Preisverleihung den Satz gesagt: „Ich freue mich, dass die Bewertung auch einmal auf der Bühne steht – wir stehen ja immer im ein bisschen im Hintergrund und wir dürfen die Erfolge nicht großartig kommunizieren.“ Darauf angesprochen meint sie: „Als Immobilienbewerter ist Diskretion ein hohes Gut, was aber auch für alle anderen Immobilienbereich gilt. Aber es ist klar, dass kein Akt die Abteilung verlässt. Es gehört in der Bewertung dazu, dass man nicht groß darüber spricht, aber das führt auch dazu, dass wir Bewertungsmandate, die wir bekommt, auch nicht kundtun können. Das ist zwar schade, gehört aber zum Job dazu.“ Darum ist es umso erfreulicher, dass man als Bewerterin im Rampenlicht steht. Astrid Grantner sieht sich als diejenige, die zwar den Preis gewonnen hat, aber letztendlich gehört dieser auch dem ganzen Team. Im EHL Bewertungsteam besteht aus acht Frauen und fünf Männer. „In unserem Team, auf das ich sehr stolz bin, haben wir ausgezeichnete Experten in allen Bereichen!“ Was hat sich geändert im letzten halben Jahr?  Nicht viel, der Status Quo ist der gleiche. „Immer mehr Kapital drängt in den Immobilienbereich und das Tempo ist in den vergangenen Jahren massiv nach oben gegangen und das ist mittlerweile Standard“, meint Astrid Grantner: „Die Bewertung ist ein wichtiges Rad im Ganzen, nichtsdestotrotz wird man öfters relativ spät eingebunden, aber dann muss es schnell gehen.“ Ab Minute 11.00 spricht Astrid Grantner darüber, welche Assetklassen derzeit am schwierigsten zu bewerten sind und findet sehr gute Vergleiche, zu den jeweiligen Herausforderungen und Veränderungen, denen die Immobilienbranche und die Bewerter gegenüber stehen. So waren die ersten Einschätzungen bei der Stadthotellerie deutlich optimistischer, was die Erholung des Marktes betrifft. „Der Markt erholt sich zwar und Optimismus ist da, aber vom Stand vor der Krise sind wir weit entfernt. Wir müssen mit Annahmen arbeiten, ebenso wie unsere Kunden.“ Man sucht Lösungen, die Preisentwicklung darzustellen. Manchmal kommt sie sich vor, wie ein Anatom, der sein Haus in einzelne Fraktionen zerlegt und „dann schaut man, wie interpretiert das der Markt.“ Minute 15.45 – Bewerter werden zu Beratern. „Was ich besonders spannend finde, mich freut es, wenn wir mit den Kunden auf Augenhöhe sprechen können und sie uns mit unserer Meinung zum Markt und Marktentwicklung wahrnehmen. Was wir zunehmend anbieten sind sehr detaillierte Marktanalysen. Wir beschäftigen uns in den verschiedenen Marktsegmenten intensiv damit und versuchen jetzt dem Kunden auch durch das Gutachten einen Mehrwert zu bieten. Damit schaffen wir das Verständnis, warum wir die Immobilie so bewertet haben.“ „Marktinformationen sind für Neueinsteiger weit aus wichtiger als für etablierte heimische Player. Damit können die Käufer den Erwerb eine Immobilie viel besser einschätzen.“ Einen Blick auf die Expo Real werfen wir ab Minute 19.45.

Jetzt lesen
62
0
  • Kremena Irinkova

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    3
    --
    Zum Profil
  • Mathias Hoppe

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    0
    --
    Zum Profil
  • Sabine Gschwentner

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    1
    --
    Zum Profil
  • Olaf Krohne

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    0
    --
    Zum Profil
  • Roman Tkaczenko

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    0
    --
    Zum Profil
  • Catherine Latzenhofer

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    0
    --
    Zum Profil
  • Philipp Gredler

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    0
    --
    Zum Profil
  • Annekathrin Kuehner

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    0
    --
    Zum Profil
  • Gregor Famira

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    3
    --
    Zum Profil
  • Hamberger Jürgen

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    0
    --
    Zum Profil
  • Hamberger Jürgen

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    0
    --
    Zum Profil
  • Roman Kopacek

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    0
    --
    Zum Profil
  • Alexander Somm

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    0
    --
    Zum Profil
  • Nicole Perreten

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    0
    --
    Zum Profil
  • Sarah Schopper

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    0
    --
    Zum Profil
  • Lydia Kerbler

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    1
    --
    Zum Profil
  • Nicole Hörmann

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    0
    --
    Zum Profil
  • Lisa Loferer

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    13
    --
    Zum Profil
  • HowardPaill HowardPaill

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    4
    --
    Zum Profil
  • Verena Hergel

    Letzter Login: vor mehr als 3 Tagen
    10
    --
    Zum Profil