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Feier 30 Jahre EHL

10.06.2022 07:25

Pressemeldung

30 Jahre EHL: Geburtstagsfest mit viel Prominenz in der Orangerie Schönbrunn

Bei schönstem Frühsommerwetter fand die große 30-Jahres-Geburtstagsfeier der EHL Immobilien Gruppe, gegründet 1991, mit einem Jahr Verspätung in der Orangerie Schönbrunn statt.

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Bauarbeiter auf der Baustelle

09.06.2022 07:00

Pressemeldung

Immobilienindustrie am Scheideweg: Das Fundament unserer Konjunktur gerät in Schieflage

Theodor J. Tantzen, Vorstand der Prinz von Preussen Grundbesitz AG, kommentiert die aktuelle Lage in Deutschland in seinem Artikel auf immobilien-aktuell-magazin.de.

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Immobilienindustrie am Scheideweg: Das Fundament unserer Konjunktur gerät in Schieflage

Theodor J. Tantzen, Vorstand der Prinz von Preussen Grundbesitz AG, kommentiert in einem Artikel im immobilien-aktuell-magazin.de die aktuelle Lage in Deutschland. Bei uns in Österreich dürfte es ziemlich ähnlich aussehen.

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Frau vor der Skyline von Salzburg

08.06.2022 07:00

Matzanetz Peter

Bauland in Salzburg erfährt signifikante Preissteigerungen

Bei den bebaubaren Flächen in der Stadt Salzburg und im Umland stagniert das Angebot. Die erneut gestiegene Nachfrage führt daher zu außerordentlichen Preisanstiegen in allen Assetklassen.

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Gebäude in Planen eingehüllt für den Umbau

07.06.2022 07:00

Walter Senk

Erfolgreiche Nischen – neue Wege bei Immobilien

Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Urlaub. Das waren die vier großen Sparten, in denen Immobilien stets gehandelt wurden. Nischenprodukte gab es auch und gibt es noch immer. Mittlerweile sind einige im Mainstream angekommen – Tendenz steigend.

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Gebäude Nacht Datenwolke

01.06.2022 07:00

Sebastian Renn

Raus aus dem Datendschungel

Wie es mithilfe von Datenräumen gelingen kann, länderübergreifende Immobiliengeschäfte zu vereinfachen. Länderübergreifende Deals spielen eine immer größere Rolle am internationalen Immobilienmarkt. 2021 erreichte das in europäische Immobilien investierte Kapital aus Übersee 76 Milliarden Euro. Dies entsprach einem Anstieg von 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Smart City Graz

31.05.2022 07:00

Walter Senk

Gemischt genutzten Objekten gehört die Zukunft

Mit den Veränderungen in der Gesellschaft kommen auch die Veränderungen in den Gebäuden. Gemischt genutzte Objekte bringen Lebensqualität und den Investoren Sicherheit.

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Gemischt genutzten Objekten gehört die Zukunft

Mit den Veränderungen in der Gesellschaft kommen auch die Veränderungen in den Gebäuden. Gemischt genutzte Objekte bringen Lebensqualität und den Investoren Sicherheit.

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Gemischt genutzten Objekten gehört die Zukunft

Mit den Veränderungen in der Gesellschaft kommen auch die Veränderungen in den Gebäuden. Gemischt genutzte Objekte bringen Lebensqualität und den Investoren Sicherheit.

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Gewonnen

25.05.2022 07:00

Walter Senk

Der Hype um die Hausverlosungen, erinnern Sie sich noch?

Welche verrückten Zeiten wir in der Immobilienwirtschaft bereits erlebt haben, wurde mir bei der Durchsicht einiger Artikel bewusst. Erinnern Sie sich noch an die Hausverlosungen? Der Hype hat im Frühjahr 2009 die Immobilienwelt in Österreich durcheinander gewirbelt. Zwei Jahre später war es schon wieder vorbei. Wir haben im April 2011 von der letzten Verlosung berichtet.

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Austrian Green Planet Building® Award für Zero-Energy-Kirche in Kasachstan

31.10.2022 11:00

pulswerk GmbH

Austrian Green Planet Building® Award für Zero-Energy-Kirche in Kasachstan

Nachhaltig Bauen „Made in Austria“: Die orthodoxe Kirche ist energieautark

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28.10.2022 13:00

Enteco Concept GmbH

In 10 Tagen ist es wieder soweit: Die Erste Wohnmesse real+ findet am 06. November statt

Am 06. November ist es endlich wieder soweit: die Erste Wohnmesse real+ findet wieder im Erste Campus in Wien statt. Kostenlose Tickets sind verfügbar unter www.erstewohnmesse.at

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Rasanter Zinsanstieg – durchblicker rät dringend zu Umschuldung auf Fixzinsen – Banken bei neuen Immokrediten noch restriktiver

Rasanter Zinsanstieg – durchblicker rät dringend zu Umschuldung auf Fixzinsen

Banken bei neuen Immokrediten noch restriktiver

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BUWOG Hietzinger Kai

27.10.2022 17:00

BUWOG Group GmbH

Ehemaliges BUWOG Kunden- und Verwaltungszentrum am Hietzinger Kai 131 ist Paradebeispiel für effiziente Gebäudeumnutzung

Für die BUWOG war der Umzug in das neue Kunden- und Verwaltungszentrum in der Wiener Innenstadt der Beginn eines neuen Kapitels in der Unternehmensgeschichte. Die Übersiedelung in das im Sommer 2020 in prominenter Lage in der Wiener Innenstadt eröffnete neue Bürogebäude war sowohl aus Platz-, als auch aus Effizienzgründen notwendig. Mit dem Umzug stellte sich die Frage nach der sinnvollen Nutzung des alten, geschichtsträchtigen Standorts in Wien Hietzing.

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Drees & Sommer

27.10.2022 13:00

Drees & Sommer SE

Multifunktionale Gebäude werden Städte der Zukunft prägen

Resilient und nachhaltig, mit möglichst geringem Flächen- und Energieverbrauch sowie effizienten Mobilitätslösungen und gleichzeitig hoher Lebensqualität, so sollen urbane Räume zukünftig gestaltet sein. Rethink, reform, renew: unter diesem Motto wurde auf Einladung von Drees & Sommer Österreich kürzlich u.a. am Beispiel des Flughafen Wiens mit seiner wachsenden Airport City und der Österreichischen Post deutlich, was dazu getan werden muss – und was heute schon geschieht.

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27.10.2022 11:00

PB3C GmbH

Real Estate Transaction Barometer 2022: Europäische Transaktionen werden immer komplexer

Immobilientransaktionen in Europa werden immer komplexer. Das ergab eine Studie von Drooms, dem führenden Anbieter digitaler Plattformen für Real Estate Assets in Europa. Das Unternehmen hatte im Zuge der Untersuchung mehr als 4.000 Transaktionen der Jahre 2019 bis 2022 ausgewertet und zusätzlich rund 170 Immobilienexperten in Europa befragt.

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28.10.2022 11:00

TPA Steuerberatung GmbH

11. Ausgabe von Energy Tomorrow: Wege zur Energiewende

Einfach kurz die Welt retten

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28.10.2022 09:00

Starwood Capital Group

Mehrheitsaktionärin der CA Immobilien Anlagen AG gibt Änderungen im Aufsichtsrat bekannt

SOF-11 Klimt CAI Sarl (die "Mehrheitsaktionärin"), Mehrheitsaktionärin der CA Immobilien Anlagen AG ("CA Immo"), gab heute bekannt, dass sie Herrn David Smith in den Aufsichtsrat der CA Immo entsandt hat, indem sie Delegationsrechte aus den von ihr gehaltenen Namensaktien wahrgenommen hat.

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Immobilien Rendite

24.10.2022 15:00

Immobilienrendite AG

Krieg & Inflation, Klima & Corona – die Auswirkungen auf die Immobilienbranche

Herbst und Winter verlaufen im Dauerkrisenmodus: durch den Krieg in der Ukraine, die Inflation, Energieknappheit, den Klimawandel und immer noch Covid-19. Welche Auswirkungen das auf den heimischen Immobilienmarkt hat, wissen die Experten der IMMOBILIENRENDITE AG.

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Citytagung 2022 Begegnung findet Stadt

Die bereits zum dritten Mal veranstaltete Citytagung by RegioPlan brachte erneut hochkarätige Referenten zu Strategien und Maßnahmen auf die Bühne, um Österreichs Städte und Gemeinden gemeinsam zukunftsfit zu machen.

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08.04.2021 02:00

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08.04.2021 03:00

Hotel und Tourismus in und nach nach Covid-Krise

Harald Ultsch von „harry’s home“ beginnt die Runde. Das Familienunternehmen aus Innsbruck betreibt Hotels und Appartements in Österreich, Deutschland und in der Schweiz und besteht mittlerweile in der fünften Generation – aber eine ähnliche Situation wie jetzt habe es noch nicht gegeben. Der gesamten DACH-Region gehe es gleichermaßen schlecht; je nach Region verändere sich die Corona-Lage und die einhergehenden Bestimmungen beinahe wöchentlich: „Tirol war abgeschottet; dann plötzlich öffnet Vorarlberg und jetzt ist die Ostregion zu“, beschreibt Ultsch die „makabere Lage“. Aber nicht nur die Touristen blieben aus, auch Geschäftsreisende fehlen: vieles passiere nun, genauso wie der ImmoLive Talk, im virtuellen Raum. Umsatz lasse sich derzeit, meint Ultsch, aus dem „Long-Stay-Segment“ lukrieren; eine steigende Auslastung sehe er da zum Beispiel in München: „Dort ist das Angebot aber so groß, dass der Preisdruck die Tagesraten nach unten drückt.“ Und auch das Thema Co-Working sei bei long-stay-Appartements „kein geschäftssicherndes Element“. In Zürich beobachte er eine gute Nachfrage nach „day use“, weil „die Leute für einen Tag aus den vier Wänden rauswollen“. Ultsch sieht einen bitter-scherzhaften Lichtblick: „Wir müssen nicht mehr so viel stornieren, weil wir haben ja kaum Buchungen.“ Diese fänden jedenfalls sehr kurzfristig statt: meistens für denselben Tag, höchstens drei Tage im Voraus.Zurechtfinden im Förderdschungel – und wie weit gehen die Förderungen?Finanzrechts-Experte Wolfgang Mader (BDO Austria) meint: „Langsam finden wir uns in diesem Förderdschungel zurecht“, wenngleich er diesen „Dschungel“ insgesamt positiv bewertet: „Man sieht, dass die Politik immer recht rasch reagiert.“ Nach Kurzarbeit und Fixkostenzuschuss im ersten Lockdown seien im Lockdown Zwei – im November 2020 – neue Instrumente geschaffen worden. Mader nennt u.a. den „großzügigen“ Umsatz-Ersatz, der auch schnell ausbezahlt worden sei. Auch sei der Fixkostenzuschuss mittlerweile adaptiert worden und habe einen Ausfallsbonus „on top“ bekommen – hier ließen sich bis zu 50.000 Euro an Ausfallszahlungen lukrieren. Aber, so Mader: Diese oftmals komplexen Anträge würden detailliert geprüft, mit zahlreichen Rückfragen der Förderstellen – „da muss man mit längeren Zeiträumen rechnen, bis es zur Auszahlung kommt“. Als Steuerberater wisse er, Mader, dass „große Hotelketten hier besser vorbereitet sind als kleine Unternehmen, die oft nicht über komplexe Controlling-Tools verfügen“ – und somit die Beraterunterstützung, quasi „die Hilfe vom Profi“, benötigen.Mader erinnert aber auch ans geltende EU-Recht: Umsatz-Ersatz, Fixkostenzuschuss und Co. sind pro Unternehmen mit 1,8 Millionen Euro gedeckelt. „Das klingt viel, aber bei einem großen Unternehmen, das seit mehr als einem Jahr gefördert wird, ist der Rahmen bald gesprengt.“ Als Alternative nennt Mader den „Verlustersatz“, der – bis Juni 2021 vorberechnet – bis zu 70 Prozent des zu erwartenden Verlusts rückerstattet: „das ist besser als nichts“. Letztlich sei es eine „Frage der Zeit, wie lange Unternehmen das durchhalten können“.Die Corona-Regeln ändern sich ständig. Wie kann ein Hotelbetreiber da planen?Patrick Adamle (mrp Hotels) sieht, wie Hoteliers in den vergangenen Monaten gelernt hätten, mit der stetigen Unsicherheit umzugehen – und „in diese Unsicherheit hineinzuplanen“. Budget-Forecasts seien „für die Mülltonne“, Hotel-Immobilien müssten als Objekte – trotz fehlender Buchungen bzw. Schließzeiten im Lockdown – in Schuss gehalten werden. Dann stelle sich die Frage der Herkunftsmärkte: Aus welchen Ländern darf überhaupt eingereist werden, „wer darf kommen, wer kann kommen, wer will kommen?“ Adamle beschreibt den Schwenk vom Fernmarkt Asien zum DACH-Raum – „zuletzt unsere einzig ansprechbaren Gäste“, die für Auslastung gesorgt hätten.Hoteliers seien flexibler geworden, die zwei- bis dreiwöchige Vorlaufzeit zum „Hochfahren“ des Betriebs sei nicht mehr gegeben. „Wenn ich von 100 Zimmern insgesamt 30 belegt habe, muss ich ja nicht alles sofort in Gang setzen“, beschreibt Adamle. Beim „limited service“ dauert das „Hochfahren“ drei Tage, bei „full service“-Betrieben fünf Tage bis eine Woche. Künftig werde das Thema „human resources“, also HR, strategisch wichtiger: „Wir haben gutes Personal, das in andere Branchen abgewandert ist; und Mitarbeiter, die wegen Kurzarbeit das Hotel seit einem Jahr nicht mehr von innen gesehen haben.“Rechtlich gesehen: Welche neuen Gesetze hat Corona gebracht?Steuerrechts-Experte Gregor Famira (CMS Anwälte) berichtet: „Wir sind alle Lockdown-müde, wir sind Verordnungs-müde.“ Als Beispiel nennt er die legistische Auslegung der Pachtreduktion, „die immer noch Schlupflöcher bietet. Ein Objekt ist niemals zur Gänze ‚unbenutzbar‘. Somit ist das Verhandlungssache zwischen Pächter und Eigentümer.“ Es sei schon komplex genug, legistisch zwischen „Pachtvertrag“ und „Mietvertrag“ zu unterscheiden, weil das Gesetz auch da „einen ganzen Katalog an Ausnahmen“ vorsehe.Ein „Lichtblick“: Mit Mitte 2021 solle, neben der Insolvenzordnung, ein neues „Tool“ kommen. Die Restrukturierungsordnung sei die österreichische Umsetzung einer EU-Richtlinie, und soll „Anreiz“ für Firmen sein, sich „schon etwas früher darum zu bemühen, sich neu aufzustellen“. Die Restrukturierung sei „deutlich weniger unangenehm als die Insolvenz“, sie ist flexibler was die Gläubigerquoten betrifft. Famira rechnet damit, „dass einige dieses Tool nutzen werden, um sich zu entschulden – um dann wieder durchzustarten, wenn die Touristen wieder kommen“.Fragen aus dem ImmoLive-ChatWie immer sind die Zuseherinnen und Zuseher eingeladen, im Live-Chat ihre Fragen an die Expertenrunde zu stellen. So will das Publikum wissen, wie harsch Banken bei der Fälligstellung von Krediten seien: „Österreichische Banken sind in der Hinsicht ‚menschlicher‘ als die angloamerikanischen. Diese machen oft einen harten Schnitt“, sagt Jurist Famira; „die Bank schneidet sich ins eigene wirtschaftliche Fleisch, wenn sie jetzt fällig stellt“, ergänzt Steuerberater Mader. Patrick Adamle (mrp Hotels) sagt: „Letztlich sitzen nun alle Stakeholder im selben Boot. Eine Bank weiß jetzt auch nicht, was sie mit einer Ferienimmobilie anfangen sollte, wenn die Nachfrage nicht der Verkaufspreiserwartung entspricht.“Es gebe jetzt so wenig Pleiten wie selten, sagt Adamle. Das liege auch daran, dass die verschiedenen staatlichen Förderungen Unternehmen jetzt „über Wasser halten“ würden. „Große Unternehmen haben auch die Liquidität, das noch eine Weile auszusitzen“ – aber: irgendwann sei der Plafond erreicht, und „der Kochtopf beginnt zu brodeln“. Adamle erwartet einen Cashflow-Druck, wenn nach der Corona-Wiedereröffnung die Hotelauslastungen nicht gleich in die Höhe schnellen, gleichzeitig aber Förderschienen auslaufen. „Das werden viele wirtschaftlich nicht überleben, da wird es vermehrt zu Pleiten und Verkäufen kommen.“Harald Ultsch (harry’s home Hotels) hofft auf den Sommer, „wenn wir ab Juni wieder mit Geschäft in den Ferienimmobilien rechnen können“. Er erinnert an die Situation in Deutschland, wo Eigenkapital-äquivalente „Covid-Darlehen“ gebildet würden – „das sehen wir in Österreich leider noch nicht“. Gerade die städtische Hotellerie stehe vor der Herausforderung, „dass mir eine Auslastung von 30, sogar 50 Prozent irgendwann nichts mehr nützt, weil ich die Fixkosten nicht decken kann“, sagt Ultsch.Was bringt der kommende Sommer für die Hotelbranche?Harald Ultsch (harry’s home Hotels) rechnet mit einer „Öffnung nach Pfingsten, das ist realistisch“. Der „grüne Pass“ (Impfnachweis, Anm.) wird entscheidend sein, meint Ultsch, der einen positiven Ausblick auf den Ferienbetrieb und Hotels in kleinen und mittleren Städten („Bodensee, Dornbirn, Innsbruck“) wirft. „Schwierig“ bleibe der Markt in Wien und München („Die Wiesn werden wir abschreiben müssen, genauso wie Kongresse“). Der Feriensektor sei jedenfalls im Vorteil gegenüber der Stadthotellerie.Patrick Adamle (mrp Hotels) unterstreicht die Ansicht von der „Zweiteilung zwischen Stadthotellerie und Ferienbetrieb“. Solange die Covid-Impfung nicht breit ausgerollt sei, werde der Städtetourismus kein Comeback feiern. „Der Trend geht zum erdgebundenen Reisen in Ferienregionen an Seen und am Wasser“, sagt Adamle. Mittelfristig werde der Kongresstourismus wieder in die Städte zurückkehren, wenngleich mit Veränderungen: „Es gibt mittlerweile hybride Meetings, die teilweise virtuell abgehalten werden“; aber grosso modo sei zu beobachten: Schon in diesem Sommer werde die Ferienhotellerie profitieren, mittelfristig werden sich auch die Städte erholen.Was sollen kleine und mittlere Hotelbetriebe tun, um die Corona-Krise zu überstehen?Wolfgang Mader (BDO Austria) meint, es komme vorrangig auf die Lage an – Stadthotellerie oder Ferienbetrieb in einer entsprechenden Ferienregion? Mit dem jetzigen Fördermodell „wird man in einer Ferienregion in der Regel durchkommen“, gerade weil mit dem Sommer wieder mehr Buchungen zu erwarten seien. In der Stadthotellerie sei die Lage schwieriger; „da stellt sich die Frage, ob die Politik bereit ist, Förderungen erneut zu verlängern“, sagt Mader. Ansonsten helfe nur das Einspritzen von Eigenkapital, oder einen externen Investor an Bord zu holen.Ein neuer „Tourismus-Fonds“, wie im ImmoLive-Chat von der Community angesprochen, wäre „ein denkbares Modell“, sagt Finanz-Experte Mader. Harald Ultsch teilt diese Meinung nicht ganz: „Wer profitiert von diesem Fonds? Jene, die es wohl am dringendsten bräuchten, tun sich auch damit schwer.“ Jurist Famira wiederum appelliert an die Wirtschaftskammer, „mehr auf ihre kleinen Mitglieder zu schauen“, die nicht die Ressourcen hätten, sich professionelle Unterstützung zu holen. Gregor Famira (CMS Anwälte) ergänzt: Früher hätten sich derlei Fonds auf die Stadthotellerie konzentriert, „auf Hotels die das ganze Jahr über gleich performen“; mittlerweile werde auch der Leisure-Bereich nachgefragt, Stichwort „Ski-Hotels“.Nachhaltigkeit am HotelmarktDie„Nachhaltigkeit ist mittlerweile das Lieblingsthema der halben Investorenwelt“, sagt Gregor Famira (CMS Anwälte), der sie als Nummer-eins-Trend der kommenden Jahre bezeichnet. Große Fonds würden bereits jetzt „ausschließlich nachhaltige Gebäude nachfragen“ – wessen Objekt nicht nachhaltig gebaut sei, müsse mit einer Wertminderung rechnen. Es werde neue Lösungsansätze brauchen, von denen Betreiber und Hotelgäste gleichermaßen profitieren.Weitere Fragen kommen aus dem ImmoLive-Chat betreffen unter anderem Investitionen in die Hotel-Infrastruktur. Harald Ultsch (harry’s home Hotels) sagt: „Wir nutzen jetzt die ruhigere Corona-Zeit und haben eine Handvoll Baustellen, von der Instandsetzung bis zur soft-Renovierung. Wer das Volumen hat zu investieren, der sollte das jetzt tun.“ Patrick Adamle (mrp Hotels) fügt hinzu: Es geht nicht nur um die Hardware, also das Objekt. Hotelbetriebe würden die Corona-Zeit nutzen, um ihre SOPs („standard operating procedures“, Anm.) zu hinterfragen und weiter zu entwickeln: „Wie kann ich die Logistik, die human resources, den Buchungsprozess optimieren?“ Es sei nun der „beste Zeitpunkt, um nicht still herumzusitzen und Däumchen zu drehen“, appelliert Adamle an die Hotelbranche.„Die Baukosten steigen allgemein, und nachhaltiges Bauen ist sowieso um 15 bis 20 Prozent teurer“, wirft Harald Ultsch (harry’s home Hotels) ein: „Da stellt sich die Frage, ob die Immobilie dann noch marktfähig ist.“ Das stimmt, sagt Gregor Famira (CMS Anwälte), „wir werden bei der Profitabilität von Pachtverträgen nicht zaubern können“, aber: Nachhaltige Objekte würden bei Fonds in Investoren immer gefragter; zweitens werde das Thema Nachhaltigkeit „auf Dauer nicht Hobby, sondern Pflicht“ sein. Famira erinnert an den „Green Deal“ der EU, der á la longue „zum Muss“ werde.Es gehe bei der Nachhaltigkeit aber nicht nur um den Bau, sagt Ultsch, sondern auch um „softe“ Komponenten wie die Mitarbeiterbehandlung oder die Hotelgastronomie.Es wird also ein schwieriger Spagat zwischen höheren Baukosten und zu erwartenden Pachteinnahmen. Aber: Es wird künftig kaum noch Hotelgäste geben, denen Nachhaltigkeit egal ist – spätestens mit der jungen Generation.Rechtlich praktisch, steuerlich möglich? Nutzungsänderungen von HotelsGregor Famira (CMS Anwälte) berichtet von Klienten, die ihre Hotels zu Appartements umwandeln und meinen, „das rechnet sich“. Das sei „kein Rezept, das jeder verfolgen sollte. Aber es geht.“Patrick Adamle (mrp Hotels) berichtet von „mixed use cases“, wo größere Hotels mit einer Vielzahl an Zimmern quasi aufgesplittet würden in „Hotelbetrieb mit Wohnkomponente“. Dabei gebe es aber oft komplexe rechtliche Fragen hinsichtlich Widmung.Auch Harald Ultsch (harry’s home Hotels) bezeichnet das als „Option, über die man nachdenken sollte – immerhin laufen Pachtverträge ja auch nicht unbegrenzt lange“.Jurist Famira wiederum berichtet aus Tirol, wo es „politisch keinen Spielraum mehr“ gebe – der Plan, Hotels in Ferienwohnungen umzubauen und diese zu verkaufen, „funktioniert in der Form seit 20 Jahren nicht mehr“.Die Abschlussrunde – kehrt das Reisefieber zurück?Patrick Adamle (mrp Hotels) sieht eine Lockdown-Müdigkeit, „die Leute wollen wieder verreisen, sie wollen in die Gastronomie“. Die eigenen Mitarbeiter würden zwar „aus Respekt vor Corona“ keine Fernreisen anstreben, aber Adamle sieht eine große Reiselust bei den Kolleginnen und Kollegen in seinem Unternehmen.Wolfgang Mader (BDO Austria) pflichtet bei: „Sobald es geht, wird gebucht und geflogen. So sieht es mein gesamter Bekanntenkeis.“Gregor Famira (CMS Anwälte) „würde selber gerne wieder losdüsen“ – aber es gebe gewisse „Rest-Ressentiments“, ob es an der Destionation Corona-bedingt wirklich „safe“ ist. „Daher hoffe ich, dass unser qualitätsvoller heimischer Tourismus davon profitiert.“Harald Ultsch (harry’s home Hotels) sieht „eine unendliche Sehnsucht nach Ortswechsel“. Er zeigt sich überzeugt, dass die Gäste wieder kommen – „sobald die Grenzen offen sind“. Als „Lichtblick“ sieht Ultsch den nachhaltigen Trend zur Sportart des e-Bikings – „das wird bei uns in den Bergen die Bewegungsfreiheit erhöhen“.Hier noch ein Link zu mrp hotels über die aktuelle Lage in der Hotellerie

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14.04.2021 10:01

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14.04.2021 11:01

Wie entwickelt sich der Markt nach 2022 weiter? Kommt die neue Wohnungsnot?

Letzte Woche hat EHL das Update zum Wiener Wohnungsmarkt veröffentlicht. Derzeit läuft alles wie gehabt, aber es zeichnen sich Veränderungen am Horizont ab. In den ersten Monaten des Jahres 2021 war die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt konstant auf hohem Niveau. Corona-bedingt nimmt der Stellenwert guter Wohnmöglichkeiten weiter zu, und damit steigt auch die Bereitschaft, dafür einen entsprechend hohen Teil des verfügbaren Einkommens aufzuwenden. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist weiterhin hoch, sowohl zur Eigennutzung als auch als Veranlagungsmöglichkeit. Dem Wunsch nach Eigentum steht aber oft die restriktive Haltung der Banken gegenüber. Strukturell befindet sich der Markt jedoch in einem bemerkenswerten Wandel. Erstmals seit Langem ist die Nachfrage weniger von der demografischen Entwicklung getrieben als von wirtschaftlichen Faktoren: von Konjunktur, Beschäftigung, Zinsniveau und nicht zuletzt von der Verunsicherung hinsichtlich der längerfristigen Geldwertstabilität. Corona zeigt aber auch noch ganz andere Seiten: Die Veränderungen in der Arbeitsorganisation mit einem deutlich höheren Anteil von Homeoffice machen sich auch zunehmend in den Kriterien der Wohnungssuchenden bei ihrer Kauf- oder Mietentscheidung bemerkbar. Wenn schon nicht ein eigenes Arbeitszimmer, so wird die Möglichkeit, einen Arbeitsplatz räumlich abzuteilen oder eine Nische für den Schreibtisch zu haben, wichtiger werden. Auch Freiflächen werden in diesen Zeiten fast schon standardmäßig nachgefragt. Gegenüber dem 2020 erreichten Allzeithoch von 19.000 neu errichteten Wohnungen wird 2021 zwar einen Rückgang bringen, dieser fällt aber mit der Fertigstellung von rund 17.000 Wohnungen nicht so stark aus. 2022 sollen allerdings schon deutlich weniger Wohnungen fertiggestellt werden. Auf die Mietpreisentwicklung wird sich dies kaum auswirken, da die gleichbleibend starke Nachfrage im Mietbereich auf ein gestiegenes Angebot an Mietwohnungen trifft. Bei den Kaufpreisen gibt es hingegen nach wie vor eine Aufwärtstendenz, da neue Wohnungen sowohl für private Käufer, die einzelne Einheiten erwerben wollen, als auch für institutionellen Kunden, die ganze Objekte übernehmen, weiterhin begehrte Investmentziele sind.

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15.04.2021 02:00

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15.04.2021 03:00

Zinshäuser kaufen und verkaufen. Worauf man in Pandemie-Zeiten achten sollte

Die ImmoLive-Runde gibt einen Überblick über den Zinshaus-Markt, die weitere Entwicklung und worauf beim (Ver-)Kauf zu achten ist. Am Podium diskutierten: Richard Buxbaum (Otto Immobilien) Manfred Kunisch (tpa Group Österreich) Herwig Peham (EHL Investment Consulting) Markus Steinböck (3SI Immogroup) Wie steht es jetzt um den Zinshausmarkt? Richard Buxbaum (Otto Immobilien) beschreibt die aktuelle Lage am Markt: Die Nachfrage sei gut, die „Frage ist, woher kommen die Häuser, die auch verkauft werden sollen“. Was die Anzahl betrifft, sind Zinshäuser außerhalb des Wiener Gürtels öfter verkauft worden – zu Preisen zwischen 2,5 und 5 Millionen Euro. Die „wahre Nachfrage“ gehe aber in Richtung Sicherheit; und das spiele sich in der Innenstadt, also in den Innergürtelbezirken ab, sagt Buxbaum, und ortet naturgemäß weniger Angebot innerhalb der Wiener Gürtelbezirke. Herwig Peham (EHL) spricht darüber, als Investor das Zinshaus „ins 21. Jahrhundert herüber zu bringen“. Zinshäuser waren und sind beständiger Faktor; Peham ortet gleichzeitig Entwicklungspotenzial in den Randlagen. „Freiflächen, Barrierefreiheit, Lift-Einbau“, das seien jene Themen, die künftig notwendig würden, „um das Zinshaus zukunftsfit zu machen“. Dann „bleibt das Zinshaus ein langfristiges Investment-Instrument, auch für die kommenden Jahrzehnte“, sagt Peham. Das sei durchaus kostenintensiv – Stichwort Lift-Einbau – aber perspektivisch sinnvoll in „diesen historisch wertvollen Gebäuden“, erklärt Peham. Markus Steinböck spricht für die „3SI Immogroup“, die Zinshäuser kauft: „Ja, in der Theorie haben wir ein Kaufprofil – so wie andere auch.“ Und: „je mehr Ausbaupotenzial, desto besser“, aber auch „wertige Immobilien nehmen wir ins Auge“ fasst Steinböck das logische Unternehmensdenken zusammen. „In der Theorie“ kaufe sein Unternehmen aber auch Büroimmobilien und „die grüne Wiese“, um darauf Wohnimmobilien zu entwickeln. Aber, sagt Steinböck: „Die Zeiten, wo sich jeder Käufer seine Wunschimmobilie hat aussuchen können, diese Zeiten sind vorbei“, spätestens seit der Pandemie. Zinshäuser im Verkauf – was sagt das Recht, worauf schauen Investoren? Manfred Kunisch (tpa) plädiert für die „strukturierte Analyse“ im Vorfeld des Investments: Umsatzsteuer, Erwerbssteuer, Grundertragssteuer, Körperschaftssteuer, etc. Kunisch appelliert an Verkäufer, sich professionell beraten zu lassen, weil „sonst bleibt aus dem Verkauf nicht so viel Geld übrig, als man sich erwartet hat“. Gerade das Thema Umsatzsteuer werde von Laien oft übersehen, aber „gerade da brauche ich gründliche Unterlagen“, sagt Kunisch, und erinnert den „Interaktionsprozess zwischen Verkäufer- und Käuferseite“. Eine professionelle Vorbereitung – auch durch Berater – führe letzten Endes zu einem höheren Verkaufspreis, ist sich Kunisch sicher. Parifizieren oder in der Zinshaus-Nutzung halten? Herwig Peham (EHL) meint: „Das Wunschobjekt sind unbehandelte Zinshäuser im Familienbesitz.“ Der Projektentwickler wolle diese Objekte sanieren und die Wohnungen einzeln verkaufen, idealerweise mit viel bestehendem Leerstand. Dem gegenüber gebe es Privatinvestoren und Versicherungen („die strategisch dazukaufen“) – die setzen auf die langfristige Vermietung und wollen Sicherheit. „Wie richte ich ein Haus her – für den Verkauf?, oder für den Anleger?“, sagt Peham. Positiv: Für beide Varianten gebe es aktuell genügend Angebote. Als potenzieller Verkäufer sei jetzt der richtige Zeitpunkt, sich professionelle Hilfe zu holen. Richard Buxbaum (Otto Immobilien) pflichtet bei: Viele private Eigentümer stünden seit der Pandemie vor „Überforderung und Verunsicherung“, etwa aufgrund von Mietausfällen oder Überlegungen, das Kapital in neuwertigere Objekte zu übertragen. Beim Zinshaus sind Käufer besser vorbereitet als Verkäufer? „In der Regel: Ja!“, sagt Manfred Kunisch (tpa). Oft seien es große Investorengruppen, „die sich natürlich mit Steuerthemen auskennen und Berater an ihrer Seite haben“. Private Verkäufer fänden sich da oft im Hintertreffen; Kunisch rät da auch Verkäuferseite zur professionellen Beratung. „Gehen Sie früh in die Steuerthemen rein!“, rät Kunisch. Wenn der Kaufprozess bereits im Laufen sei, „ist es oftmals zu spät und führt zu Irritationen“. Fragen aus dem ImmoLive-Chat Wie immer wird das Video-Podium interessiert begleitet von Zuseherinnen und Zusehern, die ihre Fragen im ImmoLive-Chat an die Experten richten. Die Fragen behandelten unter anderem folgende Themen: Ab welcher Größe ist ein Zinshaus für große Investoren interessant? „Wir wünschen groß, aber kaufen jedes Zinshaus“, sagt Markus Steinböck (3SI), der vor allem auf das Ausbaupotenzial achten will. Generell sei „der Markt derzeit heiß bis überhitzt“, sagt Steinböck, sodass „Fehler im Verkaufsprozess“ – was „übersehene“ Steuern, Abgaben, etc. betrifft – dem Makler dennoch eine ordentliche Provision bescherten. „Als Verkäufer werde ich derzeit Millionär, egal wie klein das Haus ist“, sagt Steinböck. Wie steht es um die Rendite-Vorstellungen der Verkäufer; gerade bei stark sanierungsbedürftigen Objekten? „Letzten Endes geht es um den Quadratmeterpreis“, sagt Herwig Peham (EHL). Unter vier- bis fünftausend Euro pro Quadratmeter Verkaufspreis „wird es schwierig in der Innenstadt“, unabhängig vom Bestand – „da geht es weniger um Rendite als um Verkaufspreis“. Die nächste Frage aus dem Chat betrifft die Rendite-Erwartung bei Verkäufen in Wiens Innenstadt, verglichen mit den äußeren Bezirken bzw. dem Wiener Umland. „0,78 Prozent Rendite in der Innenstadt, 3 Prozent Rendite in den äußeren Gürtellagen“, sagt Richard Buxbaum (Otto Immobilien); wobei „das ist mittlerweile auch Seltenheit geworden“. Die Rendite spiele mittlerweile eine Nebenrolle – es gehe um den Substanzwert, das Ausbaupotenzial, Sekundärfaktoren wie mögliche Werbeflächen. „Ein Beispiel: Wenn ich die Möglichkeit habe, Balkone anzubauen – dann mache ich aus einer Bruchbude ein schönes Gebäude“, fasst Buxbaum die Strategie zusammen. „Die Größenordnung bewegt sich um die 2.000 Euro pro Quadratmeter, das ist der Einstiegspreis am Wiener Zinshausmarkt“, sagt der Experte von Otto Immobilien. Wie umgehen mit Mieter-Forderungen, und mehr Fragen aus dem Chat Beim Eigentümerwechsel erheben Mieterinnen und Mieter oft Rückerstattungs-Forderungen für überhöhte Mieten. „Ein klassischer Fall für den Anwalt“, erinnert Manfred Kunisch (tpa) an eine professionelle Übergabe beim Verkauf: „Der Käufer lässt sich natürlich Mietverträge schicken und prüft das!“ Ein sogenannter „Deal-Breaker“ sei das aber keinesfalls – „der Markt ist so heiß, das überdeckt auch Fehler in der Verkaufs-Vorbereitung“, sagt Kunisch. „Ich bekomme eine Dachgeschoß-Fläche brutto nicht unter 4.300 Euro Ausbaukosten auf den Quadratmeter“, antwortet Markus Steinböck (3SI) auf eine Frage im Immolive-Chat. Der Dachgeschoß-Ausbau bzw. Verkauf sei also eine ökonomische Frage, „da bin ich im 16. Bezirk rasch an der Kante, was ich im Verkauf überhaupt bekomme“. Es komme – wie immer – auf die Lage an: Innerhalb des Gürtels ließen sich auch 200 Quadratmeter Dachfläche gewinnbringend entwickeln. Parifizieren oder Einzelabverkauf? „Zinshäuser sind es wert, im Ganzen erhalten zu bleiben“, sagt Herwig Peham (EHL) aus emotionaler Perspektive, aber: „mit niedrigen Renditen wird es schwierig, ein Zinshaus auch ökonimisch zu erhalten.“ Immer mehr Zinshäuser würden abgebrochen – „alleine dadurch steigt schon der Wert eines gut erhaltenen Zinshauses“. Langfristig orientiert sei ein komplettes Zinhaus „eine gute Sache“, sagte Peham, „aber schnelles Geld macht man mit Parifizieren“. Richard Buxbaum (Otto Immobilien) erinnert an ein mögliches, künftiges, gesetzliches Parifizierungsverbot: „Dann haben parifizierte Häuser im Alleineigentum einen höheren Wert“, spekuliert Buxbaum. „Im Notfall geht dann Abreißen schneller als Parifizieren“, fasst er die Überlegungen von Zinhauseigentümern zusammen. Zinshaus verkauft – und was jetzt? Richard Buxbaum (Otto Immobilien) nennt beispielsweise den Verkauf eines Zinshauses „um 15 Millionen Euro“, um danach den Großteil des Umsatzes in Wiener Neubauten bzw. „Ferienimmobilien in den Bergen und am Land“ zu investieren. Aber: Wer ein Zinshaus verkauft, der bleibt bevorzugt im Wohnungsbereich. „Gewerbeimmobilien sind volatiler“, das sei gerade bei privaten Verkäufern kein Thema. Parifizieren als Chance für den Eigentümer Das Zinshaus parifizieren, und nur einige Wohnungen verkaufen – „definitiv eine Alternative“, sagt Markus Steinböck (3SI). „Man möchte in der Wohnung bleiben, aber man möchte nicht die Probleme des Hauses haben.“ Der Eigentümer werde nach Verkauf zum „normalen“ Mieter, mit lebenslangem Wohnrecht; das sei „manchmal sogar gescheiter“, sagte Steinböck – „denn allemal besser als mitgehangen-mitgefangen“ beim „technischen Schicksal“ eines Hauses, wenn der neue Investor-Eigentümer das Objekt umbauen bzw. ausbauen will. Ein – nicht ganz unwichtiger – Tipp an alle potenziellen Verkäufer: „Wenn der Käufer beginnt, alle Mietziensverfahren überprüfen zu wollen – wechseln Sie den Käufer!“, rät Markus Steinböck (3SI). Es sei offenes Geheimnis, dass in Zinshaus-Mieten „meistens vier bis fünf anhängige Schlichtungs-Verfahren als tickende Zeitbombe schlummern“. Wer als Käufer „echter Profi“ sei, der prüfe das nicht lange, sondern bringe den Kauf schnell über die Bühne. Im „worst case“ erbt ein Familienbund ein Zinshaus vom Einzelbesitzer, erzählt Manfred Kunisch (tpa). „Dann gibt es ein paar in der Familie, die verkaufen wollen; und ein paar, die behalten wollen“. Wenn das Objekt dann „zerstückelt“ würde, gebe es Wert- und Preisabschläge. „Im Endeffekt ist niemand glücklich“; der verkaufende Familienpart verdiene unter Wert, der bleibende Part „bekommt einen neuen Investor ins Haus“. Wo liegen die Trendbezirke in Wien – und weitere Fragen aus dem Chat Es sind Neubau, die Josefstadt und der Alsergrund – also die Bezirke 7, 8 und 9 – die in Wien am begehrtesten sind für Zinshaus-Investoren. „Aber auch 18 und 19 (Währing und Döbling, Anm.) holen auf“, sagt Richard Buxbaum (Otto Immobilien). „Das sind jene Bezirke mit der meisten Wertbeständigkeit“, ergänzt Herwig Peham (EHL). „Es geht aber auch um Mikrolagen mit Grünraum und grüner Infrastruktur“, sagt Peham, und wirbt um Lagen in Penzing und Rudolfsheim-Fünfhaus. Auch der Innenstadtbezirk Margareten (5. Bezirk) werde durch den U-Bahn-Ausbau profitieren. Ein großes Fragezeichen bleibt hinter dem Mietrechtsgesetz (MRG) und dessen möglicher Vereinheitlichung bei Zinshäusern; aber auch die „Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ (GesbR) hinsichtlich Eigentümeranteile an Zinshäusern beschäftigt die Live-Community. „Eine offene Gesellschaft oder eine Kommandit-Gesellschaft sind da die besseren Optionen, wenn eine Person 100 – und die andere null Anteile – halten will“, sagt Manfred Kunisch (tpa). Es geht um viel Rechtliches – der Steuer-Experte (Manfred Kunisch (tpa) beantwortet Fragen zur Einkommenssteuer beim Hausverkauf; Richard Buxbaum (Otto Immobilien) spricht zum Geschäftsflächenanteil in Zinshäusern („letztlich geht es um das Entwicklungspotenzial“); Vom Wiener Speckgürtel bis nach Klagenfurt Der Chat will mehr zum Potenzial des Marktes in Klagenfurt wissen – Stichwort Koralm-Bahn und bessere Verkehrsanbindung an die Ostregion: „Der Markt ist interessant und entwickelt sich, ganz unabhängig vom Wörthersee“, sagt Markus Steinböck (3SI), aber „Achtung: Dort sind die Mieten niedriger.“ Auch der „vielgepriesene Grazer Markt“ sei nicht so locker zu sehen – „auch dort muss man mittelfristig um Renditen kämpfen“. Salzburg wiederum bringe vorrangig Rendite über die Geschäftslokalvermietung; Linz sei durch seine Mikrolagen („eine Straße weiter bist du in einem anderen Segment“) sehr heterogen beschaffen, erklärt Markus Steinböck (3SI). Herwig Peham (EHL) spricht vom großen Investoren-Interesse an Wiens „Speckgürtel“ – also der angrenzenden Bezirke und Gemeinden wie Klosterneuburg. „Das Angebot ist dort wenig vorhanden, aber der Trend ins Grüne zeigt sich deutlich.“

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22.04.2021 00:00

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22.04.2021 01:00

Umweltbewusstsein und Immobilien – ein Widerspruch?

Am Podium diskutierten: Yasmin Obojkovits (Abteilungsleiterin Baumanagement bei EHL) Wolfgang Kradischnig (Geschäftsführer Delta Holding) Roland Pichler (Geschäftsführer Die Wohnkompanie) Thomas Tischler (Vorstandsmitglied der ÖRAG und Geschäftsführer der ÖRAG-Facility Management) Thomas Tischler eröffnet die Runde, und meint: Was ist überhaupt „Umweltbewusstsein“ in der Immo-Branche? Energie-Einsparung, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung; „das wird alles zum Glück schon gelebt“. Spätestens seit der „Fridays for Future“-Bewegung sei der bildhafte Nachweis da, dass die Jugend einen gesunden Planeten für die Folgegenerationen verlangt. „Aber gesamtgesellschaftlich stehen wir da erst am Beginn“, meint Tischler, der an das Einschränken der eigenen persönlichen Bedürfnisse erinnert. Wolfgang Kradischnig (Delta) berichtet von einer aktuellen Umfrage seines Unternehmens. Was sind denn Kunden überhaupt bereit (mehr) zu zahlen für nachhaltiges Bauen? Egal ob Kreislaufwirtschaft, CO2-Fußabdruck oder Lebenszyklus-Kosten eines Projekts – „die Bedeutung jedes Aspekts sehen unsere Kunden auf der 10er-Skala im oberen Drittel“, berichtet Kradischnig. Die Kunden der Delta Holding seien „sehr wohl bereit, mehr zu zahlen“ – konkret gemeint sind höhere Errichtungskosten bei niedrigeren Kosten für den Lebenszyklus. Diese Bereitschaft pendle sich laut Delta-Umfrage bei 12 Prozent Mehrkosten ein – „die Kunden sind also bereit, einmalige Mehrkosten im zweistelligen Bereich aufzunehmen, um dann im Lebenszyklus Geld zu sparen“. Es sei gleichzeitig Aufgabe der Generalplaner, das den Kunden entsprechend zu erklären und zu vermitteln. Yasmin Obojkovits (EHL) weiß: „Irgendwann sind wir alle gezwungen, etwas zu tun. Die Ressourcen werden knapper.“ Passieren sollte das aus gesellschaftlicher Überzeugung – aber mit Richtlinien wie dem „Green Deal“ der EU lasse sich auch ein gewisser Zwang erzeugen. Der Bausektor trage einen wesentlichen Teil zur Treibhausgas-Emission bei – „die Nachhaltigkeit kommt jetzt im Bauen an, internationale Investoren achten auf den ‚grünen Stempel‘, es braucht Zertifizierungen“, sagt Obojkovits. In der jungen Generation seien Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit richtiggehend verankert; als „Konsumgesellschaft müssen wir alle in der Umsetzung an uns arbeiten“. Roland Pichler (Die Wohnkompanie) meint: „Je professioneller der Käufer meiner Wohnimmobilie ist, desto wichtiger sind ihm Lebenszyklus-Kosten und Ökologie-Zertifizierung.“ Gemeint sind institutionelle Investoren, die das Thema „schon sehr lange“ eng verfolgen und die Nachhaltigkeit als wichtig erkennen. Auch Fonds und Versicherungen reagieren, sagt Pichler, und schaffen nachhaltige Projekte. „Das passiert zum Teil aufgrund gesetzlicher Bestimmungen, aber auch aus Überzeugung.“ Anders die Situation bei privaten Wohnungskäufern in Wien: „Da gibt es ein paar, die fokussieren darauf. Aber es ist nicht jedem Käufer wichtig, dass die Wohnung nachhaltig ist.“ Da spiele auch die „finanzielle Überwindung“ eine große Rolle: Vorrangig gehe es den Käufern um Fläche, Ausstattung, Komfort. „Nicht jeder definiert diesen ‚Komfort‘ über die Nachhaltigkeit“, sagt Pichler. Die ImmoLive-Community stellt ihre Fragen: klimafreundliche Alternativen zum Beton Wie immer sind die Zuseherinnen und Zuseher im Chat eingeladen, ihre Fragen ans Podium zu stellen. „Beton als Klimakiller“ – müsse man das Baumaterial nicht überdenken? Wolfgang Kradischnig (Delta) berichtet: 1 Tonne Zement verursacht in der Herstellung 700 Kilogramm CO2 – „das hat einen riesigen Impact auf unsere Branche“. Ja, es sei wichtig, über alternative Baustoffe nachzudenken – etwa Holz. Ein Bauprojekt von Delta mit der Boku (Universität für Bodenkultur, Anm.) aus Holz sei in seinen Rohmaterialien statistisch „in Österreich in 17 Minuten nachgewachsen“. Es gebe aber nicht nur Holz, sondern auch umweltfreundliche Alternativen zum Zement – etwa eine Herstellung bei niedriger Brenntemperatur („das spart irrsinnig viel Energie ein“). Holzbau sei schon lange Thema in Westösterreich, sagt Roland Pichler (Die Wohnkompanie); jetzt werde es langsam relevant auch in der Ostregion. „Wir werden als Gesamtunternehmen nicht komplett auf Holz umstellen. Aber wir wollen früh dabei sein, wohl auch Fehler machen, aber daraus lernen und hier Verantwortung zeigen.“  „ESG“ – noch mehr Regeln und Normen für die Umwelt? Der Chat nennt auch das „neue Schlagwort ESG“ – ist das in der Immo-Branche angekommen? (Anm.: ESG, also „Environmental, social and corporate governance“ bezieht sich auf die drei zentralen Faktoren bei der Messung der Nachhaltigkeit und der gesellschaftlichen Auswirkungen einer Investition in ein Unternehmen oder eine Firma.) Thomas Tischler (ÖRAG) sagt: Wesentlich sei die langjährige kostensparende Nutzung einer Immobilie. Der Wissenschaft zufolge stehe die Industrie an erster Stelle, dann der Verkehr und auf Platz 3 das Wohnen als größte Energieverbraucher. „Ob jetzt die Waschmaschine energieeffizient ist, spielt keine Rolle – die meiste Energie frisst die Klimaanlage, Heizung, das Regulieren der Raumtemperatur. Darin steckt viel Potenzial“, sagt Tischler, und erinnert an Klimaanlagen im Bürobereich, die 24 Stunden liefen, „obwohl das Haus ab 20 Uhr nicht mehr genutzt wird“. Noch einmal „ESG“ im Chat: Welche Hürden und Anreize gibt es? Sind es mittlerweile nicht zu viele Gesetze und Normen? Roland Pichler (Die Wohnkompanie) meint: Arbeitsschritte zu normieren habe ja durchaus Vorteile, „da müssen wir das Rad nicht bei jeder Baustelle neu erfinden“. Auf der anderen Seite stünden hinter Auflagen auch „Zwänge und Strafen“, und es sei eine Grundsatzfrage, ob man mittels positiver Anreize zur Nachhaltigkeit bewegen wolle oder mittels Zwängen. Als Beispiel nennt er die Gasheizung: „Bei neuen Flächenwidmungen in Wien sind Gasheizungen sowieso verboten. Aber wir würden die gar nicht mehr einbauen wollen“, so Pichler. Yasmin Obojkovits (EHL) wird zum Verbessern des Öko-Standards in bestehenden Immobilien gefragt. Institutionelle Anleger seien daran durchaus interessiert; spätestens wenn es um den Verkauf des Objekts ginge, spiele das in den Preis. Nachhaltige Ausstattung senke auch die Betriebskosten, was das Objekt allein aus finanzieller Betrachtung wiederum attraktiver mache. „Das Asset Management kennt den laufenden Betrieb. Es ist unser Job, den Eigentümer dahingehend zu beraten“, sagt Obojkovits. Ressourcenschonung in der Immo-Branche Wolfgang Kradischnig (Delta) erinnert an den großen Umwelt-Impact der Immo-Branche. Von CO2-intensiven Transporten bis zum Ressourcenverbrauch „haben wir eine große Verantwortung“. Das sei in der Branche zu spüren: „Wir setzen Schritte, wir machen uns auf den Weg.“ Beispiel dafür sei die „Delta Green Line“ seines Unternehmens, sagt Kradischnig. Schon bei der Errichtung werde dabei auf den nachhaltigen, langfristigen Lebenszyklus von Objekten geachtet. Bei der Nachhaltigkeit gehe es aber auch um die Lage: Neue Gebäude im Wiener Speckgürtel „versiegeln den Boden, erzeugen Mobilität. Die sind wesentlich unökologischer als ein Gründerzeithaus in der Wiener Innenstadt, in das ich Geld stecke um es zu sanieren“. Auch das Raumnutzungskonzept gehe mehr Richtung der „Sharing-Idee“, Gemeinschaftsräumen und Synergien; wenn mehrere Bewohner die gleiche Infrastruktur nutzen, dann wirke sich das auch auf die Bauweise aus. „Damit ist Bauen ein weites Betätigungsfeld, das sich auf den Klimaschutz auswirkt“, sagt Kradischnig. Bremst Corona die umweltbewusste Entwicklung der Immo-Branche „Corona ist eine angenehme Ausrede, warum Dinge nicht möglich sind“, sagt Thomas Tischler (ÖRAG). Aber: Gerade die Zeit im Home Office führe doch bei jedem Einzelnen zu Gedanken, „sich in den eigenen vier Wänden optimal entfalten und wohlfühlen zu können“. Das führe zur gesteigerten Nachfrage „hinaus ins Grüne, mit dem eigenen Gemüsegarten“. Jedenfalls schwierig seien die entgangenen Mietzins-Einnahmen vieler Eigentümer, die wiederum in Folge zum „On-Hold-Setzen“ von „sinnvollen, weiterführenden“ Instandhaltungsmaßnahmen führen, weil das Budget nicht da sei, sagt Tischler: „Corona ist kein Stoppschild, aber die tatsächliche Umsetzung bleibt ein bisschen stehen.“ Teure Baustoffe wegen Rohstoffmangels, und wie baut die Zukunft „Leider ja, definitiv ein Thema“, erinnert Roland Pichler (Die Wohnkompanie) an aktuelle Medienberichte, wonach der Rohstoffmangel zu teuren Baustoffkosten führe. „Mal schauen, wie sich das auf unser Holzbauprojekt in der Klederinger Straße auswirkt“, befürchtet Pichler eine Verteuerung bei etwa Bauholz und Stahl. „Aber wer lange genug in der Branche ist, weiß: Das gab und gibt es immer wieder; ich will aber nichts verharmlosen.“ Wolfgang Kradischnig (Delta) appelliert für mehr Effizienz bei der Planung und beim Bauen: „Wir müssen so bauen, dass die Rohstoffe gut wiederverwertbar sind. Keine Verbundstoffe mehr. Machen wir mehr aus unseren endlichen Rohstoffen!“, verlangt Kradischnig neue Antworten auf die Frage, vorhandene Rohstoffe in Gebäuden nach deren Lebenszyklus wieder verwenden zu können. Yasmin Obojkovits (EHL) sieht den CO2-Abdruck als wichtigen Aspekt bei Bauprojekten; aber viele Aspekte – wie intelligente Beleuchtung durch Bewegungsmelder – werden bei Büroneubauten ohnehin schon mitgedacht. „Da geht es nicht nur um den CO2-Ausstoß, das wird sowieso mitgelebt“, berichtet Obojkovits. Braucht es mehr „Goodwill“-Lockerungen oder Zwang bei der Ökologisierung? Roland Pichler (Die Wohnkompanie) meint: „Wir wollen ökologisch bauen, wir schauen auf Ressourcen. Aber klar, man kann immer mehr machen.“ Das passiere im Wesentlichen auch freiwillig; im Endeffekt ist die Branche aber „wirtschaftlich getrieben. Da werden sich nicht alle, ohne Rücksicht auf Verluste, in diese Richtung (Ökologisierung, Anm.) werfen“, meint Pichler. In den kommenden Jahren würden in der Branche vor allem „Recycling- und Ressourcen-Manager gebraucht“, prognostiziert er. „Lockerungen gehen in die falsche Richtung“, meint Wolfgang Kradischnig (Delta). Er sei kein Hardliner und vertrete keinesfalls die Meinung, dass „der Staat alles besser weiß“. Aber: „Wir stehen vor einem Paradigmenwechsel, und der funktioniert nur mit Vorgaben von oberster Seite. Die Wirtschaft alleine ist da zu träge.“ Statt im Speckgürtel „scheinbar billig zu bauen“ und mehr Boden zu versiegeln, bräuchte es Anreize fürs Nachverdichten in der Stadt, wünscht sich Kradischnig. „Wir brauchen Ehrlichkeit und Kostenwahrheit, dann reguliert sich einiges.“ Umweltschutz der Zukunft – wie verändert sich die Immobranche? Die Abschlussrunde stellt die Frage: Was wird in fünf Jahren Realität sein, wie wird sich die Branche verändert haben? Thomas Tischler (ÖRAG) sieht eine komplexe Situation, „mit Lösungen in manchen Bereichen und dem Status quo in anderen“. Der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen werde eine spannende Herausforderung – Stichwort „Zinshaus mit lauter Gasthermen“. Wie bekomme ich Wärmepumpen in das Haus, wenn ich keine Fernwärme habe?, fragt Tischler rhetorisch und erinnert an die „vielen, vielen Anforderungen in den vielen, vielen Bereichen“. Roland Pichler (Die Wohnkompanie) wünscht sich: Neubauten sollten sich im Ressourcenverbrauch weiterentwickeln, „auf dass sich Bauwerke mit alternativen Werkstoffen durchsetzen“. In die Bestandssanierung „setze ich wenig Hoffnung. Das wird schwierig in der Stadtbild-Erhaltung“; es fehle immer noch ein einheitlicher Standard, aber: „Ich mag die Innere Stadt, die Gründerzeithäuser. Ich hoffe, dass sie nicht alle dem Neubau weichen müssen.“ Wolfgang Kradischnig (Delta) setzt auf digitale Möglichkeiten. „Wir als Branche werden gefragt sein, unseren Impact auf die Umwelt – siehe CO2-Abdruck – so darzustellen, dass wir schon in der Planung erklären können, was die Bauweise bedeutet“, sagt Kradischnig. Mit „Smart Homes“ und digitaler Sensorik könnten Gebäude nachhaltig geplant und gebaut werden – „es ist unsere Verpflichtung“, die Kunden darauf aufmerksam zu machen „und an der Hand zu führen Richtung Veränderung“. Kradischnig appelliert: „Wir alle müssen in unseren Bereichen das Bestmögliche tun. Jeder kleine Schritt mach Sinn.“ Yasmin Obojkovits (EHL) sieht gute Fortschritte im Neubaubereich, „aber der Bestand wird natürlich eine Herausforderung“. Die vorgelegten Ziele in der Bestandserhaltung zu erreichen – Stichwort Wiener Denkmalschutz – seien eine Challenge, vom Architekten bis zur Umsetzung. Auch Obojkovits spricht sich für die sinnvolle Verwertung von Bestandsobjekten aus, „bevor wir noch mehr Grünland in Bauland umwidmen“. Auch ein „sinnvoller Rückbau“ könne im verbauten Gebiet ein Anschub sein, die Stadtentwicklung „neu zu denken“.

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27.04.2021 00:00

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27.04.2021 01:00

Kommt der totale Umbruch am Büromarkt? Welche Auswirkungen hat Homeoffice?

Vor Kurzem hat EHL das Update zum Büromarkt veröffentlicht. Es zeigt sich, dass die Dynamik im Markt enorm ist und die Entwicklungen noch nie so schnell stattgefunden haben wie in der aktuellen Situation. Die Corona-Pandemie hat die Arbeitswelt in den vergangenen zwölf Monaten maßgeblich beeinflusst und geprägt. Insbesondere größere, bonitätsstarke Unternehmen setzen sich intensiv mit der Neugestaltung ihrer aktuellen Bürosituation auseinander, um nachhaltig für künftige Herausforderungen gerüstet zu sein. Der Trend zum hybriden Arbeiten wird die Arbeitswelt jedenfalls weiterhin und nachhaltig formen. Unternehmen und Projektentwickler tun gut daran, die neuen Anforderungen in einer entsprechend gestalteten und organisierten Bürowelt umzusetzen. Das Büro wird zu einem Ort der Kommunikation, Kooperation, Innovation und Kreativität. Die ständige physische Anwesenheit im Büro wird in Zukunft nicht mehr die Regel sein. Es werden daher nicht zwingend weniger Büroflächen, aber vielfach ganz andere, hybride Bürokonzepte benötigt werden. Die Neuflächenproduktion ist mit rund 82.000 Quadratmetern weiterhin verhalten. Damit haben aber auch Altbauten wieder eine Möglichkeit, am Markt etabliert zu werden. Ganz stark zeigt sich der Trend zu hochwertig sanierten Bestandsobjekten, die im heurigen Jahr einen Anteil von 45 Prozent erreichen werden. Die Fakten zum Wiener Büromarkt: Mit einem Vermietungsvolumen von ca. 47.000 Quadratmetern konnte im 1. Quartal des heurigen Jahres das Volumen des Vergleichszeitraums im Vorjahr (20.000 m2) mehr als verdoppelt werden. Dabei wurden neun Vermietungen mit mehr als 1.000 Quadratmetern Mietfläche registriert, Hotspot war der Cluster Hauptbahnhof, auf den sechs der neun größten Abschlüsse über 1.000 Quadratmeter entfielen. Nummer eins war allerdings die Anmietung von 9.100 Quadratmetern durch die AUVA am Wienerberg.

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29.04.2021 10:00

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29.04.2021 11:00

Wie professionelle Immobilien-Makler Karriere machen, am Ende zählen Softskills mehr als Zahlen

Karina Schunker, Prokuristin im Bereich Eigentumswohnungen bei EHL Sascha Haimovici, Geschäftsführer der IVV Michael Mack, Mitglied der Geschäftsführung bei Raiffeisen Immobilien Wien-Niederösterreich-Burgenland sowie Geschäftsführer bei „immonow“ Georg Spiegelfeld, Geschäftsführer von Spiegelfeld Immobilien Georg Spiegelfeld eröffnet die Runde und beschreibt seinen Weg in die Branche. Er hatte bereits kurz nach der Matura und nach einem Jahr Berufserfahrung die Chance bekommen, bei der Entwicklung der Shopping City Süd mitzuarbeiten. „Zur damaligen Zeit mussten wir den Menschen erst einmal erklären, was ein Shopping Center überhaupt ist“, erinnert sich Spiegelfeld. Damit war sein Weg in die Immobilienbranche geebnet. Mit seinem Vater habe er sich dann „in ganz kleinem Rahmen“ in Wien selbstständig gemacht – zu einer Zeit der Vierteltelefone und mechanischer Schreibmaschinen. „Es war einfach, primitiv, aber spannend“, sagt Spiegelfeld rückblickend. Wie ist Michael Mack (Raiffeisen) in die Branche gekommen? „Wohl nicht so spektakulär wie Herr Spiegelfeld“, meint Mack mit einem Schmunzeln. Er sei über die „Finanz- und Controlling-Ecke“ in die Immobranche gekommen, wo er „viele langjährige Freundschaften“ gepflegt habe. Das sei zehn Jahre her, „die Leidenschaft kam spät, aber ich bin mir sicher, dass ich bleibe“, sagt Mack. Sascha Haimovici (IVV) hatte als Unternehmer seine Gewinne stets in Immobilien investiert. Vor zehn Jahren sei das „Betongold“ so wichtig geworden, dass ihn das „Immobilienfieber“ gepackt habe, und Haimovici in die Branche gewechselt ist. Nun sei er Makler mit Fokus auf Projektentwicklung – etwa in Zusammenarbeit mit Soravia. Karina Schunker (EHL) ist seit neun Jahren in der Wohnimmobilienbranche und nennt sie ihr „Zuhause“. Schon während ihrer Schulzeit habe Schunker eine Neugier und Faszination für Immobilien entwickelt: „Gebäude sind inhomogen, jedes erzählt seine Geschichte.“ So wurde „eine Idee zur Berufung“, ist Schunker glücklich über ihren Karriereweg. Welche Fähigkeiten muss ein erfolgreicher Makler mitbringen? Karina Schunker (EHL) zählt die „üblichen Charaktereigenschaften“ auf: Man müsse „kommunikativ, hilfsbereit und stets positiv gestimmt“ sein, dazu „motiviert, empathisch, zuverlässig… und, und, und“. In Wahrheit gehe es um viel mehr, sagt Schunker: Ein Makler „sperrt nicht nur Türen auf“, ein Makler müsse sich auf seinen Kunden einlassen und darauf einstellen. „Da braucht es Fingerspitzengefühl, man muss sich zurücknehmen und dem Kunden zuhören können“, sagt Schunker. Neben diesem Gefühl für Subjektivität müsse ein erfolgreicher Makler aber „natürlich auch den Markt gut kennen“ und bereit sein für „life long learning“. „Leidenschaft zur Immobilie und zum Beruf ist das Wichtigste“, sagt Sascha Haimovici (IVV). Den – von Kollegin Schunker genannten – Attributen stimme er zu, „dazu kommt noch die Abschlussstärke“. Nach langen Gesprächen und Beratungen mit den Kunden fehle dann oft das „i-Tüpfelchen“ – dabei „tun wir den Menschen doch etwas Gutes“, sagt Haimovici, „viele Menschen wechseln im Leben nur 2, 3 Mal die Wohnung. Wir werden als Makler in dieser Phase zu ihrem Lebensabschnittspartner.“ Vieles könne man lernen – aber Verkäufer zu sein müsse man „leben“. Georg Spiegelfeld (Spiegelfeld Immobilien) spricht über die Ausbildung von Maklern. Zu Beginn seiner Tätigkeit in der Branche „waren mehr schwarze als weiße Schafe unterwegs“ – das habe sich mittlerweile deutlich geändert. Die universitäre Ausbildung und laufende Fortbildungskurse tragen dazu bei, dass „die jungen Leute ganz hervorragend ausgebildet werden“. Es gebe kaum eine Branche mit ähnlich guten Ausbildungsmöglichkeiten – „und trotzdem schaffen wir es nicht, den Kunden unsere Leistungen transparent zu machen“ – es tue ihm, Spiegelfeld, leid, dass das Image der Makler nach wie vor „nicht sehr gut“ sei. Michael Mack (Raiffeisen) zeigt auf, wie digitale Möglichkeiten die Performance eines Maklers verbessern können. Leidenschaft, Ausbildung, alles gut, aber: „Über den Erfolg entscheidet auch das richtige Vertriebswerkzeug. Dazu gehören gute, digitale Tools.“ Wer „träge Tätigkeiten“ mit der richtigen Software vermeiden könne, habe auch mehr Spaß an der Arbeit, ist sich Mack sicher. Als Beispiel nennt er das Start-Up-Unternehmen „McMakler“, das sich selbst als „Technologie, nicht als Maklerunternehmen“ bezeichne – obwohl es mittlerweile mehr als 600 eigenständige Makler beschäftige. Die eigenständige Software, welche Prozesse effektiver macht und dem Kunden Transparenz biete, sei der Schlüssel zum Erfolg. Auch deshalb werde „McMakler“ mit 500 Millionen Euro bewertet. Unabhängig davon: Neben der genannten „Abschlussstärke“ sei auch die Akquise wichtig, sagt Mack, „wir haben keine Bauträger im Hintergrund, wir suchen auf dem freien Markt.“ Vom Generalisten zum Spezialisten – wo liegen die Vorteile? Sascha Haimovici (IVV) meint, „Generalisten können alles gut, aber eben nur ‚gut‘ – deswegen bevorzuge ich Spezialisten“. So habe er in seinem Unternehmen den Verkauf von der Akquise getrennt. Ähnlich bei EHL: Dort gibt es Spezialisten für Vorsorgewohnungen, für Miete, für Eigentum. Karina Schunker verweist auf die verschiedenen Asset-Klassen, wobei sich „gute Synergien“ zwischen den verschiedenen Abteilungen ergeben, und die Makler auf ihrem jeweils bestpassenden Gebiet eingesetzt werden können. Schunker setze auf das „in-house-management“, wo der Kunde mit dem jeweiligen Spezialisten – etwa bei Ausstattungswünschen jemand vom Baumanagement – verknüpft werden könne. Fragen aus dem ImmoLive-Chat Auch diesmal war die ImmoLive-Community aufgerufen, ihre Fragen an die Expertin und die Experten am Podium zu stellen. Ein User nennt eine Studie, wonach „90 Prozent der Makler in den nächsten zehn Jahren verschwunden sein werden“. Georg Spiegelfeld (Spiegelfeld Immobilien) hält davon „nichts“. Sicher werde die Technik das Leben vereinfachen, aber: Kaufen, Mieten, Wohnen an sich seien so wichtig, dass Kunden einen menschlichen Beirat zuziehen. Umso wichtiger sei die gute Ausbildung von Maklern, um ebendiese Beratung bieten zu können. „Der Maklerberuf wird sich verändern, aber er wird nicht verschwinden“, sagt Spiegelfeld. Das Netzwerken und die Zusammenarbeit werde wichtiger, weshalb er für Österreich einen Software-übergreifenden „Marktplatz“ geschaffen habe, auf dem sich Makler austauschen und kooperieren können. Dieser „Marktplatz“ sei derweil b2b-basiert, an einer b2c-Lösung werde gearbeitet. „Die Straße ist gebaut, jetzt müssen wir Makler sie auch befahren“, so Spiegelfeld. Michael Mack (Raiffeisen) unterstreicht: „Zusammenarbeit ist wichtig, wir haben über die Raiffeisen ein österreichweites Netz“; auch Karina Schunker (EHL) unterstreicht: „Wir sind offen für Gemeinschaftsgeschäfte, der Kuchen ist groß genug für uns alle. Bitte mehr Zusammenarbeit und weniger Ellenbogen-Taktik“, appelliert Schunker. Das Bestellerprinzip macht der Branche keine Freude Eine weitere Frage aus dem Chat: Welche „Bedrohung“ sieht die Branche durch das deutsche „Bestellerprinzip“ – also die Regelung, wer die Provision für einen Immobilienmakler bezahlt? Sascha Haimovici (IVV) sieht sich hier „beschnitten, das ist nicht fair“. Einer ganzen Berufsgruppe würde damit die Dienstleistungs-Marge gekürzt. Am Beispiel Deutschland: Dort steigen die Preise, aber viele vermieten privat, weil sie keine Makler finden. Dann stellten sich „rechtliche Fragen und entsprechende Problematiken“, so Haimovici, bis hin zur Konsequenz, dass der Mieter mehr zahle – etwa für „Service-Gebühren“, die rechtlich gar nicht gedeckt seien. Eine Kürzung der Provision führe zu geringerem Service, minderer Leistungsqualität („wir haben kein Geld für Marketing, die Dinge dauern länger“) – womit letztlich alle geschädigt würden, bis hinauf zum Investor. „Wir sperren ja nicht nur die Türe auf – wir haben auch eine Maklerhaftung!“, drängt Haimovici. Auch Karina Schunker (EHL) spricht zur Privatvermietung in Deutschland, um die Provision zu vermeiden. „Da tauchen dann die unmöglichsten Konstrukte auf, wo Ablösen auf Möbel verlangt werden“ – deswegen sei die Kostenersparnis gar nicht so hoch, und das für „deutlich weniger Leistung, Qualität und rechtlicher Aufklärung“. Michael Mack (Raiffeisen) meint: „Alleine die vielen Argumente, die wir hier zusammenbringen – da müssen unsere Interessenvertretungen mehr tun, um das zu verhindern!“ Wie so oft seien es politische Fragen und „Wahlkampfthemen“, die eine „deutsche Regelung nach Österreich herüberziehen“, ohne sie für den hiesigen Markt zu adaptieren. Auch Mack erinnert an die Maklerhaftung und regt ein „Informationsschreiben“ an alle Interessenten und Kunden an, „in dem steht, welchen Dienstleistungsverlust dieses Bestellerprinzip mit sich bringen würde“. Georg Spiegelfeld (Spiegelfeld Immobilien) sieht im deutschen Bestellerprinzip, das nach Österreich kommen solle, eine „populistische Idee der Politik“, die „nach hinten losgehen“ werde. Bei der Politik stoße er auf „taube Ohren“, es scheine sich um eine ausgemachte Sache zu handeln – „dabei rennt die Wirtschaftskammer um ihr Leben“, hier eine „vernünftige, soziale“, österreichische Lösung zu finden. Weitere Fragen aus dem Chat Eine weitere Frage aus dem ImmoLive-Chat dreht sich um das ideale Einstiegsalter in die Branche. „Wer die Leidenschaft und das Netzwerk hat“, meint Michael Mack (Raiffeisen), der hat keine Altersgrenzen – „man ist halt viel unterwegs und muss mobil sein“. Was tun Makler, um ihr schlechtes Image zu verbessern? Karina Schunker (EHL) nennt neu geschaffene Qualitätsauszeichnungen wie den „IMMY“ der Wirtschaftskammer oder den „Qualitätsmakler“-Preis. Die Branche arbeite bestrebt an einem strikten Qualitätskatalog – etwa durch Mystery Shopper. Von der Fachhochschule bis zu Fortbildungskursen: Die Ausbildung werde in der Theorie besser, dadurch wird in der Praxis die Qualität besser, „und die schwarzen Schafe werden immer weniger“. Georg Spiegelfeld (Spiegelfeld Immobilien) appelliert, „dem Kunden zu erklären, was wir als Makler alles tun“, etwa mit einer Checkliste: Dann sieht der Kunde, was der Makler alles geleistet habe. Spiegelfeld will auch das Provisionssystem reformieren: Statt einmalig viel Geld etwa laufende Provisionszahlungen für die Dauer der befristeten Miete – „das würde auch dem Unternehmen laufend Wert bringen“. Die Transparenz sei ein wichtiger Hebel, das Image zu heben, meint auch Michael Mack (Raiffeisen); ebenso das Qualitätsmanagement: „Wir fragen jeden Käufer und jeden Verkäufer, ob sie mit der Leistung zufrieden waren.“ Das schlechte Image sei ein „Geist“, der herumschleicht, aber von „einem negativen Eindruck unserer Kunden nehme ich nichts wahr“, sagt Mack. Sascha Haimovici (IVV) sieht eine „unglaubliche Steigerung“ in der Qualität der Makler als Personen und der Weiterentwicklung ihrer Maklerunternehmen. „Wir arbeiten ja alle am gleichen Markt, wir haben allesamt unsere Kunden im Fokus“ – die Immobilienvermittlung sei letzten Endes eine Vertrauensfrage, und mit mehr Zusammenarbeit in der Branche könne dieses Vertrauen gesteigert werden. Die Top-Makler sprechen aus dem Nähkästchen: Was war ihr größter Fehler? In der Abschlussrunde sprechen die erfolgreichen Podiumsteilnehmer über ihre größten Fehleinschätzungen: Georg Spiegelfeld (Spiegelfeld Immobilien) meint: „Ich habe keinen Kunden, der es bereut hat, in Immobilien zu investieren, wo ich als Makler tätig war.“ Aber, ja: Menschliche Fehler seien passiert, und Spiegelfeld hätte sich auch nicht erwartet, dass die Preise für Zinshäuser „dermaßen explodieren“ in den vergangenen Jahren. Sascha Haimovici (IVV) gesteht: „Ich habe einmal auf Worte vertraut, statt auf einen Vertrag.“ Seine Lehre daraus: „Jedem neuen Mitarbeiter erkläre ich: Worte sind schön, ein Handschlag ist gut, aber ein Vertrag ist ein Vertrag.“ Michael Mack (Raiffeisen) erinnert sich: „Mein größter Fehler war, einmal nicht den Bauakt auszuheben.“ Damals ging es um viel Provision, „das hat mich in diesen jungen Jahren sehr geschmerzt“, erzählt Mack, der auf „qualitätsvolle Arbeit“ pocht – dann passieren diese Fehler nicht. Karina Schunker (EHL) erzählt von einem Besichtigungstermin vor verschlossener Tür: Der Schlüssel, den sie von der Hausverwaltung bekommen hatte, habe schlichtweg nicht gepasst – weil es der falsche war. „So eine Situation kann man entschuldigen, aber es ist sehr unangenehm.“

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04.05.2021 10:00

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04.05.2021 11:00

Wohin zieht es die Investoren, wenn ihnen in Wien die Objekte ausgehen?

Im ersten Quartal wurden 650 Millionen Euro veranlagt. In der aktuellen Situation steht für die Investoren die Absicherung an erster Stelle. Sie fokussieren sich daher auf die Marktsegmente, die ihnen genau das bieten: Dazu gehören einerseits Core-Produkte bei gewerblichen Immobilien, also Objekte in sehr guten Lagen mit möglichst langfristigen Mietverträgen, und andererseits der Wohnungsmarkt, da hier traditionell mit niedrigen Leerständen und hoher Stabilität auch in Krisenzeiten gerechnet wird. Der Wohnungsmarkt war im ersten Quartal mit einem Anteil von 38 Prozent die beliebteste Assetklasse. Den zweiten Platz belegten die Büroimmobilien mit rund 27 Prozent. Der derzeit florierende Logistikbereich erlebte im ersten Quartal ein historisches Allzeithoch, geprägt von einer rekordverdächtig starken Nachfrage und einer korrespondierenden Preisrallye. Das Logistiksegment machte daher rund 22 Prozent der Umsätze aus. Die Renditen entwickelten sich im ersten Quartal des Jahres höchst unterschiedlich. Gemeinsamer Nenner aber war, dass der Abstand zwischen Spitzen- und Durchschnittsrenditen gewachsen ist. Die aktuelle Nachfrage kann in dieser Assetklasse – wie auch bei Büroimmobilien – durch das Angebot nicht befriedigt werden. Für viele Investoren stellt sich daher die Frage nach Alternativen. Sowohl hinsichtlich der Projekte als auch der Regionen, in denen sie investieren. Mit Blick auf das Gesamtjahr sieht es nicht so schlecht aus: Es ist sehr viel Geld auf dem Markt, vor allem sind auch noch aus dem Vorjahr Summen vorhanden, die noch nicht veranlagt wurden und die gemeinsam mit den Tranchen für 2021 investiert werden sollen. Es wird mit einem Gesamtumsatz von rund 3,4 Milliarden Euro gerechnet

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06.05.2021 10:00

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06.05.2021 11:00

Investment und Vorsorge mit Immobilien

Michael Baert eröffnet die Runde und analysiert: Der Trend, in Wohnungen zu investieren, datiere aus Vor-Corona-Zeiten; die Pandemie habe ihn befeuert. Die Anfrage bei der IFA sei „so hoch wie noch nie“, alleine in den ersten Monaten des laufenden Jahres 2021 habe sein Unternehmen „40 Millionen Euro platziert“, ein „Rekordergebnis“, weil Bauherrenmodelle ja meistens erst im zweiten Halbjahr abgeschlossen würden. Dazu sei 2020 ein Hotelinvestment mit einem Volumen von 30 Millionen gekommen – „ein Zeichen, dass Hotels auch in Corona-Zeiten interessant sind“; auch im laufenden Jahr plane das IFA ein Hotel in Salzburg auf den Markt zu bringen. Martina Hirsch (sREAL) spricht über das Sinnbild der Immobilie als „Bausparer des Investments“. Beide – Immobilien und Bausparverträge – hätten lange Zeit eine ähnliche Zielgruppe angesprochen, durch Sicherheit und Stabilität aber geringen Erträgen. Die Immo-Zielgruppe sei nun gewachsen, weil die Preisentwicklung der vergangenen Jahre stark gestiegen sei; die Zahl der Interessenten sei entsprechend mitgewachsen. Egal ob Eigentum oder Miete – die Preise entwickeln sich laut Hirsch positiv, und es sei kein Ende des Trends abzusehen. Anna Gasienica-Fronek berichtet von der Sparte „Eigentum als Vorsorgewohnung“ in ihrem Unternehmen EHL. Dort seien einige Trends ablesbar: Menschen wollten „mit wenig Risiko gut investieren“; das niedrige Zinsniveau lädt dazu ein, in Immobilien zu investieren; der Ausblick in die Zukunft sei positiv, denn das Preisniveau werde stabil bleiben. Im Kaufverhalten habe sich relativ wenig geändert. In Wiens Außenbezirken passiere gerade viel Neubau – „da sind manche Investoren skeptisch, ob man diese Wohnungen tatsächlich vermieten kann, und rechnen sich das gut durch“, sagt Fronek; diese Lagen seien wiederum günstiger als die Innenstadtlagen. Rund ein Drittel ihrer Kunden bei EHL seien „regelmäßige“ Käufer, die sich „immer wieder melden und sagen, sie wollen wieder eine Wohnung kaufen“. Wohnen als Anlageform – was kann die Alternative Hotel? Michael Baert (IFA) sieht, dass viele Menschen „sich schwertun, ihre verfügbare Liquidität zu investieren“. Immobilien würden da als „sicherer Hafen“ betrachtet, aus vielen Gründen: Die Sparzinsen sind auf Niedrigstand, Banken würden „Verwahrungsentgeld“ auf Konten einheben, dazu fresse die Inflation den Geldwert. Dem gegenüber stehe die Wert- und Preissteigerung bei Immobilien. Hotels zählten im Großen und Ganzen auch zum Bereich „Wohnen“, sagt Baert, und Hotels seien in den vergangenen acht Jahren die am stärksten wachsende Asset-Klasse gewesen – trotz Lockdown-Bremse. Die Hotelbranche nehme in vielen Ländern schon wieder Fahrt auf, „wir wollen Anleger an dieser Entwicklung profitieren lassen“.  Beim Hotel-Investment müsse die Aufmerksamkeit auf Standort, Konzept und Betreiber liegen, erklärt Baert. Kurzfristige Städteurlaube lägen im Trend, und diese „Tages-Touristen“ hätten andere Ansprüche an ein Hotel, unabhängig von der Kategorisierung in Sterne: „Die wollen die Stadt erleben, die brauchen keinen Fitnessraum oder Hotelrestaurant.“ Geht der Trend vom Full-Service-Wellness-Hotel („man fährt dorthin und verlässt das Hotel nicht“) zurück zum klassischen „Hotel als Ort zum Wohnen“? Das sind krasse Widersprüche, meint Baert, es gelte zu differenzieren. Jedenfalls hätten in Covid-Zeiten jene urbanen Hotels profitiert, die auf kontaktloses, digitales Check-In-Check-Out gesetzt haben – mit einer „Auslastung um die 80 Prozent, trotz Corona“. Mehr risikoaffine Investoren steigen ein. Steht der Markt vor Überhitzung? Martina Hirsch (sREAL) verneint die Frage aus dem ImmoLive-Chat. Es seien bei Österreichs Sparern genügend Eigenmittel vorhanden, die Spareinlagen steigen – und nicht zuletzt erwarten sich Banken das könne sie aus ihrem Sparkassa-Institut bestätigen. Nicht zuletzt erwarten sich Banken beim Immobilien-Kauf einen hohen Anteil an Eigenmitteln. Eine Überhitzung seid deshalb nicht zu erwarten. Zwei Trends sind hingegen ungebrochen, sagt Hirsch. Zum Einen: Der Markt wird diverser, es setzt sich nicht immer nur eine einzige Schiene durch. Martina Hirsch vergleicht das mit den Bankfilialen ihrer Sparkassa, wo es die digitale Variante neben der persönlichen Beratung gebe. Ähnlich der Immobilien-Vorsorgemarkt: Es gibt die klassische städtische Lage, mit guter Infrastruktur und Öffi-Anschluss in fußwegläufiger Nähe. Ein zweiter Trend sei jetzt im Kommen: außerurbane Lagen, etwa in Bezirkshauptstädten oder Gemeinden mit guter Infrastruktur, bedingt durch die Knappheit der Grundstücke in der großen Stadt. Als Beispiel nennt sie Obergrafendorf bei St. Pölten: Dort investieren gerade nicht nur Eigennutzer, sondern auch regionale Investoren als Vorsorgewohnungen, und das in einem Verhältnis von 50:50. Diese Wohnungen seien auch größer als im urbanen Raum: „Statt den 30, 40 Quadratmetern in der Stadt haben diese Wohnungen 60 Quadratmeter“, sagt Hirsch. Das bringe auch den Vorteil einer anderen Mieterzielgruppe, die dann auch „länger in der Wohnung bleiben“. Auch wenn die Pandemie vorbei ist, das Home-Office-Modell wird bleiben, prognostiziert Martina Hirsch: „Dann können wir uns auch leisten, weiter draußen zu wohnen mit mehr Grün-, Außen- und Wohnfläche, und wir können weiter fahren in die Stadt.“ Wieviel Rendite gibt der Markt her? Anna Gasienica-Fronek (EHL) sieht eine Rendite zwischen 1 und 3 Prozent auf dem Wiener Markt, mit Berücksichtigung der Wertsteigerung der Immobilie; in den Innenbezirken sei die Rendite niedriger, wegen der höheren Kaufpreise. Aber nicht nur wegen der Rendite werde gekauft: Menschen trachten nach sicherem Investment, was die Immobilie zur echten Alternative zum Bausparer macht („der gibt ja heute nichts mehr her“). Weil die Mietpreise zuletzt nicht mitgezogen sind mit der Entwicklung der Kaufpreise, habe das die Rendite gedrückt, sagt Fronek. Investoren beobachteten den Markt genau, „die wissen: Mehr ist derzeit nicht erzielbar“. Privatkäufern wiederum müsse man das genauer erklären, und eine gemeinsame Rendite-Rechnung anstellen. Martina Hirsch (sREAL) ergänzt: „Unser Research zeigt: Die Wertsteigerung wird halten, und die Zinsen bleiben in den nächsten drei bis fünf Jahren niedrig.“ „Die Wertsteigerung ist schwer vorherzusehen“, entgegnet Michael Baert (IFA). Sein Institut berechne die Rendite daher „klassisch“ als „Einnahmen plus Steuerersparnis versus Kaufpreis“. Aus seiner Sicht zähle für den Kunden „die kontinuierliche Einnahme, dass laufend etwas herinplätschert“. Noch einmal das Thema Zinsen, denn User im ImmoLive-Chat berichten von medialer Kolportage, wonach die Zinsen in absehbarer Zeit wieder steigen würden. Martina Hirsch (sREAL) bittet auch hier darum, „zu differenzieren. Was heißt den ‚Steigerung‘? Alles unter 2 Prozent“ seien aus ihrer Sicht niedrige Zinsen; das werde auf längere Zeit so bleiben. Ähnlich sieht es Michael Baert (IFA): „Ob wir jetzt von 1,25 oder von 1,5 oder 1,75 reden, das ist wirklich kein Unterschied“. Er mahnt gleichzeitig zur Vorsicht bei Prognosen: „Als ich 1998 nach Österreich gekommen bin, lagen die Zinsen bei 8 Prozent. Niemals, niemals würden sie unter 3, 2, gar 0 Prozent fallen, hat es geheißen“, erzählt Baert und rät zum Fixzins: „Dann habe ich die niedrige Rate auf die Laufzeit gesichert.“ Als Privater: Wieviel Eigenkapital braucht es für ein sinnvolles Investment? Anna Gasienica-Fronek (EHL) beantwortet als Erste die Frage aus dem ImmoLive-Chat: Ein Drittel der Kaufsumme sollte aus Eigenmitteln kommen; so lasse sich mit dem Mieterlös die Kreditrate „gut abbezahlen“. Aber: Es gelte auch einen Leerstand ohne Mieteinnahmen zu berücksichtigen; ein finanzieller Puffer schade daher nicht. Und: je mehr Eigenmittel, desto niedriger die Kreditrate. Martina Hirsch (sREAL) spricht jenes Publikum, das die 30 Prozent Eigenquote nicht einbringen kann oder will. „Es kommt immer auf die Form der Fremdfinanzierung an, aber: Die Prognoserechnung soll nach 20 Jahren einen steuerlichen Überschuss generieren“, sagt Hirsch. Selbst mit weniger Eigenmitteln gebe es Unterstützung durch Bank und Immobilienberatung, bei verlässlichem Einkommen und guter Bonität. Es gebe Varianten der Vollfinanzierung, „das kann man gut abfedern“, wirbt Hirsch für ein Investment in Immobilien. Neben der klassischen Vorsorgewohnung gebe es auch noch das Bauherrenmodell und andere Spielarten; die Möglichkeiten seien vielfältig. Auch Michael Baert (IFA) geht von einem Drittel-aufwärts an Eigenmitteln aus, alleine schon um steuerlich auf der sicheren Seite zu sein. Ein deutlicher Anteil Eigenmittel sei schlichtweg der „vernünftige“ Weg, sagt Baert. Die Niedrigzinsen „lassen das Bargeld sprudeln wie nie zuvor“, ein Drittel der IFA-Kunden lege den Betrag beim Kauf fertig auf den Tisch, erzählt Baert; von den verbleibenden Kreditnehmern würde ein Viertel den Kredit bereits mit Fertigstellung des Gebäudes zurückzahlen. Weitere Fragen aus dem ImmoLive-Chat Die Community erkundigt sich nach Neubauprojekten in Mistelbach (Niederösterreich). „Auch da waren wir als sREAL beteiligt“, sagt Martina Hirsch. In der Gegend seien Infrastruktur und Verkehrsanbindung deutlich verbessert worden. Es gehe um die persönlichen Erwartungen des Käufers: Wenn es um das „wirtschaftliche Optimum“ ginge, sei die „innerstädtische Kleinstwohnung“ womöglich attraktiver. Der ländliche Raum sei lange Zeit von Gemeinnützigen beherrscht worden; zuletzt habe sich aber auch im freifinanzierten Bereich viel getan, „deswegen ist Mistelbach eine interessante Option, nicht zuletzt wegen des Alleinstellungsmerkmals“, sagt Hirsch. Zur „emotionalen Verbindung“ bei Vorsorgewohnungen sagt Anna Gasienica-Fronek (EHL): Wiener kaufen auch im Umland, genauso wie Grazer im steirischen Umland kaufen würden – die Vorsorgewohnung muss also nicht immer im Heimatort liegen, auch wenn es um den Drang nach mehr Grün- und Freiflächen gehe. Finden sich im ländlichen Raum auch die entsprechenden Mieter? Ja, denn nicht nur die Käufer, sondern auch die Mieter erweitern ihr Spektrum und ihre Blickwinkel, nicht zuletzt seit der Pandemie, sagt Martina Hirsch (sREAL). So habe die Stadt St. Pölten an ihrem Image gearbeitet, die Attraktivität der Region gesteigert und Bauträger gelockt, „um ein natürliches Stadtwachstum zu generieren, das vorher nicht da war“. Hält der Trend zur Vorsorgewohnung? Was passiert, wenn der Geldfluss versiegt und keine Wohnungen mehr gekauft würden? „Das sehe ich nicht“, sagt Martina Hirsch (sREAL). Auch Michael Baert (IFA) „kann sich das nicht vorstellen. Schauen wir doch nur, welche Summen unverzinst auf Österreichs Sparbüchern liegen.“ Es brauche aus pragmatischen Gründen mehr Wohnungen: Menschen werden älter, die Zahl der Bewohner pro Haushalt sinke (in Wien sind es bereits 50 Prozent Singlehaushalte), „diese Nachfrage wird bleiben“. Bei Durchschnittspreisen von 5.000-6.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gehe der Trend innerstädtisch zu kleineren Wohnungen, denn die Kaufpreise müssten ja auch bezahlt werden, rechnet Baert vor: „Da sind 10 Quadratmeter Unterscheid gleich 60.000 Euro. Das muss man erst einmal verdienen.“ Taugen gebrauchte Wohnungen als Anlage? „Pauschal nicht zu beantworten, aber vorrangig geht es um Lage und Grundriss“, sagt Michael Baert (IFA). Aber klar, „man muss sich das ganze Haus genau anschauen, den Erhaltungszustand“. Leider werde „oft viel Geld ausgegeben, ohne gründliche Prüfung“, rät Baert dazu, „nicht aus der Emotion heraus zu kaufen“, sondern mit fachlicher Beratung und Begleitung. Martina Hirsch (sREAL) sieht die gebrauchte Immobilie als legitime Option zur Vorsorge-Neubauimmobilie. Was abzuklären sei: das Baujahr des Hauses, wobei der Stichtag 8. Mai 1945 (Kriegsende in Europa, Anm.) zwischen Alt- und Neubau unterscheide; der Altbau unterliege dem Richtzins. Zweitens: Wurde die Gebrauchtimmobilie mit Fördermitteln errichtet, und wurden diese Förderungen rückbezahlt? Das sei im Grundbuch nicht immer ersichtlich, warnt Hirsch. Zudem: Welche Rücklagen hat das Haus, welche Sanierungen sind anberaumt oder geplant? Bei entsprechendem Grundriss und Nachhaltigkeit können gebrauchte Wohnungen „ein wunderbares Investment sein“, sagt Hirsch. Anna Gasienica-Fronek (EHL) spricht über die „Konkurrenz“ zwischen privaten und institutionellen Investoren, zwischen Kauf und Miete. Man müsse bei einem Projekt immer auf die Alleinstellungsmerkmale schauen, meint Fronek, und bezieht sich etwa auf den Grundriss: „Kann ich mit einem einfachen Raumteiler einen schönen Arbeitsplatz einrichten?“ Auch die Infrastruktur des ganzen Hauses – von der Gemeinschaftsterrasse über Co-Working-Spaces bis zum Fitnessraum – heben ein Bauprojekt in seiner Qualität, „damit kann man dann bei der Vermietung punkten. Mittlerweile seien die Unterschiede aber gering, denn alle Bauträger arbeiten auf hohem Niveau. Wie zukunftsfähig müssen Vorsorgewohnungen sein? Martina Hirsch (sREAL) beschreibt: Es gehe um das „große aber vielseitige Schlagwort Nachhaltigkeit“. Darin enthalten seien ökologische Baustoffe und Heizarten, aber auch die soziale Nachhaltigkeit: Gemeinschaftsflächen, Gärten, „auch das soziale Miteinander macht Nachhaltigkeit aus, neben der Lage“. Sie appelliert: „Nicht immer nur die ökologischen Faktoren betrachten, sondern auch die sozialen!“ Michael Baert (IFA) schließt sich an: „Wenn Wohnungsgrößen auf 40 Quadratmeter schrumpfen, braucht es darüber hinaus Angebote.“ Er nennt die „TrIIIple-Türme“ (Bauprojekt im dritten Wiener Bezirk) als Beispiel: Dort gebe es Gemeinschaftsräume und –Freiflächen, die allen Bewohnern zur Verfügung stehen. „Das geht – was die Betriebskosten betrifft – aber nur dann vernünftig, wenn das Haus eine gewisse Größe hat“, sagt Baert. Grundsätzlich gilt, stellt Michael Baert fest: Immobilien sind kein Investment, um kurzfristig zu spekulieren; sondern der erste Schritt, um Vermögen langfristig aufzubauen und zu sichern, und zwar über Generationen hinweg. „Es braucht den Blick fürs Langfristige“, sagt Baert. Dabei werde das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger, schon bei der Risszeichnung in der Projektentwicklung. Das betrifft laut Baert auch Bauherrenmodelle; wobei die österreichischen Regeln so streng seien, „dass man ja gar kein schlechtes Haus mehr bauen kann“. Baert beschäftige sich intensiv mit dem Thema Holzbauweise, „da sollten wir ruhig ein bisschen mehr investieren.“ Es betrifft aber nicht nur Bauträger; das Thema Nachhaltigkeit werde auch auf Mieter- bzw. Käuferseite immer präsenter. „Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“, zeichnet Michael Baert (IFA) ein rhetorisches Bild. Aber: Die „Wohnungsnot“ in Wien sei dermaßen groß, dass der Käufer/Mieter im Notfall auch die weniger nachhaltige Wohnung nimmt. In anderen Städten wie Graz sei der Mietenmarkt „deutlich offener“, da werde der „Mieterwunsch Nachhaltigkeit“ stärker berücksichtigt. Generell stünde die Branche am Anfang dieser Entwicklung. Was früher technisch aufwändig und teuer war – etwa Photovoltaik-Anlagen – gehöre immer mehr zum Standard. Welchen laufenden Support braucht der private Eigentümer einer Vorsorgewohnung? Wichtig sei jedenfalls eine gut funktionierende, „immer erreichbare“ Hausverwaltung, sagt Anna Gasienica-Fronek (EHL). Wer sich die „20 bis 50 Euro im Monat ersparen will“, muss als Eigentümer „jederzeit für den Mieter erreichbar sein“, Handwerker im Gebrechensfall zur Hand haben, die jährliche Betriebskosten-Indexanpassung machen, et cetera. „Es ist jedenfalls empfehlenswert, eine Hausverwaltung bzw. Subverwaltung zu beauftragen“, rät Fronek zur professionellen Hilfe. „Versicherungen, Wartungsverträge, andere Betriebskosten“ – dafür zahle es sich schon aus, eine Hausverwaltung zu beauftragen, pflichtet Michael Baert (IFA) bei. Worauf achten bei der Anlagewohnung? Michael Baert (IFA) appelliert: „Lassen Sie sich ausführlich beraten, und überschlafen Sie Ihre Entscheidung!“ Auch gelte es, sich intensiv mit der Renditenberechnung auseinanderzusetzen – „beinhaltet der Kaufpreis tatsächlich alle Nebenkosten? Deckt die Miete allfällige Reparaturkosten? Ist die Mieterwartung am Markt realistisch?“ Martina Hirsch (sREAL) meint zusätzlich: „Es ist kein rein rechnerisches Thema. Es gibt eine emotionale Komponente, vor allem beim Privatinvestor.“ Sie empfiehlt: „Nehmen Sie sich Zeit, überlegen Sie den späteren Eigennutzen, wenn Sie die Immobilie späteren Generationen weitergeben wollen!“ Anna Gasienica-Fronek (EHL) empfiehlt, jedes Projekt auf seine Lage abzuklopfen, auf seine Größe (kleiner in den Innenbezirken, größer in Randlagen), auf den Nutzen: „Will ich die Wohnung selbst einmal nutzen, oder ist es eine reine Investition?“

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13.05.2021 10:00

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13.05.2021 11:00

Sicherheit und Gesundheit für Besitzer und Nutzer von Immobilien

Michael Freitag, Geschäfsführer von Sodexo. Sodexo ist ein weltweiter Anbieter von „quality-of-life-Services“, etwa im Bereich Catering und Facility Management. Viktor Wagner, Geschäftsführer der REIWAG, einem österreichischen Dienstleistungsunternehmen,  das Services von der Gebäudereinigung bis zum technischen Gebäudemanagement und der Gebäudesicherheit bietet. Christian Wimmer, Verantwortlicher des Produktmanagements bei Schrack-Seconet. Das österreichische High-Tech Unternehmen spezialisiert sich auf Brandmeldetechnik und Sicherheitssysteme. Thomas Zhanel, Geschäftsführer bei Assa Abloy Austria. Die schwedische Assa-Abloy-Gruppe bietet mechanische und elektronische Schließsysteme. Viktor Wagner eröffnet die Runde mit einem Rückblick auf die vergangenen 14 Pandemie-Monate. Der Covid-Ausbruch war ein „Schock“, im harten Lockdown im April 2020 mussten „viele unserer Kunden schließen, wir mussten unsere Prozesse umstellen; wichtig war, das Unternehmen am Leben zu halten“. Als eigenkapitalfinanziertes Unternehmen war es ihm wichtig, seinen Angestellten und Mitarbeitern eine Arbeitsplatzgarantie zu geben, „wir finanzieren das durch!“. Mit raschen Modellen wie der Kurzarbeit habe es „kein anderes Land gegeben, das so rasch und großzügig geholfen hat“, erinnert sich Wagner. Christian Wimmer (Schrack-Seconet) blickt auf die Auswirkung auf den Immo-Sektor. Das „Social Distancing“ – Wimmer nennt als Beispiel die eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten Angehöriger bei Patienten im Spital oder Pflegeheim – habe zu neuen technischen Möglichkeiten geführt: „Nicht nur im Büro müssen wir die Videokonferenz als Kommunikationsmittel verwenden.“ Aus sicherheitstechnischer Sicht würden die Aspekte der gestaffelten Zutrittsberechtigungen und der Hygieneregeln künftig eine wichtige Rolle spielen – „das werden wir künftig elektronisch steuern müssen, derleit Angebote und Tools sind entsprechend gefragt“, sagt Wimmer. Gerade im osteuropäischen Raum habe sein Unternehmen mit „mobile Lazarette mit medizinischen Rufsystemen ausgestattet“ – für künftige Pandemie-ähnliche Situationen gelte es jetzt, sich zu rüsten. Michael Freitag (Sodexo) sieht einen „Transformationsprozess“ in der Arbeitswelt, der die unterschiedlichen Bereiche seines Unternehmens verschieden stark betrifft. In der Medizin sei die gesundheitliche Sicherheit der Mitarbeiter – auch im Sinne der Attraktivität des Arbeitgebers – ein wichtiger Aspekt. Bezogen auf das „new work“ und den Trend zum Home Office beschäftige sich Sodexo auch mit „fringe benefits“ – also was kann der Arbeitgeber für seinen Mitarbeiter im Home Office an „Lebensqualität“ tun (Stichwort „digitale Gutscheine, wenn ich meinen Mitarbeiter nicht mehr am Arbeitsplatz verpflegen kann“). Im Büro selbst arbeite Sodexo mit Architekten und Planern zusammen, um die Themen „Arbeitsplatzdesign, Arbeitsplatzstrategie und Flächenmanagement neu zu definieren“. 9 von 10 Unternehmen machen sich über diese Themen Gedanken; 8 von 10 beftragten Angestellten möchten zumindest einen Tag pro Woche im Home Office verbringen, zitiert Freitag aus aktuellen Studien. Thomas Zhanel (Assa Abloy) verweist auf die Notwendigkeit, Immobilien flexibel nutzen zu können: „Egal, ob Amtshäuser zu Impfzentren umgewandelt werden, oder Büroräume so gestaltet werden, dass sich bestimmte Personengruppen nicht mehr treffen“, bezieht sich Zhanel auf die Gruppentrennung aus epidemiologischen Gründen. Stichwort Zutrittskontrolle: Bislang war der Wunsch groß, das Gebäude nach außen hin abzusichern; jetzt werde der Wunsch größer, auch innerhalb der Immobilie Strukturen zur „Lenkung und Absicherung“ zu schaffen. Die Herausforderung dabei seien kostenintensive Umbauarbeiten – jetzt kämen aber immer mehr günstigere, mechatronische Systeme auf den Markt, die weniger aufwändige Umbauarbeiten erfordern, sagt Zhanel. Welche Kundenwünsche haben Immo-Nutzer, was Hygiene und Sicherheit betrifft? Michael Freitag (Sodexo) berichtet von vielen Unternehmen, die zum Ausbruch der Pandemie „nicht abgewartet haben, sondern gleich Flächen reduzierten“ – vor allem Firmen im digitalen Bereich hatten damals schon eine entsprechende Arbeitsplatzstrategie in der Schublade; gleichzeitig wisse er von anderen Unternehmen, die ihre Strategie innerhalb der 12 bis 24 Folgemonate adaptieren wollten – basierend auf Faktoren wie der Durchimpfungsrate und der damit einhergehenden Herdenimmunisierung, „damit die Mitarbeiter wieder gerne ins Büro kommen, ohne Infektionsrisiko“. Das brauche externe Beratungsleistung von Experten, weiß Freitag von Sodexo. Er verweist auf digitale Mess-Systeme, welche die physische Auslastung von Büroräumen erheben – damit soll der tatsächliche Raumbedarf besser eingeschätzt werden können. „Wir werden flexibles Home Office haben, mit reservierten Schreibtischen im Büro“, sagt Freitag, „das lässt sich mit digitalen Tools alles statistisch darstellen“. Auch bei dieser Podiumsdiskussion stellt die ImmoLive-Community Fragen im Videochat, welche von den Experten live beantwortet werden. Ein User fragt nach dem „Büro als Corona-Verbreiter“, weil zu Beginn der Pandemie keine ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen gesetzt wurden. „Die allermeisten Unternehmen haben sofort Krisenstäbe eingesetzt und auf Schichtbetrieb in getrennten Teams gesetzt“, antwortet Viktor Wagner (REIWAG); kein Betrieb habe Interesse daran, zu einem Corona-Cluster zu werden, der den Betrieb lahmlegt. Die größere Herausforderung sei wohl das private, familiäre Umfeld, meint Wagner: „Kinder kommen symptomfrei aus Kindergarten und Schule nach Hause“, und stecken dort die Eltern an; „die Unternehmen waren damals kaum das Problem“, sie hätten rasch die richtigen Maßnahmen gesetzt. Christian Wimmer (Schrack-Seconet) bestätigt: „Unser Krisenstab hat täglich getagt, vom Vorstandsdirektor abwärts“; gleichzeitig seien „viele Jungväter“ mit Nachwuchs im Kindergartenalter als „Verdachtsfälle“ zuhause geblieben. „Das Home Office, der Schichtbetrieb haben sich rasch eingebürgert“, fasst Wimmer zusammen. Auch Schulen und Kindergärten sind letztlich Immobilien – wurden die Experten in der Runde schon von der öffentlichen Hand zur Beratung beigezogen, was Hygiene und Sicherheit betritt? Michael Freitag (Sodexo) meint, „das passiert bei unseren Facility Services und im Catering selbstverständlich“; für die angesprochene Beratung des Bundes oder der Gemeinden sei die öffentliche Hand zuständig, „die sich ihre eigenen Experten sucht“. Die Auswirkungen der Pandemie auf den Industrie- und Bürosektor Viktor Wagner (REIWAG) spricht für die Runde: Sämtliche anwesenden Unternehmen seien Dienstleister, „wir müssen uns an unseren Kunden orientieren. Wir wollen aber gleichzeitig Anregungen geben.“ Während im privaten Wohnbereich der Trend eindeutig zur Grünlage, zu mehr Wohnfläche und zumindest zum Balkon geht (und damit die Preise treibt), sei jene Frage zum Teil noch offen, die sich mit Anforderungen an den Arbeitsplatz in Industrie und Büros beschäftigt. Die Büro-Quadratmeter werden weniger, es gehe Richtung „shared desk“, meint Wagner. Was oft außer Acht gelassen werden: Wie gut können Mitarbeiter mit der IT im Home Office umgehen, welche persönlichen Faktoren und technischen Gegebenheiten stellen sich dar? Wie steht es um Ausgleichstätigkeiten, wie steht es um das Flächenmanagement? Einen noch weiteren Blick in die Zukunft wirft Wagner hinsichtlich künstlicher Intelligenz (AI / KI) bzw. Netzkriminalität (Cyber Crime). Nach der Pandemie: Bleibt Gesundheit im Fokus, oder regiert wieder die Wirtschaftlichkeit? Thomas Zhanel (Assa Abloy) sieht die Zukunft „irgendwo in der Mitte liegen“; der „Hype, die Dramatik“ würden irgendwann nachlassen – „die ‚Balkonkonzerte‘ sind vorbei, aber wir alle haben erlebt, wie wichtig Sicherheits-Vorsorgemaßnahmen sind“. Auch wenn die letzte große Pandemie ein Jahrhundert vergangen sei (Zhanel bezieht sich auf die spanische Grippe, Anm.), werde jetzt eine „Awareness“ für das Thema geschaffen – „wir wissen jetzt, es kann uns jederzeit passieren“. Unternehmen würden ihre Strukturen jetzt tendenziell kleinteiliger aufbauen, um dann im Ernstfall rasch reagieren zu können, spürt Zhanel. Auch die Home-Office-Situation sei in höchstem Maße differenziert zu betrachten: Vom Mitarbeiter, der lieber zuhause arbeitet bis hin zu jenem, der „von sich selbst sagt, er kann zu Hause gar nicht arbeiten“. Das Thema „Sicherheit“ müsse im Home Office viel stärker kommen, meint Zhanel: „Wer weiß schon, wer bei meinen Telefonaten im Home Office mithört oder Zugriff auf meine Daten hat?“ In dem Bereich seien jedenfalls professionelle Lösungen gefragt und gefordert. Was Hygiene und den kontaktlosen Zutritt betrifft: „Natürlich wichtig und gut“, meint Christian Wimmer (Schrack-Seconet), aber eben auch oft eine Kostenfrage. „Man soll ja nicht hysterisch sein, jedes Terminal angreifen zu müssen – aber klar, die Handhygiene wird künftig absoluter Standard sein.“ Architektonisch ansprechende Desinfektions-Spender und Multimedia-Infostelen, die gleichzeitig die Körpertemperatur des Passanten messen, werden wohl Standard werden, wirft Wimmer einen Blick in die Zukunft des Büro-Entrees. „Im Spital wird das sowieso passieren, aber auch im klassischen Büro wird es kontaktloser“, sagt Wimmer – und verweist auf die RFID-Technologie, die – vereinfacht gesagt – den Nutzer im Raum erkennt, ohne dass dieser eine Chipkarte zum Terminal hinhalten muss. Diese Technologie kann dann automatisch Zutrittsbeschränkungen auslösen, wenn sich mehr Personen als zugelassen – gemessen an der Raumgröße – darin aufhalten. Das könnte vor allem im medizinischen bzw. Pflegebereich die Sicherheits- und Hygienestandards heben, was etwa die Besucheranzahl von Patienten betrifft. Thomas Zhanel (Assa Abloy) weiß: Kontaktlosigkeit, das automatische Öffnen und Schließen von Türen, die Technik dahinter, sei allesamt mit Kosten verbunden. Dieser Kostenfrage müsse man differenziert begegnen: „Habe ich im Gebäude nur Mitarbeiter, oder muss ich mit Besuch rechnen, den ich womöglich in verschiedene Gruppen trennen muss?“, stellt Zhanel die Frage der Eintritts-Identifikation. Mit „mobile credentials“ lassen sich Zugangsberechtigungen bzw. Tür-Öffner über das Smartphone auslösen bzw. bedienen – „die Technologien sind schon da“, sagt Zhanel, aber Mieter bzw. Eigentümer müssten sich überlegen, ob sich das rechnet und Sinn macht. Michael Freitag (Sodexo) bezieht sich auf das Thema Ökologisierung: Dass die Globalisierung nicht nur Vorteile habe, hätte sich zu Beginn der Pandemie gezeigt, als es Masken-Engpässe und Lieferketten-Probleme gegeben habe – weil die Produktion über viele Orte der Welt verteilt gewesen sei. Aus Sicht seines Unternehmens Sodexo könne Freitag bestätigen: „Beim Catering wollen die Leute mittlerweile ganz genau wissen, woher das Essen kommt: Wurde das biologisch nachhaltig angebaut? Hat der Bauer aufs Tierwohl geachtet?“ Freitag führt auch das Schlagwort „NABES“ an, die „Nachhaltige Beschaffung“, welche den Einsatz von Chemikalien „massiv“ reduziert habe. Die neue Wahrnehmung der Gebäudereinigung Viktor Wagner (REIWAG, das steht i.Ü. für „Reinigung Wagner“) weiß: „Reinigungskräfte erscheinen uns jetzt allen in einem ganz neuen Licht.“ Das bestätige eine Erhebung, wonach 67 Prozent der Befragten die Tätigkeit von Reinigungskräften jetzt „mehr schätze“ als vor der Pandemie. Vor allem in Krankenhäusern wollte er mit seiner Firma die Hygiene forcieren: „Jeder wascht die Hände, aber nicht alle wissen, dass das mindestens 20 Sekunden lang passieren muss“, erinnert Wagner an eigene „Händewasch-Kurse“ seines Unternehmens. Eine besondere Herausforderung sei die Situation in Alten- und Pflegewohnhäusern gewesen, wo Klienten über Wochen keinen Besuch empfangen konnten. Eine psychisch belastende Situation für die Bewohner, „auf die wir bestmöglich reagieren mussten“. Dann erinnert Wagner an den Fortschritt der Technik: Es gibt Reinigungsroboter, die zwar derzeit den „return of investment“ noch nicht erfüllen – aber zum Beispiel „mit 10 Liter Wasserverbrauch 10 Stunden einsatzfähig“ sind und den Boden aufwaschen. „Gehen dadurch Arbeitsplätze verloren?“, fragt Wagner rhetorisch: „Nein, aber er wird ergänzt werden durch die Robotik.“ In Österreich seien derzeit mehr als 100.000 Arbeitsplätze in der Pflege nicht besetzt – gerade hier könne die Robotik unterstützen und helfen, über die Technologie-Schiene „robotics for elderly care“. Mit Kreativität sei hier „Unendliches möglich“, meint Wagner: Er führt ins Feld, dass die Forschung an einem Haut-Imitat arbeite, das in der Haptik an die menschliche Haut erinnert anstelle der Latex-Gummi-Hülle eines Roboters. Wagner spricht die ImmoLive-Community direkt an: „Ich hoffe, es schauen viele Entscheidungsträger zu, die für das Wohl der Menschen arbeiten.“ Werde die Tages-Reinigung forciert, habe das mehrere Vorteile: Es spare Geld und Energie; die sozialen Möglichkeiten der Mitarbeiter werden verbessert („wenn die Reinigungskraft tagsüber arbeitet, kann sie den Abend mit der Familie verbringen“); die Tagreinigung sei die beste Möglichkeit, „beschwerdefrei zu arbeiten“, weil die direkte Kommunikation ermöglicht werde; zuletzt würden damit Vollzeit-Arbeitsplätze geschaffen statt Zwei- bis Dreistundenschichten. „Der Störungseffekt wird dann oft ins Treffen geführt, aber der ist kaum vorhanden“, wirbt Wagner für das Modell. Wie können Projektentwickler von der Sicherheits-Expertise profitieren? Christian Wimmer (Schrack-Seconet) weiß um Gespräche mit Betreibern von Pflegeeinrichtungen, die „recht innovativ unterwegs sind“, und einen regen Austausch suchen hinsichtlich betreutes Wohnen. „Pflegepersonal durch technische Hilfsmittel entlasten – das ist die Richtung, in welche die Reise geht“, so Wimmer. Der Pflegeberuf sei ohnehin anspruchsvoll genug; das Thema Pflege werde sich in den kommenden Jahren grundlegend ändern: „Die staatlichen Einrichtungen werden irgendwann nicht mehr genug sein“, sagt Wimmer, und private Anbieter „müssen sich etwas überlegen“ – etwa vermischtes Wohnen, wo betreutes Wohnen bzw. Pflegewohnungen in einer „regulären“ Wohnanlage untermischt sind. Ein weiterer Plan sei es, kleinere Hotels entsprechend zu adaptieren und Gesundheitseinrichtungen zu schaffen – als Tageskliniken oder Reha-Zentren. Die technische Ausstattung, gerade im betreuten Wohnen, gehe Richtung medizinischer Messung bzw. Überwachung durch Sturzsensoren, bzw. dem Erheben von Wasserverbrauch, Lüftungs- und Heizverhalten – um bei Grenzfällen einen automatischen Notruf an Pflegekräfte abzusetzen. Thomas Zhanel (Assa Abloy) ergänzt: „Das eben angesprochene Hotel ist ein gutes Beispiel“, denn egal, ob vermischte Nutzung als Pflegeeinrichtung oder, wie in der Pandemie, als Büro-Ausweichquartier – Hotelbetreiber seien gut beraten, ihre Immobilie flexibel und variabel nutzbar zu machen. „Wenn das schon in der Planung passiert, wird es im laufenden Betrieb umso kosteneffizienter“, weiß Zhanel. Er erzählt von einem Hotel aus Auftragnehmer von Assa Abloy, das – neben den herkömmlichen Chipkartenlesern am Zimmereingang – ein mechatronisches System für das operative Back-End (also Reinigung, Bewirtung, etc.) geschaffen habe – und dafür mehr als 300 Schlösser und Zylinder hat austauschen müssen. „Da sieht man, welcher Aufwand dahinter steckt, wenn man das auf Management-Ebene steuern will“, sagt Zhanel. Welche Asset-Klasse birgt die Sicherheitskonzepte der Zukunft? Michael Freitag (Sodexo) gibt eine „relativ einfache Antwort“, nämlich jene Gebäude, wo sich viele (fremde) Menschen einfinden: Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, Bildungsgebäude – „und das Büro“. Man werde den Arbeitsplatz neu denken müssen, sagt Freitag, und erinnert an Open-Space-Konzepte und technische Voraussetzungen wie Luftfilter, um Mitarbeitern ein Sicherheitsgefühl zu geben. Die Durchimpfung werde die Situation kurz- bis mittelfristig entspannen; die Awareness werde bleiben, prognostiziert Freitag. Viktor Wagner (REIWAG) antwortet auf eine Frage aus dem Chat: Müsse der Gesetzgeber nicht viel strengere Vorgaben machen? „Der Gesetzgeber hat doch schon viele Vorgaben gemacht“, sagt Wagner, aber „wichtig ist, dass wir allen raten, sich so rasch wie möglich impfen zu lassen“. Als Unternehmen renne man bei ihm „offene Türen“ ein – man habe zusätzlich Geld für Desinfektionsmaßnahmen in die Hand genommen, verweist Wagner und warnt gleichzeitig: „Werden Firmen auch nach der Pandemie noch bereit sein, mehr Geld für diese Sicherheit aufzuwenden?“ Jetzt seien alle „hochsensibilisiert“, aber wenn das „Sorgegefühl“ schwinde, nehme auch die Bereitschaft ab, entsprechend Budget in die Hand zu nehmen. Thomas Zhanel (Assa Abloy) erwähnt die vielen Vorgaben und Regulationen, was zum Beispiel den technischen Brandschutz betreffe. Eine „Falle“ lauere aber dort, wo Dienstleistungskunden teure Systeme einkaufen, diese dann aber über Jahre hinweg nicht warten (lassen) – „dann stellt sich schon die Sinnfrage, wie funktionstüchtig ist mein System überhaupt noch, im Fall des Falles?“, weiß Zhanel. Er appelliert an den Gesetzgeber, auch regelmäßige Wartungen bzw. Überholungen vorzuschreiben.

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20.05.2021 09:00

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20.05.2021 10:00

Erfolgreiches Immobilien-Marketing während und nach der Corona-Krise

Bernhard Klein (Marketing und Kommunikation bei der Immofinanz) Anton Nenning (Markenauftritt RE/MAX Österreich) Peter Rauch (Kommunikationsleiter bei Arnold Immobilien) Barbara Riedl (Reed Messe Wien) Michaela Unteregger (Unteregger Kommunikation) Tatiana Zhiganova (Zeiger Real Estate Marketing) Peter Rauch eröffnet die Runde. Welche Veränderungen im Immo-Marketing hat das Pandemie-Jahr gebracht? „Alles wird digitaler, aber nicht nur wegen Corona“, sagt Rauch. Die gute Nachricht: Die Zielgruppe sei gewachsen, weil die Covid-Unsicherheit das Interesse an Immobilien-Invests bei vielen gesteigert habe. Das Wachstum an potenziellen Kunden wiederum habe auf Branchenseite den Bedarf an Datensicherheits- und CRM-Systemen (CRM = Customer-Relationship-Management, Anm.) gehoben; zumal der Kundenmarkt aus Sicht Rauchs immer internationaler wird, gerade was Investments betrifft. Rauch streicht die „Haptik, das emotionale Erlebnis einer Immobilie“ hervor: Weil vor-Ort-Besichtigungen zuletzt schwer bis unmöglich waren, rücken digitale Tools zur bestmöglichen Präsentation des Objekts in den Vordergrund. In der Kommunikation habe Covid-19 „den Shift von Print zu Digital“ weiter verstärkt; es gelte jetzt, Angebote auf der eigenen Website entsprechend attraktiv zu gestalten. Aber: Print sei nicht tot; gerade im Lockdown hätten die Menschen „mehr Zeit zum Lesen“ gehabt, sagt Rauch. Der Unterschied zwischen Marketing und PR – und was hat Covid-19 daran geändert Michaela Unteregger (Unteregger Kommunikation) zieht die Trennlinie zwischen Vermarktung und PR in der Langfristigkeit: „PR ist kontinuierlich, man baut Beziehungen auf. Die Vermarktung eines Objekts ist kurzfristig.“ Die Pandemie habe gezeigt, dass Kommunikatoren viele Instrumente in ihrer Toolbox – das persönliche Vernetzen auf Messen und Events – nicht haben nutzen können. „Netzwerke funktionieren, wenn man sie pflegt“ – da habe die Krise nichts ausmachen können, meint Unteregger. Gut verknüpfte Kontakte seien auch während der Pandemie aufrecht geblieben. Aber: Neue Netzwerke aufzubauen sei in der Krise deutlich schwieriger, weil das „Face-to-Face fehlt“. Wichtig sei es für einen Kommunikator, flexibel zu bleiben: „Wenn keine Events erlaubt sind, muss ich mich in Kleingruppen treffen. Ich muss nur die richtigen Leute zusammenbringen“, sagt Unteregger. Wie hat Bernhard Klein (Immofinanz) auf die Pandemie reagiert, was das Marketing betrifft? Mit mehr als 90 Fachmarktzentren und 10 Shopping-Centern von Mittel- bis Südosteuropa sei die Immofinanz stark im Retail-Bereich angesiedelt; „genauso sind wir in der Asset-Klasse Büro zuhause“. Mit geschlossenen Geschäften und dem Modell Home Office sei die Immofinanz von der Pandemie entsprechend getroffen worden, aber: „Wir sind extrem zuversichtlich, wir wollen aggressiv wachsen“, denn zum Beispiel Fachmarktzentren hätten sich als krisenstabil gezeigt. Gleichzeitig steige die Sehnsucht der Menschen nach einem „social office life“, also das physische Streben zurück ins Büro. In dem Bereich habe das Unternehmen mit der Office-Marke „myhive“ reagiert, einem räumlich flexiblen Modell mit kurzen Laufzeiten und variablen quality-of-life-Services. Im Retail-Marketing sei man „von den High-Heels-Mädels mit Einkaufstaschen“ abgerückt und ziele in der werblichen Darstellung jetzt auf „die Mutter mit Familie“, bzw. Großeltern mit ihren Enkeln, die „einen Moment Normalität genießen“. Auch Klein pflichtet bei: „Die Digitalisierung hat einen Schub bekommen. 80 Prozent unseres Marketings finden digital statt.“ In welche Zukunft blickt die Messe-Branche? Barbara Riedl (Reed Messe Wien) spricht über die – letztlich abgesagte – Immobilienmesse in Wien. Diese hätte im März stattfinden sollen, musste Corona-bedingt aber physisch abgesagt werden – nun findet etwa die „Wohnen&Interieur“ nur online statt. „Das Veranstaltungsverbot hat uns getroffen, als wir in der Halle mitten im Aufbau waren“, sagt Riedl. Kreative Ideen und Alternativen seien gefragt gewesen, wenngleich „unsere Kunden sehr verständnisvoll waren“. Als Messegesellschaft sei die Reed-Gruppe bei Exhibitions stark auf den Verkauf von Ausstellungsflächen spezialisiert gewesen – „und jetzt kommt das Thema Digitalisierung“. Vom „Herzstück“ der physischen Messe brauche es jetzt eine „ausgebaute Website, einen Content Hub, um die Projekte und Dienstleistungen unserer Messekunden attraktiv zeigen zu können“, sagt Riedl. Auch über Newsletter und Social-Media-Kanäle wolle die Reed-Gruppe in aktive Kommunikation mit ihren Besuchern treten. „Wir haben innerhalb des vergangenen Jahres viele neue Kanäle auf die Beine gestellt“, und sich intensiv mit der zielgruppenspezifischen Kommunikation beschäftigt, so Riedl. Sie wirbt für den „Wohnen&Interieur Day@Home“ am 29. Mai – „unser USP, die Messe digital zu besuchen“. Alles neu, oder alles wie vor der Krise? Das wird Anton Nenning von RE/MAX gefragt. „Ich bin kein Freund von Revolutionen. Wir drehen jeden Tag an vielen Stellrädchen.“ Es gebe schlicht kein Kommunikations- und Marketing-Tool, das sein Unternehmen nicht schon vor der Pandemie erfolgreich eingesetzt habe – vom Makler-Video über die virtuelle Tour bis zum Online-Formular. Mit einem Schmunzeln meint er: „Wir haben uns jahrzehntelang durchgewurschtelt. Wir werden weiterwurschteln.“ Makler adaptieren ihr Werbe-Angebot. Wie steht es um die Kundenwünsche? Tatiana Zhiganova (Zeiger Marketing) zeigt sich erfreut, dass ihre Projektkunden die Wichtigkeit eines entsprechenden Marketingbudgets erkennen. Bauträger kämen so gezielt an gute Architekten und Baufirmen. „Generell sind unsere Kunden anspruchsvoller geworden“, sagt Zhiganova. Als Marketing-Agentur setze ihr Unternehmen schon lange auf digitale Tools; die Aspekte des digitalen Content Marketings würden aber auch von Kundenseite immer stärker gefragt. À la longue führe dieser höhere Aufwand auch zu höheren Maklerpreisen, weiß Zhiganova. Aufgabe ihrer Agentur sei es letztlich, „unseren Kunden Zeit und Geld zu sparen“. Peter Rauch (Arnold Immobilien) spannt den Bogen weiter: Immer mehr Menschen interessieren sich für Immobilien-Invests. Wie kann man dieser „breiten Öffentlichkeit“ kommunikativ begegnen? „Mit größerer Reichweite können wir unsere Botschaften besser platzieren“, sagt Rauch. Immobilien seien schlichtweg ein „resilientes, krisensicheres Produkt“ – da gebe es auch in Krisenzeiten „durchaus Positives zu berichten“. Das wiederum sei von Medienpartnern wohlwollend aufgenommen worden, weil das nicht nur Negativ-Schlagzeilen bedeute. Die Kehrseite der Medaille: Eine größere Zielgruppe bedeute auch „komplexere, aufwändigere Kommunikation. Dieser Trend wird uns nicht verlassen“, sagt Rauch. Die ImmoLive-Community stellt ihre Fragen im Chat Wie immer kommen zahlreiche Fragen direkt aus dem Video-Chat, etwa zur Haltung der österreichischen Makler zu „Multiple-Listing“-Systemen (MLS). Anton Nenning (RE/MAX) zeigt sich „jederzeit bereit“, an einem MLS mitzuarbeiten – wenn „die Rahmenbedingungen passen“, ganz unabhängig von Corona. Bernhard Klein (Immofinanz) wird zu seinen Erfahrungen mit Werbung auf Social-Media-Kanälen wie Facebook gefragt. „Zu Beginn der Pandemie waren wir mit zahlreichen Out-of-Home-Kampagnen auf dem Markt in Südosteuropa, und standen auf einmal mit Nichts da“, erinnert sich Klein – weil die Menschen im Lockdown zuhause blieben und die Kontaktpunkte fehlten. Innerhalb kurzer Zeit wurde die B2C-Kommunikation – angesichts budgetärer Restriktionen – auf Facebook und Instagram fokussiert. Die Immofinanz habe sich dazu auch externe Expertise von Konsumpsychologen geholt („Über das Klopapier-Horten schmunzeln wir heute, aber damals wussten die Leute gar nicht, was sie tun sollten“). In der Folge kommunizierte man Sicherheitskonzepte – und „Infotainment“: vom Kochworkshop bis zum Do-It-Yourself-Terrassen-Aufputz, um die Fachmärkte zu bewerben. „Phase drei“, so Klein, war die Kommunikation der Sicherheitskonzepte im Shopping-Bereich; danach kam das „new normal“, eine subtilere Werbung „ohne viel aggressivem Werben, mit kurzen Ausblicken auf die Normalität“, berichtet Klein. Dieser Phasenwandel sei – pandemiebedingt – in den verschiedenen Zielländern der Immofinanz zeitversetzt passiert: „Da haben wir Learnings mitnehmen können, von einem Land zum nächsten.“ Nicht zu vergessen sei der kosteneffektive Einsatz von Influencern: „In Rumänien hatten wir mehrere Millionen Zuseher auf unsere Insta-Videos“, erzählt Klein. Der Chat will auch wissen: Wie werden sich analoge Medien, vor allem Print, in Marketing-Fragen weiterentwickeln? Bernhard Klein (Immofinanz) erinnert an die „Grundtugenden der Kommunikation, der Rhetorik“ – die sich, im Übrigen, seit der griechischen Antike nicht geändert hätten – so gesehen seien digitale Medienkanäle nur „neue, zusätzliche Tools“, die aber den Grundsätzen der Kommunikation folgen. „Die VR-Brille muss nicht immer funktionieren – der klassische Folder bringt dich ins Gespräch“, sagt Klein, der auch die Bedeutung von „simplen Zeitungs-Inseraten“ nicht herunterspielen will. „Digitalmedien kommen hinzu, aber ‚alte‘ Medien wie Zeitung und Radio sind nicht abgeschafft“, weiß Klein. Tatiana Zhiganova (Zeiger Marketing) möchte widersprechen: „Jeder Kanal kann richtig sein. Wir müssen nur unsere Zielgruppe kennen!“ Print sei gleichwertig mit Social Media – es müsse nur die Zielgruppe treffen, und da sei die Expertise von Kommunikations-Profis gefragt. Vor der Kommunikation nach außen kommt jene nach innen Was man nach extern verkauft, muss auch intern passen, weiß Michaela Unteregger (Unteregger Kommunikation) über die interne Kommunikation zu berichten. „Leider vergessen viele Unternehmen die interne Kommunikation. Sie geben sich ein neues Logo, ein neues Branding – aber das Leben nach innen wird nicht geändert.“ Die Idee der Corporate Identity, jene Merkmale der Kommunikation nach außen, sollte man auch an den Mitarbeitern nach innen anlegen, appelliert Unteregger. Das sei – vor allem zum Höhepunkt der Pandemie, im Lockdown – die große Herausforderung gewesen, weil das Home-Office-Modell die sozialen, zwischenmenschlichen Kontakte reduziert hat. Anton Nenning (RE/MAX) blickt auf die „emotionale Komponente“ der einheitlichen Kommunikation – sein Unternehmen zähle alleine 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Maklerstatus. „Wir fahren nicht die eine, große, emotionale Kampagne. Aber wir haben von Anfang an auf Online-Seminare für unsere Makler gesetzt.“ Der fehlende Kundenkontakt sei also mit Schulungen und Content-Vermittlung kompensiert worden. Mehr als zwei Drittel der Remax-Kollegen habe sich täglich und freiwillig in diese Online-Schulungen eingeklinkt. Das habe in der Mitarbeiterpsychologie für Verlässlichkeit und Perspektive für die Zeit nach Corona geführt. „Das hat ja auch eine hervorragende emotionale Wirkung“, sagt Nenning. Was kann Virtual Reality im Immobilien-Marketing? Tatiana Zhiganova (Zeiger Marketing) zitiert eine Studie, wonach bis zu 80 Prozent des Marketings (branchenübergreifend) zumindest zum Teil auf VR-Aspekte zugreifen werden. Virtuelle Immo-Rundgänge am Smartphone seien schon jetzt möglich; schon „sehr bald“ würden die Möglichkeiten größer – „auch für kleine und mittlere Kunden, nicht nur für die Big Players“, sagt Zhiganova. Der Faktor „Gamification“, also den technischen Fortschritt als „Spielfeld“ zu betrachten, führt sie ebenso an: „Es muss nicht immer Netflix sein, ich kann mir auf der Couch ja auch Immobilien virtuell anschauen“, sagt Zhiganova lachend. Barbara Riedl (Reed Messe Wien) spricht aus der Sicht des Messeveranstalters: „Technisch sind wir dermaßen fortgeschritten, dass wir unsere gesamte Messe – angefangen beim Foyer – digital gestalten können, mit Avataren, die Sie beim Eingang begrüßen.“ Nichtsdestoweniger werde der Aussteller-Wunsch nach dem persönlichen Kontakt immer größer: Egal ob Fach- oder Massenmesse, die Aussteller „wollen den physischen Kontakt zum Besucher, da hängt eine emotionale Komponente dran“. Der physische Aspekt sei Kernstück und durch nichts zu ersetzen – gleichzeitig werde das persönliche Messe-Erlebnis von digitalen Tools begleitet – etwa als „digitale Einkaufstasche“, zur Vor- oder Nachbereitung eines Messebesuchs. „Unsere Aussteller wollen beides: Sie wollen das physische Treffen, aber auch die digitalen Schmankerl“. Es laufe auf eine hybride Form der Messe hinaus, mit „neuen Formen der Aussteller und Anbieter“, prophezeit Riedl. Wie lässt sich Kundenvertrauen im digitalen Raum schaffen? Michaela Unteregger (Unteregger Kommunikation) unterstreicht: „Seriös kommunizieren. Die Wahrheit kommunizieren“ – das funktioniere analog wie digital. Im digitalen Bereich zieht sie das Beispiel des Mitarbeiters heran, der „über den Durst getrunken hat“ und die Fotos davon dann im Netz postet: „Da muss ich als Unternehmen eingreifen“; in der digitalen Kommunikation kann „weniger oft mehr“ sein, besonders in den sozialen Netzen. Tatiana Zhiganova (Zeiger Marketing) spricht darüber, wie – aus Agentursicht – das Kundenvertrauen von Projekt zu Projekt wachsen könne. „Transparenz ist dabei ganz wichtig“, sagt Zhiganova, etwa durch eine klare Ausweisung der Agenturpreise auf der Homepage. „Das transparent zu kommunizieren, schafft schon Vertrauen.“ Peter Rauch (Arnold Immobilien) erinnert beim „digitalen Vertrauen“ an das Thema Datenschutz: Wie steht es für den Kunden um das Daten-Tracking auf meiner Website? Welche Experten erreicht der Kunde, wenn er die Telefonnummer auf der Website anruft? Muss er jedes Mal alles von vorne erklären, oder hat der Kunde seinen designierten Ansprechpartner? „Der Digitalisierungs-Hype heißt nicht, dass wir nicht auf einer persönlichen Ebene bleiben könne“, sagt Rauch. Vertrauen lasse sich nicht kaufen – „ein persönliches Gespräch ist oft mehr wert als jede Kampagne“. Wer über die persönliche Eben Vertrauen schaffe, sich als guter Partner zeige, der könne auch in Krisenzeiten mehr Geschäft machen, ist Rauch sicher. „Seriös, wahrheitsgetreu und persönliche Ansprache“, unterstreicht Anton Nenning (RE/MAX), aber „wenn es persönlich und ehrlich ist, spielt das Kommunikationsmedium keine Rolle“ – also egal ob Face-to-Face-Gespräch, Telefonat oder Videokonferenz. Barbara Riedl (Reed Messe Wien) pflichtet bei: Und wenn es nur ein kurzes „Hallo sagen“ am Telefon sei, der stete Kundenkontakt müsse aufrecht erhalten bleiben – auch während der Hochphase der Pandemie. Die Zahl der Medienkanäle steigt – welche werden sich durchsetzen? Anton Nenning (RE/MAX) meint: „Wir werden das weitertun, was wir bislang gemacht haben“ – bloß in anderen Ausprägungen. Die Wohnungs-Erstbesichtigung finde demnach via Video statt, Fach-Austausch passiere in der Videokonferenz („niemand fährt mehr für einen halben Tag von Vorarlberg nach Amstetten!“), tatsächlich physische Treffen würden dafür intensiver und länger. Die unsichtbare ökonomische Hand leite das verlässlich: „Was günstig, schneller und praktischer ist, wird bleiben“, sagt Nenning. Michaela Unteregger (Unteregger Kommunikation) weiß um „die vielen Instrumente der Kommunikation“, die in der Pandemie weggefallen seien – „dafür haben wir neue Tools dazubekommen“. Kommunikations-Profis müssten flexibel bleiben. Peter Rauch (Arnold Immobilien) sieht viele Kommunikations-Trends und -Kanäle kommen und gehen. Es gehe nicht mehr um bestimmte Botschaften für bestimmte Kanäle, „das Omni-Channel-Prinzip ist da, dem müssen wir Rechnung tragen, wenn wir unsere Kunden erreichen wollen“. Ein Blick in die Zukunft: Die künstliche Intelligenz („A.I.“) werde Immo-Exposés künftig „selbst schreiben, der Makler muss es dem Kunden nur mehr schmackhaft machen“. Auch die Werbeplanung werde maschinell unterstützt bzw. von der K.I. übernommen – aber die menschliche Komponente werde bleiben, „eine Geschichte kommunizieren, das ist menschliches Marketing-Handwerk“. Angesprochen auf die Zielgruppen von morgen meint Rauch: „Die 15-jährigen von heute nutzen zu 80 Prozent TikTok“ – dort müsse man mit Kampagnen hinein, um die Jungen zu erreichen. Michaela Unteregger (Unteregger Kommunikation) plädiert für den „old school“-Zugang des Telefonats: „Was machen die Jungen? Sie schreiben. SMS, Signal, WhatsApp, et cetera. Das geht zehn Mal hin und her. In der Zeit hätte ich die Frage am Telefon längst geklärt“, ist Unteregger überzeugt, dass die Jugend von den älteren Semestern etwas lernen kann in Sachen Effizienz.

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