Werbung
Anzeige
Überspringen in  s

VÖPE Herbstkonferenz: Das Einfache ist das Schwierige

379

 Artikel

5

 Erwähnungen

5 Follower folgen
4 Minuten Lesezeit

Die VÖPE Herbstkonferenz hat am 16. September im The Venue in der Wiener Siemensstraße drei Themen zusammengespannt, die in der Praxis ohnehin zusammenhängen: Finanzierung und Regulatorik, serielles und ressourcenschonendes Bauen sowie die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. MMag. Peter Ulm, MRICS (Vizepräsident der VÖPE, allora Immobilien), führte am Beispiel des Wiener Zinshauses vor, wie Sanierung im Bestand einfacher werden kann. KommR Mag. Michael Gehbauer (Obmann des Österreichischen Verbands Gemeinnütziger Bauvereinigungen, GBV) kündigte an, bei genau diesem Thema künftig enger mit der VÖPE aufzutreten. Und Mag. Stefan Bruckbauer (Chefvolkswirt der UniCredit Bank Austria) lieferte dazu die konjunkturelle Grundlinie.

Geld ist da, die Regeln sind das Thema

Den Auftakt machte Bruckbauer mit einem Blick auf die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wie Kapitalmarkt und Regulierung dem Wohnbau bessere Voraussetzungen schaffen können, diskutierte er anschließend mit Mag. Nadja Köfer-Holzer, MSc, RA (em.) (Präsidiumsmitglied der VÖPE, STC Development GmbH) und Mag. Roland Salomon, BA, CPM, CRM (stellvertretender Abteilungsleiter der Finanzmarktaufsicht).

Dass die Finanzierungsfrage 2026 anders gelagert ist als vor drei Jahren, ist kein Geheimnis: Die KIM-Verordnung ist mit 30. Juni 2025 ausgelaufen, ihre Richtwerte wirken über ein FMA-Rundschreiben als Orientierungsrahmen weiter. Die VÖPE hatte diese Konstruktion schon davor kritisiert. Auf der Bühne saßen heuer beide Seiten — Aufsicht und Entwickler — und das allein ist bereits ein Ergebnis.

67 Monate, und niemand widerspricht

Der härteste Befund des Tages stammt streng genommen gar nicht vom Tag selbst, sondern aus einer VÖPE-Mitgliederbefragung über mehrere hundert Projekte, die Alexander Pawkowicz, Geschäftsführer der VÖPE, im Juni gemeinsam mit dem GBV präsentiert hatte. Er ist der Grund, warum der Block „Einfach schneller genehmigen“ den Schlusspunkt bildete.

Verfahrensschritt

Durchschnittliche Dauer

Widmungsverfahren

35 Monate

Baubewilligungsverfahren Wohnbau

21 Monate

Widmung bis rechtskräftige Bewilligung gesamt

67 Monate

Quelle: VÖPE-Mitgliederbefragung, präsentiert am 23. Juni 2026. Zum Vergleich: Die gesetzlichen Fristen für Widmungsverfahren liegen vielfach bei rund acht Monaten.

Pawkowicz zur Herbstkonferenz: „Jede Verzögerung und jede Überregulierung verteuert Projekte. Das trifft am Ende auch jene, die dringend Wohnraum suchen. Unsere Herbstkonferenz soll deshalb konkrete Lösungen und Stellschrauben aufzeigen.“ Die vier Vorschläge, die VÖPE und GBV dazu gemeinsam vorgelegt haben, sind budgetneutral: eine Brandschutz-Vorprüfung durch unabhängige Sachverständige noch vor der Einreichung, eine Genehmigungsfiktion bei Fristüberschreitung, der Nachweis eines berechtigten Interesses bei nicht nachbarschaftsrechtlich motivierten Einsprüchen und der „gläserne Akt“, also digitale Transparenz über den Bearbeitungsstand.

Zwei Verbände, ein Boot

Der interessanteste O-Ton des Nachmittags kam von Gehbauer — und er handelte nicht von Verfahren, sondern von Zuständigkeit. „Wir haben natürlich unterschiedliche Aufgabenstellungen. Wir sind stärker im geförderten Wohnbau vertreten“, sagte er, die VÖPE habe „Projektentwicklungen in allen Bereichen über das Wohnen hinaus“. Und dann der Satz, auf den es ankommt: „Da sollten wir klare Grenzen auch ziehen, was unsere Aufgaben sind, und das tun wir auch. Aber dort, wo wir in einem Boot sitzen, dort werden wir in Zukunft noch stärker zusammenarbeiten. Dort wollen wir auch die Kräfte bündeln. Und die Verfahren sind eines dieser Themen, wo wir das beabsichtigen.“

Gemeinnützige und gewerbliche Entwickler, die sich bei den Verfahren gemeinsam positionieren: Das ist in Österreich nicht selbstverständlich. Seit rund zwei Jahren besteht dafür die „Allianz Wohnraum Österreich“.

Seriell bauen, faktenbasiert planen

Im zweiten Block ging es ums Bauen selbst. DI Marta Smagacz-Jedlinska, PMP, sprach über serielle Bauweisen, Sabine Müller (Präsidiumsmitglied der VÖPE, Vorständin der Wien 3420 aspern Development AG) über Bodenversiegelung, Christopher Pongratz, BSc, MSc, über Fördermöglichkeiten. Dipl.-Ing. Theresa Fink vom AIT Austrian Institute of Technology zeigte, wie sich resiliente Quartiere faktenbasiert planen lassen. Anschließend diskutierte unter anderem Philipp Resl, MBA (Präsidiumsmitglied der VÖPE), mit.

Smagacz-Jedlinska fasste im Nachgang zusammen, was von diesem Block bleibt: „Das Thema des einfachen Bauens ist auf jeden Fall etwas, was uns begleiten wird, sowohl im Neubau als auch im Bestand.“ Fink wiederum hatte, wie sie selbst sagte, „einen Impuls zu unserer faktenbasierten Stadtplanung am AIT“ gegeben.

Ein eigener Block war heuer der touristischen Projektentwicklung gewidmet: Dr. Siegfried Kainz sprach über „Buy to let“ — ein Segment, das im österreichischen Wohnbaudiskurs meist unter ferner liefen läuft, obwohl es Widmung, Finanzierung und Betrieb gleichermaßen betrifft.

Was bleibt

Den Schlusspunkt setzte Ulm. Sein Befund, im Wortlaut der Aussendung: „Wir müssen wieder mehr bauen. Dafür brauchen wir deutlich einfachere Rahmenbedingungen. Finanzierung, Regulatorik und Genehmigungen dürfen nicht länger zu Bremsklötzen für notwendige Investitionen werden.“ Und weiter: „Schnellere Verfahren, mehr Digitalisierung und standardisierte Prozesse sind entscheidend. Weniger bürokratische Komplexität ist die Voraussetzung dafür, dass Österreich wieder mehr und leistbarer bauen kann.“ Darüber diskutierte er mit Dipl.-Ing. Gerald Beck, MRICS (Präsidiumsmitglied der VÖPE, Geschäftsführer von BIG und ARE) und Gehbauer.

Die VÖPE besteht nach eigenen Angaben aus 90 Mitgliedern mit insgesamt 17.000 MitarbeiterInnen und einer Bilanzsumme von 32 Milliarden Euro.

Bleibt die Frage, die am 16. September niemand beantworten konnte: Ob aus 67 Monaten je 40 werden. Am Reden allein wird es nicht liegen.

Transkript

0:07 Herzlich willkommen, meine sehr verehrten Damen und Herren. Herzlich willkommen heute bei der VÖPE Herbstkonferenz 2026 hier in The Venue in der Siemensstraße 93. Inhaltlich hat sich die Veranstaltung den Diskussionsschwerpunkten, Finanzierungen und Regulatorik gewidmet, sowie serielle und ressourcenschonende Bauweisen und der Beschleunigung von Genehmigungsverfahren.

0:47 Den Auftakt machte Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der UniCredit Bank Austria, mit einem Blick auf die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Konjunkturell im zweiten Halbjahr wird es besser, auf jeden Fall. Wie Kapitalmarkt und Regulierung dem Wohnbau bessere Voraussetzungen schaffen können, diskutierte er anschließend mit Nadia Köferholzer von der STC Immobiliengruppe und Roland Salomon von der Finanzmarktaufsicht. Im zweiten Block ging es ums Bauen selbst. Serielle Bauweisen, Bodenversiegelung, Fördermöglichkeiten. Theresa Finck vom AIC zeigte, wie sich resiliente Quartiere heute faktenbasiert

Vollständiges Transkript anzeigen

1:22 planen lassen. Ein faktenbasierter Dialog und Transparenz ist notwendig, um eine gemeinsame Transformation zu ermöglichen. Den Schlusspunkt setzte VÖPE-Vizepräsident Peter Ulm. Dem gehen viele und intensive Ausschussarbeiten und Sitzungen voraus und wir werden uns massiv in diese Bauordnung Novelle 28 einbringen. Am Beispiel des Wiener Zinshauses führte er vor, wie Sanierungen im Bestand einfacher werden können. Darüber diskutierte Ulm mit Gerald Beck, Geschäftsführer von BIG und ARE, und Michael Gebauer, Obmann der Gemeinnützigen. Denn eines ist klar: Am Reden allein wird es nicht liegen. Ich bin sehr beeindruckt, was uns heute auch wieder gelungen ist.

2:03 Wir haben über 150 Gäste gehabt, ausnahmslos C-Level aus der Branche. Das heißt, Geschäftsführer, Vorstandsdirektoren, selbstständige Unternehmer und in diesem wirklich hochkarätigen Publikum, das muss einem auch erst einmal gelingen, glaube ich, haben wir einiges heute wieder weitergebracht. Also wie immer eine hervorragende Herbstkonferenz, hervorragend organisiert, gute Speaker, gute Inhalte, eine Leistungsschau der VÖPE und die kann sich wirklich sehen lassen. Tolle Themen und das ist, glaube ich, genau das, was es sein soll: Interessensvertretung für die Projektentwicklung in Österreich und das ist gut

2:37 gelungen. Wir haben eine extrem breite und bunte Abhandlung heute gesehen. Ich freue mich sehr, dass wir auch das Thema Tourismus jetzt mit aufnehmen. Am Ende des Tages bleibt es über: Wir müssen einfacher werden, wir müssen schneller werden, wir müssen serieller werden. Und das sind genau die Themen, die die VÖPE und ihre Mitglieder bearbeitet und transportiert. Aber wir müssen auch mit Fakten arbeiten und ich war durchaus begeistert von der Faktenlage zum Thema Bodenversiegelung. Weg von emotionalen Diskussionen, hin zu Daten und faktenbasierten Diskussionen. Wir haben natürlich unterschiedliche Aufgabenstellungen.

3:15 Wir sind stärker im geförderten Wohnbau- und Leistbaren Segment vertreten. VÖPE hat Projektentwicklungen in allen Bereichen, geht über das Wohnen hinaus. Jetzt sind wir wirklich auf das Wohnen fokussiert, auch stark in der frei finanzierten Miete oder auch im Wohneigentumsbereich. Und da sollten wir sozusagen klare Grenzen auch ziehen. Das sind unsere Aufgaben und das tun wir auch. Aber dann gibt es Themen, wo wir im selben Boot sitzen und dort, wo das der Fall ist, dort werden wir in Zukunft noch stärker zusammenarbeiten. Dort wollen wir auch die gleichen Bedingungen. Und die Verfahren sind eines dieser Themen, wo wir das beabsichtigen.

3:53 Und dort wird es noch eine Reihe von anderen Themen auch geben, aber dort wollen wir dann gemeinsam auftreten. Alle ziehen an einem Strang, alle wollen dasselbe und dann werden wir einfach schnell und effizient bauen. Und das ist das Ziel. Und ich glaube, das schaffen wir. Großartige Veranstaltung heute hier bei der VÖPE. Man merkt mittlerweile, die VÖPE ist im Zuge der Jahre wirklich zu einer starken Stimme in der Branche geworden, hat einen extrem großen Rückhalt mit knapp 100 Mitgliedsbetrieben mittlerweile und schafft es tatsächlich, von sich reden zu lassen und ihre Themen zu platzieren. Und diese Veranstaltung heute ist jährlich extrem wichtig, damit sich die

4:33 Mitglieder untereinander treffen und ihre neuen Themen für die nächsten Monate festlegen. Und ich glaube, das war eine gute Bestärkung für alle, die hier waren. Die heutige Veranstaltung hat mir extrem gut gefallen. Ich glaube, das ist ein guter Platz für so eine Art von Veranstaltung. Ich finde das Dorwi sehr professionell. Tolles Setting, toller Ton, ganz spannende Vortragende. Also ich wünsche mir sehr, dass die VÖPE öfter bei uns zu Gast ist. Ich freue mich sehr, dass ich auch diesmal wieder bei der VÖPE Herbstkonferenz dabei sein darf, um die EHL zu vertreten. Wir sponsern dieses Event immer sehr gerne, weil es hochkarätige Diskussionen sind

5:11 auf den Bühnen, tolle Gespräche, die wir dann auch im Nachgang immer führen dürfen und deswegen immer ein großartiger Austausch mit vielen Kunden, Geschäftspartnern und Freunden in der Immobilienbranche. War wirklich hochspannend, die ganzen unterschiedlichen Inputs und Sichtweisen kennenzulernen. Speziell die technische Seite oder die Genehmigungsseite war für mich bisher ein unberührter Fleck und natürlich das Netzwerktreffen war einzigartig. Also es hat mir sehr Spaß gemacht und ich kann einiges mitnehmen. Die heutige Herbstkonferenz fand ich extrem spannend. Also die Breite an Themen, die Expertinnen und die Informationen, die wir für

5:49 uns für die nächsten Monate mitnehmen in der Branche sind schon sehr breit und sehr schwierig. Aber das Thema des einfachen Bauens ist auf jeden Fall etwas, was uns begleiten wird, sowohl im Neubau als auch im Bestand. Wir haben heute extrem viel mitgenommen, wahnsinnig gute Keynotes gehabt, super Kontakte, super Netzwerk, lässige Veranstaltung. Wir freuen uns auf das nächste Mal. Ich glaube im Jänner Immobilienstammtisch in Innsbruck. Das ist gut, gefällt uns. Wir waren heute das erste Mal bei einer VÖPE Herbstkonferenz vertreten, um unsere touristischen Themen, die vorwiegend sich im Westen Österreichs abspielen, hier im

6:32 Osten bekannt zu machen sozusagen und uns gehört zu verschaffen, auch im Osten Österreichs. Ich durfte heute einen Impuls zu unserer faktenbasierten Stadtplanung am AIC geben und freue mich sehr, dass ich hier bei der VÖPE Konferenz auch viele Bekannte wiedertreffen konnte, viele neue Kontakte schließen konnte und auch die neuesten Impulse und Themen mitnehmen darf, die heute Nachmittag hier diskutiert worden sind. Die Fachtagungen der VÖPE sind einfach großartig und darum komme ich jedes Mal sehr gerne daher und freue mich jedes Mal, wenn es eine Einladung gibt.

Hat ihnen dieses Video gefallen?

Diskussion zum Artikel

Sei der/die Erste, der/die diesen Artikel diskutiert.

Logo

In einem sich stetig wandelnden Immobilienmarkt ist zeitnahe und präzise Information von unschätzbarem Wert für strategische Entscheidungen und nachhaltige Investitionen.

Kategorien

Quicklinks

Rechtliches

© 2026 Die unabhängige Immobilien Redaktion. Made with ♥️ by  Gerhard Popp