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Innovationskongress 2026: Rechnet sich Innovation noch – oder ist das die falsche Frage?

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Beim Innovationskongress 2026 von Digital Findet Stadt, der sechsten Ausgabe, stand am 17. September im CAPE10 in Wien-Favoriten eine grundsätzliche Frage im Raum: Wie bleibt eine Bau- und Immobilienwirtschaft wettbewerbsfähig, deren Projekte Jahre dauern, während sich die Welt um sie herum im Monatstakt verändert? Gastgeber DI Dr. Steffen Robbi, Geschäftsführer von Digital Findet Stadt, hatte dazu Keynote-Speakerin Katharina Aguilar und eine hochkarätige Podiumsrunde geladen, unter anderem mit Dr. Claudia Brey, MRICS, Geschäftsführerin der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH, und Peter Schaller, Vorstand (CTO) der UBM Development AG. Den bemerkenswertesten Befund formulierte Barbara Ohnewas von Digital Findet Stadt: Die Frage, ob sich Innovation rechnet, habe sich heuer „gar nicht so sehr gestellt – zumindest nicht unmittelbar". Die eigentliche Frage ist, was passiert, wenn man sie bleiben lässt.

Das Motto ließ wenig Interpretationsspielraum: „Ohne Fortschritt keine Zukunft – ohne Innovation kein Erfolg“. Rund um diesen Leitsatz folgte der Kongress im CAPE10, dem „Haus der Zukunft und sozialen Innovation“, dem Lebenszyklus eines Gebäudes, vom Planen über das Bauen bis zum Betreiben. Auf dem Programm standen openBIM und KI, Taktplanung und automatisierte Vorfertigung, smarte Gebäudetechnik und der Bestand. In jedem Block pitchte außerdem ein Wiener Start-up, ausgewählt in Kooperation mit der Wirtschaftsagentur Wien.

Ein Schritt zurück

Wer den Kongress schon länger verfolgt, kennt das Motto des Vorjahres: „Innovation rechnet sich – digitale Lösungen für messbaren Mehrwert“. Heuer wählten die VeranstalterInnen bewusst einen anderen Zugang, wie Barbara Ohnewas, Leiterin der Akademie von Digital Findet Stadt, erklärt: „Letztes Jahr haben wir vor allem darüber diskutiert, wie Digitalisierung zur Wirtschaftlichkeit beitragen kann. Dieses Jahr haben wir noch einen Schritt zurück gemacht und uns angesehen, wie Innovation dazu beitragen kann, dass wir langfristig wettbewerbsfähig bleiben."

Die Ausgangsthese ist so schlicht wie unbequem: Wer sich nicht entwickelt und kein Zukunftsbild hat, wird irgendwann nicht mehr mitmischen.

Statische Welt, perfekter Spielplatz

Katharina Aguilar, High-Tech-Unternehmerin, Speakerin und Moderatorin, eröffnete den Tag mit ihrer Keynote „Innovation. Jetzt." und saß danach selbst auf dem Podium. Im Gespräch am Rande des Kongresses sprach sie einen Widerspruch an, der ihr in der Diskussion noch einmal klar geworden sei: „In dieser statischen Welt des Bauens haben wir umso schwierigere Herausforderungen, agil und flexibel zu bleiben. Die Projekte dauern sehr lange." Aus diesem Befund zieht sie aber keinen pessimistischen Schluss. „Gleichzeitig liegt da so viel Potenzial darin. Und als Innovatoren ist das der perfekte Playground, um alles neu zu denken und für die Zukunft aufzustellen."

Zwischen Planungssicherheit und Weltlage

Robbi fand gerade dieses Spannungsfeld spannend. Unternehmen wie ÖBB und UBM hätten in den Podiumsdiskussionen gezeigt, „wie wichtig einerseits eine langfristige Planung ist, um robuste Projekte zu schaffen, um resilient zu sein gegen äußere Einflüsse – aber gleichzeitig auch offen zu sein für all die wahnsinnigen Veränderungen". Als Beispiele nennt er den Klimawandel, die Kriege im Nahen Osten und die rasanten Entwicklungen der Gegenwart.

KI überholt BIM: Der Technologiereport 2026

Wie rasant sich die Branche verändert, zeigt der hauseigene Technologiereport 2026 von Digital Findet Stadt. Er beruht auf einer Online-Umfrage unter 138 Unternehmen und Institutionen von Oktober bis Dezember 2025. Die regelmäßige Nutzung von Künstlicher Intelligenz stieg demnach von acht Prozent in der Erhebung 2024 auf 51 Prozent. BIM, jahrelang als Zukunft der Branche gehandelt, fiel im selben Zeitraum von 47 auf 20 Prozent zurück.

Dass diesmal mehr Auftraggeber an der Umfrage teilnahmen, erklärt den BIM-Einbruch laut Digital Findet Stadt nur teilweise. „Trotzdem ist es ein massiver Einbruch, nur mit einer Verschiebung der Teilnehmenden lässt sich das nicht erklären", sagte Robbi dem Fachmagazin TGA. Seine Erklärung: „BIM ist es offensichtlich noch nicht gelungen, den Prozess so zu vereinfachen, dass man ihn massen- und breitentauglich gut anwenden kann." KI wiederum wird laut Report vor allem für Texte, Recherche und Zusammenfassungen genutzt. An technischen Kernprozessen tut sie sich noch schwer.

Der Engpass sitzt nicht im Rechner

In Gesprächen am Rande des Kongresses ging es mehrfach weniger um Technik als um Menschen. Mag. Barbara Freiler, MSc, ist Geschäftsführerin der Handler Holding GmbH und gehört dem Managementteam der HANDLER Gruppe an. Sie zeigte sich vom Vortrag von Bernd Oswald beeindruckt, Mitgründer des Proptechs GROPYUS, das Wohnbauten in Holz-Hybridbauweise automatisiert vorfertigt. In den Gesprächen habe sie dennoch gemerkt: „Wir brauchen nicht nur die Technologie, wir brauchen auch die Menschen." So wie die Technologie besser werde, müssten auch die Menschen in der Zusammenarbeit, im Anwenden und im Umsetzen besser werden.

Claudia Brey nahm aus der Podiumsdiskussion vor allem die Vielfalt der Perspektiven mit. „Je diverser ein Team oder auch eine Diskussionsrunde zusammengesetzt ist, desto mehr verschiedene und interessante Ideen werden aufgegriffen und besprochen."

Länger rechnen: Nachhaltigkeit über den Lebenszyklus

Die vielleicht pointierteste Aussage des Tages kam von UBM-Vorstand Peter Schaller, und sie führt direkt zum Motto des Vorjahres zurück. Nachhaltigkeit müsse neu gerechnet werden, und vor allem länger: „Vielleicht betrachten wir das alles immer sehr kurzfristig." Wer dagegen über einen Lebenszyklus und darüber hinaus denke, für den gehe die Rechnung immer auf.

Es wird also doch gerechnet, nur mit einem längeren Zeithorizont.

Was bleibt

Den Austausch hoben viele Teilnehmende hervor. Dr.-Ing. Katharina Lennartz, verantwortlich für Lean & Agile Management bei der Aachener Carpus+Partner AG, schätzt vor allem die Möglichkeit, sich auch länderübergreifend Impulse zu holen und „was abschauen zu können, damit wir gemeinsam ein gutes Stück weiterkommen". Für Dr. Gerhard Zucker, Senior Scientist am AIT Austrian Institute of Technology, ist der Kongress ein Fixpunkt, auf den er sich jedes Jahr freue.

Ob die Branche den Schritt von der Diskussion in die Umsetzung schafft, wird sich nicht im CAPE10 entscheiden, sondern auf den Baustellen, in den Planungsbüros und in den Technikzentralen. Die Richtung ist vorgegeben: Stillstand ist keine Option. Wer innovieren soll, braucht dafür allerdings Menschen, die die Veränderung tragen, und Zeit, sie umzusetzen.

Häufige Fragen

Wann und wo fand der Innovationskongress 2026 statt?
Am 17. September 2026 im CAPE10, Alfred-Adler-Straße 1, 1100 Wien-Favoriten, vor Ort und online. Veranstalter war die Plattform Digital Findet Stadt.

Was war das Motto des Innovationskongresses 2026?
„Ohne Fortschritt keine Zukunft – ohne Innovation kein Erfolg“. Der Kongress folgte dem Lebenszyklus eines Gebäudes, vom Planen über das Bauen bis zum Betreiben. Das Motto 2025 lautete „Innovation rechnet sich – digitale Lösungen für messbaren Mehrwert“.

Was zeigt der Technologiereport 2026 von Digital Findet Stadt?
Die regelmäßige KI-Nutzung in der Bau- und Immobilienbranche stieg von 8 Prozent (2024) auf 51 Prozent. Die regelmäßige BIM-Nutzung fiel im selben Zeitraum von 47 auf 20 Prozent. Befragt wurden 138 Unternehmen und Institutionen von Oktober bis Dezember 2025. Weil sich die Zusammensetzung der Befragten gegenüber 2024 verändert hat, sind die Werte nur eingeschränkt vergleichbar.

Transkript

0:07 Ich freue mich, euch ganz herzlich begrüßen zu dürfen zu unserem jetzt mittlerweile schon sechsten Innovationskongress. Wien Favoriten, 17. September. Im Cape Ten, einem Haus für soziale Innovation, kommt die österreichische Bau- und Immobilienwirtschaft zusammen. Anlass ist der sechste Innovationskongress von Digital findet statt. Das Motto: Ohne Fortschritt keine Zukunft, ohne Innovation kein Erfolg. Die Ausgangslage ist angespannt. Die Baukosten sind hoch, die Margen dünn und Fachkräfte fehlen an allen Ecken. Gleichzeitig verändert sich die Technik so schnell wie nie zuvor.

0:49 Wie sehr, zeigt der aktuelle Technologiereport von Digital findet statt. Den Auftakt macht Keynote-Speakerin Catarina Aguilar. Good morning Vienna, würde ich sagen. Ihre Botschaft: Innovation braucht jemanden, der sie vorantreibt und Verantwortung übernimmt. Dazu gehören Freiräume und die Möglichkeit, Fehler zu machen. Danach diskutieren Führungskräfte aus Entwicklung, Beratung und Infrastruktur darüber, wie Innovation vom Konzept in die Umsetzung kommt. Der Kongress folgt dem Lebenszyklus eines Gebäudes. Beim Planen geht es um Daten, OpenBIM und KI. Beim Bauen stehen Taktplanung und automatisierte Vorfertigung im Mittelpunkt, beim

Vollständiges Transkript anzeigen

1:32 Betreiben smarte Gebäudetechnik und der Bestand. Dazu kommen Start-ups aus Wien mit konkreten Lösungen und Praxisbeispiele statt Visionen. Was davon in der Branche ankommt? Wir haben nachgefragt. Der Innovationskongress ist für mich bis jetzt ein voller Erfolg. Wir hatten einen superspannenden Einstieg in den Tag mit einer tollen Keynote zum Thema Innovation selbst. Wir haben ganz tolle Podiumsdiskussionen danach gehabt. ÖBB, UBM, andere Unternehmen, die uns gezeigt haben, wie wichtig einerseits eine langfristige Planung ist, um robuste Projekte zu schaffen,

2:17 um resilient zu sein gegen äußere Einflüsse, aber gleichzeitig auch offen zu sein für all die wahnsinnigen Veränderungen, die da über uns hineinströmen. Sei es ja COVID, Klimawandel, die Bauflaute, Kriege in Nahost bis hin zu den rasanten KI-Entwicklungen. Dieses Spannungsfeld zu diskutieren, fand ich extrem spannend und das war ein toller Auftakt in den Tag heute. Also was ich ganz spannend fand, was mir in der Podiumsdiskussion auch noch mal klar wurde, ist, dass wir in dieser statischen Welt des Bauens umso schwierigere Herausforderungen haben, agil und flexibel zu bleiben.

2:57 Projekte dauern sehr lange, die Strukturen sind sehr starr und von Zertifizierungen und Normen und alldem getrieben und Standards und gleichzeitig liegt auch so viel Potenzial darin und als Innovatorin ist das der perfekte Playground, um alles neu zu denken und für die Zukunft aufzustellen. Letztes Jahr haben wir eigentlich vor allem darüber diskutiert, wie Digitalisierung auch zur Wirtschaftlichkeit beitragen kann. Dieses Jahr haben wir sozusagen noch einen Schritt zurück gemacht und uns angesehen, wie Innovation dazu beitragen kann, dass wir einfach langfristig wettbewerbsfähig bleiben können.

3:36 Sozusagen ausgehend von dem Punkt, dass allen klar ist, dass wenn wir uns nicht entwickeln, wenn wir nicht nach vorne schauen, ein Zukunftsbild haben, dass wir dann irgendwann einmal nicht mehr mitmischen werden. Also sozusagen die Frage, ob sich jetzt Innovation rechnet, hat sich jetzt gar nicht so sehr gestellt, zumindest nicht unmittelbar, sondern wir haben uns angesehen mit verschiedenen tollen Beispielen, wie man Innovation machen kann oder worauf man sich vorbereiten muss, wenn es um Innovation geht. Die Podiumsdiskussion war wirklich sehr spannend. Ich nehme sehr viele verschiedene Blickwinkel von meinen Mitdiskutanten mit,

4:14 verschiedene Herangehensweisen und auch wieder noch mal der Reminder, dass je diverser ein Team oder auch eine Diskussionsrunde zusammengesetzt ist, desto mehr verschiedene und interessante Ideen werden aufgestrichen und mitgebracht. Es gibt viele Möglichkeiten anzusetzen bei Digitalisierung, bei Innovation. Ich war ganz beeindruckt auch von dem Vortrag von Kopius und in den Gesprächen habe ich aber trotzdem gemerkt, wir brauchen die Menschen. Wir brauchen nicht nur die Technologie, wir brauchen auch die Menschen und die Menschen müssen so wie die Maschinen besser werden oder die Technologie besser

4:48 wird, müssen wir als Menschen in der Zusammenarbeit und im Anwenden und im Umsetzen besser werden und da ansetzen und das bleibt mir für heute auf jeden Fall hängen. Der Innovationskongress ist, wenn man das so sagen darf, mega. Hat mich sehr gefreut, war eine tolle Erfahrung. Kann ich jedem nur empfehlen und ich freue mich schon auf das nächste Jahr mit vielen innovativen Inputs. Der Innovationskongress ist ein super Format, um sich auszutauschen, in dem Fall ja auch länderübergreifend auszutauschen über aktuelle Themen und sich auch von anderen Impulse zu holen, was abschauen zu können, damit wir gemeinsam ein gutes

5:23 Stück weiterkommen. Wir müssen die Nachhaltigkeit neu rechnen, nämlich wir müssen sie länger rechnen. Vielleicht betrachten wir das auch alles immer sehr kurzfristig nur. Wenn wir es jetzt da über einen Lebenszyklus und auch darüber hinaus denken, dann geht die Rechnung immer auf. Der Innovationskongress ist für mich ein Fixpunkt, weil ich freue mich jedes Jahr darauf, neue Themen zu sehen, Innovationen zu sehen, schauen, was es Neues gibt und der Austausch zwischen den Leuten ist für mich immer sehr interessant, sehr spannend und ich freue mich natürlich auch schon auf nächstes Jahr. Das Problem mit dieser ganzen Innovation, das klingt ja jetzt alles fantastisch und

5:59 warum machen wir es nicht schon längst? Das Problem mit dieser Innovation ist, egal ob mit oder ohne KI, es fühlt sich immer richtig k***e an. Innovation fühlt sich immer an, wie ein Fahrrad zu fahren, das man zusammenschweißt, während man es schon fährt.

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