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Hotel Optimal Holiday 2026: Ferienhotellerie zwischen KI, Klimawandel und Kostendruck

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Mehr als 35 Vortragende, ein Tag und eine Leitfrage: Wie plant man ein Ferienhotel in einer Welt, in der sich kaum noch etwas planen lässt? Bei der siebenten Ausgabe der Konferenz „Hotel Optimal Holiday“ am 29. September im Arabella Jagdhof Resort am Fuschlsee in Hof bei Salzburg ging es um KI, die Generation Z und internationale Gäste.

HotelierInnen, BetreiberInnen, PlanerInnen und Technikanbieter sprachen außerdem darüber, wie man ein Haus energetisch umbaut, ohne den Gast aus dem Blick zu verlieren. Veranstaltet wurde die Konferenz von Mag. Alexander Ghezzo und Gudrun Ghezzo, MBA (Ghezzo GmbH). Das anschaulichste Fallbeispiel lieferte diesmal der Gastgeber selbst.

Sag leise Servus zur Planbarkeit

Wer die Ferienhotellerie heuer beobachtet, kennt die Stimmung: Saisonen verschieben sich, Gäste buchen kurzfristiger, und Mitarbeitende sind schwer zu finden. Den inhaltlichen Auftakt machte Alexander Lennart Schmidt (Hotelschool The Hague) mit einem Blick auf globale Trends und lokale Besonderheiten. Danach diskutierten Gernot Deutsch (ÖHV-Landesvorsitzender Steiermark, Heilthermen Resort Bad Waltersdorf), Michael Madreiter (Puradies) und Signe Reisch (Hotel Rasmushof Kitzbühel) darüber, was es bedeutet, wenn sich Saison, Gäste und Personal immer schwerer vorhersagen lassen.

Die anschließende Führungsrunde trug den Titel „Führungskraft sein: Zwischen KI, Klimawandel, globaler Verwirrung und regulativem Chaos“. Der Titel fasst die Lage der Branche ziemlich gut zusammen. Am Podium saßen Monika Erhardt (Boutiquehotel Werdenfelserei), Olaf Hagen (ADAPURA Wagrain), Josef „Sepp“ Schwaiger (Eder Hotels) und Sarah Wenghofer (Hotel Alpenland).

Schloss Fuschl und Jagdhof als Fallstudie

Der Tagungsort passte zum Thema. Das Arabella Jagdhof Resort gehört seit 2001 der Münchner Familie Schörghuber und wird über die Schloss Fuschl Betriebe GmbH von der Arabella Hospitality betrieben. Das Haus hat 143 Zimmer. Nach zwei Jahren Stillstand eröffnete es im November 2022 neu, heute läuft es unter der Marriott-Marke Tribute Portfolio. Gleich nebenan liegt das Rosewood Schloss Fuschl, ein Fünf-Sterne-Superior-Haus. Es wurde fast zwei Jahre lang umgebaut und im Juli 2024 wiedereröffnet.

Über die Energieversorgung beider Häuser sprachen Manuela Höllbacher (Schloss Fuschl Betriebe GmbH) und Markus Mösl (Equans Energie GmbH). Mösl hatte das Projekt schon im Vorfeld im Interview mit dem Veranstalter beschrieben: „Ein fossil betriebenes Hotel wird zu 100 % auf nachhaltige und regionale Energieversorgung umgestellt […]“. Gemeint ist der Jagdhof. Für das Schloss nannte er ein Prinzip, das zunächst widersprüchlich klingt: „Mit Kälte heizen!“ Die Abwärme aus der Kühlung von Zimmern und Spa erwärmt dort das Warmwasser.

Belastbare Zahlen zu Leistung, Investition und CO₂-Einsparung hat bisher allerdings niemand veröffentlicht. Mösl spricht lediglich davon, dass das Warmwasser „mit nur 1/4 des sonst erforderlichen Energieaufwands“ erzeugt werde. Das ist eine Angabe des Anbieters, und Equans war zugleich Partner der Konferenz. Im selben Gespräch kritisierte Mösl auch die Förderlandschaft: Sie sei extrem „heruntergefahren“ und nicht gerade entbürokratisiert worden. Zumindest das dürften viele im Saal ähnlich sehen.

Interessant ist auch Höllbachers Funktion: Sie koordiniert die Dienstnehmerunterkünfte. Für die Wiedereröffnung des Schlosses 2024 mietete der Betrieb noch leerstehende Pensionen in der Umgebung als Mitarbeiterquartiere an. Seit Ende November 2025 steht in Hof ein eigenes Mitarbeiterwohnhaus mit 80 Einheiten. Die Heimat Österreich und die Baufirma RHZ haben es in neun Monaten errichtet. Beheizt wird es über die erweiterte Hackschnitzelanlage, am Dach liegen 140 kWp Photovoltaik. Mitarbeiterwohnen ist damit für ein Haus dieser Größe Teil der Infrastruktur geworden, ähnlich wie Küche oder Spa.

Sanieren im Bestand: das Beispiel Guglwald

Neubau ist in der Ferienhotellerie die Ausnahme, saniert wird im Bestand. Wie das aussehen kann, zeigten Jürgen Obmauer (BELIMO Automation) und Alexander Pilsl (Hotel Guglwald) am Beispiel der energetischen Sanierung des Mühlviertler Hauses. Die folgende Nachhaltigkeitsrunde stand unter dem Motto „zwischen wirtschaftlichem Druck, rechtlichen Herausforderungen und Enthusiasmus“. Neben Pilsl saßen dort Martin Klein (Bergbahnen Turracher Höhe), Oliver Julian Pessoa Huber (Falkensteiner Michaeler Tourism Group) und Peter Unterlechner (Biohotel Grafenast). Nachhaltigkeit ist in den Betrieben angekommen. Sie muss sich aber zunehmend auch rechnen.

Margen, KI und der Gast

Den geopolitischen Rahmen zeichnete Hans R. Amrein (Hotel Inside) mit seinem Vortrag „Die Welt spielt verrückt“. Danach ging es ums Geld. Mit Bastian Becker (Melia Frankfurt), Matthias Engel (Geschäftsführer Im Weissen Rössl) und Roland Hirtenfelder (Werzers Hotels am Wörthersee) diskutierte Amrein über Kostentreiber und Margenkiller.

Am Nachmittag ging es um KI. Karin Leeb (Hotel Hochschober), Christian Grünbart (AVIVA Hotel), Alexander Seibold (Alpenhotel Ammerwald) und Simone Tiberi (Hotel Restaurant Sailer) sprachen über die Chancen der Technologie. Seibold brachte es am Rande der Konferenz auf den Punkt: Hotellerie sei „People Business“. Digitalisierung, KI-Prozesse und Automatisierung sollen den Mitarbeitenden Zeit für die Beziehung zum Gast zurückgeben, nicht zwanzig Prozent der Stellen einsparen. Ein besseres Erlebnis rechtfertige dann auch einen höheren Preis.

Danach ging es darum, wie sich Kommunikation in der KI-Ära verändert. Das letzte Podium hieß „Der Gast zurück im Fokus“. Neben HotelierInnen wie Kristof Cool (General Manager Arabella Jagdhof) diskutierte dort auch Architekt Martin Zechner (Zechner & Zechner ZT GmbH), der das Quadrill in der Tabakfabrik Linz geplant hat. Ihm gefiel der Querschnitt der Konferenz von der IT bis zum Architekten, „der noch immer mit Beton und Ziegel zu tun hat“.

Was bleibt: Rekorde und offene Rechnungen

Am Geschäft mangelt es nicht. Das Land Salzburg hat im Tourismusjahr 2024/25 rund 30,5 Millionen Nächtigungen gezählt, so viele wie nie zuvor. Der Sommer liegt mit 49 Prozent mittlerweile fast gleichauf mit dem Winter. Auch der August 2026 war nach vorläufigen Zahlen mit mehr als 4,2 Millionen Nächtigungen ein Rekordmonat. Die Fuschlseeregion setzt mit ihrer „Strategie 2030“ auf Qualität, Nachhaltigkeit und Ganzjährigkeit.

Die Nachfrage ist also da. Unter Druck stehen andere Dinge: Energiekosten, Personal, Regulierung und Investitionen in einen alternden Bestand. Antworten von außen erwartet Gudrun Ghezzo dabei nicht. ExpertInnen mit fertigen Zukunftslösungen gebe es nicht mehr, sagt sie: „Wir müssen Allianzen schmieden.“ Das gelinge am besten persönlich. Hans R. Amrein schätzte die Runde am Fuschlsee auf 100 bis 120 Personen und hielt diese Größe für ideal, gerade weil man dort noch wirklich miteinander reden könne.

Zum Abschluss führte ein Rundgang unter dem Titel „Heizen und Kühlen in Fuschl“ vom Jagdhof hinüber zum Schloss. Ob sich „mit Kälte heizen“ auch rechnet, wird man nicht am Podium sehen, sondern erst in der Energieabrechnung. Die nächste Gelegenheit, darüber zu reden, gibt es am 22. Oktober in Wien: Dann findet im Radisson Blu Das Triest die 11. Hotel Optimal City statt.

Transkript

0:09 Es ist eine Konferenz, die sich speziell an Hoteldirektoren und Hoteliers richtet und denen die Möglichkeit gibt, sich auszutauschen, sich Praxisbeispiele zu holen, aber auch mit Visionen zu beschäftigen, weil es auch in der Hotellerie darum geht, sich auf eine Zukunft gefasst zu machen, die sich stetig ändert. September, Arabella Jagdhof Resort am Fuschlsee. Ein Tag, sechs Podien, acht Impulse und Praxisbeispiele, rund 30 Vortragende. Das war die siebente Hotel

0:52 Optimal Holiday von Getzo Wissen rockt. Zum Auftakt ging es um globale Trends und um die Frage, wie viel Planbarkeit der Ferienhotellerie noch bleibt, bei Saison, Gästen und Mitarbeitenden. Dann wurde es konkret. Der Gastgeber zeigte, wie ein Resort auf regionale Energie umstellt und wie das Schloss nebenan mit Kälte heizt. Danach standen Nachhaltigkeit, Kosten und Margen auf dem Programm. Am Nachmittag ging es um künstliche Intelligenz und Digitalisierung und zum Schluss um den Gast. Am Abend gingen alle zu Fuß hinüber zum Schloss. Beim Sektempfang mit Blick über den See wurde weiterdiskutiert.

Vollständiges Transkript anzeigen

1:38 Die Hotellerie ist ein People Business. Mensch zu Mensch. Betten, Zimmer, Essen verkauft jeder. Das, was das Erlebnis ausmacht für den Gast, ist das Mensch-zu-Mensch-Sein. Und wenn wir das schaffen, mit Digitalisierung, mit KI-Prozessen, mit Automatisierung, den Mitarbeitern die Zeit wieder zu geben, um das in menschliche Beziehungen zu investieren, dann können wir auch einen höheren Preis dafür verlangen, weil der Gast ein besseres Erlebnis hat. Und ich glaube, das wird der Weg, den wir gehen müssen. Nicht, dass wir unbedingt 20 Prozent Stellen einsparen, sondern die Menschen, die wir noch beschäftigen, die Spaß an der Branche haben, denen eine

2:07 sinnhafte Beschäftigung zu geben und sich wirklich mit dem, was das Produkt ist, der Gast und das Gästeerlebnis zu beschäftigen und eben einen schönen Tag zu machen. Es gab sehr interessante Diskussionsrunden, Podiumsgespräche und ich nehme auf jeden Fall einiges mit nach Hause wieder zurück. Ich habe selten, muss ich hier ganz offen sagen, einen Anlass erlebt in der Größe genau richtig, 100, 120 Leute. Das heißt, man kann mit den Leuten reden. Es herrscht eine sehr aktive Kommunikation. Das Netzwerk ist hervorragend. Ich habe sehr viele gute Leute kennengelernt, Leute, die ich überhaupt nicht gekannt habe bis jetzt, sehr gute

2:42 Gespräche geführt. Man hatte Zeit für Gespräche zu führen, schon gestern Abend, auch jetzt wieder zwischendurch. Man hat Zeit, man kann minutenlang mit Leuten reden. Wenn da 500 oder 1.000 Leute sind, ist das alles fast nicht mehr möglich. Hier schafft man es, Hotel ist hinzukriegen, muss man so sagen. Und das ist eben sehr gut. Also das Geschäftsmodell, wenn man so sagen kann, dieses Anlasses, funktioniert offensichtlich. Also ich bin überrascht und sehr positiv. Der heutige Tag war für mich schwer interessant, weil wir engen Kontakt gehabt haben mit wirklich Hotelbesitzern, mit den Eigentümern selbst, was

3:12 die Leute bewegt, was für Herausforderungen in Zukunft stehen und wie wir vielleicht als Industrie und als Serviceanbieter unterstützen können, um einfach einen Teil ihrer Sorgen abzunehmen und dementsprechend schwer interessant. Top organisiert, top Location, muss ich ehrlich sagen. Ich bin mit sehr vielen Leuten in Kontakt getreten und war sehr happy, dass ich dabei sein durfte. Vielen Dank. Wir haben schon interessante Gespräche und ich gehe mal davon aus, dass da auch entsprechend zählbare Ergebnisse im Nachhinein dieser Veranstaltung herauskommen und das nehme ich mal mit. Wir haben dann noch eine Folgeveranstaltung in Wien und wenn das auch in die

3:50 richtige Richtung geht, denke ich mal, waren wir nicht zum letzten Mal hier. Finde ich immer ganz besonders toll, dass es einen Querschnitt gibt von A bis Z, also in dem Fall von der IT bis zu mir als Architekt, der irgendwie noch immer mit Beton und Ziegel zu tun hat. Also ein breites Spektrum wird da abgedeckt, das einfach ganz wunderbar ist. Bei mir im Hirn rattert es die ganze Zeit, weil ich mir schon überlege: „Okay, was kann ich wie vielleicht umsetzen?“ Oder „Was habe ich heute gehört, was vielleicht auch eine gute Lösung für meinen Betrieb ist?“ Tolle Veranstaltung, absolut. Wissen rockt. Weiter so. Danke.

4:28 Das war die siebte Hotel Optimal Holiday. Mein persönliches Resümee des Tages ist, dass Menschen nicht nur Lust haben, einander zu treffen, sondern Menschen haben das ganz dringende Bedürfnis, sich miteinander, untereinander auszutauschen. Wo drückt mich der Schuh? Welche Lösungsansätze hast du gefunden? Wie funktioniert das bei dir ganz genau? Weil wir haben nicht mehr die Expertinnen und Experten, die uns sagen, wie sind die Lösungen für die Zukunft? Wie stellen wir uns zukunftsfit auf angesichts der multiplen Krisen, vor der auch die Hotellerie steht, sondern wir müssen Allianzen schmieden und das geht ganz besonders gut auf der persönlichen Ebene.

5:04 Und je mehr Verbindungen hier auf einer solchen Konferenz entstehen, desto mutiger und desto entschlossener gehen die Hoteliers, gehen die Branchenexpertinnen, gehen die Gestalterinnen und Gestalter auch in die Zukunft, die wir wirklich haben wollen.

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