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BUWOG setzt in allen Bereichen auf Wachstum: Andreas Holler im Interview

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Während weite Teile der Immobilienbranche noch im Krisenmodus verharren, gibt die BUWOG ordentlich Gas: Sieben neue Projekte mit über 1.000 Wohneinheiten, strategische Bestandsankäufe und die Öffnung des Service-Portfolios für externe Kunden – Geschäftsführer Andreas Holler erläutert im Office Talk-Interview die ambitionierte Wachstumsstrategie des Wohnimmobilienkonzerns.

Antizyklisch investieren für den Wohnraumbedarf von morgen

„Wir bauen für die Zukunft", bringt Holler die Strategie auf den Punkt. Mit einer Pipeline von rund 5.000 Wohnungen setzt die BUWOG bewusst auf antizyklisches Handeln. „Wenn wir in drei Jahren mit den Projekten am Markt sind, wird der Wohnraumbedarf noch größer sein als heute", prognostiziert der Geschäftsführer.

Die vergangenen zwei Jahre nutzte das Unternehmen, um Projekte baureif zu machen. „Es ist schon heute nicht genug Produkt da", betont Holler. Trotz ambitionierter Baupläne bleibt er realistisch: „Wir können die Wohnungsnot vermindern und Wohnraum zur Verfügung stellen – aber selbst 1.500 Einheiten sind noch immer viel zu wenig."

Nur 6.000 statt 10.000 Fertigstellungen erwartet

Hollers Markteinschätzung für Wien fällt deutlich zurückhaltender aus als offizielle Prognosen: Statt der kolportierten 8.000 Einheiten rechnet er nur mit rund 6.000 Fertigstellungen im kommenden Jahr. „Mein Tipp, nachdem ich mit vielen Generalunternehmern in Kontakt bin", präzisiert er seine Einschätzung.

Mehr als nur Wohnbau: Signal für die Konjunktur

Die BUWOG-Offensive sieht Holler auch als wichtiges Signal für die Gesamtwirtschaft: „Es ist mittlerweile ein wirtschaftliches Gesamtproblem oder ein Konjunkturproblem. Das ist sicherlich ein Beitrag, die Konjunktur wieder in Schwung zu bringen." Mit seinen Aktivitäten leistet das Unternehmen einen substanziellen Beitrag zur Belebung der österreichischen Bauwirtschaft.

Zweigleisige Strategie: Development und Bestand

Als Komplettanbieter im Wohnimmobiliensektor verfolgt die BUWOG eine zweigleisige Wachstumsstrategie. Neben dem klassischen Development-Geschäft baut das Unternehmen auch sein To-Hold-Portfolio kontinuierlich aus. Geografisch konzentriert sich die Expansion auf große österreichische Städte, wie etwa Wien, Graz und Salzburg. „Dort gibt es den größten Wohnbedarf", erklärt Holler die Fokussierung.

Nachhaltigkeit als DNA des Unternehmens

„Wir bauen nur noch nachhaltig", stellt Holler unmissverständlich klar. Alle Neubauprojekte werden EU-Taxonomie-konform entwickelt. „ESG ist in unserer Company in der DNA verankert", betont der Geschäftsführer. Auch bei Bestandsimmobilien investiert die BUWOG konsequent in nachhaltige Sanierungen und Modernisierungen.

Neue Geschäftsfelder: Services für externe Kunden

Eine weitere Wachstumsdimension erschließt die BUWOG durch die Öffnung ihres Service-Portfolios für Dritte. Die gesamte Wertschöpfungskette – vom Ankauf über Hausverwaltung, Facility Management, Entwicklung bis zum Gewährleistungsmanagement – bietet das Unternehmen nun auch externen Kunden an.

„Aufgrund unserer Skalierungseffekte, Prozesse und IT-Landschaft können wir diese Dienstleistungen auch Dritten anbieten", erläutert Holler das Geschäftsmodell. Zielgruppe sind sowohl institutionelle Investoren wie ausländische Fonds als auch private Immobilieneigentümer. „Die Nachfrage ist sehr gut", zieht der Geschäftsführer eine erste positive Bilanz.

Marktausblick: Seitwärtsbewegung 2026, Wachstum ab 2027

Hollers Einschätzung für die kommenden Jahre fällt differenziert aus: „Wir haben zumindest eine Seitwärtsbewegung." Positiv wertet er die sinkende Inflation und fallende Zinsen, die insbesondere die Finanzierungsbedingungen verbessern. „Für diejenigen, die Finanzierung oder Kapital haben, ist es derzeit ein sehr guter Moment, in den Markt einzusteigen", sieht er attraktive Einstiegschancen.

Die Talsohle sieht Holler Ende 2025 erreicht. Für 2026 erwartet er noch eine Seitwärtsbewegung, ab 2027 dann wieder Wachstumsraten. Sein Fazit: „Positiver mittelfristiger Ausblick, kurzfristig wird man noch kämpfen müssen."

Kapitalstärke als Wettbewerbsvorteil

Ein entscheidender Vorteil der BUWOG in der aktuellen Marktphase: Das Unternehmen ist nicht auf projektbezogene Finanzierungen angewiesen. „Wir haben Unternehmensfinanzierungen, sind kapitalstark", betont Holler. Diese finanzielle Unabhängigkeit ermöglicht es uns, die aktuelle Marktphase für strategische Zukäufe und antizyklische Investitionen zu nutzen – während viele Wettbewerber noch mit Finanzierungshürden kämpfen.

Über die BUWOG Die BUWOG ist eines der führenden Wohnimmobilienunternehmen in Österreich und verfügt über eine umfassende Expertise entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das Unternehmen entwickelt, baut und verwaltet Wohnimmobilien mit Fokus auf nachhaltige und zukunftsorientierte Konzepte. Die BUWOG ist eine Tochter der Vonovia SE, Europas führendem Wohnungsunternehmen mit Sitz in Bochum (Deutschland).

Transkript

0:10 Immobilienredaktion Office Talk, Folge Nummer 626, es wird wieder gebaut und einer der viel baut ist heute bei mir bei mir ist Andreas Holler von der BuBuck. Andreas, hallo und danke, dass du dir die Zeit nimmst für unser Interview. Klar, schönen guten Tag erstmal von meiner Seite. Sieben neue Projekte, 1.005 Wohneinheiten, man hat das Gefühl, während die ganze Branche noch mit der Handbremse fährt, gibt die BuBuck jetzt wieder richtig Gas? Ja das machen wir auch tatsächlich. Es hat ja auch seine Hintergründe bzw. unsere Motivation ist ja dahingehend, dass wir für die Zukunft bauen und wir gehen ja davon

0:45 aus, dass der Wohnbedarf nicht nur heute, sondern morgen noch größer sein wird und deswegen haben wir antizyklisch gehandelt eigentlich und investieren fleißig und bringen unsere Projekte in den Bau, weil wir davon ausgehen, das hat ja eine Durchlaufzeit von drei Jahren und wenn wir am Markt mit den Projekten sind, wird der Wohnraumbedarf noch größer sein als heute, also da ist schlicht und einfach die Motivation, unseren Auftrag zu erfüllen und Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Das heißt jetzt bauen, damit dann wenn wir aus der Krise rauskommen, genug Produkt da ist? Genau so ist es, also es ist schon heute nicht genug

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1:26 Produkt da, ist unser Ansatz ist nicht nur unser Ansatz, sondern das sind die Marktgegebenheiten und wir haben ja sozusagen die letzten zwei Jahre daran gearbeitet, Projekte baureif zu machen und jede Wohnung, die wir jetzt bereitstellen können, ist eine Wohnung mehr für den Markt, die bitter benötigt werden. Zu wenig Wohnraum ist auch gleich das Stichwort für die nächste Frage. Was glaubt ihr mit diesen 1500 oder über 1500 Einheiten, wie viel richtet ihr denn da aus gegen den Wohnungsmangel, der vor der Tür steht, schon da ist oder noch auf uns zukommt? Also tatsächlich ist das eher,

2:07 also es ist ja für Wien eigentlich, also ich spreche jetzt von Wien im Wesentlichen also wenn ich ganz Österreich dazu nehme, dann richten wir damit nicht viel aus. Für Wien würde ich sagen, kommt darauf an, wie viele Wohnungen jetzt tatsächlich gebaut werden, Markt kolportiert werden ja 8000 Einheiten prognostiziert, das nächstes Jahr fertig gestellt werden. Ich gehe davon aus, dass es wesentlich weniger sein werden, also mein Tipp, nachdem ich mit vielen Generalunternehmern in Kontakt bin, sind, dass wir eher so gegen 6000 Fertigstellungen haben werden, also irgendwo wird die Wahrheit im Endeffekt

2:41 erliegen, das werden wir ja sozusagen nächstes Jahr sehen und wenn man davon ausgeht, dass wir 1500 Einheiten machen, dann haben wir zwar einen Marktanteil davon, einen nicht so kleinen, also als ein privater Wohnbauträger, aber das ist noch immer viel zu wenig, das heißt ausrichten können wir gar nichts damit, wir können nur sagen wir mal, die Wohnnot vermindern und Wohnraum zur Verfügung stellen. Diese genau diese sieben Projekte und so viel zu bauen, hat das deiner Meinung nach auch eine Symbolkraft in die Branche? Auf jeden Fall, also ich glaube, ist mal, erstmal ist es mal ein Anzeichen, dass wir in Österreich ja nur ein Wohnbauproblem,

3:23 es ist ja mittlerweile ein wirtschaftliches Gesamtproblem oder ein Konjunkturproblem und das ist sicherlich ein Beitrag, die Konjunktur wieder in Schwung zu bringen, also wenn wir davon ausgehen, wir haben eine Pipeline von circa 5000 Wohnungen und jetzt wir hoffen natürlich, dass wir noch mehr Projekte zukaufen können und das ist ungefähr ein Investitionsvolumen von zwei Milliarden Euro bei den nächsten Jahre gerechnet, also damit kann man schon was anfangen. Die Bobo wächst aber nicht nur im Kerngeschäft, in der Projektentwicklung, ihr habt auch Serviceleistungen für externe geöffnet, dazu kommen wir gleich noch,

3:58 aber ihr habt auch Bestandsimmobilien eingekauft? Auf jeden Fall, also wir sind, wir haben zwei Zweige, wir nennen das so schön den To-Hold-Bereich, das sind die Bestandslegenschaften wir sind ja ein Wohnimmobilienkonzern, ein Komplettanbieter. Das ist sicherlich auch ein Vorteil aus der Development-Sicht, weil wir natürlich sowohl in den Bestand als auch für den Markt, für den Einzelwohnungsverkauf oder auch für globale Verkäufe produzieren. Wir kaufen sowohl im To-Hold-Segment, also im Bestandssegment nach und wir kaufen auch Projekte fürs Development nach also wir wollen in beiden Bereichen

4:37 wachsen. Jetzt gerade habt ihr etwas in Graz zugekauft, was macht denn den Grazer Markt für euch so spannend? Also Graz ist nicht der einzige Markt, da ist noch mehr in der Pipeline als in den Bundesländern, also wir haben sagen wir mal, unsere Strategie dahingehend erweitert, dass wir überall dort wo wir schon Bestand haben bzw. unsere Serviceleistungen anbieten können, auch dort wachsen, also in der Region. Und da bietet sich natürlich Graz als einer der wichtigsten Märkte, als einer der größten Märkte nach Wien weil Wien ist sozusagen der Hauptmarkt in Österreich, also das Ballungszentrum, bietet sich Graz einerseits von der Lage,

5:17 dem Wohnraumbedarf auch an, aber nicht nur Graz, also wir haben dort auch ein großes Portfolio, es sind auch andere Bundesländer, die wir bearbeiten, wir haben ja zum Beispiel in Salzburg verdichten wir auch noch, da haben wir sehr, großes Projekt, das Südtiroler Quartier, wo wir auch Bestandseinheiten haben und auch unsere Serviceleistungen anbieten können, aber es stehen noch weitere Bundesländer sozusagen auf unserem Plan. Wie sucht ihr eure Immobilien aus, was ist da die Ankaufsstrategie, dass du sagst, will ich haben? Also klar ist es mal, Location ist eine Frage, natürlich auch Infrastruktur,

5:55 es müssen natürlich die wirtschaftlichen Daten passen, es muss die Nachfrage, also wir müssen an die Nachfrage glauben, wir müssen an das Produkt glauben, das was wir entwickeln und es muss natürlich absetzbar sein, da spielen sehr, viele Faktoren eine Rolle, also wenn es bei uns in der Strategie passt mit unserem Serviceangebot, dann machen wir das. Spürt ihr, dass da aktuell mehr auf den Markt kommt, Institutionelle, die vielleicht Teile ihres Portfolios abstoßen? Ja das ist so, ist kein, sondern es ist nicht mal ein offenes Gericht das klar ist, offensichtlich, es sind also die größten offenen österreichischen Fonds

6:36 verkaufen derzeit Immobilien, vor allem hat das zwei Gründe, das eine ist natürlich, die Liquidität in deren Fonds sagen wir mal, geringer ist und das zweite ist natürlich, da gibt es Nachhaltigkeitskriterien, die vielleicht nicht erfüllt werden können und dann verkaufen sie diese Immobilien, was natürlich für uns auch interessant ist, weil wir auch in unserem Businessmodell einen eigenen Zweig haben wo wir sagen, wir übernehmen auch Immobilien, die heute nicht nachhaltig sind, aber wir praktisch investieren, um die nachhaltig zu machen. 2026 noch neu, ihr öffnet euer Service für externe Unternehmen,

7:18 quasi Services über den ganzen Lebenszyklus der Immobilie, er bietet ja alles an, vom Bau über die Verwaltung, was ist da noch alles Drinnen? Also wir bilden ja bei uns, wir sind ja halt Komplettanbieter, wir haben die gesamte Wertschöpfungskette, das geht ja schon, das beginnt ja schon beim Ankauf, Servicierung, Buchhaltung, Dienstleistungen, praktisch Hausverwaltung, Facility Management, Entwicklung, Gewährleistungsmanagement, also wir machen ja alles, also es gibt ja nichts, was wir nicht machen, weil wir eben die gesamte Wertschöpfungskette im Wohnimmobiliensektor anbieten und wir sagen einfach, aufgrund unserer Skalierungseffekte und

8:01 aufgrund unserer Prozesse und aufgrund unserer IT-Landschaft, können wir diese Dienstleistungen dritten auch anbieten und das machen wir, also wir haben das sozusagen, Value-Add-Gedanken in Unternehmen, dass wir praktisch Dienstleistungen weil wir auch skalieren können und auch praktisch die Struktur dazu haben, auch dritten anbieten können das können institutionelle sein, aber das können auch private sein. Wie gut läuft das an, was ist da für ein Potential in diesem neuen Geschäftsbereich? Also wir haben jetzt damit begonnen und wir haben schon einige größere Accounts, also auch Fonds, also ausländische Fonds, hier investieren,

8:40 wir inländische Immobilieneigentümer auch schon als Kunden gewonnen und wir haben jetzt gerade auch begonnen sozusagen wieder, aber jetzt haben wir auch die IT-Struktur und die Servicierungen diesbezüglich, bieten wir es auch privaten an und die Nachfrage muss ich sagen, ist sehr gut. Letzte Frage, man hat früher gehört Survival 25, jetzt hört man immer wieder, ja 2026 durchschreiten wir die Talsohle, es gibt einige Hürden für private Käufer, wie siehst du das Jahr, was wird besser wird es besser überhaupt 2026, welche Erleichterungen kommen?

9:21 Also das erste ist, ich glaube ich sehe mal jetzt, was ja schon positiv ist, wir haben zumindest mal eine Seitwärtsbewegung also Bewegungen, also wir haben eine Seitwärtsbewegung sehen, Verbesserungen wirtschaftlich ist zu offen, dass natürlich die Inflation runtergeht und die Zinsen fallen, das hilft natürlich dem Markt, vor allem bei Finanzierungen auch, sowohl Finanzierungen für Mitbewerber wir sind ja nicht abhängig von Finanzierungen um etwas zu entwickeln, haben also Unternehmensfinanzierungen, sind kapitalstark, aber wenn natürlich die Finanzierungen sowohl für Endkunden als auch für den Mitbewerb einfacher werden oder einfacher

9:59 zu bekommen werden, sollte das den Markt zumindest ein wenig ankurbeln. Ich glaube persönlich, es ist derzeit, diejenigen, Finanzierung oder Kapital haben ein sehr guter Moment, im Moment in den Markt einzusteigen oder zuzukaufen, auch im privaten Sektor, weil es wird in der Zukunft aufwärts gehen und nachdem, wie du es auch gesagt hast, die Talsolle bis Ende letztes Jahr erreicht worden ist, sieht man dieses Jahr wahrscheinlich noch so eine Seitwärtsbewegung und ab nächstes Jahr werden wir schon wieder Wachstumsraten sehen, deswegen aus meiner Sicht, positiver mittelfristiger Ausblick,

10:39 kurzfristig wird man noch kämpfen müssen. Dann komme ich nächstes Jahr wieder zu einem mittelfristigen. Auf jeden Fall. Andreas, ich sage schon mal Danke vielleicht zum Abschluss noch, viele neue Projekte, neue Geschäftsfelder, Ankauf, ich glaube du kannst dich über Langeweile nicht beschweren, wie holt sich denn ein Andreas Holler da die Energie für diese doch aufregenden Zeiten auch nach den letzten Jahren? Also Work-Life-Balance ist sicherlich ein sehr wichtiger Punkt, ist auch in unserem Unternehmen ein sehr wichtiger Punkt, ich mache das persönlich, indem ich jetzt wirklich intensiv zum Beispiel über die

11:11 Weihnachtszeit versuche abzuschalten, andere Dinge zu machen, damit ich dann voller Energie bin und dann in regelmäßigen Abständen also wirklich mehr aufs Live schauen und das mache ich so alle drei Monate, glaube ich, dass ich immer hinreise, ganz abschalten kann man nie, aber man versucht es. Wunderbar, danke dir. Danke dir Auch. Und wenn ihr keine Folge unserer Immobilienredaktion Office Talk mehr verpassen wollt, dann abonniert unseren Newsletter oder folgt unserer LinkedIn-Seite, die unabhängige Immobilienredaktion

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