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Wiener Wohnungsmarkt im Wandel – Erkenntnisse aus dem 1. Österreichischen Neubaubericht der WKO

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Der kürzlich veröffentlichte erste Österreichische Neubaubericht 2025 der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) liefert besorgniserregende Zahlen zur Entwicklung des heimischen Immobilienmarktes. Die vom Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in Auftrag gegebene und vom Institut für Immobilienwirtschaft Exploreal durchgeführte Analyse zeichnet ein deutliches Bild der aktuellen Marktlage – insbesondere für den Wiener Wohnungsmarkt.

„Die Lage schaut schlecht und besorgniserregend aus. Wir haben bis 2026 einen Einbruch von 50 Prozent in der Wohnbautätigkeit – gewerbliche und gemeinnützige zusammen", warnt Gerald Gollenz, Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, unmissverständlich. „Und wenn man jetzt nicht endlich aufwacht, wann dann?"

Kleiner, aber hochwertiger – Der Trend in der Bundeshauptstadt

„In Städten wie Wien wird kleiner gebaut, in ländlicheren Regionen finden wir mehr Dreizimmer-Wohnungen", erläutert Johannes Wild, stellvertretender Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder und Obmann der Fachgruppe Immobilien in der Wirtschaftskammer Niederösterreich. Diese Entwicklung spiegelt die zunehmende Verdichtung des urbanen Raums in der Hauptstadt wider.

Während österreichweit rund 44 Prozent der Neubauten als Ein- bis Zweizimmer-Wohnungen konzipiert werden, liegt dieser Anteil in Wien deutlich höher. Die Bundeshauptstadt folgt damit einem Trend, der durch steigende Grundstückspreise und veränderte Lebensformen geprägt ist. Besonders bemerkenswert: Trotz der kompakteren Bauweise steigt die Qualität der Wohnungen kontinuierlich an. Bereits 96 Prozent des Gesamtangebotes verfügen über eine Freifläche von durchschnittlich 11 Quadratmetern – ein Qualitätsmerkmal, das gerade in dicht besiedelten urbanen Gebieten wie Wien an Bedeutung gewinnt.

Drastischer Einbruch bei Fertigstellungen

„Die fertiggestellten Wohneinheiten sinken bis 2026 im Vergleich zu 2022 um 40 Prozent. Das ist dramatisch. Es ist beinahe eine Halbierung, die einer Stadt in der Größe von Wiener Neustadt entspricht", führte Herwig Pernsteiner, Obmann-Stellvertreter des Verbands der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV), in der Präsentation aus. Diese Entwicklung trifft den Wiener Wohnungsmarkt in einer Phase steigender Nachfrage besonders hart.

Wurden 2022 noch rund 46.000 Wohnungen österreichweit fertiggestellt, werden es 2026 voraussichtlich nur noch 25.000 sein. In Wien, wo der Bedarf an leistbarem Wohnraum besonders akut ist, verschärft diese Entwicklung den bereits bestehenden Druck auf den Immobilienmarkt zusätzlich.

Gemeinnützige Bauträger als Stabilisatoren im Wiener Wohnbau

Für die Bundeshauptstadt erweisen sich die gemeinnützigen Bauvereinigungen als wichtiger stabilisierender Faktor. „Wir versuchen trotz dieser markanten Veränderung weiter ein stabilisierender Faktor mit konstant hoher Bautätigkeit zu sein - wichtig für die Volkswirtschaft, wertvoll für unsere Bewohnerinnen und Bewohner", so GBV-Obmann-Stellvertreter Herwig Pernsteiner. „Bei nahezu einem Drittel der Wohnungen, gerade im Segment ‚leistbarer Wohnraum’, steht ‚Made by GBV’ drauf."

Diese Entwicklung ist für den Wiener Wohnungsmarkt von besonderer Relevanz, da hier die Nachfrage nach leistbarem Wohnraum besonders hoch ist und die gemeinnützigen Bauvereinigungen traditionell stark vertreten sind.

Historische Kooperation für umfassenden Marktüberblick

Eine Besonderheit des aktuellen Neubauberichts ist die erstmalige Kooperation zwischen den gemeinnützigen Bauvereinigungen und der gewerblichen Wirtschaft. „Wir präsentieren jetzt beide die Zahlen – auf der einen Seite die Gemeinnützigen, auf der anderen Seite die gewerbliche Wirtschaft. Das heißt, 100 Prozent aller Wohnungen, die in Österreich umgesetzt werden, werden in diesem Bericht abgebildet", erklärt Gerald Gollenz die Bedeutung der Zusammenarbeit.

Dieser Schulterschluss unterstreicht die Dringlichkeit der aktuellen Lage: „Ich finde, dass dieser Zusammenschluss, dieser Schulterschluss eigentlich zeigt, wie drängend das Thema ist. Wenn wir jetzt nicht reagieren, wenn Sie sich die Zahlen anschauen – wir müssen jetzt reagieren. Und wenn es nicht jetzt ist, wann dann?"

Ausblick und Handlungsbedarf für Wien

Gerald Gollenz sieht trotz der alarmierenden Zahlen ein „leichtes Licht am Horizont durch das Auslaufen der Verordnung. Das heißt, die Leute bekommen wieder Geld, die Leute gehen wieder hin zu den Banken." Dennoch bleibt er vorsichtig in seiner Prognose: „Ich traue mir nicht zu sagen, es wird jetzt besser, aber wir werden eine Stagnation auf dem jetzigen Niveau haben. Aber das jetzige ist 50 Prozent unter 2022."

Angesichts dieser Entwicklung fordert er dringend politisches Handeln: „Um die Bautätigkeit wieder anzukurbeln, braucht es dringend politischen Umsetzungswillen inklusive Maßnahmen für leistbaren Wohnbau und einen Sanierungsturbo. Denn auch wenn alle am Wohnbau Beteiligten wie bisher in ihrem jeweiligen Bereich ihr Bestes geben - auf Dauer werden wir so nicht genügend Wohnungen auf den Markt bringen können."

Sein Appell an die Politik ist eindringlich: „Wir bräuchten zumindest eine Staatssekretärin für Wohnbau, die sich auch wirklich darum kümmert. Wenn es schon keinen Staatssekretär gibt, aber zumindest eine Sektionschefin, die sich unserer Sache annimmt."

Für den Wiener Immobilienmarkt bedeutet dies, dass trotz leichter Erholung bei den Transaktionszahlen die strukturellen Herausforderungen bestehen bleiben. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die prognostizierte Stabilisierung ab 2026 eintritt und inwiefern politische Maßnahmen zur Ankurbelung des Wohnbaus in der Hauptstadt greifen werden.

Transkript

0:00 Ich habe mal gehört vom Präsidenten, dass das Ziel der Gemeinnützigen ist, die 15.000 Wohnungen im Jahr zu bauen. Ich wünsche Ihnen 30.000 Wohnungen, denn nämlich nur so können wir beide das garantieren, dass wir gemeinsam für die Österreicher das errichten und deshalb mein Appell an die Politik und an den Abschließenden auch an den Herrn Vizekanzler. Wir bräuchten zumindest eine Sektion Wohnbau, die sich auch wirklich darum kümmern, wenn schon keinen Staatssekretär gibt, aber zumindest einen Sektionschef, der sich unsere Sache Anbietet.

0:44 Gerhard, jetzt wurden von der Expo real, beziehungsweise von IMOSCOUT, wenn man das so will, die Zahlen präsentiert für den Wohnbaubericht. Schaut nicht wirklich prickelnd aus? Ganz im Gegenteil, das schaut schlecht und besorgniserregend aus. Wir haben bis 2026 einen Einbruch von 50 Prozent in der Wohnbautätigkeit, gewerbliche und gemeinnützige zusammen und wenn man jetzt nicht endlich aufwacht, wann dann? Ihr habt es heute sehr sehr drastisch gezeigt, wobei ich einen positiven Aspekt herausgefunden habe. zwar ist es doch, dass heute auch jemand, also der Vizepräsident von GVP da war.

Vollständiges Transkript anzeigen

1:26 Der Vizepräsident ist der der Gemeinnützigen Bauvereinigung Wir haben heute erstmals gemeinsam in diese Pressekonferenz gegeben, weil wir uns für den ersten österreichischen Neubaubericht in einer Kooperation zusammengeschlossen haben. Das heißt, wir präsentieren jetzt beide die Zahlen, auf der einen Seite die Gemeinnützigkeit, auf der anderen Seite die gewerbliche Wirtschaft. Das heißt, 100 Prozent aller Wohnungen, in Österreich umgesetzt werden, werden in diesem Bericht abgebildet und das war uns ein großes Anliegen, dass wir gemeinsam hier Österreicherinnen und Österreichern zeigen können, was wir tun und was wir tun müssen.

2:02 Das hat sich aber eigentlich aus der Situation, die wir jetzt haben, ergeben, weil vorher war das nichts und man hat sich jetzt einfach gesagt, wir müssen uns zusammenschlissen, es geht nicht Anders. Wir haben schon in den Vorjahren die Zahlen der GPV miteinfließen lassen in unseren Neubaubericht, aber dass sie auch jetzt mit uns in Kooperation diesen Bericht rausgeben, das ist neu und ist glaube ich auch ganz wichtig. Ich finde aber auch, dass dieser Zusammenschluss dieser Schulterschluss eigentlich zeigt, wie drängig das Thema ist. Das ist so, also wenn wir jetzt nicht reagieren, wenn Sie sich die Zahlen anschauen,

2:37 wir müssen jetzt reagieren und wenn es nicht jetzt ist, dann? Du hast gesagt, glaube, das war bei der letzten oder bei vorletzten Pressekonferenz, was bis Sommer nicht auf Schiene ist heuer wird schwierig, also wird in den Stadion, bis es einmal fertig ist und so weiter, das heißt, glaubst dass genug auf Schiene kommt oder zeigt sich da irgendetwas oder wird es tatsächlich Schwieriger? Es zeigt sich ein leichtes Licht am Horizont durch das Auslaufen der GIMP-Verordnung, das heißt, die Leute bekommen wieder Geld, die Leute gehen wieder hin zu den Banken, das heißt ich sehe schon, dass es jetzt zumindest nicht mehr schlechter wird.

3:14 Ich traue uns nicht zu, dass wir sagen, es wird jetzt besser, aber wir werden eine Stagnation auf dem jetzigen Niveau haben, aber das jetzige Niveau ist um 50 Prozent unter 2022.

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