Werbung
Anzeige
Überspringen in  s

Wie beeinflusst das Konsumverhalten der Österreicher die Retail-Immobilien? Ein Interview mit Amela Salihovic

389

 Artikel

5

 Erwähnungen

6 Follower folgen
4 Minuten Lesezeit

Das Konsumverhalten der Österreicher und dessen Einfluss auf österreichische Retailimmobilien, einschließlich Shoppingcenter und Einkaufszentren, ist signifikant. Die sich wandelnden Einkaufsgewohnheiten und Präferenzen der Verbraucher formen entscheidend die Entwicklung und das Design dieser Immobilien. Dieser Artikel untersucht, wie das österreichische Einkaufsverhalten Retail-Immobilien beeinflusst und welche Herausforderungen sowie Chancen sich daraus für den österreichischen Einzelhandel ergeben.

Wir werfen zunächst einen Blick auf die Dynamik des Konsumverhaltens in Österreich und analysieren die Rolle von Retail-Immobilien in der heutigen Konsumgesellschaft. Ein Highlight ist das Interview mit Amela Salihovic, die als Expertin tiefe Einblicke in die Thematik bietet und erläutert, wie österreichische Einzelhandelsimmobilien auf veränderte Kundenströme reagieren können. Abschließend fassen wir die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und geben einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im österreichischen Retailimmobilien-Sektor.

Konsumverhalten der Österreicher und dessen Dynamik

Das Konsumverhalten in Österreich hat sich laut Amela Salihovic von RegioData, einem führenden Marktforschungsunternehmen, in den letzten Jahren dynamisch entwickelt. Die reale Kaufkraft der Österreicher ist gestiegen, selbst unter Berücksichtigung der Inflation, wobei durchschnittlich jeder Haushalt über knapp 27.000 Euro im Jahr verfügt.

Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Einkommensklassen. Während die unterste und oberste Schicht seit 2019 an Kaufkraft gewonnen haben, sieht sich die untere Mittelschicht mit einem Jahreseinkommen zwischen 15.000 und 20.000 Euro zunehmend mit Herausforderungen durch Inflation und steigende Lebenshaltungskosten konfrontiert.

Ein markanter Trend ist der Konsum-Shift vom 'Haben zum Sein', wobei die Ausgaben für Gastronomie und Freizeit in den letzten zehn Jahren um 80 Prozent gestiegen sind, während die Ausgaben für Schuhe und Bekleidung stagnierten. Dieser Wertewandel hin zu mehr Erlebnissen und Entertainment wurde durch die Corona-Pandemie noch verstärkt und spiegelt sich im österreichischen Einkaufsverhalten wider.

Die Rolle der Retail-Immobilien in der heutigen Konsumgesellschaft

Retail-Immobilien wie Shopping Center, Einkaufszentren und Fachmarktzentren sind zentral in der heutigen Konsumgesellschaft. Sie müssen sich jedoch an die sich wandelnden Vorlieben der Verbraucher anpassen. Ein Konsum-Shift vom 'Haben zum Sein' hat stattgefunden, mit einem starken Anstieg der Ausgaben für Gastronomie und Freizeit, während die Ausgaben für Bekleidung stagnierten, was die österreichischen Einkaufszentren und Retailimmobilien vor neue Herausforderungen stellt.

Um in der heutigen schnelllebigen Welt relevant zu bleiben, müssen österreichische Retail-Immobilien innovative Konzepte umsetzen und mehr Raum für Erlebnisse und Entertainment bieten. Dies erfordert Kreativität und Mut von den Projektentwicklern. Erfolgreiche Umgestaltungen können die Kundenströme positiv beeinflussen, stellen jedoch auch eine Herausforderung in der Handelsobjektplanung und -entwicklung dar.

Interview-Highlights mit Amela Salihovic

Amela Salihovic, Marketing- und PR-Managerin bei RegioData Research, teilte im Interview aufschlussreiche Erkenntnisse zum Konsumverhalten der Österreicher und dessen Auswirkungen auf Retail-Immobilien. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Analyse von Daten im europäischen Consumer Real Estate Sektor bietet RegioData wertvolle Marktdaten für Handel, Immobilien und Konsumenten.

Salihovic betonte, dass die reale Kaufkraft der Österreicher trotz Inflation steigt, mit durchschnittlich knapp 27.000 Euro pro Haushalt im Jahr. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den Einkommensklassen - während die unterste und oberste Schicht seit 2019 an Kaufkraft zugelegt haben, wird es für die untere Mittelschicht zunehmend eng, was die österreichische Wirtschaft und das Konsumverhalten beeinflusst.

Ein signifikanter Trend ist der Konsum-Shift vom 'Haben zum Sein', mit einem Anstieg der Ausgaben für Gastronomie und Freizeit um 80 Prozent in den letzten zehn Jahren, während die Ausgaben für Schuhe und Bekleidung stagnierten. Dieser Wertewandel hin zu mehr Erlebnissen und Entertainment, verstärkt durch die Corona-Pandemie, spiegelt sich im österreichischen Einkaufsverhalten und in der Wirtschaft wider.

Um in der dynamischen Welt der österreichischen Retail-Immobilien, einschließlich Shoppingcenter und Einkaufszentren, relevant zu bleiben, müssen innovative Konzepte umgesetzt und mehr Raum für Erlebnisse geschaffen werden. Dies erfordert Kreativität und Mut von Projektentwicklern im Bereich der österreichischen Handelsobjektentwicklung und -planung. Erfolgreiche Umgestaltungen können die Kundenströme positiv beeinflussen, sind jedoch mit Herausforderungen verbunden.

Schlussfolgerung und Ausblick

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Konsumverhalten der Österreicher, einschließlich der neuesten Konsumtrends, einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung und Gestaltung von Retail-Immobilien wie Shoppingcenter und Einkaufszentren in Österreich hat. Der Wertewandel hin zu Erlebnissen und Entertainment stellt diese vor neue Herausforderungen, bietet aber auch Chancen für innovative Konzepte.

Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen Projektentwickler im Bereich der österreichischen Retail-Immobilien, einschließlich Shoppingcenter und Einkaufszentren, kreativ sein und den Mut haben, neue Wege in der Handelsobjektentwicklung und -planung zu gehen. Nur so können sie auch in Zukunft eine zentrale Rolle in der Konsumgesellschaft spielen und den sich wandelnden Bedürfnissen der Verbraucher gerecht werden.

Dieser Inhalt enthält KI-generierte Elemente.

Transkript

0:00 Diese Folge des Immobilienredaktion Office Talk wird Ihnen präsentiert von Delta, Ihr Dienstleister in den Bereichen Architektur, Baumanagement und Consulting. Herzlich willkommen zum Immobilienredaktion Office Talk. Eine Asset-Klasse ist momentan sehr stark im Wandel, das sind die Retail-Immobilien. Wir wollen heute einen Blick auf die Ursachen dieses Wandels werfen. Wir werden nämlich uns darüber unterhalten, wohin momentan die Österreicher ihr Geld ausgeben, in welche Bereiche der Freizeit und der Fun-Gestaltung Österreicher momentan ihr Haushaltsbudget stecken und auch wie sich das

0:41 Haushaltsbudget entwickelt hat in den letzten Jahren. Bei mir heute Amela Salijovic von Regio Data. Amela, hallo. Hallo, Hallo. Freut mich, dass du dir Zeit genommen Hast. Danke für die Einladung. Die Worte sind immer kommend. Vielleicht merkst du dich kurz, wozu sie an Vorstellungen, wer du bist und was du da schon Machst? Gerne. Also nochmal für alle, ich bin Amela Salijovic und für das Marketing und PR-Manager bei der Regio Data Research Städte, insbesondere eben für den Freizeitbereich. Das heißt, ein Großteil meiner Arbeit besteht eben daraus,

Vollständiges Transkript anzeigen

1:22 ich muss erzahlen, da du uns fragst, um über verschiedene Kanäle zu kommunizieren. Das ist jetzt beispielsweise noch ein praktisches Besseraussendungen oder eben durch Vorträge wie jene am Retail-Symposium. Genau, Stichwort. Wir haben uns kennengelernt am Retail-Symposium, da hast du einen Vortrag gehalten. Du hast wohl den schwierigsten Time-Vortrag für Vorträge am Retail-Symposium gehabt und den ersten Vortrag nach der Mittagspause. Und ich habe dann aber auch ein bisschen immer wieder während der Folge Fragen nach dem Publikum geschaut, du hast die Leute wirklich abgeholt. Warum ist es denn bei deinem Vortrag gegangen?

1:55 Grundsätzlich haben wir uns eben das Konsumverhalten dieses Jahr angeschaut. Das Motto war ja eben People, Places, Pleasure. Und auf dem Fernjahrwettbewerb immer wieder, dass die Kaufkraft zurückgeht. Das Leben war auch immer häufiger und in der Tat war es ja auch ein Konsum, das da stattfindet. Und das, was uns eben wichtig war, war eben quasi auch zu klären, wie es tatsächlich um die österreichische Kaufkraft und das Konsumverhalten steht. Und unser Fazit dazu war eben, dass die reale Kaufkraft steigt. Also selbst unter Berücksichtigung der Inflation, das ist ganz ganz wichtig, weil ich immer wieder Fragen

2:28 bekomme, ob das ja eh inflationsbereinigt ist etc. Aber der Punkt ist, dass die Kaufkraft insgesamt steigt. Also das ist jetzt natürlich nur der Durchschnitt und das können wir auch nicht auf die gesamte Bevölkerung beziehen. Aber de facto ist die für uns handelsrelevante Zielgruppe, die hat eben genug Geld, darum geht es. Und die Hauptaussage ist, die Kaufkraft steigt. Also in absoluten Zahlen und auf real. Und der zweite Part war eben die Frage, was macht der durchschnittliche Österreich jetzt mit diesen knapp 27.000 Euro, über die er im Jahr verfügt? Wie gibt das ein Geld aus? Also eben abseits von den Fixkosten,

3:08 wie gibt es quasi in diesem Entertainment-Kontext aus? Weil das war eben unser Fokus dieses Jahr. Wir haben ein bisschen diese Fund-Ausgaben reingesucht. Und das, was uns eben sehr, sehr stark aufgefallen ist, dass die Bedeutung des Entertainments an unserem Einkommen gestiegen ist. Das merkt man schon, du brennst für das Thema und du steigst schon wirklich auch teilweise in Details. Ich würde vorher gerne noch einmal einen Schritt zurück machen und noch einmal kurz beim Retail-Symposium und bei den zwei Schwesterunternehmen Regio Plan, Regio Data bleiben. Regio Plan kennt man vielleicht ein bisschen mehr in der

3:42 Branche eben wegen diesen großen Veranstaltungen. Aber was macht ihr eigentlich bei Regio Data? Ihr seid ja ein Schwesterunternehmen. Genau, richtig. Wir sind eben die Schwester von Regio Plan. Wir sind eben ein Marktforschungsunternehmen und berechnen, analysieren und recherchieren bereits seit über 20 Jahren eben Daten in europäischer Consumer Real Estate Akten. Das heißt, wir sind die Datenlieferanten, wenn man so will. Unsere Kernteamen sind eben der Handel, Real Estate und Konsumenten. Und quasi alles, was sich da drin befindet, sind unsere Produkte und dann in weiterer Folge auch unsere Zielgruppe.

4:15 Das heißt, wenn ich jetzt ein Einkaufszentrum bauen will, dann sollte ich vorher zu euch kommen, um zu analysieren, wie die Gegend dort Ausschaut? Nein, das macht tatsächlich Regio Plan. Wir haben dann tatsächlich eben nur die Marktdaten. Wir können uns anhand der Zahlen, dann können wir eben sagen, da und da tut sich was, das sind die Trails, das hat sich verändert. Das ist natürlich unterschiedlich. Aber wir machen eben die quantitative Arbeit und Regio Plan, eben die Qualität der Anlöse dann auf Basis von unseren Zahlen und Daten. Das heißt ganz böse gesagt, ihr seid die Nerds, die die Zahlen liefern, damit die Regio Plan

4:48 ... Ja, könnte man so sagen. Jetzt seid ihr Schwesterunternehmen und du hast wahrscheinlich auch Insights, wie gut das Symposium gelaufen ist. Wie zufrieden wart ihr? Es war die 26. Veranstaltung. Wie schaut es aus? Wart ihr zufrieden? Ja, von meiner Warte aus als Besucherin und auch als Vortragende ist das Retail Symposium mittlerweile eines der wichtigsten Branche-Events des Jahres. Dementsprechend war auch das 26. Retail Symposium sehr, sehr gut besucht. Uns ist aufgefallen, dass die Stimmung sehr locker, sehr positiv war. Es wurde sehr viel genetzwerkt, worauf wir auch wirklich sehr hohen Wert legen.

5:21 Natürlich gab es auch heuer wieder tolle Vorträge zu top aktuellen Themen. Alle packen fleißig mit an im Büro und es ist eigentlich jedes Jahr ein Highlight. Für uns ist das Kind quasi nach dem Symposium ist vor dem Symposium. Bei vielen Veranstaltungen so. Gut, dann kommen wir zu deinem Vortrag. Eine erste Zahl, die mir aufgefallen ist auf deinen Folien. Ihr habt einen Kaufkraftzuwachs von 3,5 Prozent prognostiziert. Jetzt steht dem entgegen, wenn man umschaut, je nach Institut, wir werden heuer wahrscheinlich eine Inflation von etwa 4 Prozent haben. Ist das nicht ein bisschen sehr positiv gerechnet mit den

6:00 3,5 Prozent? Ja, die Sache ist, aus heutiger Perspektive ist es schon so, dass die rale Kaufkraft steigt, weil eben die Inflation sinkt. Und wir haben eben auch neue Einkünfte aus Tourismus, Spareinlagen, Zinsel, die Lohnabschlüsse sind höher, bei eben gleichzeitig sinkender Inflation. Das heißt, es ist tatsächlich realistisch davon auszugehen, dass die Kaufkraft steigt. Das tut sie. Man muss aber auch dazu sagen, dass dieses berühmte Vor-Corona-Niveau von 2019 ungefähr das wird erst im Laufe von 2024 erreichen werden, weil diese doch sehr, sehr starken realen Rückgänge von 2020 und 2022 durch

6:39 Corona, den Russland-Ukraine-Krieg, die Extremenergiekosten, die über Inflation diesen gesamten Prozess doch recht klavierend torpediert haben. Das heißt, wir werden dieses Niveau erst im Laufe von 2024 erreichen. Für 2025 ist es dann eine tatsächliche Steigerung. Ich glaube, da sind wir bei ca. 99,4 Prozent von 2019, also von diesem Vor-Corona-Niveau, was dann positiv Ist. Da bleibt uns 2024 schon mehr im Börse. Auf Jeden Fall, ja. Gut, schön. Jetzt hast du auch eine Balkengrafik gehabt, wo man gesehen hat das Spektrum der verschiedenen Einkommensklassen und vor allem der untere und der obere

7:17 Bereich steigt. Jetzt, dass der untere Bereich steigt, woran, glaubst du, liegt das? Ist das auf politische Maßnahmen Steuereinlastungen zurückzuführen, oder ist es eher darum, weil ich habe das ja auf Haushalte gerechnet, dass sich die Demografie wandelt und wir sehr viel mehr Single-Haushalte einfach haben und einer hat nun mal weniger Einkommen wie zwei oder drei im Haushalt? Die Sache ist die, wir haben uns eben das Haushaltseinkommen angeschaut und unsere Basis war eben 2019. Und da ist uns eben aufgefallen, dass seit 2019 eben die unterste und die oberste Schicht, wenn man so will, an Kaufkraft zugelegt haben.

7:51 Und im Grunde genommen ist auch die Mittelschicht relativ stabil geblieben. Das heißt, insgesamt ist mehr Kaufkraft da, das ist wie gesagt nur der Durchschnitt. Wo es jetzt wirklich knapp wird, das habe ich auch eben in der Grafik dann dargestellt, mit diesem roten Pfeil schaut es halt immer ziemlich böse aus, aber es geht eigentlich darum, dass eben die untere Mittelschicht, da sind wir bei ca. 15.000 bis 20.000 Euro im Jahr, der wird ein bisschen eng. Weil es geht einfach darum, dass diese untere Mittelschichten, da sind auch diese Single-Haushalte etc. drinnen, dass die natürlich belastet sind durch die

8:24 Inflation, durch die hohen Mietkosten etc. und gleichzeitig eben nicht so massiv unterstützt werden vom Staat wie die unterste Schicht. Deshalb auch der Anstieg, aber das passiert eben nicht für die untere Mittelschicht. Und das ist eben der Grund, warum sich die untere Mittelschicht seit 2019 eher negativ entwickelt hat. Und vielleicht auch nebenbei bemerkt, ist das vermutlich auch ein Grund, warum dieses Discont-Shopping-Thema so bunt in letzter Zeit, dass eben da eine neue Zielgruppe dazugekommen ist. Aber insgesamt kann man sagen, über alle Einkommensgruppen etwas, was für uns als gelernte

8:58 Österreicher vielleicht ungewohnt ist. Wir können optimistisch in die Zukunft schauen. Auf jeden Fall, ja. Im Durchschnitt, im Durchschnitt natürlich. Eine Sache, ich habe das dann praktisch den Scope auf Freizeitausgaben, kann man das so nennen, gelegt. Und da hat sich sehr viel verändert in den letzten Jahren. Absolut, ja. Ich fasse es jetzt mal mit einem Satz zusammen und du kannst dann vielleicht die Details ein bisschen hervorheben. Dem Österreicher ist es inzwischen wichtiger, gut zu essen statt schöne Schuhe zu haben. Das stimmt. Das stimmt. Denn was wir uns eben angeschaut haben, ist, dass diese Fanausgaben per se in absoluten Zahlen in den

9:36 letzten zehn Jahren um 80 Prozent gestiegen ist. Während eben die Ausgaben für Schuhe und Bekleidung genau in diesem Zeitraum sich praktisch kaum verändert haben. Das zeigt auch, warum der Schuhhandel zum Beispiel so große Probleme hat. Und was uns das eben sagt, ist, dass eben so ein Konsum-Shift stattfindet. Also quasi vom Haben zum Sein. Vorher ging es um Dinge und um Produkte, die uns der Handel bereitgestellt hat. Und jetzt geht es eben primär um Emotionen und Erlebnisse. Und das erfordert natürlich einen völlig anderen Zugang, einen Angebotseiter. Diese Veränderung, also der Rückgang bei Schuhen,

10:09 Bekleidung und dafür die Steigerung bei Gastronomie und Hotellerie. Woran liegt das? Warum geben die Leute jetzt ihr Geld lieber dort aus statt da? Liegt das am Generationenwechsel? Nein, es sind grundsätzlich zwei Dinge. Was wir eben festgestellt haben, ist, dass es beispielsweise dem exklusiven Segment sehr gut geht. Und auch, dass eben Kleidung und Schuhe billiger geworden sind. Stichwort Discount Shopping etc. Und das sind eben genau die Branchen, die im Mittelsegment schwächeln. Das heißt, die Mitte wird schwächer. Und dann haben wir eben diese Schere. Und der zweite Punkt ist eben, dass wirklich dieser Wertewandel stattfindet.

10:48 Und das nicht nur durch Corona, sondern der ganze Prozess hat schon vorher begonnen. Dass man eben heutzutage nicht mehr so viel braucht, sondern wirklich mehr in Richtung Erlebnisse und Entertainment geht. Und das zeigt sich eben auch in den Fun-Ausgaben, wie wir sie die ganze Zeit benennen. Weil die steigen und florieren seit Jahren stetig im Gegensatz zu klassischen und stationären Einzelhandel. Und das zeigt natürlich auch die Bedeutung des Entertainment-Bereichs heutzutage in unserem Leben, in unseren Ausgaben, in unseren Werten. Das spricht sich an Corona. Hat uns vielleicht Corona auch da ein bisschen im Mindset

11:25 einen Shift gebracht, wo man sagt, okay, wir sind diese Gemeinschaftserlebnisse jetzt viel wichtiger, weil ich es eben in Corona-Zeiten nicht hatte? Corona hat das Ganze verstärkt. Viele denken, der Wandel passiert erst quasi durch Corona. Aber das ist nicht der Fall. Das Ganze hat schon ein bisschen vorher begonnen und Corona hat das Ganze noch ein bisschen entfacht und verstärkt. Aber der Prozess hat schon weit vorher begonnen. Wenn man sich jetzt diesen Prozess anschaut und auch anschaut, was das für die Branche heißt, was das auch für die Asset-Klasse heißt, dann muss ja mehr oder weniger das Innenleben von

12:01 so einem Einkaufszentrum in Zukunft ganz anders gedacht werden. Es reicht wahrscheinlich nicht mehr, hier einfach nur Geschäft an Geschäft zu rein und in der Mitte ein paar Blumen reinzusetzen. Ja, es werden natürlich auch Einzelhandelsflächen frei. Und die Magnetwirkung dieser Einzelhandelsflächen lässt ja nach und das hinterlässt natürlich Lücke. Und die Frage ist natürlich, wie füllen wir diese Lücken so, dass Menschen da wieder reinkommen wollen und das Geld auch ausgeben möchten? Und da hören wir auch immer wieder, dass diese Flächen ja ersetzt werden müssen durch Gastronomie und eben Hotellerie und etc.

12:38 Das ist halt, ja, es wird auch in diese Richtung gehen, weil wir sehen, dass die Zahlen in der Themen steigen. Und das heißt, man muss sich da auch ein bisschen anpassen, nur wird das Ganze ein bisschen problematisch sein, also in der Umsetzung. Weil die Gastronomie hat natürlich völlig andere Anforderungen als der Handel. Wir brauchen quasi Küche, Outdoor-Bereich etc. Da gibt es natürlich auch Grenzen, je nach Gastronomie-Typ. Die Genussgastronomie braucht natürlich völlig andere Sachen und hat auch andere Forderungen als zum Beispiel die Systemgastronomie. Das heißt, es wird auf jeden Fall in diese Richtung gehen.

13:12 Das wird aber noch sehr, sehr lange dauern aufgrund der schweren Anforderungen, weil das eben nicht einfach so in Richtung Handel raus, Gastronomie rein. Das kann man nicht so einfach umsetzen. Man kann nicht von heute auf morgen aus einem Shoe4U zehn Hotelzimmern machen. Eben, das geht nicht. Das heißt, da wird sich auch der Anspruch an die Projektentwickler, an die Planer jetzt ändern, steuert. Auf jeden Fall. Ich glaube, man sollte da auch früher ansetzen. So sehen wir das grundsätzlich auch, dass man nicht erst agiert, wenn die Lücken da sind, sondern dass man eben schon viel früher ansetzt.

13:47 Es ist ein großes Risiko, aber wenn man deine Zahlen anschaut, auch ein Riesenpotenzial. Wenn wir es einmal runterrechnen von den Haushaltsausgaben, dann hat 2023 jeder Österreicher 120 Euro im Monat für Außerhausessen ausgegeben. Das stimmt. Ein Österreicher gibt durchschnittlich im Jahr rund 1500 Euro Verspeise der Außerhaus. Das sind jetzt quasi nur die, das ist jetzt nur Freizeit. Also die Schulen, Arbeitskantine, das ist da überhaupt nicht drinnen. Das heißt, wir sind bei 1500 Euro im Jahr. 2013 waren das noch knapp über 700 Euro. Das heißt, die Gastronomie-Ausgaben haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt.

14:28 Und das ist natürlich beträchtlich. Wir sehen nämlich auch, dass die Pfannausgaben, wie wir sie jetzt nennen, und da sind Gastronomie eigentlich der größte Punkt, oder das ist das, was wir hierzulande wahrscheinlich am meisten mit Pfannen assoziieren, zumindest unseren Daten zufolge. Und da sehen wir eben, dass dieser Bereich wirklich konstant steigt, influiert und ohne Ausnahme. Und das wird auch weiter so sein. Wir werden es durch. Ich sage danke, das waren sehr spannende Einblicke. Wenn du wieder neue Zahlen hast, schreib mich an. Gerne, gerne, gerne. Wir haben stets neue Zahlen, deshalb. Sehr rein. Und wenn ihr keine Folge unserer Office Talks

15:01 mehr verpassen wollt, auch dann mit neuen Zahlen vielleicht, dann abonniert der besten den Newsletter der Immobiliarreaktion oder folgt unserer LinkedIn-Seite die unabhängige Immobiliarreaktion.

Hat ihnen dieses Video gefallen?

Diskussion zum Artikel

Sei der/die Erste, der/die diesen Artikel diskutiert.

Logo

In einem sich stetig wandelnden Immobilienmarkt ist zeitnahe und präzise Information von unschätzbarem Wert für strategische Entscheidungen und nachhaltige Investitionen.

Kategorien

Quicklinks

Rechtliches

© 2026 Die unabhängige Immobilien Redaktion. Made with ♥️ by  Gerhard Popp