Werbung
Anzeige
Überspringen in  s

Sommergespräch mit Karina Schunker: Die Auswirkungen des Zinsanstiegs auf den europäischen Immobilienmarkt

382

 Artikel

5

 Erwähnungen

5 Follower folgen
3 Minuten Lesezeit

Im Jahr 2022 hat der Leitzins einen bedeutenden Wendepunkt erreicht. Nach einer langen Phase historisch niedriger Zinsen begann die Europäische Zentralbank (EZB) im Juli 2022, den Leitzins schrittweise anzuheben. Diese Entwicklung setzte sich fort, bis im September 2023 ein Höchststand von 4,5% erreicht wurde. Seitdem befindet sich der Leitzins auf einem Plateau, das weitreichende Konsequenzen für den Immobilienmarkt, insbesondere für Investoren und Käufer, hat.

Der Anstieg des Leitzinses hat das Geschäftsmodell des Leverage-Effekts stark beeinträchtigt. Dieser Effekt, der in der Vergangenheit oft als eine attraktive Möglichkeit für Anleger herangezogen wurde, ist damit praktisch tot. Diejenigen, die jetzt Geld verdienen, sind die Profis, die sich in diesem neuen Marktumfeld gut auskennen. Würdest du das so unterschreiben?

Ja, der Leverage-Effekt ist tatsächlich weg. In der Vergangenheit wurde er häufig genutzt, um Anleger zu ermutigen, günstiges Fremdkapital aufzunehmen, um beispielsweise eine Vorsorgewohnung zu kaufen, die dann weitervermietet werden kann. Dieses Konzept war tadellos und hat vielen Menschen geholfen, in den Immobilienmarkt einzusteigen. Doch die aktuellen Bedingungen haben diese Strategie stark verändert.

Aktuelle Investitionsmöglichkeiten

Es gibt jedoch nach wie vor großartige Möglichkeiten, um zu investieren. Der Fokus sollte weniger auf einer Rundreise durch verschiedene Immobilienangebote liegen, sondern vielmehr auf einer fundierten Analyse der zukünftigen Preisentwicklung. Wir befinden uns derzeit in einem Käufermarkt, und das sollte man auch so genießen. Es gibt Anzeichen dafür, dass einige Käufer durch Anreize motiviert werden, was die Situation zusätzlich interessant macht.

Das bedeutet, dass es Möglichkeiten gibt, Wohnimmobilien, insbesondere Erstbezugsprojekte, zu moderaten Preisen zu erwerben. Diese Gelegenheiten könnten sich in den nächsten Monaten und Jahren als rar erweisen. Die Baukosten sind auf einem hohen Niveau und werden stark durch steigende Lohnkosten beeinflusst, die in den Finanzierungskosten nachverhandelt werden müssen.

Herausforderungen durch steigende Baukosten

Zusätzlich haben wir die Grundstückspreise, die vor allem in Ballungszentren wie Wien nicht unmittelbar zurückgehen. Hier könnte noch ein kleiner Anteil an Preisanpassungen möglich sein, aber insgesamt pendeln sich die Preise ein. Leichte Nachlässe sind zwar zu beobachten, doch diese werden schnell durch inflationsgetriebene Kosten wieder ausgeglichen, die ebenfalls berücksichtigt werden müssen.

Die Situation ist also komplex. Die steigenden Baukosten und die stagnierenden Grundstückspreise stellen eine Herausforderung für potenzielle Käufer dar. Dennoch gibt es auch Chancen, die man nicht außer Acht lassen sollte.

Eigenkapital und Marktstrategien

In der aktuellen Marktlage wird verstärkt mit Eigenkapital gekauft. Dies bedeutet, dass Käufer, die über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, in der Lage sind, von den aktuellen Marktbedingungen zu profitieren. Sie können Immobilien erwerben, ohne auf Fremdkapital angewiesen zu sein, was in der gegenwärtigen Situation von Vorteil ist.

Die Kombination aus einem Käufermarkt und der Möglichkeit, Immobilien zu moderaten Preisen zu erwerben, könnte für viele Investoren eine attraktive Gelegenheit darstellen. Es ist jedoch wichtig, die Marktentwicklungen genau zu beobachten und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Anstieg des Leitzinses und die damit verbundenen Veränderungen im Immobilienmarkt sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringen. Investoren sollten sich der neuen Realität bewusst sein und ihre Strategien entsprechend anpassen, um erfolgreich zu sein.

Transkript

0:07 Bleiben wir noch im selben Jahr Du hast es schon angesprochen, Leitzins 4% höchststand. Ich weiß jetzt nicht mehr, welcher meiner Gesprächspartner jetzt einmal gesprochen gesagt hat. Das Geschäftsmodell Leverage Effect ist damit tot und die die jetzt Geld verdienen, sind die Profis. Würdest du das so unterschreiben? Also ja, Leverage Effect ist weg und der wurde in der Vergangenheit immer sehr gerne herangezogen, wenn es auch um Anlegerkäufer geht, günstiges Fremdkapital, eine Vorsorgewohnung kaufen, die weitervermieten, tadelloses Konzept. Es gibt auch nach wie vor großartige Möglichkeiten,

0:48 um zu investieren, stellt weniger auf eine Rundit ab, als mehr auf eine zukünftige Preisentwicklung. Wir haben derzeit einen Käufermarkt, den darf man auch so als solches genießen. Das heißt, wird teilweise man bekommt es mit, incentiviert. Das heißt, es bestehen Möglichkeiten, um Wohnimmobilien erstbezugs Projekte zu moderaten Preisen einzukaufen, die es wohl in den nächsten Monaten und Jahren sich so wahrscheinlich nicht mehr öffnen werden, weil die Baukosten sind auf hohem Niveau, sind stark geprägt durch Lohnkosten, die auch steigen und die nachverhandelt werden in

Vollständiges Transkript anzeigen

1:28 der Finanzierungskosten. sind auf hohem Niveau und wirken sich natürlich auch folglich auf Immobilienpreise aus, sei es im Verkauf als auch in der Vermietung. Und wir haben dann noch die Grundstückspreise, die vor allem auch in Ballungszentren wie Wien auch nicht unmittelbar zurückgehen. Da liegt vielleicht noch so der kleinste Anteil drinnen, wo man vielleicht sagt, pendelt sich irgendwo ein, man hat leichte Nachlässe, glättet sich dann aber auch wieder mit inflationsgetriebenen Kosten, die dann mit berücksichtigt werden müssen. Also so stellt sich gerade die Situation dar und ja, derzeit wird verstärkt mit Eigenkapital gekauft.

2:10 Glaubst du, dass diese Phase durch die wir jetzt gehen, der Qualität von Immobilien, die vielleicht jetzt in der Planung sind und gebaut werden, dann in den kommenden Jahren gut tun wird, jetzt nicht mehr jeder der vielleicht bisschen Geld hat, was entwickeln kann und dann erfolgreich verkaufen kann, sondern weil es jetzt eben Profis braucht, die sich wirklich auskennen in dem Wissen. Also wir steuern ja auf eine Angebotslücke zu, wobei wir in der Miete bereits diese Angebotslücke haben. Das heißt, das Angebot am Mietwohnungsmarkt in Wien ist so gering, dass wir einen Nachfrageüberhang haben,

2:52 kurz gesagt. Das heißt, wir spüren bei Besichtigungen, bei Terminen, mehrere Interessenten legen ein Angebot zu einer Wohnung, der Vermieter hat eine größere Auswahlmöglichkeit, wem stimmt er dann am Ende des Tages zu, mit wem möchte er seinen Vertrag abschließen und auf der anderen Seite steigen deshalb auch die Mieten sehr sehr drastisch und das über der Inflationsrate. Jetzt haben wir die bisschen umgekehrte Situation im Eigentumsbereich, wo wir aktuell ein höheres Angebot haben im Einzelwohnungsabverkauf. Davon zerrt jetzt noch der Markt über die nächsten Monate von den guten Fertigstellungszahlen,

3:30 die 23 und jetzt Anfang 24 sich niedergeschlagen haben. Nur wenn wir jetzt vorausblicken und den Prognosen zufolge für nächstes Jahr uns die Angebotsentwicklung ansehen, wird das auch da zurückgehen. Das heißt, kann auch nur dazu sagen, das vielfältige Angebot und etwaige Incentives die es gibt, mitnehmen, weil nächstes Jahr, sobald die Angebotsverknappung eintreten wird, auch im Eigentumsbereich, kann sich das wieder ganz ganz schnell in eine andere Richtung entwickeln, auch auf der Preisseite.

Hat ihnen dieses Video gefallen?

Diskussion zum Artikel

Sei der/die Erste, der/die diesen Artikel diskutiert.

Logo

In einem sich stetig wandelnden Immobilienmarkt ist zeitnahe und präzise Information von unschätzbarem Wert für strategische Entscheidungen und nachhaltige Investitionen.

Kategorien

Quicklinks

Rechtliches

© 2026 Die unabhängige Immobilien Redaktion. Made with ♥️ by  Gerhard Popp