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Peter Engert zur EU-Gebäuderichtlinie: Nachhaltige Immobilienentwicklung und Elektromobilität im Fokus

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Auf dem E-Mobility Talk von Smatrics präsentierte Peter Engert, Geschäftsführer der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI), seine Perspektive zur aktuellen Entwicklung im Bereich nachhaltiger Gebäude und der Integration von Elektromobilität. Der folgende Beitrag fasst seine wesentlichen Aussagen zusammen.

Die ÖGNI als unabhängiger Akteur in der Immobilienwirtschaft

Die ÖGNI vertritt als gemeinnütziger Verein Österreich im World Green Building Council. Die Organisation finanziert sich selbst und nimmt keine staatlichen Förderungen in Anspruch, was ihre Unabhängigkeit sicherstellt. Ihre Tätigkeit konzentriert sich auf drei Kernbereiche:

  1. Zertifizierung von Gebäuden: Das DGNB-System zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Immobilien hat sich von einer freiwilligen Maßnahme zu einer praktischen Verpflichtung entwickelt. Engert betont, dass Banken große Projekte ohne entsprechende Zertifikate und die Erfüllung der EU-Taxonomie-Richtlinien kaum mehr finanzieren.
  2. Ausbildung: Die ÖGNI bildet Fachkräfte und Auditoren im Bereich Nachhaltigkeit aus, um aktuelles Wissen zu regulatorischen und wissenschaftlichen Entwicklungen weiterzugeben.
  3. Weiterentwicklung: Die Organisation beschäftigt sich mit zukunftsorientierten Fragestellungen der Immobilienbranche, etwa wie Bürogebäude gestaltet sein müssen, um auch in 20 oder 50 Jahren noch funktional und attraktiv zu sein.

Die EU-Gebäuderichtlinie: Mehr als nur Bürokratie

Engert unterstreicht die Bedeutung der EU-Gebäuderichtlinie, die bis Mai in nationales Recht umgesetzt werden muss. Er stellt klar, dass diese Richtlinie weit mehr als ein bürokratisches Hindernis darstellt – sie ist ein wesentlicher Faktor für leistbares Wohnen:

“Wenn ich in einem nicht thermisch sanierten Gebäude das Dreifache der Kaltmiete an Betriebskosten zahlen muss, weil es durch ungeeignet wirkt und welche Energieverschwendung ohne Ende, dann habe ich einen Vorteil als Mieter, wenn diese Gebäuderichtlinie umgesetzt wird und das Gebäude saniert wird.”

Engert sieht die Herausforderung nicht in der Sinnhaftigkeit der Richtlinie, sondern in ihrer finanzierbaren Umsetzung. Er plädiert für innovative Finanzierungsmodelle jenseits direkter Förderungen, wie etwa Staatsgarantien für Sanierungsmaßnahmen oder Vorfinanzierungen, die das Staatsbudget nicht übermäßig belasten.

Langfristige Perspektiven für Immobilien und Mobilität

Ein besonderer Aspekt der Immobilienwirtschaft ist für Engert die Langlebigkeit der Gebäude, die für 100 Jahre oder länger konzipiert werden sollten. Er verweist auf historische Beispiele wie Zinshäuser aus den 1850er Jahren, die durch regelmäßige Anpassungen an neue technische Gegebenheiten bis heute genutzt werden.

In diesem Kontext stellt er auch kritische Fragen zur Entwicklung der Mobilität und der Notwendigkeit von Infrastruktur wie Tiefgaragen in innerstädtischen Bereichen:

“Natürlich brauche ich wirklich unter jedem Haus im achten Bezirk Tiefgarage? Ist das dringend notwendig oder kommen wir in 20 Jahren in eine Zeit, wo im Bezirk wahrscheinlich kein Individualverkehr mehr stattfindet, wo alles im öffentlichen Bereich stattfindet?”

Elektromobilität als Teil eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzepts

Elektromobilität wird nach Engerts Einschätzung die kommenden Jahrzehnte prägen. Entsprechend müssen Immobilien mit der notwendigen Infrastruktur ausgestattet sein. Gleichzeitig betont er, dass Mobilität nur ein Teilaspekt der sozialen Nachhaltigkeit ist:

“Wir haben Nachhaltigkeit nicht nur ökologisch. Wir müssen CO2 einsparen, dann ist alles gut. Na, ich. Ich muss CO2 einsparen, ohne Frage. Ich muss Kreislaufwirtschaft verwirklichen, ohne Frage. Aber ich muss immer darauf achten, dass es den Menschen auch gut geht, dass die Menschen sich auch wohlfühlen.”


Transkript

0:10 Wir sind heute hier um Smatrix zu unterstützen. Smatrix ist ein Mitglied der OEGNI, kümmert sich um Ladeinfrastruktur und vis-à-vis Nachhaltigkeit ist ein Thema, das nicht nur die Ökologie betrifft, sondern auch die soziale Nachhaltigkeit und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Mit Ladeinfrastrukturen in Gebäuden kann ich die Mobilität unterstützen und damit einen Beitrag leisten, die soziale Nachhaltigkeit zu Stärken

0:50 Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft bedeutet, Gebäude heute so zu errichten, dass sie für zukünftige Generationen noch nutzbar sind. Ich brauche eine große Flexibilität, um diesen Gebäuden verschiedene Nutzungen möglich zu machen, um Änderungen der technischen Gebäudeausstattung vorzunehmen, ohne die ganze Substanz beeinträchtigen zu müssen. Um zum Beispiel neue Technologien, die wir heute noch gar nicht kennen, in Zukunft einbauen zu können, Substanz erhalten, flexibel gestalten, sodass verschiedene Nutzungen, verschiedene Techniken,

Vollständiges Transkript anzeigen

1:33 das ist eine Grundvoraussetzung, um letztendlich eine bebaute Zukunft Österreich so zu gestalten, dass zukünftige Generationen auch noch einen Spaß damit Haben. Ich glaube, es gibt keine innovativen Technologien. Es gibt Technologien, die wir schon kennen, die aber einfach umgesetzt werden müssen, optimiert werden müssen, besser eingesetzt werden müssen. Ich denke da zum Beispiel an die Modulbauweise. Wir das seit 100 Jahren wahrscheinlich.

2:15 Ich kann Module errichten, kann sie industriell vorfertigen, ich habe damit kürzere Baustellen, ich habe damit schnelleren Aufbau der Gebäude, ich habe damit möglicherweise eine Abfallreduktion, ich kann Kreislaufwirtschaft, ich an einer Stelle Zentralproduziere, besser umsetzen Viele viele Vorteile. Ich glaube gerade jetzt wo wir weniger über den Neubau nachdenken, sondern eher über die Sanierung alter Bausubstanz mit einer einhergehenden Verdichtung, Erweiterung, Aufstockung, ist die Modulbauweise eine geeignete Variante, um zum Beispiel im Leichtbau statisch

2:56 höher Bauten zu ermöglichen, ohne dass der Altbau gefährdet ist. Und ich glaube, da hat man viele Möglichkeiten. Das ist eine Technologie, keine neue, keine moderne, eine althergebrachte, die wir einfach umsetzen müssen im größeren Stil, um, wenn wir über die Kosten des Baus reden, auch Skalierungseffekte zu erreichen, einfach größere Schlagzeilen zu reduzieren und damit die Preise zu Senken.

3:36 Die Immobilienwirtschaft ist einer der Treiber des CO2-Ausstoßes, das hat riesige Hebel. Die Ziele, vielleicht nicht bis 2040 bis 2050, aber in überschaubaren Periode zu erreichen, in den Gebäudebestand in Europa, CO2-neutral zu gestalten. Der entscheidende Faktor ist, sich nicht nur auf neue Projekte zu konzentrieren, sondern die alte Bausubstanz anzugreifen, thermisch zu sanieren, anders technisch auszustatten, um dem Menschen weiterhin komfortables Leben mit geringeren Betriebskosten zu ermöglichen.

4:17 Ganz entscheidend wird sein, dass wir die Dinge, die wir schon haben, umsetzen können, dass Verordnungen, Gesetze so geändert werden, dass die Dinge auch wirklich funktionieren, dass es möglich ist, nicht nur den Altbestand zu sanieren, sondern Erweiterungsmaßnahmen ergreifen zu können, um die Sanierung auch wirtschaftlich sinnvoll zu gestalten. Und das darf nicht über fünf sechs Jahre Genehmigungsläufe dauern, sondern es muss flott gehen und schnell gehen, weil mit jedem sanierten Gebäude, dass ich ermögliche, dadurch, dass ich es aufstocken kann und dem Gebäudeeigentümer damit eine wirtschaftliche Nachhaltigkeit

4:55 ermöglichen kann, mit jedem dieser Gebäude helfe ich den Menschen, die darin wohnen, die darin arbeiten, die darin Freizeit verbringen, einfach mit geringeren Kosten auszukommen, einfach vernünftige Betriebskosten Leistung erbringen zu müssen, anstatt derzeit nach wie vor einen unsanierten Gebäudebestand in vielen Fällen zu haben, der viel Geld kostet.

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