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ParaStruct: Zirkuläre Baustoffe als Weg zur Dekarbonisierung der Baubranche

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Das Innsbrucker Startup ParaStruct entwickelt kreislauffähige Baustoffe aus industriellen Reststoffen. Im Interview spricht Co-Founderin Dr. Freia Ruegenberg über die Technologie, die Dekarbonisierung konventioneller Bauprozesse und erste Pilotprojekte.

Die Zement- und Betonproduktion verursacht rund acht Prozent der globalen CO₂-Emissionen. Konventionelle Baustoffe sind dabei häufig nur deshalb günstig, weil ihre ökologischen Folgekosten nicht eingepreist sind. ParaStruct, ein Tiroler Clean Tech-Startup, setzt an diesem Punkt an: Das Unternehmen entwickelt zirkuläre Baustoffe auf Basis industrieller Reststoffe, die konventionelle Materialien in zahlreichen Anwendungen ersetzen können. Die Immobilien Redaktion hat mit Co-Founderin und CSO Dr. Freia Ruegenberg im Climate Lab gesprochen.

Freia Ruegenberg: Von der Kunstschule ins Labor

Freia Ruegenbergs beruflicher Weg verlief nicht geradlinig. Aufgewachsen in Südtirol, besuchte sie zunächst eine Schule mit Kunstschwerpunkt, merkte aber im Laufe der Schulzeit, dass Kunst nicht ihr berufliches Ziel ist. Der Dokumentarfilm „Plastic Planet" von Werner Boote über die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikmüll gab den Anstoß für eine Umorientierung. „Das hat mich damals ziemlich beeindruckt", erinnert sich Ruegenberg. „Mit Chemie könnte man diesen Problemen am ehesten gerecht werden."

Es folgte ein Chemiestudium an der Universität Innsbruck, eine Promotion in anorganischer Chemie und Materialwissenschaften sowie eine Stelle als Senior Lecturer, verknüpft mit der Arbeit an Vorlesungen und Forschungsprojekten. Nachhaltigkeit war dabei stets ein persönliches Anliegen – neben der wissenschaftlichen Tätigkeit engagiert sie sich bei Foodsharing und arbeitet bis heute in einem Kollektiv für nachhaltige Ernährung mit. „Nachhaltigkeit ist ein Herzensthema für mich", sagt sie. „Eine sinngebende Tätigkeit war mir schon immer wichtig."

Von der Universität ins Startup

Der Kontakt zu ParaStruct entstand über ein universitäres Forschungsprojekt. Hauptgründer Georg Breitenberger, der das Unternehmen zunächst als Einzelunternehmen aufgebaut hatte, gab an der Universität Innsbruck eine Studie zum Recycling mineralischer Bindemittel in Auftrag. Ruegenberg und ihr Kollege Kilian Rießbeck betreuten und realisierten das Projekt. Das Ergebnis war vielversprechend – und Breitenberger fragte, ob die beiden einsteigen wollen. „Anfangs war das nur Teilzeit, wurde dann aber immer mehr", berichtet Ruegenberg. 2023 gründeten die drei gemeinsam die ParaStruct GmbH.

Was Ruegenberg am Wechsel vom Forschungslabor ins Startup besonders schätzt: der Austausch mit Menschen. Die Doktorarbeit sei manchmal eine einsame Tätigkeit gewesen – konzentrierte Nischenarbeit, teilweise unter Geheimhaltung. Im Startup stehe dagegen der Kontakt nach außen im Vordergrund: Netzwerken, Pitchen, der Austausch mit der Branche.

Was ParaStruct macht: Baustoffe aus Reststoffen

ParaStruct versteht sich als Technologieanbieter und Materialentwickler. Das Unternehmen entwickelt Materialmischungen, die konventionelle Baustoffe wie Zement und Beton – in manchen Anwendungen auch Holz – ersetzen können. Die Grundlage bilden industrielle Reststoffe und Nebenprodukte: Steinmehl aus Steinbrüchen, Holzmehl aus Sägewerken, Stahlschlacke und andere feinkörnige Materialien, die in der Industrie bei Prozessen wie Schleifen oder Zerkleinern anfallen und bislang deponiert oder verbrannt werden.

Ruegenberg differenziert beim Begriff: „Häufig handelt es sich nicht wirklich um Abfall, sondern um Materialien, die nur aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften bislang nicht in Baustoffen nutzbar sind." Ein Beispiel: Feines Holzmehl kann nicht für Spanplatten verwendet werden, weil es die notwendigen strukturellen Eigenschaften nicht mitbringt. Der Transport ist zudem problematisch, da bei feinkörnigen Materialien Staubexplosionsgefahr besteht. Die  mineralischen Bindemittel, mit denen ParaStruct arbeitet, können genau diese feinkörnigen Stoffe binden und so für die Herstellung neuer Baustoffe nutzbar machen. Und durch die Kerntechnologie des StartUps – den Recyclingprozess für mineralische Bindemittel – kann die wertvollste Komponente, also das Bindemittel, nach der Lebenszeit des Bauproduktes recycelt und zurückgewonnen werden.

ParaStruct versteht sich dabei nicht selbst als ein Recyclingunternehmen, sondern stellt die Technologie bereit. Damit gibt es Industriebetrieben mit Reststoffen Mittel an die Hand, ihre eigenen Nebenprodukte effizient zu nutzen, ermöglicht Baustoffproduzenten, ihre Produktpalette um nachhaltige Alternativen zu erweitern und hilft ImmobilienentwicklerInnen dabei, ihre Projekte an neue ESG-Standards anzupassen.

Dekarbonisierung mit messbaren Ergebnissen

ParaStruct kommuniziert konkrete Zahlen zur Dekarbonisierung – und legt Wert darauf, dass diese nachweisbar sind. Die mineralischen Bindemittel, die das Unternehmen einsetzt, sind laut Ruegenberg vollständig recyclingfähig: „Mit unserem Recyclingprozess können wir die Bindungseigenschaften immer wieder generieren, ohne dass dabei rohstoffgebundenes CO₂ entsteht." Der Bindemittel-Recyclingprozess sei 75 Prozent CO₂-effizienter als die primäre Bereitstellung – bestätigt durch externe Labormessungen.

Beim Produkt BioScreed, einem kreislauffähigen Fußbodenestrich, geht die Dekarbonisierung noch einen Schritt weiter: Durch die Verwendung biogener Füllstoffe könne sogar eine CO₂-Senkenwirkung erzielt werden. „Wir können gegenüber konventionellen Produkten über 200 Prozent CO₂ einsparen, also das Gebäude zur CO₂-Senke machen", so Ruegenberg. Der Estrich speichert damit mehr CO₂, als bei seiner Herstellung freigesetzt wird.

Gleichzeitig mahnt Ruegenberg zur Einordnung: „Da muss man natürlich immer vorsichtig sein, weil CO₂-Einsparungsberechnungen auf Literaturwerten beruhen. Es ist immer die Frage, womit man vergleicht." Die genannten Werte beziehen sich konkret auf das Recycling des Bindemittels und seien durch Messungen belegt.

Dezentrale Produktion statt Zentralfabrik

ParaStruct setzt auf ein lizenzbasiertes Geschäftsmodell mit dezentraler Fertigung. Das Unternehmen entwickelt die Rezepturen und das geistige Eigentum, die Produktion der Baustoffe übernehmen lokale Dienstleister in der Bauindustrie. Die Gründe sind nachvollziehbar: Die notwendige Infrastruktur bei Baustoffproduzenten existiert bereits. Der Transport feinkörniger Reststoffe ist häufig weder sicher noch wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar – dezentrale Produktion nahe an den Reststoffquellen hält die Wege kurz. Und ParaStruct tritt so nicht in Konkurrenz zu seinen eigenen Kunden.

Aktuell produziert ParaStruct noch selbst, um Erfahrungswerte für die Verarbeitung zu sammeln. Erste Pilotprojekte laufen, unter anderem mit einem Immobilienentwickler in Berlin. Parallel arbeitet das Unternehmen an der Öko-Bilanzierung und Zertifizierung – dafür muss die Rezeptur in größerem Maßstab erprobt und festgelegt werden.

Regulatorik als Treiber für nachhaltige Baustoffe

Auf die Frage, ob steigende regulatorische Anforderungen der richtige Hebel seien, antwortet Ruegenberg differenziert. Der Trend zu strengeren Nachhaltigkeitsvorgaben in der EU werde sich fortsetzen, insbesondere bei CO₂-Bepreisung und Vorgaben zur Nutzung recycelbarer Baustoffe. Konventionelle Baustoffe seien „nur deswegen so günstig, weil deren Preise nicht den tatsächlichen Preis widerspiegeln – die Kosten trägt im Moment die Gesellschaft."

Für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors bedeute das: Wenn bei Ausschreibungen ESG-Kriterien und CO₂-Bilanzen stärker gewichtet werden, haben kreislauffähige Baustoffe mit nachweisbarer Senkenwirkung einen Vorteil. Die Baubranche sei zwar konservativ und stark von Regularien getrieben, aber der Bedarf an neuen Materialien werde zunehmend verstanden – auch weil es bei konventionellen Baustoffen Rohstoffknappheit gebe. ParaStruct setzt auf Referenzprojekte mit etablierten Partnern wie dem Fraunhofer Institut, um die Funktionsfähigkeit der Baustoffe in der Praxis zu belegen.

Als Frau in einer konservativen Branche

Ruegenberg spricht im Interview auch über die Geschlechterdynamik auf Branchenveranstaltungen. Ihr Mitgründer Georg Breitenberger habe es auf Messen manchmal leichter, mit bestimmten Akteuren ins Gespräch zu kommen. „Andererseits erregt es aber auch Aufmerksamkeit, wenn nicht die Person kommt, mit der man rechnet", sagt sie. Die Stärke des Teams sieht sie in dessen Diversität: Breitenberger bringt langjährige Baubranchenerfahrung und Know-how im 3D-Druck im Bauwesen sowie der Materialinnovation mit, Rießbeck verfügt neben seiner akademischen Laufbahn in den Materialwissenschaften über eine breite  praktische Bauerfahrung, Ruegenberg kommt aus der Forschung. „Da ergänzen wir uns sehr gut", so die Co-Founderin.

Baustoffe für die Erde – theoretisch auch für den Mond

Die Bindemitteltechnologie von ParaStruct eignet sich theoretisch auch für extraterrestrische Anwendungen. Mondgestein (Regolith) ließe sich mit dem Verfahren binden, und durch die Recyclingfähigkeit des Bindemittels wäre eine materialeffiziente Wiederverwendung möglich. Aktuell forscht ParaStruct jedoch nicht in diese Richtung. „Wir denken, dass wir auf der Erde bereits genug Probleme haben, die wir vielleicht schneller lösen können", sagt Ruegenberg. Umsätze erziele man dort, wo es Kunden gibt. Solche Gedankenexperimente seien aber wichtig: Viele Technologien, die für die Raumfahrt entwickelt wurden, hätten später auch im Alltag Bedeutung gewonnen.

Ruegenbergs Schlusswort: „Die Erde ist schon ein sehr schöner Platz zum Leben. Den sollten wir uns erhalten."

ParaStruct sucht Pilotierungspartner

ParaStruct sucht aktuell Immobilienentwickler für Pilotprojekte und Vorbestellungen von BioScreed. Der kreislauffähige Estrich ist für den Innenausbau konzipiert, insbesondere für Bestandssanierung von Wohn- und Bürogebäuden. Für Entwickler, die bei künftigen Ausschreibungen von der Dekarbonisierung ihrer Baustoffe profitieren wollen, ist eine frühe Zusammenarbeit mit ParaStruct eine Möglichkeit, sich regulatorische Vorteile zu sichern. Für weitere Informationen kann eine Kontaktaufnahme über [email protected] erfolgen. Die Website befindet sich aktuell in Überarbeitung und wir in Kürze unter parastruct.com erreichbar sein.

Transkript

0:10 Herzlich willkommen zum Immobilienredaktion Office Talk. Wir sind wieder mal im Climate Lab und wir sprechen über ein Nachhaltigkeitsthema. Eines, das die Baubranche in den letzten Jahren immer stärker beschäftigt und eines, das vielleicht sogar auch die Lösung ist für die aktuelle Baupreiskrise. Bei mir ist Freya Rügenberg von Parastruct und was sie mit Parastruct macht und was das mit Baustoffpreisen, Baustoffen, Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und CO₂ zu tun hat, darüber wollen wir uns heute unterhalten. Freya, danke, dass du dir die Zeit genommen hast und hallo zu unserem Format.

0:50 Sehr gerne. Vielen Dank für die Einladung. Freue mich, hier zu sein. Wenn man in deinen Lebenslauf schaut, dann ist die erste Vermutung gar nicht Start-up-Founder im Baustoffbereich. Da ist zum Beispiel eine Kunstschule drinnen. Kannst du uns einen kurzen Abriss deiner Stationen geben, die dich dazu geführt haben, dass du heute mit Parastruct nachhaltige Baustoffe produzierst? Ja, sehr gerne. Das war auf jeden Fall kein ganz linearer Weg, der mir da unter die Füße gekommen ist. Ich komme ursprünglich aus Südtirol und habe dort auf einer Schule mit Kunstschwerpunkt maturiert, habe aber schon im

Vollständiges Transkript anzeigen

1:28 Laufe meiner Schulzeit gemerkt, dass Kunst jetzt nicht unbedingt das ist, womit ich später meine Brötchen verdienen will und war dann ehrlich gesagt auch so ein bisschen planlos, was ich studieren sollte. Wir haben dann in der Abschlussklasse mal den Film Plastic Planet geschaut. In diesem Film geht es darum, wie Plastikmüll zur Verschmutzung der Welt, der Weltmeere und natürlich auch Mikroplastik beiträgt. Das hat mich damals ziemlich beeindruckt und ich dachte mir, nachdem Nachhaltigkeit auch für mich immer schon ein wichtiges Thema war, mit Chemie oder mit dem Studium der Chemie könnte man diesem Problem

2:04 am ehesten gerecht werden oder sich dem widmen. Deswegen habe ich dann in Innsbruck angefangen, Chemie zu studieren. Bin offensichtlich auch dabei geblieben. Also das war wohl nicht die schlechteste Entscheidung. Habe mich allerdings im Laufe des Studiums mehr in Richtung anorganischer Chemie und Materialwissenschaften orientiert, also nicht in Richtung organische Chemie, was eher so die Plastikchemie gewesen wäre. Nach meiner Promotion habe ich dann noch eine Zeit an der Universität verbracht, hatte dort eine Stelle als Senior Lecturer, also habe dort Vorlesungen gehalten, Praktika betreut und habe im Zuge dessen auch

2:40 Forschungsprojekte beaufsichtigt. Und eines dieser Projekte wurde damals von unserem Hauptgründer Georg in Auftrag gegeben, der das Unternehmen anfangs als Einzelunternehmen gegründet hatte. Und in diesem Forschungsprojekt ging es eben um das Recycling von mineralischen Bindemitteln. Das haben damals ich und mein Kollege Kilian Riesbeck betreut und durchgeführt und das war sehr spannend und war dann auch erfolgreich. Und im Zuge dessen hat Georg uns dann gefragt, ob wir nicht Lust haben, ins Unternehmen einzusteigen. Und wir haben uns gedacht: „Ja, warum nicht? Probieren wir es mal aus." Anfangs war das dann nur Teilzeit, wurde dann aber immer mehr und mehr.

3:20 Das hat dann auch dazu geführt, dass es natürlich immer spannender wurde. Ich habe dann auch mehr Potenzial da drin gesehen und natürlich auch mehr Entwicklungsmöglichkeiten, sodass ich dann irgendwann auch Vollzeit gegangen bin und wir dann eben die GmbH gegründet haben. Einmal noch ganz kurz zurück zu deinem Lebenslauf. Das Thema Nachhaltigkeit war, glaube ich, schon immer ein Thema für dich. Du warst auch bei Safe Food aktiv. Foodsharing. Foodsharing aktiv. Ist dieses Thema, ist das etwas, dass du sagst: „Ja, nur das" oder wenn du ein Gedankenspiel machst und sagst, das wäre jetzt nicht Parastruct, wo würdest du arbeiten?

3:58 Schwierige Frage. Also ich glaube, Nachhaltigkeit ist schon ein Herzensthema für mich, aber wie man eben bei meinem Engagement bei Foodsharing auch sieht, oder ich arbeite auch bei einem Kollektiv mit, wo es um nachhaltige Ernährung geht, kann ich mir schon vorstellen, dass das zum Beispiel auch was wäre, wo ich viel Spaß daran haben könnte. Aber grundsätzlich glaube ich, ich bin ein Mensch, der sich sehr gut von sehr vielen Dingen begeistern lässt. Also wie gesagt, dieses Chemiestudium, das war ein Glücksgriff, aber ich wäre vielleicht mit einem anderen Studium und einem anderen Job auch sehr glücklich

4:35 geworden, solange ich das Gefühl habe, dass es irgendwo einen Purpose hat. Ich weiß gar nicht, wie man das jetzt im Deutschen richtig ausdrückt. Genau, also sinngebende Tätigkeit war mir schon immer wichtig. Vom Forschungslabor zum Start-up: Wo sind denn für dich gefühlt die stärksten Unterschiede, die dir heute besser gefallen und die dir schlechter gefallen? Es ist sehr unterschiedlich. Es gibt sehr viele Unterschiede. Also das Forschungslabor war zumindest für mich eine sehr lehrreiche Tätigkeit, weil

5:18 man vor allem im Zuge der Doktorarbeit lernt, eigenständig zu arbeiten, sich die Aufgaben selbst zu suchen und man muss dabei auch sehr viel Selbstmotivation mitbringen. Ich glaube, das ist etwas, was mit der Arbeit im Start-up sich überschneidet. Was die großen Unterschiede sind: Ich hatte in meiner Doktorarbeit relativ wenig Kontakt mit anderen Menschen. Es war Laborarbeit, sehr viel Laborarbeit. Natürlich hatte man Kollegen, aber man arbeitet ja schon recht konzentriert in einer bestimmten Nische. Und dadurch, dass das auch eine Kooperation mit einer Firma war,

5:59 durfte man auch nicht über die Forschungsergebnisse sprechen, weil es ja sein könnte, dass diese patentiert werden oder später eben zu wirtschaftlichen Entwicklungen führen.Dementsprechend war das eine sehr einsame Arbeit, wenn man das so sagen möchte. Jetzt im Start-up bin ich nicht mehr in erster Linie im Labor. Ich beschäftige mich ganz viel auch mit anderen Tätigkeiten und bin sehr viel auch im Austausch mit anderen Menschen und das ist etwas, was ich gemerkt habe, das hat mir schon vorher auch gefehlt. Auch dieses in Kontakt treten, das Netzwerken ist schon etwas, was mir Spaß macht, was mir auch, glaube ich,

6:30 irgendwo ein bisschen liegt und das ist schon Abwechslung. Forschungslabor, Geheimhaltung, Start-up. Da muss man heraus, da muss man pitchen. Für alle unsere Zuseher, die noch nicht wissen, was Parastruct ist, kannst du ganz kurz einmal erklären, was ihr macht? Parastruct ist ein Technologieanbieter und wir entwickeln im Grunde Alternativen für konventionelle Baustoffe. Das heißt, wir entwickeln Materialien oder Materialmischungen, mit denen man unnachhaltige Stoffe oder Primärmaterialien ersetzen kann. Wie wir wissen, ist die Baubranche recht konservativ und die meistgenutzten Baustoffe, wie zum Beispiel Zement und Beton,

7:12 beruhen auf sehr energieintensiven und CO₂-intensiven Prozessen. Und wir entwickeln eben Lösungen, mit denen man diese Baustoffe in vielen Anwendungen ersetzen kann. Es muss aber nicht nur Beton oder Zement sein. Wir können zum Beispiel auch Materialien entwickeln, mit denen man zum Beispiel Primärrohstoffe wie auch Holz ersetzen kann. Holz ist zwar nachwachsender Rohstoff, ist aber trotzdem etwas, das nicht so nachhaltig ist, wie das häufig kommuniziert wird, weil nicht jeder Wald ist gleich. Wenn man anstelle eines Urwaldes jetzt eine Monokultur

7:52 anbaut, dann ist das natürlich nicht dasselbe. Das heißt, auch da macht es auf jeden Fall Sinn, nach Alternativen zu suchen und vor allem Reststoffe zu verwenden. Also das ist eines unserer Kernthemen. Wir wollen Nebenprodukte und Abfallströme nutzbar machen. Ist mir jetzt in deiner Antwort eines aufgefallen und du hast mir es auch da in deine Notizen geschrieben: Das Wort Abfall ist ein schwieriges Wort. Warum? Es ist häufig einfach negativ konnotiert. Wenn man Abfall hört, dann denkt man an niederwertigen Stoff oder an etwas, das weggeschmissen wird. Aber häufig, wenn

8:32 wir über diese Materialien sprechen, die wir verwenden, dann handelt es sich dabei nicht wirklich um Abfall, sondern einfach um Materialien, die nur aufgrund ihrer, zum Beispiel physikalischen Eigenschaften, bislang nicht in Baustoffen nutzbar sind. Häufig sind es sehr feinkörnige Materialien, die in abrasiven Prozessen entstehen, wie zum Beispiel beim Schleifen, beim Schneiden, oder bei anderen Prozessen, die in der herstellenden Industrie einfach häufig vorkommen. Ein ganz typisches Beispiel ist Steinmehl beim Zerkleinern von Steinen in Steinbrüchen oder eben beim Schleifen. Und ein anderes ist zum Beispiel eben Holzmehl, das auch in Sägewerken oder

9:12 allgemein in der holzverarbeitenden Industrie entsteht. Und wenn wir jetzt weiter über dieses Beispiel Holzmehl sprechen, die gröberen Fraktionen, die werden beispielsweise für die Herstellung von Spanplatten verwendet, aber das ganz feine Holzmehl, das kann dafür nicht verwendet werden, weil das einfach nicht diese strukturellen Eigenschaften hat. Und das ist auch nicht ganz einfach im Handling, weil bei staubförmigen Materialien hat man immer das Risiko von Staubexplosionen. Das heißt, man kann das jetzt auch nicht wirklich transportieren über längere Strecken. Das heißt, was in den meisten Fällen damit gemacht wird,

9:44 ist, es wird entweder deponiert oder verbrannt. Würdest du dann in diesem Sinne sagen, ihr seid ein Recycling- oder Upcycling-Unternehmen? Ich würde uns eher als Materialentwickler sehen. Also wir nutzen zwar Abfallströme oder nennen wir es Reststoffe, Nebenprodukte, aber wir sind eigentlich Technologieanbieter. Also wir selbst recyceln nicht, sondern wir möchten eigentlich den Unternehmen, die Reststoffe haben, zum einen Mittel zur Hand geben, wie sie ihre eigenen Nebenprodukte effizient nutzen können und so praktisch das Maximale aus

10:25 ihren Materialien herausholen können. Und zum anderen möchten wir auch Baustoffproduzenten oder Baumaterialienproduzenten Möglichkeiten geben, ihre Produktpalette zu erweitern und auch nachhaltigere Baustoffe anzubieten. Ihr kommuniziert ja auch nach außen 100 % Zirkularität. Da fragt man sich schon: Ist das denn wirklich machbar? Wie seid ihr auf diese Zahl gekommen? Ja, also diese Zahlen, 100 % Zirkularität und auch die CO₂-Einsparungen, da muss man natürlich immer vorsichtig sein, weil CO₂-Einsparungsberechnungen, die beruhen auf Literaturwerten, die zu den

11:07 jeweiligen Materialien erhoben worden sind. Häufig gibt es solche Impact-Tools, mit denen man den CO₂-Abdruck berechnen kann. Aber da vergleicht man es ja häufig mit dem etablierten Standard und sagen wir, wir sind immer sehr vorsichtig, solche Werte zu kommunizieren, weil wie gesagt, es ist immer die Frage, womit vergleicht man es. Unsere Kerntechnologie ist ein Recyclingprozess für mineralische Bindemittel. Diese mineralischen Bindemittel haben ganz viele tolle Eigenschaften, unter anderem, dass sie eben auch so feinkörnige Stoffe binden können. Aber eine dieser Eigenschaften ist auch, dass sie eben

11:47 recyclingfähig sind, und zwar voll recyclingfähig, also 100 % zirkulär. Das heißt, mit dem Recyclingprozess für mineralische Bindemittel können wir diese Bindungseigenschaften immer wieder generieren, ohne dass dabei rohstoffgebundenes CO₂ entsteht. Das heißt, dieser Recyclingprozess ist 100 % zirkulär und er ist auchWas die CO₂-Einsparungen angeht, 75 % CO₂-effizienter als jetzt zum Beispiel die Primärbereitstellung von Bindemittel. Und dafür haben wir auch Messungen, das kann man im Labor nachweisen. Dafür haben wir auch

12:29 Messungen extern durchführen lassen, um das zu bestätigen. Also diese Werte, 75 % CO₂-Einsparungen und 100 % Zirkularität, die beziehen sich wirklich auf das Recycling des Bindemittels und die sind nachweisbar. Nachhaltigkeit rückt aktuell unweigerlich in den Hintergrund, weil es einfach schwerer ist zu wirtschaften. Wie viel tut ihr euch in den letzten zwei, drei Jahren seit vielleicht der Zinswende schwerer? Du kannst auch sagen, gar nicht. Ja. Also für uns ist es ja zum Glück in den letzten Jahren nur bergauf gegangen. Anfangs waren wir natürlich sehr stark abhängig von

13:09 Förderungen und von Forschungsprojekten. Also gerade zu Beginn haben uns die Unterstützung von AWS und FFG sehr viel weitergebracht. Das hat uns auf jeden Fall dabei geholfen, überhaupt so weit zu kommen, aber wir werden mehr und mehr unabhängig auch von diesen Förderungen, weil wir auch jetzt selbst Umsätze machen. Also für uns ist es bisher nur bergauf gegangen. Dieses Thema ist ja eine Sache des Mindsets, vor allem in der Baubranche, ob jetzt solche

13:49 Produkte zur Anwendung kommen. Jetzt haben wir dich kennengelernt als Mensch, der mit der Klimakrise und mit den Themen Nachhaltigkeit ins Arbeitsleben gestartet ist und der für diese Themen ganz offensichtlich auch brennt. Wenn du eine Skala hättest von eins bis zehn, wo eins ist ganz falsch und zehn ist komplett richtig: Wie bewertest du diese politische Gewalt, die durch Steuern und Zölle aktuell immer stärker rein kommt, ausgeübt wird, um hier Bauunternehmen extrinsisch zu motivieren, auf diese Themen mehr zu achten? Ich würde auf jeden Fall sagen, dass der Wert auf der Skala steigt.

14:32 Man hat in den letzten Jahren, denke ich, ein bisschen den Eindruck gewonnen, dass das Thema ein bisschen an Wichtigkeit verloren hat, aber man sieht ja trotzdem, wenn man die Regularien anschaut, dass es auf jeden Fall einen Trend in Richtung mehr Nachhaltigkeit geht. Also gerade in der EU kann man vorhersagen, dass CO₂-Bepreisung und eben Regularien zur verstärkten Nutzung von recycelbaren oder Recyclingbaustoffen, dass das immer mehr werden wird. Also da sehe ich schon zum einen einen großen Druck, der immer mehr aufgebaut wird, aber zum anderen halt auch ein großes

15:12 Potenzial, weil die konventionellen Baustoffe sind ja nur deswegen so günstig, weil deren Preis ja eigentlich nicht den wahren Preis widerspiegelt. Weil die Kosten, die trägt im Moment die Gesellschaft. Wenn wir Baustoffe verwenden, die eben nicht nachhaltig sind, die sehr viel CO₂ freisetzen, dann führt das zu Kosten, die die Gesellschaft eben dadurch tragen muss, dass wir eben mit dem Klimawandel kämpfen müssen oder dass eben zum Beispiel auch sich Luftwerte verschlechtern, weil wir Abgas in die Luft blasen oder so etwas. Also da sehe ich schon

15:52 einen wachsenden Trend in Richtung mehr Nachhaltigkeit und der wird sich auch fortsetzen. Das heißt, wir brauchen es, damit das Leben, auch wenn es schon abgedroschen ist, für unsere Kinder und Enkelkinder lebenswert bleibt. Kommen wir zurück zu Parastruct. Du hast es vorher gesagt, ihr seid Lizenzgeber in diesem Sinne. Warum habt ihr euch für diesen Weg entschieden? Warum habt ihr nicht gesagt: „Okay, wir sammeln und produzieren selber aus Holzstaub oder Steinstaub?“ Also eigene Produktion ist grundsätzlich möglich und das ist auch das, was wir jetzt zu Anfang machen. Das machen wir aus dem Grund jetzt,

16:26 um auch eigene Erfahrungswerte zur Verarbeitung zu sammeln und auch um das Produkt auf den Markt zu bringen, weil das ist einfacher, wenn man es selber macht. Warum macht es nicht so viel Sinn, das zentralisiert zu machen? Zum einen gibt es ja bereits eine Menge Industrien, die grundsätzlich die Infrastruktur haben, diese Baustoffe herzustellen. Wir erfinden ja jetzt nicht das Rad neu. Die Prozesse, die wir nutzen, das sind übliche Prozesse, die in der Bauindustrie beziehungsweise Baumaterialienindustrie verwendet werden. Das heißt, wir arbeiten hier, um das alles hochzuskalieren, auch mit Dienstleistern zusammen in der

17:08 Bauindustrie, die das dann lokal vor Ort eben mischen und fertigen können. Das hat zum einen den Vorteil, dass wir Asset light bleiben und uns auf unsere Kernthemen fokussieren können, welche Marketing, IP-Entwicklung, Materialentwicklung und auch natürlich Forschung und Entwicklung sind. Und zum anderen treten wir nicht in Konkurrenz zu unseren B2B-Kunden, die ja auch interessiert daran sind, eben solche nachhaltigen Materialien zu erhalten. Und wir arbeiten ja auch sehr viel mit Reststoffen, wie zum Beispiel Holzmehl, deren Transport zum einen nicht einfach möglich ist, aber zum

17:50 anderen auch wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Und diese Reststoffe gibt es überall. Das heißt, es ergibt sehr viel mehr Sinn, das irgendwo dezentralisiert zu produzieren, wo diese Stoffe ohnehin schon vorhanden sind und dann die Transportwege gering zu halten. Ihr habt bereits Projekte mit Projektentwicklern im Testlauf. Hast du da schon Zahlen und Fakten, wie sich die Verwendung eurer Produkte sowohl ökonomisch, aber auch von der Zertifizierung und damit natürlich auch wieder ökonomisch in der Finanzierung auswirkt? Ja, genau. Diese Projekte, die wir durchführen, sind für uns gerade jetzt wichtig, da wir natürlich EPDs und

18:31 Ökobilanzierung anstreben. Um diese Zertifizierung zu erhalten, muss aber die Rezeptur feststehen. Und um die Rezeptur festzulegen, müssen wir das jetzt in größerem Maßstab machen, um auch die eigenen Erfahrungswerte zu sammeln. Was wir allerdings jetzt schon sagen können, ist, dass wir mit Produkten wie BioCrete teilweise Materialien oder teilweise ist die Rezeptur für BioCrete so ausgelegt, dass wir damit sogar eine CO2-Senken-Wirkung erzeugen können. Das heißt, wir können gegenüber konventionellen Produkten über 200 % CO2 einsparen, also wirklich das

19:13 Gebäude zur CO2-Senke machen. Und das wird in der Zukunft natürlich dazu führen, dass es bei Ausschreibungen enorme Vorteile gegenüber konventionellen Produkten hat. Weiters sind natürlich noch andere Vorteile, wie zum Beispiel, dass es gerade mit Holzbau sich sehr gut vereinen lässt, dass es eben auch mit Leichtbau oder in Renovierungen gut zum Einsatz kommen kann. Also da sehen wir auf jeden Fall sehr viel Potenzial, gerade in diesem ersten Produkt BioCrete. Du hast es jetzt auch gerade schon angesprochen: Marketing. Ihr müsst als Start-up viel machen. Du wirst wahrscheinlich öfter auch pitchen.

19:54 Wie sind denn da so deine Erfahrungen als junges Start-up in einer doch konservativen und vielleicht auch für dich als Frau in einer männerdominierten Branche? Also für uns als Start-up, wir als Start-up sind seit 2019, 2020 aktiv, seit 2023 haben wir die GmbH, aber wir haben vor allem unser Mitgründer Georg hat schon sehr viele Jahre Erfahrung, also über zehn Jahre Track Record in der Baubranche, gerade in der Entwicklung von 3D-Druckern für die Baubranche und auch eben in dieser Materialinnovationsbranche. Das heißt, wir

20:35 sind zwar ein junges Start-up, aber wir haben trotzdem sehr viel Erfahrung, die wir aus unterschiedlichen Bereichen mitbringen. Andererseits hast du natürlich recht, es ist eine sehr konservative Branche, die auch sehr stark von Regularien getrieben wird. Aber auch hier sehen wir zum einen, dass es einen Trend gibt, also dass immer mehr und mehr verstanden wird, dass es neue Materialien braucht, weil es ja auch Rohstoffprobleme und Rohstoffmangel gibt. Zum anderen arbeiten wir mit etablierten Instituten, wie zum Beispiel dem Fraunhofer Institut zusammen oder mit Immobilienentwicklern, mit großen Immobilienentwicklern, aktuell auch in

21:15 Berlin, mit denen wir zeigen können, dass unsere Produkte finanzieren. Das heißt, mit denen können wir dann auch Showcases schaffen oder eben Pilotprojekte, prestigereiche Pilotprojekte machen, die dann zeigen, auch den anderen Industrien, dass das wirklich funktioniert. Meine eigenen Erfahrungen auf Messen, so für mich als Frau in dieser Branche, das stimmt schon. Manchmal hat man den Eindruck, dass da zum Beispiel mein Mitgründer Georg es leichter hat, mit bestimmten

21:56 Menschen zu sprechen. Andererseits erregt es aber auch Aufmerksamkeit, wenn das jetzt vielleicht nicht die Person ist, mit der man rechnet. Wenn da keiner im blauen Anzug kommt. Genau. Ja, in der Start-up-Welt machen das eh die wenigsten, aber ja. Von daher glauben wir, ist unsere Stärke aber auch unser Team, weil wir eben auch so divers sind und weil wir aus unterschiedlichen Richtungen kommen und Georg sehr viel Erfahrung eben aus der Baubranche mitbringt. Mein Mitgründer Kelan ist auch Ingenieur, hat auch sehr viel praktische Erfahrung auf dem Bau gesammelt und ich komme aus der Forschungsrichtung.

22:35 Da ergänzen wir uns, glaube ich, sehr gut. Ihr habt nicht nur die Förderung, ihr habt auch ein Siegel von der EU bekommen. Genau, wir haben das Seal of Excellence von der EU bekommen. Das war im Zuge des EIC. Das ist ein großes Programm, das eben Groundbreaking Innovations fördern soll. Das haben wir durchlaufen. Es ist jetzt allerdings schon ein bisschen her. Unsere Technologie hat sich in der Zwischenzeit auch ein bisschen weiterentwickelt. Das heißt, wir werden dieses Programm auch ein weiteres Mal

23:15 durchlaufen. Und diese Förderung oder dieses Siegel soll im Prinzip die Förderwürdigkeit eines Start-ups besiegeln. Letzte Frage: Du hast eure Technologie auch mal als mögliches Baumaterial auf dem Mond bezeichnet. Bei welcher Weltraumbehörde hast du dich schon beworben? Ja, wir hatten tatsächlich auf Messen schon Unterhaltungen mit entsprechenden Institutionen. Tatsächlich ist es ja so:

23:55 Wie ich bereits sagte, ist unsere Bindemitteltechnologie insbesondere dazu in der Lage, feinkörnige Stoffe zu binden. Das würde sich zum Beispiel auch für Regolith, also für Mondgestein, eignen. Und wenn man darüber nachdenkt, gerade wenn man auf dem Mond etwas bauen möchte, dann muss man sehr ressourceneffizient sein. Das heißt, man kann nicht zu viel hochtransportieren und man arbeitet am besten mit den Stoffen, die dort vorhanden sind. Das heißt, unsere Technologie würde sich anbieten, dortDas Mondgestein zu binden und durch die Recyclingfähigkeit des Bindemittels könnte man die Materialien auch immer wieder verwenden.

24:31 Also grundsätzlich würde unsere Technologie tatsächlich sich dafür eignen, auch auf dem Mond zum Einsatz zu kommen. Allerdings forschen wir selbst aktuell nicht daran. Zum einen, weil wir denken, dass wir auf der Erde bereits genug Probleme haben, die wir vielleicht schneller lösen können. Und zum anderen, weil wir ja schon auch davon abhängig sind, Umsätze zu erzielen. Und das tun wir natürlich schneller, wenn wir Lösungen für die Erde entwickeln, wo wir Kunden haben. Allerdings sind solche Moonshot-Ideen ja wichtig, um auch mal vielleicht ein bisschen weiterzudenken, um über den Tellerrand hinauszublicken.

25:08 Und die Geschichte zeigt ja auch, dass häufig solche Entwicklungen, die für die Raumfahrt erbracht wurden, dann auch in Alltagsgegenständen auf der Erde eine große Bedeutung gewonnen haben. Also von daher sind solche Gedankenexperimente auf jeden Fall wichtig, aber aktuell sind wir bodenständig und bleiben auf der Erde. Das heißt, du machst das dann vielleicht eher als Altersruhesitz in 40, 50 Jahren konkret. Mein Alter verbringe ich auf dem Mond. Mit besonderem Ausblick. Ja. Ich finde, die Erde ist schon ein sehr schöner Platz zum Leben. Das stimmt. Den sollten wir uns erhalten. Faya, das war schon ein sehr schönes Schlusswort.

25:48 Ich sage noch einmal danke für deine Zeit. Ich würde dir aber gerne zum Abschluss jetzt noch einmal 30 Sekunden, eine Minute – ich weiß nicht, wie lange dein Pitch dauert – Zeit geben, um dir die Kamera ganz alleine zu übergeben und du vielleicht noch einmal zusammenfassen kannst, was ihr macht, wer sich bei euch melden soll, wer euer optimaler Kunde ist und auch warum. Wir bei Parastruct arbeiten an der Revolutionierung der Baubranche. Wir sind Materialentwickler und Technologieanbieter und entwickeln Materialien, mit denen wir konventionelle Baustoffe teilweise ersetzen können. Wir arbeiten hierbei mit recyclingfähigen, mit mineralischen Bindemitteln

26:27 und wir verwenden Reststoffe und Nebenprodukte, was unsere Produkte auch günstig und kreislauffähig macht. Ein Beispiel ist Bioscrete. Das ist ein nachhaltiger Fußbodenestrich, der nicht nur kreislauffähig ist, sondern teilweise auch eine CO₂-Senkenwirkung im Gebäude erzielen kann. Und mit diesem Fußbodenestrich machen wir jetzt erste Pilotprojekte. Wir sind aber immer auf der Suche nach weiteren Immobilienentwicklern, die ein Interesse daran haben, diese Revolution anzuführen. Gerade wenn in Zukunft Regularien strenger werden und ESG-Kriterien in der Gebäudeentwicklung wichtiger werden, werden solche Produkte

27:11 zu einem großen Vorteil für Immobilienentwickler sein. Deshalb suchen wir nach Interessenten für Pilotierung. Aktuell sind wir vor allem im Bereich Innenausbau, also Bestandssanierung, hauptsächlich Wohngebäude, Bürogebäude. Also das Produkt ist aktuell für den Innenraum ausgelegt. Kommt da gerne auf uns zu, wenn ihr Interesse daran habt und Unterlagen anfragen möchtet.

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