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OfficeTalk Sommergespräche: Folge 3 mit Wolfgang Kradischnig, CEO der DELTA Gruppe

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Die Kreditimmobilienrichtlinie (KIM) hatte unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Unternehmen in der Branche. Für die DELTA-Gruppe waren die Auswirkungen weniger gravierend, da sie nicht so stark im Wohnbaubereich tätig ist.

Die Diversität der DELTA-Gruppe als Vorteil

Wolfgang Kradischnig erklärt: "Die DELTA-Gruppe ist als internationale Gruppe mit verschiedenen Dienstleistungen und Zielgruppen breit aufgestellt. Wir sind in den Bereichen Bildungsbau, Gesundheitswesen, Industrie, Gewerbe, Geschäftsbau und natürlich auch im Wohnbau tätig. Der Wohnbau macht jedoch nur etwa 10 Prozent unseres Umsatzes aus."

Diese Diversität ermöglichte es der DELTA-Gruppe, die Herausforderungen durch die KIM-Verordnung und andere gesetzliche Rahmenbedingungen auszugleichen. Sie konnten in andere Regionen, Dienstleistungen und Kundenbereiche ausweichen.

Auswirkungen auf spezialisierte Unternehmen

Kradischnig betont: "Unternehmen, die sich stark auf den Wohnbau spezialisiert haben, insbesondere im Einfamilienhausbereich, wurden von den neuen Regelungen deutlich härter getroffen."

Die Notwendigkeit der KIM-Verordnung

Auf die Frage, ob die strenge Auslegung der KIM-Verordnung in Österreich notwendig war, um eine mögliche Immobilienblase zu verhindern, antwortet Kradischnig vorsichtig: "Es ist schwierig, das wissenschaftlich oder fachlich qualifiziert zu beantworten. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus glaube ich jedoch, dass wir über die Jahre immer lockerere Eigenkapital-Bedingungen im Immobilienbereich hatten."

Die Bedeutung des Eigenkapitals

Kradischnig sieht das Eigenkapital als wichtigen Indikator für die finanzielle Leistungsfähigkeit bei Immobilienprojekten. Er erklärt: "Ich glaube, dass eine Eigenkapital-Deckung von zumindest 20 Prozent im Bau- und Immobilienbereich sinnvoll ist. Die neuen Regelungen haben zwar Veränderungen gebracht, aber aus meiner Sicht nicht unbedingt Verschlechterungen. Es braucht jetzt eine Anpassung an diese neuen Rahmenbedingungen."

Die Auswirkungen steigender Zinsen

Ein weiteres wichtiges Thema, das die Branche beeinflusst, sind die steigenden Zinsen. Kradischnig betont die Bedeutung der Relation zwischen Finanzierungszinsen und erzielbaren Renditen: "Für uns in der Bau- und Immobilienwirtschaft ist es primär wichtig, dass wir die Möglichkeit haben, Renditen zu erzielen, die die Fremdkapitalzinsen übersteigen. Wenn alles, was ich an Fremdkapitalzinsen zahle, höher ist als meine Rendite, dann wird das Bauen irgendwann sozusagen obsolet oder nicht mehr finanzierbar für Private."

Anpassung an neue Zinsbedingungen

Kradischnig beobachtet, dass sich der Zinsanstieg in letzter Zeit etwas abgeflacht hat. Er betont jedoch, dass selbst Finanzexperten Schwierigkeiten hatten, diese Entwicklung vorherzusehen.

Die Bedeutung des Home Office Gesetzes

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der die Immobilienbranche beeinflusst, ist das Home Office Gesetz. Dieses Gesetz hat neue Anforderungen an Arbeitgeber und Arbeitnehmer gestellt und beeinflusst auch die Gestaltung von Büro- und Wohnräumen.

Anpassung der Immobilienkonzepte

Das Home Office Gesetz hat dazu geführt, dass Unternehmen ihre Bürokonzepte überdenken müssen. Flexible Arbeitsplätze und die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, gewinnen an Bedeutung. Dies hat Auswirkungen auf die Nachfrage nach Büroflächen und die Gestaltung von Wohnräumen, die nun oft auch als Arbeitsplatz dienen müssen.

Herausforderungen und Chancen

Die Umsetzung des Home Office Gesetzes stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen, bietet aber auch Chancen für innovative Immobilienkonzepte. Kradischnig sieht hier Potenzial für die Entwicklung neuer Arbeitsmodelle und die Anpassung von Immobilien an die veränderten Bedürfnisse der Nutzer.

Ausblick auf die Zukunft der Immobilienbranche

Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt Kradischnig optimistisch für die Zukunft der Immobilienbranche. Er betont die Notwendigkeit, sich an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen und innovative Lösungen zu entwickeln.

Innovation und Anpassungsfähigkeit

Die Fähigkeit, sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen und innovative Konzepte zu entwickeln, wird laut Kradischnig entscheidend für den zukünftigen Erfolg in der Immobilienbranche sein. Dies gilt sowohl für die Entwicklung neuer Immobilienprodukte als auch für die Anpassung von Finanzierungs- und Geschäftsmodellen.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

Ein weiterer wichtiger Trend, den Kradischnig für die Zukunft sieht, ist die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Immobilienbereich. Dies wird nicht nur durch gesetzliche Vorgaben, sondern auch durch die steigende Nachfrage von Kunden und Investoren getrieben.

Zinsentwicklung und Zukunftsaussichten

Natürlich hoffen einige, dass die Zinsen wieder sinken werden. Kradischnig teilt diese Einschätzung jedoch nicht. Er glaubt, dass wir ein Plateau erreicht haben, das in etwa dem aktuellen Niveau entspricht. Zwar könnte es leichte Schwankungen geben, aber eine Rückkehr zu den unnatürlich niedrigen Zinsen der Vergangenheit hält er für unwahrscheinlich.

"Wir müssen lernen, mit diesem neuen Zinsniveau umzugehen und Relationen zu schaffen, in denen Fremdkapitalzinsen und Renditen zusammenpassen", erklärt Kradischnig. Dies könnte zu einem leichten Rückgang der Bauaktivitäten führen, aber er hofft, dass die Qualität der realisierten Projekte steigen wird.

Qualität vs. Kostendruck

Auf die Frage, ob nicht die Gefahr bestehe, dass der Kostendruck zu Qualitätseinbußen führen könnte, räumt Kradischnig ein, dass diese Gefahr immer besteht. Allerdings gibt es auch Gegenkräfte, insbesondere durch Regulierungen aus dem EU-Bereich.

"Wir sind durch politische Rahmenbedingungen verpflichtet, uns im Bereich Nachhaltigkeit und Lebenszyklusorientierung bei Immobilien aufzustellen", erläutert er. "Hochwertiges Bauen ist kein 'Nice to have' mehr, sondern ein 'Must have'."

Nachhaltigkeit als Pflicht

Kradischnig betont die Notwendigkeit, kreislaufwirtschaftliche Prinzipien einzuhalten, den CO2-Fußabdruck zu berücksichtigen und Überlegungen zur Nutzungsflexibilität anzustellen. Diese Faktoren machen eine Immobilie zwar in der Errichtung etwas teurer, steigern aber ihren langfristigen Wert und ihre Wertstabilität.

Home Office Gesetz und seine Auswirkungen

Das Home Office Gesetz hat die Arbeitswelt und damit auch die Anforderungen an Immobilien verändert. Es stellt neue Herausforderungen an die Gestaltung von Büro- und Wohnräumen.

Flexible Arbeitsplatzkonzepte

Unternehmen müssen ihre Bürokonzepte überdenken und flexible Arbeitsplätze schaffen. Gleichzeitig gewinnt die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, an Bedeutung. Dies hat Auswirkungen auf die Nachfrage nach Büroflächen und die Gestaltung von Wohnräumen, die nun oft auch als Arbeitsplatz dienen müssen.

Chancen für innovative Immobilienkonzepte

Kradischnig sieht in dieser Entwicklung auch Chancen für innovative Immobilienkonzepte. Die Anpassung an die veränderten Bedürfnisse der Nutzer eröffnet neue Möglichkeiten für die Branche.

Ausblick auf die Zukunft

Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt Kradischnig optimistisch für die Zukunft der Immobilienbranche. Er betont die Notwendigkeit, sich an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen und innovative Lösungen zu entwickeln.

Innovation und Anpassungsfähigkeit

Die Fähigkeit, sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen und innovative Konzepte zu entwickeln, wird laut Kradischnig entscheidend für den zukünftigen Erfolg in der Immobilienbranche sein. Dies gilt sowohl für die Entwicklung neuer Immobilienprodukte als auch für die Anpassung von Finanzierungs- und Geschäftsmodellen.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

Ein weiterer wichtiger Trend, den Kradischnig für die Zukunft sieht, ist die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Immobilienbereich. Dies wird nicht nur durch gesetzliche Vorgaben, sondern auch durch die steigende Nachfrage von Kunden und Investoren getrieben.



Transkript

0:00 Diese Folge des Immobilienredaktion Office Talk wird Ihnen präsentiert von Delta, Ihr Dienstleister in den Bereichen Architektur, Baumanagement und Consulting. Jetzt haben wir Corona durch, also so Ende 2020, 2021 waren wir gerade dabei, quasi die Handbremse wieder zu lösen und wieder zurück ein bisschen zur Normalität zu gehen. dann kam 2021 ein erstes Gesetz, das wieder die Branche gebremst hat. Die Kim, die hat aber euch als Delta weniger betroffen wahrscheinlich, weil ihr nicht so viel im Wohnbaubereich macht.

0:42 Das ist richtig. Stichwort wieder Diversität. Die Delta-Gruppe ist als internationale Gruppe mit den verschiedenen Dienstleistungen, mit den verschiedenen Zielgruppen. Privat, öffentlich, mit den verschiedenen Bauwerkstypen von Bildungsbau, Gesundheitswesen, Industriegewerbe, Geschäftsbau, natürlich auch Wohnbau. Aber nur zu einem sehr überschaubaren Umfang, also der Größenordnung von etwa 10 Prozent unseres Umsatzes, haben wir uns im Wohnbau beschäftigt. Und überhaupt nicht im kleinvolumigen, im privaten Wohnbau,

Vollständiges Transkript anzeigen

1:25 also im privaten im Sinne von Einfamilienhausbau, sondern natürlich schon im privaten Bauträgerbereich, auch dort in einem größervolumigen Bereich, wo wir die Möglichkeit hatten, diese Rahmenbedingungen, die sich hier durch die Zinsveränderung, eben auch durch diese Kim-Verordnung, die sich einfach durch gesetzliche Rahmenbedingungen erschwert haben, wo wir die ausgleichen konnten, weil wir einfach in andere Regionen, in andere Dienstleistungen, in andere Zielgruppen Kundenbereiche ausweichen konnten. Deswegen hat es würde ich sagen, nicht

2:05 so getroffen wie manch andere, die ganz stark hier Business auf zum Beispiel Wohnbau und dann vielleicht sogar überhaupt, wenn jemand sein Business auf Einfamilienhaus-Wohnbau aufgebaut hat, dann hat es ihn wirklich sehr sehr schwer getroffen. Das hat dich das Thema nicht so stark betroffen. Ich würde aber trotzdem gerne noch einmal auch aus deiner fachlichen Sicht wissen, glaubst, dass die Kim und gerade diese besonders strenge Auslegung der Kim in Österreich notwendig war, um diese ominöse Immobilienklasse zu Verhindern? Das ist schwierig zu sagen und ich glaube, bin ja nicht echt kompetent,

2:41 das jetzt wissenschaftlich oder fachlich qualifiziert zu beantworten. Aus meinem Bauch heraus, glaube schon, dass wir über die Jahre hin ich verfolge das jetzt ja doch schon, etwa 35 Jahre, immer lockerere Eigenkapital-Bedingungen gehabt haben, auch im Immobilienbereich. Und irgendwo ist das Eigenkapital schon auch ein Indikator dafür, in welcher finanziellen Potenzlage bin ich überhaupt, um so ein Projekt zu stemmen. von dem her und ich weiß,

3:23 dass ich da sozusagen sicher einige Kritik auch ernte dafür, weil ich sehe natürlich logischerweise Bauträger anders, weil natürlich der Multiplikator ein ganz einanderer ist, wenn ich, ich sage einmal, mit einem gewissen Betrag drei Projekte mit niedriger Eigenkapital-Deckung hebeln kann, als wenn ich nur ein Projekt hebeln kann, ganz klar. Aber ich glaube, dass eine Eigenkapital-Deckung von zumindest 20 Prozent einfach sinnvoll ist im Baubereich, im Immobilienbereich. Und von dem her, ja, es hat sich etwas verändert,

4:04 aber aus meiner Sicht nicht unbedingt etwas verschlechtert. Es braucht nur jetzt ein Einpassen auf diese neuen Rahmenbedingungen. Und wenn die Rahmenbedingungen klar sind, wird es aus meiner Sicht halbwegs vernünftig weitergehen. Natürlich, wissentlich, dass mehr Bautätigkeit passiert, wenn die Eigenkapital-Deckung niedriger ist ist auch klar. Eine Einpassung braucht es auch auf etwas, das dann 2021 gleich drauf passiert ist, nämlich die vier Prozent Leitzins an der Spitze. Haben wir heute schon einen Gewöhnungseffekt? Können wir jetzt wieder mit Zinsen umgehen, nachdem wir vorher ganz lange nichts gezahlt haben fürs Geld

4:45 oder wenig? Es ist immer eine Frage der Relation und der Relativität. Wie schaut es mit den Finanzierungszinsen aus, die wir beim Bau haben und vor allem mit der Rundit, die jemand erzielen kann. Und im Vergleich zum Beispiel, wenn jemand veranlagt in Anleihen oder in Aktien. Und ich glaube, für uns am Bau, in der Bau- Immobilienwirtschaft ist es primär wichtig, wir die Möglichkeit haben, Runditen zu erzielen, die die Fremdkapitalzinsen übersteigen.

5:28 Wenn alles was ich an Fremdkapitalzinsen zahle, höher ist als meine Rundit, dann wird das Bauen irgendwann obsolet oder es ist nicht mehr finanzierbar von jemand privaten. Von dem her müssen diese Relationen einfach stimmen und passen. Aber generell, wenn ich die Entwicklung beobachte, so schwer sie vorhersehbar ist, wir merken ja nicht einmal wirkliche Finanzexperten haben diese Entwicklung so wie sie war, nämlich diesen Anstieg so vorhergesehen. Aber wenn ich mir jetzt die Entwicklung anschaue, dann hat sich der Anstieg einfach ein bisschen abgeflacht.

6:11 Ich glaube nicht, also aus meiner persönlichen Einschätzung haben wir jetzt so ein Level erreicht, der so wie ein Plateau darstellt. Ich glaube, da werden wir vielleicht geht es ein bisschen zurück, aber auf dieses alte Niveau glaube ich, das ja wirklich schon unnatürlich war, ja immer Negativzinsen, auf dieses Niveau glaube ich, werden wir nicht mehr kommen. Das heißt, wir werden einfach lernen müssen, dem Zinsniveau umzugehen und einfach Relationen zu schaffen, wo Fremdkapitalzinsen und auch Runditen zusammenpassen. Und wird sicher ein bisschen weniger gebaut werden, aber hoffentlich das was gebaut wird, höherwertiger.

6:51 Das wäre genau meine nächste Frage gewesen. Besteht dann nicht auch die Gefahr, dass bisschen die Qualität vielleicht sinkt, weil man sagt, ich muss billiger bauen, um wieder die Retet in die Höhe zu treiben? Dem sind wir immer ausgesetzt, dieser Gefahr. Allerdings, da kommt ja trotzdem jetzt ein Regulativ herein, auch aus dem EU-Bereich. Wir wissen das mit dem Quintil. Es haben jetzt viele befürchtet, vor allem Menschen, die sehr nachhaltig ausgerichtet sind, dass van der Leyen nicht mehr Kommissionspräsidentin wird und haben schon befürchtet,

7:31 dass dann der ganze Quintil abgeblasen wird. Viele haben gehofft, dass es nicht mehr wird. Es ist einfach so, dass wir ja sowieso verpflichtet sind, diese politischen Rahmenbedingungen, im Bereich Nachhaltigkeit, im Bereich Lebenszyklusorientierung, auch bei Immobilien aufzustellen. Und von dem her ist das höherwertigere Bauen nicht mehr ein nice to have, sondern ist ein must have. Ich muss kreislaufwirtschaftsmäßige Prinzipien einhalten.

8:11 muss CO2-Footprint-Prinzipien einhalten. Ich Nutzungsflexibilitätsüberlegungen anstellen. Das heißt, verschiedenste Dinge, die letztlich eine Immobilie zwar vielleicht in der Errichtung ein bisschen teurer macht, aber in ihrem Wert und in ihrer Wertbeständigkeit einfach wertvoller macht. Ich glaube, war ein tolles Schlusswort, Wolfgang. sage Danke für deine Zeit. Gerne. Und vielleicht sehen wir uns 2030, drehen wir dann im Kanu. Danke. Eher im Wildwasser, Patrick. Im Wildwasser

8:51 Baden. Das wird dann schwierig mit dem Equipment. Und euch sage ich Danke fürs Zuschauen. Und wenn ihr keine Folge des Immobilienredaktions Office Talk mehr verpassen wollt, dann abonniert unseren Newsletter oder folgt der LinkedIn-Seite, die unabhängige Immobilienredaktion.

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