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OfficeTalk Sommergespräche: Folge 3 mit Benedikt Stockert von FSM Rechtsanwälte

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Im Jahr 2022, als die Immobilienbranche gerade dabei war, sich von den Auswirkungen der Corona-Krise zu erholen, traf sie ein weiterer harter Schlag: die Einführung der KIM-Verordnung. Diese Verordnung, die offiziell als Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung bezeichnet wird, hat die Branche vor neue Herausforderungen gestellt.

Die KIM-Verordnung war von Anfang an umstritten und wurde in den Medien intensiv diskutiert. Trotz mehrfacher Nachbesserungen bleibt sie für viele Experten unzureichend. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Verordnung im nächsten Jahr auslaufen wird.

Die Umsetzung der KIM-Verordnung in Österreich

Die Umsetzung der KIM-Verordnung in Österreich war besonders streng. Es stellt sich die Frage, ob diese Strenge notwendig war, um eine potenzielle Blase am Immobilienmarkt zu verhindern, oder ob die Maßnahmen über das Ziel hinausgeschossen sind.

Benedikt Stockert von FSM Rechtsanwälte in Wien, ein erfahrener Immobilienanwalt, teilt seine persönliche Sicht zu diesem Thema. Er betont, dass seine Einschätzung nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, sondern auf seiner langjährigen Erfahrung in der Branche.

Kritische Betrachtung der KIM-Verordnung

Stockert ist der Meinung, dass die KIM-Verordnung auch nach den Nachbesserungen immer noch zu weit geht. Es gab zwei Nachbesserungen, wobei die zweite etwas besser war. Die Ausnahmetatbestände wurden vereinheitlicht und die Kontingente leicht erhöht. Allerdings werden diese von den Banken teilweise nicht einmal ausgeschöpft.

Grundsätzlich hält Stockert es für sinnvoll, gewisse Grundparameter für die Kreditvergabe festzulegen. Er weist darauf hin, dass Österreich eine Besonderheit aufweist: Es gibt sehr viele Regionalbanken, die in der Vergangenheit teilweise sehr großzügig Kredite vergeben haben.

Die Situation vor der KIM-Verordnung

Trotz der großzügigen Kreditvergabe lag die Quote der faulen Kredite zum Zeitpunkt der Einführung der KIM-Verordnung bei nur etwa zwei Prozent. Diese Quote war bereits in den Zinsen eingepreist, die die Banken ohnehin verlangen. Aus dieser Perspektive stellt Stockert die Notwendigkeit der Verordnung in Frage.

Sinnvolle Aspekte der Verordnung

Dennoch sieht Benedikt Stockert auch positive Aspekte in der Verordnung. Er hält es für sinnvoll, dass ein gewisses Eigenkapital beim Immobilienerwerb vorausgesetzt wird. Auch die Begrenzung der monatlichen Kreditrate auf einen angemessenen Anteil des Nettoeinkommens findet er vernünftig.

Allerdings weist er darauf hin, dass viele Banken diese Kriterien bereits vor der Einführung der KIM-Verordnung berücksichtigt haben. Schließlich haben auch die Banken kein Interesse an faulen Krediten.

Auswirkungen auf die Immobilienbranche

Die KIM-Verordnung hat zu einem massiven Einbruch in der Immobilienbranche geführt. Allerdings muss man diesen Einbruch im Zusammenhang mit den gestiegenen Zinsen betrachten. Stockert schätzt, dass der Rückgang der Wohnungsverkäufe zu etwa 20 Prozent auf die KIM-Verordnung und zu 80 Prozent auf die erhöhten Zinsen zurückzuführen ist.

Forderung nach Abschwächung der KIM-Verordnung

Er plädiert für eine Abschwächung der KIM-Verordnung, insbesondere in Bezug auf die festgelegten Notwendigkeiten. Er betont, dass viele Parteien in Österreich Befürworter des Eigentums sind und zeigt sich verwundert darüber, dass es nicht mehr politischen Willen gibt, hier einzugreifen.

Zinsentwicklung und ihre Folgen

Parallel zur Einführung der KIM-Verordnung stiegen die Zinsen im Jahr 2022 stark an. Der Leitzins erreichte einen Höchststand von 4 Prozent. Diese Entwicklung war für viele Unternehmen, insbesondere im Entwicklerbereich, existenzbedrohend.

Stockert zeigt sich überrascht, dass es nicht zu einer noch stärkeren Konsolidierung in der Branche gekommen ist. Er erwartet jedoch, dass in Zukunft noch weitere Auswirkungen zu spüren sein werden.

Prognosen für die Zukunft

Stockert geht davon aus, dass die Zinsen nicht so schnell wieder auf das Nullniveau zurückfallen werden. Er verweist auf Prognosen, die eine zweite oder dritte Inflationswelle vorhersagen, ähnlich wie in den 1970er Jahren.

Diese anhaltend hohen Zinsen könnten insbesondere für stark fremdfinanzierte Entwickler zu erheblichen Schwierigkeiten führen. Stockert erwähnt, dass es bereits Gerüchte im Markt gibt, welche Unternehmen als nächstes in Schwierigkeiten geraten könnten.

Langfristige Auswirkungen der Finanzierungssituation

Die variable Finanzierung wird voraussichtlich auch in Zukunft eine Herausforderung für viele Immobilienunternehmen darstellen. Insbesondere für jene, die vor vielen Jahren Kredite mit variablen Zinssätzen abgeschlossen haben, wird dies ein anhaltendes Problem sein. Die hohen Zinsen belasten die Unternehmen finanziell und können ihre Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.

Diese Situation könnte zu einer Verlängerung der aktuellen Schwierigkeiten in der Immobilienbranche führen. Unternehmen, die auf variable Finanzierungen angewiesen sind, müssen möglicherweise ihre Geschäftsmodelle überdenken oder nach alternativen Finanzierungsquellen suchen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Positive Aspekte: Die Corona-Förderstruktur

Trotz der aktuellen Herausforderungen gibt es auch positive Aspekte zu berücksichtigen. Die Corona-Pandemie hat zu einer enormen Förderstruktur geführt, die viele Unternehmen unterstützt hat. Diese Unterstützungsmaßnahmen haben dazu beigetragen, dass zahlreiche Unternehmen, einschließlich Immobilienunternehmen, in den letzten Jahren bis zu einem gewissen Grad "künstlich am Leben gehalten" wurden.

Diese Förderungen haben zweifellos dazu beigetragen, eine Welle von Insolvenzen zu verhindern und vielen Unternehmen die Möglichkeit gegeben, die schwierige Zeit zu überbrücken. Allerdings stellt sich nun die Frage, wie sich diese Unternehmen in einem Markt ohne diese außergewöhnlichen Unterstützungsmaßnahmen behaupten können.

Möglicher Nachholeffekt bei Insolvenzen

Ein wichtiger Aspekt, der in diesem Zusammenhang zu beachten ist, ist die Tatsache, dass über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren keine Insolvenzanträge von öffentlichen Stellen gestellt wurden. Dies betrifft natürlich auch Immobilienunternehmen und könnte zu einem Nachholeffekt führen.

Kürzlich veröffentlichte Zahlen in den Medien prognostizieren, dass bis Ende des Jahres noch etwa 7000 Insolvenzanträge erwartet werden. Ob diese Prognose eintrifft, bleibt abzuwarten. Erfahrungsgemäß erweisen sich solche Vorhersagen oft als ungenau. In diesem Fall hofft die Branche natürlich, dass die Prognosen zu pessimistisch sind und die Immobilienbranche nicht noch weiter leiden muss, als sie es bereits tut.

Auswirkungen auf die Rechtsberatung

Die aktuelle Situation in der Immobilienbranche hat auch direkte Auswirkungen auf die Rechtsberatung. Wenn weniger gebaut und verkauft wird und möglicherweise Unternehmen wegbrechen, wirkt sich das auch auf das Geschäft von Rechtsanwälten aus. Es gibt weniger Verträge zu erstellen und weniger zu beraten.

Als Immobilienanwalt in Wien spürt man diese Veränderungen sehr deutlich. Die Kanzlei FSM Rechtsanwälte, vertreten durch Benedikt Stockert, war bis 2020 sehr stark im Bauträgergeschäft tätig. Ein großer Teil ihres Immobilienbereichs bestand darin, viele Einzelkaufverträge in verschiedenen Projekten abzuschließen. In den letzten drei bis vier Jahren ist dieses Geschäft jedoch stark zurückgegangen, zunächst aufgrund der Corona-Pandemie und dann wegen der steigenden Zinsen. Es ist fraglich, ob dieses Geschäft mittelfristig in der gleichen Intensität zurückkehren wird.

Veränderungen im Immobilienmarkt

Die aktuellen Zinssätze haben den Immobilienmarkt grundlegend verändert. Für Eigennutzer ist der Kauf einer Immobilie zwar teurer geworden, aber viele sind immer noch bereit, diesen Schritt zu gehen, um sich ihre einzige Immobilie zu leisten. Was jedoch komplett weggefallen ist und mittelfristig wahrscheinlich auch nicht zurückkehren wird, ist der Anlegermarkt.

Ein beträchtlicher Teil der Wohnungen wurde in der Vergangenheit an Anleger zur persönlichen Vorsorge verkauft. Dieser Markt ist praktisch tot, da es derzeit viel attraktivere und rentablere Anlagemöglichkeiten als Immobilien gibt. Mittelfristig sieht Stockert keine Möglichkeit, dass sich dieser Trend umkehrt. Der Eigennutzermarkt wird zwar zurückkommen, da die Menschen immer noch kaufen wollen, aber er wird nicht das Niveau erreichen, das bis 2020 bestand.

Strategien zur Kompensation von Geschäftsausfällen

Angesichts dieser Veränderungen stellt sich die Frage, wie Rechtsanwaltskanzleien wie FSM diese Ausfälle kompensieren können. Stockert erklärt, dass seine Kanzlei, die etwa 50 Mitarbeiter hat und deren Immobilien-Sparte etwa ein Drittel des Geschäfts ausmacht, nun verstärkt auf andere Beratungsgeschäfte setzt.

Viele dieser Beratungsleistungen wurden früher aufgrund der hohen Auslastung durch das Bauträgervertragsgesetz (BTVG) nicht aktiv akquiriert oder sogar abgelehnt. Jetzt, da zeitliche Kapazitäten frei geworden sind, konzentriert sich die Kanzlei stärker auf dieses klassische Stundensatzgeschäft. Dabei kommt ihnen zugute, dass sich im Immobilienbereich regelmäßig viel tut und neue rechtliche Herausforderungen entstehen.

Spezialisierung im Immobilienrecht

Stockert betont die Bedeutung der Spezialisierung im Immobilienrecht. Er weist darauf hin, dass viele Kanzleien Immobilienrecht auf ihrer Homepage aufführen, aber nicht alle wirklich darauf spezialisiert sind. Seiner Meinung nach erfordert es eine hohe Spezialisierung, um in diesem Bereich wirklich gute Arbeit zu leisten.

Er empfiehlt jedem Projektentwickler und allen, die sich in irgendeiner Form mit Immobilien beschäftigen, eine auf Immobilienrecht spezialisierte Kanzlei zu wählen, die auch einen nachweisbaren Track Record vorweisen kann. Nur eine Handvoll Kanzleien in Österreich können dies seiner Meinung nach wirklich gut.

Einsatz von KI und Automatisierung

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Effizienz zu steigern, setzt FSM Rechtsanwälte auch auf moderne Technologien. Die Associates der Kanzlei haben ein KI-Tool entwickelt, das bestimmte Aufgaben automatisch erledigt. Stockert findet dieses Tool sehr beeindruckend und hat es selbst schon ausprobiert.

Darüber hinaus arbeitet die Kanzlei im Hintergrund an verschiedenen Lösungen, um die Vertragsgestaltung in Zukunft zu erleichtern. Dies zeigt, dass auch traditionelle Rechtsberufe sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen und innovative Lösungen entwickeln, um ihre Dienstleistungen zu verbessern und effizienter zu gestalten.

Fazit und Ausblick

Die Immobilienbranche und die damit verbundene Rechtsberatung befinden sich in einer Phase des Umbruchs. Die Kombination aus den Nachwirkungen der Corona-Pandemie, den gestiegenen Zinsen und den veränderten Marktbedingungen stellt Unternehmen und Rechtsberater vor neue Herausforderungen.

Für Immobilienanwälte in Wien wie Benedikt Stockert von FSM Rechtsanwälte bedeutet dies eine Anpassung ihrer Geschäftsmodelle und eine verstärkte Fokussierung auf spezialisierte Beratungsleistungen. Die Expertise im Immobilienrecht wird in diesem komplexen Umfeld noch wichtiger, um Klienten effektiv unterstützen zu können.

Trotz der aktuellen Schwierigkeiten bleibt der Immobilienmarkt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Es ist zu erwarten, dass sich der Markt mittelfristig wieder erholen wird, wenn auch möglicherweise in veränderter Form. Bis dahin müssen sich alle Beteiligten - Immobilienunternehmen, Investoren und Rechtsberater - flexibel auf die neuen Gegebenheiten einstellen und innovative Lösungen finden, um die Herausforderungen zu meistern.

Für alle, die in diesem dynamischen Umfeld rechtliche Unterstützung benötigen, können spezialisierte Immobilienanwälte wie FSM Rechtsanwälte in Wien eine wertvolle Hilfe sein. Sie können nicht nur bei der Navigation durch die rechtlichen Herausforderungen unterstützen, sondern auch dabei helfen, die Chancen und Risiken im aktuellen Marktumfeld richtig einzuschätzen und zukunftsorientierte Strategien zu entwickeln.

Transkript

0:07 Dann waren wir 2022 eigentlich aus der Corona-Krise schon wieder so gut wie draußen und es kam ein ich nenne es jetzt mal so, ein weiterer harter Schlag für die Branche, es kam die Kim-Vorordnung. Ein viel kritisiertes Gesetz, ein Gesetz, das viel durch die Medien gegangen ist, ein Gesetz das nachgebessert wurde, viele sagen noch zu wenig. Ein Gesetz das aber ich glaube, nächstes Jahr dann wieder ausläuft. Eine Verordnung. Eine Verordnung. Wie siehst du es, die Umsetzung in Österreich war besonders streng. Hat es das gebraucht, damit am Markt keine Blase entsteht oder ist man da einfach übers Ziel hinausgeschossen?

0:46 Also ich bin kein Volkswirt und auch kein Ökonom, ich kann nur meine persönliche Sicht der Dinge dazu schildern, die jedenfalls nicht in irgendeiner Form wissenschaftlich ist. Also meiner Meinung nach ist diese Verordnung stark übers Ziel hinaus schießend. Noch immer, trotz Nachbesserung? Noch immer, die Nachbesserung war de facto zwei Nachbesserungen, das ist im Wesentlichen schon gegeben. Die zweite jetzt war ja ein bisschen besser, die Ausnahmetatbestände sind vereinigt worden und bisschen vergrößert, die Kontingente, aber die werden von den Banken teilweise eh nicht ausgeschöpft. Grundsätzlich ist es sicherlich gut, dass man sagt,

Vollständiges Transkript anzeigen

1:25 gewisse Grundparameter müssen erfüllt sein. Es gibt in Österreich, ich glaube, das ist auch ein Unikum, sehr sehr viele Regionalbanken, die teilweise sehr leicht Kredite begeben haben. Trotzdem war es so ich habe jetzt die genaue Zahl nicht mehr im Kopf, aber wir hatten irgendwie, das haben wir mit der Madeleine Stottmeier von der Presse besprochen, ich zwei Prozent faule Kredite zu dem Zeitpunkt der Einführung der Kindverordnung, also de facto nichts, zwei Prozent ist eingepreist in den Zinsen die die Banken ohnehin verlangen. Und aus dem Aspekt heraus hätte es das wahrscheinlich nicht gebraucht, aber trotzdem ist es gut,

2:04 man gewisse Mindestparameter fest setzt, dass ich ein Eigenkapital brauche, wenn ich eine Immobilie erwärme, macht aus meiner Sicht natürlich Sinn, dass ich mich nicht komplett verausgabe, indem ich 95 Prozent meines Nettoeinkommens in meinen Wohnkredit stecke, macht auch Sinn. Nur zum einen haben die Banken das großteils ohnehin schon vorher so gesehen, weil die haben auch kein Interesse daran, einen faulen Kredit sich in die Höhe in der es jetzt festgelegt ist, sehr problematisch. Wir wissen alle, es hat zu einem massiven Einbruch der Branche geführt. Man muss das aber jetzt in Kombination sehen mit den Zinsen.

2:44 der Einbruch der Branche, warum werden keine Wohnungen mehr verkauft, liegt, würde ich jetzt einmal behaupten, ohne das irgendwie darlegen zu können, aber wahrscheinlich zu 20 Prozent an der Kindverordnung und zu 80 Prozent an den erhöhten Zinsen. Jetzt kann man sagen, es sind eh die aber man könnte diese 20 Prozent, vielleicht sind 10 oder 30, ich weiß es nicht, aber abfangen, man diese Kindverordnung gerade in den Notwendigkeiten die da drinnen stehen, abschwächen würde. Ich würde das sehr begrüßen. Ich glaube auch, dass viele Parteien in Österreich Freunde des Eigentums sind und insofern verstehe ich nicht,

3:25 warum hier nicht ein viel größerer politischer Wille auch da ist, hier einzugreifen. Du hast mir jetzt schon vorgegriffen, gleichzeitig mit dem dass das Geld schwerer zu bekommen war, wurde das Geld 2022 auch teurer. Wir hatten den Leitzinshöchststand von 4 Prozent. Zurückgeblick, das war dann schon auch für einige Unternehmen, gerade im Entwicklerbereich der Todesstoß. Mich wundert es ab und zu ein wenig, dass das nicht diese Konsolidierung noch viel stärker gegriffen hat. Wie siehst du das? Glaubst du, da wird jetzt noch was kommen,

4:05 weil jetzt auch noch viel weniger gebaut wird, weil noch viel weniger zurückgefahren wurde, weil weniger Produkt einfach da ist? Ja, ich glaube schon, dass auf jeden Fall noch etwas kommen wird. Ich glaube auch, dass diese Zinsen sich nicht also jedenfalls nicht wieder dorthin zurückentwickeln werden, wo sie waren, nämlich auf Null, aber auch nicht so schnell wieder zurückentwickeln werden. Und es gibt ja verschiedene Prognosen mit zweiter, dritter Inflationswelle mit Verweis auf die 70er Jahre, wo das damals auch so gewesen ist. Dazu, wie gesagt, ich bin kein Volkswirtschaftler, dazu kann ich nichts sagen, aber ich glaube schon,

4:41 dass es noch den einen oder anderen Entwickler, der einfach sehr stark fremdfinanziert war und in schwere Nöte bringen wird und wir alle kennen diverse Gerüchte aus dem Markt, wer der nächste sein wird. ist bin ich bei dir, in den letzten Monaten relativ wenig passiert, muss man sagen. Es hat relativ wenige große Fälle gegeben, zwei drei würde ich sagen. Mal sehen, ob das sich noch ändert in den nächsten Monaten. Ich hoffe natürlich nicht, aber ich würde es jedenfalls nicht für ausgeschlossen halten und gerade vor dem Hintergrund, dass die variable Finanzierung weiterhin teuer bleiben wird,

5:24 wenn man sie vor vielen Jahren abgeschlossen hat, ist das ein Problem, das prolongiert wird. Und vielleicht noch dazu, da wieder positiv, vielleicht Corona. Es hat eine enorme Förderstruktur in den letzten Jahren gegeben, die Corona bedingt war und viele Unternehmen sind bis zu einem gewissen Grad künstlich am Leben gehalten worden. Es keine Insolvenzanträge von öffentlichen Stellen gestellt jetzt ich über zwei Jahre. Das betrifft natürlich auch Immobilienunternehmen und insofern kann da durchaus noch ein Nachholeffekt sein. Es waren jetzt kürzlich wieder Zahlen in der Zeitung, dass glaube 7000 Insolvenzanträge noch bis Ende des Jahres

6:03 erwartet werden. Ja wir werden sehen, ob das so eintritt. Prognosen erweisen sich oft als falsch. In dem Fall hoffe ich natürlich, dass sie falsch sind, dass die Branche nicht noch weiter leidet, als sie es schon tut. Wenn jetzt einfach dann weniger passiert, weniger gebaut wird, weniger verkauft wird, vielleicht auch Unternehmen wegbrechen oder sicherlich Unternehmen wegbrechen, dann affektiert das ja am Ende auch dein Geschäft. habt weniger Verträge zu machen, habt weniger zu beraten. Wie stark spürt man das als Rechtsanwalt? Sehr stark, läuft eh alles ganz okay, glaube ich, schwindeln.

6:44 Also für uns ist es ganz massiv. Wir sind sehr stark im Bauträgergeschäft unterwegs gewesen, bis 2020 immer noch sehr, viele Einzelkaufverträge abgeschlossen in diversen Projekten und das war ein großer Geschäftszweig in unserem Immobilienbereich. Das ist in den letzten vier Jahren, drei vier Jahren sehr stark zurückgegangen. Zuerst wegen Corona, dann wegen den Zinsen und wird auch mittelfristig womöglich nicht in dieser Intensität zurückkommen. Gerade sind wir jetzt wieder bei den Zinsen. Zum einen, es ist für den Eigenanleger schon teuer, eine Immobilie zu kaufen, aber der tut es vielleicht noch

7:25 weil er sich seine einzige Immobilie leisten möchte, aber was komplett weggefallen ist und mittelfristig auch glaube ich, nicht mehr kommen wird, ist der Anlegermarkt War schon ein gut Teil der Wohnungen, die an Anleger verkauft worden sind zur persönlichen Vorsorge, warum auch immer. Die sind weg, weil es gibt einfach viel spannendere, rentierte, trächtigere Veranlagungsmöglichkeiten als die Immobilie und ich sehe jetzt da mittelfristig nicht irgendwie eine Möglichkeit, dass sich das drehen wird. Ist insofern der Anlegermarkt ist ja also praktisch tot und der Eigennutzermarkt, der wird zurückkommen, weil die Leute wollen schon kaufen,

8:04 aber das wiegt nicht das auf, was es bis 2020 gewesen ist. Jetzt, ohne dass du mir vielleicht Geschäftsgeheimnisse verrätst, man will ja dann als Unternehmen auch nicht zwingend jetzt schrumpfen, weil das passiert. Habt ihr Strategien, diese Ausfälle zu kompensieren, zum Beispiel stärker Beratung EI Act steht vor der Tür? Ja, also wir haben unterschiedliche, also wir sind jetzt keine Riesenkanzlei, also keine Großkanzlei. Wie viele Mitarbeiter habt ihr? 50 aktuell ungefähr und die Immobilien-Sparte, also jeder unserer drei Sparten hat etwa ein Drittel, würde ich sagen, und wir sind,

8:47 wir machen schon viel anderes Beratungsgeschäft jetzt, dass wir vorher einfach, weil wir so viel zu tun hatten mit dem BTVG, zum einen nicht aktiv akquiriert, sondern teilweise sogar auch abgelehnt haben. Also dieses klassische Stundensatzgeschäft, wenn du so möchtest, das machen wir jetzt viel stärker, weil einfach zeitliche Kapazitäten frei geworden sind, wir müssen uns nach den neuen Dingen richten und im Immobilienbereich tut sich regelmäßig sehr viel. Ich muss immer schmunzeln, wenn ich lese, wie viele Kanzleien sich Immobilienrecht auf die Homepage draufschreiben. Das ist beherrschen, jeder Anwalt,

9:22 praktisch jeder Anwalt in Österreich behauptet, Immobilienrecht zu können. Ich behaupte, man muss schon sehr spezialisiert sein, um das wirklich gut zu machen und da gibt es eine Handvoll Kanzleien oder eine Reihe an Kanzleien, wollte ich sagen, gibt es eine Reihe an Kanzleien, die das gut können, aber sicherlich nicht alle. Und insofern kann ich nur jedem Projektentwickler in welcher Form auch immer mit einer Immobilie beschäftigten Menschen empfehlen, eine auf Immobilienrecht spezialisierte Kanzlei zu nehmen, die auch wirklich einen Track Record aufweisen kann. ja, in diesem wenn du so willst,

9:55 klassischen Beratungsgeschäft sind wir jetzt wesentlich stärker drinnen. AI ist etwas, was Associates gemacht haben, das ist ein Tool, mit dem wirklich automatisch schon etwas gemacht wird, finde ich sehr beeindruckend, habe ich selbst auch schon ausprobiert. Und auch wir schlafen nicht, wir arbeiten auch im Hintergrund an diversen Lösungen, wie wir zukünftig auch die Vertragsgestaltung erleichtern und dann auch zu besseren Konditionen anbieten können, weil es weniger personalintensiv ist, aber kann ich jetzt noch nicht verraten, weil wir noch nicht weit genug sind.

10:36 Aber jedenfalls, ist so, dass wir gerade als junge Kanzlei versuchen, da unserem jungen Status auch gerecht zu werden und nicht nach außen hin zu verkaufen, dass wir jung sind. Sind alternative Finanzierungsformen, zum Beispiel Tokenisierung von Immobilien bei euch auch ein Thema? Bei uns nicht. Wir haben hier keine Mandanten die wir betreuen. Ich bin mir auch selbst persönlich noch nicht sicher, was ich von dem wirklich halten soll. Die Tokenisierung, ist jetzt auch schon möglich über Beteiligungsmodelle Immobilien zu erwerben. diese Tokenisierung, ich habe sie dem Grunde nach verstanden, auch wenn ich jetzt kein Spezialist in dem Gebiet bin.

11:17 Ob sich das durchsetzt, weiß ich nicht. Ich drücke allen die Daumen, die das probieren und machen. wie soll ich sagen, ich glaube, es verbessert nicht zwangsläufig die bisher ohnehin schon möglichen Beteiligungsstrukturen und deswegen bin ich zumindest skeptisch

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