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OfficeTalk Sommergespräch: Die KIM-Verordnung in Österreich, Eine kritische Betrachtung

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Die Kreditimmobilienmaßnahmen-Verordnung (KIM-Verordnung) wurde als Reaktion auf potenzielle Risiken im Immobilienkreditmarkt eingeführt. Doch Schmidl sieht diese Maßnahme kritisch:

"Nein, ich bin ein ganz klarer Gegner der KIM-Verordnung. Ich behaupte, da ist etwas geschaffen worden, um ein Problem zu begegnen, das es gar nicht gibt."

Er argumentiert, dass österreichische Banken bereits vor der Verordnung sehr sorgfältig bei der Kreditvergabe vorgegangen sind:

"Ich behaupte, dass die österreichischen Banken - und da kann ich aus eigener Erfahrung sprechen, auch ich bin Kreditnehmer - sich sehr genau anschauen, wem sie Kredite geben und wie viel Kredite sie hergeben."

Die Praxis der Kreditvergabe vor der KIM-Verordnung

Schmidl beschreibt seine persönliche Erfahrung bei der Kreditbeantragung:

"Ich habe im Rahmen meines Kreditantrages einen Offenbarungseid leisten müssen. Also ich war tatsächlich der gläserne Mensch und habe durchaus auch unangenehme Fragen beantworten müssen."

Diese Aussage unterstreicht, dass Banken bereits vor der KIM-Verordnung gründliche Prüfungen durchführten, um die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden zu beurteilen.

Vergleich mit dem unternehmerischen Bereich

Schmidl weist darauf hin, dass im unternehmerischen Bereich, wo die KIM-Verordnung nicht gilt, oft problematischere Situationen entstehen:

"Im unternehmerischen Bereich, dort wo die KIM-Verordnung ja nicht gilt, passieren viel schlimmere Dinge. Also wenn ich jetzt an den Benko Sachverhalt denke, da ist richtig viel Geld verloren gegangen oder zumindest gehen wir jetzt einmal davon aus, dass viel Geld verloren gehen wird und dort haben Banken teilweise ohne jeglicher Besicherung Kredite vergeben."

Dieser Vergleich wirft die Frage auf, ob die strengen Regelungen für Privatkreditnehmer gerechtfertigt sind, während im Unternehmensbereich offenbar laxere Standards gelten.

Kritik an der Pauschalität der KIM-Verordnung

Ein weiterer Kritikpunkt Schmidls ist die Pauschalität der Verordnung, insbesondere in Bezug auf die Einkommensgrenze:

"Ich kritisiere insbesondere dieses Kriterium der - ich glaube es sind - ich darf maximal 40 Prozent meines Haushaltseinkommens in die Kreditrückzahlung stecken. Ich weiß schon, das ist beim durchschnittlichen Österreicher wahrscheinlich ganz passabel und stimmig, bei jemanden, der überdurchschnittlich verdient, aber vielleicht wieder nicht."

Diese starre Regelung berücksichtigt nicht die individuellen finanziellen Situationen der Kreditnehmer und könnte somit zu unbeabsichtigten Härten führen.

Auswirkungen auf den österreichischen Bankenmarkt

Schmidl sieht in der KIM-Verordnung auch eine Gefahr für den österreichischen Bankenmarkt:

"Und damit ist diese Regelung finde ich, nicht zweckgemäß und sie spielt einer Gruppe in die Hände, nämlich den deutschen Banken. Wenn ich auf den Markt schaue und die Ohren spitze, dann höre ich, dass die deutschen Banken ihre Chance erkannt haben und sehr stark am österreichischen Markt tätig werden."

Er beobachtet, dass viele Österreicher nun auf deutsche Banken ausweichen, da diese offenbar flexibler bei der Kreditvergabe sind. Dies könnte langfristig negative Folgen für den österreichischen Finanzsektor haben.

Widersprüchliche politische Maßnahmen

Schmidl kritisiert auch die scheinbar widersprüchlichen Maßnahmen der österreichischen Regierung:

"Dazu kommt ja auch noch, wenn man das jetzt kombiniert sieht mit dem Wohn- und Baupaket der Bundesregierung das im ersten Quartal beschlossen wurde, da ist ja auch dabei so eine ich weiß nicht, 1 Milliarden Förderung für die Länder, die dann quasi sehr günstig verzinste Darlehen hergeben können."

Er sieht darin eine typisch österreichische Lösung, bei der der Staat einerseits die Kreditaufnahme erschwert, andererseits aber wieder Geld in den Markt pumpt.

Plädoyer für mehr Eigenverantwortung

Schmidl wünscht sich stattdessen mehr Eigenverantwortung:

"Hier wünsche ich mir mehr Eigenverantwortung für die Unternehmen, aber auch mehr Eigenverantwortung für uns als Konsumenten."

Er sieht die Lösung nicht in mehr staatlicher Regulierung, sondern in einem verantwortungsvolleren Umgang aller Beteiligten mit Krediten und Finanzen.

Die Frage nach der Immobilienblase

Auf die Frage, ob die KIM-Verordnung eine nicht existente Immobilienblase zu verhindern versucht, antwortet Schmidl:

"Das würde ich so sehen, ganz genau so ist es. Also mir wäre jetzt zum Beispiel zumindest im privaten Bereich jetzt nicht bekannt, dass es da so massiv viele Ausfälle gibt."

Er betont, dass die Probleme eher im gewerblichen Bereich liegen, wo die KIM-Verordnung nicht greift.

Transkript

0:06 Können. Und das ist gut so. Jetzt sind wir durch Corona in den Jahren 1920 quasi, wenn wir bei unserer Kanufahrt bleiben, mit geworfenem Anker gefahren und wollten den quasi gerade wieder raufziehen und dann kam 2021 gleich etwas, das noch einmal den Anker wieder runtergelassen hat, nämlich das Geld war schwerer zu bekommen, die Kim ist in Kraft getreten. Wenn man sich zweimal gelockert worden, ist die Kim, so wie sie jetzt ist, gut aus deiner Sicht? Nein, ich bin ein ganz klarer Gegner der Kim-Verordnung.

0:46 Ich behaupte, da ist etwas geschaffen worden, um ein Problem zu begegnen, das es gar nicht gibt. Ich behaupte, dass die österreichischen Banken und da kann ich aus eigener Erfahrung sprechen, auch ich bin Kreditnehmer, sich sehr genau anschauen, wem sie Kredite geben und wie viel Kredite sie hergeben. Ich habe im Rahmen meines Kreditantrages einen Offenbarungseid leisten müssen. Also ich war tatsächlich der gläserne Mensch und habe durchaus auch unangenehme Fragen beantworten müssen. mag sein, dass es Ausnahmen gibt, bei denen Dinge passieren, die nicht passieren sollten,

Vollständiges Transkript anzeigen

1:29 aber um das mal vielleicht so ein bisschen in den Fokus zu rücken, im unternehmerischen Bereich, dort wo die Kim-Verordnung ja nicht gilt, passieren viel schlimmere Dinge. Also wenn ich jetzt an den Benko Sachverhalt denke, da ist richtig viel Geld verloren gegangen oder zumindest gehen wir jetzt einmal davon aus, dass viel Geld verloren gehen wird und dort haben Banken teilweise ohne jeglicher Besicherung Kredite vergeben. Also da frage ich mich schon, wieso muss dann der kleine Häuselbauer, der von den Banken sowieso sehr genau eingeschaut wird, sich jetzt doch noch an die Kim-Verordnung halten?

2:11 Darüber hinaus finde ich die Kim-Verordnung zu pauschal. Ich kritisiere insbesondere dieses Kriterium der ich glaube es sind, ich darf maximal 40 Prozent meines Haushaltseinkommens in die Kreditrückzahlung stecken. Ich weiß schon, das ist beim durchschnittlichen Österreicher wahrscheinlich ganz passabel und stimmig, bei jemanden, der überdurchschnittlich verdient, aber vielleicht wieder nicht. Und damit ist diese Regelung finde ich, nicht zweckgemäß und sie spielt einer Gruppe in die Hände, nämlich den deutschen Banken.

2:53 Wenn ich auf den Markt schaue und die Ohren spitze, dann höre ich, dass die deutschen Banken ihre Chance erkannt haben und sehr stark am österreichischen Markt tätig werden. Ich kenne die Kim-Verordnungsumsetzung in Deutschland nicht. weiß nicht, wie streng die dort sind. Offensichtlich tun die sich leichter, weil ich höre von diversesten Kunden, die in der Situation sind, dass sie gerade Haus bauen wollen oder Wohnung kaufen wollen, dass sie jetzt halt über eine deutsche Bank finanzieren, weil es dort leichter ist Und das finde ich, kann ja nichts hin und zack der Sache sein, dass wir jetzt unsere Finanzierungen

3:34 nach Deutschland auslagern. Das ist ja auch für den österreichischen Bankenmarkt uninteressant. All das zusammen macht die Kim-Verordnung für mich ganz einfach unstimmig. Dazu kommt ja auch noch, wenn man das jetzt kombiniert sieht mit dem Wohn- und Baupaket der Bundesregierung das im ersten Quartal beschlossen wurde, da ist ja auch dabei so eine ich weiß nicht, 1 Milliarden Förderung für die Länder, die dann quasi sehr günstig Verzinste darlegen, hergeben können.

4:15 Also auf der einen Seite beschneidet man die Möglichkeit, Kredite aufzunehmen, auf der anderen Seite pumpt man dann wieder Geld in den Markt, es ist irgendwo so eine typisch österreichische Lösung. Überall muss der Staat die Hände im Spiel haben. Hier wünsche ich mir mehr Eigenverantwortung für die Unternehmen, aber auch mehr Eigenverantwortung für uns als Konsumenten. Was wäre dann für dich ein Wahlergebnis für heuer im Herbst, um diesen Liberalismus zu fördern? Reden wir nicht über Politik, das ist deprimierend.

4:56 Das heißt, du sagst jetzt, hat mit der Kim quasi versucht, eine Immobilienblase zu verhindern die es gar nicht gegeben hat, weil wir haben gar nicht so viel faule Kredite in Österreich. Das würde ich so sehen, ganz genau so ist es. Also mir wäre jetzt zum Beispiel zumindest im privaten Bereich jetzt nicht bekannt, dass es da so massiv viele Ausfälle gibt. Wo es die Ausfälle gibt, ist im gewerblichen Bereich. Da kennen wir die Situation, wenn gleich die tatsächliche Wahrheit noch nicht am Tisch liegt. Das werden wir dann sehen, wie das ESG in Österreich ausgelegt wird.

5:36 wäre ja quasi der sofern ich es als Leihe richtig verstanden habe, der Kontrapunkt zu zum Prüfen der gewerblichen Kredite oder zum Offenlegen Du meinst jetzt den Einfluss der ESG-Kriterien auf die Kreditvergabe. Da bin ich auch vollkommen überzeugt, dass das so sein wird. Es hat ja jetzt ich weiß nicht, im Juni beim ersten Zehnschritt der EZB, hat die EZB ja parallel auch ich glaube, zwei deutsche Banken gestraft oder wollte sie zumindest strafen ich habe das dann nicht mehr weiterverfolgt, dafür, dass sie in nicht ausreichendem Maße auf Nachhaltigkeitskriterien geachtet haben bei der

6:16 Kreditvergabe. Wenn man sich das überlegt und das mal ein bisschen in die Breite trägt, dann bedeutet das dass die Banken eigentlich unter einem sehr großen Druck stehen. Einerseits durch solche Maßnahmen der EZB, andererseits aber getrieben durch ihre Investoren wiederum, die ein Nachhaltigkeitsreporting von der Bank verlangen, letztlich auch die Gesetzgebung, die das Nachhaltigkeitsreporting verlangt. Und dieses Nachhaltigkeitsreporting wird wohl auch umfassen müssen, welcher Teil der vergebenen Kredite als nachhaltig zu qualifizieren ist und welcher nicht.

6:57 Das bedeutet, in Zukunft wird die Prüfung hinsichtlich der Frage, ob eine Investition in eine Immobilie als nachhaltig zu beurteilen ist oder nicht, viel wesentlichere Auswirkung auf die Kreditvergabe haben, was das heute schon der Fall ist. Und damit gebe ich dir vollkommen recht, sind natürlich die Gewerblichen angesprochen. Aber auch, und da sehe ich noch viel Nachholbedarf im Eigentümersektor, also dort, wo wir Privatstiftungen, Vermögen der Einzelpersonen haben, die im Besitz von zum Beispiel Zinshäusern sind.

7:40 Ich habe den Eindruck, ist das Thema noch überhaupt nicht angekommen. Da wird oft darauf verwiesen, es gibt ja noch keine gesetzlichen Regelungen dazu. Ich predige dann immer, der Druck wird nicht von der Regulatorik kommen, der Druck wird von den Banken und Vermarkt kommen. Davon bin ich auch vollkommen überzeugt. Die Banken werden, wie ich es schon gesagt habe, immer mehr darauf achten, dass Investitionen nachhaltig sind. Das heißt, gerade für Zinshäuser bedeutet das in Zukunft, jede Investition die ich tätige, muss in irgendeiner Art und Weise das Zinshaus verbessern. Aber nicht nur verbessern im Sinne von,

8:14 ich kann nachher mehr Mitzins verlangen, sondern verbessern im Sinne von, ich habe nachher weniger Heizbedarf pro Quadratmeter, ich habe nachher ich weiß es nicht, eine bessere Dämmung, ich habe nachher ein nachhaltigeres Heizsystem oder, oder,.

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