Werbung
Anzeige
Überspringen in  s

Interview mit Barbara Freiler, CFO der Handler Group, zum Ghezzo Immobilientag in St. Pölten

379

 Artikel

5

 Erwähnungen

5 Follower folgen
3 Minuten Lesezeit

Die Baubranche steht aktuell vor erheblichen Herausforderungen. Steigende Zinsen, veränderte Finanzierungsbedingungen und neue regulatorische Anforderungen zwingen Unternehmen, ihre Strategien zu überdenken. Im Rahmen des Ghezzo Immobilientags - Starke Regionen in St. Pölten sprach Barbara Freiler, CFO der Handler Group, über die aktuellen Entwicklungen und die strategische Ausrichtung ihres Unternehmens in diesem anspruchsvollen Marktumfeld.

Eigenkapitalstärke als strategischer Vorteil

Als CFO verantwortet Barbara Freiler die wirtschaftlichen und juristischen Entscheidungen des Familienunternehmens, das einen Jahresumsatz von 250 Millionen Euro im Bausektor erwirtschaftet. Die Handler Group profitiert in der aktuellen Marktsituation von ihrer soliden Eigenkapitalbasis: “Wir haben das Glück, dass wir als Familienunternehmen ein sehr Eigenkapital starkes Unternehmen sind”, erläutert Freiler. Diese Position erlaubt es dem Unternehmen, auch in Zeiten erschwerter Finanzierungsbedingungen handlungsfähig zu bleiben.

Dennoch haben die veränderten Rahmenbedingungen auch die Handler Group nicht unberührt gelassen. Die CFO betont: “Die Zinsen und die gesamte veränderte Struktur haben uns natürlich auch betroffen.” Das Unternehmen reagierte bereits vor zwei Jahren mit einer Neuausrichtung der Unternehmensstruktur und einer strategischen Neupositionierung.

Flexible Projektanpassungen als Antwort auf Marktveränderungen

Die veränderten Marktbedingungen erfordern ein Umdenken bei der Konzeption und Umsetzung von Bauprojekten. Barbara Freiler beschreibt konkrete Maßnahmen: “Weil wir gemerkt haben, dass es gerade im Abverkauf extrem schwierig ist, weil durch die Verordnung und die gestiegenen Zinsen die Leute sich Wohnungen nicht kaufen können, haben wir entschieden, dass wir bestimmte Projekte umdenken, in Bestandsprojekten in die Vermietung gegangen sind.”

Neben der Umwandlung von Verkaufs- in Vermietungsobjekte setzt die Handler Group auf technische Optimierungen: “Wir haben über gute, smarte Lösungen im Bereich Konstruktion und andere Bauverfahren, statische Veränderung auch im Holzbau versucht, die Projekte einfach zu optimieren.” Diese Herangehensweise bietet das Unternehmen auch seinen Auftraggebern an, um “das Beste herauszuholen und so die Margen doch noch möglichst hoch zu halten.”

Transparenz durch freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung

Im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung hat die Handler Group eine klare Position bezogen. Während die Politik beim ESG-Reporting einen Kurswechsel vollzogen hat, setzt das Unternehmen auf freiwillige Berichterstattung nach dem ESME-Standard. “Das ist ein Standard, der akzeptiert wird. Da kann man relativ viel schon vorarbeiten für den Fall, dass die ESRS uns in einer gewissen Form doch noch trifft oder auch in einer veränderten Form”, erklärt Freiler die Vorteile dieses Ansatzes.

Die CFO betont den Wert von Transparenz: “Wir wollen gern berichten, wir wollen gerne transparent werden und können hier aber mit weniger Bürokratie und guten Entscheidungen eine gute Grundlage schaffen und auch Vertrauen in uns als Unternehmen schaffen.”

Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell der Zukunft

Trotz der politischen Schwankungen im Bereich Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung bleibt Barbara Freiler überzeugt, dass diese Themen weiterhin von zentraler Bedeutung sein werden. “Ich hoffe, dass sie gekommen sind, um zu bleiben”, erklärt sie und fügt hinzu: “Ich glaube, wichtig ist, dass wir die Nachhaltigkeitsthemen als Geschäftsmodell und als Mehrwert für uns und für die nächste Generation denken.”

Gleichzeitig plädiert sie für eine Vereinfachung der Regularien: “Weniger komplex die Regularien für Bürokratie und Aufwand für unterschiedliche Unternehmen aufbereiten.” Freiler zeigt sich optimistisch, dass hinsichtlich der Entbürokratisierung ein Wendepunkt erreicht ist und ein Umdenken stattfindet.

Innovative Lösungsansätze für die Branche

In ihrem Vortrag auf dem Ghezzo Immobilientag thematisierte Freiler verschiedene Aspekte, wie die Branche effizienter und kostengünstiger werden kann. Das Spektrum reichte von Nachhaltigkeit über Finanzierungszugänge bis hin zu verbesserten Baumethoden und schnelleren Verfahren. Besondere Aufmerksamkeit widmete sie den Potentialen der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz für die Zukunft des Bauens.

Die Handler Group demonstriert durch ihren Ansatz, wie ein traditionsreiches Familienunternehmen durch vorausschauende Anpassungen, solide Finanzierung und innovative Denkansätze auch in einem herausfordernden Marktumfeld erfolgreich agieren kann.


Transkript

0:09 Hallo mein Name ist Barbara Freiler, bin Geschäftsführerin und CFO-Behandler und da eben für die wirtschaftlichen und juristischen Entscheidungen verantwortlich. Wir sind ein Familienunternehmen mit ca. 250 Millionen Umsatz im Bau. Du hast ja auch gerade einen Vortrag gehalten. Wenn du uns den in zwei, drei Sätzen zusammenfassen müsstest, was würdest du sagen? Ja, das hat sehr viele verschiedene Themen angerissen, weil wir danach diskutiert haben wie können wir in unserer Branche besser, effizienter und günstiger werden und ich habe begonnen vom Thema Nachhaltigkeit über den Zugang zu Finanzierungen mit

0:46 Banken und dann besseren Baumethoden, schnelleren Verfahren und weiteren Möglichkeiten im Bereich Digitalisierung und künstlicher Intelligenz, die Zukunft zu denken und wie wir zukünftig hoffentlich gute Wohnungen und Häuser und Flächen entwickeln und gestalten Werden. Wie habt ihr denn sowohl in der Projektentwicklung als auch im Umsetzen von Bauprojekten eure Finanzierungsstrategien adaptiert? Wir haben das Glück, dass wir als Familienunternehmen ein sehr sehr eigenkapitalstarkes Unternehmen sind, aber nichtsdestotrotz haben uns natürlich die Zinsen und

Vollständiges Transkript anzeigen

1:27 gesamte versucht, das Unternehmen anzupassen, haben unsere Struktur ein bisschen überdacht und das schon vor zwei Jahren und uns so aufgestellt, dass wir auch unsere Stammkunden und die Produkte die wir anbieten und unsere strategische Positionierung ein bisschen zu schwenken in die Richtung, vor allem im Bau, wo wir wissen, dass der Einbruch nicht so groß war und auf der anderen Seite bei den Projektfinanzierungen sind wir auf alle unsere Banken zugegangen, haben das Gespräch gesucht, haben versucht, gute Lösungen zu finden und wir glauben an die Projekte, wir haben viele gute Projekte, die wir jetzt fertig stellen und wir haben es geschafft,

2:04 unsere Banken davon zu überzeugen und da gute gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Kannst uns ein paar konkrete Maßnahmen nennen, wie ihr eure Projekte jetzt auch adaptiert habt? Ja wir auf der einen Seite weil wir einfach gemerkt haben, dass es gerade im Abverkauf extrem schwierig ist, weil durch die Kim-Verordnung und die gestiegenen Zinsen die Leute sich Wohnungen nicht kaufen können, haben wir entschieden, dass wir bestimmte Projekte umdenken in Bestandsprojekte in die Vermittlung gegangen sind. Das ist ein bisschen aufwendiges Thema, aber funktioniert natürlich, die Projekte sind gut und auf der anderen Seite ist es

2:38 so dass wir sehr wohl an den Projekten an sich und zwar über gute, smarte Lösungen im Bereich Link Construction und andere Bauverfahren, statische Veränderungen auch im Holzbau und so weiter, versucht haben, die Projekte einfach zu optimieren und das ist auch der Zugang, den wir unseren Auftraggebern gerne weitergeben möchten, dass wir gerne früh im Projekt dabei sind, um einfach das Beste rauszuholen und so die Margen doch noch möglichst hochzuhalten. ESG Reporting hat die Politik gerade einen Schwenk gemacht, sprich Omnibus. Du hast in einem Vortrag aber von einer freiwilligen Berichterstattung gesprochen.

3:15 Was berichtet ihr da und warum? Wir berichten freiwillig laut VSME. Das ist ein Standard, gibt es eigentlich schon länger, der ist nur ein bisschen in den Hintergrund getreten. Wir haben das auch nicht so am Schirm gehabt, weil wir uns natürlich für die verpflichtende CSID-Berichterstattung vorbereitet haben, aber das ist ein Standard der wird akzeptiert. Da kann man relativ viel schon vorarbeiten für den Fall, dass die CSID uns in einer gewissen Form doch noch trifft oder auch in einer veränderten Form und wir wissen ja, Banken und andere unserer Kunden, Investoren sind nach wie vor betroffen von den Regularien

3:49 und denen werden wir bestimmte Zahlen liefern und das aus unserer Sicht die beste Lösung. Wir wollen gern berichten, wollen gern transparent werden und können hier aber mit weniger Bürokratie und guten Entscheidungen eine gute Grundlage schaffen und auch Vertrauen in uns als Unternehmen schaffen. Du glaubst auch, wenn die Politik im Bereich Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung jetzt ein bisschen einen Schwenk macht, diese Themen sind gekommen, um zu bleiben? Ich hoffe, dass sie gekommen sind, um zu bleiben. Ich hoffe aber auch dass dieser Omnibus nur ein Erster von mehreren ist und das hört man ja seitens europäischer

4:26 Kommission sehr wohl. Ich glaube, wichtig ist, dass wir die Nachhaltigkeitsthemen als Geschäftsmodell und als Mehrwert für uns und für die nächste Generation denken und weniger komplexe Regularien für Bürokratie und Aufwand für unterschiedliche Unternehmen aufbereiten und darum hoffe ich, dass es eines der wesentlichsten Themen sein wird und ich bin auch davon überzeugt und gebe auch davon aus, dass wir betreffend in Bürokratisierung endlich da an einem Wendepunkt sind und hier auch ein bisschen ein Umdenken stattfindet.

Hat ihnen dieses Video gefallen?

Diskussion zum Artikel

Sei der/die Erste, der/die diesen Artikel diskutiert.

Logo

In einem sich stetig wandelnden Immobilienmarkt ist zeitnahe und präzise Information von unschätzbarem Wert für strategische Entscheidungen und nachhaltige Investitionen.

Kategorien

Quicklinks

Rechtliches

© 2026 Die unabhängige Immobilien Redaktion. Made with ♥️ by  Gerhard Popp