„Da muss ich nicht viel machen"
Eine der schönsten Szenen des Films entsteht, bevor überhaupt jemand da ist. Die Kamera läuft, Walter Senk steht neben Tatiana Zhiganova und erklärt sein Konzept für den Abend: „Ich habe wieder mein übliches Fragenspiel. Da muss ich nicht viel machen. Die Leute ziehen die Fragen und beantworten sie." Er müsse eigentlich nur halten, auf der Bühne sei auch nicht viel zu sagen, den Rest würden die anderen machen. Zhiganova, trocken: „Ja, genau richtig."
Das ist die Betriebsanleitung des Formats in drei Sätzen. Wer die Gäste reden lässt, statt sie zu bespielen, bekommt Gespräche statt Applaus. Und Gespräche sind das Um und Auf, wenn eine Branche nach acht Wochen Pause wieder zueinanderfindet.
Was der Film zeigt
Das Schloss Pötzleinsdorf im 18. Bezirk ist seit der ersten Auflage 2021 der fixe Ort für diesen Abend. Im Vorjahr kamen rund 200 Gäste – und zwar trotz Regen. Heuer spielte das Wetter mit.
Das Rahmenprogramm bewegte sich zwischen Sport und Spielerei: Torwand, Golf, Basketball und, neu in dieser Auflage, der Drohnenparcours von AeroSurvey Solution. Wer im Film beobachtet, wie souverän auftretende ProjektentwicklerInnen an einem Stangenslalom scheitern, versteht, warum solche Bewerbe funktionieren. Sie erzeugen jene halbe Minute gemeinsamer Peinlichkeit, aus der ein Gespräch wird.
Das Give-away kam aus der niederösterreichischen Manufaktur „Seifenkonzept Kamptalerie". Ein Gast bringt es am Ende des Films auf den Punkt: „Ein schöner Ausklang des Sommers und ein Fixpunkt, auf den ich mich auch im nächsten Jahr wieder freue."
Getragen wird der Abend von IMMMA – dem Zusammenschluss aus Die unabhängige Immobilien-Redaktion, Zeiger Marketing und ivalu. Die Tickets waren wie in den Vorjahren symbolisch bepreist, 11,11 Euro, der Erlös geht an einen guten Zweck.
Warum der Termin Ende August liegt
Weil er eine Lücke füllt. Bis Mitte September ist der Kalender der österreichischen Immobilienwirtschaft praktisch leer, ab Mitte September ist er voll. Das ImmoPicknick liegt exakt an der Kante: nach dem Urlaub, vor der ersten Deadline. Weniger Sommerfest also, mehr Startsignal.
Der Immobilienherbst 2026: die Fixtermine
17. September 2026 – Cäsar-Gala, Schönbrunner Schlosstheater, Wien. Die 20. Verleihung des österreichischen Immobilienpreises; laut Aussendung werden rund 250 Führungskräfte erwartet, aus 234 Einreichungen wählte die Verbandsjury im Mai die FinalistInnen.
23. September 2026 – Raiffeisen ImmoDay, RHW.1, Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien.
5. bis 7. Oktober 2026 – Expo Real, Messe München. 2025 zählte die Messe nach eigenen Angaben rund 42.000 TeilnehmerInnen aus über 70 Ländern und 1.742 AusstellerInnen.
8. Oktober 2026 – ÖVI-Bewertungssymposium, Kufstein.
22. Oktober 2026 – ÖGNI-Symposium „Sustainability: Turning Intentions into Impact!", Ronacher, Wien. Laut ÖGNI-Aussendung werden rund 800 EntscheidungsträgerInnen aus der DACH-Region erwartet, als Keynote-Speaker angekündigt ist Ban Ki-moon, UN-Generalsekretär von 2007 bis 2016.
23. Oktober 2026 – Bauherr:innenpreis, Helmut-List-Halle, Graz. Vergeben von der Zentralvereinigung der Architekt:innen Österreichs seit 1967.
12. Jänner 2027 – 21. Immobilienball, Hofburg, Wien. Veranstalterin ist die epmedia Werbeagentur unter Iris Einwaller-Probst; 2024 zählte der Ball über 3.200 Gäste.
15. bis 19. März 2027 – MIPIM, Palais des Festivals, Cannes. Einzelne Quellen nennen den 16. März als Start – vor der Flugbuchung gegenprüfen.
Noch nicht fix, erfahrungsgemäß aber zu erwarten: ÖVI-Bauträgertag im Spätherbst, Quo Vadis in Berlin im Februar, Real Estate Circle im Frühjahr, immobilienmanager-Award Anfang März in Köln. Die Wiener Immobilien Messe wurde heuer abgesagt und auf 2027 verschoben.
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Zwischen den Großevents
Nicht jeder Austausch braucht eine Halle. Zwischen den Fixterminen laufen die kleineren Formate weiter: Immmonday als Diskussions- und Networking-Runde, ImmoLive mit inzwischen über 230 Ausgaben, dazu ImmoLeute und OfficeTalk.
Was bleibt
Ein Abend im Schlosspark, ein paar verwackelte Drohnenflüge, ein Stück Seife – und ein Kalender, der ab sofort wieder ernst wird. Dass die Branche sich zum Saisonstart nicht in einem Kongresszentrum trifft, sondern auf einer Wiese, sagt womöglich mehr über ihre Funktionsweise aus als jede Podiumsdiskussion. Man kennt einander. Man muss nur einmal im Jahr daran erinnert werden.