ImmoLeute mit Lukas Eybel und Ronald Goigitzer

ImmoLeute mit Lukas Eybel und Ronald Goigitzer

RG

von Ronald Goigitzer

3

 Artikel

0 Follower folgen
4 Minuten Lesezeit

ImmoLeute: Die Menschen hinter den Immobilien - In der Immobilienbranche kennen wir Projekte, Unternehmen und Marken. Wir wissen, wer welches Quartier entwickelt hat, wer hinter einem spektakulären Bürogebäude steht oder wer gerade den nächsten großen Deal abgeschlossen hat. Was wir meistens nicht kennen, sind die Menschen dahinter. Genau deshalb gibt es ImmoLeute - die Gespräche führt Ronald Goigitzer (heart of company ivalu).

In der Immobilienbranche kennen wir Projekte, Unternehmen und Marken. Wir wissen, wer welches Quartier entwickelt hat, wer hinter einem spektakulären Bürogebäude steht oder wer gerade den nächsten großen Deal abgeschlossen hat. Was wir meistens nicht kennen, sind die Menschen dahinter. Genau deshalb gibt es ImmoLeute - die Gespräche führt Ronald Goigitzer (heart of company ivalu). In der neuen Videoreihe sprechen wir mit Persönlichkeiten der Immobilienwirtschaft – allerdings bewusst nicht über Quadratmeter, Renditen oder Projektpipelines. Stattdessen geht es um das, was man in klassischen Fachinterviews selten erfährt: Welche Entscheidungen haben ein Leben geprägt? Wer waren die Vorbilder? Welche Werte begleiten erfolgreiche Menschen durch ihren Berufsalltag? Worauf blicken sie zufrieden zurück und was würden sie ihrem 20-jährigen Ich heute mit auf den Weg geben?

Wer Lukas Eybel kennt, dürfte über seine Selbsteinschätzung nicht überrascht sein. Er sei jemand, der polarisiere, sagt er. Fröhlich, bisweilen laut, jedenfalls keiner, der sich im Hintergrund versteckt. Vor allem aber sieht er sich als Umsetzer: als jemanden, der anpackt und Ideen nicht endlos bespricht, sondern ausprobiert.

Geprägt hat ihn sein früher Wechsel von Hainburg nach Wien. Mit rund 15 Jahren begann er für den Besuch der HTL in die Bundeshauptstadt zu pendeln, wenig später führte er bereits seinen eigenen Haushalt. Der Schritt von der niederösterreichischen Kleinstadt nach Wien bedeutete für ihn mehr als einen Ortswechsel. Es war der Beginn eines selbstständigen Lebens – und einer Selbstverantwortung, die ihn bis heute begleitet.

Diese Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, braucht es auch in der Immobilienverwaltung. Die gesetzlichen Vorgaben werden umfangreicher, die Anforderungen der Kundinnen und Kunden höher und die Zahl der täglichen Anfragen nimmt zu. Dass dabei nicht immer alles zur vollständigen Zufriedenheit aller Beteiligten gelingt, spricht Eybel offen an. Hausverwaltung sei schließlich kein Beruf, in dem man sich hinter einfachen Antworten verstecken könne.

Gerade deshalb beschäftigt ihn die Frage, wie sich der Arbeitsalltag besser organisieren lässt. Künstliche Intelligenz spielt dabei für ihn eine zentrale Rolle. be real Immobilien richtet sich bereits verstärkt darauf aus, KI in die täglichen Abläufe zu integrieren. Nicht aus Technikbegeisterung um ihrer selbst willen, sondern aus einer nüchternen Überlegung: Ohne neue Werkzeuge werde es künftig kaum möglich sein, die wachsende Menge an Aufgaben und Anfragen zu bewältigen. Datenschutz und europäische Regeln müssten dabei selbstverständlich berücksichtigt werden. Die Technologie aus Angst zu ignorieren, hält er jedoch für den falschen Weg.

Auch privat und beruflich gibt es bei Lukas Eybel keine scharfe Trennlinie. Seine Frau und er führen be real Immobilien gemeinsam. Sie verantwortet vor allem den Maklerbereich, er überwiegend die Hausverwaltung. Dazu arbeiten weitere Familienmitglieder, Freunde und langjährige Wegbegleiter im Unternehmen. Das schafft Vertrauen und ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl, bringt aber naturgemäß auch Spannungen mit sich. Die Arbeit landet manchmal am Frühstückstisch, familiäre Themen gelegentlich im Büro. Für Eybel gehört beides zusammen – und genau das macht ihm Freude.

Seinem jüngeren Ich würde er heute raten, nicht alles ausprobieren zu müssen, aber über den Tellerrand hinauszublicken und sich nicht vom Denken früherer Generationen einschränken zu lassen. Vor allem solle man etwas tun, das einem Spaß macht. Ein Rat, der recht gut zu seinem eigenen Weg passt.

Und was bleibt irgendwann? Im besten Fall ein florierendes, gut funktionierendes Unternehmen, das weitergeführt werden kann. Vielleicht einmal von seinem Sohn, falls dieser das möchte. Vielleicht von jemand anderem. Wichtiger als die Frage der Nachfolge ist Eybel, etwas Nachhaltiges aufgebaut zu haben. Seinem Sohn wünscht er trotz technischer und gesellschaftlicher Veränderungen vor allem eines: ein bodenständiges Aufwachsen in einer Gesellschaft, in der ein vernünftiger Umgang miteinander weiterhin zählt.

Nur bei der Frage nach seiner Traumimmobilie muss Lukas Eybel nicht lange überlegen: Wenn Geld keine Rolle spielte, wäre es ein prachtvolles Palais am Wiener Ring. Bescheiden darf schließlich der Mensch sein. Die Immobilie muss es nicht unbedingt.

Transkript

0:00 Wir sprechen heute im neuen Format "Immoleute", wo es darum geht, Menschen aus der Immobilienwirtschaft als Menschen darzustellen. Was glaubst du, was würden deine engsten Freunde über dich sagen? Das ist eine gemeine Frage, würde ich schon fast sagen. Wie die anderen einen sehen, ist doch immer vielleicht ein bisschen freundlicher ausgedrückt. Kommt darauf an, wen du fragen wirst. Ich bin sicherlich jemand, der polarisiert. Die einen mögen mich, die anderen mögen mich weniger. Ist dem geschuldet, dass ich natürlich durchaus auch eine sehr frohe, aber auch laute Person bin. Das heißt, ich bin sicherlich nicht einer, der sich hinten

0:37 versteckt. Das heißt, ich würde mich doch auch als charismatisch bezeichnen. Das, glaube ich, kann man mir schon zuschreiben oder auch andere, das mir das zuschreiben würden. Sicherlich jemand, der auch gern anpackt oder Erfolge beziehungsweise Sachen umsetzt. Anpacken ist das richtige Wort und damit durchaus ein Umsetzer. Was waren so einschneidende Momente in deinem Leben oder Entscheidungen, die du getroffen hast, wo du sagst, das begleitet mich bis heute? Sicherlich der Gang nach Wien. Ich bin in Niederösterreich aufgewachsen, rund 50 Kilometer weit entfernt im Osten, bin dann auch in Niederösterreich in die

Vollständiges Transkript anzeigen

1:15 Volksschule und dann natürlich Unterstufe gegangen und der Wechsel dann in die Oberstufe nach Wien, nämlich in der HTL, war schon sicherlich einschneidend und bewegend, weil damit habe ich ein anderes Leben kennengelernt. Hainburg an der Donau, da wo ich her bin, ist zwar auch eine Stadt, aber Kleinstadt, aber sicherlich viel langsamer wie Wien, würde ich es jetzt mal nett beschreiben, um nicht zu sagen vielleicht kleinhäuslerisch. Und Wien war sicherlich eine einschneidende Entscheidung in meinem jungen Leben, mit rund 15 Jahren einfach da herauf zu pendeln und dann recht bald, nämlich auch schon mit Anfang oder mit 18, 19 Jahren auch einen eigenen Haushalt in Wien zu

1:58 haben, war schon sicherlich einschneidend, weil da die Selbstverantwortung begonnen hat und das doch recht früh im Leben war. An welcher Aufgabe bist du zuletzt gescheitert und woran ist das gescheitert? Da muss ich ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. Das sind natürlich Aufgaben, die mit dem täglichen Berufsalltag zu tun haben. Es ist sicherlich so, dass die Anforderungen in der Verwaltungsbranche oder in der Immobilienbranche immer größer werden. Die Schlagworte kennen eh die Fachleute oder all jene, die sich damit beschäftigen, mit Mieten- und Wertsicherungsgesetz, mit Maßnahmenlinderungsgesetze, die die Bundesregierung

2:39 beschlossen hat, jetzt schon fünf an der Zahl, aber auch mit anderen einschneidenden Änderungen in der Bauordnung für Wien, zum Beispiel mit dem Baugesetzbuch. Was ich damit konkret meine, ist, die Anforderungen im täglichen Alltag werden einfach immer höher und diese dann zur vollen Zufriedenheit unserer Kunden umzusetzen, daran scheitert man hier durchaus. Wenn der Lukas von heute in der Lage wäre, dem Lukas von damals einen Rat mitzugeben, was würdest du dem 18-jährigen, 19-jährigen Lukas raten? Man muss nicht alles ausprobieren im Leben. Das ist sicherlich eine Sache, die ich

3:20 mitgeben würde. Und aber auch: Denk über den Tellerrand hinaus. Lass dich nicht einschränken von dem alten Denken. Man kann schon einiges probieren, man muss es halt im Rahmen halten. Das ist das, was man meinem früheren Ich durchaus geben kann. Und mach das, was dir Spaß macht. Das ist ein ganz wichtiger Punkt auch. Macht das nicht auch ein bisschen aus deiner Sicht das Unternehmertum aus, dass man einfach Sachen einmal ausprobiert? Sehe ich genauso. Ich meine, und das prägt mich wahrscheinlich auch mit meinem recht jungen Alter noch und wenn ich rundherum schaue in der Verwaltungbranche, ist

3:58 es meist so, dass es deutlich ältere Generationen in den Kollegen gibt und das sehe ich durchaus als Vorteil, weil ich hier einfach Sachen ausprobiere und auch in dem Thema KI momentan ganz vorne dabei bin. Wir sind jetzt als Kanzlei in diese Richtung uns ausrichtend, weil ich jetzt insbesondere meine, dass das einfach der way to go ist. Wenn wir uns nicht mit dem beschäftigen und das auch relativ zügig implementieren in einen Alltag, werden wir dem Fluten an Anfragen oder zukünftigen Anforderungen nicht Herr werden.

4:38 Und ich meine, das ist jetzt nichts Schlechtes. Jeder sagt, KI ist zu unreglementiert, das ist Gefahr oder man weiß nicht, wo die Daten hingehen. Ja eh, aber wenn man sich zumindest an die europäischen Richtlinien hält, glaube ich, sind wir ganz gut abgesichert und es gibt auch in Europa gute Lösungen dafür. Ihr seid ja ein Familienunternehmen im besten Sinn. Das heißt, deine Familie existiert ja auch quasi jeden Tag im Unternehmen irgendwie. Wie positiv ist die Situation für dich und wie oft ist es ein Spannungsfeld? Dass meine Frau und ich sind die Eigentümer und sind in der Geschäftsführung und

5:12 das ist schon meiner Ansicht nach ein Riesenvorteil. Wir leben das, wir schalten unter Anführungsstrichen ab, wenn wir in den Urlaub fahren, aber wir nehmen natürlich die Arbeit mit nach Hause, was Spannungen bereiten kann, aber ehrlicherweise macht es auch Spaß. Nimmst du das nach Hause, auch mit in die Arbeit? Ja klar. Und umgekehrt? Ja, in beide Richtungen. Ich sage, wir arbeiten auch teilweise von zu Hause aus. Meine Frau bildet den Maklerbereich ab, ich kümmere mich überwiegend um die Verwaltung. Und damit hast du zwangsläufig auch am Wochenende, am Abend oder in der Früh zu tun. Man braucht sich nur vorstellen, wenn Krankmeldungen oder andere

5:46 Probleme vielleicht über Nacht eintreten. Na ja, sicher schaue ich am Vormittag oder in der Früh schon mal auf das Handy und arbeite damit auch dann von zu Hause schon. Was jetzt nicht zwingend was Schlechtes ist und wenn ich mag das, mir macht das auch Spaß. Andere Familienmitglieder, die uns unterstützen und tatkräftig mitarbeiten, gibt es auch. Es ist mein Cousin im Betrieb, es ist mein Schwager im Betrieb, es ist die Schwester der Schwiegermutter meiner Frau im Betrieb. Es sind weite Freunde, Bekannte auch mittlerweile da. Das hat schon Vorteile, weil du dich familiär irgendwie doch auch anders verlassen

6:20 kannst. Ist jetzt nicht zwingend negativ allen anderen Kolleginnen und Kollegen gemeint, sondern es ist ein anderes Founding, wenn das ein Familienmitglied ist auf der einen Seite. Auf der anderen Seite kann es schon einmal passieren, dass sich da dann vielleicht auch kurzfristig jemand Urlaub nimmt. Das ist auch schon vorgekommen. Wenn Geld überhaupt keine Rolle spielen würde, welche Immobilie würdest du dann kaufen? Ein wunderschönes Prachtpalais irgendwo am Ring. Was wäre dir wichtig, das du hinterlässt? Das wird sich wahrscheinlich in den nächsten Jahren weisen. Wir haben einen Sohn, und wenn er daran interessiert ist, das vielleicht auch

6:58 irgendwann mal persönlich zu machen oder zu übernehmen, dann werden wir das bereiten. Wenn dem nicht so ist, würde ich ganz gern ein funktionierendes, florierendes, gut gehendes Unternehmen übergeben. Wem auch immer. Das wird sich einfach weisen, ob das jemand aus der Familie macht oder ob das ein Partner ist, den man vielleicht irgendwann mal im Laufe der nächsten Jahre gewinnen kann. Wie siehst du die Zukunft für deinen Sohn? Es wird schon eine Herausforderung sein. Wir haben es jetzt gerade vorher eingangs besprochen. Es ist irrsinnig heiß heute. Das wird sicherlich mit dem Klimawandel oder die Anforderungen in der Stadt andere

7:33 werden. Das heißt, du leugnest den Klimawandel nicht? Das möchte ich so nicht sagen. Das möchte ich gar nicht beurteilen. Ich merke nur, dass es irrsinnig heiß ist. Und heute haben wir den 1. Juli und wir haben, glaube ich, jetzt den zweiten oder dritten Tag in Folge, wo wir annähernd 40 Grad haben oder was. Nicht ganz, aber trotzdem heiß und deshalb schon früh im Sommer, ungeachtet von dem Klimawandel oder nicht. Es ist einfach heiß. Was ich meine damit, es wird sich verändern. Es hat Veränderung immer schon gegeben. Ich glaube, ich bin eine Generation, wo wir mit Schulheft hin zu Taschenrechner,

8:06 Laptop und jetzt KI aufgewachsen sind. Das war innerhalb von den letzten 20 Jahren eigentlich oder 15 Jahren vielleicht. Mein Sohn wird dann zukünftig nur noch mit so technischen Hilfsmitteln aufwachsen und die dann auch meistern müssen. Das wird sich schon rasant verändern. Ich wünsche mir, dass er einfach bodenständig in einer normalen Gesellschaft, wo wir einen Umgang miteinander pflegen, aufwachsen kann und darf. Und das werde ich alles daran setzen, dass ihm das ermöglicht wird. Also ein normales Aufwachsen würde ich schon bevorzugen.

Hat ihnen dieses Video gefallen?

Diskussion zum Artikel

Sei der/die Erste, der/die diesen Artikel diskutiert.

Logo

In einem sich stetig wandelnden Immobilienmarkt ist zeitnahe und präzise Information von unschätzbarem Wert für strategische Entscheidungen und nachhaltige Investitionen.

Kategorien

Quicklinks

Rechtliches

© 2026 Die unabhängige Immobilien Redaktion. Made with ♥️ by  Gerhard Popp