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Gründergeist im Alpenland: Der steinige Weg zum Start-up-Eldorado

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Markus Raunig von Startups Austria hat in dieser #OfficeTalk Folge einen Zehn-Jahres-Rahmen angesprochen, der die Veränderungen in der Wahrnehmung von Start-ups in Österreich beleuchtet. Vor einem Jahrzehnt war es noch so, dass jemand, der sagte, er habe ein Start-up, oft belächelt wurde. Das Image war nicht besonders positiv, und viele Menschen sahen Start-ups als etwas Unbedeutendes an. Diese Sichtweise hat sich jedoch im Laufe der Jahre erheblich gewandelt.

Die Veränderung der Wahrnehmung

Raunig glaubt, dass sich die Einstellung gegenüber Start-ups in den letzten Jahren verbessert hat, auch wenn sie noch nicht auf dem Niveau ist, wo sie sein sollte. Die Start-ups von heute sind die Leitbetriebe von morgen. Sie sind die treibende Kraft hinter der Zukunft der Wirtschaft. Wenn man sich die europäische Wirtschaft der letzten fünf bis zehn Jahre ansieht, wird deutlich, dass sie dreimal langsamer gewachsen ist als die amerikanische. Der Hauptgrund dafür sind die Tech-Unternehmen, die damals noch als Start-ups galten. Diese Unternehmen haben die Landschaft der Wirtschaft revolutioniert und genau das fehlt in Europa.

Die Ernsthaftigkeit der Start-up-Kultur

Es gibt immer noch eine weit verbreitete Meinung, dass Start-ups lediglich von jungen Menschen betrieben werden, die Tischfußball spielen und Macava trinken. Diese stereotype Sichtweise ist nicht nur irreführend, sondern auch gefährlich, da sie die Bedeutung der Start-ups für die Wirtschaft untergräbt. Es geht nicht nur um Spaß und Spiele; es geht darum, die Zukunft unserer Wirtschaft aktiv zu gestalten. Diese Ernsthaftigkeit ist entscheidend, um das volle Potenzial der Start-up-Kultur auszuschöpfen.

Politische Rahmenbedingungen und ihre Auswirkungen

Raunig merkt an, dass er sich intensiv mit der politischen Landschaft auseinandersetzt, die für Start-ups von Bedeutung ist. Das Interview wird aus terminlichen Gründen vor der Wahl geführt, aber es wird nach der Wahl veröffentlicht. Wenn man den Hochrechnungen Glauben schenken kann, stellt sich die Frage, welche Regierungsbildung für die Start-ups von Vorteil wäre. Raunig betont, dass es ihm wichtiger ist, was tatsächlich im Regierungsprogramm steht, als die politischen Gesichter, die an der Spitze stehen.

Die Rolle der Regierung für Start-ups

Ein rechtspopulistischer Kanzler könnte als Signalwirkung für den Tech-Standort Österreich nicht gut sein. Solche politischen Veränderungen könnten die Innovationskraft und das Wachstum von Start-ups gefährden. Die Regierung spielt eine entscheidende Rolle dabei, ein Umfeld zu schaffen, in dem Start-ups gedeihen können. Es ist wichtig, dass die politischen Entscheidungsträger die Bedürfnisse und Herausforderungen der Start-ups verstehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, um diese zu unterstützen.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklung der Start-up-Kultur in Österreich sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Die Wahrnehmung von Start-ups hat sich gewandelt, aber es gibt noch viel zu tun, um die Ernsthaftigkeit und Bedeutung dieser Unternehmen in der Gesellschaft zu verankern. Die politische Landschaft wird einen entscheidenden Einfluss auf die Zukunft der Start-ups haben. Es ist von größter Bedeutung, dass die Regierung die richtigen Rahmenbedingungen schafft, um die Innovationskraft und das Wachstum in diesem Sektor zu fördern. Nur so kann Österreich im internationalen Wettbewerb bestehen und die Start-ups von heute zu den Leitbetrieben von morgen machen.

Transkript

0:08 Du hast jetzt einen Zehn-Jahres-Rahmen angesprochen. Ich glaube, wenn man vor zehn Jahren noch so gesagt hat, ja ich habe ein Start-up, dann war das vom Image her auch noch so dass man so bisschen belächelt wurde. Glaubst du dass sich das inzwischen geändert hat? Ja es hat sich verbessert, aber ist immer noch nicht dort, wo es sein müsste. Weil die Start-ups von heute das sind die Leitbetriebe von morgen. Das ist die Zukunftswirtschaft. Wenn wir uns anschauen, warum die europäische Wirtschaft in den letzten fünf Jahren, in den zehn Jahren dreimal langsamer gewachsen ist als die amerikanische. Der einzige Grund sind die Tech-Unternehmen,

0:42 die damals noch Start-ups waren. Und genau das fehlt uns. Und genau da ist immer noch ein Thema, dass viele Menschen Start-ups fälschlicherweise belächeln als junge Leute, die Tischfußball spielen und Macava trinken. Aber da geht es darum, die Zukunft unserer Wirtschaft zu gestalten. Und genau diese Ernsthaftigkeit braucht das Thema auch. Man merkt schon, du beschäftigst dich auch sehr viel mit der Politik drum herum. Wir drehen aus terminlichen Gründen dieses Interview vor der Wahl, werden es aber nach der Wahl dann online stellen. Wenn wir jetzt mal den ganzen Hochrechnungen glauben und das Wahlergebnis so ausfällt,

Vollständiges Transkript anzeigen

1:19 welche Regierungsbildung wäre deine Wunschregierung für die Start-ups ziehen? Durch mir schwer zu sagen. Mir ist glaube ich eher wichtiger, was dann tatsächlich im Regierungsprogramm steht. glaube, ja, ein rechtspopulistischer Kanzler wäre als Signalwirkung für den Tech-Standort Österreich nicht gut. Also das wäre, da würden wir so einen unglaublich schwer tun, kluge Köpfe international ins Land zu holen, damit sich hier die Unternehmen von morgen auch aufbauen können. Und das ist für die Start-up-Szene sehr wichtig, dass man einen internationalen Talent-Pool auch zugreifen kann.

2:00 Also Das ist notwendig. Und da wäre sicher ein rechtspopulistischer Kanzler nicht dienlich, sonst kann jede Konstellation potenziell spannende Perspektiven bieten. es kommt am Ende tatsächlich darauf an, was steht im Regierungsprogramm und was wird umgesetzt. Und da ist die Konstellation für mich persönlich jetzt gar nicht so Wichtig. Was müsste da deiner Meinung nach drinstehen? Ich glaube, eine klare Vision, wie Österreichs Wirtschaft in 10 bis 20 Jahren funktioniert und auch ein klarer Weg dorthin, das ist notwendig. Und dann ja, wir schicken nächste Woche einen Empfehlungskatalog mit rund 40 konkreten Punkten in die

2:43 Regierungsverhandlungen und hoffen, dass da vieles umgesetzt wird. Beim letzten Mal hatten wir 37 Empfehlungen, 18 wurden dann ins Regierungsprogramm übernommen, 6 wurden jetzt circa übernommen. Ich hoffe, dass wir diese Quote steigern können. Kannst uns einen Abriss geben, was da die wichtigsten Punkte sind was da drinsteht?. Grundsätzlich sehen wir drei zentrale Handlungsfelder. Das erste ist, wir müssen es schaffen, dass Österreich als Land unternehmerischer wird. Egal, was man sich anschaut, haben das drittschlechteste unternehmerische Bildung in ganz Europa. Unsere Gründungsneigung fällt ab.

3:19 Es ist einfach für viele, auch unsere klügsten Köpfe aktuell, Gründen als Karriereoption nicht präsent. Das heißt, dass ein grundsätzlicher Kulturwandel ist notwendig, Initiativen im Bildungssystem sind notwendig, auf den Unis, dass eine ETH Zürich oder eine TU München mehr Spinoffs tatsächliches Forschungsspinoff produziert, als alle österreichischen Universitäten zusammen. Das kann es nicht geben. Also das sind viele Aspekte, wo ich sage, das ganze Thema Talente. Wie schaffen wir es, unternehmerisches Denken zu fangen? Wie schaffen wir es, die klügsten Köpfe in Zukunftstechnologien zu bringen?

3:55 Das ist ein ganz wichtiger Bescheid. Und wie schaffen wir es auch, Unternehmertum zu de-risken? Wie können wir es besonders in einer Phase wie aktuell attraktiver machen, unternehmerisch tätig zu werden? Der zweite Punkt den ich sehe, wir müssen viel mutiger investieren. Wir haben in Europa keinen Kapitalmarkt, keinen funktionierenden Kapitalmarkt, mit einem Grund, warum wir es nicht geschafft haben, den letzten zehn Jahren oder in letzten 20 Jahren erfolgreiche Technologieunternehmen hervorzubringen, die wirklich Champions League spielen, ist, es fehlt das Kapital. Es fehlt das Kapital besonders in der Wachstumsfinanzierung.

4:27 Ab einem gewissen Grad der Finanzierung, ab einer gewissen Größenordnung, kommt das Kapital aus Amerika oder aus China bzw. Asien. Also eine Angel Invest Kultur fehlt komplett bei Uns. Genau, es fehlen die Anreize für Angel Invest. Es muss klar sein, wenn sich jemand darauf einlässt, in Start-ups zu investieren, mit all den Risiken, dann muss das steuerlich auch irgendwelche Vorteile mit sich bringen, also Investitionsfreibeträge, die andere Länder in Europa schon eingeführt haben. Es braucht klare Modelle und Anreize für institutionelle Investoren, also die Pensionskassen, Versicherungen, Banken dass die gebündelt in Venture-Fans investieren,

5:04 weil das ist der gravierendste Größenunterschied zu Amerika, wo halt, wenn man sich zum Beispiel anschaut, Go Student, das österreichische Start-up, da ist der Ontario's Teachers Pension Fund investiert. Also wenn Go Student erfolgreich ist, dann profitiert die Pensionskasse von den kanadischen Lehrern und nicht unserer Pension. Also genau da braucht es ein komplettes Umdenken im Kapitalmarkt. Und das dritte ist, wir brauchen Bedingungen, Rahmenbedingungen in Europa, in Österreich, die es einfach machen, unternehmerisch tätig zu sein. Da geht es einerseits darum wie können wir Bürokratie

5:45 abbauen, können wir Regulierungen so gestalten, dass sie nicht einschränkend sind, besonders am Anfang, wenn es darum geht innovativ zu sein, und wie können wir das auch in ganz Europa harmonisieren. Wenn ein Start-up in Amerika anfängt, dann hat es sofort einen Markt von 300 Millionen Amerikanern zu wählen. In Europa sind es 27 unterschiedliche Mitgliedsstaaten in der EU, wo jeder mit der eigenen Regulierung daherkommt, mit Marktcharakteristiken, unterschiedlichen Rechtsformen. Das heißt da einen gemeinsamen Rahmen zu schaffen, zum Beispiel eine gemeinsame europäische Rechtsform, auf der man dann aufbaut eine gemeinsame

6:22 europäische Regulierung, wo nicht mehr die 450 Millionen Menschen in Europa gemeinsam organisiert werden können. Das wäre ein riesen Game-Changer.

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