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Gerald Ebner zur Dekarbonisierung im Wohnbau: Herausforderungen und Strategien des Österreichischen Volkswohnungswerks

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Im Rahmen des E-Mobility Talks von Smatrics präsentierte Gerald Ebner, Geschäftsführer des Österreichischen Volkswohnungswerks (ÖVW), die Herausforderungen und strategischen Ansätze eines gemeinnützigen Wohnbauträgers bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen. Sein Fokus lag insbesondere auf den praktischen Aspekten der Dekarbonisierung und den damit verbundenen Spannungsfeldern zwischen Nachhaltigkeit und leistbarem Wohnen.

Dekarbonisierung des Gebäudebestands als zentrale Herausforderung

Die klimafreundliche Umstellung der Heizsysteme stellt für das ÖVW ein wesentliches Handlungsfeld dar. Ebner beschreibt die konkrete Situation: “Wir haben 1600 Gasthermen in unseren Objekten im Einsatz, verteilt auf an die 60 Häuser.” Die Umsetzung der Dekarbonisierungsziele gestaltet sich dabei unterschiedlich, abhängig von der Bereitschaft der Mieter:

“Aufgrund der fehlenden Pflichten der Mieter tun wir uns zum Teil sehr schwer, die Gasthermen aus den Wohnungen auszubauen”, erläutert Ebner. Während in einigen Häusern bereits erfolgreich auf Fernwärme oder Wärmepumpen umgestellt werden konnte, gibt es auch Objekte, in denen die Mieter wenig Interesse an einer Dekarbonisierung zeigen – unter anderem, weil “das Gas verfügbar und günstig ist” und der Umbau “einen massiven Eingriff in die Wohnungen darstellt”.

Nachhaltigkeitsstrategie des ÖVW: Leistbarkeit und Umweltschutz vereinen

Das ÖVW verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz in seiner Nachhaltigkeitsstrategie. Die gute Dämmung der Gebäude bildet dabei einen zentralen Baustein:

“Das ist für uns essenziell – ein niedriger Energiebedarf, weil für uns auf der einen Seite leistbarer Wohnraum und niedriger Energiebedarf und die Energiekosten sehr eng verbunden sind”, betont Ebner. Er führt weiter aus: “In unserer DNA ist die Leistbarkeit und die Nachhaltigkeit – das widerspricht sich ja zum Glück nicht.”

Trotz dieser Synergien identifiziert Ebner auch Bereiche mit Verbesserungspotenzial: “Wo wir noch Aufholbedarf haben, weil es eben im Moment noch recht teuer ist, ist das ganze Thema Kreislaufwirtschaft.” Insbesondere die Verwendung nachhaltiger Baustoffe wie Holz ist derzeit noch mit deutlich höheren Kosten verbunden als konventionelle Materialien wie Beton oder Ziegel.

Wohnqualität als ganzheitliches Konzept

Neben energetischen Aspekten legt das ÖVW großen Wert auf die Gestaltung qualitativ hochwertiger Wohnräume. Ebner beschreibt den Ansatz als “zeitlose Eleganz in unseren Gebäuden”, die auch in mehreren Jahrzehnten noch ansprechend wirken soll.

Zu den weiteren Qualitätsmerkmalen zählen:

  • Hoher Belichtungsanteil in den Wohnungen
  • Kompakte Grundrisse mit geringen Erschließungsflächen
  • Außenflächen wie Balkone oder Terrassen für jede Wohnung
  • Ansprechende Grünräume zur Förderung der Biodiversität
  • Integration moderner Ausstattung wie Ladestationen für Elektrofahrzeuge

Ebner betont dabei den ganzheitlichen Ansatz: “Man darf die Wohnung nicht separat ziehen. Es gibt das ganze Gebäude, man hat dort Gemeinschaftsräume, man hat die Außenflächen… Und dann ist die Wohnung natürlich auch eingebettet in das Drumherum, in die Nahversorger, Parkanlagen und was es dort auch immer gibt.”

Vision: Nachhaltige Baustoffe im leistbaren Wohnbau

Für die Zukunft formuliert Ebner eine klare Vision: “Das ist meine Vision, dass hier wirklich auch in Zukunft das nachhaltige Bauen im Sinne von nachhaltigen Baustoffen auch noch günstiger wird und auch hier Einzug findet im leistbaren Wohnbau.”

Die Integration von Ladelösungen des Verbunds in die ÖVW-Objekte stellt dabei einen konkreten Schritt dar, um moderne Infrastruktur bereitzustellen und gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Fazit: Balance von sozialen und ökologischen Zielen

Gerald Ebners Ausführungen verdeutlichen das Spannungsfeld, in dem sich gemeinnützige Wohnbauträger bewegen: Einerseits müssen sie leistbaren Wohnraum bereitstellen, andererseits sind sie gefordert, ökologische Nachhaltigkeitsziele umzusetzen und zukunftsfähige Wohninfrastruktur zu schaffen.

Die Strategie des ÖVW zeigt, dass diese Ziele nicht grundsätzlich im Widerspruch stehen müssen, jedoch eine sorgfältige Balance und langfristige Planung erfordern – insbesondere bei der Dekarbonisierung des Gebäudebestands und der Integration neuer Mobilitätskonzepte.


Transkript

0:09 Mein Name ist Gerald Ebner, ich bin Geschäftsführer vom ÖVW. Ich war heute bei dem SmartTrix e-Mobility Talk mit dabei, um aus Nutzer-Sicht und aus Sicht eines Kunden zu erklären, warum wir uns als ÖVW für diese Ladelösung vom Verbund entschieden Haben. Die klimafreundliche Umstellung der Heizsysteme ist für uns ein Riesenthema und es beschäftigt uns sehr, weil wir haben 1600 Gasthermen bei uns in unseren Objekten

0:50 im Einsatz, verteilt an die 60 Häuser und aufgrund der fehlenden Duldungspflichten der Mieter, tun wir uns zum Teil sehr schwer, die Gasthermen aus den Wohnungen auszubauen. Es gibt Häuser, die sind da sehr offen dafür und die dekarbonisieren wir jetzt schon bereits, zum Teil mit Fernwärme, zum Teil mit Wärmepumpe. Bei der Fernwärme sind wir noch optimistisch dass die auch irgendwann dekarbonisiert wird, aber es gibt auch einige Häuser, wo die Mieter nicht interessiert sind im Moment an einer Dekarbonisierung, weil das Gas ist verfügbar,

Vollständiges Transkript anzeigen

1:30 das Gas ist günstig und oft die Dekarbonisierung und der Ausbau der Gasthermen schon einen massiven Eingriff in die Wohnungen darstellt, weil die Gasthermen dann irgendwo im Badezimmer oder in der Küche Sind. Das ÖVW verfolgt die Strategie, nachhaltig zu bauen, indem wir die Gebäudegut dämmen. Das heißt, für uns ist essentiell ein niedriger Energiebedarf,

2:10 weil für uns auf der einen Seite leistbarer Wohnraum und niedriger Energiebedarf und niedriger Energiekosten sehr eng verbunden sind. Das heißt, in unserer DNA ist die Leistbarkeit und die Nachhaltigkeit widerspricht sich ja zum Glück nicht und es ist für uns auch sehr wichtig, dass unsere Bewohner dann sich auch die Energiekosten leisten können. Auf der anderen Seite versuchen wir auch architektonisch ansprechend und modern zu bauen, aber auch Architektur, die keinen modernen Aspekten unterliegt. heißt, wir wollen zeitlose Eleganz in unseren Gebäuden, die auch in mehreren Jahrzehnten auch noch schön ausschaut

2:51 und noch ansprechend ist und Gebäude errichten mit moderner Ausstattung, deswegen auch die Ladestationen. Und auf der anderen Seite versuchen wir auch die Wohnräume so zu gestalten, dass sie auch praktisch sind für die Mieter. Das heißt, wir versuchen einen hohen Belichtungsanteil in die Wohnungen zu bringen. Wir wollen kompakte Grundrisse mit sehr kleinen Erschließungsflächen. Das heißt, wie man früher gehabt hat, diesen langen Vorräumen und so weiter, versuchen wir zu vermeiden. Und was ganz wichtig ist seit Corona sind die Außenflächen, das heißt eine Wohnung ohne eine Außenfläche,

3:32 ohne einen Balkon, ohne eine Terrasse ist eigentlich nicht mehr zu vermieten oder nicht mehr zeitgemäß. Wobei man sagen muss, die Wohnung ist auch eingebettet ins Gebäude, man darf die Wohnung hier nicht separat sehen. Es gibt das ganze Gebäude, man hat dort Gemeinschaftsräume, man hat die Außenflächen, wo wir auch immer sehr darauf achten, dass wir ansprechende Grünräume haben und somit auch die Biodiversität fördern. Auch das ist uns sehr wichtig und dann ist die Wohnung natürlich auch eingebettet in das Drumherum, in die Nahversorger, Parkanlagen und was es dort auch immer gibt und hier versuchen wir wirklich die Wohnung als Teil eines Ganzen zu

4:11 sehen und ansprechend für die Bewohner Umzusetzen. Unsere Vision ist als ÖVW das Ganze, die Anforderungen an uns auch unter einem Hut zu bringen mit dem leistbaren Wohnraum, mit dem leistbaren Wohnen, weil, wie Sie sich vorstellen können, es kostet auch alles Geld, was wir machen wollen. Auf der einen Seite, wo wir schon sehr gut sind, das gut dämmende Gebäude im Prinzip der niedrige

4:52 Energieverbrauch, wo wir noch Aufholbedarf haben, weil es eben im Moment noch recht teuer ist, das ganze Thema Kreislaufwirtschaft, das ganze Thema nachhaltige Baustoffe, bauen mit Holz, ist deutlich teurer, ist wie mit Beton oder Ziegel. Hier haben wir noch Aufholbedarf und das ist meine Vision, dass hier wirklich auch in Zukunft das nachhaltige Bauen im Sinne von nachhaltigen Baustoffen auch noch günstiger wird und auch hier auch Einzug findet im leistbaren Wohnbau.

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