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Gebäudedaten als Wertanlage: Warum der Energiesystem-Twin über den Wert von Immobilien entscheidet
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Gebäudedaten als Wertanlage: Warum der Energiesystem-Twin über den Wert von Immobilien entscheidet

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Direkt am Wasser, im Loft by the Lake im Wiener Prater, hat Digital Findet Stadt heuer zur dritten Bau Invest Lounge geladen – zur Summer Edition, gemeinsam mit dem AIT Austrian Institute of Technology und Siemens. Drei Impulse, ein Podium, ein Leitthema: Gebäudedaten als Wertanlage. DI Matej Banozic (AIT), Roman Vöger (Siemens) und DI Samira Chadli (SC CONCEPTS) diskutierten – moderiert von Barbara Ohnewas (Digital Findet Stadt) –, wie aus Daten Kapital wird. Die gemeinsame Erkenntnis des Abends: Es geht nicht um mehr Daten, sondern um bessere. Und die eigentliche Arbeit passiert dort, wo Systeme, Disziplinen und Verantwortlichkeiten aufeinandertreffen – an den Schnittstellen.

Weniger ist mehr: Warum Datenqualität die Gebäudedaten wertvoll macht

Den Auftakt setzte Matej Banozic vom AIT – mit einem geborgten Titel. „Less is more", der Satz von Mies van der Rohe, wurde bei ihm zur These für den Umgang mit Daten. Gerade weil Künstliche Intelligenz heute mühelos immer größere Datenmengen produziere, verschiebe sich das Problem: Nicht die Menge sei die Herausforderung, sondern die Qualität – und die Frage, ob die richtige Information bei jener Person ankommt, die entscheidet.

Sein Kernsatz blieb hängen: „Die Zukunft des Bauens entscheidet sich an den Schnittstellen." Technische Lösungen gebe es in den einzelnen Bereichen – Planen, Bauen, Betreiben – längst. Woran es hake, sei die Verknüpfung der Gebäudedaten: nicht nur technologisch, sondern organisatorisch. An den Übergängen gehe Verantwortung verloren, wenn niemand mehr über das Gesamtmodell wache. Seine Frage ans Publikum, mitgegeben für das Podium: „Welche Information fehlt Ihnen heute?"

Energiesystem-Twin: Raus aus dem Blindflug

Roman Vöger von Siemens wechselte die Perspektive – vom Datenmodell zum Energiesystem. Was wäre, so seine Einstiegsfrage, wenn man sein Energiesystem nicht nur reaktiv verwalten, sondern die eigene Energiezukunft aktiv gestalten könnte? Das Umfeld dränge dazu: volatile Preise, strenger werdende Regulatorik, komplexer werdende Anlagen. Den digitalen Zwilling kenne man aus der Prozessindustrie – ihn auf Gebäudeebene als Energiesystem-Twin zu denken, sei grundsätzlich neu.

Wie groß die Lücke beim Energiemonitoring ist, illustrierte Vöger mit einer Anekdote: Auf einem Fachkongress mit rund 250 produzierenden Unternehmen habe er mindestens 90 Prozent mit einem Energiemonitoring erwartet – es sei kaum die Hälfte gewesen. „Wo geht meine Energie überhaupt hin?" – viele Betriebe flögen hier, ehrlich gesagt, „im Blindflug". Der Ausweg liege nicht in noch mehr isolierten Reports, sondern in einer einzigen, verlässlichen Datenbasis, auf der sich Szenarien simulieren lassen: raus aus dem Gas, dekarbonisieren, minimalinvasiv investieren. Das Ergebnis, so Vöger: geringere Energiekosten, mehr Agilität – und Vertrauen in die eigenen Entscheidungen.

Die versiegelte Stadt lesen: Flächenversiegelung per KI und Satellitenbild

DI Samira Chadli von SC CONCEPTS hob die Flughöhe – im Wortsinn. Ihr Impuls drehte sich um urbane Flächen und die Frage, wie man sie überhaupt erst sichtbar macht. Im Forschungsprojekt ReSpace liest Künstliche Intelligenz Satelliten- und Luftbilder aus und erhebt grundstücksscharf, ob eine Fläche versiegelt ist – Asphalt oder wasserdurchlässiger Belag, Verkehrsfläche oder Potenzialraum. In Linz wurden auf diese Weise 4.334 Grundstücke ausgewertet; einzelne davon bergen knapp 1.000 m² ungenutztes Potenzial.

„KI hilft, diese Satellitenbilder zu lesen", sagte Chadli – betonte aber die Grenzen: „Das ist KI-Training, nicht KI-Fertigstellung." Der Mensch korrigiere in Schleifen mit. Aus den Ergebnissen ließen sich konkrete Handlungsräume ableiten: Entsiegelung und Grünraum, Nachverdichtung, Baulogistik. Für Chadli ist das mehr als ein Werkzeug – es ist die Grundlage, Stadt- und Quartiersentwicklung evidenzbasiert zu denken, gerade mit Blick auf Hitze und Klima.

Erst die Frage, dann die Daten

Im Podium drehte Moderatorin Barbara Ohnewas die Ausgangsfrage ins Konkrete: Welche Daten hätte man am liebsten, wenn man frei wählen dürfte? Ausgerechnet Chadli wollte nicht bei den Daten beginnen. Zuerst müsse man verstehen, welche Transformation einen Standort gerade erfasse und welche Chancen daraus entstünden – erst aus diesem Verstehen ergebe sich, welche Daten man wirklich brauche. Banozic ergänzte den zweiten Blickwinkel: Neben dem Grundstück zähle der Prozess der Zusammenarbeit – welcher Indikator relevant ist und welche Personen die Information überhaupt erreichen muss.

Und verändert KI die Fragen, die man stellt? Ja, aber mit Vorbehalt. KI sei nur so gut wie das, was man ihr zuführe, warnte Vöger und blieb im Bild der laufenden Fußball-WM: KI gebe das Spielfeld vor, „der Trainer sind immer noch wir". Banozic warnte vor dem Hammer-Nagel-Reflex – nicht jedes Problem sei ein KI-Problem, und Rechenzentren seien ressourcenintensiv. Chadli wiederum trennte sauber zwischen zwei Schubladen: KI als technisches Werkzeug und KI als gesellschaftliche Kraft, die verändert, wie wir wohnen, arbeiten und uns bewegen – und damit, was wir künftig überhaupt bauen.

Das Korsett wird enger: Energieeffizienzgesetz und Energieaudit-Pflicht

Vom Möglichkeitsraum ging es zur Pflicht. Vöger skizzierte die Novellierung des Energieeffizienzgesetzes: neue Schwellen für die Energieaudit-Pflicht, für manche Betriebe verpflichtende Energiemanagementsysteme – für Unternehmen, die sich damit bislang nie beschäftigt haben, eine erhebliche Umstellung. Parallel greife die EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED) sukzessive für Gemeinden, mit immer engeren Vorgaben bis 2030. „Das Korsett wird immer enger", so Vöger – wer sich nicht vorbereite, riskiere einen „Kodak-Moment".

Gerade öffentliche Eigentümer stelle das vor eine banale, aber reale Hürde: „Ich habe nur Zettel, ich habe nur Excel" – und keine Möglichkeit, den Energieverbrauch digital zu erfassen. Womit der Abend am Ende wieder dort landete, wo Banozic ihn eröffnet hatte: Das digitale Gold liegt bereit, die Werkzeuge reifen, die Regulatorik drängt. Ob daraus Wert wird, entscheidet sich an den Schnittstellen – oder eben gar nicht.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist ein Energiesystem-Twin?
Ein Energiesystem-Twin ist ein digitaler Zwilling des Energiesystems eines Gebäudes oder Betriebs. Er bildet Verbrauch, Erzeugung und Speicherung datenbasiert ab, macht Energieflüsse transparent und erlaubt es, Szenarien – etwa Dekarbonisierung oder Gasausstieg – zu simulieren, bevor investiert wird.

Ab wann besteht eine Energieaudit-Pflicht?
Die Schwellen ergeben sich aus dem jeweiligen nationalen Energieeffizienzgesetz (in Österreich EEffG, in Deutschland EnEfG) in Verbindung mit der EU-Energieeffizienzrichtlinie. Große Unternehmen sind ab bestimmten Energieverbrauchs- bzw. Größenschwellen zu wiederkehrenden Energieaudits nach EN 16247 verpflichtet; oberhalb höherer Verbrauchsschwellen kann ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 verpflichtend werden. Maßgeblich ist die aktuelle Fassung im jeweiligen Land.

Wie hilft KI bei der Erhebung versiegelter Flächen?
KI wertet Satelliten- und Luftbilder aus und klassifiziert grundstücksscharf, ob eine Fläche versiegelt ist. So lassen sich Entsiegelungs-, Grünraum- und Nachverdichtungspotenziale flächendeckend und vergleichbar erheben – als Grundlage für eine evidenzbasierte Stadtentwicklung.

Warum ist Datenqualität wichtiger als Datenmenge?
Weil Entscheidungen an den Schnittstellen zwischen Planen, Bauen und Betreiben getroffen werden. Fehlt dort die verlässliche, verknüpfte Information, nützt auch die größte Datenmenge nichts – die relevante Erkenntnis muss bei jener Person ankommen, die entscheidet.

Einen weitere Bericht findet ihr auch in meinem Kanal beim Bau und Immobilien Report

Transkript

0:10 Wien, Anfang Juli. Direkt am Wasser im Loft by the Lake im Wiener Prater, Let Digital findet statt zur dritten Bau Invest Lounge, zur Summer Edition, gemeinsam mit dem Austrian Institute of Technology und Siemens. Das Thema des Abends: Gebäudedaten als Wertanlage. Wie aus Daten Kapital wird und wie Auftraggeber, Errichter und Betreiber sie strategisch nutzen. Drei Impulse geben den Takt vor. Matej Banovic vom AIT zeigt, warum bessere Daten mehr zählen als mehr Daten. Roman Föger von Siemens stellt den Energiesystem Twin vor, den Weg von der Reaktion zur aktiven Steuerung. Und Samira Chadli von SC Concepts denkt urbane Flächen neu,

0:52 von der Satellitenaufnahme bis zum einzelnen Grundstück. Danach trifft sich das Podium zur entscheidenden Frage: Welche Daten brauchen wir wirklich und verändert künstliche Intelligenz die Fragen, die wir überhaupt stellen? Denke dich in die Rolle eines Projektentwicklers, einer Projektentwicklerin hinein. Welche Daten, wenn du freie Wunschwahl hast, hättest du gerne? Ja, ich würde ganz ehrlich sagen, nicht mit Daten beginnen. Ganz offen gesagt, auch wenn ich daher jetzt hier für die Datenerhebung stehe. Ich würde

Vollständiges Transkript anzeigen

1:33 einfach einmal mit der Fragestellung beginnen: Welcher Transformation begegnet jetzt mein Standort oder macht mein Standort gerade? Nicht gestern und nicht morgen, sondern heute. Und welche Chancen, Potenziale bringt diese Transformation für meinen Standort? Das würde ich zuerst einmal fragen. Warum? Weil ich möchte gerne verstehen, was ich gerade besitze. Wenn ich jetzt zum Beispiel dieses Grundstück oder dieses Areal hier besitzen würde, was nicht der Fall ist.

2:18 Schade. Möchte ich es einfach mal gerne erfassen, möchte ich es verstehen, weil von diesem Verstehen – und das hast du auch sehr gut gebracht – eben diese Fragen, die ihr auch in dem Prozess ganz am Anfang systematisch geht, einfach mal bringt mich zum Punkt: Was brauche ich dann für Daten? Weil sonst eben kommt das gleiche Thema. Wir stellen immer die gleichen Fragen und dann bekommen wir immer die gleichen Antworten. Da hat man sich schon damit beschäftigt. Ja. Ich würde eben kurz ergänzen, jetzt in dem Projektfokus vielleicht das Grundstück, das Areal, wo wir eher darauf schauen, jetzt ganz

2:59 konkret, ist der Prozess an sich. Wie kann ich jetzt nicht nur den Raum gestalten, sondern wie wir miteinander zusammenarbeiten. Und da ist oft die Frage, dass man gar nicht weiß, welcher KPI – hast du ja auch darüber gesprochen – welcher Key Performance Indicator da jetzt relevant ist. Und ich habe irgendwo unlängst jetzt auch gelesen, das KPI, Keep People Involved. Also welche der Leute müssen die Information bekommen? Und wir schauen da mehr systemisch: Wie arbeiten wir zusammen? Und dein Fokus eben auf das Grundstück finde ich gut, diese zwei Blickwinkel miteinander zu verschneiden. Das macht die richtigen Leute einmal beisammen haben, weil das ist auch nicht immer

3:38 das Einfachste, die Frage: Wo befinde ich mich jetzt? Gilt es, glaube ich, aus meiner Sicht zu klären und wo möchte ich denn auch in Zukunft hin? Ich bin jetzt kein Immobilienmensch, kenne mich in Immobiliensprech jetzt überhaupt nicht aus. Gebäudedaten, und da bin ich wieder bei den Daten, das ist unser digitales Gold, das in Zukunft natürlich jetzt immer wertvoller wird. Und wir sehen schon in den Gesprächen, dass sich die Leute oder gerade Eigentümer, Besitzer von Unternehmen, sehr stark damit beschäftigen, wie sie das Unternehmen dann künftig ausrichten möchten. Natürlich steigt auf der einen Seite der regulatorische Druck.

4:18 Das wird immer näher alles. Das Korsett wird immer enger. So wie es früher war, wird es bald nicht mehr sein und da muss man sich vorbereiten darauf, weil sonst erlebt man einen Kodak-Moment. Genau. Regulatorik ist auch etwas, wo ich nachher noch ein bisschen nachfragen werde, aber ich bleibe jetzt noch mal dabei. Was mich jetzt interessieren würde: Man muss sich die richtigen Fragen stellen zum eigenen Standort, zur Entwicklung, zum eigenen Gebäude. Verändert KI die Fragen? Ja. Ich glaube, ich habe dreimal „Ja“ gesagt. Ja, absolut. Das reicht. Sieht man, glaube ich, ganz stark.

4:58 Ich stelle mir auch oft die Frage, wie wir vor... Wann haben wir KI eingeführt, Christopher? Ich habe einen Kollegen mitgebracht vor einem Jahr. Wie haben wir früher ohne KI überlebt? Und es hat wirklich wunderbar funktioniert. Und ich denke, wir sind sicher an einem Scheideweg, wo nachfolgende Generationen, vielleicht entwickelt sich KI dann auch hin, aber ich denke, dass man nie vergessen darf, dass es nichts Neues bringt. KI ist immer nur Stand der Technik jetzt. Nur das, was hineingefüttert wird. Und dieses kritische Hinterfragen und nicht das eins zu eins Annehmen, glaube ich, ist gerade am Puls der Zeit extrem wichtig.

5:36 Ich glaube auch, dass man mit KI einfach sich traut oder erlernt, einfach wild darauf loszufragen. Aber vielleicht müssen wir wild darauf loswünschen, was für Daten wir haben wollen und wie wir es weiterverarbeiten. Wobei KI-kritische Stimme kann ich auch da drüben aufrufen, oder? Daten sind nicht immer KI, klar. Genau, vielleicht kurz die Anmerkung: Ich glaube, KI hilft uns. Vor allem durch die Chatbots sind wir jetzt gewohnt, auch bewusst Fragen zu stellen und vielleicht anders zu stellen, weil kein Mensch dahinter ist, sondern ein maschinelles System und ich glaube, da lernt Also können wir auch beobachten in der Zusammenarbeit und Projekten,

6:16 wie auch der Dialog ganz anders geführt wird und intensiver. Also ich glaube, da gibt es auch sehr viel, was wir in der Interaktion mit KI lernen können und in zwischenmenschlichen Interaktionen mitnehmen können. Was wir einerseits anders erleben, ist auch dieser KI-Hype, -Trend, wo man, wenn man sich vorstellt, okay, KI ist ein Werkzeug oder KI-Tools und -Modelle, das wäre so ähnlich: Ich habe einen Hammer und das ist mein Werkzeug und dadurch ist jedes Problem ein Nagel. Und das erleben wir gerade, man will überall jetzt KI fast krampfhaft reinbringen, wo es vielleicht auch andere Tools gibt.

6:48 Es gibt sicher auch andere Methoden und Modelle als nur KI und vielleicht kommt man da schneller und ressourceneffizienter zu einer Lösung, weil Datencenter sind auch sehr ressourcenintensiv, energieintensiv. Also geht sicher, das auch kritisch zu hinterfragen. Absolut. Gebe dir völlig recht, Matteo und es ist bei uns immer noch der Mensch im Hintergrund, quasi die letzte Instanz. KI gibt viel Input, gibt viel Guidance, wo kann die Richtung sein? Gibt mir ungefähr ein Spielfeld, um im Fußballjargon vielleicht zu bleiben, vor, aber der Trainer sind immer noch wir zum Schluss. Ich habe heute in der Früh in der Zeitung gelesen und das trifft vielleicht dein

7:28 Thema ganz besonders. Eine Stadt bei mir in der Nähe, Laa an der Thaya, hat einen komplett verbauten Stadtplatz. Vorm Rathaus komplett Asphaltwüste und die haben jetzt anscheinend ein Tool zur Verfügung gestellt. Da ist dieses Grundstück vor dem Platz schon definiert. Vielleicht kommt es von dir, ich weiß es nicht. Und die Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, dort Ideen einzubringen. Und vielleicht ist KI genau, weil es auch vielleicht ein bisschen, wie soll ich sagen, scherzhaft oft betrieben wird zur Generierung, Generation von Fotos oder Visualisierungen. Und da wird das eben stark promotet,

8:01 diesen Vorplatz neu zu denken mit verschiedenen Prompts. Also man ist schon in einer Masche, nur diesen Vorplatz, also keine Comicfiguren oder sonst irgendetwas, aber diesen Vorplatz neu zu denken. Ich weiß nicht, wie sehr KI dir da in diesen Themen hilft. Also ich habe KI eigentlich in zwei Schubladen bei mir. Auf der einen Seite einmal KI jetzt die Tools und das muss ich schon ganz offen auch sagen und berichten, wie uns jetzt KI hilft, diese Satellitenbilder zu lesen. Es ist nicht so einfach, auf Grundstücksebene wirklich zu erheben: Ist diese Fläche versiegelt im Sinne, dass eben kein Wasser da versickert und

8:43 so weiter? Ist es ein Asphalt? Ist es ein anderer Bodenbelag? Die Verkehrsflächen, die sehr dünn über ein Grundstück... Und da sind wir eben durch dieses Training einfach wahnsinnig schnell. Also das ist ein Meilen sprung, das muss man definitiv sagen. Jedoch, wir korrigieren menschlich. Also wir haben schon Loops. Also es ist eben KI-Training und nicht KI-Fertigstellung. Und die andere Schublade, warum ich vorhin eben ja gesagt zu KI. Also als jemand, der aus der Projektentwicklung und jetzt auch in der Projektentwicklung

9:25 Stadterweiterung da auch tätig ist, betrachte ich jetzt nicht die Tools. Und das ist eben meine zweite Schublade. Ich schaue eher: Was macht eigentlich KI mit uns Menschen und wie übersetze ich das eben auf Gebäude, auf Nutzungen? Wir haben vorhin gesprochen über Bildungsstädte, zwar wegen der Hitze, aber auch da trifft ja das Thema KI in der Bildung, in der Arbeit, in der Mobilität, werden wir echt eine

10:05 große Meile da auch durchgehen. Und wie können wir das heute schon mitdenken in der Immobilienentwicklung, in der Stadtentwicklung? Und deshalb differenziere ich auch sehr stark und sage es auch immer sehr klar am Anfang, wenn ich über KI in der Immobilienbranche rede, spreche ich nicht jetzt über Cloud und ich weiß nicht was, sondern ja. Wie verändert es unser Leben? Genau, weil das ist meine Schwerpunkt eben: Wie verändert das uns? Auf die Infrastruktur, in die wir uns hineingeben.

10:46 Richtig. Ja. Und dann kann man das echt runterbrechen bis hin zu Energieversorgung, bis hin zu den Themen, die du auch gezeigt hast vom BIM und weiter gedacht. Es ist schon eine spannende Zeit. Absolut. Ihr könnt übrigens jederzeit widersprechen oder diskutieren. Weil ich ja vom AIT komme und Technologie in unserem Namen ist. Wir beschäftigen uns natürlich auch: Was macht die Technologie mit dem Menschen? Also es gibt die Abteilung Technology Experience, also Erfahrung hin von Benutzeroberflächen, aber wie rolle ich eben solche

11:27 Systeme aus? Und eben auch unsere Innovation and Policy Abteilung, die dann auch schaut: Okay, wie kann ich daraus Handlungsempfehlungen ableiten für Entscheidungsträger und Politik? Und ich glaube, das sprichst du einen wesentlichen Punkt an, jetzt selber aus, sage ich mal, aus einer Baufirma kommend vor dem AIT: Wie rolle ich solche Systeme aus? Wie bringe ich dazu Akzeptanz, zum Beispiel BIM auf der Baustelle und solche Themen. Also ich glaube, natürlich, der Technologiefokus ist wichtig, neue Tools entwickeln, aber wie gestalte ich die Erfahrung? Wie bringe ich diese Tools in eine breite Anwendung

12:02 und in einen Mehrwert? Der Mehrwert ist nämlich: Wie kann ich die verschiedenen Assets, die ich jetzt schon installiert habe, dazu bringen – sei es eine Photovoltaikanlage, ein Batteriespeicher oder vielleicht thermische Speicherung – dass die Systeme miteinander sprechen, damit ich weiß: Okay, mein Produktionsbetrieb braucht diese Energie morgen, übermorgen und die Tage danach. Ich habe eine Photovoltaikanlage. Ich weiß am nächsten Tag: Wie groß ist denn mein Ertrag, mein möglicher Ertrag? Wie groß ist das Delta zu der Energie, die ich brauche? Wie könnte ich klug zwischenspeichern? Das Thema dynamische Netzentgelte ist in Deutschland ein absolutes Thema, wird

12:38 bei uns in Österreich kommen. Wir sehen das jetzt schon, dass Strompreise an, nicht vielleicht heute, aber die Tage davor, durchaus ins Negative fallen können und da durchaus Erlöse zu erzielen ist. Das darf man nicht von der Hand weisen. Also wenn man das intelligent zusammenschaltet – kleiner Werbungs-Disclaimer an uns: Wir können das, wir machen das – dann ist das natürlich ein Win-win im tatsächlichen Sinne für Erlöse für Sie, die die Assets betreiben. Apropos was kommt und was ist schon: Kannst du vielleicht auseinandersetzen, was die Novellierung vom Energieeffizienzgesetz für unser Publikum

13:20 an Relevanz hat? Da wird es zwei Themen geben. Grundsätzlich die Anpassung im Energieeffizienzgesetz. Es gibt eine neue Clusterung, ab wann man energieauditpflichtig ist. Betrifft das den einen oder anderen? Oder Energieeffizienz in Gebäuden, in Gigawattstunden, ab ungefähr drei Gigawattstunden bis rauf zu knapp über 20 Gigawattstunden Verbrauch. Egal ob das jetzt Heizenergie ist oder elektrische Energie, alles, was dort in den Endenergieverbrauch hineinzählt, fällt man in eine neue Klassifizierung hinein. Wir arbeiten gerade an einer Aussendung, die

14:01 dazu animieren soll, sich selbst anzusehen: Falle ich in eine Energieaudit-Pflicht, die alle vier Jahre stattfindet, hinein oder sogar aufgrund meines Energieverbrauchs in die verpflichtende Einführung eines Energiemanagementsystems, die sehr viele Unternehmen vor extreme Herausforderungen stellen, weil sie sich bis dato nie damit beschäftigt haben. Energie war günstig in den vergangenen 10, 15, 20 Jahren, war immer verfügbar. Man hat nicht geschaut, woher das Gas kommt. Jetzt ist man natürlich gebrandmarkt durch geopolitische Situationen und jeder möchte so schnell wie möglich irgendwo erneuerbar und mit einem schmalen

14:38 CO2-Fußabdruck produzieren und wirtschaften. Und auf der anderen Seite jetzt auf die Öffentlichen. Ich weiß nicht, ob irgendwie Vertreter für öffentliche Gebäude auch da sind. Die Energieeffizienzrichtlinie 3, die wird sukzessive schlagend für Gemeinden ab 5.000 Einwohnern, ab 10.000, 15. Da gibt es dann immer engere Marschierungen, sage ich jetzt einmal, immer enger werdendes Korsett bis 2030. Da auch, ich sage mal, wie wollen wir es nennen, die schwarzen Schafe, die schlechtesten 30 % relativ rasch zu sanieren, zu modernisieren, digital zu erfassen.

15:18 Alles, was über 250 Quadratmeter ist, ich glaube, das wissen Sie eh alle, zum Inventarisieren, zu schauen, was habe ich denn im Gebäudebestand grundsätzlich. Das stellt auch viele Gemeinden, viele Städte vor immense Herausforderungen. Warum? Ich habe nur Zettel zur Verfügung. Ich habe nur Excel zur Verfügung und habe keine Möglichkeit, Energiemonitoring digital zu schaffen.

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