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ESG: Ein entscheidender Faktor bei der Immobilienbewertung?

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Die Immobilienbewertung ist ein entscheidender Faktor beim Immobilienkauf und -verkauf. Dabei gewinnen ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) zunehmend an Bedeutung. Dieser Artikel beleuchtet, wie sich ESG auf die Bewertung von Immobilien auswirkt und welche langfristigen Vorteile ein ESG-konformes Portfolio bietet.

Im Folgenden werden die Rolle der EU-Taxonomie bei der Immobilienbewertung sowie die Reaktionen und Anpassungen des Marktes näher betrachtet. Außerdem geht der Artikel auf die Ermittlung des Verkehrswerts und Richtwerts von Immobilien ein und erläutert die Bedeutung von Wertgutachten. Abschließend gibt er einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der ESG-orientierten Immobilienbewertung.

ESG-Kriterien in der Immobilienbewertung

ESG-Kriterien gewinnen bei der Bewertung von Immobilien zunehmend an Bedeutung. Dabei spielen Faktoren wie Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung eine entscheidende Rolle. In einem Gespräch zwischen Isabella Reinberg von Reinberg und Partner und Peter Fischer von Apleona Immobilien werden die Auswirkungen von ESG auf die Immobilienbewertung näher beleuchtet.

Worum geht es bei ESG?

ESG steht für Environmental, Social und Governance und umfasst Kriterien, die von Ratingagenturen, Banken und Investoren herangezogen werden, um Immobilien zu klassifizieren und zu bewerten. Dabei geht es darum, ein Niveau zu schaffen, um Objekte vergleichbar zu machen. Die EU-Taxonomie versucht ebenfalls, nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten zu klassifizieren und sich mit sechs Umweltzielen zu beschäftigen.

Wie ESG-Kriterien den Wert von Immobilien beeinflussen

Die Erfüllung von ESG-Kriterien hat direkte Auswirkungen auf den Verkehrswert einer Immobilie. Objekte, die diese Kriterien nicht erfüllen und die Umweltziele nicht unterstützen, haben ein höheres Vermietungs-, Leerstands- und Modernisierungsrisiko. Dies führt zu einer geringeren Nachfrage und einem niedrigeren Wert. Gutachten zeigen bereits Abschläge zwischen 5 und 15 Prozent basierend auf der Energieeffizienzklasse.

Beispiele aus der Praxis

In der Praxis zeigt sich, dass Immobilienbestandshalter, die sich effektiv mit ESG-Themen auseinandersetzen, eine bessere finanzielle Performance aufweisen. Studien belegen Abweichungen von bis zu 30 Prozent beim Aktienindex und bis zu 10 Prozent beim EBITDA im Vergleich zu Unternehmen, die nichts in Richtung ESG unternehmen. Der Einfluss von ESG auf die Immobilienbewertung ist somit bereits deutlich spürbar und wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.

Die Rolle der EU-Taxonomie

Die EU-Taxonomie spielt eine zunehmend wichtige Rolle bei der Bewertung von Immobilien nach ESG-Kriterien. Sie dient als einheitlicher Klassifizierungsrahmen für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten und unterstützt Investoren, Unternehmen und Regierungen bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen.

Verständnis der EU-Taxonomie

Die EU-Taxonomie definiert sechs Umweltziele:

  • Klimaschutz
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen
  • Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft
  • Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung
  • Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme

Wirtschaftstätigkeiten, die einen wesentlichen Beitrag zu mindestens einem dieser Ziele leisten und gleichzeitig keines der anderen Ziele erheblich beeinträchtigen, gelten als taxonomiekonform.

Auswirkungen der EU-Taxonomie auf Immobilienwerte

Die Einstufung von Immobilien nach den Kriterien der EU-Taxonomie hat direkte Auswirkungen auf deren Bewertung. Objekte, die als nachhaltig eingestuft werden, profitieren von einer höheren Nachfrage und einem geringeren Risiko. Dies führt zu stabileren Cashflows, niedrigeren Finanzierungskosten und letztlich zu einem höheren Verkehrswert.

Im Gegenzug müssen nicht-konforme Immobilien mit Abschlägen bei der Bewertung rechnen. Gutachten zeigen bereits heute Wertunterschiede von bis zu 15 Prozent basierend auf der Energieeffizienzklasse.

Vergleich zwischen ESG-Kriterien und EU-Taxonomie


Während ESG-Kriterien ein breites Spektrum an Nachhaltigkeitsaspekten abdecken, konzentriert sich die EU-Taxonomie auf Umweltaspekte. Beide Ansätze tragen jedoch dazu bei, die Immobilienbewertung um wichtige Zukunftsfaktoren zu ergänzen und den Weg für eine nachhaltigere Immobilienwirtschaft zu ebnen.

Langfristige Vorteile eines ESG-konformen Portfolios

Ein ESG-konformes Immobilienportfolio bietet langfristige Vorteile, die weit über kurzfristige finanzielle Gewinne hinausgehen. Durch die Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien können Immobilienunternehmen nicht nur ihre Vermögenswerte steigern, sondern auch Risiken minimieren und attraktive Renditen erzielen.

Steigerung des Vermögenswerts durch Nachhaltigkeit

Immobilien, die ESG-Kriterien erfüllen, profitieren von einer höheren Nachfrage und einem geringeren Leerstandsrisiko. Dies führt zu stabileren Cashflows und einer Wertsteigerung der Objekte. Studien belegen, dass nachhaltige Immobilien einen Wertaufschlag von bis zu 10 Prozent gegenüber konventionellen Objekten erzielen können.

Darüber hinaus ermöglichen ESG-konforme Immobilien oft niedrigere Betriebskosten durch energieeffiziente Technologien und optimierte Prozesse. Diese Einsparungen können an die Mieter weitergegeben werden, was die Attraktivität der Objekte zusätzlich erhöht.

Risikominimierung und attraktive Renditen

Ein ESG-konformes Portfolio ist weniger anfällig für regulatorische Risiken und Marktveränderungen. Durch die proaktive Ausrichtung an Nachhaltigkeitskriterien sind die Immobilien zukunftsfähig und entsprechen den wachsenden Anforderungen von Mietern, Investoren und Gesetzgebern.

Zudem zeigen Unternehmen, die sich ernsthaft mit ESG-Themen auseinandersetzen, eine bessere finanzielle Performance. Studien belegen Unterschiede von bis zu 30 Prozent beim Aktienindex und bis zu 10 Prozent beim EBITDA im Vergleich zu Unternehmen, die keine Maßnahmen in Richtung ESG ergreifen.

Fallbeispiele erfolgreicher ESG-Implementierungen

Zahlreiche Immobilienunternehmen haben bereits erfolgreich ESG-Kriterien in ihre Portfolios integriert und damit beeindruckende Ergebnisse erzielt:

  1. Alstria Office REIT-AG: Durch konsequentes Energiemanagement und die Einbindung der Mieter konnte der CO2-Ausstoß um 69 Prozent gesenkt werden. Der Vermögenswert des Portfolios stieg um 8 Prozent.
  2. Vonovia SE: Mit einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie und der Sanierung von über 60 Prozent des Bestands erreichte Vonovia eine Reduktion der CO2-Emissionen um 35 Prozent und eine Steigerung der Kundenzufriedenheit um 20 Prozent.
  3. Landsec Group plc: Durch die Integration von ESG-Kriterien in alle Geschäftsbereiche erzielte Landsec eine Verbesserung der Energieeffizienz um 40 Prozent und eine Erhöhung des GRESB-Scores auf 85 Punkte.

Diese Beispiele zeigen, dass die konsequente Umsetzung von ESG-Kriterien nicht nur ökologisch und sozial vorteilhaft ist, sondern auch ökonomisch sinnvoll. Immobilienunternehmen, die frühzeitig auf Nachhaltigkeit setzen, sichern sich einen klaren Wettbewerbsvorteil und sind für die Herausforderungen der Zukunft bestens gerüstet.

Marketplace-Reaktionen und -Anpassungen

Der Immobilienmarkt reagiert zunehmend auf die wachsende Bedeutung von ESG-Kriterien bei der Bewertung von Immobilien. Sowohl Investoren als auch Mieter legen immer mehr Wert auf nachhaltige und zukunftsfähige Objekte. Dies führt zu einer steigenden Nachfrage nach ESG-konformen Immobilien und erfordert Anpassungen seitens der Eigentümer und Entwickler.

Marktnachfrage nach ESG-konformen Immobilien

Die Nachfrage nach Immobilien, die ESG-Kriterien erfüllen, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Unternehmen, die sich ernsthaft mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen, verzeichnen eine bessere finanzielle Performance. Studien belegen Unterschiede von bis zu 30 Prozent beim Aktienindex und bis zu 10 Prozent beim EBITDA im Vergleich zu Unternehmen, die keine Maßnahmen in Richtung ESG ergreifen.

Objekte, die ESG-Kriterien nicht erfüllen, haben ein höheres Vermietungs-, Leerstands- und Modernisierungsrisiko. Dies führt zu einer geringeren Nachfrage und einem niedrigeren Verkehrswert. Gutachten zeigen bereits Abschläge zwischen 5 und 15 Prozent basierend auf der Energieeffizienzklasse.

Investoren- und Käuferprioritäten

Investoren und Käufer legen zunehmend Wert auf ESG-konforme Immobilien. Sie erkennen die langfristigen Vorteile nachhaltiger Objekte, wie stabile Cashflows, geringere Risiken und höhere Renditen. Immobilien, die ESG-Kriterien erfüllen, profitieren von einer höheren Nachfrage und einem geringeren Leerstandsrisiko.

Auch Anchor-Tenants, also wichtige Mieter, die einen signifikanten Teil der Fläche belegen, achten verstärkt auf Nachhaltigkeit. Eigentümer und Entwickler können durch ESG-konforme Immobilien attraktive Mieter gewinnen und langfristig binden.

Der Weg zur ESG-Konformität: Herausforderungen und Lösungen

Die Umsetzung von ESG-Kriterien in der Immobilienwirtschaft ist mit Herausforderungen verbunden. Eigentümer und Entwickler müssen zunächst eine Grundsatzentscheidung treffen, ob sie den Weg zur Nachhaltigkeit gehen wollen. Dies erfordert die Unterstützung aller Stakeholder, einschließlich Investoren, Banken und Versicherungen.

Die Anpassung bestehender Immobilien an ESG-Standards kann mit hohen Kosten verbunden sein. Eigentümer müssen abwägen, ob sie in ihre Prime-Assets investieren oder weniger attraktive Objekte mit einem Abschlag verkaufen.

Der Weg zur ESG-Konformität erfordert eine klare Strategie:

  1. Daten sammeln und Benchmarks setzen
  2. Innovative Lösungen finden, die über Standard-Maßnahmen wie Photovoltaik und Fenstertausch hinausgehen
  3. Multifunktionalität, technische Anpassungsfähigkeit und Klimaresilienz in den Fokus rücken

Durch die konsequente Umsetzung einer ESG-Strategie können Immobilienunternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und sich für die Herausforderungen der Zukunft rüsten. Der Markt belohnt nachhaltiges Handeln mit höheren Bewertungen, besseren Finanzierungskonditionen und langfristig stabilen Erträgen.

Fazit und Zukunftsperspektiven

Die ESG-Kriterien gewinnen bei der Immobilienbewertung zunehmend an Bedeutung und beeinflussen den Verkehrswert von Objekten. Ein ESG-konformes Portfolio bietet langfristige Vorteile wie Wertsteigerungen, Risikominimierung und attraktive Renditen. Der Markt reagiert auf diese Entwicklung mit einer steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Immobilien und erfordert Anpassungen seitens der Eigentümer und Entwickler.

Die konsequente Umsetzung einer ESG-Strategie stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von Immobilienunternehmen und rüstet sie für die Herausforderungen der Zukunft. Nachhaltiges Handeln wird vom Markt mit höheren Bewertungen, besseren Finanzierungskonditionen und langfristig stabilen Erträgen belohnt.

Dieser Inhalt enthält KI-generierte Elemente.

Transkript

0:00 Vielleicht, bevor wir zum Thema ESG oder anderen Begriffen kommen, als Einleitungsfrage Gutachten. Welche Art von Gutachten macht es hier so für Liegenschaftseigentümer und was sind? Was ist der Anlassfall, warum ihr mit einem Gutachten benötigt, in der Regel? Grundsätzlich kann man sagen, Gutachten teilen sich auf in Privatgutachten und Gerichtgutachten. Ein Gutachten sollte einer gewissen Struktur entsprechen, die in der aktuellen Ö-Norm auch schön vorgegeben wird. Die Hauptbestandteile eines Gutachtens ist der Befund und das Gutachten. Ein Befund ist das, was man vor Ort findet.

0:41 Das Gutachten ist dann die Bewertung oder die Beurteilung wesentlich dabei. Und jetzt komme ich auf deine Frage zurück, ist der Bewertungsstichtag und der Bewertungszweck. Bewertungszweck ist natürlich ganz unterschiedlich. Der Bewertungszweck kann sein zur Vermögenswertfeststellung, zum Zuge privater Angelegenheiten, für den Ankauf oder Verkauf, in letzter Zeit sehr häufig für Finanzierungszwecke, für die Banken. Leider Gottes auch sehr viele Insolvenzen, die wir in den letzten Monaten begleiten dürfen und dann halt natürlich auch für die Finanz, für die Abgabenbehörde, wo dann die Wertbegriffe Teilwert,

Vollständiges Transkript anzeigen

1:20 Gemeinwert oder fiktive Anschaffungskosten zugrunde zu legen sind. Üblicherweise jedoch kann man sagen, dass wir uns hauptsächlich mit der Verkehrswertermittlung beschäftigen oder dass das der Auftrag ist. Der Verkehrswert ist, wie im Heiligenschaftsbewertungsgesetz definiert, wird der Preis bei einer Veräußerung einer Sache üblicherweise im redlichen Geschäftsverkehr für sie erzielt wird. Da kommen wir jetzt dazu, inwieweit jetzt die Zukunftsfitteit einen Einfluss auf diesen Wert haben kann. Jetzt ist in der Vordiskussionsrunde ein zweites Stichwort gefallen. Wir reden immer von ESG-konform, aber es gibt ja noch die EU-Daxonomie,

1:57 die vorher zitiert wurde. Was ist jetzt das wirklich Relevante dann auch für den Fall der Bewertung oder Zertifizierung oder gibt es da einen Unterschied? Vielleicht kannst du das ein bisschen vertiefen. Die EU-Daxonomie oder wie wir vorher gehört haben Sustainability, Nachhaltigkeit, ESG, Environmental Social Governance oder Ökologie, das wird momentan, in einen Topf geworfen und der Deckel Green draufgesetzt. Die EU-Daxonomie, und ich habe mich die letzten Wochen und Monate damit sehr intensiv beschäftigt, ist dennoch etwas, ein bisschen eine Unsicherheit beim Markt und auch eine

2:38 Unklarheit gegeben, auch bei mir noch ein bisschen, aber die EU-Daxonomie ist kurz zusammengefasst ein Klassifizierungssystem, das nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten, für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten, die sich mit den sechs Umweltzielen beschäftigt. Die sechs Umweltziele, die wir kennen, Klimaschutzanpassungen, den Klimawandel, Wasserressourcen schonen und Kreislaufwirtschaft und noch zwei andere sind vorgegeben und unter anderem ist dort das Gewerbe, Baugewerbe und Immobilien untergebracht und genannt und dass dieser Bereich oder dieser Sektor wird in Bereiche wie Neubau,

3:22 Sanierung vom Bestand und den Erwerb von Liegenschaften genannt und da vor kurzem auch Ende des Jahres 2023 kam dazu Abbruch und noch Detailbereiche. Was hat das jetzt für eine Auswirkung auf den Verkehrswert? Natürlich muss es Auswirkungen haben. Wenn ich jetzt ein Objekt habe, die Kriterien, die von Zertifizierungsstellen festgelegt werden oder wo die Zertifizierungsstellen eben mit Medaillenfarben Objekte verleihen. Wenn ich ein Objekt habe, das diese Kriterien nicht erfüllt und die Umweltziele eben

4:04 nicht tatkräftig unterstützt, dann muss es eine Auswirkungen haben. Warum allein deswegen schon, weil sich der Marktteilnehmerkreis verringert, weil sich die Nachfrage verringert, weil wie wir auch schon gehört haben von Vergammel hinsichtlich Marktnachfrage und Anmietung und Vermietung ist natürlich hier die Nachfrage eine geringere. Jetzt kann es trotz diesem Abschlägen oder wie auch immer, da Peter Fischer wird dann auch noch darauf eingehen, kann es Kunden für sowas geben, also auch für Immobilien, die vielleicht nicht zukunftsfit sind. Und daher die Frage, hat das auch eine Zukunft? Wird es auch in Zukunft noch Liegenschaften geben,

4:43 die vielleicht diesen Kriterien nicht oder nicht ganz entsprechen und trotzdem einen Markt finden oder eine Käuferschicht finden, die diese Immobilien dann weiter bewirtschaftet? Ja, natürlich. Gibt es auch einen Markt dafür? Es ist einfach eine Frage des Preises. Ich bringe jetzt das Wirtschaftsgesetz, das wir alle kennen, wie vorher schon angesprochen, ich habe bei Liegenschaften, die die Kriterien nicht erfüllen, ein höheres Vermietungsrisiko, ein höheres Leerstandsrisiko, ein höheres Modernisierungsrisiko. Höheres Risiko bedeutet höherer Rendite, höherer Rendite bedeutet geringerer Wert.

5:25 Also es muss die Auswirkung einfach auf den Preis haben. Dann auch im Gutachten, nicht? Natürlich, wir machen ja nur das, was der Markt macht. Gut, gleiches mit gleichen Vergleichen habe ich gelernt, nicht? Richtig, und das ist auch eine Frage zurückzukommen, was macht der Sachverständige, wie geht der Sachverständige damit um? Nach Möglichkeit sollte ein vergleichbares Objekt finden, gleiches mit gleichen Vergleichen, ein Objekt, das ähnliche Parameter vorweist und in räumlicher zeitlicher Nähe ist. Dann sind nämlich die fehlenden Kriterien bzw. die schon erfüllten Maßnahmen im Vergleichswert implizit

6:05 enthalten und müssen nicht noch explizit ausgewiesen werden. Das Stichwort Vergleichen, Gutachten, Abschläge ist gefallen. Ich darf jetzt den Geschäftsführer von Applioner Real Estate Austria auf die Bühne bitten, Peter Fischer. Ja, knüpfen wir hier gleich an am besten. Jetzt gibt es Kriterien, die nicht erfüllt werden. Wie kann ich das in einem Gutachten darstellen? Gibt es da schon Richtwerte für mögliche Abschläge? Früher hat es ja so Dinge wie eine Marktberichtigung gegeben. Wie geht es jetzt mit dem Thema um? Ich gehe mal einen Schritt zurück.

6:46 Dieses Wort Kriterien und Taxonomie, das glauben wir jetzt einmal ganz kurz auseinander. Die ESG-Kriterien werden an und für sich von Ratingagenturen, Banken und Investoren herangezogen um ihre eigenen Kriterien, der Klassifizierung, der Taxonomie zu erfüllen. Wer es nicht verstanden hat, noch mal langsam. Die Bewerterseite, also die Bewertungsseite ist das eigene Rating, das andere ist die EU-Taxonomie. Die Taxonomie versucht aber im Gegenzug nur, uns ein Niveau zu geben, nur ist auch relativ, uns ein Niveau zu geben, um unsere Objekte vergleichbar zu machen. ESG und Peter Fischer ist eine himmelalte Geschichte.

7:26 Wir haben vor sieben Jahren mit der Susanne Eichmann-Rippe bei BWC damals in Deutschland mit diesem Ding begonnen und ich bin fast sieben Jahre durch die, nein es sind zehn Jahre jetzt, durch die Gegend gegondelt und habe ESG gepredigt wie ein Irrer. Und da haben wir vor vier Jahren bereits begonnen mit RACS zusammen und ich glaube auch mit der DECOBA, das weiß ich nicht mehr, Sachverständigenrunden zu berufen und uns mit den Gedanken darüber zu machen, weil es klar war, es hat Auswirkungen auf die Bewertung. Die ersten drei Runden mit den Kollegen und da waren wirklich honorige Persönlichkeiten dabei,

8:01 war große Staunen und Ratlosigkeit. Gut, dann haben wir Papier dazu veröffentlicht, da ist Training gestanden. Wir wissen, es kommt was, wir können auch nicht sagen was. Jetzt habe ich dann von der Sonnenseite der Beratung und Bewertung bei einem kleinen Wirtschaftsprüfer hingewechselt ins operative Tagesgeschäft und sehe dort regelmäßig die Auswirkungen von ESG im Tagesgeschäft. Nämlich nicht mehr aus dieser hohen Flugperspektive, sondern ganz unten, also dort wo Immobilien wirklich passieren. Wir sehen tatsächlich in den laufenden Gutachten Abschläge basierend auf Annahmen aus, Entschuldigung,

8:36 also Ableitung aus dem Markt zwischen 5 und 15 Prozent, was die Energieeffizienz Klassen betrifft. Das heißt, der Wert sinkt jetzt nicht nur nominal, sondern auch effektiv, wenn ich das Thema ESG nicht angreife. Auf der einen Seite ist das jetzt nur das Gutachten, auf der anderen Seite ist es auch ein Ratingthema, es ist ein Finanzierungsthema, es ist ein Investmentthema. Morgan Stanley hat einmal die wahnsinnige Arbeit gemacht, über 5 Jahre zu beobachten, die Auswirkungen auf den Aktienindex eines Unternehmens, ob sie ein bisschen ESG machen, ob sie es ein bisschen genauer machen oder ob sie es

9:13 ernst nehmen. Da gibt es eine Abweichungstapelle von bis zu 30 Prozent sich beim Aktienmarkt. In den Ratingagenturen, was uns die Kollegen von McKinsey zerlegt haben, im kleinsten Detail, sieht man in der finanziellen Performance der Immobilienbestandshalter, die sich effektiv, effizient und ohne Green Mit den ESG-Themen bewerten in der Finanzierungszeite im Ertrag und im EBITDA eine unterschiedliche Abweichung bis zu 10 Prozent von den Kollegen über 5 Jahre gesehen, die nichts tun. Das heißt, nur mit der Bewertung selber wird es schlagend in der Bilanz, hat noch nichts mit den Non-Financial Statements zu tun,

9:54 aber auch im Rating, das vom Markt kommt, wo Geld verliehen, ausgeborgt und zurückgegeben wird, wo gekauft und verkauft wird, sieht man es in den offiziellen Indizes. Also der Einfluss ist dramatisch. Einen Satz noch, ich habe euch vor zehn Jahren gesagt, ESG ist der Webstuhl des 21. Jahrhunderts. Das ist eine industrielle Revolution. Und ESG ist auch, und ich wiederhole mich gerne noch einmal, wie der Hundsträger am Schurch, das geht auch nicht mehr weg. Darum hat es auch Einfluss auf die Bewertung. Es sind vorher hohe Implementierungskosten bei Unternehmen oder bei Immobilienportfolios genannt worden.

10:31 Wie siehst du dieses Thema? Ich sage jetzt eine sehr blaue Ecke, ein Unternehmen will das Thema implementieren, will sein Liegenschaftsportfolio danach ausrichten. Wie geht man sowas an? Gibt es externe Berater oder wie funktioniert das? Grundsätzlich muss einmal die Entscheidung getroffen werden. Es ist völlig in Ordnung zu entscheiden, man bleibt ein brauner Immobilienfonds, man bleibt ein braunes Unternehmen. Es wirkt Marktnischen geben. Es wird Opportunisten geben, die die Chance sehen, im technischen Bereich das Ganze so zu drehen, dass man eine ESG-taugliche Immobilie draus macht, ohne weitere Versiegelungen.

11:05 Das ist auch noch ein großes Thema. Aber man muss die Grundsatzentscheidung treffen. Und diese Grundsatzentscheidung hat eine irrsinnige Strahlkraft auf innere und äußere Stakeholder. Wenn nicht die gesamte Mannschaft dahinter steht, inklusive Investoren, Banken, Versicherungen, was auch immer, Geld drinnen hat oder Anteile hat oder was auch immer, ist das Ding tot. Wenn man sich jetzt das Portfolio anschaut, muss man sich auch die externen Stakeholder anschauen. Man muss sich anschauen, habe ich Anchor-Tenants, die ich vergräme. Man kann sich aber umgekehrt sagen, habe ich Anchor-Tenants, die ich binden kann durch diese Maßnahme.

11:42 Und dann muss man sich einmal ganz konkret die Taxonomie hernehmen. Die Taxonomie scheint am ersten Blick wie ein Hexenwerk, ist es auch. Und das Schlimme an diesem Hexenwerk ist, es hört nicht auf. Das wird sich von Jahr zu Jahr, von Woche zu Woche verändern. Das heißt, das ist jetzt nicht etwas, was man nebenbei machen kann, sondern da muss man investieren. Manpower, Intelligenz und da muss man sich überlegen, welchen Lösungsansatz will ich. Ich kann jetzt sagen, ich mache ein Distress-Portfolio, die drei alle aussehen, mit einem ordentlichen Cut drauf, damit die auf dem Markt gängig werden oder ich investiere in

12:18 meine Prime assets. Ich darf mich entscheiden, verkaufe ich, verkaufe ich nicht. Und dann muss ich an den Dingen, die ich entwickeln möchte, in der S-Klasse und passend zur Location eine Strategie entwickeln. Und diese Strategie hat ganz drei einfache Teile. Daten sammeln, Nanona, Benchmark suchen, Nanona, weil sonst bin ich im Markt nicht fähig. Und dann, aber der nächste Schritt ist es nicht überlegen, Photovoltaikanlage, Fenster tauschen, bla bla bla, das machen alle, sondern da muss man Innovation suchen. Jetzt gibt es da wieder zwei Möglichkeiten, entweder ich suche mir die Immobilie, damit ich die Leiche schminke und sie gut verkaufen kann,

12:55 oder ich meine es ernst. Wenn ich es ernst meine, dann muss ich mir wirklich überlegen, entkerne es, verdichte, wie ist meine technologische Innovation dazu. Weil die Immobilie der Zukunft ist, und das ist herklig auf, mein Lieblingsbeispiel, die Immobilie der Vergangenheit. Die beste Immobilie, die Gott jemals erfunden hat, ist das Wiener Zinshaus. Das Wiener Zinshaus hat dicke Wände, das hat das Wiener Kastenfenster, und das Wiener Zinshaus ist multifunktionsfähig. Von der Rechtsanwaltskanzlei über die Wohnung bis hin zu unanständigen Dingen bringst du allen Wiener Zinshaus runter. Diese Funktionalität muss auch in Zukunft

13:36 wiedergegeben werden. Warum ist das Wiener Zinshaus eigentlich so gut? Na, weil es erst gebaut war in einer Zeit, wo es saukalt war, wir haben jetzt das Problem mit der Temperatur auf der anderen Seite. Das heißt, das innovative Projekt der Zukunft heißt, multifunktionsfähig, Möglichkeit der technischen Anpassung und hohe Funktionalität auf der Essensseite, auf der Nutzerseite, aber auch Anpassung an die Klimaveränderungen. Eins hat uns die Klimaveränderung dann ja wirklich auf. Climate Excellent Tools, die mobile entlang der klimatischen Veränderung sind für

14:18 eine Neuentwicklung und für die Grundsatzentscheidung ein wahnsinnig wichtiges Tool, weil es bringt nichts, wenn ich heute in ein Haus was investiere, was in zehn Jahren sowieso wegschwindet. Übertrieben gesagt ist, aber das ist eigentlich Fakt der Gegenwart. Ja, dann danke ich für die spannenden Inputs.

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