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Der Wohnungsmarkt: auf zur nächsten Krise? Die fünf Forderungen der Initiative mehrzuhaus.at an die Politik

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Die Bauwirtschaft in Österreich steht vor einer ernst zu nehmenden Herausforderung: Bis zum Jahr 2025 wird mit einer Wohnungsraumdefizit von rund 2,29 Millionen Quadratmetern gerechnet. Der Wohnungsbau und die Baubranche sind zentrale Aspekte dieser Problematik, deren Einbruch sich in sinkenden Zahlen von Baugenehmigungen deutlich zeigt. Während im Jahr 2019 noch 69.900 solcher Genehmigungen erteilt wurden, könnten es bis 2025 voraussichtlich nur noch 30.000 sein.

Die Bauindustrie: Ein wesentlicher Akteur

Die Bauindustrie spielt eine entscheidende Rolle bei der Lösung des Wohnungsproblems. Laut Georg Bursik, Geschäftsführer von Baumit, trägt die Bauindustrie mehr als 10% zum Bruttoinlandsprodukt bei und ist ein wichtiger Arbeitgeber.

"Die Bauindustrie hat sicher die Wirtschaft auch mitgerettet."

- Georg Bursik, Geschäftsführer von Baumit

Die Initiative mehrzuhaus.at

Die Initiative mehrzuhaus.at wurde ins Leben gerufen, um auf die Dringlichkeit des Wohnungsbaus aufmerksam zu machen. Sie konzentriert sich auf fünf Kernforderungen, darunter die vorübergehende Abschaffung der Mehrwertsteuer für Eigenheime und die Erhöhung der Abschreibungsraten für Immobilieninvestoren.

"Es geht um die Sache und ich habe ja selber drei Kinder, die kommen so, nie zu einer Wohnung."

- Georg Bursik, Geschäftsführer von Baumit

Die Schwerpunkte ihrer Forderungen liegen auf:

  • Dringlichen Aufstockungen der Wohnbauförderung, um den Bau neuer Wohnungen zu erleichtern.

  • Steuerlichen Anreizen, die private und gewerbliche Investitionen in den Wohnungsbau vorantreiben sollen.

  • Die Digitalisierung und Beschleunigung von Baugenehmigungsverfahren, um dem angesprochenen Einbruch in der Baubranche effektiv zu begegnen.

    Nicht zuletzt sind die steigenden Zinsen und der Anstieg bürokratischer Hürden, kombiniert mit strikter Kreditvergabe und einem komplexen Subventionssystem, Teil der Ursachen, die zu der heutigen Wohnungsknappheit beitragen. Um den erschwinglichen Wohnungsbau wiederzubeleben und den bestehenden Rückstand bei den Wohnkonstruktionen bis 2030 aufzuholen, schlägt die Initiative gezielte Verfahren und Anpassungen vor:

  • Erhöhung der Wohnbausubventionen um jährlich 500 Millionen Euro.

  • Einführung einer Mehrwertsteuerbefreiung für den Neubau von Wohnungen bis zu 100.000 Euro pro Einheit.

  • Vereinfachung der Verfahren für Baugenehmigungen.

  • Anpassungen der KIM-Verordnung für erleichterte Bedingungen beim Wohneigentumserwerb.

    Der FBI (Fachverband der Bauindustrie) unterstützt diese Forderungen und betont die Wichtigkeit, dass sämtliche Akteure der Bauwirtschaft, Institutionen und die Politik zusammenarbeiten müssen, um den Wohnungsbau wieder leistbar zu machen. Diese gemeinsamen Bemühungen sind essenziell, um die Wohnbaukrise zu bewältigen und die Bauwirtschaft stabil zu halten.

Die Notwendigkeit einer aufgestockten Wohnbauförderung

In der Baubranche in Österreich zeichnet sich ein deutlicher Trend ab: Die Kosten für den Wohnungsbau steigen an, was durch hohe Baukosten, gestiegene Kreditzinsen und Schwierigkeiten beim Zugang zu Wohnungsbau-Finanzierungen verstärkt wird. Diese Entwicklungen führen zu einem Rückgang des Wohnungsbaus. Die daran geknüpften Bedenken reichen weit über den Wohnungsmangel hinaus und beeinträchtigen die Bauwirtschaft sowie die Bauzuliefererindustrie, wodurch weitere gravierende Konsequenzen drohen, einschließlich Arbeitsplatzverlust und Geschäftsaufgaben.

Im Detail sehen sich die Betroffenen mit folgenden Problemen konfrontiert:

  • Herausforderungen am Markt: In Vorarlberg ist die Nachfrage nach erhöhter Förderung im sozialen Wohnungsbau wegen der angespannten Marktsituation besonders dringlich.

  • Appell für mehr Unterstützung: Der Verband Sozialer Wohnbauträger in Österreich fordert vermehrte Wohnbausubventionen, einen Wohnmilliarde, und die Zweckbindung von Wohnbaufördermitteln zur Sicherung bezahlbaren Wohnraums.

  • Budgetgrenzen in Salzburg: Der vorübergehende Stopp der Bearbeitung neuer Anträge auf Wohnbauförderung in Salzburg spiegelt die hohe Beliebtheit der Subventionen und das begrenzte Budget wider.

    Die „Raus aus Gas und Öl“-Initiative in Niederösterreich unterstreicht den Handlungsbedarf in weiteren Bereichen des Wohnungsbaus. Mit einem auf 50 Millionen Euro für das Jahr 2023 erhöhten Budget, werden Anreize geschaffen, alte Gas- oder Ölheizsysteme durch nachhaltigere Lösungen zu ersetzen, was die Bauwirtschaft ebenfalls betrifft und ihre nachhaltige Transformation unterstützen könnte.

    Wegen der Dringlichkeit, die Wohnbausubventionen zu erhöhen, ist dieses Thema bereits seit der Nationalratswahl 2013 ein permanenter Diskussionspunkt in Österreich. Dabei unterscheiden sich die Meinungen über die Notwendigkeit der Wiedereinführung einer Zweckbindung für Wohnbausubventionen zwischen den verschiedenen Bundesländern. Die gewünschte Gestaltung und Verteilung der Fördermittel könnten einen wesentlichen Unterschied für den Wohnungsbau und damit für die Zukunft der Bauwirtschaft bedeuten.

    Die Anpassung der Wohnbauförderungen erscheint somit als eine essenzielle Maßnahme, um die Bauwirtschaft und die damit verbundenen Industrien zu stärken und den abzeichnenden Wohnungsmangel in Österreich entgegenzuwirken.

Steuerliche Anreize zur Förderung von Investitionen

Steuerliche Anreize sind als Impulsgeber für wirtschaftliches Wachstum und die allgemeine Wohlfahrt bekannt. Insbesondere in der Baubranche könnten solche Anreize Investitionen ankurbeln und dadurch den Einbruch der Baubranche abfedern:

  • Förderung von Innovationen: Seit 2020 erlebt Deutschland einen Aufschwung in der Innovationsfähigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen, nachdem eine steuerbasierte Forschungsförderung eingeführt wurde. Diese Maßnahme reduzierte die Bürokratie entscheidend und machte es KMUs leichter, von der Förderung zu profitieren.

    Die Besteuerung von Unternehmen ist ein komplexes Feld und ändernde Steuerregelungen können die Wirksamkeit von Investitionsfördermaßnahmen wie Sonderabschreibungen und Verlustvorträgen beeinflussen. Gleichzeitig demonstrieren Länder mit Steuerabschreibungen für Forschungs- und Entwicklungsprojekte (F&E), dass solche steuerlichen Vergünstigungen Investitionsanreize schaffen können. Dazu zählen:

  • Steuererleichterungen für F&E-Ausgaben: Durch Steuergutschriften oder Sonderabschreibungen für materielle oder Personalkosten profitieren Unternehmen von einem erheblichen investitionsfreundlichen Umfeld.

  • Vorteile von Steueranreizen gegenüber direkter Projektfinanzierung: KMUs müssen keine umfangreichen Anträge stellen oder teure Berater engagieren, was Hürden abbaut und Innovation fördert.

    Um ein investitions- und innovationsfreundliches Umfeld auf lange Sicht zu schaffen, ist es entscheidend, dass die Bauwirtschaft durch einfache Verfahren zur Inanspruchnahme von Steuergutschriften unterstützt wird und die Steuersysteme regelmäßig überprüft werden. Eine Senkung der Körperschaftsteuer und die Verlagerung der Steuerlast hin zu Verbrauchs- oder Vermögenssteuern kann die bauwirtschaftliche Innovation entscheidend vorantreiben. Generell hat die Besteuerung privater Aktivitäten im Bereich F&E einen großen Einfluss auf das Engagement der Privatwirtschaft in Innovationsprozessen. Niedrigere Unternehmenssteuern tendieren zu einer erhöhten privaten Innovationsaktivität.

    Folglich entwickeln Länder mit einem umsichtigen Steuersystem – das Innovationen durch klare steuerliche Anreize unterstützt – eine florierende Bauwirtschaft, die den Herausforderungen des Wohnungsmangels strategisch begegnet.

Beschleunigung des Wohnungsneubaus durch bessere Rahmenbedingungen

Im Bestreben, die aktuelle Wohnraumkrise zu bewältigen, hat die Bundesregierung das ehrgeizige Ziel vorgegeben, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu errichten, darunter 100.000 Sozialwohnungen. Diese Initiative geht Hand in Hand mit der Dringlichkeit, die Baubranche weiter anzukurbeln und effizientere Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Wohnungsneubau zu beschleunigen. Dennoch zeichnen die Daten von 2024 ein besorgniserregendes Bild, denn es wird erwartet, dass in diesem Jahr lediglich ungefähr 13.200 Wohneinheiten fertiggestellt werden. Der Rückgang bei den Bauprojekten verdeutlicht die Notwendigkeit, Verbesserungen herbeizuführen und die Schnittstellen zwischen Planung, Genehmigung und Bau zu optimieren.

Susanne Klabe, Vertreterin der mittelständischen Bauunternehmer und Entwickler, verweist auf die zunehmende Länge der Planungs- und Genehmigungsverfahren, die mittlerweile oftmals die eigentlichen Bauzeiten übersteigen. Sie mahnt zu einer Überprüfung und Revision der Berliner Bauordnung mit dem Ziel, Wohnungsneubauprojekte einfacher genehmigen zu können und dabei auf standardisierte Projekte mit vermuteter Zustimmung zu setzen. Der neue Bausenator Christian Gaebler wird aufgrund seines Hintergrundes in der Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik Berlins als ein zuversichtlicher Akteur betrachtet, von dem eine zügigere Unterstützung für Bauprojekte erwartet wird.

Das klare und konsequente Plädoyer der Spitzenverbände der Wohnungswirtschaft unterstreicht fünf wesentliche Forderungen zur Belebung des Wohnungsneubaus:

  1. Konsistente und simple Politikanforderungen, die mehr Wohnungsbau, Vorhersehbarkeit und Verlässlichkeit gewährleisten.

  2. Anreize und reduzierte Bürokratie durch vereinfachte Genehmigungsverfahren.

  3. Weitergehender finanzieller Rückhalt durch die KfW Bank.

  4. Die Einführung einer 3% linearen Abschreibung im Wohnungsbau.

  5. Zusätzliche steuerliche Anreize für den Neubau von Wohnraum in Gebieten mit knappem Wohnungsmarkt, in Verbindung mit einem Mietendeckel.

    Berlin steht vor einem Bevölkerungswachstum, das zu einem Mangel an bezahlbarem Wohnraum führt. Der Senat hat daher beschlossen, die Bereitstellung von Bauland für Wohnungsbauvereinigungen zu beschleunigen, und plant, drei zusätzliche neue Stadtquartiere zu identifizieren und zu entwickeln, das vorhandene Neubauförderprogramm um eine Fahrstuhlkomponente zu erweitern und das Rundschreiben zum 2. Rettungsweg abzuschaffen, um den Bau von Zweitrettungswegen zu ermöglichen. Zudem werden Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen in die Stadtplanung integriert, und in Kooperation mit den Gemeinden und Akteuren der Wohnungswirtschaft in Brandenburg sollen Wohnungsbauprojekte entlang der Berlin-Brandenburger Grenze entwickelt werden. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, nicht nur der aktuellen Wohnraumknappheit zu begegnen, sondern auch die Qualität des Wohnraums im Sinne der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes zu steigern.

Anpassung der KIM-Verordnung zur Erleichterung des Wohneigentumserwerbs

Die KIM-Verordnung, welche im August 2002 in Kraft getreten ist, hat maßgebliche Auswirkungen auf den Erwerb von Wohneigentum in der Baubranche. Ziel dieser Regulierung ist es, die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau zu verbessern und somit den Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu Wohnraumfinanzierungen zu erleichtern. Diese Anpassung ist besonders entscheidend für die Bauwirtschaft, da sie zu einer Belebung des Wohnungsbaus beitragen kann.

  • Vereinfachung des Erwerbsprozesses: Die KIM-Verordnung befasst sich mit der Vereinfachung des Prozesses, indem sie klare Richtlinien für die Vergabe von Baukrediten aufstellt. Dies ermöglicht es potenziellen Eigentümern, schneller und unkomplizierter an notwendige Finanzmittel zu gelangen.

  • Unterstützung für Bauunternehmen: Durch diese veränderten Bestimmungen erhalten Bauunternehmen einen stärkeren Anreiz, Wohnungsbauprojekte zu initiieren, da die Nachfrage nach Wohneigentum infolge der Erleichterung von Krediten steigt.

  • Einbruch der Baubranche entgegenwirken: Angesichts des Rückgangs in der Baubranche setzt die KIM-Verordnung einen positiven Impuls für die Bauwirtschaft, was den Wohnungsbau belebt und damit langfristig der Wohnraumknappheit entgegenwirkt.

    Eine Anpassung der KIM-Verordnung bringt somit eine Reihe von Vorteilen mit sich, welche die Bauwirtschaft und damit auch den Wohnungsbau direkt beeinflussen. Eine effizient gestaltete Regulierung kann den Wohnungsmarkt dynamisieren und zu einem Anstieg der Bauaktivitäten führen – ein wesentlicher Schritt, um den Trends von Wohnungsdefizit und dem Einbruch der Baubranche in Österreich zu begegnen.

Vereinfachung der Bauförderung und Abbau bürokratischer Hürden

Angesichts des markanten Abschwungs in der Baubranche und dem bemerkenswerten Rückgang der Baugenehmigungen um mehr als die Hälfte seit 2019, rückt das Thema Vereinfachung der Bauförderung und Abbau bürokratischer Hürden zunehmend in den Fokus. Inflation, steigende Zinsen und eine unzureichend vorbereitete Wohnbauförderung tragen zur Herausforderung bei. In dieser prekären Phase initiiert die Koalition "Mehr Zuhaus‘ in Österreich!" ein dringendes Plädoyer, das die Notwendigkeit schneller und effizienter Maßnahmen unterstreicht. Folgende Ansätze stehen im Vordergrund:

  • Verbesserungen im Genehmigungsprozess: Die Digitalisierung und Straffung der Antragsverfahren für Baugenehmigungen könnten als Schlüsselbereich dienen, um die Effizienz zu steigern und Zeitverluste zu minimieren.

  • Reduktion der Bürokratie: Eine entschlackte Bürokratie ist essenziell, um die Wohnungsbauvorhaben voranzutreiben. Hierzu gehört auch, mehr Personal in den Behörden einzusetzen, welches bei der Zügigkeit der Wohnungsbauvorhaben unterstützt.

    Im Zentrum der Forderungen steht die sozialpolitische Dimension des Wohnungsbaus. Die Branchenakteure rufen nach verstärkter Finanzierung des sozialen Wohnungsbaus mit dem Ziel, jährlich 100.000 Sozialwohnungen schaffen zu können. Sie betonen, dass nur durch folgende Maßnahmen eine signifikante Verbesserung erreicht werden kann:

  • Erhöhte und zielorientierte Subventionierung: Ein gezielter Ausbau der Finanzmittel für den sozialen Wohnungsbau ist vonnöten. Damit wird eine stabile Basis für eine zukunftsgerichtete und soziale Wohnbaupolitik gelegt.

  • Konstruktive Politikgestaltung: Ein Ende der "wohnungspolitischen Zick-Zack-Kurse" und die Einforderung mehr Verlässlichkeit, Schnelligkeit, Anreize und einer schlankeren Bürokratie stellen wichtige Weichenstellungen dar.

    Die Baubranche setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit der Politik, um durch diese und weitere Maßnahmen der akuten Wohnraumknappheit, steigenden Mieten und zunehmender Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken und die Bauwirtschaft wieder aufzubauen. Hierbei ist die Einbindung von akteursübergreifenden Expertisen und der gemeinsame willensstarke Einsatz entscheidend für die Wiederbelebung des Wohnungsbaus und der baubranche im Allgemeinen.

Schlussfolgerung

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Initiative "Mehr Zuhaus in Österreich" zusammen mit Unterstützern aus der Bauwirtschaft entscheidende Verbesserungen fordert, um der Wohnraumkrise wirksam zu begegnen. Die Erhöhung der Wohnbauförderung, steuerliche Anreize für Investitionen, die Digitalisierung von Baugenehmigungsverfahren und die Anpassung der KIM-Verordnung sind zentrale Ansätze, welche die Baubranche stabilisieren und langfristig Wachstum sichern sollen.

Das Vorgehen verlangt eine umsichtige Integration sozialer und wirtschaftlicher Aspekte, mit einem präzisen Blick auf nachhaltige und bezahlbare Wohnkonzepte. Die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik ist hierbei unerlässlich, um den Wohnungsbau in Österreich effizient und zielgerichtet zu fördern. Die Zukunft der Baubranche und das Wohl der Bürger hängen von der Bereitschaft ab, diese Maßnahmen beherzt und konsequent umzusetzen.

Dieser Inhalt enthält KI-generierte Elemente.

Transkript

0:00 Herzlich willkommen zum Immobilienredaktion Office Talk. Wir haben heute ein bisschen einen fremdge Office Talk. Wir sind nämlich in den Büros der BUWOK, aber bei mir ist heute Georg Bursig, Geschäftsführer von BauMIT. Georg, hallo. Grüß Gott, hallo. Und danke, dass du dir die Zeit nimmst. Du bist ja im Terminstress, kommst gerade von einer Pressekonferenz. Ja, also ich komme gerade von unserer, von der BauMIT Pressekonferenz, die wir so traditionell einmal im Jahr haben. Aber ich muss sagen, mich freut es auch, weil wir uns jetzt auch noch nicht gekannt oder jetzt erst kennengelernt haben. Das ist immer spannend,

0:34 wenn wir auch einmal neue Gesichter und neue Themen gestellt bekommen. Dein Stress, Pressekonferenz jetzt da bei mir, es schaut so aus, als hättest du einen richtig vollen Terminkalender, ist auch vorher in der Vorabsprache so ein bisschen mit durchgeklungen. Ist das die Zeit oder hat man als BauMIT-Geschäftsführer einfach Immer? Nein, also es ist ein bisschen die Zeit, weil Pressekonferenz und so weiter dazugekommen ist. Aber natürlich schaut man, dass man oft mit Kunden spricht,

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1:16 dass man viele Kontakte hat. Also es ist jetzt nicht so, dass ich 24 Stunden arbeite. Das geht gar nicht und das ist auch nicht gesund. Das hält man nicht so lange aus. Aber ich bin gern mit Menschen zusammen und auch gern mit Kunden zusammen und damit ergibt sich das, dass man halt ein bisschen mehr unterwegs ist. Aber es ist schon auch so bei uns, dass so November, Dezember die ruhigere Zeit ist und die ist vorbei. Und auch wir haben natürlich Dinge, dass die Pause so beginnt. Wobei man sagen muss, für den Neubau schaut es ja leider Gottes nicht so gut aus, schaut es eigentlich sehr schlecht aus. Das

1:46 Wäre ein verhaltenes Charme in den Stadtlöchern. Das Charme ist groß, aber die Erwartung ist nicht so hoch. Wie gesagt, du bist langjährig in der Bauindustrie. Wenn du es vergleichst, die Zeit jetzt und das Arbeitsaufkommen und auch was man alles machen muss in der Krise im Vergleich zu deiner langjährigen Erfahrung. Hast du schon mal so eine Zeit gehabt? Ich habe so eine Zeit schon gehabt, bevor ich nach Österreich gekommen bin, weil ich in Ungarn näher Geschäftsführer war, vorher bei der Pomit und das war absoluter Sanierungsfall, weil die Firma nur Verluste gemacht hat. Also das war auch sehr arbeitsintensiv.

2:23 Allerdings war es irgendwie konstanter. Es war zumindest der Markt konstanter. Es war die Entwicklung der Firma nicht so rosig oder nicht so positiv, aber der Markt war zumindest der Konstante, weil Osteuropa hatte einen großen Nachfallbedarf gehabt, vor allem ab 99 und es ist so sehr viel gebaut worden und renoviert worden. Was jetzt das herausfordernde ist an der jetzigen Zeit und an den letzten zwei, drei Jahren, ist nun erneut, es hat begonnen mit Corona, wo wirklich niemand gewusst hat, wie das weitergeht, wo am Anfang auch Baustellen eingestellt worden sind. Zum Glück ist es dann nicht so passiert.

2:58 Die Baustellen sind dann weitergelaufen und man hat gerade in der Corona-Zeit gesehen, dass die Bauindustrie wirklich die Stütze sowohl am Arbeitsmarkt als auch für das Bruttoinlandsprodukt ist, weil mehr als 10% von BIP kommen aus der Bauindustrie und gerade in der Corona-Zeit hat die Bauindustrie sicher die Wirtschaft auch mitgerettet. Natürlich nicht nur wir, sondern alle Unternehmen, die mit Bauen und Bauen beschäftigt sind und umso mehr schmerzt es, wenn man sieht, wie gravierend der Einbruch eigentlich mit Beginn oder mit der Hälfte letzten Jahres war. Du hast jetzt gerade etwas angesprochen.

3:33 Gerade hier vorher im Haus war auch eine Pressekonferenz, nämlich der Wohnungsmarktbericht EHL-Pubok. Die haben auch gesagt, die Pubok hat ganz viele Projekte in der Planung on hold. Ist dann auch gefragt worden, wie viele Projekte nicht mehr fertig gebaut werden. Da hat es da keine Zahlen gegeben, hast du als jemand aus der Bauindustrie darf. Na ja, Zahlen, also wie viel jetzt fertig gebaut werden wird, 24 wissen wir noch nicht, aber wir wissen, dass die Baubeginne um ungefähr 30% eingebrochen sind gegenüber dem Vorjahr und man kann davon ausgehen, dass es dann auch zu 30% weniger Fertigstellungen kommt und

4:10 man darf nicht vergessen, Österreich wächst ja, Gott sei Dank. Warum Gott sei Dank, weil es für die Wirtschaft gut ist und auch für unsere Pensionen gut ist, wenn wir Arbeitskräfte haben und es gibt ja nur wenige Länder in Europa, ich glaube Deutschland, Österreich und die Schweiz, die einen Zuwachs haben. Also das ist ja an und für sich eine tolle Situation, dass Leute nach Österreich wollen, nur die müssen auch irgendwo wohnen und allein durch den Zuzug besteht ja Bedarf von vielleicht 20, 15 bis 20.000 Wohnenheiten plus der Erneuerungsbedarf, dass mal ein altes Haus wieder abgerissen wird, dann sind wir irgendwo zwischen 50.000 und 60.000

4:45 Wohnenheiten, die jährlich gebaut gehören, und da sind wir weiter von entfernt. Ich bin jetzt kein Prophet, aber wenn das jetzt so weitergeht, dann werden wir in eine Wohnungsknappheit laufen. Dann spricht teilweise in der Branche auch schon von Wohnungsnot sogar, weil es wirklich drastisch ist. Wir sind eigentlich schon mitten in unserem Thema drinnen. Die Idee zu unserem Interview ist entstanden, weil ich auf LinkedIn ein Posting gesehen habe zur Initiative Mehr zu Haus, wo Baumitt auch mitmacht. Kannst du einen kurzen Überblick geben, was ist denn das Mehr zu Haus und worum geht es da? Also das Ziel oder warum,

5:21 woher ist Mehr zu Haus entstanden? Das ist entstanden, weil sich einige Unternehmern ja auch mittel- und langfristig Gedanken machen, was passiert mit dem Wohnungsbau. Und wie gesagt, dass der Wohnungsbau so einen dramatischen Einbruch hat, das hat sich ja schon mit Sommer 23 abgezeichnet, weil man kriegt es ja mit, wie viele neue Baubeginne es sind. Und da hat man merkt, dass nur die Projektierten fertiggestellt werden. Und da haben sich einige Unternehmern zusammengeschlossen, also aus der Bauindustrie, aber auch aus dem Baustufhandel und haben gesagt, wir müssen irgendwas tun. Und so ist diese Mehr zu Haus in Österreich entstanden.

5:59 Hat jetzt keinen bestimmten Punkt, welche Unternehmern dabei sind oder nicht. Wir haben schon geschaut, dass wir die führenden Unternehmern bekommen. Aber wir sind offen für jeden Unterstützer. Also je mehr Unternehmern dabei sind, umso kräftiger wird die Stimme. Und uns geht es einfach darum, dass auch im Neubau was getan wird. Es muss was getan werden. Da hast du mir schon ein bisschen vorgegriffen. Wenn es um leistbares Wohnen geht, wenn es um Wohnbau geht, die Diskussion, die führen wir ja nicht erst seit gestern. Und man hört von den verschiedenen Interessensvertretungen, AK, Haus und Grundesitzer, Bund.

6:34 Und wie es auch ist, ihr habt es mit der Initiative aber geschafft, jetzt, ich glaube auf der Webseite, ich habe gezählt, 17 Unternehmen sind jetzt aktuell dabei, mit einem Forderungskatalog unter einen Hut zu bringen, statt einfach nur hin und her zu werfen. Wie habt ihr das geschafft? Na ja, durch viel Reden. Und wir haben schon gesagt, das Ziel muss sein, dass man sich auf fünf Forderungen beschränkt. Weil es keinen Sinn hat, wenn man einen seitenlangen Forderungskatalog kreiert, weil den dann keiner liest. Und wir haben uns schon überlegt, was sind Forderungen,

7:14 die jetzt nicht unrealistisch sind und das zum Beispiel einnet, dass man die Mehrwertsteuer zumindest mal befristet aussetzt, für zwei, drei Jahre, bis zu einer maximalen Höhe von 100.000 Euro. Also sprich für Wohnraum, Wohnung oder Haus bis 500.000 Euro. Einfach damit man auch den Nimbus nicht bekommt, na ja, ihr wollt sehr Luxuswillen fördern. Ich glaube jeder, der Wiener Raum, keine Luxuswohnung. Für die erste Wohnung, also nicht für jede Wohnung, sondern für die erste Wohnung von einem Menschen. Für das Eigenheim? Für das Eigenheim, nur für das Eigenheim. Dass man sagt, bitte setzt man doch da analog zur

7:52 Photovoltaik einmal für zwei, drei Jahre die Mehrwertsteuer aus, um da wieder ein bisschen in Schwung zu kommen. Ihr habt es aber nicht nur Mehrwertsteuer, ihr habt auch eine Forderung der AFA, der Anhäbung der AFA drinnen in eurem Katalog. Also quasi auch, um Impulse im Investmentbereich zu setzen, weil einfach Mietwohnungen ansonsten nicht mehr gebaut werden. Ja, weil wir auch gesagt haben, es muss auch was getan werden für den institutionellen Immobilieninvestor und da geht es einfach darum, um eine höhere AFA, sprich also eine verkürzte Abschreibungsdauer, um auch einen Anreiz wieder zu geben den

8:25 Investoren, dass die auch wieder mehr bauen. Ein Punkt in eurem Forderungskatalog, der ist mir noch aufgefallen, wo ich mir gedacht habe, so ein bisschen, ihr wollt die Erleichterung der Umwidmung im Bauland. Österreich ist schon unter den Topplätzen, ich glaube letztes Jahr auch wieder Platz eins bei der Bodenversiegelung in Europa. Wärst du da nicht schlauer gewesen, etwas mehr in die Richtung Sanierung zu fordern, auch Pfirsthöhe-Nachverdichtung in der Stadt? Also ja, ist richtig, nur man muss dann auch beim Thema Bodenversiegelung, man muss sich das einmal wirklich anschauen, genau was unter Bodenversiegelung verstanden wird.

9:04 Weil so wie wir das kennen, wird unter Bodenversiegelung immer behauptet, wenn ein Einfamilienhaus gebaut wird, zum Beispiel jetzt auf einem 800 Quadratmeter Grundstück, ein 140 Quadratmeter Haus, dass dann die gesamten 800 Quadratmeters versiegelt gelten, nur das ist ja nicht der Fall. Und ich bezweifle auch, ob in den veröffentlichten Behauptungen der Bodenversiegelung, ob da die Menge dabei ist, die auch wieder entsiegelt wird. Also sprich, wenn ein Haus abgerissen wird und neu gebaut wird, ist es dann eine neue Versiegelung oder nicht. Also ich glaube, das geht beim Thema Bodenversiegelung,

9:38 muss man sich das wirklich einmal genauer anschauen, was ist da wirklich drinnen unter Bodenversiegelung, was ist da wirklich verstanden. Dass es keinen Sinn macht, Parkplätze zu zu valdieren, unterschreibe ich sofort. Also natürlich muss man mit dem Thema 18 umgehen, aber gerade beim Hausbau muss man das ein bisschen öffnen. Solange man einen Zuzug hat, irgendwann einmal wird Österreich auch von der Bevölkerungszahl konstant sein, dann ist klar, dann kann man sagen, naja, machen wir nur mehr Erneuerungen und machen kein Neubau mehr. Aber solange es einen Zuzug gibt, wird man auch einen Neubau brauchen.

10:15 Bleiben wir noch kurz vielleicht im urbanen Bereich. Eine Sache, die ganz stark auch heute da vorher an der Pressekonferenz rausgekommen ist, sorry, wenn ich da jetzt ungeskriptete Fragen stelle, aber ich habe gerade da ein Input bekommen, ist die Bauernungsnivelle in Wien. Da gibt es ja vor allem, die Fürsthöhe wird stark kritisiert, dass man eben nur noch fast eingeschossig aufstocken kann, oben nachverdichten, unten begrünen. Da seid ihr sehr wenig eingegangen eigentlich auf den urbanen Bereich mit den Forderungen. War das Absicht, weil ihr ganz bewusst an die Häuselbauer richten Wolltet? Nein,

10:52 also das war keine Absicht, aber das ist ein Thema, das Nachverdichten, das ist wünschenswert und sinnvoll, überhaupt keine Frage, weil ich sage, wenn ich mal ein Gebäude habe, das ich aufstocken kann, da muss man sich halt nur beschäftigen mit der Statik, ob das möglich ist und zulässig ist. Also da gibt es bessere Spezialisten als mich, aber das war jetzt kein Grund, dass wir das bewusst ausgelassen haben. Nein, macht Sinn, wenn statisch möglich, absolut. Ich weiß es nur teilweise von Kunden von uns auch, die auch Immobilien entwickeln, auch im Bestand, dass gerade dieses Nachverdichten oder Aufstocken unheimlich

11:29 schwierig und mühsam ist aufgrund gesetzlicher Vorgaben. Ja, natürlich wird auch nicht anders. Wird es vielleicht dann eine Erleichterung beim Bau noch brauchen, dass man sagt, okay, wir brauchen jetzt schnell ganz viele Wohnungen, wir ziehen am Startrand eine eigene Asset, eine Klasse, ein Revival of der Plattenbau? Wär durch, was ein Ansatz, der einen Sinn macht. Wenn der verkehrstechnisch, sag ich mal, gut erschießbar ist, also mit U-Bahn und so weiter bauen, nicht. Absolut. Du hast das vorher schon gesagt, aktuell sind Bauunternehmen bei meinem Zuhause in der Initiative dabei. Ihr seid offen für Unterstützung.

12:08 Das heißt, Immobilienunternehmen, die das jetzt vielleicht sehen und sagen, da mache ich mit, die können sich bei euch melden. Liebensgerne. Ja, natürlich. An wen wenden die sich am Besten? Da gibt es einen Herrn Kräft und wir können dann die E-Mail-Adresse einblenden. Verlinken wir in dem Text. Genau, weil der macht wirklich die Organisation und der steht auch dahinter, aber liebensgerne. Wir wären eigentlich schon mit unseren Fragen durch. Ich möchte ja zum Abschluss noch einmal das Wort geben, für einen Aufruf, für die Initiative, die Kamera kreatieren. Also erst einmal auch recht herzlichen Dank für

12:41 das Interview. Und ich kann wirklich nur jedem empfehlen, der mit Immobilien zu tun hat, mitzumachen. Ich glaube, je mehr Leute in einem Strang ziehen, dass Wohnungen gebaut werden. Und das Wohnen ist ja ein Grundrecht. Da muss man auch denken an seine eigenen Kinder und Enkelkinder. Das soll jetzt kein Luxusgut werden. Und ich sage nur dann, wenn dementsprechendes Angebot vorhanden ist. Das wird nichts nützen, wenn man jetzt Mieten beschneidet oder für einen Mieter zwingt, nicht mehr zu verlangen, weil es bremst die Investition. Es muss das Angebot groß genug sein, dann wird sich der Markt sowieso selber regeln,

13:19 auch von den Preisen her. Wir sind für jedes zusätzliche Mitglied und Input sind wir dankbar und herzlich willkommen. Ich sage noch einmal Danke. Ich möchte jetzt zum Abschluss noch was sagen, obwohl ich höre schon wieder die ganzen Kommentare, die werden dann wieder schreien. Es ist einmal ganz klar, für dieses Interview ist zwischen uns kein Geld geflossen. Für alle, die jetzt mein Zuhause vielleicht nicht so spannend finden, dass sie es unterstützen wollen, kann ich nur sagen, schaut euch zumindest einmal die Webseite an, weil die ist für mich als Webentwickler, ich habe sie mir angeschaut und habe mir wirklich gedacht,

13:54 wow, die ist richtig gut gemacht, mit tollen Grafiken, auch mit einem Gemmification Factor, ihr habt so eine interaktive Karte drauf. Also da sieht man auch, dass euch dieses Thema wichtig war und dass ihr da wirklich auch was investiert habt. Ja, nein, so ist es richtig und zum Thema Geld nehmen, leider bekomme ich noch kein Geld für meine Interview-Gruß. Nein, aber ich glaube, da geht es auch nicht um Geld, also ganz klar nein, natürlich nicht, sondern da geht es wirklich um die Initiative. Es geht um die Sache und ich habe ja selber drei Kinder, die können sich so, kommen die nie zu einer Wohnung.

14:27 Ja, aber ich höre es dann immer wieder in den Kommentaren, so viel Werbung. Wirklich? Okay. Also warum ist das nicht gekennzeichnet, das bezahlt ihr ihnen halt? Okay. Wirklich so, so kritisch immer alle? Unglaublich. Georg, noch einmal Danke. Ich sag auch Dank. Und ich sag euch Danke fürs Zuschauen, schaut euch meinzuhaus.at an, verlinken wir unten im Text und wenn ihr keine Folge unserer Office-Talks mehr verpassen wollt, dann abonniert den Newsletter der Immobilienredaktion oder folgt unsere LinkedIn-Seite oder am besten noch registriert euch gleich auf der Immobilienredaktion, dann habt ihr auch Zugriff auf unsere

15:04 Midworks-Exklusiv-Inhalte.

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