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Dekarbonisierung und Nachhaltigkeitsstrategien in der Westfield Shopping City Süd: Ein Interview mit Juhasz Zsolt

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Im Rahmen einer Fachveranstaltung der FH Wien der WKW wurde ein aufschlussreiches Interview mit Juhasz Zsolt, General Manager von Westfield Austria, geführt. Die Diskussion fokussierte sich auf die ambitionierten Dekarbonisierungsziele der Westfield Shopping City Süd (SCS) in Wien sowie auf die vielfältigen Maßnahmen, die das Center ergreift, um bis 2030 beziehungsweise 2035 eine signifikante Reduktion des CO₂-Ausstoßes zu erreichen. Dieses Interview unterstreicht die zentrale Rolle, die Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung im Einzelhandel und insbesondere im Management großer Handelsimmobilien einnehmen.

Nachhaltigkeitsinitiativen und technische Maßnahmen

Westfield Austria, als börsennotiertes Unternehmen, misst der Nachhaltigkeit eine hohe Bedeutung bei, da diese direkt in die Unternehmensbewertung und das Reporting einfließt. Juhasz betont, dass bereits seit 2019 eine Reduktion des Energieverbrauchs um 55 % erzielt wurde. Die Maßnahmen umfassen unter anderem:

Dämmung der Fassaden zur Verbesserung der Energieeffizienz.

Umstellung der Energieversorgung auf grüne Energiequellen.

Installation einer Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 4,5 Megawatt Peak auf dem Dach.

Integration von Carport-Lösungen mit Photovoltaik (zusätzliche 500 Kilowatt Peakleistung).

Ausbau der Infrastruktur für grüne Mobilität durch die Installation von 100 Ladepunkten für Elektrofahrzeuge bis Ende des Jahres.

Diese technischen Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Fahrplans, der durch das unternehmensweite „Better Place Zertifikat“ unterstützt wird. Dieses Zertifikat fungiert als Audit- und Steuerungsinstrument, das jedem Centerleiter konkrete Investitions- und Handlungsempfehlungen zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele gibt.

Kommunikation und Sensibilisierung der Öffentlichkeit

Neben den technischen Initiativen legt Westfield Austria großen Wert auf die Aufklärung und Einbindung der Kunden, Mieter und Stakeholder. Über das Jahr verteilt finden mehrere Veranstaltungen statt, in denen die Nachhaltigkeitsmaßnahmen transparent kommuniziert werden. Kooperationen und Events dienen dazu, das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Dekarbonisierung zu schärfen und die breite Öffentlichkeit sowie die Branche zu informieren.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor im Mietermarkt

Die Nachfrage nach nachhaltigen Immobilien wächst auch auf Seiten der Mieter, insbesondere bei Retailern und Gastronomiebetrieben. Juhasz hebt hervor, dass Nachhaltigkeit zunehmend ein entscheidendes Kriterium in Mietverhandlungen darstellt, da viele Mieter auf die Einhaltung von ESG-Standards achten. Zudem beeinflussen Nachhaltigkeitsmaßnahmen die Konditionen bei der Finanzierung: Banken vergeben bevorzugt grüne Kredite und verlangen die Einhaltung der EU-Taxonomie. Immobilien, die diese Kriterien nicht erfüllen, erhalten schlechtere Zinssätze oder werden von Finanzierungen ausgeschlossen. Dies setzt Eigentümer und Betreiber unter zusätzlichen Druck, nachhaltige Standards umzusetzen.

Bedeutung der Dekarbonisierung im Einzelhandel

Das Interview mit Juhasz Zsolt verdeutlicht, dass die Dekarbonisierung im Einzelhandel nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch ein wirtschaftlicher Imperativ ist. Die Westfield Shopping City Süd positioniert sich als Vorreiter, indem sie technische Innovationen, strategische Planung und intensive Kommunikation kombiniert, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Die Einbindung aller Stakeholder – von Eigentümern über Mieter bis hin zu Kunden – ist dabei ein zentraler Erfolgsfaktor.


Fazit: Die Westfield Shopping City Süd demonstriert exemplarisch, wie große Handelsimmobilien durch gezielte Investitionen in Energieeffizienz, erneuerbare Energien und nachhaltige Mobilität substanzielle Fortschritte in der Dekarbonisierung erzielen können. Das Engagement wird durch ein strukturiertes Zertifizierungsprogramm und eine offene Kommunikationsstrategie flankiert, die den Wandel im Einzelhandel aktiv mitgestalten. Die im Rahmen der FH Wien der WKW Fachveranstaltung geführte Diskussion unterstreicht die Dringlichkeit und Relevanz dieses Themas für die gesamte Branche.


Interviewpartner: Juhasz Zsolt, General Manager Westfield Austria
Veranstaltung: Fachveranstaltung FH Wien der WKW, November 2025

Transkript

0:10 Hallo, mein Name ist Jolt Juhaes und derzeit bin ich der Centerleiter von der SCS. Ich war früher der Centerleiter vom Donauzentrum und jetzt freue ich mich, das größte Asset in Österreich führen zu dürfen. Die SCS, auch bekannt für sehr viele Initiativen im Bereich Nachhaltigkeit, im Bereich der Karbonisierung, im Bereich CO2 Reduktion. Magst du uns einen kurzen Überblick geben, was da alles passiert ist und noch passiert? Ja sehr gerne. Wir haben unterschiedliche Projekte, erstens weil wir ein personiertes Unternehmen sind und für uns, wie wir diesem Vortrag heute gesehen und gehört haben. Die Bewertung ist ein sehr sehr wichtiger Bestandteil von

0:52 unserem Geschäft. Wir versuchen, jegliche Maßnahmen zu setzen, damit die NETZ-CO erreicht wird. Und derzeit, anhand meiner Analyse, werden wir das bis 2030 bis 2035 auch erreichen. Wir haben die Ausnahmen schon gesetzt, die Dämmung der Fassaden, die Energieversorgung auf grün getauscht. Wir haben derzeit, wenn ich mich richtig erinnern kann, 4,5 Megawatt Peakleistung vom Photovoltaikanlage am Dach. haben jetzt letztes Jahr und heuer Carportlösungen mit integrierter Photovoltaikanlage integriert mit zusätzlichen 500 Kilowatt Peakleistung. Wir werden Ende dieses Jahres noch 100 Ladepunkte

Vollständiges Transkript anzeigen

1:33 installieren in der SCS, damit die grüne Mobilität auch gewährleistet ist. Und derzeit stand heute, haben unseren Basiswert was wir anschauen, ist 2019. Bis dato haben wir 55 Prozent unserer Energieverbrauch reduziert. Jetzt ist ja innerhalb der Immobilienbranche das Bewusstsein für die Notwendigkeit, die Immobilien nachhaltiger zu machen, zu dekarbonisieren, gegeben. Man kommt keinen Tag an einer Veranstaltung vorbei zu dem Thema. Aber inwieweit siehst du als Centermanager, als Centerbetreiber auch euch in der Pflicht,

2:14 der breiten Masse, die ihr ja im Publikum habt, dieses Thema näher zu bringen und aufzuklären, warum ihr das macht und was ihr macht? Wir haben unterschiedliche Maßnahmen dazu. Erstens, haben drei bis vier große Veranstaltungen während des Jahres, wo wir unseren Kunden erklären, welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen gibt es für einen Betrieb von dieser Immobilie oder für die Kunden selber oder für unsere Mieter. Beispiel ist Westfield Days, was wir gerade gehalten haben. Zusätzlich haben wir große Kooperationen und Events dazu, damit wir diese Masse und auch der Branche erklären können. Wir haben ein ganz neues Zertifikat gemacht

2:56 unternehmensweit. ist die Better Places Certification und jeder einzelne Asset, jeder einzelne Centerleiter oder Centerleiterin unserer Firma durch dieses Zertifikat oder durch dieses Audit kriegt eigentlich einen Fahrplan. Was muss ich investieren? Was muss ich tun, das Asset zum Netzhieros hinzubringen? Und das steht in der Verantwortung vor jeder Centerleitung, diese Schritte auch zu gehen, auch zu budgetieren und die Eigentümer zu überzeugen und die Mieter und die Kunden zu überzeugen, das alles mitzumachen. Merkt ihr das eigentlich auch schon, wenn ihr jetzt Verhandlungen mit Mietern führt,

3:32 dass das gefragt wird? Schauen Retailer oder Gastronomiebetriebe darauf, wie grün die Immobilie ist? Sehr, stark, weil es gibt auch sehr sehr viele Börse der Unternehmen dahinter. Dementsprechend für jede Shareholder Report und jede Bewertung von Unternehmen ist es wichtig, wie viele Nachhaltigkeitsmaßnahmen umgesetzt wurden. Wie wir heutzutage wissen, die Banken müssen auch dekorbonisieren, das heißt, die müssen grüne Kredite vergeben, grüne Finanzierungen machen und dafür musst du zum Beispiel in der Immobilienbranche die EOTaxonomie entsprechen. Wenn du EOTaxonomie nicht entsprichst,

4:12 dann kriegst du natürlich nicht so einen guten Zinssatz wie alle anderen und die Banken wollen eigentlich keine Brownfield oder nicht nachhaltige Immobilien oder Geschäfte mehr finanzieren. Das ist auch kein Push dazu.

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