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Concrete Design Competition: Wie Beton Dialog Österreich den Nachwuchs für nachhaltiges Bauen fördert
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Concrete Design Competition: Wie Beton Dialog Österreich den Nachwuchs für nachhaltiges Bauen fördert

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Beton Dialog Österreich hat am 25. Juni im Architekturzentrum Wien die Preise der Concrete Design Competition 2025/26 vergeben. 31 studentische Einreichungen, eine interdisziplinär besetzte Jury unter dem Vorsitz von Architekt und Bauingenieur Werner Sobek, ein Motto: „Transform“. Claudia Dankl (Beton Dialog Österreich), Josef-Dieter Deix (COO der PORR AG) und das Siegerteam der FH Kärnten führten vor, wohin sich nachhaltiges Bauen mit Beton bewegt – zu Materialeffizienz, Kreislaufwirtschaft und einem überraschend klugen Umgang mit Form.

Ein Wettbewerb, den die Branche kennen sollte

Wer in der Immobilien- und Bauwirtschaft arbeitet, kennt die großen Preise – die Concrete Design Competition steht seltener auf dem Radar. Zu Unrecht. Der Wettbewerb wird alle zwei Jahre ausgelobt, in Österreich von Beton Dialog Österreich, eingebettet in ein Konsortium europäischer Zement- und Betonverbände. Neben Österreich sind Deutschland, die Niederlande, Belgien und Irland dabei. Angesprochen sind Studierende aus Architektur, Ingenieurwesen, Planung und Design – also jene, die in wenigen Jahren die Projekte der Branche verantworten werden.

Heuer standen die Arbeiten unter dem Motto „Transform“. Knapp 50 Studierende reichten 31 Projekte ein; fünf Teams wurden ausgezeichnet, das Preisgeld lag bei insgesamt 5.000 Euro. Für die Branche ist das weniger ein Studierendenwettbewerb als ein Frühindikator: Woran die Hochschulen heute arbeiten, landet morgen in der Ausschreibung.

„Transform“ – mehr als ein Motto

Das Motto trifft einen Nerv. „Beton ist der Hebel, ohne den uns die Transformation des Bauwesens nicht gelingen wird“, bringt es Claudia Dankl auf den Punkt. Die Roadmap der Zementindustrie zielt auf Klimaneutralität bis 2050 – und die führt zwangsläufig über die Reduktion von CO₂-Emissionen im Baustoff selbst. Wo also ansetzen? Die eingereichten Arbeiten geben eine klare Richtung vor: Materialeffizienz, Kreislaufwirtschaft, Robotik.

Für Juryvorsitzenden Werner Sobek heißt „Transform“, „Bauwerke mit minimalem Materialaufwand zu errichten, die vollständig rückbaubar und sortenrein recycelbar sind“. Kein Pathos, keine Marketing-Vokabel – eine Arbeitsanweisung. Bemerkenswert ist, dass sie sich exakt in den Projekten der Studierenden wiederfindet.

Tragfähigkeit aus der Form

Am deutlichsten zeigt das der erste Preis, den ein Team der FH Kärnten holte. Das Projekt ist ein Betongewölbe von rund 2,25 Quadratmetern, umgesetzt als Prototyp. Die Grundidee ist so einfach wie konsequent: Ein Bauteil trägt nicht, weil viel Material verbaut ist, sondern weil seine Geometrie die Kräfte klug verteilt. Material sitzt nur dort, wo die Statik es braucht – der Rest bleibt hohl.

Gefertigt wurde das Gewölbe mit 3D-Druck, Lasercutter und einer aufblasbaren Schalung; entworfen wurde es parametrisch, über ein frei skalierbares digitales Modell. Die eigentliche Hürde war die doppelt gekrümmte Form, die sich – wie die Schale einer Orange – nicht flach abwickeln lässt. Eine herkömmliche Schalung scheitert daran. Die Lösung des Teams war bewusst Low-Tech und mit kleinem Budget: eine aufblasbare Baufolie, auf die betoniert wurde. So entsteht ein monolithisches Bauteil, das sich leicht errichten und ebenso leicht rückbauen lässt. „Materialeffizienz kann man vor allem auch schön zeigen“, sagt Lilli Platzer aus dem Siegerteam – ein Satz, der programmatisch für den gesamten Wettbewerb steht.

Auch die weiteren Preise zielten in diese Richtung: laut Aussendung ein robotergedruckter, materialoptimierter Betonträger (Hochschule Campus Wien) sowie eine Bewehrung aus Basaltfasern statt Stahl (TU Wien).

Und die Praxis? Ruft nach Mut

Josef-Dieter Deix, COO der PORR AG, ergänzte die Hochschulperspektive um den Blick aus der Umsetzung. Beton sei für ihn die nächste Evolutionsstufe der Werkstoffe – die Herausforderung liege aber nicht allein in der Technologie. Es scheitere, sinngemäß, oft an Normung und Mut: Zu viel Sicherheitsdenken werde zur Bremse für Innovation. Sein Plädoyer: Pilotprojekte zulassen, die später zu Standards werden. Ein Gedanke, der in der Branche anschlussfähig ist – dort, wo Regelwerke Innovation ebenso oft ermöglichen wie ausbremsen.

Weiterdenken am Campus

Für die Preisträgerinnen und Preisträger ist der Abend nicht das Ende. In der letzten Augustwoche folgt eine internationale Masterclass am PORR Campus in Wien; sechs der nationalen Preisträgerinnen und Preisträger treffen dort auf die Gewinnerteams aus den vier weiteren Ländern, um gemeinsam Prototypen zu entwickeln. Bleibt die Frage, die über dem ganzen Wettbewerb schwebt: Greift die Praxis auf, was der Nachwuchs hier prototypisch vorführt? Die Antworten hängen, im Wortsinn, bereits an der Wand – 31 Projekte, die zeigen, dass nachhaltiges Bauen mit Beton keine Zukunftsmusik ist, sondern eine Frage der Haltung.

Transkript

0:13 Architekturzentrum Wien. Beton Dialog Österreich lädt zur Preisverleihung der Concrete Design Competition 2025/26. Rund 50 Studierende, 31 Einreichungen und ein Motto: Transform. Wie bauen wir morgen und welche Rolle spielt Beton dabei? Die Antworten kommen von den Hochschulen: Materialeffizienz, Kreislaufwirtschaft, Robotik. Eine achtköpfige Jury unter Vorsitz von Werner Sobek zeichnet fünf Arbeiten aus. Der erste Preis geht an ein Team der FH Kärnten. Ein leichtes Betongewölbe, gefertigt mit 3D-Druck, Lasercutter und einer aufblasbaren Schalung. Tragfähigkeit aus der Form, nicht aus mehr Material.

0:56 Für Beton Dialog Österreich ist der Wettbewerb ein Beitrag zur Ausbildung der nächsten Generation. Denn ohne Beton, heißt es, gelingt die Transformation des Bauens nicht. Im August treffen die Preisträgerinnen und Preisträger beim internationalen Workshop am POR Campus Wien auf Nachwuchstalente aus vier weiteren Ländern. Mein Name ist Claudia Dankl, ich bin Geschäftsführerin der Zement und Beton Informations GmbH. Das ist eine kleine Agentur für Öffentlichkeitsarbeit der österreichischen Zementindustrie. Wir sind als Zementindustrie auch Mitglied von Beton Dialog Österreich und Beton Dialog Österreich veranstaltet den Studentenwettbewerb, die Concrete Design

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1:31 Competition und die darf ich begleiten. Heuer war das Motto Transform und es ist natürlich auch ein sehr treffendes Motto, weil es ist die ganze Branche in Bewegung. Also die österreichische Zementindustrie hat eine Roadmap hin zu CO2-Neutralität 2050. Wir müssen den Beton als Baustoff CO2 reduzieren, also man muss hinunter mit den Emissionen und Transform ist natürlich dann wichtig für einfach auch Entwicklungen im Baustoff. Und da haben wir gesehen bei den Arbeiten, dass da eben das hingeht zu Materialeffizienz, zu Kreislaufwirtschaft

2:12 und zu Robotik. Jetzt ist, solche Wettbewerbe gibt es ja mehrere und es gibt viele, viele gute Ideen, die eingereicht werden. Das Erste bei diesen Ideen, was die Wirtschaft dann wirklich fragt: Ist das auch ökonomisch abbildbar? Inwieweit fließt denn dieser Faktor von der Umsetzbarkeit zu einem vernünftigen Preis auch bei euch in die Bewertung der Projekte ein? Also es waren jetzt vor allem Studentenprojekte. Es hat auch Projekte zum Zement gegeben, weil ich komme von der Zementindustrie, also vom Verein der österreichischen Zementindustrie und beim Beton, ja, da gibt es eigentlich schon sehr

2:52 viele Projekte, wo der Betonbau auch nachhaltiger wird in der Praxis oder wo Recyclingbeton verwendet wird und eingesetzt wird. Also das ist wirklich fließend, dass man Ideen aufgreift und umsetzt und die Branche vorantreibt. Ja. Mein Name ist Werner Sobek. Ich war mein ganzes Berufsleben lang auf der einen Seite als Ingenieur und Architekt tätig und als Hochschullehrer. Heute bin ich hier, weil ich der Vorsitzende der Jury war für diesen wunderbaren Wettbewerb, bei dem wir heute die Preise verleihen werden. Wenn man als Student an so einem Wettbewerb teilnimmt, dann ist das jede Menge Arbeit. Und das macht man ja nicht, wenn es ein Thema

3:31 ist, das einen nicht interessiert. Und die Tatsache, dass das Materialsparen und das recyclinggerechte Bauen beziehungsweise das Bauen mit Rezyklaten so vehement unter diesen 31 Beiträgen dabei war, deutet ganz deutlich darauf hin, und das ist auch das, was ich im Gespräch mit Studierenden spüre, wo die Studenten Sorgen haben und wo sie Ziele und Auswege sehen für die Probleme, die da anstehen. Ganz wichtig. Das heißt, es wird tatsächlich am Ende noch einen Generationenwechsel in der Wirtschaft brauchen, bis Kreislaufwirtschaft in der Breite ankommt? Definitiv. Definitiv. Und ein vollkommen anderes Verhalten gegenüber der Natur

4:06 und ein anderes Bewusstsein gegenüber dem: Was sind denn die Auswirkungen meines Tuns? Nicht nur für mich, sondern auch für alle anderen, bis hin zu jemand, der in Australien lebt. Schauen Sie, früher gab es die böse Tat des Brunnenvergifters. Die sind eigentlich alle sofort umgebracht worden oder schwerst bestraft. Der Atmosphärenvergifter im Sinne von mengenweise Emissionen, egal wo auf der Welt. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ist eine Emission in Australien einschränkend für meine Lebensqualität. Und das, was ich emittiere, ist einschränkend für jemand in Mexiko oder sonst wo, weil sich eben diese klimaschädlichen Gase innerhalb weniger Monate rund um

4:48 die Welt ausbreiten. Deshalb muss die Menschengesellschaft ein ganz anderes Wir-Bewusstsein entwickeln. Das nützt überhaupt nichts, wenn irgendjemand vorangeht und die anderen gehen nicht mit. Ja, mein Name ist Josef Dieter Dex. Ich bin Vorstand in der POR und ich bin heute hier, weil ich erstens mal eingeladen wurde, beim Design Contest auch in der Jury beizuwohnen und durfte heute ein bisschen Frage und Antwort stehen Journalisten gegenüber, wo Beton aktuell steht, wo er hingeht, was wir machen in Zukunft. Man hat auch in den Arbeiten gesehen, dass nicht nur Design-Themen, sondern gerade die Nachhaltigkeit ein Riesenfokus war.

5:31 Also es ist vorhanden und es freut mich, dass sich auch die jungen Kollegen mit diesem Thema sehr stark auseinandersetzen. Jetzt sind diese neuen Ideen ja quasi nur der Anfang. Was macht denn die POR dann quasi nach dem Wettbewerb, um das vielleicht auch noch verstärkt aufzugreifen oder aufgreifen zu können? Ja, erstens einmal freut es mich natürlich, dass wir heute auch die Preisverleihung haben und die jungen Kollegen dort auch kennenlernen dürfen. Wir haben ja bis jetzt nur die Projekte gesehen. Das ist schon mal ein Thema. Es ist ein Wunsch von uns natürlich, junge talentierte Kollegen auch zu uns zu bekommen.

6:05 Und wir haben ein eigenes Innovationsboard und eine eigene Innovationsschiene in der POR, wo wir nachher genau solche Themen einstülpen und gemeinsam mit unseren Spezialisten nachher weiterentwickeln. Und wenn wir das schaffen, dann kommen oft sehr gute Dinge raus. Ich bin die Lilly Platzer, komme von der Hochschule Kärnten, studiere Bauingenieurwesen im zweiten Mastersemester und wir haben mit unserem Viererteam die diesjährige Concrete Design Competition mit dem Thema Transform gewonnen. Wir haben ein Betongewölbe entwickelt mit einer Größe von 2,25 Quadratmetern und dieses aber auch als

6:45 Prototyp umgesetzt. Die Grundidee war es, die Tragfähigkeit möglichst über die Geometrie und weniger über den Einsatz von mehr Material umzusetzen. Und schließlich kommen wir zum Siegerprojekt, also zum ersten ersten Platz oder zu dem ersten Platz, Siegerprojekt der Concrete Design Competition 2025/ 2026. Der Preis geht an Lilly Platzer, Thomas Nissler, Lisa Marie Hubert und ich weiß, dass ich auch einen komplizierten Namen habe, der nicht immer leicht auszusprechen ist. Ich probiere mein Allerbestes und bitte dann gleich Korrektur, weil ich interessiert bin, wie man das richtig ausspricht.

7:26 Shanmugam Anbandanantan. Ich glaube, das war jetzt nicht korrekt. Bitte kommt auf die Bühne. Herzliche Gratulation zu eurem Projekt. Darf ich euch fragen: Ihr kommt von der FH Kärnten, die jetzt seit kurzem, seit zwei Wochen, Carinthia University heißt, mit neuem Rebranding. Wie seid ihr zu diesem Projekt gekommen? Was habt ihr euch dabei gedacht? Was waren die Grundüberlegungen? Also wir wollten von Anfang an mit parametrischem Design schon den Entwicklungsprozess

8:06 digitalisieren und auch eine parametrische Form ins Leben zu bringen. Und dafür haben wir auch verschiedene Prototypen gebaut und danach dann dieses Gewölbe betoniert.

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