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Zusammenfassung Keynote Carina Zehetmaier
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Carina Zehetmaier auf der KI Con 2026: KI-Einsatz ohne Strategie scheitert

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Organisationen, die KI-Lizenzen kaufen, ohne die Menschen mitzunehmen, zahlen zweimal: einmal für das Tool, ein zweites Mal für die Enttäuschung. Das war die Kernbotschaft, mit der Carina Zehetmaier, Co-Founderin von Paiper.One und Mitglied des KI-Beirats der österreichischen Bundesregierung, die KI Con 2026 von Digital Findet Stadt am 20. Mai 2026 in Wien eröffnete. Ihr Keynote-Statement, in einem rund zehnminütigen Zusammenschnitt dokumentiert, ist ein Leitfaden für Entscheidungsträger, die KI nicht als IT-Projekt, sondern als strategische Infrastruktur begreifen wollen.

Das Lizenz-Problem: Wenn KI bei der Urlaubsplanung endet

Zehetmaier eröffnete ihren Vortrag mit einer Bestandsaufnahme, die im Saal Wiedererkennungseffekte auslöste: Immer mehr Organisationen berichten ihr, dass sie Hunderte oder Tausende Lizenzen für KI-Tools gekauft haben – und die Nutzung nach wie vor gering ist. Der meistgenannte Use Case: die private Urlaubsplanung der Mitarbeitenden.

„KI Tool zu lizensieren bedeutet nicht, Technologie in eine Organisation einzuführen. Wir müssen hier die Menschen mitnehmen."

Dieses Muster ist, so Zehetmaier, ein strukturelles Problem: Unternehmen überspringen den entscheidenden Schritt zwischen Toolkauf und Kulturwandel. Die sogenannte "Schatten-KI" – Mitarbeitende, die Tools privat und unkontrolliert nutzen, lange bevor eine offizielle Strategie existiert – entsteht genau in diesem Vakuum.

Der falsche Bagger: Eine Analogie für die Bau- und Immobilienwirtschaft

Für das Publikum aus der Bau- und Immobilienwirtschaft wählte Zehetmaier ein Gleichnis, das unmittelbar sitzt: Niemand würde auf einer Baustelle zuerst fragen, welcher Bagger gerade im Trend liegt, diesen anschaffen und dann überlegen, was gebaut werden soll. In der Bauordnung, bei Statik und Sicherheit denke jede Organisation zuerst über Konzept, Bewilligung und Ausführungsplan nach – und dann über das Gerät.

Genau das Gegenteil beobachte sie beim KI-Einsatz: Tool zuerst, Strategie vielleicht später. "Das ist eigentlich genau die falsche Frage", stellte sie fest. Die richtigen Fragen lauteten: Wie treffe ich als Entscheider Entscheidungen in Zeiten des Hypes? Welche Rollen und Freigaben braucht meine Organisation, um Innovation voranzutreiben, ohne Kontrolle über Daten und Geschäftsgeheimnisse zu verlieren? Und: Wer ist verantwortlich, wenn etwas schiefgeht?

KI-Strategie: Zuerst das Warum – dann das Wie – dann das Tool

Mit Verweis auf Simon Sineks Golden Circle of Why argumentierte Zehetmaier, dass Unternehmen den KI-Einsatz häufig von innen nach außen denken: Tool kaufen (Was), Verhaltenskodex schreiben (Wie), aber das Warum – die eigentliche KI-Strategie – vergessen. Eine KI-Strategie beantworte, wofür das Unternehmen stehe und welche Art von Organisation es sein wolle. Das sei die Basis aller nachgelagerten Entscheidungen.

„Die Unternehmen, die es in der Zukunft gibt, werden alle KI-Unternehmen sein. Nicht weil ihr Kerngeschäft KI ist, sondern weil jeder KI für Marketing, Sales, Buchhaltung und alles rundherum verwenden wird."

Als positives Gegenbeispiel nannte sie IKEA: Der Konzern automatisierte mit dem KI-Chatbot Billy 57 Prozent aller Kundenanfragen vollständig. Anstatt Personal abzubauen, schulte IKEA die betroffenen Mitarbeitenden zu Interior-Design-Beraterinnen und -Beratern um. Das Ergebnis: ein Plus von 1,03 Milliarden Euro im Folgejahr durch neue, KI-ermöglichte Services. Die strategische Entscheidung – Menschen nicht ersetzen, sondern transformieren – habe diesen Unterschied gemacht.

KI Governance: Verhaltenskodex, Rollen, Prozesse – nicht nur EU-Regulierung

Governance werde häufig mit der EU-KI-Verordnung gleichgesetzt. Zehetmaier ging einen Schritt weiter: Governance bedeute, intern zu klären, wer für KI zuständig ist, welche Prozesse für die Einführung neuer Tools gelten, welche Use Cases verboten sind und wer Verantwortung übernimmt, wenn KI-Outputs fehlerhaft sind.

Erste praktische Maßnahme sei ein Verhaltenskodex – ein Code of Conduct, der regelt, welche Tools Mitarbeitende nutzen dürfen, was in Systeme eingegeben werden darf und wer haftet. Die Wirtschaftskammer Österreich stellt nach Angaben von Zehetmaier ein entsprechendes Template auf ihrer Website zur Verfügung. Wie der Applaus im Saal auf ihre Erhebung zeigte, hat der Großteil der anwesenden Organisationen noch keinen solchen Kodex.

Halluzination und Haftung: Wenn KI-Output Schaden verursacht

Generative KI-Systeme generieren keine Fakten aus Datenbanken – sie berechnen auf Basis von Wahrscheinlichkeiten, welche Sprachfetzen als nächstes folgen. Daraus entstehen Halluzinationen: Inhalte, die plausibel klingen, aber nicht der Realität entsprechen.

Zehetmaier illustrierte das mit zwei konkreten Fällen. Erster Fall: Die Stadt Wien postete KI-generierten Werbecontent zum Wiener Trinkwasser – mit einem inhaltlichen Fehler. Der Post wurde zum zweithöchst kommentierten Beitrag in der Geschichte von Wiener Wasser, die Beschwerdewelle erzeugte unfreiwillig Reichweite. Zweiter Fall: Projektberichte im Wert von Hunderttausenden australischen Dollar wurden mit KI-generierten, teils falschen Inhalten eingereicht. Die Haftungsfolgen waren erheblich.

„Nicht jeder Anbieter stellt seine Systeme für kommerzielle Zwecke zur Verfügung. Und Geschäftsgeheimnisse, das ganze Know-how, das wir über hunderte Jahre in Europa aufgebaut haben – da müssen wir vorsichtig sein, wo wir das einspeisen."

Digitale Souveränität: Wer schreibt das Weltbild?

Eine der pointiertesten Aussagen des Vortrags betraf die geopolitische Dimension des KI-Einsatzes: Die gesamte europäische Wirtschaft hänge an amerikanischer Infrastruktur, nutze amerikanische Systeme – und diese Systeme seien auf englische Sprache trainiert. Das bedeute, dass ein bestimmtes Weltbild, eine bestimmte Sichtweise der Gesellschaft, in diesen Modellen verankert sei.

Zehetmaier zitierte eine Kollegin: Geschichtsbücher werden von den Gewinnern der Geschichte geschrieben. Hier schreiben amerikanische Tech-Konzerne die Realität. 30 Prozent der Weltbevölkerung seien im Internet gar nicht vertreten – und damit in den Trainingssets dieser Systeme.

KI ist kein Hammer. KI ist ein Spiegel.

Zehetmaier positionierte sich ausdrücklich gegen das verbreitete Narrativ, KI sei "nur ein Werkzeug wie ein Hammer". KI sei ein sozio-technisches System: trainiert mit Daten der Vergangenheit, verankert in Geografie, Zeit und Machtstrukturen. Als solches reflektiere es nicht nur das Gute, sondern auch strukturelle Ungleichheiten – und könne diese sogar verstärken, wenn nicht aktiv gegengesteuert werde.

Sie ist Gründerin des Vereins "Frauen in Künstliche Intelligenz Österreich" und untermauerte die These mit Beispielen aus Google Translate: Genderneutrale Sprachen würden bei der Rückübersetzung ins Deutsche automatisch stereotype Rollenbilder produzieren. Das sei kein Schnittstellenproblem, sondern ein strukturelles Trainingsproblem.

„Stop Hiring Humans“: Die Zahlen hinter dem Wandel

Den Ernst der Lage belegte Zehetmaier mit aktuellen Datenpunkten: Meta hat angekündigt, 10 Prozent der Belegschaft durch KI-Agenten zu ersetzen. Eine namentlich genannte internationale Großbank plant, 15 Prozent der Arbeitsplätze auf KI-Agenten umzustellen. Der WEF Future of Jobs Report 2025 geht davon aus, dass sich in den nächsten fünf Jahren 40 Prozent aller beruflichen Kompetenzen verändern werden. 92 Millionen Jobs werden wegfallen; gleichzeitig sollen 170 Millionen neue entstehen.

Das erzeuge fundamentale Ängste in Belegschaften – Ängste, die Organisationen aktiv adressieren müssten, anstatt sie durch externe Schlagzeilen zu verstärken. Das Schlagwort "Stop Hiring Humans", mit dem ein Aussteller bei der TechCrunch-Konferenz in San Francisco warb, sei inzwischen auf Plakatwänden in US-Großstädten präsent. Mitarbeitende lesen das.

„KI ist kein Projekt“: Die eigentliche Schlussthese

Mit ihrem Abschlusssatz fasste Zehetmaier das zentrale Argument der gesamten Keynote zusammen:

„Künstliche Intelligenz ist – genauso wie Cybersecurity – kein Projekt. Das sind Fragen um Infrastruktur, um Souveränität und ums Überleben unseres Unternehmertums in der Zukunft."

Wer KI mit einem Projektbudget und einem Enddatum denke, habe den Paradigmenwechsel noch nicht vollzogen. Der erste Schritt sei eine strategische Frage, keine technische: Was für ein Unternehmen wollen wir sein? Erst dann folge die Governance-Struktur, der Verhaltenskodex, die Schulung – und am Ende, als letzter Schritt, das Tool.

201eZukunft passiert nicht, wir gestalten sie.201c 2013 Mit diesem Satz beendete Zehetmaier ihren Vortrag.

Transkript

0:10 Welches Tool sollen wir kaufen? Diese Frage habe ich im Rahmen der letzten eineinhalb Jahre sehr oft gehört. Wer hier hat in der Zwischenzeit eine Copilot ChatGPT Lizenz im Unternehmen? Hand hoch. Genau, die meisten von uns haben diese Entscheidung in der Zwischenzeit getroffen. Das was ja auch du schon gesagt hast. Aber was jetzt meine Erfahrung betrifft, rufen mich immer mehr Organisationen an und sagen: „Wir haben jetzt hunderte Lizenzen, tausende Lizenzen für ein KI-Tool gekauft,

0:51 aber die Nutzung ist nach wie vor gering. Wir sehen, unsere Mitarbeitenden nutzen es primär für die private Urlaubsplanung und diese so sehr erwünschten echten Use Cases fehlen uns aber im Alltag." Kennt das jemand hier vielleicht? Ja. Das heißt eigentlich, das erste Fazit mit wir kaufen Lizenz Copilot, ChatGPT und Co. ist ein bisschen in einer Enttäuschung gemündet. Und hier das erste Learning: Ein KI-Tool zu lizenzieren bedeutet nicht, Technologie in eine Organisation einzuführen. Und das ist auch das, woran es oft scheitert, wenn wir eben

Vollständiges Transkript anzeigen

1:31 Technologie einführen, nämlich wir müssen hier die Menschen mitnehmen. Ich möchte jetzt einmal ein Beispiel heranziehen, das Ihnen allen viel besser bekannt ist als mir. Aber wir stellen uns einmal vor, wir sind auf einer Baustelle. Sie alle kennen den Ablauf, wie das so normalerweise funktioniert mit Bauordnung, Bewilligungen und so weiter. Aber anstatt diesen üblichen Ablauf zu machen, sagen wir: Welcher Bagger ist denn gerade so im Trend? Und dann entscheiden wir uns für den neuesten, tollsten Bagger. Den stellen wir da hin und sagen: „Ja, super, jetzt haben wir die beste Ausstattung. Lieber Mitarbeiter, Mitarbeiterin XY, jetzt bau das

2:11 Haus von null auf." Und auf diese Idee würde niemand kommen in einem Bauwesen, weil wir haben ganz viel Erfahrung. Wir wissen, was alles schiefgehen kann. Wir wissen, es geht hier um Statik, um eben Menschenleben im schlimmsten Fall und so weiter. Aber das ist genau das, was ich beobachte, wie wir jetzt gerade eigentlich mit KI umgehen. Das heißt, wir kaufen ein Tool und sagen: „So, jetzt bitte wirtschaftet damit." Die Fragen, die mich beschäftigen und die ich glaube, auch Sie beschäftigen sollten, sind: Wie treffe ich als Organisation Entscheidungen in Zeiten des Hypes und der absoluten Unsicherheit?

2:53 Welche Rollen, welche Freigaben braucht es in meiner Organisation, um zukünftig KI-Innovation voranzutreiben und gleichzeitig Kontrolle über Prozesse, Daten, Geschäftsgeheimnisse - ich meine, da geht es um unsere ganze IP - zu behalten. Und wie nehme ich eigentlich Menschen mit auf diese Reise? Die Unternehmen, die es in der Zukunft gibt, die werden alle KI-Unternehmen sein. Ich habe das übrigens vor fünf Jahren einmal gesagt. Das ist nicht so gut angekommen, aber ich glaube, in der Zwischenzeit kann man sich vorstellen, was damit gemeint ist. Es heißt nicht, dass das Kerngeschäft von jedem Unternehmen KI sein muss,

3:31 aber jeder wird KI für Marketing, für Sales, für Buchhaltung, für alles rundherum verwenden. Und wenn er überleben will und neue Geschäftszweige aufmachen möchte, dann wird er sehr wahrscheinlich auch KI in sein Kerngeschäft mit aufnehmen. Aber diese Frage ist eigentlich: Was für eine Art von Unternehmen möchten wir sein? Das hier ist Jensen Hang, der Geschäftsführer und Gründer von Nvidia, eigentlich der größte Profiteur des KI-Hypes und -Rushes quasi. Und er hat letztes Jahr gesagt: „Wir brauchen keine HR mehr in der Zukunft. In der Zukunft brauchen wir nur mehr eine IT, die KI-Agenten

4:12 verwaltet." Man kann es so sehen als Unternehmen: Wenn wir sagen, wir wollen nur schnell sein, Effizienz, Menschen abbauen, dann ist das etwas, was wir in unsere Strategie aufnehmen. Oder wir sagen, wir sind vielleicht wie IKEA. IKEA hat letztes Jahr den Chatbot Billy gelauncht, hat 57 % aller Anfragen zu 100 % automatisiert und hat gesagt: „Na ja, jetzt haben wir eigentlich sehr viel Personal, was wir nicht mehr brauchen. Jetzt können wir die alle rausschmeißen oder wir überlegen uns etwas Neues." Und sie haben sich etwas Neues überlegt, haben ihre Mitarbeiter geschult zu Design-/Innenausstattungsberaterinnen und -berater

4:53 und haben damit durch neue Services, die sie jetzt anbieten, letztes Jahr 1,3 Milliarden Plus verzeichnet. Was wir in der Zwischenzeit alle wissen, ist, diese Systeme können halluzinieren. Das heißt Inhalte wiedergeben, die nicht der Wahrheit entsprechen müssen. Aber wichtig, das Verständnis: Man geht jetzt nicht in eine Datenbank, holt Informationen heraus, sondern es sind generierte, nach Wahrscheinlichkeit berechnete Sprachfetzen, Tokens, die dann Ergebnisse bilden. Und ein kleines lustiges Beispiel, was ich mitgebracht habe: Elch Emil, alle erinnern sich. Die Stadt Wien hat sich gedacht:

5:35 „Wir wollen lustig sein, also Wiener Wasser" und hat eben auch gepostet: „Kein Wunder, dass Elch Emil nach Wien will, denn hier gibt es bestes Trinkwasser aus den Alpen. Mach es wie Emil und trink Wiener Wasser." Fällt jemandem hier etwas auf? Schmeckt. Das ist kein Elch. Genau, sehr gut. In dem Fall übrigens hat sich das positiv ausgewirkt, weilDarunter haben sich so viele Menschen beschwert und aufgeregt über die Inkompetenz, dass es der zweithöchst performende Post von ganz Wiener Wasser in der Geschichte war. Aber es kann auch anders ausgehen, wie zum Beispiel Ende

6:15 letzten Jahres wurde unter anderem die Leute, aber auch andere große Unternehmen bekannt, wo zum Beispiel ganze Berichte oder große Projekte um hunderte tausende australische Dollar in diesem Fall zur Verfügung gestellt wurden und dann Teile davon eigentlich nicht gestimmt haben und KI generiert wurden. Das heißt, so etwas kann auch große Haftungsschäden mit sich bringen. Wir alle hängen auf amerikanischer Infrastruktur, wir nutzen amerikanische Systeme und all diese Systeme sind auf englische Sprache trainiert. Und das bedeutet auch, dass in diesen Systemen ein Wertebild, ein Bild der Realität der

6:57 Gesellschaft verankert ist. Und wir dürfen das echt nicht unterschätzen, weil, also ist ein super Vergleich von meiner Kollegin, wir wissen, Geschichtsbücher werden von den Gewinnern, wie die Gewinnern der Geschichte quasi geschrieben. Aber wir haben hier eigentlich amerikanische Tech-Konzerne, die unsere Realität schreiben, die Sichtweise, wie wir die Welt wahrnehmen und sehen. Und dazu kommt, dass 30 Prozent der Weltbevölkerung gar nicht vertreten sind im Internet. KI ist kein Hammer. Ich sage ja nicht und auch kein Bagger. KI ist kein Bagger, sondern ein System, das trainiert ist mit Daten der Vergangenheit,

7:39 bestenfalls vom heute, also der Jetztzeit und dann in die Zukunft Entscheidungen für uns trifft. Und da müssen wir uns bewusst sein, dass es eigentlich ein Spiegel ist, wo wir einerseits das Gute, aber auch das Negative reflektiert bekommen und vielleicht sogar verstärken, wenn wir nicht gegenwirken. Und darum sind wir, also ich bin übrigens auch die Gründerin vom Verein Frauen in Künstlicher Intelligenz Österreich und wir sehen dementsprechend künstliche Intelligenz nicht als eine reine Technologie, sondern ein komplexes soziotechnisches System. Vor eineinhalb Jahren war ich in

8:23 San Francisco und einer der größten Aussteller war Artisan auf der Tech Crunch Konferenz und er wirbt mit dem oder der Aussteller warbt mit dem Slogan "Stop hiring humans." In der Zwischenzeit hängt es übrigens über ganz USA in allen Großstädten. Und jetzt wissen wir, letzte Woche wiederum Meta hat wieder bekannt gegeben, 10 Prozent der Belegschaft gegen KI-Agenten zu tauschen. Wir haben ebenfalls diese Woche eben die Großbank Standard Chartered, die was 15 Prozent der Arbeitsplätze mit KI-Agenten ersetzen wollen. Und dieser Artikel ist von gestern vom ORF, wo wir sehen,

9:04 mittlerweile formiert sich in den USA starker Widerstand gegen KI und gegen die dafür nötigen Rechenzentren. Ist das die Message, die wir senden? Ja, aber unsere Mitarbeitenden lesen das, also unsere Organisationen sehen das. Es geht hier wirklich um fundamentale Ängste und es geht auch darum, die aufzubrechen. Und hier gibt es natürlich auch andere Zahlen, die es nicht immer leichter machen, so wie diese hier vom Future of Jobs Report 2025 vom World Economic Forum letztes Jahr, die sagen, dass sich in den nächsten fünf Jahren 40 Prozent aller Kompetenzen ändern werden. 40 Prozent der Kompetenzen

9:47 werden sich vollkommen verändern. Und damit möchte ich eigentlich auch enden, nämlich mit diesem unendlich wichtigen Verständnis, dass künstliche Intelligenz genauso wie Cybersecurity übrigens kein Projekt ist. Das ist nicht etwas, wo man Projekt veranschlagt und dann hat man Budget und es rennt jetzt über ein Jahr. Das sind Fragen um Infrastruktur, um Souveränität und ums Überleben und unserer Unternehmertum in der Zukunft. Und das heißt, es sind strategische Führungsfragen, die wir beantworten müssen, bevor wir das Ganze eigentlich auch richtig in der Organisation ausrollen können.

10:30 Und damit möchte ich enden mit dem Satz: Zukunft passiert nicht, wir gestalten sie. Vielen lieben Dank für die Aufmerksamkeit.

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