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Bau.Material.Digital: Wie gelingt die Materialwende?

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Im Jänner 2026 brachte das Reallabor Fassfabrik der STRABAG führende Köpfe der Bau- und Immobilienwirtschaft zusammen. Die ÖGNI und DREA luden zum gemeinsamen Austausch über eine zentrale Frage: Wie schaffen wir die Materialwende – und welche Rolle spielt dabei die Digitalisierung?

Nachhaltige Baustoffe: Das Wissen ist da, die Umsetzung stockt

Florian Wehrberger präsentierte die Ergebnisse der ÖGNI-Arbeitsgruppe „Nachhaltige Baustoffe". Die Ausgangslage ist klar: Es gibt genügend nachhaltige Materialien. Doch warum kommen sie nicht flächendeckend zum Einsatz? Die Gründe sind vielfältig – rechtliche Unsicherheiten bei Gewährleistung, Statik und Brandschutz, aber auch schlicht Gewohnheit. „Wir bauen so, wie man immer gebaut hat", brachte es eine Teilnehmerin auf den Punkt. Die Arbeitsgruppe plädiert daher für einen pragmatischen Ansatz: Lieber mit kleinen Projekten anfangen als gar nicht.

Das Gärtnerhaus: Ein Leuchtturmprojekt zeigt, was möglich ist

Architekt Martin Aichholzer stellte die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik im 13. Bezirk vor – ein Projekt der BIG, das als Leuchtturm für nachhaltiges Bauen gilt. „Nomen est omen", so Aichholzer: Das Gebäude für angehende Umweltpädagogen demonstriert, wie weitreichend man gehen kann, wenn man will. Und wie die Digitalisierung von Beginn an hilft, nachhaltiger über den gesamten Lebenszyklus zu planen.

Digitalisierung als Hebel für Nachhaltigkeit

Die abschließende Podiumsdiskussion mit Simone Walser (STRABAG Real Estate), Alexander Sieh (FH Campus Wien) und Wolfgang Fiel (Fiber Elements) machte deutlich: Digitalisierung und Nachhaltigkeit gehören zusammen. Mit Daten lassen sich Materialkreisläufe besser steuern, Lebenszyklen planen und innovative Produkte in Bauprozesse integrieren. Die Teilnehmer wünschen sich von der Politik vor allem eines: Gehör für jene, die wirklich etwas verändern wollen.

Fazit: Klein anfangen, aber anfangen

Das Event zeigte: Die Materialwende ist möglich. Die Rohstoffe sind da, das Wissen wächst. Was fehlt, sind Marktanreize, Mut zur Veränderung – und der Austausch zwischen Pionieren. Veranstaltungen wie diese sind ein wichtiger Schritt, um genau das zu fördern.


Die Veranstaltung „Bau.Material.Digital" wurde gemeinsam von der ÖGNI – Österreichische Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft und DREA – Digital Real Estate Association organisiert.

Transkript

0:43 Wie gelingt die Materialwende in der Bau- und Immobilienwirtschaft? Diese Frage brachte im Jänner 2026 führende Expertinnen und Experten der Branche im Reallabor Fassfabrik zusammen. Die ÖGNI – Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft und DREA, Digital Real Estate Association, luden zum Austausch über nachhaltige Baustoffe und digitale Transformation. Die ÖGNI zertifiziert seit 2009 nachhaltige Gebäude nach dem DGNB-System und setzt damit Maßstäbe für die gesamte Branche. DREA, hervorgegangen aus der Austrian PropTech-Initiative,

1:23 vernetzt Start-ups, Corporates und Entscheider, um die digitale Zukunft der Immobilienwirtschaft aktiv mitzugestalten. Gemeinsam zeigten die Vortragenden wie Kreislaufwirtschaft, innovative Materialien und digitale Planung Hand in Hand gehen. Das Event heute ist ein Vernetzungstreffen von der ÖGNI mit entsprechenden Interessierten und wie gesagt Beschleunigern und Beitragenden in der Bauwende. Ich wollte darstellen, was wir uns im letzten Jahr zu den nachhaltigen Baustoffen gedacht haben. Wir haben versucht eine einheitliche Definition zu schaffen. Wir wollten eruieren, wo die Hemmnisse und wo die Vorurteile liegen und wie man

Vollständiges Transkript anzeigen

2:03 das Ganze wirklich auf die Straße bringen kann mit Best-Practice-Beispielen die auch skalierbar Sind. Nachhaltige Baustoffe gibt es genug, warum glaubst du, kommen die noch nicht flächendeckend zum Einsatz? Es gibt sicher noch viele Unsicherheiten, rechtliche Natur, Gewährleistung, auch eben passt die Statik, ist der Brandschutz gleich wie bei konventionellen Baustoffen. Dann ist es glaube ich, sehr stark hängt es damit zusammen, dass wir Gewohnheiten verändern müssten. Derzeit ist es so, ja wir bauen so wie wir immer gebaut haben, das können wir gut, das andere ist vielleicht am Anfang unangenehm und ich

2:42 glaube, es fehlt einfach an den Marktanreizen, es müsste günstiger werden, sodass sie auch konkurrenzfähig zu konventionellen Baustoffen Sind. Mein Name ist Martin Eichholzer, ich bin Architekt, bin in Lehre, Forschung und natürlich im Architekturbüro tätig und bin heute hier weil ich ein Projekt vorstelle, das sehr weit geht, das leucht und bezeichnet wird und wo wir sehr viel ausprobieren durften. Projekt ist die Hochschule für Agrar und Umweltpädagogik im 13. Bezirk in Wien und ist ein Projekt der BIC, also als Auftraggeber und ist finanziert vom

3:22 Landwirtschaftsministerium und die Hochschule ist die Hochschule für Agrar und Umweltpädagogik und Nomen Est Omen haben wir natürlich mit der Aufgabe versucht, auch Agrar und Umweltpädagogik zu betreiben mit dem Projekt. Wie bringe ich Digitalisierung, wie nutze ich Digitalisierung, damit ich Nachhaltigkeit in der Planung und von Beginn an auch umsetzen kann, denn Digitalisierung können wir ganz am Anfang nutzen, um nachhaltiger und besser zu planen und zwar über den gesamten Lebenszyklus. Das Podium war wirklich ausgezeichnet, gut zusammengestellt. Es ist gegangen um die Frage,

4:03 wie man das Bauen digitaler und damit gleichzeitig auch nachhaltiger macht. Die Diskussion war sehr erlebhaft, was mir sehr gefallen hat und auch viele Themen abgedeckt hat, die uns selber beschäftigen, die etwa bei der Frage anfangen, mit welchen Materialien oder Materialkulturen wir es am Bauen zu tun haben, was das für die Frage der Nachhaltigkeit bedeutet und letztlich auch eben die Frage des Umgangs mit neuen Materialien und deren Integration in innovative Produktzyklen und Nachweiszyklen, was den Lifecycle angeht und Kreislaufwirtschaftsthemen. Also ein sehr breit angelegtes Themenspektrum,

4:43 das wirklich gut abgedeckt worden ist. Die größte Hürde der Materialmende ist für mich eine Gleichberechtigung aller Baustoffe und eine Unterstützung alternativer Baustoffe auch für die praktische Umsetzung. Damit nachhaltige Baustoffe Standard werden, müsste, und das haben wir heute öfter in Diskussionen gehört, die Regulare noch bisschen verbessert werden, um auch hier mehr Druck anzusetzen bei der Umsetzung von Bauprojekten. Spannend fand ich die CO2-Budget-Angabe für Bauprojekte, um ein gewisses Maß einhalten zu müssen, um nachhaltig bauen zu können. Bin gespannt ob das kommt.

5:23 Die größte Hürde bei der Materialwende ist für mich, dass die Chancen nicht gesehen werden, dass wir durch die Materialwende in der Zukunft weiter großartig bauen können, großartige Rohstoffe haben und das Wissen dazu heute noch fehlt. Der Austausch bei solchen Veranstaltungen ist für mich zielführend, wichtig und vor allem effektiv. Für meine tägliche Arbeit heute am relevantesten war wirklich, dass wir integral denkende, nachhaltige Menschen brauchen, dass wir wirklich Innovationen weiterführen Können. Also von heute nehme ich mir konkret mit, dass es reicht, mal ein kleines Projekt zu starten,

6:02 aber wichtig ist dass man auf jeden Fall anfängt, nachhaltigen Werkstoffen erste Projekte durchzuführen. Von der Politik wünsche ich mir für die Materialwende einfach Gehör, auch von Architekturbüros, von Menschen aus der Wirtschaft, die wirklich die Probleme an der Wurzel packen wollen und sich dafür auch in ihrer Freizeit einsetzen und wirklich bemühen, aus tiefstem Herzen. Ein Thema, das mir heute gefehlt hat, war soziale Beteiligung, also der sozio-kulturelle Aspekt. Digitalisierung spielt bei uns beim Thema Nachhaltigkeit

6:43 schon eine große Rolle und auch einen riesengroßen Hebel, um mit Daten umgehen zu können, diese Kanalisierung zu können und schlussendlich auch dann in der Realität zu verräumlichen. Ein Thema, das mir heute gefallen hat, war neue Eindrücke in Ziele von Unternehmen, von etablierten Industrieunternehmen, neue Ziele auch von der ÖGNI und spannende Leute, die ich hier kennenlernen durfte und neue Projekte, man vielfältige Eindrücke gewinnen konnte.

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