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Ausbildungslücken in der Architekturbranche – Marc Höhne über Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Fokus

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Die gegenwärtigen Herausforderungen in der Architekturausbildung offenbaren signifikante Defizite in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung – zwei Schlüsselkompetenzen, die für die zukunftsorientierte Entwicklung der Branche unerlässlich sind. Marc Guido Höhne, seit 2022 Geschäftsführer innerhalb der internationalen DELTA Gruppe und verantwortlich für den Bereich „Integrale Beratung", identifiziert in einem exklusiven Interview wesentliche Handlungsfelder, die dringend einer Reform bedürfen.

Langjährige Expertise im Projektmanagement

Der studierte Architekt bringt seinen 25-jährigen Erfahrungsschatz im Projektmanagement in seine aktuelle Position als Vorstand der IG Lebenszyklus Bau ein. Seine berufliche Laufbahn begann 1998 in der örtlichen Bauaufsicht für mehrere Gebäude im Bereich Lehre und Forschung, bevor er sich zunehmend auf Projektmanagement und Immobilienberatung spezialisierte. „Ich bin hier eigentlich für das Thema Nachhaltigkeit und Beratung unterwegs, bringe aber bei der IG Lebenszyklus meinen fünfundzwanzigjährigen Background im Projektmanagement und meine besonderen Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe ein", erläutert Höhne im Gespräch.

Zu den herausragenden Projekten seiner Karriere zählen unter anderem das Pergamonmuseum in Berlin sowie die Projektsteuerung des Neubaus des Campus der Wirtschaftsuniversität Wien von 2009 bis 2013, die er gemeinsam mit Ingo Huber leitete. Vor seinem Wechsel zu DELTA verantwortete Höhne als Geschäftsführer von Drees & Sommer Österreich maßgeblich den Ausbau des Leistungsportfolios und das Wachstum des Standorts von 10 auf 65 Mitarbeiter.

Pragmatische Ansätze statt theoretischer Diskussionen

In seiner Funktion im Vorstand der IG Lebenszyklus setzt sich Höhne für praxisorientierte Lösungen ein: „Die IG Lebenszyklus bringt einfach Dinge pragmatisch auf den Punkt. Da wo viel an der Oberfläche oder auf der Metaebene geredet wird, was gemacht werden soll, hat die IG Lebenszyklus tatsächlich geschafft, durch konkrete Handlungsleitfäden, durch ihre vielen Broschüren, die sie rausgebracht hat, wirklich Auftraggebern oder anderen Stakeholdern der Immobilienwirtschaft konkrete Anweisungen oder Leitfäden zu geben"

Kritische Defizite in der Architekturausbildung

Besonders besorgniserregend ist für den Experten der gegenwärtige Stand der Ausbildung im Bereich Architektur. Bei einer Vorlesung vor Masterstudenten der Architektur stellte Höhne fest, dass von 40 Studierenden lediglich fünf nebenbei mit Building Information Modeling (BIM) arbeiten und nur zwei bis drei bereits von Nachhaltigkeit in Projekten gehört haben. „Da muss ich mir echt Gedanken machen, warum die Universitäten dieses Thema nicht aufgreifen", kritisiert er deutlich.

Ähnliche Beobachtungen macht Höhne auch an den Höheren Technischen Lehranstalten (HTL), wo das Thema Nachhaltigkeit keine Rolle spielt und die Digitalisierung „rückwärtsgewandt" vermittelt wird: „Das, was wir vor zehn Jahren gemacht haben in AutoCAD zeichnen (…) da müssen wir, glaube ich, als IG Lebenszyklus die Initiative ergreifen. Tatsächlich stärker an die dort Verantwortlichen heranzutreten, um ihre Programme zu ändern."

Zukunftsvisionen: Partnerschaftliche Zusammenarbeit und Digitalisierung als Treiber der Nachhaltigkeit

Als zentrale Zukunftsthemen identifiziert Höhne das Early Contractor Involvement sowie die Digitalisierung als Treiber der Nachhaltigkeit. „Unsere Wirtschaft krankt tatsächlich an dem Thema Partnerschaftlichkeit nach wie vor. Zu sehr profitgetrieben, zu sehr Egoismus, zu wenig auf der Suche nach win-win-win-Situationen für alle Beteiligten", konstatiert er kritisch.

Bei der Digitalisierung sieht er insbesondere in der übergreifenden Nutzung der Potenziale Handlungsbedarf: „Jeder hat begriffen, was ihm Digitalisierung bringt, aber jeder begreift es noch zu sehr auf seinen eigenen Leistungsanteil. Die Medienbrüche sind zu groß in der Übergabe der digitalen Modelle, und das, was am Ende rauskommt, kann oft noch nicht genutzt werden."

Innerhalb der DELTA Gruppe treibt Höhne die Entwicklung des ganzheitlichen Beratungsportfolios mit starkem Fokus auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung voran. Sein aktueller Fokus liegt auf sämtlichen ESG-Themen, darunter die EU-Taxonomie und das Nachhaltigkeitsreporting nach CSRD, sowie auf der Entwicklung innovativer Gebäudetechnikkonzepte und der Implementierung von Kreislaufwirtschaftsansätzen in neue und laufende Projekte.


Transkript

0:09 Mein Name ist Marc Höne. Ich bin Geschäftswohnungsgesellschafter in der Delta, bin hier eigentlich für das Thema Nachhaltigkeit und Beratung unterwegs, bringe aber bei der IG-Lebenszyklus meinen 25-jährigen Background im Projektmanagement ein, um meine besonderen Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe, beziehungsweise die Dinge, ich gerade über die letzten zehn Jahre implementieren durfte, wo ich denke ich ganz andere Erfahrungswerte noch mal sammeln durfte, weil immer sehr innovativ unterwegs, das möchte ich einfach auf ein breiteres Level bringen.

0:53 Ich Habe es schon mal im Laufe des Vortrags heute erwähnt. Mich verbindet ja insbesondere mit meinem Vorgänger im Vorstand, Wolfgang Kartischnik, eine enge Partnerschaft über die letzten 15 Jahre. Und wir sind eigentlich in vielen Dingen die wir im Projektmanagement gemacht haben, immer einer Meinung gewesen. Und das möchte ich irgendwo ein Stück weit auch fortführen, diesen Spirit, den er dort die letzten acht Jahre reingebracht hat. Wenn du da schaust, so ganz konkret, was bewirkt denn die IG-Lebenszyklus, dass du gesagt hast, ja ich mache das, ist ja auch ein Zeitaufwand,

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1:34 zusätzlicher für dich. Die IG-Lebenszyklus bringt einfach Dinge pragmatisch auf den Punkt. Da wo viel an der Oberfläche oder auf der Metaebene geredet wird, was gemacht werden soll, hat es die IG-Lebenszyklus tatsächlich geschafft durch konkrete Handlungsleitfäden, durch ihre vielen Broschüren, die sie rausgebracht hat, dadurch Auftraggebern oder anderen Stakeholder in der Immobilienwirtschaft konkrete Anweisungen oder Leitfäden zu geben, wie bei bestimmten Themen zu agieren ist.

2:14 Ich bin zum Beispiel damals auch vom Wolfgang Kartischnik veranlasst in das Thema hybrides Projektmanagement hineingekommen, weil ich eine spezielle Erfahrung mit agilen und lean-Management-Methoden hatte. Und mich hat damals begeistert dieser Drive in dieser Arbeitsgruppe von Wissenden und Unwissenden, die aber alle das Gleiche wollten, einen praktischen Handlungsleitfaden zu entwickeln, mit dem sie zukünftig besser arbeiten können. Das heißt, kurz zusammengefasst, die Umwandlung von Trends in gängige Praxis? Ja, perfekt ausgedrückt.

2:55 Was für ein Trend ist denn da aktuell in Arbeit bei euch? Oder welche Trends? Ich denke mal, das ganze Thema des Early-Contractor-Involvements, ich will jetzt gar nicht Allianz oder Partnerschaftsverfahren denken, das ist eins der Wesentlichen, weil unsere Wirtschaft tatsächlich an dem Thema partnerschaftlich nach wie vor krankt. ist zu sehr Profit getrieben, zu sehr Egoismus, zu wenig auf der Suche nach Win-Win-Win-Situationen für alle Beteiligten und das ist nach wie vor eins der großen Ziele.

3:36 Aber auch meines Erachtens das ganze Thema Digitalisierung als Treiber der Nachhaltigkeit, weil ja jeder hat begriffen, was ihm Digitalisierung bringt, aber jeder begreift es noch zu sehr auf seinen eigenen Leistungsanteil. Die Medienbrüche sind zu groß in der Übergabe der digitalen Modelle und das, was am Ende rauskommt, kann oft noch nicht genutzt werden bzw. wissen zu wenige Nutzer, wie sie mit den Daten umgehen bzw. sehen sie das Potenzial noch gar nicht.

4:16 Und ich glaube, da müssen wir mit Digitalfinance statt und da sind die richtigen Weichen gestellt, einfach nochmal viel viel enger ansetzen und deutlicher werden. Wenn ich dir jetzt das leihenhaft zuhöre, dann verstehe ich es aber auch so dass da noch ein ganz großer Lack in der Ausbildung ist. Das ist definitiv so. Witzigerweise ich halte eine Vorlesung vor dem Masterstudentenarchitektur zur Projektmanagement und gestern war Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Und von 40 Studenten wissen oder arbeiten derzeit vielleicht nebenbei fünf in BIM und von Nachhaltigkeit in

4:59 Projekten haben zwei drei gehört. Das ist kein integraler Bestandteil der Ausbildung. Da muss ich mir echt Gedanken machen, warum die Universitäten dieses Thema nicht aufgreifen. Mein Sohn ist an der HTL. Das Thema Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Nachhaltigkeit spielt gar keine Rolle. Digitalisierung ist rückwärtsgewandt. Das, wir vor zehn Jahren gemacht haben, in Autokart zeichnen. Und da müssen wir glaube ich, IGIT-Lebenszyklus die Initiative ergreifen, stärker an die dort Verantwortlichen heranzutreten,

5:41 um ihre Programme zu ändern.

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