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Wir erinnern uns … ein Mahnmal für die Gier im Maßstab 1:10

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Karrikatur zum Text Wartende vor einem Kartnehäuschen für ElbTower führungen
© Claude / KI

Wien hat sein SIGNA-Mahnmal abgerissen, Hamburg hat seines noch. Seit drei Jahren steht der Elbtower still, und seit vergangener Woche wackelt auch der letzte Rettungsplan. Eine österreichische Sicht auf zwei Bauruinen und ein Vorbild aus Barcelona.

Wir haben wieder einmal Glück in Österreich. Nicht, dass die Gier in gewissen Kreisen kleiner wäre, aber das Mahnmal ist nicht so groß ausgefallen wie bei unseren deutschen Nachbarn. Eigentlich ist es schon wieder weg. Das Lamarr der SIGNA auf der Mariahilfer Straße hatte nur eine kurze Haltbarkeit und wurde noch im Rohbau aus bekannten Gründen wieder abgerissen. Kreislaufwirtschaft auf Österreichisch eben.

Wien: abgerissen, verkauft, umbenannt

Auf dem Bauplatz entsteht inzwischen etwas Neues. Die Stumpf-Gruppe entwickelt dort die „Grand Museum Residences“ mit rund 200 Eigentums- und Anlegerwohnungen, hochwertigen Geschäftsflächen und laut Bauplakat einem Fünf-Sterne-Hotel. Seit September läuft der „Secret Sale“, der allgemeine Verkaufsstart ist für Ende 2026 geplant, die Gleichenfeier für Mitte 2027. Man ist eben froh, dass in Österreich im Vergleich zu Deutschland alles im Maßstab 1:10 ist. Damit ließ sich das Ganze auch leichter demontieren.

Hamburg: der kurze Olaf

In Hamburg steht das Mahnmal dagegen noch. Und so leicht wie in Wien lässt sich der Elbtower nicht wegreißen. Weiterbauen allerdings auch nicht. Die Arbeiten in der HafenCity wurden im Oktober 2023 eingestellt, wir feiern also gerade den dritten Jahrestag. Geplant waren 245 Meter, gebaut sind rund 100. Die Hamburger nennen den Stumpf mittlerweile liebevoll „kurzer Olaf“. Ein Denkmal für den damaligen Bürgermeister hätte man sich vermutlich anders vorgestellt.

Ein Stillstand ist für kein Projekt gut, schon gar nicht in dieser Größenordnung, und die Seeluft setzt jedem Rohbau zu. Auch eine Baustelle muss „erhalten“ werden. Die Sicherungs- und Verwaltungskosten für die Bauruine laufen derweil weiter, bezahlt aus der Insolvenzmasse. Wie lange die reicht, sagt niemand so genau. Die Stadt jedenfalls will erst zahlen, wenn ihre Museumsflächen schlüsselfertig übergeben sind, und einen Nachschlag gibt es nicht. Na, da bin ich gespannt, wer die weiteren Kosten übernehmen wird. Oder muss.

Genehmigt ist nur der Stillstand

Seit Dezember 2024 verhandelt ein Konsortium rund um Dieter Becken über die Übernahme, unterschrieben ist bis heute nichts. Der Plan: Der Turm schrumpft auf rund 199 Meter, zwölf Bürogeschoße fallen weg, und die Stadt kauft rund 46.000 m² für ein Naturkundemuseum um bis zu 595 Millionen Euro. Ein positiver Vorbescheid liegt seit Februar vor. Und die Bauunterbrechung wurde offiziell bis 23. März 2029 genehmigt. Immerhin etwas, das in Hamburg zügig durch die Behörden geht.

Vergangenen Freitag haben nun die Grünen, immerhin Koalitionspartner im Senat, das Museum zu diesen Kosten abgelehnt. Das Geld brauche man für Kitas, Schulen und Hochschulen. SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf hatte die Wahrscheinlichkeit des Einzugs schon im August als „momentan sehr gering“ bezeichnet, und Bürgermeister Peter Tschentscher stellte gestern fest, dass Hamburg zwar zum Museum stehe, der Standort aber offen sei. Anders gesagt: Das Museum kommt. Nur wohin, weiß keiner.

Man muss den Politikern durchaus Vernunft zugestehen, denn so eine Übernahme verlangt eine scharfe Kalkulation, wenn sie sich überhaupt ausgeht. Man könnte sich im Rathaus aber schon fragen, warum kein Projektentwickler das Ding übernimmt und fertig baut. Auch wenn es jetzt eine Nummer kleiner werden soll. Also um rund 20 Prozent.

Hamburg vs. Barcelona

Beruhigend ist: Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und die Chinesische Mauer nicht in drei Jahren. Vielleicht hat Hamburg jetzt einfach seinen Sakralbau, so wie Barcelona die Sagrada Família, die lange als unvollendbar galt. Dort wird seit 1882 gebaut, heuer im Februar wurde der Jesus-Turm mit 172,5 Metern vollendet, fertig sein soll die ganze Kirche in den 2030er-Jahren. Bezahlt wird das nicht von Kirche oder Staat, sondern aus Spenden und Eintrittskarten. Allerdings: Bei einer Kirche denkt man in anderen Zeitdimensionen. Und die Bauherrschaft kann auf höheren Beistand hoffen.

Vielleicht wäre das auch eine Option für den Elbtower? Eintritt für die Besichtigung der Bauruine, Spendenbox am Bauzaun. Das Mahnmal würde sich so zumindest selbst erhalten.

Eines muss man den Verantwortlichen lassen: Viel prominenter hätte man das Mahnmal der Gier in Hamburg nicht positionieren können. Direkt an den Elbbrücken, wo es jeder sieht, der mit dem Zug in die Stadt kommt.

Nähere Informationen zum ElbTower auf: https://poppgerhard.at/blog/elbtower-hamburg-signal-iduna-stadt-patt

Dieser Inhalt enthält KI-generierte Elemente.

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