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Urban Mining und Kreislaufwirtschaft in der modernen Büroeinrichtung

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Oliver Bertram vom Team Gnesda erläutert die Bedeutung von Urban Mining und Kreislaufwirtschaft für moderne Büroeinrichtungen. Seine Ausführungen bieten Einblicke in nachhaltige Praktiken und deren Auswirkungen auf die zeitgenössische Arbeitswelt.

Nachhaltige Materialwahl und Wiederverwendbarkeit im Büromöbelbereich

Bei der Auswahl von Büromöbeln ist laut Bertram die Möglichkeit zur Reparatur und Aufbereitung wichtiger als die Wahl spezifischer Materialien. Er empfiehlt Hersteller, die Ersatzteilgarantien und Aufarbeitungsprogramme anbieten. Diese Ansätze fördern die Kreislaufwirtschaft durch Verlängerung der Möbellebensdauer und Abfallreduzierung. Unternehmen können dadurch ihre Nachhaltigkeitsziele effektiver erreichen.

Ökologische Auswirkungen und CO2-Einsparung durch nachhaltige Büroeinrichtung

Präzise Zahlen zur CO2-Einsparung durch Wiederverwendung und Aufbereitung von Büromöbeln sind derzeit nicht verfügbar. Bertram betont jedoch die positiven ökologischen Auswirkungen dieser Praktiken. Jedes nicht entsorgte Möbelstück trägt zur Reduzierung von Abfall und Emissionen bei. Die Einführung neuer ESG-Verordnungen wird in Zukunft eine genauere Bilanzierung ermöglichen und die Bedeutung dieser Maßnahmen quantifizieren.

Kosteneffizienz durch Lifecycle-Betrachtung in der Bürogestaltung

Ein zentraler Aspekt des Urban Mining in der Büroeinrichtung ist die Betrachtung der Lebenszykluskosten. Bertram erläutert, dass hochwertige, langlebige Möbel trotz höherer Anfangsinvestitionen oft kostengünstiger sind. Einsparungen ergeben sich aus reduzierten Betriebs- und Wartungskosten sowie geringerem Austausch- und Entsorgungsaufwand. Diese ganzheitliche Betrachtungsweise ermöglicht Unternehmen, langfristig wirtschaftlicher und nachhaltiger zu agieren.

Ästhetik und Funktionalität im Wandel der Bürolandschaft

Die Integration von wiederverwendeten Möbeln in moderne Bürokonzepte wird durch aktuelle Trends in der Bürogestaltung erleichtert. Bertram beschreibt eine Tendenz zu natürlichen Materialien und wohnlicheren Atmosphären. Dieser Ansatz ermöglicht eine größere gestalterische Vielfalt und erleichtert die Integration von aufbereiteten Möbeln. Die Verbindung von Nachhaltigkeit und zeitgemäßem Design resultiert in attraktiven und umweltfreundlichen Arbeitsumgebungen.

Zeitlicher Aufwand für Urban Mining Projekte im Bürobereich

Die Implementierung von Urban Mining Konzepten führt nicht zwangsläufig zu deutlich längeren Projektlaufzeiten. Bertram präsentiert ein Beispiel, bei dem die Demontage wiederverwendbarer Teile bei einem Gebäudeabriss etwa 2-2,5 Monate zusätzliche Zeit in Anspruch nahm. Bei einer Gesamtbauzeit von zwei Jahren ist dies ein vergleichsweise geringer Zeitraum, der die Effizienz des Urban Mining-Ansatzes unterstreicht.


Transkript

0:00 Herzlich willkommen zum Immobilienredaktion Office Talk. Ich bin in einem Büro, das ich schon relativ gut kenne. Ich bin wieder mal beim Team Dnesda und heute endlich bei mir der zweite Kopf in der Führungsriege des Team Dnesda. Bei mir ist Oliver Bertram. Oliver, hallo und danke, dass du die Zeit nimmst für unser Gespräch. Danke für die Möglichkeit. Es freut mich sehr. Wenn ich jetzt nehme an ich würde morgen mein Büro neu einrichten und ich muss vielleicht neue Möbel kaufen, auf welche Materialien sollte ich denn achten, damit ich das dann vielleicht auch später wieder einem Reuse oder vielleicht sogar einem Refurbishment zuführen kann?

0:41 Ja, der Gedanke bei den Materialien ist natürlich einer, relativ schnell im Kopf ist, aber die Frage ist meist nicht, welche Materialien sind das, denn alles, was in irgendeiner Art Weise ein Material ist, was im traditionellen Handwerk, in einer Schlosserei, bei einem Sattler oder bei einem Tischler verarbeitet werden kann kann auch in dem Sinne einem Reuse zur Verfügung gestellt werden, aber meist ist die Sache viel komplexer. Woran geht ein Möbel kaputt? Es geht ein Kunststoff-Spritzgustteil kaputt, das man nicht ersetzen kann. Jetzt kann man das heute 3D drucken,

Vollständiges Transkript anzeigen

1:21 aber bis man das 3D gedruckt hat hat man 400 Euro ausgegeben für dieses eine Teil und der Stuhl ist möglicherweise nur 60 Euro wert, weil das Spritzgustteil einen Ursprungswert von keine Ahnung, zwei Cent hat oder so etwas. Und dann ist schnell die Entscheidung da, dieses Möbel nicht weiter zu verwenden, obwohl das Hindernis eigentlich ein relativ kleines ist. Und da ist der Rat von meiner Seite auch das, was wir tun, dass wir darauf achten, dass Möbelhersteller selber solche Programme mit anbieten, also Ersatzteilgarantien anbieten, Aufarbeitung oder Aufbereitung von Möbeln anbieten. Es gibt Hersteller, die nehmen Möbel von Kunden zurück in

2:02 eine Aufbereitung und verkaufen dem Kunden sozusagen das Möbel wieder neu, also sozusagen refurbished. Und die Differenzmasse, also das, was der Kunde nicht mehr in der neuen Umgebung gebrauchen kann, verkaufen ja andere ihrer Kunden. Und da gibt es sehr viel und das ist eigentlich ein sehr smartes Konzept, was jetzt immer mehr Möbelhersteller Machen. Und solche Hersteller zu wählen, auch Fokus, wenn ihr Projekte macht? Ja,. Der Fokus hat sich schon ein bisschen verändert. Wir haben in den 2010er-Jahren in den 2000er-Jahren ging es darum, schnell Umgebungen bereitzustellen,

2:43 manchmal auch Umgebungen, bei denen davon ausgegangen ist, dass ein Return of Investment in nur wenigen Jahren erreicht ist. Und dort war das billige Möbel besser als das teure Möbel. Die billigen Möbel sind oft eben Möbel, bei denen man keine Ersatzteile kriegt, bei denen auch möglicherweise die Langlebigkeit etwas geringer ist oder deutlich geringer ist. Und da merken wir schon, dass auch bei den Kunden die Bereitschaft für eine gewisse Qualität und die Möglichkeit, das Möbel über viele Jahrzehnte anstatt über viele Jahre zu haben, doch deutlich gestiegen ist. Und es ist uns angenehmer,

3:23 denn wir haben natürlich auch mehr Freude daran, ein Möbel mit einer hohen Qualität in einem Design anzuwenden, als wirklich jetzt die Kosten absolut zu minimieren. Das finde ich sehr spannend, weil ich glaube, viele stellen sich vor, wenn sie sagen, ich will möglichst langlebige Möbel, dann muss jeder Tisch drei Zentimeter Vollholzplatte haben, damit ich die mal nachschleifen und ölen kann. dabei liegt der Flaschenhaus in Wahrheit eben an diesen Ersatzteilen.. Hast du Zahlen, wie viel CO2-Einsparung aktuell schon durch solche Programme passiert oder wie viel Potenzial da drinnen Steckt? Die kann ich leider nicht liefern.

4:03 Da sind wir total am Anfang. Wir sind ja mit den Lieferketten, mit den Nachweisen, welche Materialien, vor allem wo die herkommen, das ist ja alles bei den alten Möbeln nicht dokumentiert. Das heißt also das was wir wegwerfen, das kennen wir gar nicht. Die Rechnung anzustellen wäre nicht sehr vertrauenswürdig, denn das ist natürlich eine Schätzung auf allen Ebenen. Das wird aber jetzt vermutlich immer mehr kommen, denn das mit den neuen ESG-Verordnungen wird ja auch deutlich besser bilanziert werden. Das, was vollkommen klar ist, ist wir wissen, was landet auf der Mülldeponie.

4:45 Und jedes Möbel was wir nicht wegwerfen, ist nicht mehr auf der Mülldeponie und wird dort nicht verbrannt. Jetzt, wenn ich da besonders darauf achte, wie verändern sich dann meine Kosten, wenn ich so ein Büro einrichte? Vielleicht auch auf lange Sicht habe ich da vielleicht eine andere Kurve, heißt Erstanschaffung höher dafür durch die längere Nutzungsdauer, egalisiert sich das Wieder? Das ist so ein also die Betrachtung der Lifecycle-Kosten, da gibt es ja dieses berühmte Diagramm mit dem Eisberg. Ein Fünftel steht oben raus, das sind die Investitionskosten am Anfang und die Betriebskosten unten raus ist der große Teil.

5:21 Das ist natürlich auch so. Also es ist wahnsinnig teuer, wenn man qualitativ unzuverlässige Möbel hat und das Facility-Management kontinuierlich Möbel tauscht. Der Aufwand des Facility-Management einzelne Möbel nachzubestellen und die zu ersetzen und den Rest zu entsorgen ist deutlich höher, als die Mehrinvestition für Gescheinsmöbel gewesen wäre. Und das ist schon, das ist etwas, das findet heute mehr Beachtung, ist allerdings doch die wirtschaftliche Gesamtsituation oftmals einem sehr strengen Finanzregiment unterstellt und findet oft, obwohl das getan werden

6:01 Soll Und obwohl aus auch den Willen dazu gibt, oftmals ökonomisch nicht möglich aktuell. Jetzt hast du es vorher angeschnitten, dass du dich am Anfang mit dem Design mit gebrauchten Möbeln nicht ganz so wohl gefühlt hast, ist aber dann auch die Frage, die Arbeitswelt ist momentan starken Änderungen unterworfen. Wie schwierig ist es denn dann jetzt in eine gewisse Ästhetik und auch die Funktionalität mit gebrauchten Möbeln an diese neuen Bedürfnisse Generation-White-Site anzupassen? Wir haben eine Veränderung in der, oder ich spüre eine Veränderung in der Art und Weise,

6:41 wie wir Büroumgebungen und gestaltete Umgebungen sehen. Es ist auf der einen Seite so, wenn wir uns überlegen in den 2000er bis 2010er Jahren da haben wir das durchgestalte, perfekt glänzende Büro gehabt, das immer, das ein bisschen wie aus so einer Science-Fiction-Utopie aussah. Wirklich coole Sachen, wirklich schön, auch sehr sehr ästhetisch, aber aus heutiger Sicht denkt man sich übertrieben. Ein bisschen auch unnötig und auch ein bisschen menschenfeindlich. Heute hat man viel mehr natürliche Materialien, Pflanzen,

7:22 Holz, Ziegelsteine, sichtbare Ziegelwände oder sowas. Solche Dinge, die viel mehr Wohnlichkeit bringen und diese Wohnlichkeit erlaubt eine gestalterische Vielfalt in viel größerem Maße. Diese gestalterische Vielfalt, diesen Spielraum, können wir nutzen, um mehr gebrauchte Dinge zu integrieren, ohne dass sie wie Fremdkörper sind da drin. Und das ist mir auch sehr sehr wichtig, denn es soll ja auch jetzt nicht aussehen wie so ein, wie das Büro vom Chef der Sperrmüllhalde, der sich die schönsten Möbel rausgesucht hat, mit denen er sein Büro ausgewählt hat eingerichtet hat und

8:04 damit einfach so ein Sammelsurium hat, das soll es ja nicht sein. Das heißt, ihr habt einen Shift vom Show-Off zum Wohlfühlfaktor. Wir sind in letzten 15 20 Jahren definitiv der Fall. Dauern solche Projekte, wenn ich diese von Anfang bis Ende unter diesem Ansatz Urban Mining, Reuse, Refurbishment, dauern die länger oder gleich lang oder vielleicht sogar kürzer? Also in unserem jetzigen Fall haben wir für einen leider nicht zu verhinderten Abriss eines Gebäudes eine Phase von zwei Monaten, zweieinhalb Monaten Vorlauf zur Demontage der

8:46 wiederverwendbaren Teile eingeplant. Das ist die Verlängerung bei einer Bauzeit von zwei Jahren. Das ist nicht viel, aus meiner Sicht. Also ich sage jetzt mal, Liefer-Schwierigkeiten auf der Baustelle erzeugen mehr Verzögerungen. Oliver, danke dir. Danke fürs Gespräch. fürs Zuschauen und wenn ihr keine Folge unseres Immobilienredaktions Office Talk mehr verpassen wollt, dann folgt unserer LinkedIn-Seite, die unabhängige Immobilienredaktion, oder meldet euch gleich direkt auf.immobilienredaktion.com zum Newsletter an.

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