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Sommergespräch mit Karina Schunker: Rückblick auf die Immobilienlage Ende 2021 und Anfang 2022

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Ende 2021 und Anfang 2022 schien es, als ob die Corona-Pandemie endlich zu Ende ging. Viele von uns wollten zurück zur Normalität, um quasi wieder durchzustarten. Doch dann kam die Kim-Verordnung, die gerade im refinanzierten Wohnraum die Handbremse wieder voll angezogen hat.

Die Auswirkungen der Kim-Verordnung und Zinserhöhungen

Einerseits gab es die Kim-Verordnung, die neue Rahmenbedingungen für die Immobilienfinanzierung mit sich brachte. Andererseits führten die Zinserhöhungen zu einer weiteren Belastung. Diese beiden Faktoren waren entscheidend, wenn es um das Thema Finanzierung ging. Ich würde sagen, dass bei etwa 80% oder sogar 90% aller Verkäufe im Hintergrund auch eine Finanzierung eine Rolle spielte.

Das bedeutet, dass der größte Teil der Käuferschicht auf eine Finanzierung angewiesen ist. Wenn sich die Rahmenbedingungen im Vergleich zur Vergangenheit ändern, hat das natürlich auch einen wesentlichen Einfluss auf die Nachfrage. Ein Beispiel dafür ist der Herbst 2022. Zu diesem Zeitpunkt, als die Kim-Verordnung in Kraft trat und die ersten Zinserhöhungen in die andere Richtung kamen, konnten wir einen Rückgang der Nachfrage von bis zu 70% im Vergleich zu Januar 2022 feststellen.

Veränderungen im Mietwohnungsbereich

Diese Veränderungen haben sich schlagartig ausgewirkt. Auf der anderen Seite ist die Nachfrage im Mietwohnungsbereich gestiegen. Hier konnten wir beobachten, dass ein Teil der Eigentumswohnungssuchenden in den Mietmarkt gewechselt ist. Dies geschah einfach, weil die Rahmenbedingungen für den Kauf von Immobilien schwieriger geworden sind.

Das Eigenkapital wurde erhöht, und auch die Finanzierungsquote hat sich verändert. Wenn wir über die monatliche Rate im Verhältnis zum Haushaltseinkommen sprechen, wurden die Stellschrauben noch einmal angezogen. Das Verhältnis im Mietbereich ist mit den Bonitätsprüfungen im Hintergrund eigentlich ein anderes.

Digitalisierung und Immobilien Marketing

In dieser neuen Realität ist die Digitalisierung der Immobilienbranche von großer Bedeutung. Innovative Ansätze wie der 360-Grad-Rundgang ermöglichen es potenziellen Käufern und Mietern, Immobilien virtuell zu besichtigen. Dies ist besonders wichtig, um die Sichtbarkeit und Attraktivität von Immobilien zu erhöhen.

Die Herausforderungen, die durch die Kim-Verordnung und die Zinserhöhungen entstanden sind, erfordern ein Umdenken im Immobilien Marketing. Es ist entscheidend, die Bedürfnisse der Käufer und Mieter zu verstehen und darauf zu reagieren. Nur so können wir in einem sich ständig verändernden Markt erfolgreich bleiben.

Aktuelle Entwicklungen im Immobilienmarkt

Jetzt kann man sagen, dass die Situation viel strenger ausgelegt ist als bei einer Mietwohnung. Bei einer Mietwohnung hat der Eigentümer mehr Entscheidungsfreiheit. Das sind Punkte, über die man lange diskutieren kann, ob sie fair sind oder nicht. Fakt ist, dass die Kiempferordnung hier auf jeden Fall zu einer Bremsung geführt hat.

Das Thema Zwischenfinanzierung wurde zwar wieder etwas aufgelockert, aber die Lockerungsmaßnahmen sind einfach noch nicht ausreichend. Der Markt hat sich noch nicht auf das Niveau von Anfang 2022 zurückbewegt. Mit der ersten Zinssenkung konnten wir jedoch eine kleine Erholung wahrnehmen. Auch die Nachfragesituation im Eigentumsegment hat sich wieder verbessert.

Uns wird nicht langweilig, also da braucht man sich keine Sorgen machen. Wir haben gut zu tun. Es ist jedoch die Zeitspanne, die die finanzierenden Banken benötigen, um Finanzierungen zu klären, sehr lang. Wir sprechen hier von teilweise über einem Monat. Das ist für die Verkäufer- und Entwicklerseite sehr schwierig, besonders wenn Banken nach den Verwertungsquoten und Zielen fragen. Die Prozesse brauchen einfach deutlich länger und waren einschneidend.

Wie stark hast du ein Stück der Nachfrage im Bereich Mietkauf gemerkt? Das Thema Mietkauf ist bei uns so richtig das erste Mal Mitte 2023 relevant geworden, als wir mit einem Kunden in Kontakt waren, der auch in der Vergangenheit solche Produkte am frei finanzierten Markt angeboten hat.

Aktuelle Entwicklungen im Bereich Mietkauf

Es gibt jetzt eine größere Liegenschaft, und dafür benötigt man einfach einen tatkräftigen Vertriebspartner. So sind wir ins Gespräch gekommen, um zu klären, ob das nicht auch eine spannende Variante für uns wäre. Wir haben uns intensiv ausgetauscht, insbesondere basierend auf unseren Vorerfahrungen mit den bisherigen Mietkaufmodellen. Dabei haben wir unsere Erfahrungswerte von der Kundennachfrage und das Feedback, das wir erhalten haben, einfließen lassen. Ziel war es, ein interessantes Konzept zu entwickeln, das auf einer soliden Kalkulation basiert.

Man muss sich vorstellen, dass es beim Mietkaufmodell eine Art „grüne Spielwiese“ gibt, auf der man sich bewegen kann. Die gesetzlichen Grundlagen sind im gemeinnützigen Bereich bei Genossenschaften verankert. Das bedeutet, dass man sich jetzt überlegen kann, wie eine Mietvorauszahlung strukturiert ist, ob es ein Optionsentgelt gibt, wie hoch die Miete ist, wie man die Miete indexiert und wie hoch der Kaufpreis ist. Auch die Entwicklung des Kaufpreises spielt eine wichtige Rolle.

Es gibt viele Stellschrauben, die man anpassen kann, um dieses Konzept zu erarbeiten. Im September 2023 sind wir dann mit unserem ersten Projekt in die Vermarktung gegangen, und das im Bereich Mietkauf. Hier konnten wir einen Nachfrageanstieg von etwa 20% in der Gesamteigentumsnachfrage bei EHL feststellen, wenn man von unseren Eigentumsobjekten ausgeht. Das ist eine beachtliche Zahl.

Allerdings muss man das Ganze differenziert betrachten. Woher kommt dieser Anstieg? Auf den Immobilienplattformen gibt es derzeit keine eigene Kategorie für das Thema Mietkauf. Stattdessen platzieren wir das als Mietwohnung mit einem textlichen Vermerk und Hinweis, dass es sich um ein Mietkaufmodell handelt. Das bedeutet viel Aufklärungsarbeit, denn es gibt einige Interessenten, die nicht genau nachlesen oder das Konzept im ersten Schritt nicht verstehen. Daher führen wir viele Telefonate und Gespräche, um die potenziellen Kunden umfassend zu informieren.

Die Digitalisierung spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Innovative Ansätze wie der 360-Grad-Rundgang ermöglichen es potenziellen Käufern und Mietern, Immobilien virtuell zu besichtigen. Dies erhöht die Sichtbarkeit und Attraktivität der Immobilien erheblich. In einem sich ständig verändernden Markt ist es wichtig, die Bedürfnisse der Käufer und Mieter zu verstehen und darauf zu reagieren. Nur so können wir im Immobilien Marketing erfolgreich bleiben und die Herausforderungen, die durch die Kim-Verordnung und Zinserhöhungen entstanden sind, meistern.

Transkript

0:07 Dann war Ende 2021, Anfang 2022 Corona zu Ende, wir wollten zurück zur Normal, quasi wieder durchstarten und dann kam die Kim, die gerade im reifinanzierten Wohnraum die Handbremse wieder voll angeknallt hat. Einerseits die Kim-Verordnung und andererseits einfach die Zinserhöhungen und das war einfach eine Kombination aus zwei wesentlichen Faktoren, wenn es um das Thema Finanzierung geht und ich sage jetzt einmal zu 80% oder 90% aller Verkäufe, da ging es im Hintergrund auch um eine Finanzierung. Also schon der größte Anteil der Käuferschicht braucht eine

0:49 Finanzierung und wenn es hier einfach zu anderen Rahmenbedingungen kommt als in der Vergangenheit, macht es natürlich dann auch auf der Nachfrage Seite einen wesentlichen Effekt aus und wir haben hier zum Beispiel wahrnehmen können, dass im Herbst 2022, wo dann eben mit Sommer die Kim-Verordnung gekommen ist, dann die ersten Zinserhöhungen andere Richtung, die ersten Zinserhöhungen gekommen sind, dass wir da in der Nachfrage, auf der Nachfrage Seite einen Rückgang von minus 70% im Vergleich zu jänner 2022 hatten. Also das hat sich schon schlagartig ausgewirkt. Auf der anderen Seite wiederum die Nachfrage im

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1:28 Mietwohnungsbereich gestiegen ist, also hier haben wir schon erkennen können, dass ein Teil der Eigentumswohnungssuchenden im Bereich der Miete rübergewandert sind, einfach weil die Rahmenbedingungen schwieriger geworden sind. Das heißt, das Eigenkapital wurde erhöht, auch die Finanzierungsquote, das heißt, wenn es um die monatliche Rate im Verhältnis zum Haushaltseinkommen geht, wurden auch noch einmal die Stellschrauben angezogen und da ist das Verhältnis im Mietbereich mit Bonitätsprüfungen im Hintergrund eigentlich ein anderes. Jetzt kann man sagen, jetzt ist das viel viel strenger ausgelegt als bei einer Mietwohnung,

2:05 weil bei einer Mietwohnung kann ja der Eigentümer drüber entscheiden. Das sind halt dann so Punkte, da kann man sich natürlich dann lange drüber unterhalten, wie fair das ist oder nicht. Fakt ist dass die Kiempferordnung hier auf jeden Fall zu einer Bremsung herbeigeführt hat. Auch das Thema Zwischenfinanzierung was dann zwar eh wieder aufgelockert wurde, aber so von den Lockerungsmaßnahmen ist es einfach noch nicht genug, dass der Markt nicht unmittelbar wieder auf dem Niveau Anfang 2022 angekommen ist. Jetzt mit der ersten Zinssenkung haben wir schon bisschen eine Erholung wahrnehmen können.

2:42 Auch die Nachfragesituation im Eigentumsegment ist wieder angefahren. Uns wird nicht langweilig, also da braucht man sich keine Sorgen machen, sondern wir haben gut zu tun. Es ist nur einfach auch teilweise die Zeitspanne die die finanzierenden Banken in Anspruch nehmen, um Finanzierungen zu klären, eine sehr lange, also wir sprechen hier von teilweise über einem Monat, ist dann auch wiederum für die Verkäuferseite, Entwicklerseite sehr sehr schwierig, wenn bei denen auch im Hintergrund die Banken nachfragen, wie sieht es derzeit aus mit den Verwertungsquoten und Zielen, werden die erreicht oder nicht.

3:19 Also es braucht gerade von den Prozessen einfach deutlich länger und ja, war einfach einschneidend. Wie stark hast du ein Stück der Nachfrage im Bereich Mietkauf gemerkt? Das Thema Mietkauf ist bei uns so richtig das erste Mal Mitte 23 schlagend geworden, wo wir mit einem Kunden in Kontakt waren, der auch schon in der Vergangenheit noch vor den Zinserhöhungen auch solche Produkte am frei finanzierten Markt angeboten haben und hat gesagt, es gibt jetzt eine größere Liegenschaft und da braucht er einfach einen tatkräftigen Vertriebspartner und so sind wir ins Gespräch gekommen,

3:59 ob das nicht auch eine spannende Variante wäre und wir haben uns ausgetauscht, auch auf Basis der Vorerfahrungen bei den bisherigen Mietkaufmodellen und haben einfach unsere Erfahrungswerte von der Kundennachfrage von dem Feedback hiermit einfließen lassen und haben dann versucht ein interessantes Konzept dahinter zu legen, eine Kalkulation, weil man muss sich vorstellen, beim Mietkaufmodell gibt es eigentlich eine grüne Spielwiese auf der man sich aufhalten kann, gesetzliche Grundlage wird es im gemeinnützigen Bereich bei Genossenschaften, das heißt da kann man sich jetzt überlegen,

4:39 wie ist eine Mietvorauszahlung strukturiert, gibt es ein Optionsentgelt, wie hoch ist die Miete, wie indexiere ich die Miete, wie hoch ist der Kaufpreis, wie entwickelt sich der etc. Also da gibt es einfach viele Stellschrauben, die man setzen kann um dieses Konzept zu erarbeiten und wir sind dann im September 23 mit dem ersten Projekt dann in die Vermarktung gegangen im Mietkauf und hatten hier einen Nachfrageanstieg von, man gesamt von unseren Eigentumsobjekten ausgeht was eine sehr große Anzahl ist, allein nur durch das Mietkaufmodell von ca. 20% in der Gesamteigentumsnachfrage bei

5:22 EHL, das ist ordentlich, jetzt muss man das natürlich so bisschen differenziert betrachten, weil woher kommt das, es gibt auf den Immobilienplattformen jetzt keine eigene Kategorie mit dem Thema Mietkauf, sondern wir platzieren das als Mietwohnung mit dem textlichen Vermerk und hinweis, es geht hier um ein Mietkaufmodell, das heißt viel Aufklärungsarbeit, weil es gibt doch einige, die dann nicht genau nachlesen oder auch das Konzept natürlich nicht im ersten Schritt verstehen, kennen, deswegen viele Telefonate, viele Gespräche, um einmal zu erklären,

6:03 was bedeutet dieses Mietkaufmodell überhaupt, wie sind hier die Konditionen und wäre das dann etwas Interessantes oder wäre dann doch eher klassische Mietwohnung interessant und so hat sich dann natürlich aus diesem starken Nachfrageanstieg dann wiederum ein kleinerer Teil als wirklich konkrete Interessenten für den Mietkauf herauskristallisiert. Du hast es selber auch angesprochen, der Mietkauf wäre rechtlich gar nicht so einfassend. Glaubst du, dass das auch ein Grund ist, warum es bei vielen Projektentwicklern noch nicht angekann, ist und dann auch weniger umgesetzt wird, weil sie sich nicht übertrauen wie Kriech und

6:41 Schamverkaufspreis über das Modell zusammen? Also man hätte ja viele Möglichkeiten, ich glaube es schwebt hier einerseits das Thema Erfahrungswerte, Unsicherheit, wie gut wird das dann wirklich angenommen, so bisschen mit das zweite Thema ist natürlich braucht man hier im Hintergrund auch eine gute rechtliche Beratung, entsprechend ein Vertragswerk und Konstrukt, der dann auch auf fundierter Basis erstellt wird, damit auch dieses Mietkaufmodell mit allen Parametern, mit allen Konditionen auch gut aufgestellt ist und dieser Mietkaufvertrag geschlossen werden kann, also Optionsvertrag in Wahrheit.

7:20 Das nächste ist, man muss natürlich auch immer als Verkäufer, Vermieter in dieser Konstellation beim Mietkaufmodell damit kalkulieren, was passiert, wenn diese Kaufoption nicht gezogen wird und das ist für viele Entwickler, die jetzt wirklich nur reinen Produkte entwickeln und dann verkaufen wollen, ein Thema, weil es bei vielen einfach nicht um die Bestandshaltung geht oder auch kein Interesse besteht, sondern wirklich der Verkauf und das ist auch noch mal ein größerer Punkt, der glaube ich viele davor auch hemmt, etwa so einen Mietkauf zu positionieren, aber wir sind in vielen Gesprächen, weil es gibt Fragezeichen und es gibt auch wenige die sich

8:00 mit dem Thema auseinandergesetzt haben, ich hatte letztlich auch erst ein Gespräch und Interview mit der Presse dazu, also nicht mit die Presse, sondern mit an der Pressestelle und da sind einfach auch sehr sehr viele Fragen aufgekommen und die ich jetzt so im ersten Schritt auch nicht denke, weil ich einfach so sehr in dem Thema drinnen bin, aber eben für einen Interessenten gibt es wieder Fragestellungen und da muss man auch entsprechend gut vorbereitet sein und alles gut erklären können und sich einfach mit den Gegebenheiten auseinandergesetzt haben. Das heißt auch Projektentwickler, die sich mit dem Thema vielleicht ansatzweise befassen und

8:36 einem vom Arktas so kommt, du bist die Fachfrau dafür? Jederzeit gerne und ich stehe mit all unseren Erfahrungswerten die wir jetzt doch mit den unterschiedlichen Mietkauf Modellen auch selber sammeln durften, zur Verfügung und für einen Austausch bereit.

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