Richard und Benedikt Buxbaum: Warum das Unternehmen bewusst klein bleibt

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Mag. Richard Buxbaum und Benedikt Buxbaum, BA, führen seit 2024 das Wiener Maklerunternehmen BUXBAUM Immobilien – der Vater nach 33 Jahren bei Otto Immobilien, der Sohn frisch von der Fachhochschule. Im OfficeTalk mit Walter Senk erzählen die beiden, warum sie sich vor der Gründung einen Coach nahmen, weshalb sie bewusst zu zweit bleiben – und warum ein Auftrag bei ihnen in rund acht Wochen abgeschlossen sein muss. Ein Gespräch über ein Familienunternehmen, das Wachstum kann, aber nicht will.

Wer sind Richard und Benedikt Buxbaum?

Richard Buxbaum ist einer der bekanntesten Wohnimmobilien-Makler Wiens: 33 Jahre bei Otto Immobilien, davon fast zwei Jahrzehnte als Prokurist und Leiter der Abteilung Wohnimmobilien und Zinshäuser, 2017 mit dem CÄSAR als bester Makler Österreichs ausgezeichnet – in der Branche trägt er den Spitznamen „Dr. Zinshaus". Sein Sohn Benedikt schloss 2023 das Bachelorstudium Immobilienwirtschaft an der FHWien der WKW ab und zählt als einer der 5 Ambassadors in der Kategorie „Marketing & Sales“ zu den PreisträgerInnen der „Real 100 Under 40"

Gemeinsam gründeten die beiden 2024 die BUXBAUM Immobilien GmbH mit Sitz in der Wiener Innenstadt – als Fifty-fifty-Eigentümer und bewusst als Zwei-Personen-Unternehmen mit Fokus auf Premium-Wohnimmobilien und Zinshäuser, vor allem in Gersthof und Döbling.

BUXBAUM Immobilien im Steckbrief

  • Gegründet 2024, Sitz: Neubadgasse 4/5, 1010 Wien

  • GesellschafterInnen-Struktur: Richard und Benedikt Buxbaum zu je 50 %

  • Spezialisierung: Premium-Wohnimmobilien, Villen, Grundstücke, Zinshäuser

  • Fokusgebiete: Gersthof (18. Bezirk) und Döbling (19. Bezirk)

  • Vermarktungsdauer: ein bis acht Wochen (nach eigenen Angaben)

  • Richard Buxbaum: 33 Jahre Otto Immobilien, CÄSAR 2017

  • Benedikt Buxbaum: BA Immobilienwirtschaft (FHWien der WKW, 2023), „Real100 Under 40 Ambassador 2026”

Fünfzig Namen – und dann doch der eigene

Am Anfang stand, wie so oft, die Frage nach dem Namen. Rund 50 kreative Vorschläge habe der Sohn eingebracht, erzählt Richard Buxbaum, manche davon „sicher spannend und gut". Durchgesetzt hat sich am Ende trotzdem der Senior: „Wir wollen authentisch rüberkommen. Da gibt es eigentlich keinen besseren Markennamen als unseren Familiennamen."

Es ist eine kleine Anekdote, die viel über dieses Familienunternehmen erzählt: Tradition und junge Dynamik verhandeln miteinander – und finden zusammen. „Die Erfahrung, das Traditionelle, aber auch meine Impulse mit junger Dynamik – das ergänzt sich sehr, sehr gut", beschreibt Benedikt Buxbaum die Arbeitsteilung der Generationen. Der Jungmakler bringt dabei auch sein eigenes Netzwerk ein: Er ist unter anderem bei FORE und den ÖVI Young Professionals aktiv – in Kreisen, „die vielleicht für meinen Vater nicht so erreichbar sind", wie er es formuliert. Dort sitzen schließlich jene, die die nächste Generation an Führungspersönlichkeiten der Branche stellen werden.

Warum ein Coach vor der Firmengründung?

Die vielleicht ungewöhnlichste Entscheidung fiel, bevor der erste Auftrag am Tisch lag: Vater und Sohn engagierten einen Coach. Dass Familienkonstellationen im Geschäftsleben nicht immer konfliktfrei verlaufen, war Richard Buxbaum von Anfang an bewusst. Seine Antwort darauf ist bemerkenswert unaufgeregt: „Du, Benni, lass uns im Vorfeld einen Coach nehmen und einmal überlegen, wie wir uns darauf vorbereiten müssen, wenn wir jetzt als Familienunternehmen starten."

Als Fifty-fifty-Eigentümer müsse man hin und wieder Entscheidungen treffen, „und das kann die ein oder andere Krise auch geben". Also wurde vorab geklärt, wo es Themen geben könnte und wie man Entscheidungen findet, ohne dass daraus ein großes Thema wird. Prävention statt Reparatur – ein Modell, das auch anderen Familienbetrieben der Branche zu denken geben könnte. Nach zwei Jahren täglicher Zusammenarbeit scheint die Rechnung jedenfalls aufzugehen.

Das Zwei-Personen-Modell: bewusst gegen Wachstum

Unterschiedliche Vorstellungen gab es anfangs durchaus – etwa bei der Frage, wie groß das Unternehmen werden soll. „Benni – dynamisch, jung – natürlich: wachsen, wachsen, wachsen", erinnert sich der Vater. Inzwischen sind sich beide einig: Das Zwei-Personen-Modell ist die ideale Variante. „So viel machen, wie wir zu zweit gut erledigen können", lautet die Devise – denn sobald es jemanden Weiteren gibt, ist die Herausforderung größer, und Entscheidungen wollen die beiden im Endeffekt zu zweit treffen.

Aus der bewussten Kleinheit folgt eine strikte Auftragsselektion. Übernommen wird, was zum Profil passt: Bestandsobjekte in Lagen, bei denen der erfahrene Makler „eine Fantasie" hat, die sich transportieren lässt.

Projektvermarktungen mit vielen Wohnungen an einem Standort werden vorerst als alleiniger Makler abgelehnt – dafür brauche es Backoffice und Marketingstrukturen, „da gibt es andere, die viel besser aufgestellt sind", sagt Richard Buxbaum. Benedikt Buxbaum ergänzt: “Sofern wir in einem Leadmaklerteam als „Small Diamond“ zu einem großen Maklerunternehmen mehrwertstiftend dabei sein können, wäre dies vielleicht demnächst eine Überlegung wert.”

Und noch ein Kriterium hat sich etabliert, wie Benedikt Buxbaum erklärt: „Unser Tag hat 24 Stunden, die Woche sieben Tage. Und dadurch, dass wir nicht vorhaben, in nächster Zeit unsere Strukturen zu vergrößern, können und wollen wir auch nur Aufträge annehmen, die sich in einem zeitlichen Horizont von circa acht Wochen realisieren lassen." Sein eigener Ehrgeiz, gibt er offen zu, würde manchmal mehr wollen – die Erfahrung des Vaters sorge aber dafür, dass er „ein bisschen einsichtiger" werde. Manchmal sei eine Absage ohnehin nur eine Frage des Zeitpunkts.

Zinshaus und Premium-Wohnen: der Markt gibt Rückenwind

Das Umfeld für die Spezialisierung der beiden hat sich zuletzt aufgehellt: Der Wiener Zinshausmarkt erreichte 2025 laut dem Marktbericht von Otto Immobilien ein Transaktionsvolumen von rund 1,04 Milliarden Euro – ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erstmals seit 2022 wieder über der Milliardenschwelle, bei 348 Verkäufen und einer Durchschnittsrendite von rund 3,15 Prozent. Ausgerechnet jener Markt also, dem Richard Buxbaum seinen Spitznamen verdankt, sendet Erholungssignale. Bis zum Juni wurde heuer vieles verkauft, der Sommer ist etwas ruhiger. Jetzt wird der Herbstmarkt vorbereitet – zu zweit, versteht sich.

Vom Straßenbahnfahrer zum Immobilienmakler

Dass Benedikt Buxbaum in der Immobilienwirtschaft landen würde, war übrigens nicht ganz von Anfang an klar – zunächst standen Autobusfahrer, Straßenbahnfahrer und Pilot auf der Wunschliste. Dann aber durfte er schon in jungen Jahren den Vater zu Zinshaus-Besichtigungen am Wochenende begleiten, absolvierte während der Schulzeit Praktika bei namhaften Wiener Immobilienunternehmen und schloss nach Matura und Zivildienst das Studium an der Fachhochschule ab. Gedrängt worden sei er nie, betont er – die Vater-Sohn-Beziehung habe ihm die Branche einfach ein Leben lang nahegebracht. Nach viereinhalb Jahren im Angestelltenverhältnis fiel im September 2024 die Entscheidung für die Selbstständigkeit: „Und ich fühle mich da wohl."

Das gesamte Gespräch sehen Sie im Video.

Häufige Fragen

Wer ist Richard Buxbaum?

Mag. Richard Buxbaum ist Mitgründer und Geschäftsführer von BUXBAUM Immobilien in Wien. Zuvor war er 33 Jahre bei Otto Immobilien tätig, davon fast 20 Jahre als Prokurist und Leiter Wohnimmobilien/Zinshäuser. 2017 wurde er mit dem CÄSAR als bester Makler Österreichs ausgezeichnet.

Warum wird Richard Buxbaum „Dr. Zinshaus" genannt?

Den Spitznamen verdankt er seiner jahrzehntelangen Spezialisierung auf den Wiener Zinshausmarkt, unter anderem als Mitbegründer des Ersten Wiener Zinshausmarktberichts und einer umfassenden Zinshausdatenbank.

Was ist BUXBAUM Immobilien?

BUXBAUM Immobilien ist ein 2024 gegründetes Wiener Maklerunternehmen von Richard und Benedikt Buxbaum (je 50 % Eigentum), spezialisiert auf Premium-Wohnimmobilien, Villen, Grundstücke und Zinshäuser – mit Fokus auf Gersthof und Döbling.

Warum bleibt BUXBAUM Immobilien bewusst ein Zwei-Personen-Unternehmen?

Vater und Sohn wollen Entscheidungen zu zweit treffen und nur so viele Mandate übernehmen, wie sie persönlich betreuen können. Angenommen werden nur Aufträge, die sich in rund acht Wochen realisieren lassen; Projektvermarktungen lehnen sie ab.

Warum haben Vater und Sohn vor der Gründung einen Coach engagiert?

Um mögliche Konfliktthemen der Vater-Sohn-Konstellation als Fifty-fifty-EigentümerInnen vorab zu identifizieren und Entscheidungswege festzulegen – Konfliktprävention statt Krisenmanagement.

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