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ÖGNI Symposium 2026: Theater statt Hofburg

GP

von Gerhard Popp

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4 Minuten Lesezeit

Rund 800 Gäste angekündigt, ein Team von neun Leuten: Am 22. Oktober lud die ÖGNI zum zweiten Mal zu ihrem Symposium – heuer ins Wiener Ronacher, mit Ban Ki-moon als Stargast. Im Aftermovie kommen Peter Engert, Andreas Köttl, Evgeni Gerginski, Gerald Beck, Maresa Schmid, Ines Delić, Romina Jenei und Thomas Gruber zu Wort. Die Botschaft des Abends: endlich ins Handeln kommen.

„Wir wollen gern mehr", so Peter Engert, Geschäftsführer der ÖGNI, kurz vor der Pressekonferenz. Mehr heißt: mehr als die 200 oder 300 Menschen, die man bei einer Fachveranstaltung in einen Saal bringt und mit Informationen, Inhalten und Denkanstößen versorgt. Zwei Tage lang hatten drei Arbeitsgruppen mit ExpertInnen aus der DACH-Region getagt. Die Ergebnisse sollten auf ein großes Publikum treffen. Engert bringt es auf den Punkt: „Für das brauchst du einen Stargast."

Neun Leute, ein großes Rad

2024 war es Cate Blanchett in der Hofburg, heuer Ban Ki-moon im Ronacher. Der Aufwand dahinter ist beträchtlich. „Organisation wie wir sind, mit mir zu neunt, und wir drehen da ein sehr, sehr großes Rad", rechnet Engert vor. Das muss „wirklich Kilometer machen". Rund 800 Gäste waren angekündigt. Das sind fast 90 Gäste pro Kopf im Team. Man könnte auch sagen: Die ÖGNI arbeitet mit der Personaldecke eines mittleren Planungsbüros und der Reichweite einer Großmesse.

Der Ortswechsel war bewusst gewählt. „Hofburg ist ein imperialer Raum. Das Ronacher schaut auch imperial aus. Aber es hat eine Intimität eines Theaters", so Engert. Dazu kamen DarstellerInnen von „Maria Theresia – Das Musical", die in Kostümen durch die Gänge zogen. Engert: „Es macht intimer. Es macht auch mehr Spaß, glaube ich."

Ein Tag, zwei Bühnen

Begonnen hat der Tag mit einer Pressekonferenz. Ban Ki-moon betonte laut immoflash, dass Wachstum und Nachhaltigkeit einander nicht ausschließen. Nachhaltigkeit dürfe aber nicht nur für privilegierte Bevölkerungsgruppen leistbar sein. Klimajournalistin Louisa Schneider warnte davor, die Verantwortung auf Einzelne abzuwälzen. Den Rahmen müssten jene setzen, die entscheiden.

Am Abend eröffneten Engert und ÖGNI-Präsident Andreas Köttl. Louisa Schneider setzte einen Impuls über Gemeinschaft, Mut und Zuversicht. Danach präsentierten die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse zu Digitalisierung, zu KI und Robotik sowie zu lebenslangem Lernen. Für Gesprächsstoff sorgte vor allem die Arbeitsgruppe KI. Sie schlägt laut immobilien investment vor, die arbeitgeberseitigen Lohnnebenkosten abzuschaffen und über höhere Gewinnsteuern gegenzufinanzieren. Ein Nachhaltigkeitsverband, der Steuerpolitik betreibt – das ist neu.

Der Höhepunkt war das Gespräch mit Ban Ki-moon. Durch den Abend führte Manuela Raidl.

Beginne bei dir selbst

Bei Andreas Köttl hat vor allem der Impuls über indigene Kulturen gewirkt. „Das ist ein komplett Mindset-Wechsel bei mir", sagt er. Allerdings ist ihm das Thema näher, als es scheint. Köttl erinnert an seine Kindheit in der Steiermark: Licht abdrehen, den steilen Hang noch mit der Sense mähen, die Natur vollständig nutzen, ohne ihr etwas wegzunehmen. „Ich muss nicht immer noch in den Amazonas gehen dafür." Den Bruch verortet er Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre, als das Leben im Überfluss begann.

Anders gesagt: Was heute als alternativ gilt, war vor zwei Generationen der Normalfall.

Inszenierung als Inhalt

Evgeni Gerginski, geschäftsführender Gesellschafter von HAWLIK GERGINSKI Architekten und ÖGNI-Botschafter, war „immer noch überwältigt". Ihn beeindruckte die Verbindung aus dem Musical mit dem Thema starke Frauen und Ban Ki-moons Nachhaltigkeitszielen, in denen die Rolle der Frau weit oben steht. Gerginski: „Das kann kein Zufall sein."

Gerald Beck, Geschäftsführer von BIG und ARE und Vizepräsident der ÖGNI, sieht das Rezept des Formats in drei Zutaten. Das Besondere an diesem Symposium sei immer, „dass es ein besonderer Rahmen ist, dass es besondere Leute sind und dass es auch besondere Aussagen sind". Wenn einer der größten Immobilieneigentümer des Landes im Präsidium sitzt, ist Nachhaltigkeit keine Imagefrage mehr.

Ins Handeln kommen

Maresa Schmid, Abteilungsleiterin der DGNB Akademie, hatte drei Tage lang in der Arbeitsgruppe „Lebenslanges Lernen als Schlüssel zur Transformation" mitgearbeitet. Ihre Botschaft ist kurz: „Nicht diskutieren, nicht warten, sondern wirklich direkt machen." Man müsse auch den Business Case sehen.

Nicht alle sind restlos überzeugt nach Hause gegangen. „Ich hätte mir gewünscht, mehr mitzunehmen", meint Ines Delić, Architektur- und Objektberaterin bei Swisspearl. Sie hätte gerne mehr Guidelines gehabt, also Punkte, die sie im Alltag, in der Firma und in der Community umsetzen kann. Das ist eine berechtigte Anmerkung bei einem Motto, das „Turning Intentions into Impact" lautet. Wer Wirkung verspricht, muss Werkzeuge liefern.

Gemeinsam oder gar nicht

Romina Jenei, Geschäftsführerin von RegioPlan Consulting, kennt das Muster aus ihrer Arbeit zu Innenstädten und Shoppingcentern. „Es hilft nichts, mit dem Finger auf andere zu zeigen", sagt sie. „Jeder alleine kann nur seine Stellschrauben ändern."

Thomas Gruber, Gründer und Geschäftsführer von PLENUS Immobilien, holt das Thema in den Zinshausmarkt. Es sei immer mehr ein Thema, „dass das Zinshaus grün wird und auch in Zukunft einfach die ESG-Konformität erfüllt". Wer heute ein Zinshaus kauft, kauft die Sanierungsfrage mit.

Am Rande

Im Start-up Corner präsentierten zwölf Jungunternehmen ihre Lösungen, ausgewählt über die ÖGNI Start-up Challenge powered by Orbyz. Eines davon war AeroSurvey Solution. „Alle, die bauen, die Immobilien-Menschen sind gerade hier an einem Ort versammelt", so Geschäftsführer Kamil Lagun. Eva Roubal, Lean Managerin bei der PORR und Präsidiumsmitglied des ÖIAV, fasst den Abend aus Sicht der Verbände zusammen: „Es geht ja nur gemeinsam."

Was bleibt, ist ein Abend, der weniger auf Glamour und mehr auf Inhalt gesetzt hat als die Premiere. Die Messlatte hat Engert selbst gelegt: Wenn die Ergebnisse auf ein großes Publikum treffen und es zum Handeln anregen, „dann haben wir es richtig gemacht".

Die Interviews im Aftermovie führte Walter Senk.

Dieser Inhalt enthält KI-generierte Elemente.

Transkript

0:39 Wien, Ronacher. Zum zweiten Mal lädt die ÖGNI zum Symposium. Das Motto: Sustainability, Turning Intentions into Impact. Der Tag beginnt mit einer Pressekonferenz. Ehrengast ist der frühere UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Seine Botschaft: Wachstum und Nachhaltigkeit schließen einander nicht aus. Aber Nachhaltigkeit darf kein Privileg weniger sein. ÖGNI-Geschäftsführer Peter Engert erinnert daran, dass Gebäude über Jahrzehnte wirken. Klimajournalistin Luisa Schneider fordert, die Verantwortung nicht auf Einzelne abzuwälzen. Am Abend füllt sich das Ronacher. Peter Engert und ÖGNI-Präsident Andreas Köttl eröffnen.

1:17 Höhepunkt ist das Gespräch mit Ban Ki-moon über die Klimakrise, über Verantwortung und über den Auftrag, bei sich selbst zu beginnen. Dazwischen gibt es Szenen aus Maria Theresia, das Musical. Danach wird genetzwerkt bis spät in den Abend. Der Anspruch des Abends: Ins Handeln kommen. Endlich. Ich glaube, um Nachhaltigkeit, die Notwendigkeit der Gemeinsamkeit, die Notwendigkeit der Zivilgesellschaft endlich ins Handeln zu kommen und das gut zu präsentieren, ist jeder Effort gut. Und deswegen geben wir auch so Gas, weil wir wollen das in unserer Gesellschaft, in

Vollständiges Transkript anzeigen

1:57 unseren Medien unterbringen. Viele doch noch wieder neue Inputs. Ich habe auch mit unserer Keynote-Moderatorin gesprochen und das arbeitet in mir gerade. Also wenn du mich fragst, was da geblieben ist, dann sind da einige Gedanken, die im Moment in meinem Kopf sich gerade drehen dazu. Wenn du Botschafter der ÖGNI bist, ist das natürlich auch der Grund, warum du heute da bist. Das ist ganz sicher nicht der Grund, wieso ich heute da bin, sondern einfach das Ambiente, das Thema, die Vorstellung der Arbeitsgruppen. Die haben sich sehr viel Mühe gegeben. Aber auf jeden Fall, die ganzen Menschen hier zu sehen und den ganzen Spirit zu

2:42 erleben, welchen die Menschen für die Nachhaltigkeit in sich tragen. Warum bist du heute da? Weil die ÖGNI mir seit vielen Jahren ein großes Anliegen ist und ich ihre Ziele immer sehr stark mit vertreten habe und auch hier als Vizepräsident tätig sein darf. Die Botschaft, die ich mitnehme, ist vor allem: einfach ins Handeln kommen, nicht diskutieren, nicht warten, sondern wirklich direkt machen, jeden dazu anzustiften und auch daran zu glauben, den Business Case zu sehen und dadurch einfach jedem eine gerechtere Welt in der Zukunft bereitzustellen. Mich als Thema Sustainability interessiert mich persönlich, interessiert mich im

3:22 beruflichen Kontext und deswegen bin ich da. Ich nehme mit, dass wir noch mehr enger zusammenrücken müssen, kooperieren. Jeder Einzelne hat eine Verantwortung, aber dass wir es nur gemeinsam schaffen, zu stemmen. Warum bist du heute da? Ja, für mich ist wichtig dieser Umweltgedanke. Es ist auch in unserem Zinshaus immer mehr ein Thema, dass das Zinshaus grün wird und auch in Zukunft einfach die ESG-Konformität erfüllt. Und somit ist das ein ganz tolles Thema und auch ich privat möchte in einer schönen Zukunft leben und in einer schönen Umgebung leben.

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