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Office Report 2026/27: 102 Millionen Euro Miete für Büros, die niemand braucht

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von Gerhard Popp

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5 Minuten Lesezeit

Rund 102 Millionen Euro Miete pro Jahr zahlen Unternehmen für Büroflächen, die niemand braucht. So steht es im neuen Office Report 2026/27, den Oliver Bertram (Bertram ZT) gemeinsam mit Andreas Gnesda (teamgnesda) herausgibt. Im Videointerview erklärt der Architekt und Ziviltechniker, warum Unternehmen trotzdem an ihren Flächen festhalten, warum Verkleinern allein zu kurz greift und warum er Architektur heute nicht mehr studieren würde.

Sechste Ausgabe, 225.300 Beschäftigte

Der Office Report erscheint heuer zum sechsten Mal. Für die aktuelle Ausgabe haben die Herausgeber 164 Organisationen mit 225.300 Beschäftigten im DACH-Raum befragt, Umfragepartner waren pro m² und Neudoerfler. Nach Angaben der Herausgeber ist der Report damit die größte Erhebung dieser Art in Europa. Bertram sieht sich selbst als „ein bisschen der Ideengeber und Initiator“, teamgnesda bringe als Berater die Kontakte in die Branche ein. Und wie viel Bertram steckt im Report? „Also ich würde sagen, vom Herzblut zweimal 100 Prozent. Nein, das ist schon fifty-fifty.“

Die Kernzahl: 340.310 Quadratmeter überschüssige Bürofläche allein in der Stichprobe. Wo sie entstehen, welche Branchen vorne liegen und wo die Nachzügler stehen, schlüsselt der Report detailliert auf. Nur so viel: Die Vorreiter kommen mit rund einem Drittel der Fläche pro Kopf aus, die die Nachzügler belegen.

Freitags im Leerlauf

Ungenutzte Büroflächen sind nach eigenen Worten Bertrams Steckenpferd. Viele Flächen würden gar nicht genutzt oder seien an Freitagen so leer, dass man sie bei anderer Arbeitsorganisation gar nicht bräuchte. „Und diese Flächen summieren sich auf unglaubliche Größenordnungen“, sagt Bertram, „die müssen gemietet werden, die müssen betrieben werden, die müssen gereinigt werden, die müssen geheizt, gekühlt werden.“ Dieses Geld, so Bertram, könne der Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens „sehr, sehr helfen“, anstatt für Fläche ausgegeben zu werden, die niemand braucht.

Warum niemand abgibt

Warum gibt dann kaum jemand Fläche ab? In den USA, so Bertram, merkten Unternehmen viel früher, dass sie etwas nicht brauchen, und reduzierten radikaler. In Österreich herrsche eher die Angst, die Belegschaft zu schockieren, dazu ein territoriales Denken: „Ich kann doch von meiner Fläche nichts abgeben.“

Am Willen fehle es nicht: „Wenn man im Management fragt: ‚Habt ihr zu viel Fläche?‘, ist in der Regel die Antwort Ja. ‚Wollt ihr sie reduzieren?‘, ist in der Regel die Antwort auch Ja.“ Das Problem liege in der Umsetzung. Kaum ein Unternehmen hat eigene Leute für das Thema, externe Beratung bedeutet monatelange Prozesse, und der heimische Mietmarkt sei „deutlich träger als in den USA“. Eine Teilfläche abzumieten, koste hierzulande deutlich mehr Aufwand und stoße auf mehr Widerstand.

Bertrams Gegenrezept: nicht einfach verkleinern, sondern umbauen. Eine schlecht gepflegte Fläche werde durch Verkleinern nicht besser. Der eigentliche Deal sei eine erneuerte Arbeitswelt, die sich über die eingesparte Miete refinanziert.

„Jeder Beruf, der vor einem Bildschirm sitzt, ist gefährdet“

Der Report spricht von einer „kostspieligen Wartestellung“ in vielen Führungsetagen. Bertram nennt einen Grund dafür, der über den Büromarkt hinausgeht: die künstliche Intelligenz. „Ich glaube, dass ich heute nicht mehr Architektur studieren würde, obwohl ich das einen sensationellen Beruf finde. Aber jeder Beruf, der vor einem Bildschirm sitzt, ist gefährdet.“ Und worauf warten die Unternehmen? „Möglicherweise darauf, dass es wieder so wird wie vor zehn Jahren. Aber ich bin mir relativ sicher, sagen zu können, dass es nicht so werden wird.“

Ganz unumstritten ist diese These nicht. Eine Savills-Analyse vom April 2026, über die das Magazin „trend“ im Juni berichtete, sieht in Europa bisher keine belastbaren Hinweise darauf, dass KI die Bürobeschäftigung flächendeckend senkt. Die Konjunktur bleibe der stärkere Treiber.

Kulissen statt Identität

Ein Kapitel des Reports widmet sich Brand Design, und das Ergebnis überrascht. Ist das nicht eine bequeme Botschaft für einen Büroplaner? Bertram räumt das offen ein: „Natürlich referenzieren wir in unser eigenes Feld, das ist ganz klar.“ Er betont aber die Neutralität des Reports: „Ich würde als Unternehmen keiner Werbebroschüre glauben, die mir sagt, wie viel Fläche ich haben soll.“

Dann spricht er nach eigenen Worten „ein bisschen gegen meine Branche“: Es gebe wunderschöne Bürowelten, in denen MitarbeiterInnen nicht finden, was sie brauchen. „Eine super funktionierende Büroumgebung braucht nicht den Designertisch, die braucht den Tisch, und der muss die richtige Größe haben, am richtigen Ort sein.“

Markt im Umbruch

Der Wiener Büromarkt ist derzeit zweigeteilt. Laut Vienna Research Forum stieg der Leerstand moderner Büroflächen im dritten Quartal 2026 leicht auf 4,53 Prozent. Gleichzeitig meldete Otto Immobilien im Juli mit 29,50 Euro pro m² und Monat einen neuen Höchststand bei der Spitzenmiete. Neue Flächen kommen kaum nach: CBRE erwartet für heuer rund 76.400 m², laut CBRE-Research-Chef Marc Steinke das niedrigste Fertigstellungsvolumen seit fast 30 Jahren.

Darin sieht Bertram eine Chance für B-Lagen, wo Unternehmen noch große zusammenhängende Flächen finden. Sein Rat vor jedem Umzug: einen Blick in den Stadtentwicklungsplan werfen. Neue Nahverkehrsanschlüsse, Mobilitätskonzepte oder Parkanlagen könnten einen Standort „deutlich aufwerten“.

Neustart mit Bertram ZT

Seit Februar 2026 führt Bertram sein eigenes Ziviltechnikerbüro. Nach knapp fünf Jahren als Geschäftsführer und Partner von teamgnesda habe man sich darauf geeinigt, dass er „eher extern besserer Partner sein kann als intern“. Nach Bertrams Darstellung wollte Andreas Gnesda das Unternehmen stärker in Richtung Beratung ausrichten. Dazu komme die volatile Marktlage. Mit Bertram ZT will er breiter aufgestellt sein, „um wirtschaftlich interessanter und auch resistenter zu sein“.

Neben Workplace-Projekten plant das Büro Arztpraxen und erstellt Technical Due Diligences. Damit ist Bertram ZT auch beim Wiener Bauwerksbuch gefragt: Laut Bauordnung muss es für vor 1919 errichtete Gebäude bis 31. Dezember 2027 erstellt und registriert sein, für Baujahre 1919 bis 1945 bis Ende 2030. Für EigentümerInnen sei das „eigentlich ein No-Brainer“, sagt Bertram.

Ausblick: Das Büro 2050

Und 2050? „2050 werden wir keinen Office Report mehr brauchen“, sagt Bertram, weil man solche Fragen dann direkt einer KI stellen könne. Wichtiger werde die Begegnung von Mensch zu Mensch: „Es geht hin zum Gemeinsamen, zum mehr Sozialen, zum Eins-zu-eins-Austausch.“

Bis dahin lohnt der Blick in die aktuelle Ausgabe. Der Office Report 2026/27 zeigt, wie hoch die Sharing-Raten tatsächlich sind, welche Branchen bei der Flächeneffizienz führen, was Brand Design und Akustik zur Zufriedenheit beitragen und wohin sich die Nachfrage am Büromarkt verschiebt. Er steht bei teamgnesda und Bertram ZT zum Download bereit.

Dieser Inhalt enthält KI-generierte Elemente.

Transkript

0:10 Heute bei mir: einer der führenden Experten, wenn es um Büroplanung, Büroeinrichtung und New Work geht. Bei mir ist Oliver Bertram von Bertam.cd. Oliver, hallo und danke, dass du dir die Zeit nimmst für unser Gespräch. Vielen Dank, gerne. Wir drehen heute wieder im Climate Lab in der Spittelau und wo wir da genau sind, das seht ihr jetzt. Wir drehen heute im Climate Lab, dem Coworking und Event Space in der Spittelau. Das Climate Lab bietet Raum und eine Community für Start-ups, die sich mit der nachhaltigen Wirtschaftswende und Kreislaufwirtschaft beschäftigen. Weitere Infos findet ihr auf www.climatelab.at.

0:50 Oliver, du bist Architekt, du bist Gutachter, du bist Inneneinrichter. Deine Karriere hat aber ganz woanders angefangen. Du warst Profisurfer und das sind jetzt zwei Bilder bei mir im Kopf. Das eine: Freiheit, Meer, Strand, Profisport und dann Büro, Schreibtisch planen. Wie geht denn das zusammen und wie hast du diesen Wechsel vollzogen? Bei mir war es schon sehr früh klar, dass ich Architekt werden möchte. In Deutschland gab es zu dem Zeitpunkt einen Numerus clausus von circa 0,8, um

Vollständiges Transkript anzeigen

1:34 Architektur studieren zu dürfen. Ich war als Surfer in der Schule jetzt auch nicht unbedingt der Beste und habe deswegen eine gewisse Wartezeit akzeptieren müssen. Die habe ich mir mit meinem liebsten Hobby versüßt und bin direkt nach meinem Abitur auf die Ostseeinsel Fehmarn gezogen und habe dort gelebt und wurde dann von dort aus immer wieder für alle möglichen Veranstaltungen, für Events, für Regatten und so weiter gebucht und habe da eine Zeit lang mit Windsurfen mein Leben verdient. Bin viel unterwegs gewesen, habe auf mein altes, klappriges Auto in wenigen Monaten viele Tausend Kilometer draufgefahren, weil es natürlich von der

2:15 Ostsee bis nach Tarifa relativ weit ist oder bis nach Portugal. Das ging immer wieder hin und her. Die Architektur habe ich dann allerdings sehr schnell aufgenommen, als mein Windsurfen quasi geendet hat und ich die Möglichkeit bekommen habe, Architektur zu studieren, einen Studienplatz gekriegt habe und dann habe ich direkt Gas gegeben dabei. Gibt es da etwas, das du aus dieser Profisportzeit heute auch noch mitnimmst oder nutzt in deiner Tätigkeit als Architekt? Ich glaube, wenn du einen Wassersport machst, wo du alleine bist, wo du auf Wellen reagieren musst oder auf Wind reagieren musst, ist etwas, glaube ich,

2:59 das sehr stark eine gewisse Persönlichkeitsstruktur anspricht, nämlich an Menschen, die recht flexibel auf Herausforderungen reagieren. Ich glaube, so wie du gesagt hast, meine berufliche Karriere hat viele Stationen beziehungsweise auch immer eine Weiterentwicklung und manchmal auch sehr Überraschendes gebracht. Das lag, glaube ich, daran, dass ich eigentlich immer sehr bereit war, mich auch umzustellen, etwas Neues auszuprobieren, mich zu verändern und ganz oft auch einfach nur neugierig war, wie etwas läuft, was ich noch nie gemacht habe. Eine Station, die mir da noch aufgefallen ist: Du warst auch bei der Produktion von

3:34 Filmsets, nämlich richtig großen Hollywood-Produktionen, mitbeteiligt, zum Beispiel beim Independence Day. Ja. Das hat damit begonnen: Ich habe nach meiner Studienzeit an der ETH Zürich auf der Angewandten als Assistent von dem amerikanischen Professor Greg Lynn begonnen. Dort habe ich einen Studenten kennengelernt, der auch dann in dem Rahmen diplomiert hat. Der hat sich dann ganz schnell in das Concept Art in der Computerspieleindustrie zurückgezogen. Ich habe irgendwann einmal eine Anfrage bekommen, ein Raumschiff zu bauen in Stuttgart für einen Kinderspielthemenpark.

4:15 Ich wusste, wie man das technisch löst und ich habe den Johannes Mücke damals angerufen und habe gesagt: „Mücke, ich habe die Möglichkeit, ein Raumschiff zu bauen, aber ohne dich kann ich das nicht.“ Daraus ist dann erst einmal ein vollkommen wildes, riesiges Raumschiff entstanden, was jetzt, glaube ich, vor zwei Jahren abgerissen wurde, aber in Wirklichkeit, glaube ich, 14 Jahre gestanden ist und dann aber auch die Firma Weishaupt gegründet worden. Jetzt bist du heute einer der führenden Experten, wenn es um Büroplanung geht. Wie bist du denn von diesen sehr kreativen und, sage ich jetzt einmal, wilden

4:53 Sachen dann zum Büro gekommen? Mit dem Johannes Mücke haben wir diese Filmsets gemacht. Da ist der Johannes Mücke natürlich federführend gewesen. Er hat das auch gemacht. Er macht das heute auch noch sehr gut. Die Tatsache: Was ist ein Büro? Ein Büro ist eigentlich eine Bühne, auf der das Arbeiten stattfindet. Wenn wir uns anschauen, was so um das Jahr 2010 herum Büros waren, da gab es Bücher. Eines der für mich prägendsten Bücher war Where Do You Want to Work Today? Da waren dann eben Büros von Patagonia drin, wo Surfboards drin waren und so weiter. Kalifornien, Lego, diese total verspielten Büros in

5:36 Österreich, Microsoft mit einer Rutsche, in Zürich Google mit einer Rutsche. Na klar, das sind Bühnenbilder eigentlich gewesen. Das war ganz viel und wir haben auch teilweise Krachst in Wien, haben wir mit Bühnenbildner teilweise die Besprechungsräume ausgestattet. Du hast es vorher schon angesprochen: Greg Lynn hat dich nach Österreich an die Angewandte geholt. Wie groß war denn der Kulturschock von der Schweiz, Deutschland nach Österreich? Oder was sind die Unterschiede, die dir am meisten aufgefallen sind oder heute noch auffallen? Die ETH ist gegenüber einer Kunstuni eher wie ein Schulbetrieb zu betrachten, allerdings unter einem ganz extremen

6:19 Leistungsdruck. Ich konnte mit dem Leistungsdruck sehr gut umgehen, habe da auch, glaube ich, meine teilweise sehr gute Jahre gehabt, habe aber auch manchmal schlechte Semester gehabt. Auf der Angewandten, dieses Meisterklassensystem, was es damals noch gab, da gab es ja diese Bachelor-Master-Trennung noch nicht. Das Meisterklassensystem mit Studenten über fünf Jahre war so, dass man einen Studenten oder die Studierenden kontinuierlich begleiten konnte. Und wenn beispielsweise eine Fähigkeit nicht erreicht wurde in dem einen Semester, konnte die im nächsten Semester erreicht werden. Das ist eine komplett andere Kultur,

6:56 der ich im Übrigen ein bisschen nachweine, weil ich glaube, in Meisterklassen konnten schon zwischen den Lehrenden und den Studierenden so eine Art Abmachung über einen gewissen Grad der Exzellenz gefunden werden, was total interessant ist. Ich bin mir gar nicht sicher, ob man auf Universitäten mittlerweile so eine Exzellenz immer noch erzeugen kann. Kommen wir zu aktuellen beruflichen Geschehnissen. Du führst jetzt seit Anfang Februar dein eigenes Büro, die Bertram.cd. Warst davor fünf Jahre lang Geschäftspartner im Team Gnäster. Warum hast du dich gerade jetzt entschieden, es ist Zeit, etwas Eigenes zu machen?

7:34 Was war da der Auslöser? Zum einen ist es so, dass mein Partner, der Andreas Gnäster, gerne mit seinem Sohn zusammenarbeiten wollte und auch, glaube ich, mehr in die Beratungsrichtung wieder gehen wollte und die Ziviltechnikerplanung für ihn weniger Wichtigkeit hatte und wir uns dann darauf geeinigt haben, dass ich quasi in diesem Unternehmen, was Andreas Gnäster gegründet hat und wo sein Sohn reinkommt, dass ich dort möglicherweise eher extern besserer Partner sein kann als intern. Das Zweite war, wir durchlaufen in der Immobilienbranche und vor allem auch in

8:14 dieser Bürobranche relativ schwere Zeiten aktuell. Es ist alles sehr volatil. Die Investitionen werden teilweise nur gestückelt oder wenig oder geringer getätigt. In diesem Rahmen war es für mich eigentlich auch so, dass ich gedacht habe, vielleicht ist es für mich besser, die Fokussierung auf Büro nicht mehr ganz so stark zu haben, sondern auch andere Themen, die ich aus meiner Historie als Planer, als Architekt habe, wieder aufzunehmen und die wieder aufleben zu lassen, einfach um erstens meine Neugier zu befriedigen und zweitens aber auch, um wirtschaftlich interessanter und auch resistenter zu sein.

8:54 Neue Themen. Du hast vor Kurzem auch Arztpraxen und medizinische Immobilien im Programm. Ist das so etwas, wo du sagst, das will ich probieren, das ist Neugierde? Ja. Erstens ist es Neugierde, zweitens ist es sehr interessant. Mein allererstes Praktikum in der Architektur habe ich noch als Schüler gemacht in München und habe dort mit Tusche die Unterhängedecken des Rudolf-Virchow-Krankenhauses in Berlin zeichnen und kratzen dürfen und habe dort eigentlich immer so ein bisschen auch den Gedanken gehabt, dass das eigentlich eine sehr coole Aufgabe ist und es hat sich für mich in München ergeben,

9:34 ein relativ großes Medizinzentrum zu planen und da habe ich schon eine ziemliche Leidenschaft dafür entdeckt. Mir gefällt das sehr gut und das ist vom Ansatz her so ähnlich: Man hat eine Arztpraxis. Die Arztpraxis hat Abläufe, Anforderungen. Das ist wie Unternehmen, die in einer Fläche auch eigene Anforderungen haben. Und das umzusetzen macht mir wirklich Spaß. Du hast es vorher gesagt, mit dem Team Gnäster bist du weiterhin partnerschaftlich verbunden als Externer und ihr habt ein großes Projekt, wegen dem wir eigentlich heute hier sind. Kannst du kurz darüber etwas erzählen? Wir haben ja 2021, als ich zu Team Gnäster gekommen bin, war eine

10:15 meiner ersten in Anführungszeichen Amtshandlungen, verstecktes und eigentlich unerkanntes Wissen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Und die Idee war, ich hatte ja schon vorher sehr viel mit Team Gnäster gearbeitet in Büros, habe 2008 begonnen mit der OMV und dieses ganze Wissen darüber, wie funktionieren Büros und was sind die Trends in Büros, einmal herunterzuschreiben und jährlich zu monitoren. Und dieses Wissen haben wir 2021 zum ersten Mal veröffentlicht mit dem ersten Office Report und Unternehmen befragt und dort eben ausgewertet, wie ist Workplace Sharing damals unter dem Einfluss von Corona

10:57 noch? Wie verändert sich das Arbeiten? Das ist eine ganz spannende Sache und der ist jetzt dieses Jahr zum sechsten Mal wird der erscheinen und es ist eine Koproduktion, weil es zwischen dem Andres Gnäster und mir hier sowohl eine partnerschaftliche als auch eine freundschaftliche Verbindung gibt, weil der sehr stark darum geht, ich bin so ein bisschen der Ideengeber und der Initiator die letzten Jahre gewesen und Team Gnäster als Berater hat dann natürlich die Kontakte auch dann in die Branche und in die Industrie, damit wir auch die Umfragepartner bekommen. Du hast den Report vor dir liegen. Wenn du es jetzt aufteilen müsstest, wie viel

11:37 Gnäster und wie viel Bertram steckt denn jetzt da drin im Heft? Also ich würde sagen, vom Herzblut zweimal 100 %. Nein, das ist schon fifty-fifty und wir haben auch Umfragepartner. Das ist die Firma Pro M Quadrat aus Düsseldorf, die uns in Deutschland ganz viel Umfragepartner schafft und auch ein paar Gastbeiträge gemacht hat und in Österreich noch die Firma Neudörfler Möbel, die dort auch eben ihre Kunden angesprochen haben, denn wir repräsentieren dort 225.000 Mitarbeitende in Büros. Das ist eine Größenordnung, die uns, glaube ich, damit zur größten Umfrage in

12:19 Europa macht in diesem Bereich. Und dafür brauchen wir auch einfach Partner. Das können wir in der Größenordnung gar nicht schupfen. Und wir müssen natürlich auch dafür sorgen, dass die Antworten auf unsere Fragen, die wir stellen, auch in einer Qualität beantwortet werden und von Firmen, die auch dafür wirklich relevant sind. Wenn wir uns treffen würden bei einem Netzwerktreffen und wir hätten vielleicht nur noch Zeit für einen Satz und du möchtest mir den Report beschreiben, wie würdest du ihn mir beschreiben? Wenn du wissen willst, wie in großen Unternehmen heute gearbeitet wird, kannst du da hineinschauen und du wirst das erfahren und auch einen Einblick haben, wie sich

13:03 die Zukunft entwickeln wird. Zumindest mittelfristig. Gehen wir vielleicht auch gleich ein bisschen in den Inhalt. Ihr habt in eurer Stichprobe festgestellt, dass über 340.000 Quadratmeter Bürofläche ungenutzt sind. Ja, das ist ein bisschen mein Steckenpferd. Wir haben alle eine Verantwortung der Nachhaltigkeit. Es gibt einen Klimawandel und wir stehen unter wirtschaftlichem Druck. Was wir feststellen, ist, wenn wir Unternehmen befragen, auf welchen Flächen sie arbeiten, müssen wir oft feststellen, dass Teile von Flächen entweder gar nicht genutzt sind

13:44 oder an Freitagen so wenig genutzt sind, dass diese Flächen möglicherweise bei einer anderen Art und Weise, wie das Arbeiten im Unternehmen organisiert werden könnte, auch gar nicht notwendig sind. Und diese Flächen summieren sich auf unglaubliche Größenordnungen. Und diese Größenordnungen sind alles Flächen, die müssen gemietet werden, die müssen betrieben werden, die müssen gereinigt werden, die müssen geheizt, gekühlt und so weiter werden. Und das ist etwas, wo ich auch sehr stark dahinter bin, auch Unternehmen das wirklich auch zu vermitteln und ans Herz zu legen, zu überprüfen: Wie viel brauchen

14:19 sie denn wirklich? Weil wir haben eine Verantwortung. Und ich muss ganz ehrlich sagen, das Geld auch, was für Miete und Betrieb einer Immobilie ausgegeben wird, das kann möglicherweise der Wettbewerbsfähigkeit von einem Unternehmen sehr helfen, anstatt für die Immobilie ausgegeben zu werden, für Fläche, die man nicht braucht. Das sind 102 Millionen Euro im Jahr. Warum halten denn die Unternehmen trotzdem an diesen Flächen fest? Warum setzt man die nicht frei oder nutzt die anders? Also wenn man sich die entsprechenden amerikanischen Studien anschaut, stellt man fest, dass dort die Märkte viel agiler sind.

15:00 Die Unternehmen stellen viel früher fest, wenn sie etwas nicht benötigen und fangen an, viel radikaler ihre Mietflächen zu reduzieren. Das ist in Österreich eher so, dass glaube ich, jetzt ein bisschen eine Angst davor ist, zu viel zu reduzieren oder auch die Mitarbeitenden vielleicht ein bisschen zu sehr zu schockieren oder vielleicht auch ein bisschen so ein Territorialdenken: „Ich kann doch von meiner Fläche nichts abgeben.“ In Unternehmen möglicherweise werden Mitarbeiteranzahlen reduziert, merken wir teilweise über die Jahre und dann gibt es geringe Reduktionen, also nichts, was irgendwo in der Zeitung steht oder so

15:38 etwas, aber diese Reduktionen spiegeln sich nicht in Flächenreduktionen wider und damit steigt dann kontinuierlich auch der Durchschnitt der wenig genutzten Büros, sodass wir eigentlich bei denen, wo wir merken, es wird nicht daran geschraubt, merken wir, dass die einzelnen Größenordnungen des Flächenverbrauchs höher werden. Du sprichst im Report ja auch da von einer kostspieligen Wartestellung. Worauf warten denn diese Unternehmen? Das ist die Frage. Wir machen Büros und die Diskussion ist immer: Wie viele Büroarbeitsplätze werden durch eine KI ersetzt?

16:19 Also ich glaube, der am meisten gefährdete Berufsstand sind die, die vor einem Computerbildschirm sitzen, meiner inklusive, Architekten. Ich glaube, dass ich heute nicht mehr Architektur studieren würde, obwohl ich das einen sensationellen Beruf finde, aber jeder Beruf, der vor einem Bildschirm sitzt, ist gefährdet. Worauf warten die Unternehmen? Möglicherweise darauf, dass es wieder so wird wie vor zehn Jahren, aber ich bin mir relativ sicher sagen zu können, dass es nicht so werden wird. Da gibt es eine recht spannende Vergleichszahl im Report, nämlich die, die New Work quasi schon in ihre DNA aufgenommen haben.

17:00 Die brauchen fast 23 Quadratmeter weniger Bürofläche pro Kopf. Also was wir haben, ist, wir haben ganz extreme Ausreißer nach oben. Wir haben Flächen, die gewaltig groß sind. In bestimmten Branchen finden wir die sehr vor. Dort, wo nämlich die Immobilien teilweise zum Beispiel über einen Konzern zentral abgerechnet werden, wo das eine Niederlassung nicht zahlen muss oder möglicherweise auch, wo einfach die Immobilien dem Staat gehören und die Fläche vom Staat betrieben wird. Dort wird sehr viel Fläche verbraucht. Gleichzeitig ist es so, dass auf der anderen Seite viele Unternehmen diese Flächen

17:41 reduzieren und wir haben, ich glaube, im Report schreiben wir 13 Quadratmeter oder so, wie du gerade gesagt hast, aber ich weiß von Unternehmen, die haben um die sechs Quadratmeter pro Mitarbeitenden und dort steht sich auch niemand auf die Füße. Das sind Extreme, die kommen in der IT und in der Finanzwelt vor, die natürlich als Erstes optimiert haben in diesen Flächen. Und so geht diese Spreizung auseinander. Also der Unterschied zwischen Mittelwert und Median ist dort schon gewaltig. Wo liegt denn deiner Meinung nach der Hauptgrund, dass manche Unternehmen einfach dieses Potenzial heben, so wie Banken?

18:17 Ist das etwas, das in der Führung liegt oder wirklich in der Branche? Oder liegt es vielleicht auch daran, dass ich einfach einen weniger flexiblen Mitarbeiterstamm habe? Ich glaube, erstens ist es eine Mischung aus all dem, was du gesagt hast. Ich glaube, es gibt aber noch etwas Zweites. Wenn man im Management fragt: „Habt ihr zu viel Fläche?“, ist in der Regel die Antwort Ja. „Wollt ihr sie reduzieren?“, ist in der Regel die Antwort auch Ja. Und dann gibt es die Hürde: Wie funktioniert diese Reduktion? Denn man hat eingespielte Abläufe mit den Mitarbeitenden. Die Mitarbeitenden haben natürlich Angst vor Veränderung.

18:56 Das ist klar, weil natürlich auch möglicherweise würde dann das Arbeitsumfeld, das man gewohnt ist, deutlich anders werden. Und der Schritt ist so, dass jedes Unternehmen oder fast jedes Unternehmen Mitarbeitende oder keine Mitarbeitenden hat, die sich genau das Thema kümmern. Das heißt, es werden immer Externe beauftragt und in wirtschaftlichen Situationen, so wie jetzt, einen externen Berater zu beauftragen mit der Aussicht, dass das mehrere Monate dauert, bis man weiß, wie in der Zukunft gearbeitet wird. Diese ganzen Umfragen laufen, die ganze Beratung läuft, die Besprechungen mit den Mitarbeitenden und so weiter. Das ist für viele eine große Hürde.

19:38 Und das Zweite dabei ist noch, dass der Immobilienmarkt in Österreich deutlich träger ist als in den USA, also das Abmieten einer Teilfläche doch mit einem wesentlich höheren Aufwand und Widerstand verbunden ist als in den USA zum Beispiel. Das heißt aber auch, ich muss, wenn ich verkleinern will, auch die bestehende, also die übrig bleibende Fläche entsprechend feintunen mit einem neuen Konzept. Genau. Natürlich kann man die Fläche einfach reduzieren. Das birgt das Risiko, dass die Belegschaft möglicherweise damit nicht allzu zufrieden ist, weil es ist davon auszugehen, dass wenn eine Fläche vorher schon

20:18 nicht gepflegt worden ist, dass sie durch das Verkleinern qualitativ nicht besser wird. Also ist an sich der Deal eigentlich immer, Return of Investment ist, eine Fläche umzubauen, sie qualitativ besser zu gestalten, dadurch eine höhere Zufriedenheit zu haben und eben aber auch Miete einzusparen. Das heißt, ich sage jetzt einmal, eine Erneuerung der Arbeitswelten, die sich refinanziert über die Reduktion der Kosten bei der Mietfläche. Jetzt steht natürlich im Report auch, dass eben genau dieser New Work Grad der größte Hebel ist in der Flächenreduktion. Das heißt, ich muss dann auch mein Büro entsprechend neu designen und das ist

21:00 eigentlich relativ bequem für jemanden, der Interior Design macht. Ja. Es ist natürlich so, wir referenzieren natürlich in unser eigenes Feld. Ist ganz klar. Wir sind immer legen einen ganz großen Wert darauf, dass dieser Office Report neutral ist, dass dieser Office Report nicht werblich ist. Das ist ein bisschen meinem Uni-Hintergrund zu schulden, weil ich würde als Unternehmen keiner Werbebroschüre glauben, die mir sagt, wie viel Fläche ich haben soll. Gleichzeitig ist es so, natürlich machen wir das. Wir müssen aus der Branche kommen, sonst könnten wir diese Kenntnis gar nicht

21:40 haben, welche Fragen wir überhaupt stellen müssen. Es wäre ja absurd, würden wir uns nicht auskennen und einfach nur an irgendeiner Statistik aufbauen. Aber ja, es stimmt. Also sozusagen, wir zeigen jetzt in dem Report die Situation und die Probleme auf und natürlich bieten wir auch die Lösung an, ist vollkommen klar. Ein Zitat aus dem Report, der mir noch aufgefallen ist, ist Kulisse statt Identität. Was heißt das? Also in dem Fall ist das natürlich ein bisschen überspitzt formuliert. Und es gibt schon Unternehmen, in denen eine Kulisse herrscht, die sich von der

22:21 Identität unterscheidet. Und eine Kulisse wird ja dann eigentlich zu ein bisschen einer Scharade, wenn die Identität sich nicht darin widerspiegelt. Und wir haben teilweise sensationelle Bürowelten, in denen Mitarbeitende nicht das vorfinden, was sie brauchen, die aber wunderschön sind. Und wirklich, es gibt echt tolle Bürowelten. Und auf der anderen Seite, und da spreche ich jetzt ein bisschen gegen meine Branche, wenn eine Identität richtig wiedergegeben wird und Identität damit mit Nutzen und Verwendung und tatsächlichem Bedarf, dann ist es quasi schon egal, mit welchem Möbel dort eingerichtet wird.

23:03 Schöner ist dann ein Add-on, aber eine super funktionierende Büroumgebung braucht nicht den Designertisch. Die braucht den Tisch und der muss die richtige Größe haben, am richtigen Ort sein. Und da ist dann schon die Identität wichtiger als die Kulisse, die geschaffen wird. Da ist, glaube ich, auch ein großer Punkt für dich und an dem du immer wieder arbeitest, auch, dass die Möbel kreislauffähig sind, dass sie nachhaltig sind. Ja. Wir haben uns in den letzten Jahren sehr stark mit Kreislaufwirtschaft beschäftigt und ich kann mich daran erinnern, dass wir ein Interview hatten, wo ich mich auch über die Omnibusverordnung ein bisschen beschwert habe.

23:44 Es ist natürlich so, die Möbelindustrie hat in den letzten Jahren deutlich aufgeholt, was das angeht. Die Vielfalt an unterschiedlichen Varianten, diese gewaltige Menge an Stoffen. Unser Umfragepartner, die Firma Neudörfler, haben festgestellt, dass wir beim durchschnittlichen Möbel im Büro etwa 800 verschiedene Varianten anbieten. Das zu recyceln oder in Kreislauf zu bringen, ist natürlich absurd. Und wir haben hier schon eine gewisse Herausforderung, die aktuell ein bisschen schaumgebremst ist in der Umsetzung, weil wir natürlich jetzt aktuell von der wirtschaftlichen Gesamtlage her keine Umgebung haben, in der Unternehmen gerne

24:27 zusätzlich Geld ausgeben, um kreislauffähig zu sein, was ich extrem schade finde. Wir sind allerdings trotzdem dabei, machen einige sehr nachhaltige Projekte, wo auch das wirklich eine Grundlage ist. Eine Herausforderung ist ja dann auch oft, wenn ich verkleinern will, heißt das oft Umzug. Und da ist speziell in Wien am Büromarkt sind die A-Lagen immer noch am meisten gefragt, die boomen. Da wird allerdings der Platz irgendwann knapp. Was muss man denn in B- oder vielleicht sogar C-Lagen deiner Meinung nach tun, damit man da auch die Attraktivität aufwertet? Also die A-Lagen, das ist aktuell natürlich, nachdem die Bautätigkeit für neue

25:11 Bürogebäude relativ wenig ist, werden die B-Lagen für manche Unternehmen aus dem Grunde interessant, weil man dort zum Beispiel zusammenhängende Flächen ab einer gewissen Größenordnung, die man in den einstelligen Bezirken beispielsweise nicht mehr kriegt, dann auf einmal bekommt. Und dort ist ganz wichtig, in den Stadtentwicklungsplan zu schauen. Denn wenn wir jetzt einen Umzug planen und wir wissen, in drei Jahren gibt es dort neue Nahverkehrsanschlüsse, Mobilitätskonzepte für das Stadtviertel und so weiter und so weiter, möglicherweise Begrünungen, neue Parkanlagen, ist das mal sehr gut und wertet diese Standorte deutlich auf.

25:53 Das andere ist, dass diese Standorte oftmals auch die Möglichkeit haben, ganz andere Services anzubieten für die Mitarbeitenden, die dann vielleicht auch sich an dem neuen Standort, der nicht mehr ganz so zentral ist, tatsächlich wohler fühlen. Jetzt ist der Office Report 2026 fertig. Was wird denn im Office Report 2027 stehen? Hoffentlich, dass wir eine große Bewegung auf dem Markt für Büroflächen haben, die uns die Möglichkeit gibt, hier nachhaltiger zu werden und zukunftssicherer zu werden und auch wettbewerbsfähiger. Noch mal ein kurzer Blick in die Glaskugel. 2050 brauchen wir da überhaupt noch einen Office Report oder arbeiten wir sowieso

26:35 alle mobil? Ja, 2050 werden wir keinen Office Report mehr brauchen, weil alle Unternehmen so derartig repräsentiert sind in der KI, dass man vermutlich direkt diese Frage an die KI stellen kann, die man hat und vermutlich noch wesentlich umfassendere Statistiken davon bekommt. Ich glaube, wir werden zwei Dinge haben im Jahr 2050 oder zumindest auf dem Weg dorthin. Wir werden zum einen tatsächlich eine viel größere Integration des Arbeitens in das Privatleben haben. Vielleicht nicht zeitlich, aber räumlich.

27:15 Wir werden anders arbeiten zu Hause, eben über möglicherweise Prompts oder andere Eingaben, vielleicht auch gar nicht mehr mit Bildschirmen. Ist das eine und das andere ist die soziale Interaktion zwischen Menschen, also die Berufe, von denen es heute heißt, die durch KI vorerst nicht gefährdet sind. Diese Interaktion zwischen Menschen, die wird eine wesentlich höhere Wertigkeit erhalten und ich glaube, dass sich auch unsere Architektur der Büros deutlich in die Richtung ändern wird. Wir werden, so wie schon in den letzten Jahren eigentlich ein bisschen prophezeit, es geht hin zum Gemeinsamen, zum mehr Sozialen, zum

27:57 Eins-zu-eins-Austausch und das wird, glaube ich, ganz extrem werden, weil viele Dinge, die wir heute besprechen müssen in einem Besprechungsraum, brauchen wir wahrscheinlich nicht mehr, weil die Koordination vermutlich zwischen unseren digitalen Geräten selbstständig läuft und wir eigentlich nur noch die Ergebnisse abfragen. Wir sind fast durch. Ich habe jetzt als letzten Punkt noch ein Thema, über das haben wir letzte Woche schon mal gesprochen. Ich bin noch nicht dazu gekommen, das genau zu recherchieren, gebe ich zu. Du bietest auch Due Diligence und Bauwerksbuch an. Ja. Ganz kurz, was ist das Bauwerksbuch?

28:30 Das Bauwerksbuch wird ab 01.01.2027 für Gebäude älter als Baujahr 1919 verpflichtend in Wien. Das Bauwerksbuch ist im Grunde genommen ein Dokument, in dem alle Informationen zu einem Gebäude plus der sozusagen Wartungsnotwendigkeiten gesammelt und dokumentiert werden und was eigentlich sozusagen eine Art von detailliertem Gebäudesteckbrief ist. Würde ich ein Gebäude kaufen und da kommt ja auch unsere Expertise her, wenn wir

29:11 eine Due Diligence für ein Gebäude machen, das möglicherweise als Ankaufsgutachten von der technischen Seite ist, ist das gar nicht so unähnlich wie ein Bauwerksbuch. Es wird untersucht, also erst mal die Historie des Gebäudes. Es wird geschaut, ist alles genehmigt, wie ist die technische Ausstattung, welches Alter hat das, welche erwartbaren Lebensdauern haben diese technischen Geräte im Gebäude? Sind Wartungsintervalle eingehalten und, und, und. All diese Dinge werden zusammengefasst und für Immobilieneigentümer aus meiner Sicht eigentlich ein No-Brainer, dass man so etwas hat. Interessanterweise haben es viele nicht und dadurch, dass das jetzt verpflichtend

29:54 wird, im Grunde einfach nur, damit auch von staatlicher Seite klar ist, welche Immobilienstruktur im Detail einfach vorhanden ist, halte ich für eine ... Natürlich alles, was ein Zwang ist, ist eigentlich nicht zu begrüßen, aber um ganz ehrlich zu sein, ist es etwas, was eigentlich auch schon Status quo oder Usus sein sollte. Dass es staatlich vorgeschrieben wird, ist schade, aber wirklich zu wissen, was die Immobilie, die jemand besitzt, kann und was da möglicherweise zu investieren ist in den nächsten 10, 15, 20 Jahren, ist, glaube ich, sehr sinnvoll. Und du hast es im Portfolio, sprich, wer es braucht, darf sich bei dir melden.

30:35 Selbstverständlich. Oliver, danke für unser Gespräch. Vielleicht ganz kurz noch ein paar Eckdaten: Wo bekommt man den ...

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