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von Gerhard Popp

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McMakler 2026: Plan verfehlt, Investoren am Steuer

5 Minuten Lesezeit

Leeres Großraumbüro einer Maklerfirma mit Umzugskartons und gestapelten Stühlen
© Symbolbild: KI-generiert

38 bis 42 Millionen Euro Umsatz erwartet McMakler heuer – nach 66,2 Millionen laut Jahresabschluss 2024 und 105,8 Millionen im Rekordjahr 2022. Geführt wird der Berliner Hybridmakler von Steve Simmons (CEO), Andreas Stolpe (CFO) und Philipp Niemann (CRO), Regie führen Target Global und Kreos Capital (BlackRock). Auch die Wiener Tochter hängt daran. Die Botschaft: Der Markt erholt sich nicht – das Geschäftsmodell muss es trotzdem.

Die nackten Zahlen zuerst. Laut Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024, den die WirtschaftsWoche am 23. Oktober ausgewertet hat, stehen bei McMakler 66,2 Millionen Euro Umsatz einem Jahresfehlbetrag von 27,2 Millionen Euro gegenüber. Für 2026 erwartet das Unternehmen nur noch 38 bis 42 Millionen Euro. Und selbst dieser Plan hält nicht: Im ersten Halbjahr lag die Umsatzentwicklung laut Unternehmen fünf Prozent darunter, von Mai bis August waren es 20 Prozent.

Rechnet man nach, läge der Umsatz 2026 um 37 bis 43 Prozent unter dem Wert von 2024; Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor. Gegenüber 2022, als laut Jahresabschluss 105,8 Millionen Euro in den Büchern standen – McMakler selbst hatte damals 110,7 Millionen kommuniziert –, wäre es ein Minus von 60 bis 64 Prozent. Tritt die Prognose ein, wären drei Fünftel des Umsatzes binnen vier Jahren weg. Für einen Makler, der einmal angetreten ist, die Branche zu digitalisieren, ist das eine bemerkenswerte Bilanz. Für die McMakler GmbH in Wien übrigens auch.

Umsatz 2026: Der Markt spielt nicht mit

Die Begründung liefert McMakler selbst. Die von vielen Marktteilnehmern zum Jahresbeginn erwartete Erholung im Wohnimmobilienmarkt sei „aufgrund der aktuell herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Lage“ ausgeblieben, heißt es gegenüber der WirtschaftsWoche, das sei bei der Prognose „noch nicht in diesem Maße absehbar“ gewesen. Anders gesagt: Geplant wurde mit einem Markt, den es heuer nicht gab.

Wer mit angestellten MaklerInnen und einer zentralen Plattform arbeitet, spürt das doppelt. Die Courtage kommt mit dem Abschluss, die Gehälter kommen jeden Monat. Laut WirtschaftsWoche arbeiten bei McMakler nur noch 300 bis 400 Menschen, einst waren es um die 1.000.

„McMakler hat in den vergangenen zwei Jahren notwendige Entscheidungen getroffen – immer mit dem Maßstab, profitables Wachstum zu erzielen“, so CEO Steve Simmons. Profitables Wachstum habe Vorrang vor Umsatzvolumen, laut interner Planung soll McMakler gegen Ende 2027 profitabel werden. Im Jahresabschluss liest sich das nüchterner: Greifen Kostensenkungen und Ergebnisverbesserungen nicht ausreichend und fließt keine weitere externe Finanzierung, bestehe eine wesentliche Unsicherheit, die bedeutsame Zweifel an der Fortführung des Unternehmens aufwerfen könne.

Wem McMakler gehört: Die Investoren führen Regie

Wer bei McMakler entscheidet, ist seit Juni 2025 klar. Die damalige Finanzierungsrunde führten Kreos Capital, Teil von BlackRock, und Target Global an. Offiziell war von einem zweistelligen Millionenbetrag die Rede. Das Manager Magazin schrieb von bis zu 15 Millionen Euro, die WirtschaftsWoche nennt unter Berufung auf informierte Kreise 15 Millionen. Laut deutsche-startups.de hält Target Global seither rund 34 Prozent, Kreos Capital knapp 20 Prozent. Der Beirat wurde laut Business Insider verkleinert, mit Leuten der Investoren besetzt und mit Vetorechten ausgestattet, auch bei der Besetzung der Geschäftsführung.

Neue Führung aus der Maklersoftware

Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten. Ende Oktober 2025 schied Benedikt Manigold nach knapp einem Jahr als CEO aus. „Die Investoren möchten nun einen inhaltlichen Neuanfang – das respektiere ich“, so Manigold in der Aussendung zum Wechsel. Seit 1. November 2025 ist Steve Simmons CEO, zuvor unter anderem Vice President bei Lone Wolf Technologies und Chief Revenue Officer bei Propertybase. Den Beiratsvorsitz übernahm Max-Michael Mayer, Gründer von Propertybase. Seit 1. Jänner 2026 ist Andreas Stolpe, zuvor CFO der Ziegert Group, Finanzchef – der Posten war ein Jahr lang nur interimistisch besetzt. Philipp Niemann, früher Geschäftsführer EMEA bei Engel & Völkers, verantwortet als CRO den Vertrieb und ist seit November 2024 auch Geschäftsführer.

Bemerkenswert: Die neue Spitze kommt aus der Maklersoftware, nicht aus dem Maklerbüro.

Von 800 Millionen Bewertung zur Rekapitalisierung

Gegründet wurde McMakler 2015 in Berlin von Felix Jahn, Hanno Heintzenberg und Lukas Pieczonka, Anlass war das deutsche Bestellerprinzip bei Mietwohnungen. Rasch schwenkte man auf den Verkauf um. Im Jänner 2022 stieg Baillie Gifford ein, Warburg Pincus, seit November 2020 an Bord, zog mit. Die Bewertung lag laut Handelsblatt bei rund 800 Millionen Euro. Dann kam die Zinswende.

Im Juni 2023 sammelte McMakler 20 Millionen Euro ein, laut Handelsblatt halbierte sich die Bewertung dabei auf rund 400 Millionen Euro. 2024 rekapitalisierten die Bestandsinvestoren das Unternehmen, Warburg Pincus stieg aus, Baillie Gifford schrieb sein Investment laut WirtschaftsWoche vollständig ab. Felix Jahn zog sich im Juni 2024 aus der Geschäftsführung zurück. Anfang 2025 folgten drei Kündigungswellen in drei Monaten, diesmal traf es auch MaklerInnen.

Profitabel war McMakler laut WirtschaftsWoche seit der Gründung in keinem Geschäftsjahr. Im Boom ließ sich das als Wachstumsinvestition verbuchen. Im Abschwung nicht mehr.

Hybridmakler gegen Lizenzmodell

Dass der Markt allein nicht alles erklärt, zeigt ein Blick auf den Wettbewerb. Engel & Völkers meldete für 2025 laut Aussendung einen Rekord-Courtageumsatz von mehr als 1,3 Milliarden Euro und rund 50 neue eigene und lizenzierte Standorte weltweit. Das Lizenzmodell legt das Marktrisiko zu einem guten Teil auf die Partner vor Ort.

Homeday hat die Konsequenz schon früher gezogen. Der Hybridmakler gehört seit September 2023 vollständig zur Aviv Group, die seit April 2025 mehrheitlich KKR und CPP Investments gehört, Axel Springer hält noch zehn Prozent. Seit Mai 2024 setzt Homeday auf ein Lizenzmodell, bei dem PartnermaklerInnen auch Eigengeschäft betreiben dürfen, ihre Zahl stieg laut Immobilien Zeitung von 130 auf 163. Statt Angestellter also Partner. Wer die Fixkosten trägt, trägt auch das Marktrisiko.

McMakler in Österreich: Still in Wien

In Wien ist McMakler seit Sommer 2017 mit der McMakler GmbH aktiv, einer Tochter der Berliner Gesellschaft, das Büro liegt in der Franz-Klein-Gasse in Döbling. Im Mai 2018 meldete man den Start in Linz, Graz und Salzburg. Eigene Österreich-Aussendungen sind heuer keine bekannt.

Das heimische Erstauftraggeberprinzip nach § 17a MaklerG, seit 1. Juli 2023 für die Vermittlung von Mietwohnungen in Kraft, trifft das Geschäftsmodell kaum. McMakler vermittelt Verkäufe, und beim Kauf bleibt die Doppelmaklertätigkeit in Österreich zulässig. Für die Wiener Tochter zählt damit dasselbe wie für die Mutter in Berlin: abgeschlossene Transaktionen. Und davon gibt es zu wenige.

Was bleibt

McMakler ist kein Einzelfall, sondern ein Lehrstück. Das Versprechen, den Immobilienverkauf mit Technologie und angestellten MaklerInnen effizienter zu machen, hat im Boom getragen und im Abschwung die Kosten nicht mehr gedeckt. Die Investoren haben die Führung ausgetauscht und die Strategie neu aufgesetzt. Der Plan heißt Gewinnschwelle Ende 2027. Der Markt hat ihn heuer schon einmal überholt.

Gerhard Popp, Redakteur · immobilien-redaktion.com (Herausgeber: Walter Senk)

Dieser Inhalt enthält KI-generierte Elemente.

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