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Innovative Wohnraumplanung: Ein Gespräch mit Sissi Kettl von Sissi Kettl Architektur

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In der sich ständig wandelnden Welt der Architektur und Innenraumgestaltung gibt es Visionäre, die neue Wege gehen. Eine solche Pionierin ist Sissi Kettl vom Architekturbüro Kettl in Wien. In einem aufschlussreichen Interview teilte sie ihre Einsichten und innovativen Ansätze zur modernen Wohnraumplanung.

Die Philosophie von Sissi Kettl Architektur

Sissi Kettl und ihr Team haben sich der Wohnraumplanung verschrieben. Mit Leidenschaft entwerfen sie Grundrisse, die die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellen. Ihr Fokus liegt auf Sanierungen, Dachgeschossausbauten und Holzausbauten. Dabei verfolgt Kettl einen ganzheitlichen Ansatz, der die traditionelle Trennung zwischen Innen- und Außenarchitektur in Frage stellt.

Die Verschmelzung von Innen- und Außenarchitektur

Für Kettl ist die strikte Trennung zwischen Innen- und Außenarchitektur ein überholtes Konzept. Sie betrachtet Architektur als Gesamtkunstwerk, bei dem das Design der Möbel, die Gestaltung der Wandoberflächen und der gewählte Stil nahtlos ineinandergreifen. Ihr Credo lautet: "Wir planen von innen nach außen."

Neudenken des offenen Wohnkonzepts

Kettl hat einen interessanten Ansatz zur aktuellen Trend des offenen Wohnens entwickelt. Basierend auf ihren Erfahrungen in städtischen und ländlichen Umgebungen, erkennt sie die Notwendigkeit, Räume so zu gestalten, dass sie verschiedene Bedürfnisse gleichzeitig erfüllen können. Anstatt einen einzigen großen Raum für alle Aktivitäten zu schaffen, bevorzugt sie eine clevere Aufteilung des Hauptraums, die es mehreren Personen ermöglicht, den Raum gleichzeitig zu nutzen, ohne sich gegenseitig zu stören.

Die Herausforderung der Bauträger

Im Gespräch wurde auch die Rolle der Bauträger diskutiert. Kettl erkennt an, dass Bauträger oft vor der Herausforderung stehen, Wohnungen zu planen, die eine möglichst breite Zielgruppe ansprechen. Dennoch betont sie die Wichtigkeit, über den reinen Trend hinauszudenken und die tatsächlichen Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner in den Mittelpunkt zu stellen.

Effizienz vs. Lebensqualität

Ein interessanter Punkt, den Kettl anspricht, ist die Tendenz einiger Bauträger, Projekte hauptsächlich über Excel-Tabellen zu betrachten. Während sie die Notwendigkeit von finanzieller Planung anerkennt, betont sie, dass am Ende das Produkt - die Wohnung - genau betrachtet werden muss. Ihr Ziel ist es, für Menschen zu planen, die gut und besser leben wollen, und sie ermutigt dazu, gängige Praktiken immer wieder zu hinterfragen.

Innovative Lösungen für alltägliche Probleme

Ein besonders interessanter Aspekt von Kettls Arbeit ist ihr Fokus auf alltägliche Herausforderungen. Als Beispiel nennt sie die Problematik des Wäscheständers in modernen Wohnungen. Sie erkennt, dass in vielen Haushalten der Wäscheständer oft prominent in Wohnbereichen steht, was sie als "Super-GAU des entspannten Zusammenlebens" bezeichnet. Ihre Lösung? Die Integration von speziellen Bereichen für Wäscheständer in Gangflächen oder Nebenräumen, wo sie nicht ständig im Blickfeld sind.

Fazit

Sissi Kettls Ansatz zur Wohnraumplanung zeigt, dass innovative Architektur mehr ist als nur ästhetisches Design. Es geht darum, Räume zu schaffen, die das tägliche Leben der Bewohner verbessern und ihren vielfältigen Bedürfnissen gerecht werden. Ihr ganzheitlicher Blick auf Architektur, der praktische Lösungen für alltägliche Probleme einbezieht, könnte wegweisend für die Zukunft des Wohnungsbaus sein.


Transkript

0:07 Sie hat für ihre Planungen ein eigenes Icon für Wäscheständer erfunden. Bei mir heute Sisi Kettl vom Architekturbüro Kettl. Sisi, hallo und danke dass du dir die Zeit Nimmst. Hallo Gerhard, vielen Dank für die Einladung. Zum Wäscheständer kommen wir gleich. Vielleicht magst du zuerst unseren Zuschauern kurz sagen, was du hier bei Kettl Architektur machst. Also wir haben uns wirklich der Wohnraumplanung verschrieben. Wir planen mit Leidenschaft Grundrisse, wo wir die Bedürfnisse der Menschen wirklich abbilden. Die Gebäude, die wir dazu entweder planen oder verwenden sind Sanierungen, Dachgeschossausbauten und Holzausbauten.

0:46 Ihr plant aber nicht nur im großen Sinne, wenn ich das richtigen Kopf habe. eurer Seite steht auch, dass du dich auch mit Innenarchitektur Befasst. Ja das ist immer so die Frage. Kann man das wirklich so trennen, die Innenarchitektur von der großen Außenarchitektur Also ich bin Architektin und für mich gibt es dieses losgelöste Betrachten gar nicht so. Für mich ist es eher so diese Trennung der Architektur und dann kommt das Design. Wie schaut das Möbel aus? Wie schauen die Wandoberflächen aus? In welchem Stil plane ich? Aber in meiner Sicht kann man die Innenarchitektur nicht völlig von der Architektur loslösen.

Vollständiges Transkript anzeigen

1:22 Wir planen von innen nach außen. Die Idee zu unserem Gespräch ist entstanden, weil wir vor dem Sommer mal drüber geredet haben und ich gesagt habe es ist ganz schwer inzwischen eine Wohnung zu finden, die nicht alles in einem Raum hat. Kochen, wohnen, dieses amerikanische Konzept ist bei uns ganz stark vertreten momentan. Und da hast du dann gesagt, ich versuche eigentlich schon auch Räume zu planen, sodass die Küche vielleicht separat ist und man dort einen Rückzug Sorgt. Ja genau das ist uns ganz wichtig. Es ist mir persönlich aufgefallen, ich bin im Land aufgewachsen, bin dann in die Stadt gekommen und habe festgestellt, hui,

2:00 da gibt es einfach nicht so viel Platz wie in einem Haus. Die Landvervölkerung lebt doch oder zu meiner Jugendzeit großteils in Häusern und somit müssen Wohnungen besser geplant sein, Anführungszeichen, weil weniger Platz zur Verfügung ist, als man in einem Einfamilienhaus hat. Und jetzt gibt es Bedürfnisse in so einer Wohnung. Es ist meist so, dass mehrere Menschen zusammenleben. Oft sind es Erwachsene mit Kindern, die in ihrem Erwachsen werden oder in ihrem Erwachsensein dann unterschiedliche Bedürfnisse haben. Und somit ist es für mich ein logischer Schluss, dass man sagt, ich leiste mir jetzt nicht einen Raum,

2:38 wo alles stattfindet und zusätzlich zu diesem Raum gibt es Schlafräume, sondern ich schaue, dass dieser Hauptraum so getrennt ist, dass mehrere Personen ihn gleichzeitig verwenden kann. Zum Beispiel es macht einen Sinn, das sind zwei Funktionen, die gehören zusammen. Wenn in der Küche etwas passiert, es werden Kartoffeln geschält, wird ein Hausebund gemacht, kann trotzdem im Bereich des Wohnzimmers und das muss jetzt nicht ein komplett getrenntes Raum sein, ein Fernseher laufen, eine Unterhaltung stattfinden, etc. Das ist für mich ein wesentlicher Beitrag, dass Familien und Menschen gut zusammenleben können.

3:20 Ich habe auf deiner Webseite gestöbert und bin da auf eine Podcastfolge gestoßen und habe mir leider den Namen nicht gemerkt und was ich daraus mitgenommen habe, ist, dass gerade in diesem Bereich dieser Planung, dieser Unterschiede, Bauträger oft ganz andere Ansprüche haben, wie wenn du jetzt für einen Privaten planst. Da frage ich mich dann schon, soll nicht eigentlich der Bauträger, gerade für den, dann drinnen wohnt planen, statt einem Trend zu Folgen? Das ist natürlich richtig. Wir haben auch diese Diskussionen. möchte aber natürlich alle Bauträger jetzt in Schutz nehmen. Mir ist ja auch klar, dass es einen Unterschied macht,

3:56 wenn ich für jemanden konkret planen kann. Ich kenne die Bedürfnisse dieser Person oder dieser Personen oder ich biete etwas an, das möglichst viel gefallen soll, wo sich möglichst viele wiederfinden und das ist natürlich ein wesentlicher Anteil, dass man sagt, man plant jetzt das was im Trend ist. Was ich aber noch spannend finde und nicht amerikanisch sondern gibt es auch in unserer Geschichte, da hat sich das Leben dort abgespielt, wo die einzige Heizquelle war. Deswegen sind Leute immer alle in der Küche gehockt, weil das war meistens die Küche und nicht die schöne Stube. Und bei näherer Betrachtung,

4:34 was eben auch berühmte Kolleginnen, die Margarete Schütter-Lotzki dann gemacht haben, gesagt, Leute, wir haben jetzt die Heizquelle in der Küche. Die schöne Stube ist kalt, da sitzt niemand. Öffnen wir diesen Bereich und somit haben wir eine beheizte Wohnküche. Das kommt ja eigentlich aus Betrachtungen dieser Arbeiter-Siedlungen und erinnert mich auch hin und wieder ein bisschen an dieses, wir sitzen alle in einer Höhle rund um ein Lagerfeuer und verbringen unsere Zeit gemeinsam in einem großen Raum. Ich finde, es führt oft zu Konflikten innerhalb des Familienlebens.

5:14 Du hast vorher gesagt, die Bauträger versuchen natürlich ein Produkt für eine möglichst breite Zielgruppe zu erstellen. Ist nicht vielleicht auch mit ein Grund, dass sobald ich da eine Wand rein tue, ich habe vielleicht ein Dreiviertelquadratmeter weniger Wohnfläche, den ich verkaufen kann? Es gibt natürlich so manche die Bauprojekte nur über Excel-Tabellen betrachten. Das ist sicher ein wichtiges Tool, ein Projekt auf die Beine zu stellen, aber es braucht natürlich schon auch den Plan und da mag es sein, dass es reinspielt, dass sich die Fläche bringt. Es macht jetzt nicht die großen Ausreißer

5:52 aber am Ende sollten wir alle unser Produkt genau anschauen. Wir planen alle für Menschen, die gut und besser leben wollen und somit verfolgen wir alle das gleiche Ziel und es ist einfach wichtig, das immer wieder zu hinterfragen. Ist die Reise, wohin es gerade geht, ist das die richtige? Braucht jede Küche einen riesengroßen Wohnblock, also Küchenblock, wirklich viel Fläche nimmt? Ist das gescheit oder ist das nicht gescheit? Braucht es oder braucht es nicht? Ein gutes Stichwort, da kommen wir eigentlich gerade schon wieder zu meiner Anmoderation zurück, nämlich das Wäscheständer-Eikern auf den Plan.

6:27 Was hat es damit auf Sich? Es kommt auch aus dieser Ecke, mir ist aufgefallen, dass in vielen vielen Wohnungen im Freundeskreis immer der Wäscheständer erstens aufgebaut werden muss, abgebaut werden muss und er meistens prominent ist in der Wohnküche steht, weil es einfach keinen Platz gibt dafür und das ist für mich irgendwie der Super-Gau von entspannten Zusammenleben, das passt einfach nicht, das braucht viel Platz, es ist auch für die Wäsche super, wenn daneben gekocht wird, also es ist einfach ein Ablaut, es ist ein Teil, das jeder von uns verwendet, ich kenne ganz wenige, also ganz ehrlich und offen gesprochen,

7:06 ich kenne niemanden der nur die Wäsche im Wäschetrockner hat, ich kenne nur Leute, die ein Problem haben, ihren Wäscheständer irgendwo unterzubringen und auch hier braucht es dann jetzt wieder eine genauere Betrachtung, wer ist es, wie oft wird gewaschen, wo können wir eine Wäsche bilden, wo dieser Wäscheständer steht, im besten Fall steht der immer dort und zwar nicht in einem Wohnraum, sondern in einer Gangfläche, Nebenraum etc. Also wo man ihn nicht ständig vor der Nase Hat. Genau.

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