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Innovative Energielösungen - Nachhaltigkeit, die sich rechnet!

Innovative Energielösungen - Nachhaltigkeit, die sich rechnet!

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Die Energiewende ist längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr – sie ist zu einem zentralen wirtschaftlichen Faktor für die Immobilienbranche geworden. Steigende Energiepreise, regulatorischer Druck und neue ESG-Anforderungen verändern die Spielregeln. Gleichzeitig eröffnen technologische Innovationen und intelligente Energielösungen neue Chancen: für mehr Effizienz, geringere Betriebskosten und nachhaltige Wertsteigerung.

Doch welche Ansätze funktionieren in der Praxis wirklich? Welche Maßnahmen rechnen sich – nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch? Und wie lassen sich nachhaltige Energiekonzepte sinnvoll in bestehende Immobilienstrategien integrieren?

In unserer Eventreihe „ImmoLive“ bringen wir führende Expert:innen aus der Branche zusammen, um genau diese Fragen zu diskutieren. Unter dem Titel „Innovative Energielösungen – Nachhaltigkeit, die sich rechnet!“ beleuchten wir konkrete Beispiele, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und zukunftsweisende Technologien.

Mit dabei sind hochkarätige Vertreter aus Beratung, Investment und Steuerstrukturierung: Marc Guido Höhne (Delta), Wolfgang Amberger (CPI), Michael Csiszar (Cushman & Wakefield) und Gerald Kerbl (TPA). Gemeinsam geben sie Einblicke in aktuelle Entwicklungen, teilen ihre Erfahrungen aus der Praxis und diskutieren, wie nachhaltige Energielösungen zum echten Wettbewerbsvorteil werden können.Die Energiewende ist längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr – sie ist zu einem zentralen wirtschaftlichen Faktor für die Immobilienbranche geworden. Steigende Energiepreise, regulatorischer Druck und neue ESG-Anforderungen verändern die Spielregeln. Gleichzeitig eröffnen technologische Innovationen und intelligente Energielösungen neue Chancen: für mehr Effizienz, geringere Betriebskosten und nachhaltige Wertsteigerung.

Doch welche Ansätze funktionieren in der Praxis wirklich? Welche Maßnahmen rechnen sich – nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch? Und wie lassen sich nachhaltige Energiekonzepte sinnvoll in bestehende Immobilienstrategien integrieren?

In unserer Eventreihe „ImmoLive“ bringen wir führende Expert:innen aus der Branche zusammen, um genau diese Fragen zu diskutieren. Unter dem Titel „Innovative Energielösungen – Nachhaltigkeit, die sich rechnet!“ beleuchten wir konkrete Beispiele, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und zukunftsweisende Technologien.

Mit dabei sind hochkarätige Vertreter aus Beratung, Investment und Steuerstrukturierung: Marc Guido Höhne (Delta), Wolfgang Amberger (CPI), Michael Csiszar (Cushman & Wakefield) und Gerald Kerbl (TPA). Gemeinsam geben sie Einblicke in aktuelle Entwicklungen, teilen ihre Erfahrungen aus der Praxis und diskutieren, wie nachhaltige Energielösungen zum echten Wettbewerbsvorteil werden können.

Transkript

0:27 Herzlich willkommen zu ImmoLive, dem Diskussionsformat der Immobilienredaktion in Zusammenarbeit mit I Value. Heute unser 225. ImmoLive. Unser Thema: Innovative Energielösungen. Wir haben schon im Vorfeld jetzt gerade noch gescherzt und haben gesagt, wir bereiten ja die ImmoLive immer relativ früh vor, aber dass wir mit dem Thema wieder so auf dem Punkt sind, das hätten wir uns nicht gedacht. Thema heute: Welche Maßnahmen können gesetzt werden und vor allem, was rechnen sich diese Maßnahmen? Nicht nur ökologisch, sondern natürlich auch ökonomisch ist mittlerweile wieder wichtiger denn je.

1:09 Auch werden wir diskutieren, wie lassen sich nachhaltige Energiekonzepte sinnvoll in bestehende Immobilienstrategien integrieren? Vor allem aber geht es um die bestehenden Gebäude, denn dort liegt unsere Zukunft. Rund 80 % des Gebäudebestandes in der Europäischen Union wurden vor dem Jahr 2001 errichtet, habe ich vor kurzem auf der Immobilienredaktion gelesen. Unsere heutigen Diskussionsteilnehmer haben auch einige Beispiele mitgebracht, was sehr spannend ist. Und damit darf ich Ihnen auch schon unsere Runde heute vorstellen, in alphabetischer Reihenfolge.

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1:50 Wolfgang Amberger, CPI Europe, Retail Development and Expansion, Sustainability Management and Implementation. Hallo Wolfgang. Hallo, servus. Michael Schisa, Country Manager Austria von Cushman & Wakefield. Hallo Michael. Schönen Nachmittag. Hallo Walter. Der nächste Geschäftsführer wieder innerhalb der Delta Gruppe, freut mich sehr. Marc Guido Höhne. Hallo Marc. Freue mich, hier zu sein. Und Gerald Kerbl, Partner bei der TPA Steuerberatung. Hallo Gerald. Hallo Walter, danke für die Einladung.

2:31 Michael, du hast mal vor kurzem gemeint, Nachhaltigkeit wurde zum entscheidenden Wirtschaftsfaktor für die Immobilien. Kannst du das noch mal so ein bisschen abrunden und zusammenfassen? Ja, gerne. Walter, danke. Ich glaube, im Großen und Ganzen sieht man wieder mal klassisch, wenn man die Weltwirtschaft betrachtet, was denn alles für Themen für einen Einfluss haben und du hast es vorher schon gesagt, wahrscheinlich vor zwei Monaten hätte man oft nicht geglaubt, dass sich viele Dinge so entwickeln, wie sie sich jetzt wieder mal entwickeln. Und man sieht ja wieder, dass Abhängigkeiten einfach ein

3:05 ziemlich großes Thema sind und unterm Strich Abhängigkeiten uns natürlich auch Probleme machen im Bestand, wie du gerade schon vorher gesagt hast, natürlich im Neubau, aber natürlich in weiter Folge auch mit allem rundherum und alles, was die ganzen Einflüsse von außen mit sich bringen, führt dazu, dass wir mit Nachhaltigkeit beziehungsweise Nachhaltigkeit im Sinne von strategisch sinnvollig nachhaltigen Gebäudebetrieb, nennen wir es vielleicht so, wirklich gezielt Kostenstabilität erzeugen können. Also ich sage nur Energiepreise als klassisches Beispiel. Wir könnten Planbarkeit einfach definitiv

3:42 mehr und in der Tiefe forcieren, was uns dazu bringt, dass wir zum Beispiel Betriebskostenstabilitäten hätten. Und auf der anderen Seite natürlich Wertstabilitäten. Also wenn man alles, was jetzt irgendwie an Themen, die Instandhaltungsthemen sind, auch gezielt dann instand setzt und die tatsächlich gleich mit nachhaltigen Energielösungen zum Beispiel versieht, bringt uns das natürlich auch für die Zukunft sehr vieles, weil unsere Immobilien wieder fit sind. Also um deine Frage abzurunden: Ja, ich glaube, es bleibt nach wie vor ein entscheidender Wirtschaftsfaktor und man sieht es mehr denn je.

4:15 Michael, danke. Gerald, theoretisch könnte man ja schon sehr viel, aber praktisch ist es jetzt nicht, was es technisch betrifft, sondern es muss sich ja auch irgendwie umsetzbar oder es muss sich auch irgendwie steuerlich und wirtschaftlich darstellen lassen. Und da ist aber in den letzten Jahren so viel Komplexität hereingekommen, dass die Menschen eigentlich überfordert sind. Ich glaube, wenn du jetzt auf Förderungen anspielst, dann ist, glaube ich, jeder überfordert. Also ich gehe da auch immer einen, zwei Stöcke tiefer eigentlich hier in die Förderabteilung und lasse mich da

4:56 mal auf den aktuellen Stand bringen. Es geistert immer durch die Medien, der Förderdschungel. Also ich meine, ich würde mich da auch nicht ohne großes Buschmesser reinwagen. Es ist schon nicht einfach, weil wir haben im Umland Gemeinden, also stark regionale Förderungen. Also Förderungen sind gut. Es ist immer eine Komplementärmaßnahme bei Immobilienprojekten. Ich bin als langweiliger Steuerrechtler natürlich eher ein Fan davon, Impulse nicht nur über Förderungen oder zum Großteil der Förderungen zu nutzen, sondern eine Kombination mit dem Steuerrecht. Falls wir später noch einmal dazu kommen, da gibt es natürlich schon einige

5:33 steuerrechtliche Maßnahmen, die derzeit schon in Kraft sind, die künftig aus meiner Sicht sinnvoll wären, sie auch in Kraft zu haben. Weil wir dürfen eines nicht vergessen: Wir reden natürlich immer sehr häufig von Sanierungen und es gibt auch schon viele steuerrechtliche Gesetze, aber auch natürlich Förderungen, die sich jetzt auf Sanierungen beziehen. Aber es ist noch relativ wenig Anreiz drinnen sozusagen für den klassischen Neubau. Abriss-Neubau. Ist jetzt momentan auch nicht unmittelbar das Thema in der Branche, Neubau im großvolumigen Stil. Aber aus meiner Sicht haben wir da zumindest gesetzlich, aber auch in

6:11 Bezug auf Förderungen schon noch Aufholbedarf.Hat jetzt vielleicht deine Frage gar nicht beantwortet. Nein, schon. Aber eure Kunden, man ist einfach überfordert. Man weiß ja auch gar nicht teilweise, wo man ansetzen soll. Ist auch oft öfters der Fall, dass man sagt: „Dann lassen wir es lieber bleiben?“ Nein, das eigentlich nicht. Also ich sage mal, steuerrechtliche Begleitmaßnahmen, aber auch landes- und gemeindespezifische Förderungen, die teilweise wirklich sehr unterschiedlich sind, auch sehr unterschiedlich ausgestaltet sind, teilweise oft nie kompatibel sind, ja, sind schon auch Bestandteil einer

6:46 Projektplanung bei einem Immobilienprojekt. Es ist natürlich eher eine Begleiterscheinung, also ein Immobilienprojekt wird nur aufgrund dessen dann nicht nicht umgesetzt. Also in erster Linie muss es sich wirtschaftlich rechnen, dann, wie du sagst, die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit abbilden können und wenn dann auch noch steuerrechtliche Begleiterscheinungen und Förderanreize eingepflockt werden können, dann umso besser. Gerald, danke. Wir müssen vielleicht dazu sagen, wir werden uns natürlich heute zum großen Teil mit Bestand beschäftigen, weil ich schon gesagt habe, Neubau werden wir nur kurz streifen, aber

7:24 grundsätzlich geht es um den Bestand. Wolfgang, ich habe dich vorgestellt. CPI Europe, Retail Development und Expansion, Sustainability Management and Implementation. Kannst du noch einmal kurz deine Aufgabe bei der CPI Europe beschreiben und auch ein bisschen, was ihr Pläne habt, was den Bestand betrifft? Der ist ja relativ groß. Ja, sehr gerne. Wie gesagt, Wolfgang Amberger, Team Lead Development, Technical Asset Management und Sustainability. Das heißt, meine Position gliedert sich in die Bereiche

8:04 Development, wo ich eben zuständig bin gruppenweit in der CPI Europe für alle Entwicklungstätigkeiten, Technical Asset Management, wo wir das fokussiert auf Österreich mitbetreuen und die Kolleginnen und Kollegen unterstützen und last but not least eben Sustainability, aber da eher auf der Ausführungsseite und weniger auf der CSRD-Berichtsseite. Wir haben, so wie du es gesagt hast, ein großes Portfolio. Die CPI Europe wächst und wächst. Wir haben mittlerweile Assets im Wert von knapp neun

8:45 Milliarden Euro, 350 Objekte, fast vier Millionen Quadratmeter vermietbare Fläche. Da gibt es natürlich ständig was zu tun. Wenn ich kurz erwähnen darf, wir werden dieses Jahr ein sehr intensives Jahr vor uns haben. Wenn ich ganz kurz nur die Developments ansprechen darf. Also da fokussiert sich es momentan, zumindest was auch meine Zuständigkeit betrifft, sehr stark auf Retail Developments, auf unsere Fachmarktzentren Marke Stop Shop, da allen voran in Kroatien, wo wir dieses Jahr vier Stop Shops eröffnen möchten, plus eine Erweiterung.

9:26 Des Weiteren haben wir eine Stop-Shop-Baustelle in Ungarn und eine Stop-Shop-Erweiterung haben wir erst in Tschechien vor kurzem eröffnet. Wenn ich jetzt retour komme nach Österreich, wo wir dann quasi uns als Team, quasi im Lead, auf die Developments fokussieren. Da sind es dann wiederum Refurbishments, wenig überraschend. Und da eben zwei Objekte, die uns dieses, nächstes Jahr sehr stark begleiten werden. Zum einen ein wirklich interessantes Refurbishment-Projekt auf der Mariahilfer Straße,

10:06 das sehr interessant werden wird für uns und eines noch in der Brünner Straße, das uns vor allem in der zweiten Jahreshälfte dieses Jahr begleiten wird. Wolfgang, danke. Und du hast es jetzt schon angedeutet, wir haben ja gesagt, es wird einige Beispiele geben und du hast natürlich auch welche mitgebracht. Das in der Mariahilfer Straße würde mich auch sehr interessieren, weil ich dort in der Nähe wohne. Kann ich dann immer vorbeischauen und schauen, wie es voranläuft. Ja, gut. Marc, bei euren Kunden, bei Errichtung, bei Planung, was sind im

10:47 Augenblick so im Bereich Energie die großen Themen? Marc Reindl, du hast mich angesprochen. Ich habe gerade so ein bisschen Audioprobleme. Was sind unsere Themen? Nachdem wir lange den Themen der Nachhaltigkeitsberichterstattung hinterhergehechelt sind und die Leute eigentlich, also zumindest die größeren institutionellen Investoren und Bestandshalter geschaut haben, wo sie denn im Status stehen, ist da, sage ich mal, so ein Stück weit Ernüchterung eingetreten. Ja?

11:27 Und ich sage mal, einige haben sich verhältnismäßig spät damit beschäftigt. Spätestens seit dem Omnibuspaket sind die Themen der Nachhaltigkeitsberichterstattung in den Hintergrund getreten. Wir sehen aber auch, dass das Thema Nachhaltigkeit und insbesondere Dekarbonisierung überhaupt nicht an Stellenwert verliert. Das muss man schon dazu sagen: Ja, die Nachhaltigkeitsberichterstattung ist nicht mehr das Thema, aber die definitiv steigende CO₂-Besteuerung, die nach wie vor nicht ausgesetzt wird, die kontinuierlich kommen wird, zwingt die Unternehmen dazu, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

12:09 Und wir sehen, dass einige sehr gut aufgestellt sind, ihre Hausaufgaben gemacht haben. Einige sind noch am Anfang, spätestens wenn sie denn mal wissen, wo sieIm CO₂-Footprint ihres Gesamtbestands sehen, kratzen sich natürlich alle an den Köpfen und sagen: „Wie sollen wir das finanzieren?" Und dann ist natürlich so eine Entwicklung, wie wir sie jetzt gerade haben, muss man Herrn Trump vielleicht sogar dankbar sein, dass jetzt doch wieder alle eher auf die Autarkie wollen beziehungsweise noch stärker dekarbonisieren wollen, was uns natürlich auch vor Herausforderungen

12:52 stellt. Also wenn wir den Immobilienbestand, ich meine, wir sind immer noch bei weniger als 1,5 % Sanierungsquote, wenn wir den auf die, sage ich mal, magischen 3 % steigern wollten, dann hätten wir gar nicht die Unternehmen, mit denen wir das tatsächlich durchführen könnten. Marc, danke. Prinzipiell, um auf den Neubau zu kommen: Was ist eigentlich so möglich, wenn man jetzt sagt: „Okay, ich stelle mir jetzt einen Neubau hin." Welche Möglichkeiten gibt es, dass man den nachhaltig gestaltet?

13:34 Ich sage mal, der Neubau, das sage ich seit vier Jahren, fünf Jahren, der Neubau ist nicht wirklich die Herausforderung. Und natürlich muss man auch hier unterscheiden: Was kann und was will ich mir leisten in Bezug auf, sage ich mal, nachhaltige Energiesysteme? Ich sage mal, wenn Fernwärme verfügbar ist, dann ist natürlich Fernwärme sicherlich mal die, ich will nicht sagen die kostengünstigste Alternative, aber sicherlich das Mittel der Wahl. Wobei wir auch hier sagen müssen, Fernwärme ist am Ende ja Verbrennen von

14:16 Gas und Mist. Und es ist eigentlich in Österreich noch viel zu gut bewertet. Man muss sich an der Stelle schon damit auseinandersetzen: Ist das auch eine zukünftige Lösung? Und dann spricht man natürlich von den klassischen Luftwärmepumpen. Und wenn man sich dann mehr leisten möchte und dies die Gegebenheiten auch hergeben, dann kann man schon über Geothermie und saisonale Energiespeicher sprechen. Man muss nur dazu wissen, dass so ein saisonaler Energiespeicher, wie er zum Beispiel im Viertel zwei oder im Leopoldquartier umgesetzt wurde, das drei- bis vierfache kostet von dem, was

14:58 eine Luftwärmepumpenlösung kostet. Und da muss man sich natürlich damit auseinandersetzen: Wie weit ist hier die Preisdifferenz angemessen? Muss man vielleicht sogar auf einen Mix von unterschiedlichen Lösungen gehen? Und das ist ja das, was oftmals unsere Kunden gar nicht verstehen. Es gibt nicht die Checkliste mit den zehn Punkten, die ich runterhake und sage dann: „Das war es jetzt und dann bin ich bei dem Energiesystem", sondern ich muss das viel differenzierter auf den jeweiligen Use Case oder den jeweiligen Anwendungsfall betrachten

15:39 und dann die Kosten-Nutzen abwägen. Marc, danke. Jetzt habe ich deinen Aussagen entnommen und darauf kommen wir jetzt dann auch gleich zu sprechen: Das mit der Energie ist eigentlich der große Träger. Das mit der Gebäudehülle, das ist gar nicht so sehr eines der wesentlichen Punkte, wobei ich die dann kurz vorziehen möchte. Aber noch eine Frage an den Gerald, weil das der Marc gerade gesagt hat: Die Omnibus. Zuerst wurden Vorgaben gemacht, dann hat jeder versucht, sie einzuhalten. Einige haben es nicht geschafft, dann ist man wieder abgekommen davon. Dann sagt man: „Nein, das ist nicht so

16:21 notwendig." Ich meine, das macht ja bei euch auch etwas. Es ist ja nicht lustig, Leute zu beraten und danach heißt es: „Ja gut, das war nichts", um das einmal so zu sagen. Ja, also Omnibus war schon irgendwie absehbar. Es war ja auch schon mal beim Parlament, ist ja dann noch mal zurückgekommen, ist noch mal verbessert, adaptiert worden und ist dann so durchgegangen. Worum geht es? Es war dann auch kurze Zeit davor im letzten Sommer häufig in den Medien – und ich halte mich da jetzt ganz kurz, weil das ist, glaube ich, kein substanzieller Beitrag. Das Ende von ESG ist natürlich alles Quatsch. Es gibt die Taxonomie weiter, es gibt die CDR weiter, es gibt die SFRD

17:03 weiter. Natürlich, Gesetze bestehen und werden weiterentwickelt. Es hat sich einfach nur im Reporting etwas geändert und man hätte geschätzt ungefähr 1.500 bis 2.000 Unternehmen in Österreich gehabt, die eben im Rahmen des Nachhaltigkeitsreportings plötzlich darunter gefallen wären. Hätte natürlich auch einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand im Sinn von Reporting bedeutet und die wurden jetzt wieder herausgenommen. Jetzt halten wir in Österreich wieder irgendwo um die 100, 150 Unternehmen, die hier unter dieses Reporting fallen. Also de facto eine Verwaltungsvereinfachung für viele Unternehmen, die ohnehin momentan wirtschaftlich gerade andere

17:40 Themen haben. Gerald, danke. Damit kommen wir zu dem, was Marc angeschnitten hat, und zwar vorerst noch zu der Gebäudehülle. Offensichtlich, also wenn ich das jetzt auch richtig verstanden habe, Michael, dann ist die Gebäudehülle nicht unbedingt der entscheidende Faktor. Das würde ich jetzt vielleicht so in der Deutlichkeit nicht bestätigen, weil ich glaube, es ist immer Zusammenspiel zwischen Hülle und Technik. Und natürlich, die Technik hat einen wesentlichen Einfluss auf Energie, Energieverwendung, whatever.

18:21 Die Wahrheit ist aber, wenn die Hülle einfach schlecht ist, dann kann ich das beste technische System dahin stellen, dann werde ich immer energieintensiv bleiben. Wir werden uns vielleicht dekarbonisieren können, weil wir grünen Strom verwenden und alles, was dazugehört und die Luftwärmepumpen mit grünem Strom betreiben, aber die Verluste über die Hülle kriege ich einfach dadurch vielleicht nicht in den Griff, selbst wenn ich die Anlagentechnik verbessern kann, aber die Hülle einfach im Zweifel nicht mitspielt. Also aus meiner Sicht, um den Bogen aufzuspannen, ist es eigentlich ein Zusammenspiel von beiden Komponenten.

18:47 Die Hülle muss funktionieren, damit ich die Technik dann sinnvoll natürlich auch adaptieren kann und die Energie dadurch gesamtheitlich reduzieren kann. Das ist das Idealbild. Realbild ist natürlich, die Anlagentechnik verändere ich viel schneller als die Hülle. Die Anlagentechnik im Zweifel, dass ich, wie der Marc vorher schon gesagt hat, eine Luftwärmepumpe vielleicht einbaue statt einer Kältemaschine, die einen sehr hohen Energieimpact hat und vielleicht im Zweifel schon relativ alt ist. Wenn man das energetische System nur ändert, ist natürlich deutlich rascher umsetzbar, als dass ich bei einem

19:21 Gebäude Fenster tausche und die Fassade saniere. Also das ist, glaube ich, uns allen im Aufwand schwer verständlich, gleich verständlich. Entschuldigung. Aber unterm Strich bleibt es ein Zusammenspiel aus beidem. Also wenn man es tatsächlich ganzheitlich betrachtet, beides wesentlich. Die Technik, glaube ich, ist der einfachere Teil, nennen wir es so vielleicht. Gut auf den Punkt gebracht. Der Wolfgang hat nämlich im Vorgespräch gemeint, es bringt wenig, sich über die Hülle Gedanken zu machen, wenn man 24/7 wahnsinnige Luftmengen in das Gebäude pumpt, ohne zu sehen, ob das etwas bringt. Und du hast gemeint, Wolfgang, der Trigger bei einem normalen

20:02 Bürogebäude, das ist nicht unbedingt die Fassade. Genau, das haben wir gesehen. Wir haben ja auch schon vor ein paar Jahren begonnen, uns mit dem Thema intensiver auseinanderzusetzen und an dem Punkt würde ich jetzt vielleicht ein bisschen ausholen. Wir nennen das unternehmensintern DEER. Das ist quasi ein Deep Energy Efficiency Refurbishment und das haben wir 2024 schon initiiert, haben dann 2025 pilothalber drei Fachmarktzentren, also drei Stop Shops in Österreich untersuchen lassen. Und da hat sich eigentlich auch sehr schön gezeigt, dass die

20:44 Gebäudehülle, zumindest was Fachmarktzentren anbelangt, nicht das große Thema ist und auch nicht der Trigger ist, den man da priorisieren muss. Sondern da war es ganz im Gegenteil an sich immer das Heiz- und Kühlsystem, die Lüftung, weil so wie du es gesagt hast, üblicherweise diese Gebäude, vor allem die Retailgebäude, über die Luft heizt und kühlt und damit meistens sehr viel Luft in das Gebäude von außen einbringt und dann es eben

21:24 ausschlaggebend ist: Mit welchem Medium funktioniert das? Und wie wird das geheizt und gekühlt? Wie funktioniert die Steuerung dieses Systems? Gibt es da nur einen Setpoint und eine Tag-Nacht-Temperatur? Gibt es zumindest einen Unterschied zwischen der Tagestemperatureinstellung und der Nachttemperatur? Gibt es vielleicht noch ein bisschen fein ausdifferenziertere Möglichkeiten über CO2-Messungen? Oder jetzt ganz salopp formuliert: Fahrt jemand im April hin, dreht das auf und fährt dann noch einmal im September hin und dreht die Kühlung wieder ab?

22:04 Und da gibt es einfach eine sehr große Bandbreite. Und das, was wir, um den Bogen zu schließen, eben gesehen haben, ist, dass das Heiz-Kühlsystem in Verbindung mit der Steuerung dieses Heiz- und Kühlsystems, zumindest jetzt mal bei den Fachmarktzentren, die wir untersucht haben und das lässt sich sicher weitestgehend, würde ich meinen, auf das gesamte Portfolio übertragen, das eben viel mehr Impact hat als eben die Fassade. Wolfgang, danke. Marc, wenn

22:44 ihr jetzt ein Gebäude vor euch habt, wo es heißt, ein Kunde kommt und sagt: „Das ist unser Bürogebäude." Was kann man aktuell mit den derzeitigen Gegebenheiten machen? Ich weiß, es ist schon eine sehr allgemeine Frage, aber dass man auch sieht, es lässt sich schon etwas umsetzen, aber eben in welcher Form? Und gibt es gewisse Assetklassen, wo es leichter geht? Ich glaube, wird es sicher geben, dass es Assetklassen gibt, die leichter gehen. Also Wohnen und Büro gehören sicherlich nicht dazu.

23:27 Also grundsätzlich, wo wir halt starten, wenn ein Kunde zu uns kommt, egal ob das nun ein Einzelgebäude oder vielleicht ein kleines Portfolio ist. Wir sagen immer, wir müssen erst mal eine vernünftige Bestandsaufnahme machen, mehr oder weniger in Anlehnung an eine kleine TDD, weil wichtig ist zu sehen, wo ist der Lebenszyklus der Anlagen, wo sind auch die großen Verbraucher, die optimiert gehören,

24:08 letztendlich dann daraus ein ganzheitliches oder holistisches Konzept zu machen, wie man über vielleicht Sanierung der Gebäudehülle – aber wie gesagt, ich unterstütze den Wolfgang da voll. Ich denke auch, dass die Gebäudehülle jetzt nicht das vorderste Ziel ist. Es gibt jetzt diverse Studien, die sagen, dass wir circa 40 bis 50 % unserer Gebäude gar nicht thermisch sanieren müssen, dass wir über die vorhandenen energetischen Systeme beziehungsweise über eine Dekarbonisierung der Systeme durchaus auch hier einen Ausklang finden. Sicherlich nicht im SinneDer hundertprozentigen

24:50 Energieeffizienz. Die muss man schon ein Stück weit ausblenden. Ich glaube, dass die Energieeffizienz am Ende auch ein Stück weit überbewertet wird. Sagen wir, wenn ich nicht fossile Energieversorgung habe und dann vielleicht ein bisschen mehr Strom brauche, um diese etwas unwirtschaftlicher zu betreiben, aber die gleichen Komfortthemen sicherzustellen im Gebäude, dann sollten wir uns auch damit auseinandersetzen, weil das, was wir im Rahmen einer thermischen Sanierung auch an grauer Energie freisetzen, das muss auch irgendwo Berücksichtigung finden. Aber letztendlich, um auf deine Frage zurückzukommen: Wir machen

25:30 ähnlich wie Wolfgang es gesagt hat, eine tiefgreifende Analyse und versuchen dann über einen, wir sagen immer so eine Art bauphysikalischen Zwillinge, unterschiedliche Maßnahmen durchzuspielen, die auch in Bezug auf ihre CO₂-Optimierung zu bewerten und daran, sage ich mal, auch eine zukünftige Investmentstrategie aufzuzeigen. Das heißt, selbst wenn ich eine Gasversorgung im jetzigen Moment habe, die nicht in den vielleicht 100 % der nicht fossilen Energieversorgung spricht, muss ich die ja nicht sofort rausreißen und etwas Neues einbauen.

26:11 Dann schauen wir uns an, auch in Richtung des Trending-Risikos einer Immobilie: Wann wäre denn hier ein Austausch sinnvoll? Vielleicht auch kombiniert mit anderen Maßnahmen, die man dann kombiniert umsetzt. Oder vielleicht sind es sogar zwei, drei Schritte über einen Zeitraum von 10, 15, 20 Jahren, die man setzt, um auch den Auftraggeber ein Stück weit davor zu bewahren, dass er gleich mit einmal wahnsinnig viel Geld in die Hand nehmen muss und dadurch einfach auch in seinem Investment hohe Spitzen hat. Mark, danke. Wolfgang, du wolltest etwas dazu sagen?

26:52 Ja, habe ich vorher nämlich vergessen zu erwähnen und ich glaube, der Mark hat da ein sehr gutes Stichwort geliefert, nämlich holistischer Ansatz. Und das ist schon auch etwas, was wir uns da eben bei unseren Deals überlegt haben, wo wir schon in 2024 gesagt haben, wir wollen jetzt nicht an die diversen Ingenieurbüros herantreten und einfach sagen: „Bitte macht uns ein klimaresilientes Objekt oder ein zukunftsfittes Gebäude, sondern wir haben uns da damals schon wirklich einige Gedanken über den potenziellen Scope of Works gemacht und

27:33 versuchen wirklich mit diesen Studien, wenn wir sie machen, holistisch das Gebäude zu betrachten. Also da ist quasi der Krempf dabei für die Dekarbonisierung. Das wird mit der Premium-News-Brille quasi durchforstet, ob man da very good, excellent oder etwas Besseres haben möchte oder bekommen kann und mit welchen Maßnahmen. Und natürlich alles, was mit EU-Taxonomie auch noch mal zusammenhängt, ist sicher auch ein ganz wichtiges Stichwort. Leider kommen wir vielleicht eh später noch dazu, sind alle diese Regularien noch nicht wirklich harmonisiert, sondern teilweise überlagern sie sich

28:15 mittlerweile schon und ich glaube, es beginnt sich auch immer mehr zu überlagern und zu harmonisieren, aber Status heute würde ich schon meinen, dass es trotzdem noch viele Unterschiede gibt und man trotzdem dann nicht in die Falle tappen darf, dass man da irgendetwas vergisst. Wolfgang, danke. Michael, wir kommen jetzt dann gleich auch darauf zu sprechen mit der Harmonisierung. Aber Michael, wenn du jetzt zum Beispiel ein Immobilienportfolio hast und eine Strategie vorschlagen solltest –

28:55 ich habe das zuerst auch schon gefragt, aber da war die Antwort noch nicht, weiß ich, wen ich gefragt habe: Gibt es Asset-Klassen, wo du sagst, dort würde ich am ehesten mal ansetzen? Also wo man sagt, okay, da könnte man leichter etwas tun. Da gibt es vielleicht weniger, unter Anführungszeichen, Mitspracherechte oder was auch immer, was man ja auch bedenken muss. Ich bin da ganz bei Mark. Ich glaube, das ist gar nicht so klar festmachbar, ob es jetzt eine Asset-Klasse ist. Ich glaube eher, dass es tatsächlich sehr gebäudespezifisch ist. Es kann einfache Büroimmobilien geben, die einfach zu dekarbonisieren sein und auf der anderen Seite

29:33 unfassbar komplex. Auf der anderen Seite hast du vielleicht ein Fachmarktzentrum, wie der Wolfgang vorher gesagt hat, das genauso komplex ist. Entschuldigung, schwer immobilienspezifisch und standardspezifisch natürlich alles, was dann noch dazukommt. Also alles an den Themen würde ich da eher mit ins Rennen werfen, mit zu sagen, okay, es ist vielleicht einfacher, ein Büro zu dekarbonisieren, wie eine Logistikhalle. Das, glaube ich, ist nicht so einfach festmachbar. Wobei du natürlich bei Büro oder Logistikhalle nur einen Ansprechpartner hast, was vermutlich erleichtert, als zum Beispiel in einem Wohngebäude mit

30:05 WEG. Muss auch nicht zwingend sein. Es kann ja sein, dass du viele Mieter hast in einem Bürohaus, wo du, was weiß ich jetzt, 27, 30 verschiedene Einzelmieter hast, mit denen du natürlich einen Konsens finden musst, wenn auch was immer du tust. Zwar kein Eigentümer, aber der Mieter kann auch sehr anspruchsvoll sein, nennen wir es vielleicht so. Und dahingehend würde ich es gar nicht an der Immobilienstruktur beziehungsweise in der Verwalterstruktur beziehungsweise in der Betreiberstruktur aufhängen, sondern tatsächlich an der Asset-Klasse. Entschuldigung, am Gebäude- Am einzelnen Objekt sozusagen.

30:40 Richtig, genau. Michael, danke. Mark, du wolltest doch etwas dazu sagen. Ja, die Erfahrung zeigt, dass man sich von demSatz lösen muss, die worst first, weil was ja meistens bei dem einen oder anderen Bestandshalter passiert. Also da, wo der größte Handlungsbedarf ist, da wird eingegriffen. Und wir haben eigentlich in den letzten zwei, drei Jahren wirklich ein paar schöne Beispiele gesehen, wo wir gesamten Gebäudebestand untersuchen und screenen durften. Und dann ist es genauso, wie Michael gesagt hat. Es ist sehr vom jeweiligen Gebäude abhängig und dann kannst

31:22 du eigentlich über Entscheidungsbäume sehr schön die unterschiedlichen Immobilien clustern, kannst für jede Immobiliencluster ein Sanierungskonzept, vielleicht dann an einem konkreten Projekt erarbeiten, das mit Grobkosten hinterlegen, um dann letztendlich auch zu schauen, was koste ich diese Dekarbonisierung beziehungsweise gegebenenfalls auch die thermische Sanierung. Vielleicht für ein Unternehmen, das einen Klimaschutzplan hat, das Klimaneutralität bis 2035 oder 2040 vorsieht. Und erschreckend war eigentlich zu sehen bei den Screenings, die wir

32:04 gemacht haben, dass von hunderten Gebäuden die wenigsten tatsächlich die aktuellen Anforderungen erfüllen. Es gab zwar einen großen Cluster, wo, sage ich mal, die Maßnahmen recht überschaubar sind, um sie zukunftsfit zu machen. Und das macht wieder Mut. Auf der anderen Seite muss man sagen, wir haben damals vorgeschlagen: „Nehmt doch bitte aus den acht wesentlichen Clustern jeweils ein Gebäude oder einen Piloten. Lasst uns den exemplarisch mit dem Sanierungskonzept umsetzen, was wir erarbeitet haben, um einfach noch mal die Kosten zu

32:45 verifizieren aus der Sanierung, aus dem Sanierungskonzept, damit ihr dann, sage ich mal, noch kostensicherer werdet.“ Aber dann kam, sage ich mal, diese gewisse Trägheit und wir haben gesagt: „ Nein, wir legen es jetzt erst mal in die Lade und schauen, was passiert. Und wir machen eigentlich alles das, was wir im Rahmen der normalen Instandhaltung und Wartung machen, aber wir werden jetzt nicht explizit hier Pilotprojekte umsetzen.“ Ich hoffe, das macht ihr zukünftig anders, Wolfgang. Ich auch. Ja, Marc, danke. Gerald, wenn du dir das anhörst,

33:26 wo würdest denn du zum Beispiel ansetzen, wenn man dir jetzt freie Hand ließe bei steuerlichen Erleichterungen, bei steuerlichen Möglichkeiten, dass die technischen Veränderungen viel eher vorgenommen werden, als es derzeit tatsächlich gemacht wird? Ist ja eine ganz gemeine Frage, Walter. Dafür bist du bekannt. Da gibt es tatsächlich viel zu tun. Wir haben ja einiges an Photovoltaik-Förderung. Wir haben insbesondere die Förderungen von Sanierungen von Wohngebäuden. Man denkt jetzt an die klassische 15. Abschreibung, die wir in Österreich schon seit eh und je haben.

34:09 Wir haben den Investitionsfreibetrag zum Beispiel, der nicht auf das Gebäude selbst, sondern auf Sanierungsmaßnahmen, also Öko-IFB, gibt es einen eigenen dafür, zurechtgeschnitten ist. Also wir haben schon einiges, das muss ich sagen. Aber was wir zuerst besprochen haben, wir reden halt nicht von einer Asset Class, wir reden von vielen unterschiedlichen Asset Classes und da haben wir, glaube ich, steuerrechtlich schon auch noch Aufholbedarf. Ich meine, was sind die größten Effekte? Ich habe zuerst schon eingangs gesagt, ich bin jetzt nicht so der allzu große Fan von Förderungen, sondern eher Förderungen in Kombination mit steuerrechtlichen

34:40 Begleitmaßnahmen. Die Basis sollte eigentlich immer ein steuerrechtliches Gesetz sein. Warum? Weil das ist einfach immer sehr viel einfacher umsetzbar, spart unglaublich viel an Verwaltungsaufwand und das gilt für alle gleich und ist viel leichter administrierbar, muss man auch ganz klar sagen. Entschuldigung, Gerald. Du meinst, Steuererleichterungen sind einfach schneller umsetzbar und schneller administrierbar als Förderungen, die man ausgibt? Ja, und vor allem Förderungen sind einfach auch immer sehr stark regional gebunden. Und es ist wirklich schwierig und vor allem auch zeitlich befristet.

35:16 Natürlich, auch steuerliche Vorschriften und Gesetze sind zeitlich befristet. Viele haben da auch längerfristig Bestand, aber de facto, was ich mir wünschen würde, wenn ich dürfte, ich glaube, das approbateste Mittel ist tatsächlich eine beschleunigte Abschreibung. Vielleicht die beschleunigte Abschreibung sogar noch auszudehnen, beziehungsweise auch den Sofortabzug von einzelnen Maßnahmen zu erweitern, weil wie gesagt, steuerrechtlich ist die Wirkung immer: Alles, was aktiviert wird, hat einen Betriebsausgabencharakter über die Abschreibungskomponente, über einen längeren Zeitraum und je länger der Zeitraum

35:48 ist, desto geringer die steuerliche Wirkung verteilt. Wobei, letzter Punkt, dann bin ich auch fertig mit den langen Ausführungen. Wenn wir jetzt von der Abschreibung sprechen und beschleunigte Abschreibung, da habe ich immer nur 100% und nicht mehr als Abschreibung, wohingegen der Investitionsfreibetrag wirkt als zusätzliche Betriebsausgabe. Also den kann ich zusätzlich geltend machen. Aber ich glaube, das war noch eine Frage vom Marc. Du hast mir eigentlich sehr aus dem Herzen gesprochen, weil ich verstehe nämlich das Fördersystem auch nicht und es gibt, glaube ich, aus der Vergangenheit in Europa, auch im deutschsprachigen

36:28 Raum, genau die Beispiele, die es meines Erachtens auch in Österreich braucht, über Sonderabschreibungsmöglichkeiten, Themen wie Dekarbonisierung zu fördern. Weil wenn die Bestandshalter diese Möglichkeit haben, würden sie ganz anders an das eine oder andere Thema herangehen, als sie es bisher tun. Ja, so lange bin ich jetzt noch nicht dabei, aber ich kann mich erinnern, dass man das in den 80er Jahren im Wohnbau gemacht hat, um einfach auch den Wohnbau anzukurbeln, auch die Sanierung anzukurbeln. Da hat es in Wien einige Gesetze in dem Sinne gegeben, es hat eine

37:09 bessere steuerliche Abschreibung gegeben und das hat auch tatsächlich zu einem Investitionsschub geführt. Ich hoffe, das war jetzt richtig, sonst heißt es wieder: „Der kennt sich nicht aus. 30 Jahre sitzt er schon da und redet immer nur einen Blödsinn." Aber in den vielen Jahren vergisst man ja doch das eine oder andere. Das beste Beispiel weiter waren in Deutschland die Sonderabschreibungsmöglichkeiten nach der Wende für Investitionen in Wohnraum, wo Sonderabschreibungen bis zu 50 % möglich waren.

37:49 Ich weiß nicht, warum, aber vielleicht kann Gerald das beantworten, warum dieses Instrument nicht eingesetzt wird oder ungern gesehen wird. Haben wir ja. Es war natürlich auch Fokus, du hast es gesagt, Wohnraumoffensive. Es ist natürlich auch sehr stark auf diese eine Assetklasse zugeschnitten. Das gilt jetzt zum Beispiel nicht für den ÖKOFBB, aber da könnte man schon deutlich mehr machen. Auch wenn es nur für eine begrenzte Zeit ist, den Betriebsausgabenabzug eben erweitern, damit ich es nicht abschreiben muss, damit ich hier schneller einen Steuereffekt erzielen kann. Ich glaube, das wären schon wirtschaftspolitisch sinnvolle und wichtige Anreize,

38:25 eben nicht nur für Residential, sondern über viele Assetklassen hinweg. Danke. Und jetzt möchte ich zu ein paar Beispielen kommen. Starten möchte ich einmal mit dem Wolfgang, und zwar weil ihr da ein sehr interessantes mit den Stop Shops habt, die sind ja sehr ähnlich alle. Kannst du ein bisschen etwas erzählen? Kann man ein Konzept, das man da hat, vielleicht über alle dann wieder ausrollen? Wobei es ja, glaube ich, die Stop Shops – also nicht glaube ich, weiß ich – nicht nur in Österreich gibt, sondern auch europaweit und da gibt es ja auch ein paar Herausforderungen.

39:06 Genau, deswegen würde ich da mit einem klassischen Jein antworten. Zum einen denke ich ja und wir haben das gesehen. Also lassen sich ganz bestimmt Maßnahmen, die bei einem Stop Shop funktionieren, beim anderen anwenden. Ich meine, wir haben ja innerhalb der Europe auch, sage ich einmal, die naheliegenden Quick Wins größtenteils schon abgearbeitet. Wir haben zum Beispiel schon vor ein, zwei Jahren fast flächendeckend auf Grünstrom umgestellt. In Österreich werden 100 %

39:47 aller Immobilien beziehungsweise die Zielpunkte, die wir quasi beeinflussen können, mit nachhaltiger Energie und grünem Strom versorgt. PV hat sich sehr etabliert und hat sehr gut funktioniert, wo wir quasi auch die Lessons learned von einer Handvoll Projekte hochskalieren konnten. Wir haben jetzt mittlerweile, ich habe vorhin nachgesehen, fast 60 PV-Anlagen in Betrieb, davon fast 40 Anlagen in Österreich, Kroatien und Slowenien. Ich muss sagen, vor allem Slowenien hat wahnsinnig gut

40:30 funktioniert, sowohl von der Supplier-Seite, als auch wirklich Hut ab dort von den Behörden und von den Netzbetreibern. Da waren Genehmigungen innerhalb von ein paar Wochen, aller längstens innerhalb von drei Monaten am Tisch. Von dem her gibt es ganz sicher die eine oder andere Maßnahme, die sich hochskalieren lässt. Wie gesagt, wie wir es vorher besprochen haben, und da würde ich tendenziell dabei bleiben, dass die Gebäudehülle beim Fachmarktzentrum nicht der wahnsinnige Trigger ist.

41:10 Ich bin sehr gespannt. Wir werden dieses Jahr die VTT, also die Twin Towers, untersuchen. Da wird es natürlich einen Fokus auf die Fassade geben, denn wie jeder weiß, gibt es da eine Glasfassade und der solare Eintrag ist natürlich bei diesem Gebäude nicht zu unterschätzen. Das ist ganz klar. Von dem her bin ich dann tendenziell wieder beim Michael. Auf der einen Seite wird es eben Maßnahmen geben, die man einmal irgendwo pilotweise gemacht hat. Dann hat man gesehen, das funktioniert gut. Da steht vielleicht sogar ein Business Case dahinter, wie bei

41:50 den PV-Anlagen. Noch dazu vielleicht ein sehr guter Business Case. Von dem her gibt es dann mehr auch ökonomische Argumente, das zu machen. Und trotzdem wiederum warne ich zu sagen, das muss dann überall so funktionieren und bei jeder Immobilie so funktionieren, weil auch eine PV-Anlage macht nicht überall Sinn, weil wenn mir der Netzbetreiber sagt, ich darf nicht beim Trafo im Gebäude oder neben dem Gebäude anschließen, sondern muss 200 Meter graben und über fünf Straßen das Stromkabel legen, dann wird auch diese PV-Anlage nicht zielführend und rentabel

42:32 sein. Von dem her: Ja, zum einen gibt es das, aber zum anderen bin ich da schon sehr beim Michael und sage, man muss sich das wirklich dann trotzdem noch einmal von Objekt zu Objekt im Detail ansehen, weil wie so oft oder fast immer der Teufel dann im Detail steckt. Wolfgang, danke. Michael, hast du von deiner Seite ein Beispiel, was Energielösungen betrifft, was den Bestand betrifft, Bestand und Energielösungen? Ich kann euch gerne ein Einzelbeispiel bringen, was eigentlich aus einer Schadensfall tatsächlich entstanden ist, wo man gesagt hat: „Okay, tatsächlich macht man sinnvoll was

43:13 daraus.“ Weil wie der Wolfgang gerade vorher gesagt hat, es ist jetzt sehr viel Individuelles, aber gerade in dem Fall war es eine Immobilie, wo man gesagt hat: „Okay, wir haben einen Verdichter-Schaden an einer Kältemaschine, was circa 3,8 Megawatt versorgt. Also ein relativ großes Ding, was tatsächlich auch ein bisschen was an Strom natürlich zieht. Und da war natürlich der erste Aufschlag, wo wir gesagt haben: „Es wäre gescheit, wenn wir uns nicht jetzt nur Strom anschauen, sondern tatsächlich uns auch die Kälte- und die Wärmeseite anschauen.“ Und gleichzeitig war in dem Objekt auch das Thema, dass Elektromobilität ein Riesenthema war oder auch

43:47 massiv wahrscheinlich auch in vielen anderen Objekten ein Thema ist, wo wir eigentlich an der Stromleistungsgrenze waren. Also wo wir gesagt haben: „Okay, sinnvollerweise geht man einen Schritt auf die Seiten. Wir schauen uns noch einmal das Kühlsystem an. Vielleicht können wir am Kühlsystem was umstellen, wo man tatsächlich dann von zwei großen Turbo-Verdichtern auf vier kleinere Schraubenverdichter umgestellt hat, dass man tatsächlich kaskadieren kann in den Betriebspunkten und in Weiterfolge dann Stromkapazitäten auch freikriegt, um Elektromobilität zum Beispiel zu betreiben oder was auch immer dann dazukommt.

44:15 Und ganzheitlich, wie gesagt, das ist das, was ich da eigentlich noch mitgeben möchte. Es ist nicht immer nur ein Energiestrom, es geht in der Regel immer um drei. Und um das, was wir uns kümmern müssen, ist, dass wir die drei unter einen Hut bringen. Und wenn wir die drei unter einen Hut bringen, dann können wir die Gebäude auch sinnvoll dekarbonisieren. Und wenn wir sinnvoll dekarbonisieren können, sind sie zukunftsfit. Das ist eigentlich der Output aus meiner Seite daraus. Michael, danke für dein Beispiel. Marc, du hast im Vorgespräch mehrere Beispiele gebracht, die sehr unterschiedlich auch sind.

44:47 DC-Tower 2 beziehungsweise auch zwei Zinshäuser. DC-Tower 2, der hatte was Besonderes. Das hat doch mit der Photovoltaikanlage zu tun. Ja, also da wird Europas größte Photovoltaikanlage gebaut. Das war eine gemeinsame Entscheidung von Entwickler und Investor, diese ausführen zu lassen. Nicht zwingend, weil sie jetzt so wahnsinnig viel Strom bringt und das Gebäude autark macht, aber es sind immerhin, stand ja auch in allen Zeitungen, 1,4 Gigawatt Peak. Das ist schon eine Menge und die

45:28 werden in den Allgemeinstrom eingespeist, um so auch Betriebskosten, sage ich mal, maßgeblich zu senken. Und das ist natürlich auch ein Marketinginstrument langfristig. Ansonsten ist der DC-2-Tower von der Auslegung der technischen Gebäudeausrüstung doch sehr konventionell, auch wenn wir LEED Platin machen, aber es ist jetzt schon die Photovoltaikanlage, die da heraussticht. Die beiden Zinshäuser, die du angesprochen hast, die habe ich eigentlich erwähnt,

46:09 weil es zeigt, dass man Geothermie beziehungsweise auch Sole-Wasserwärmepumpen gekoppelt mit Geothermie-Fehlen auch innerstädtisch machen kann. Also diese beiden Projekte, die wir da in der Projektsteuerung und ÖBA betreuen, eines großen Versicherungskonzerns, die haben sich schon sehr früh zur Aufgabe gemacht, diese beiden Gebäude komplett zu dekarbonisieren. Die wollten nicht an die Fernwärme und die haben es geschafft, tatsächlich durchzusetzen in einem doch sehr aufwendigen Prozess, dass diese Geothermie-Fehle

46:50 im Gehsteigbereich tatsächlich gebohrt worden. Das ist jetzt nicht alltäglich, aber ich hoffe, dass das, wenn es denn machbar ist, zukünftig auch eine eher gängige Lösung wird. Ich möchte aber an der Stelle anmerken, weil auch das habe ich im Vorgespräch gesagt, diese Lösungen sind gut und sie sind sicherlich wegweisend, aber wir müssen wegkommen von den individuellen Lösungen für einzelne Gebäude. Und wir müssen viel mehr schauen, wie wir Quartierslösungen hinbekommen. Und ich glaube, so eine Quartierslösung, auch wenn es Neubau ist, ist das

47:30 Leopoldquartier, das Village im Dritten ist eine Quartierslösung und ich wünschte mir, Viertel zwei auch. Ich wünschte mir, dass wir einfach Lösungen hinbekommen, auch an den Regulativen wie MRG und WEG vorbei, die das tatsächlich zukünftig möglich machen. Vor allem auch, was den Bestand betrifft. Insbesondere den Bestand, weil so viel Fläche haben wir dann gar nicht mehr. Wir haben neulich ein spannendes Projekt nur angeboten. Wir durften es dann leider nicht umsetzen und den Ansatz fand ich sehr gut, dass eigentlich

48:12 der Nachbarschaftseigentümer die Liegenschaft, weil sie sehr baufällig war, abgebrochen hat, da ein neues Wohnhaus errichten wollte, in dem Zuge auch eigentlich das gesamte Grundstück mit Geothermie-Fehlen versehen hat und dann letztendlich den angrenzenden Nachbarn angeboten hat, sie mit in seine Wärme- und Kälteversorgung einzubringen. Schade, wir sind nicht zum Zug gekommen, aber das wäre ein spannendes Projekt gewesen. Also im Bestand so was zu machen. Gerald, wie schaut das aus? Gibt es da Schwierigkeiten, wenn man das miteinander verbindet?Oder ist das eine heikle

48:54 Sache im Augenblick? Was meinst du? Die gemeinsame Energie mit den Nachbarn beispielsweise? Ja. Entschuldige. Es war von Mark ein sehr gutes Stichwort, weil sagen wir mal Quartiersentwicklung. Wir haben natürlich die diversen, kennt man ja, oder die Energiemodelle, wo man Energiegemeinschaften bilden kann. Das gibt es ja. Das ist aber auch gerade vor dem Hintergrund des Steuerrechts durchaus noch ein bisschen komplex. Und wenn ich jetzt gerade in Bezug auf Quartiersentwicklungen denke, ist das natürlich ein sehr guter

49:34 Ansatz zu sagen: Gut, auch das sollte steuerrechtlich jetzt nur auch in der Verwaltung deutlich vereinfacht werden, weil das ist aus meiner Sicht schon ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung. Ist nicht überall möglich, aber dort, wo es möglich ist, sollte das auch mit bedacht werden als steuerrechtliche Begleitmaßnahme. Sobald es komplex ist, will das eh keiner angreifen. Also es müsste ja eigentlich optimiert werden, dass es leicht verständlich ist, wie man das aufteilt, wie man das abschreibt und die Sache ist damit erledigt. Genau so ist es und das ist eben das Problem mit den Förderungen.

50:06 Sie sind leider viel zu komplex und es braucht eben wirklich einfache Maßnahmen, die jeder auch leicht anwenden und umsetzen kann und die für alle im Idealfall transparent und gleich sind. Dafür würde ich wirklich stark plädieren. Und gerade vor dem Hintergrund Quartiersentwicklung, wie gesagt, so etwas haben wir schon, diese Energiegemeinschaften. Da gibt es aber auch durchaus rechtlich und insbesondere steuerrechtlich noch Aufholbedarf, um es größer zu denken. Gerhard, dein- Die Modelle, die ich erwähnt habe, Viertel zwei, Leopoldquartier, ich glaube sogar das Village im Dritten, wo sich Unternehmen mehr oder weniger engagiert haben,

50:48 als alternative Energieversorger aufzutreten. Und sage ich mal, wo du nicht die klassischen Energieversorger hast, wie Wien Energie, und letztendlich daraus auch ein Geschäftsmodell gemacht haben und diesem Geschäftsmodell halt auch ein Stück weit in die Finanzierung der doch sehr teuren Anlagen einsteigen, die sie dann aber über einen Zeitraum von 10, 20, vielleicht sogar mehr Jahren optimieren und betreiben und so auch langfristig attraktive Energiepreise bieten können. Mark, danke. Wobei Wolfgang, das mit dem Geschäftsmodell, das

51:31 ist ja nicht ganz so einfach, weil wenn man jetzt Energie erzeugt, kann man die ja nicht einfach dann verteilen so leicht. Ich glaube, das geht ja nur deshalb in diesen Gebieten, Viertel zwei zum Beispiel oder eben Village im Dritten, weil die das ja von Anfang an so konzipiert haben. Wenn ich jetzt einen Bestand habe, ist es ja etwas schwieriger. Genau. Also auch da wieder muss man sich das nicht zwangsweise vielleicht von Immobilie zu Immobilie, aber zumindest von Staat zu Staat ansehen, weil es eben in jedem Staat ein bisschen anders geregelt ist und was in

52:11 Hausnummer jetzt Kroatien und Serbien funktioniert und erlaubt ist auf der rechtlichen Seite, muss noch lange nicht heißen, dass es dann in Österreich erlaubt ist. Also wir haben das damals beim PV-Ausbau vor allem in Österreich, aber später dann auch bei den ganzen Wellen in den Ländern gesehen, dass wir eben auch da bei den Business Cases unterschiedlich denken müssen. Wir sind dann relativ früh dazu übergegangen, in Österreich ein virtuelles Kraftwerk zu machen. Das ist nichts anderes als quasi, in unserem Fall ist es die Energieallianz, die eine Art

52:53 Portfoliomanagement für alle unsere Stromquellen mit anbietet und die poolt und dann den Reststrom, der wird eben an der Börse gekauft, aber wir haben da unsere PV-Anlagen drinnen. Wir haben da mittlerweile zwei Kleinwasserkraftwerke drinnen, auf das ich sehr stolz bin. Das ist quasi ein As Produced Vertrag. Das heißt, das, was dieses Kleinwasserkraftwerk, in unserem Fall sind es zwei in Kärnten, eines ist quasi dem Weißensee nachgelagert und die erzeugen zusammen jetzt circa ein Drittel unseres Jahresstrombedarfs, quasi zu circa round about sechs Gigawattstunden

53:34 im Jahr und sind eben da sehr früh dazu übergegangen, das an sich nicht den Mietern anzubieten, was vielleicht jetzt im ersten Schritt durchaus auch eine vernünftige Lösung gewesen wäre, aber wir haben damals dann sehr schnell gesehen, dass dann die Komplexität exponentiell steigt, weil zum einen es damals noch weniger, jetzt mittlerweile ist es rechtlich einfacher, prinzipiell möglich, sind aber trotzdem einige Verträge, die da quasi mitberücksichtigt werden müssen. Plus bei einem Haus, wo man dann

54:16 mehrere Mieter hat, man zusätzlich zu den normalen Konditionen dann auch noch den Strompreis mitverhandeln müsste, haben wir gesehen, okay, das wird dann so komplex und so zeitintensiv, dass wir dann dazu übergegangen sind und gesagt haben, wir machen dann Überschusseinspeiser und die nehmen wir ins virtuelle Kraftwerk rein oder wir machen gleich Volleinspeiseranlagen. Nur das zur Abrundung noch bei anderen Gebäuden und da eben wieder zurückkommend auf diese objektspezifische Sichtweise. Wenn das Objekt aber dann zum Beispiel eine zentrale Lüftungs- und Klimaanlage hat und man hängt die PV-Anlage an

54:54 diese Lüftungs- und Klimaanlage und quasi verkauft dannDen Mietern kalte Luft, funktioniert das in der Regel viel einfacher und ohne viele Verträge. Da kann man sich dann noch überlegen, was man den Kilowattstunden Produktionspreis der PV-Anlage bindet. In unserem Fall ist das meistens dann der Netzpreis. Dann ersparen sich die Mieter auch noch die Netzkosten und alle sind glücklich. Wolfgang, danke. Das heißt also, wie sich das so herausstellt, Michael, man muss relativ individuell sein, man muss kreativ sein, man muss neue

55:34 Ideen entwickeln. Wenn du dir das anschaust, im Endeffekt tut sich viel in dem Bereich und gerade jetzt muss sich auch sehr viel tun. Absolut, es muss sich sehr viel tun, weil wie wir eh schon gesehen haben, nach Ukraine kriegen wir alle hyperthermes, wenn der Ölpreis wieder einmal über 100 Dollar hinaufgeschossen ist. Jetzt haben wir irgendwie fünf Jahre unseres Lebens wieder einmal verbracht, wo sie alle angeschaut haben. Wir stehen fast wieder in einer ähnlichen Situation da. Unterm Strich können wir nur unabhängiger werden, wenn wir tatsächlich gerade in der Immobilienwirtschaft auch unabhängiger werden.

56:07 Und da ist die Energieproduktion natürlich ein wesentlicher Teil. Aber der Wolfgang sagt, solche Konzepte mit virtuellen Kraftwerken sind einfach genial, finde ich, weil es unterm Strich zeigt, dass es übergreifend funktioniert und man sollte glaube ich auch keine Angst davor haben, weil es gibt schon Beispiele, die gemacht worden sind und in weiterer Folge glaube ich einfach, dass man sich darauf verlassen kann, dass es die Technologie gibt, auf der anderen Seite man die Rahmenbedingungen gibt und es wird Zeit zu tun. Michael, danke. Der Marc hat ja auch noch gesagt, vor fünf Jahren hat zum Beispiel ein saisonaler

56:40 Energiespeicher noch niemanden interessiert und jetzt ist das anders. Es tut sich etwas und je mehr wir uns mit diesen Dingen auseinandersetzen, je mehr wir darüber diskutieren, da kommen doch immer wieder neue Ideen heraus und ich möchte noch kurz einen Kommentar aus dem Internet vorlesen von Michael Wagenhofer zum Thema DC Tower zwei: „In Photovoltaik erzeugte Energie zu allgemein Strom ist dennoch ein Wettbewerbsvorteil, um die Betriebskosten, quasi zweite Miete, niedriger zu halten, um dadurch höher vermieten zu können. Und es ist natürlich so, dass der Asset-Wert heraufgeht und es damit auch eine bessere Finanzierung gibt." Es sind ja,

57:23 wie wir gesagt haben am Anfang, ökonomisch, ökologisch soll es gut sein, aber es ist ja nur das, was wirklich funktioniert. Es muss sich rechnen. Michael, ich glaube, das hast du einmal gesagt, ESG und Nachhaltigkeit. Was zählt, dass es sich rechnet. Unterm Strich bleibt es das eigentlich. Und natürlich gibt es Maßnahmen, die rechnen sich vielleicht auf den ersten Blick schneller und vielleicht gibt es verdecktere Maßnahmen, die bleiben bei der Kettenmaschine, die man sowieso tun muss, aber dann halt gleich so tut, dass es sie sinnvoll umsetzt, für die Zukunft fitter sein und bin da ganz dabei.

57:56 Es gibt Maßnahmen, die einfach alle ökologisch und ökonomisch vereint, natürlich in Zeiten wie diesen, mit hohen Zinsen, Inflation, alles was dazu kommt, noch viel wichtiger betrachtet werden müssen. Danke. Also wie Herr Michael Wagenhofer schreibt, nicht nur energetische, sondern vor allem auch finanzielle Effekte. Marc, du wolltest noch etwas dazu sagen. Ich weiß nicht, ob es- Ich muss dich korrigieren. Ich habe nicht gesagt, dass das vor fünf Jahren keinen interessiert hat, aber da war das, sage ich einmal, nicht State of the Art und da wollte keiner der First Mover oder Early Adapter sein. Und mittlerweile können wir sagen, die Technologie hat

58:36 sich bewährt und wird nicht mehr infrage gestellt, der saisonalen Energiespeicher. Dann habe ich das falsch mitgeschrieben oder falsch mitbekommen. Aber auf jeden Fall ein klassisches Beispiel, wie sich eigentlich immer wieder alles weiterentwickelt. Wolfgang, wie siehst du das, wenn du so ein bisschen einen Blick in die Zukunft wirfst? Was könnte möglich sein? Ich glaube, ich kann da anschließen, was der Gerald vorher gesagt hat. Ich glaube, wir tendieren dazu, immer gerne alles linear zu sehen, aber ich glaube, die wenigsten Sachen

59:20 in der Welt funktionieren linear, sondern es ist immer ein Auf oder Ab oder eine Art Pendelbewegung und quasi vor Trump mit von der Leyen Green Deal ist das Pendel mit Fridays for Future et cetera sehr stark in die, Gott sei Dank, endlich einmal in die Nachhaltigkeitsrichtung ausgeschlagen, ist dann leider mit Trump und Drill Baby Drill wieder zurückgekommen. Ich glaube schon jetzt, was im Nahen Osten passiert, wird dazu führen, dass man sich dem Thema jetzt wieder verstärkt widmet und das Pendel wahrscheinlich wieder eher in Richtung Nachhaltigkeit und Energieautarkie und

1:00:00 Investitionen in erneuerbare Energien umschlagen wird. Aber so wie es der Gerald vorher gesagt hat, im Wesentlichen oder die ganz großen Regularien haben sich nicht geändert. Es hat sich vielleicht ein bisschen die Medien und die Berichterstattung darüber geändert, aber im Wesentlichen, die Regularien und die Treiber sind ja nach wie vor da und dieselben und wirken im Hintergrund weiter. Von dem her glaube ich, dass zukünftig sehr viel möglich sein wird und schaue da auch positiv in die Zukunft. Wolfgang, danke. Das heißt, die Medien

1:00:41 schreiben weniger, aber im Hintergrund läuft natürlich alles so weiter, wie es sein soll und ich hoffe, wir vier, wir fünf haben Ihnen heute einen netten Einblick gegeben, einen guten Einblick gegeben, ein bisschen in Energie, ökologische und ökonomische Maßnahmen, nachhaltige Energiekonzepte, was machbar ist, welche Ideen es gibt. Und in die Zukunft, wie gesagt, sollte man nicht linear blicken, sondern das ist immer so ein Auf und Ab. Und wir fünf bedanken uns bei Ihnen fürs Zusehen und wünschen Ihnen noch einen schönen Nachmittag. Wiedersehen.

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