Aufzeichnung Immobilienmakler : gemeinsam stärker

Immobilienmakler gemeinsam stärker: EHL Wohnen, s Real und Raiffeisen Immobilien Österreich über Kooperation im Krisenmarkt

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, 2025. Drei der größten Maklerunternehmen Österreichs, eine gemeinsame Diagnose: Der Wohnungsmarkt funktioniert nicht mehr so, wie er sollte. Karina Schunker (EHL Wohnen), Nino Lutz (s Real) und Peter Mayr (Raiffeisen Immobilien Österreich) diskutierten beim 226. ImmoLive, was der Marktdruck mit dem Berufsstand macht – und warum die Antwort zunehmend Kooperation heißt.

Angespannter Mietmarkt – EHL Wohnen und Raiffeisen Immobilien berichten vom Limit

Karina Schunker, Geschäftsführerin von EHL Wohnen und Cäsar-Preisträgerin 2023 als Maklerin des Jahres, benennt das Kernproblem ohne Umschweife: Das Dreieck aus Angebot, Nachfrage und Preis ist aus dem Gleichgewicht. In Wien wurden 2019 noch rund 21.500 Wohneinheiten baubewilligt – aktuell liegt man bei einem Bruchteil davon. Wer heute eine leistbare Mietwohnung sucht, findet Inserate, die nach einer Stunde offline gehen. Mietinteressenten erteilen Suchaufträge und zahlen dafür freiwillig Provision – ein Indiz dafür, wie verzweifelt die Lage ist.

Peter Mayr, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien Salzburg und Co-Sprecher des Verbunds Raiffeisen Immobilien Österreich, bestätigt dasselbe Bild aus der Bundesländerperspektive. In der Stadt Salzburg mit rund 160.000 Einwohnern und 25.000 Studierenden stehen durchschnittlich nur 150 bis 180 freie Mietwohnungen zur Verfügung – ein Promillebereich. Die Nachfrage kann strukturell nicht abgedeckt werden. Raiffeisen Immobilien Österreich, der größte Maklerverbund des Landes mit zuletzt rund 35 Millionen Euro Honorarumsatz, warnt seit Jahren vor einer Wohnraumknappheit, die sich ab 2027 weiter verschärfen dürfte.

Neujustierung statt Marktbereinigung: Die Sicht von s Real

Nino Lutz, Prokurist bei s Real und Leiter der Region Wien und Niederösterreich Ost, lehnt den Begriff Marktbereinigung ab – inhaltlich trifft er dennoch. Die Boom-Jahre bis 2022 haben viele in die Branche gezogen, für die das Maklergeschäft eher Nebeneinkommen als Überzeugung war. Seither ist der Aufwand pro Abschluss auf das Drei- bis Vierfache gestiegen. Wer das nicht dauerhaft trägt, scheidet aus. Was bleibt, ist ein kleineres, professionelleres Feld – und darin sieht Lutz durchaus eine positive Entwicklung für den Berufsstand.

Das Bestellerprinzip für Mietwohnungen, seit 1. Juli 2023 in Kraft, hat diesen Prozess beschleunigt. Seitdem zahlt nur mehr, wer den Makler beauftragt. Mehr als die Hälfte der aktiven Immobilienmakler hat sich seither aus der Wohnungsvermietung zurückgezogen. s Real – mit über 80 Standorten bundesweit die größte Maklerkette der Erste-Bank-Gruppe – hat sich stattdessen auf verstärkte Kundenberatung und digitale Services über die Eigenplattform my-sreal.at fokussiert.

EHL Wohnen, s Real und Raiffeisen Immobilien: Kooperation zwischen Wettbewerbern

Die eigentliche Botschaft der Diskussion ist diese: Maklerunternehmen, die im Markt konkurrieren, arbeiten zunehmend zusammen. EHL Wohnen, s Real und Raiffeisen Immobilien Österreich repräsentieren drei strukturell unterschiedliche Modelle – das kapitalstarke Einzelunternehmen, die Bankentochter, der Genossenschaftsverbund. Alle drei berichten von konkreten Gemeinschaftsgeschäften.

Nino Lutz nennt ein laufendes Beispiel: s Real und Raiffeisen Immobilien Wien vertreiben gemeinsam ein Projekt für einen namhaften Bauträger in Wien. Kundenstamm wird gegenseitig übergeben, operative Betreuung wechselt je nach Kapazität. Das Honorar wird geteilt – das Geschäft wird abgeschlossen. Peter Mayr ergänzt ein Salzburger Beispiel mit dem Maklerunternehmen Ria Immobilien: Die Hälfte des Honorars ist besser als kein Abschluss.

Raiffeisen Immobilien Österreich hat Kooperation seit seiner Gründung im Februar 2016 als Prinzip verankert: Der Verbund aus acht Landesgesellschaften teilt Marktpreisdaten, bündelt Einkauf bei Immobilienportalen, betreibt eine gemeinsame Akademie (RIAK) und koordiniert Bundeslandgrenzen-übergreifende Kundenbetreuung. Karina Schunker verweist auf denselben Effekt bei EHL Wohnen: Wer für einen Suchkunden mit spezifischen Parametern auch auf das Portfolio anderer Maklerhäuser zugreifen kann, liefert schlicht eine bessere Dienstleistung.

Vertrauen als Engpassfaktor – und die Rolle des Immobilienmaklers

Was in der Diskussion immer wieder aufscheint, ist das Thema Vertrauen. Projektentwickler-Insolvenzen der letzten Jahre haben Unsicherheit bei Käufern hinterlassen, die in der Vorverwertungsphase kaufen sollen. Geopolitische Unsicherheiten – Krieg in der Ukraine, Wirtschaftslage in Osteuropa – schwingen im Unterbewusstsein vieler Interessenten mit, ohne ausgesprochen zu werden. Der Makler wird zum Gesprächspartner für Entscheidungen, die weit über Grundriss und Quadratmeterpreis hinausgehen.

Lutz formuliert es direkt: Immobilienmakler begleiten Menschen beim emotionalsten Kauf ihres Lebens. Schunker ergänzt aus der täglichen Praxis: Es ist nicht ungewöhnlich, dass Kunden in einer Besichtigung weinen – wegen Trennungen, Todesfällen, Neuanfängen. Der Beruf hat eine psychosoziale Dimension, die sich nicht wegrationalisieren lässt.

Ausblick: Was Immobilienmakler in Österreich künftig prägen wird

Peter Mayr benennt drei Entwicklungen, auf die sich Makler – unabhängig von der Unternehmensgröße – einstellen müssen: demographischer Wandel mit wachsender Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen und Immobilien als Altersvorsorge; veränderte Präsentationsstandards inklusive Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Bildmaterialien; und eine weiterhin aktive Regulierungspolitik, die verlässliche Prognosen schwierig macht. Raiffeisen Immobilien Österreich spricht intern bereits von der Gesetzgebung als "Überraschungstüte".

Was die drei Maklerhäuser vereint, ist die Einschätzung, dass die strukturellen Engpässe – fehlende Baubewilligungen, lange Genehmigungsverfahren, stagnierender geförderter Wohnbau – auf absehbare Zeit nicht gelöst werden. Wien fehlen 30.000 bis 40.000 Wohnungen. Die Lösung liegt nicht in der Maklerstrategie, sondern in der Bau- und Raumordnungspolitik. Was Maklerunternehmen steuern können, ist, wie sie mit dem verfügbaren Angebot umgehen – und die Antwort lautet, gemeinsam.

Transkript

0:33 Herzlich willkommen zu ImmoLive, dem Diskussionsformat der Immobilienredaktion in Zusammenarbeit mit I Value. Heute unser 226. ImmoLive und wieder ein hochaktuelles Thema, das vermutlich noch in den kommenden Monaten mehr Fahrt aufnehmen wird. Die Immobiliensuche ist nämlich herausfordernder geworden und speziell in Wien befindet sich der Markt für Mietwohnungen zum Beispiel in einer äußerst angespannten Situation. Wenn man Mietwohnungen sucht mit einem guten und fairen Preis-Leistungs-Verhältnis,

1:13 hat das eine Dynamik, die niemand im Augenblick wirklich positiv sieht. Weder die Suchenden sowieso nicht, aber auch nicht die Maklerinnen und Makler. Im Eigentum schaut es ein bisschen besser aus, aber auch hier zeigen sich die ersten Probleme und das Thema, über das wir heute sprechen wollen, ist Immobilienmakler gemeinsam stärker. Denn die Zukunft liegt in der Zusammenarbeit und das wird uns jetzt mehr denn je vor Augen geführt. Und darum freue ich mich auf ein spezielles Podium, das einfach ideal für unsere heutige Diskussion ist. Und damit darf ich begrüßen Carina Schunker, Geschäftsführerin

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1:52 EHL Wohnen. Hallo Carina. Hallo. Nino Lutz von Brokerist bei S Real. Hallo Nino. Hallo, schönen Nachmittag. Und Peter Meier, einer der beiden Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich. Hallo Peter. Hallo. Schönen Nachmittag auch von meiner Seite. Du bist aus Salzburg bei uns heute dabei. Genau. Starten möchte ich mit einer Frage an Carina: Kannst du ein bisschen sagen, ich habe das im Vorfeld jetzt gerade angeschnitten, wie ist so die Stimmung bei

2:34 Mieterinnen und Mietern, Käufer, Verkäuferinnen? Ich glaube, es wird angespannter. Man merkt das auch schon. Ich wollte gerade sagen, du hast ja eh schon einiges vorweggenommen in deiner Einleitung. Und da, wo ich immer sage, dieses Triangel zwischen Angebot, Nachfrage und Preis, das muss immer in einem guten Gleichgewicht sein. Und dieses Gleichgewicht ist einfach durch die letzten Jahre aufgrund der Marktveränderungen, aufgrund aller Einflüsse, die da gerade auf uns einschwappen, hat sich das so ein bisschen in eine Richtung bewegt, wo wir jetzt sagen müssen, einerseits haben wir Schwierigkeiten, wenn es um genügend Angebot geht

3:15 am Mietenmarkt, auf der anderen Seite im Eigentumsbereich haben wir derzeit noch ein vielfältigeres Angebot. Da ist es dann oftmals schwierig, dann auch wirklich die passenden Käufer zu finden aufgrund Finanzierungssituation, die sich erschwert hat aufgrund der Rahmenbedingungen. Und dann haben wir auch einfach das Thema Projektentwickler, die gerade herausfordernde Rahmenbedingungen haben, um auch wirklich neue Projekte umsetzen zu können. Ergo, dass da nicht unmittelbar mehr Angebot auf den Markt kommen wird. Das zeigen auch sehr deutlich die Baubewilligungszahlen, die seit 2019, also seit Corona, jährlich deutlich

3:52 zurückgegangen sind. Um das vielleicht noch einmal ein bisschen plastischer zu nennen: Wir hatten noch 2019 in Wien 21.500 baubewilligte Wohneinheiten und letztes Jahr, die Zahlen sagen circa 7.000 Wohneinheiten, die baubewilligt wurden in Wien. Und da sieht man einfach schon diesen ganz starken Rückgang, mit dem dann schlussendlich auch Wohnungssuchende zu kämpfen haben. Und das ist dann einfach ein schwierigeres Umfeld, wo wir teilweise mit verzweifelten Mietinteressenten in Kontakt sind, die sagen, sie sind schon seit längerem auf der Suche, haben schon einige Wohnungen besichtigt, aber sie

4:30 sind dann teilweise zu langsam dran und bitten dringend um Unterstützung und sind dann sogar teilweise bereit, auch Provision zu zahlen. Das heißt auch wirklich Suchaufträge, die gegeben werden und auf der anderen Seite im Eigentumsbereich Verunsicherungen bei Finanzierungen, wo man dann auch versuchen muss, Lösungen anzubieten, wo wir einfach auch spüren, dass glücklicherweise die Zusammenarbeit und Kooperation mit Maklern besser geworden ist. Das ist jetzt zumindest auch so dieses Positive, wenn man etwas Positives an der Situation mitnehmen möchte. Carina, danke für deine erste Einschätzung.

5:05 Das geht auch schon in die richtige Richtung, die Zusammenarbeit ist prinzipiell besser geworden. Aber es hat sich ja doch einiges sehr verändert in den letzten, sage ich jetzt einmal, drei, vier Jahren. Und Nino, kann man sagen, dass sich der Markt derzeit neu sortiert und neu sortiert hat? Hat es so eine Art Marktbereinigung gegeben? Also aus meiner Sicht finde ich das Wort Marktbereinigung nicht wirklich schön und sympathisch auch nicht. Was man natürlich schon erkennen kann, gesamtheitlich ist es so, dass aufgrund der letzten Boom-Jahre, die wir natürlich auch alle erlebt haben, jetzt

5:45 gerade eine Neujustierung stattfindet. Das heißt, viele Unternehmen erfinden sich neu beziehungsweise strukturieren sich neu und schauen, um zukünftig natürlich gut aufgestellt in die Zukunft zu blicken. Abgeschlossen ist dieser Prozess aus meiner Sicht nicht. Wir sind weiterhin mitten in dieser Anpassungsphase. Aus meiner Sicht und ich glaube auch, dass uns das noch das nächste, das eine oder andere Jahr begleiten wird. Nino, danke für deine erste Einschätzung. Peter, ihr habt im Februar, glaube ich, war das, habt ihr gefeiert zehn Jahre Raiffeisen Immobilien Österreich. Es gibt natürlich Raiffeisen Immobilien schon um sehr

6:26 viel länger, aber ihr habt euch vor zehn Jahren sozusagen zusammengeschlossen. Und was war da damals so der Beweggrund dahinter? Unterschiedliche Gründe. Also einerseits ist es das Thema Zusammenarbeit, wie es die Carina schon gesagt hat, vor allem Kunden über Bundeslandgrenzen hinweg zu betreuen. Wir haben einfach auch festgestellt, dass die Kundinnen und Kunden Immobilienbedürfnisse in unterschiedlichsten Regionen Österreichs haben. Aber Österreich ein kleines Bundesland ist, haben wir doch sehr regionale Immobilienmärkte. Das ist einmal das eine, um hier sauber die Kunden betreuen zu können, servicieren zu

7:08 können. Hinsichtlich andererseits dem Thema Immobilienvermarktung, Verwertung oder Suche, aber auch im Bereich Immobilienbewertung, dass man da das Thema realistische Marktpreise und so weiter, dass wir da die Betreuung hochhalten können. Und das andere ist, um den Einkauf oder Serviceleistungen auch gezielt einzukaufen. Das heißt, wir reden da von Marketingmaßnahmen, von Werbebudgets, Kommunikationsthemen, um hier gemeinsam geschlossen agieren zu können. Das heißt hier auch wieder übers Bundesgebiet bis in die kleinsten Regionen rein als eine Marke aufzutreten und hier aber auch

7:49 gewisse Synergien im Einkauf zu schaffen. Also auch nicht als einzelnes Büro wahrgenommen zu werden in seiner Region, sondern als gesamtes Team österreichweit. Genau. Das heißt, wir schließen aber Verträge, sei es mit Plattformen aus Österreich Gruppe ab, um hier ein prominentes Beispiel so Sachen zu haben, um hier auch im Verbund stärker auftreten zu können, um hier effizienter zu sein. Also das eine sind Plattformen, es geht aber bis zu Werbeartikeln et cetera, dass man hier einfach in der Menge einfach besser auftreten kann. Und das würde ich mir halt auch wünschen, dass die Immobilienbranche oder die Kollegenschaft hier geschlossener auftritt,

8:31 um hier auch bessere Serviceleistungen in einem guten wirtschaftlichen Umfeld erreichen zu können. Peter, danke. Die Carina hat ja gemeint, in Wien ist natürlich Mietwohnungsmarkt ist es sehr angespannt. Ist es in Salzburg ähnlich? Ja, sehr. Also wir leiden seit einigen Jahren darunter, dass einfach zu wenige Mietwohnungen auf den Markt kommen. Wenn man die Stadt Salzburg, wo man jetzt immer sagen, die Stadt Salzburg und das engere Umland und das Bundesland. Die Stadt Salzburg hat circa hundertsechzigtausend Einwohner plus circa fünfundzwanzigtausend Studenten, also eine relativ kleine Stadt, aber im

9:07 Durchschnitt sind hundertfünfzig bis hundertachtzig Mietwohnungen am Markt, also Promillebereich. Das heißt, der Mietmarkt kann für die Interessenten, für die Suchenden gar nicht abgedeckt werden. Und das ist in Salzburg ähnlich, wie die Carina das für Wien geschildert hat, dass teilweise wirklich die Verzweiflung bei den Kundinnen und Kunden sehr hoch ist, hier eine passende und leistbare Immobilie zu finden. Peter, danke. Es hat letztens, ich glaube, vor zwei Wochen war eine Pressekonferenz beziehungsweise ein Hintergrundgespräch Wirtschaftskammer Wien und da ist das Thema aufgetaucht, dass man teilweise auf eine Mietwohnung so viele

9:45 Anfragen hat, Carina, dass die nach einer Stunde wieder vom Netz genommen werden, weil man das ja gar nicht alles beantworten kann. Und wie geht ihr mit solchen um, wenn so viele kommen? Weil im Endeffekt kriegt es einer und neunundneunzig nicht, wenn man das als Beispiel nehmen möchte. Ja, das ist mitunter genau die Herausforderung und deswegen auch diese Anspannung, die man bei Wohnungssuchenden einfach erkennt. Aus Vermieterperspektive natürlich eine hervorragende Marktsituation, weil ich auch einerseits die Möglichkeit habe, dann natürlich auch meine Mieten hinaufzuschärfen und auf der anderen Seite als Vermieter habe ich auch die

10:24 Möglichkeit, mir dann auch wieder den Mieter aussuchen zu können. Diese Situation war ja vor nicht allzu langer Zeit, das heißt circa vor fünf Jahren, noch komplett konträr, wo beispielsweise in Wien dann durchaus noch einige größere Projekte auch fertiggestellt wurden, wo dann auch noch die Globalinvestoren sehr aktiv waren und dann oftmals auch in Forward Deals die Liegenschaften angekauft haben, wo dann teilweise sogar noch die Projektentwickler Mietgarantien abgegeben haben. Also all diese Zeiten sind de facto eigentlich vorbei. Da war es genau konträr. Da war der Vermieter froh, wenn er zumindest einen Mietinteressenten für die Wohnung gehabt hat nach

11:03 zwanzig Besichtigungen, wo dann auch die Bonität gepasst hat. Und jetzt verändert sich das einfach. Also wir gehen eigentlich von einem Mietermarkt in einen Vermietermarkt über und der Eigentümer muss dann wirklich einfach auf Basis von neutral aufbereiteten Unterlagen, was dann für uns als Makler einfach die Aufgabe ist, alles vorzuverifizieren, Bonitätsprüfungen zu machen, auch unser Gespür, unsere Sicht von den Interessenten einfach darzulegen, dann für sich die beste Entscheidung zu treffen. Und es ist teilweise so, dass dann wirklich auch schon bei den Mietern das angekommen ist und aus der Verzweiflung heraus dann auch

11:42 so was wie Bewerbungsschreiben mitgeschickt werden, damit man dann ein besseres Gespür bekommt: Wer ist denn mein Gegenüber? Da steht dann drinnen: Gibt es Haustiere, Raucher, was sind die Hobbys und all diese Details. Und da gibt es durchaus Vermieter, die darauf sehr positiv reflektieren, weil sie sagen, ich kenne mein Gegenüber ja nicht persönlich, aber wenn sich jemand alleine schon diese Mühe macht, um sich vorzustellen und mir auch das Gefühl gibt, dass er das ernst meint und dass er dann vielleicht auch auf meine Immobilie achtgibt, auch wenn man da nie reinschauen kann, dann am Ende des Tages aber einfach nur

12:15 dieses positive Gefühl auch mitbringt, dann ist das sicherlich auch noch einmal ausschlaggebend für die Entscheidungsfindung. Karina, danke. Vor allem, es ist ja unglaublich, wie schnell das gegangen ist. Ja. Diese Entwicklung, die wir jetzt haben. Nino, du nickst. Kann das voll und ganz bestätigen. Ich glaube, ein Part ist auch ganz wichtig oder ich glaube, wir kommen nachher noch zum Sprechen auf das Image der Branche. Ich glaube, es ist ganz wichtig, bei so vielen Anfragen auch als Makler eine gewisse Transparenz darzulegen für die Mietinteressenten und Interessentinnen, um zu zeigen, hier gibt es keine Bevorteilung, sondern

12:53 wir machen transparent unseren Job und der Vermieter oder die Vermieterin trifft am Ende des Tages die Entscheidung, wer den Zuschlag für die Wohnung bekommt. Nino, du hast es eh schon angesprochen. Das wäre nämlich auch meine nächste Frage gewesen. Das Thema ist natürlich, wenn ich jetzt Suchender bin und ich weiß nicht, wie viele Anfragen sind, aber ich sehe ja dann doch, wie es den anderen geht oder wie schnell das geht. Es ist ja auch nicht gut im Augenblick für das Image der Branche, wenn dann heißt natürlich wieder und das wissen wir alle: „Na ja, ihr braucht doch nur den Schlüssel umdrehen, dann bin ich da." Also das ist ja

13:35 keine erfreuliche Situation im Augenblick für alle. Ja, also ich glaube, da bedarf es einer großen und umfangreichen Aufklärung auch von Kunden und Kundinnen, was eigentlich tatsächlich unser Job ist. Ich würde meinen, dass eine Vermietung einer Wohnung denselben Arbeitsaufwand wie bei einem Verkauf einer Immobilie betrifft, weil ich muss genauso eine Besichtigung durchführen. Ich muss die Mietinteressenten und Interessentinnen über alle Dinge bezüglich rechtlichen Rahmenbedingungen der Wohnung informieren. Ich muss ein Mietangebot erstellen, ich muss Unterlagen einholen, wie die Karina vorher gesagt hat. Ich muss eine Bonitätsprüfung im Vorfeld durchführen.

14:09 Ich muss, ich sage jetzt einmal, gemeinsam mit dem Vermieter dann auch eine Entscheidungsgrundlage legen und am Ende des Tages begleiten wir auch Mietvertrag und Übergabe der Immobilie. Das bedeutet, nur den Schlüssel umdrehen, würde ich meinen, ist ein bisschen zu kurz gegriffen. Ja. Aber wir wissen, dass es nicht so ist, aber es ist natürlich am Markt stellt sich das ja dann oder bei den Suchenden stellt sich das ja auch dann teilweise ganz anders dar. Karina, du wolltest doch etwas dazu sagen. Ja, es klingt ja immer so romantisch, wenn dann so viele Anfragen eintrudeln, dass man dann sagt: „Na ja, dann ist es ja eh schnell und flott

14:47 vermietet." Dass aber gerade mit vielen Anfragen ja auch noch einmal ein deutlicher Mehraufwand damit einhergeht, um all diese Anfragen zu bearbeiten, vorzuverifizieren. Das erkennen dann viele gar nicht. Wir haben glücklicherweise einige Kunden, die genau das wissen und dann sagen: „Na ja, auf der einen Seite könnte ich es natürlich selber vermieten, aber auf der anderen Seite, ich will mir diesen Aufwand nicht antun", weil wie viele Besichtigungen finden im Hintergrund ja dann dennoch statt, dass ich dann zu zwei, drei vielleicht qualifizierten Kunden komme, um dann zu sagen: „Lieber Vermieter, suche es dir aus." Das wird meistens dann gar nicht mit

15:21 bedacht. Und deswegen, da müssen wir, so wie der Nino auch gesagt hat, einfach für unsere Dienstleistung einstehen und es ist am Ende des Tages sehr viel Arbeit und die Besichtigung ist ja nur ein kleiner Bruchteil davon. Aber ich finde es interessant, dass natürlich jetzt, wenn du Vermieter bist, auch in diesem dynamischen Markt, auch bei einer Markt, wo so viel Nachfrage ist, du eher sagst: „Gut, dann gehe ich zu einem Maklerunternehmen." Weil wie du gesagt hast, es klingt ja immer toll, dass so viele Anfragen sind, aber du musst das ja auch selektieren können. Vor allen Dingen geht es auch um die Kompetenz.

16:00 Was ist meine Immobilie am Ende des Tages wert? Gerade in einem so dynamischen Umfeld, wo wir teilweise dann auch von Quartal zu Quartal eine Entwicklung auch bei den Preisen sehen, möchten natürlich viele Eigentümer auch für sich das beste Ergebnis herausholen und können es gar nicht mehr richtig einschätzen, weil so wie du richtig gesagt hast, Walter, es hat sich so immens schnell entwickelt. Ich habe jetzt auch erst am Wochenende wieder eine E-Mail bekommen von einem guten Bekannten, der gesagt hat: „Du, ich weiß ehrlicherweise gar nicht mehr, was ich für meine Wohnung überhaupt verlangen kann.

16:32 Ich habe sie zuletzt vermietet zu dem und dem Preis. Was sagst du dazu? Ist das noch überhaupt vernünftig oder sind wir eh schon fernweit von diesen Preisvorstellungen und man kann eigentlich mehr verlangen oder ist es zu absurd mit den Indexierungen et cetera?" Und das muss natürlich alles auch mit berücksichtigt werden und da gehört einfach ein Know-how dazu. Genauso wie in die umgekehrte Richtung, wo wir jetzt auch immer wieder die Fälle haben bei geförderten oder gefördert errichteten Wohnhäusern aus den 50er, 60er Jahren, wo viele auch sagen: „Was ist denn überhaupt mein Mietzins, den ich

17:07 rein rechtlich her verlangen darf?" Und das Thema ist, dass zum Beispiel jetzt in Wien die Schlichtungsstelle auch gar keine verbindlichen Auskünfte mehr gibt. Also ich habe de facto nirgendwo mehr eine rechtsverbindliche Auskunftsstelle, wo ich dann sagen kann, ich bin Vermieter von einer Wohnung, bitte um Hilfe, Leistung und Stellung. Ich muss mich de facto eigentlich an eine Fachperson wenden. Das kann jetzt natürlich einerseits der Rechtsanwalt sein, aber eben auch der Makler, der dann den Markt auch kennt und viel besser einschätzen kann, was geht sich aus derzeit. Ich glaube natürlich auch nicht unterschätzend das Haftungsthema, weil jede

17:46 Aussage, die wir treffen, ist auch ein Haftungsthema. Das heißt, eine Aussage zu treffen gegenüber unserem Vermieter oder Kunden, bedeutet auch, dass wir mit jeder Aussage, die wir treffen, in einem Haftungsthema sind. Und ich glaube, das wird auch zum großen Teil unterschätzt, um da wieder auf die saloppe Formulierung zurückzukommen: Wir drehen nur den Schlüssel um. Unsere Arbeit beginnt ja schon, bevor wir überhaupt auf den Markt gehen mit der Immobilie, die Beratung der Vermieter, was darfst du für deine Immobilie verlangen? Wie sind die rechtlichen Rahmenbedingungen? Und all diese Aussagen haben einfach auch ein Haftungsthema im Hintergrund.

18:16 Nino, ich muss noch eins dazu sagen. Das ist jetzt was Persönliches. Ich habe selber, bevor ich mit dem Journalismus angefangen habe, ein Dreivierteljahr in einem Maklerbüro gearbeitet und ich habe nie auch nur einen Satz darüber geschrieben, dass man nur den Schlüssel umdrehen braucht.Also es war unfassbar, was ich da auch gesehen habe und gehört habe. Ich sehe die Mühen, die dahinter sind. Und apropos Mühen, Peter, hast du das Gefühl, wie wir da jetzt so reden, dass sich die Tätigkeiten der Maklerinnen und Makler mehr und mehr verschieben oder das neue

18:59 Aspekte auftauchen? Es hat sich einfach stark verändert. Das Geschäft oder die Dienstleistung ist komplexer geworden. Die Ansprüche der Kunden haben sich relativ stark verändert. Wir sind transparenter geworden. Das hat viele Vorteile und Nachteile. Das heißt, der Kunde informiert sich oft im Vorfeld auf unterschiedlichsten Kanälen. Das heißt nicht immer, dass er richtig informiert ist, aber umso mehr wichtiger ist es, dass unsere Kolleginnen und Kollegen gut informiert sind und ausgebildet sind. Die Carina hat das vorher schon angesprochen. Es geht einerseits um das Markt-Know-how, aber andererseits auch um das Wissen.

19:34 Und der Immobilienträumer deckt so viele Rechtsgebiete ab, die er dann auch übersetzt sozusagen dem Kunden erklären muss. Das fängt vom bürgerlichen Gesetzbuch an, Vertragsrecht et cetera, Familienrecht, Steuerrecht. Es sind so viele Themen, die da mit einfließen und das Ganze soll man umfassend, wie es der Nino gesagt hat, Beraterhaftung, aber sozusagen übersetzt dem Kunden erklären können, dass der Kunde dann auch versteht. Und die Kunden kommen ja wirklich sehr oft mit unterschiedlichsten Meinungen, die sie sich irgendwo gebildet haben, meistens irgendwo im Netz, auf irgendwelchen Kanälen, um es jetzt einmal ganz allgemein zu sagen.

20:12 Das heißt, man muss den Kunden dort abholen, ihm das erläutern und dann kommt der vertriebliche Aspekt dazu und das Markt-Know-how auch noch. Das heißt, wir müssen aber auch schauen, dass wir unsere Dienstleistung, die wir da erbringen und ich bin da sehr selbstbewusst der Meinung, dass der gut ausgebildete Immobilienmakler eine sehr tolle Dienstleistung erbringt. Das müssen wir aber auch kommunizieren und transportieren. Und dass der Kunde hier in guten Händen ist in unserer Branche und hier gut durch einen Prozess auch durch begleitet wird, egal ob es ein Vermieter ist oder Mieter, egal ob es ein Verkäufer ist oder Käufer.

20:48 Wir decken ja das ganze Genre ab. Peter, danke. Carina, bitte. Ja, was sich vielleicht noch immens verändert hat aufgrund aller Einflüsse, denen wir ausgesetzt sind. Wenn man die Zeitung aufschlägt und man de facto eigentlich immer nur negative Schlagzeilen liest, dann ist das Thema Vertrauen. Einerseits, man hat jetzt über die letzten Jahre immer wieder über Insolvenzen von Projektentwicklern geredet, was natürlich auch immer mit Wohnungssuchenden etwas macht und deswegen auch eine Verunsicherung auslöst, wenn es zum Beispiel eine Immobilie ist, wo man noch in der Vorverwertungsphase ist oder die Immobilie noch nicht fertiggestellt ist.

21:28 Wer ist mein Vertragspartner? Wird die Immobilie überhaupt fertiggestellt? Das ist immer ein Thema vom Vertrauen. Und auf der anderen Seite, mich fragen immer wieder Kunden: Na ja, spürt ihr etwas mit der Kriegssituation im Osten oder auch noch bei der Ukraine? Schwingt das irgendwo mit? Oder vielleicht eben auch die wirtschaftlich-politische Situation, die teilweise in einigen Ländern noch einmal deutlich höhere Inflationen aufzeigt als bei uns in Österreich. Spüren wir da etwas? Und an manchen Stellen muss ich sagen, ja, man spürt es, wenn zum Beispiel Mittel- oder Osteuropäer, sei es aus Ungarn oder aus Polen, jetzt einfach aktiver

22:07 unterwegs sind und sich umsehen und deswegen auch Österreich immer wieder als Land zum Wohnen in Erwägung ziehen, um dort auch ihr Kapital zu parken in Immobilien, weil es einfach ein sicheres Umfeld bietet, was sehr schön ist. Und auf der anderen Seite muss ich dann sagen, als Beweggrund, dass ich jetzt dezidiert Absagen bekomme. Ich kann jetzt keine Kaufentscheidung unmittelbar treffen, weil aufgrund Kriegssituation und so. Das passiert oder ist uns zumindest so noch nicht untergekommen. Das ist eher etwas, was trotzdem im Unterbewusstsein sicherlich mitschwingt, weil man spürt einfach beim Gegenüber,

22:46 dann sind vielleicht schon alle Fragen erschöpfend beantwortet und wirklich ausgeschöpft und trotzdem traut er sich dann am Ende des Tages vielleicht noch nicht ganz über die Schwelle. Dann sind das einfach auch im Unterbewusstsein oftmals Punkte, wo man sagt, okay, Vertrauen in den aktuellen Markt, in die wirtschaftliche Situation, was auch vielleicht irgendwo beim Arbeitsmarkt auch teilweise anknüpft und die persönliche wirtschaftliche Situation der Interessenten. Das sind sicherlich Punkte, die dann auch noch einmal in die Entscheidung einfließen. Und das, was dann hier die Aufgabe von einem

23:22 Makler ist, verschiedene Lösungen einfach anbieten zu können. Das heißt auch für unterschiedliche Zielgruppen, für unterschiedliches Budget. Und da ist dann vor allen Dingen eben auch das Thema Zusammenarbeit total interessant, weil ich dann immer wieder Interessenten habe, die vielleicht dann auch so die Nadel im Heuhaufen an Immobilie suchen und dann sehr spezifische Vorstellungen haben. Und wenn ich dann die Möglichkeit habe, auf ein größeres Portfolio, also außerhalb von meinen eigenen beauftragten Immobilien habe und deswegen auch bei meinen Kollegen anknüpfen kann, sei es bei Israel, Raiffeisen

23:57 Immobilien, weil da Kooperation möglich ist, dann stellen wir hier einerseits das Vertrauen in unseren Beruf, in unsere Dienstleistung gegenüber dem Kunden wieder sicherer, wo wir dann auch unter Beweis stellen können, es ist eben nicht nur Türe aufsperren. Wir gehen wieder ein bisschen zurück zu den Wurzeln unserer Dienstleistung und warum wir hier unterstützen. Und andererseits schaffe ich es, für einen Kunden wirklich das bestmögliche Ergebnis zu erzielen und ihm dann vielleicht trotzdem auch so das Ja zu einem neuen Wohnort rauszulocken. Und das ist dann eben so die schöne Aufgabe, mit denen wir auch betraut sind.

24:38 Karina, du hast jetzt faktisch schon für mich den Bogen geschlagen zur Zusammenarbeit. Ich wollte noch eins dazu sagen: Es werden natürlich sehr viele Probleme in die Branche hineingetragen, auch von Seiten der Politik. Kim vorhin, du hast schon die Energiepreise genannt, du hast den Mietendeckel genannt. Es kommt natürlich auch, so wie du gesagt hast, das Thema dazu für die Projektentwickler, die eine Vorverwertung brauchen. Das ist ja auch alles nicht so einfach. Also es sind viele Themen, die man in diesem Sinne als Makler-Unternehmen zu bearbeiten hat. Und jetzt schlage ich den Bogen. Nino, hat jetzt die

25:19 jetzige Situation, siehst du, dass es zu einem besseren Zusammenhalt führt innerhalb der unterschiedlichen Unternehmen? Also ich glaube schon, wie es Karina richtig ausgeführt hat. An sich merkt man auch, dass die Bereitschaft zur Zusammenarbeit immer größer wird. Wir als S Real freuen uns immer sehr, wenn wir kooperieren können mit allen Kollegen und Kolleginnen in der Branche. Und ich merke definitiv schon, dass es mehr Gemeinschaftsgeschäfte wieder gibt als vielleicht noch vor ein paar Jahren. Definitiv. Also jetzt nicht nur innerhalb der S Real natürlich. Nein, auch außerhalb natürlich. In der Branche. Genau, ja.

26:03 Hast du das Gefühl, Nino, dass sich die Jüngeren leichter tun als die Älteren? Weil ich bin jetzt schon fast 30 Jahre als Journalist tätig und ich kann mich noch an einige Anfänge von Immobilienzusammenschlüssen erinnern, die manchmal schon sehr von Eitelkeiten getragen waren, sagen wir es einmal so. Also das ist definitiv auch bei uns zu erkennen, definitiv, dass die jungen Kollegen und Kolleginnen sich vom Zugang her viel offener zeigen, gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit als Makler oder zu Beginn ihrer Tätigkeit in der Branche sich da total offen zeigen. Ich würde aber meinen, dass es auch bei den älteren etablierten Kollegen oder

26:41 Kolleginnen jetzt schon so ist, dass eine Zusammenarbeit gewünscht ist und jeder gerne zusammenarbeitet. Nino, danke. Peter, ähnlich in Salzburg beziehungsweise in den Bundesländern, weil Wien ist ja immer so eine spezielle Sache auch. Na ja, Wien ist sicher ein eigener Immobilienmarkt, das stimmt schon. Aber das Grundbedürfnis der Menschen ist ja doch wieder das Gleiche. Ja, man merkt schon die Zusammenarbeit jetzt auf verschiedenen Ebenen, so wie es der Nino auch gesagt hat und die Bereitschaft ist ja da. Und ich finde das auch ganz wichtig, dass die Bereitschaft unsererseits da ist, weil wir müssen ja den Kunden oder das Kundenbedürfnis in den Mittelpunkt

27:22 unseres Tuns stellen und nicht das eigene Ego. Weil nur wenn der Kunde zufrieden ist, geht es dann am Ende des Tages auch uns wieder gut, weil damit habe ich Empfehlungsmanagement oder haben wir in der Branche Empfehlungsmanagement und wir wollen ja, dass die Kunden zum Makler gehen. Wurscht, wie er jetzt heißt, aber wir wollen einfach, dass der Kunde dort qualitätsvolle Betreuung kriegt und ordentlich aufgeklärt wird und somit können wir da auch gut zusammenarbeiten innerhalb der Branche. Ich glaube, da schließe ich mich dem Peter an. Vielleicht noch ein Satz dazu: Ich glaube, wir arbeiten in einer sehr

27:55 hochemotionalen Geschichte mit Kunden und Kundinnen zusammen und ich glaube, da muss der Mittelpunkt der Kunde oder die Kundin sein, weil es am Ende des Tages beim Kauf einer Immobilie um eine hochemotionale Sache geht. Nino, da hast du was angesprochen. Das ist nämlich schon ein ganz spezieller Teil. Es ist was wirklich hochemotionales, weil normalerweise begleitet man einen Menschen beim Kauf oder bei einer Lebenssituation, die man wirklich nur einmal im Leben macht. Und bei Miete ist es ein bisschen anders, aber beim Kauf ist es natürlich ein ganz großes Thema. Ich glaube, da spielt auch definitiv die Ausbildung, das Know-how, das

28:38 Expertentum in der Branche eine große Rolle, weil wir die Kunden und Kundinnen vermutlich bei einem der emotionalsten Schritte im Leben begleiten. Und da muss es sicherlich so sein, dass wir die Kunden und Kundinnen auf dieser emotionalen Ebene auch abholen und begleiten. Professionell, aber natürlich auch auf der emotionalen Seite begleiten. Eigentlich wird man ja, Karina, schon mehr zum Psychologen. Also man wird zusätzlich zur Psychologin und zum Psychologen. Das ist schon ein großer Punkt. Also das kommt definitiv dazu und es passiert dann doch immer wieder und ich glaube, es ist gar nicht persönlich gemeint, aber

29:15 dass dem Kunden die Tränen ausbrechen, aufgrund von Trennungen, weil der Lebenspartner vielleicht verstorben ist und deswegen auch ein Wohnungswechsel damit einhergeht. Und deswegen, ja, diese Emotionen schwingen mit. Und auch wenn ich dann am liebsten jeden Kunden in den Arm nehmen möchte, ist es dann einfach eine umso schönere Aufgabe, wenn man dann wirklich diese Kunden einfach auf dem Weg zum Wohnglück begleitet. Und da habe ich jetzt zum Beispiel auch eine Kundin, für die ich sehr innig suche, wo zwar auch von den Vorstellungen und Suchparametern sehr viel zusammenkommt, was vereint gar nicht so einfach ist.

29:56 Aber auch hier habe ich mit ganz vielen Kollegen telefoniert und auch da noch einmal die Suchparameter von meiner Kundin tatsächlich deponiert, weil ich da einfach unterstützen und begleiten möchte. Und am Ende des Tages, wenn wir alle ein Stück weit mehr wieder zusammenarbeiten und kooperieren, das, was jetzt auch da ist, wünsche ich mir, dass das auch über die aktuelle Marktsituation hinaus auch bestehen bleibt, weil wir sind da auch immer total aufgeschlossen.Dass man da zusammen einfach, ich sage mal so, der Kuchen ist groß genug, um ihn zu teilen. Und wenn wir dann auch noch abseits jetzt vom Suchkunden, der sich dann total

30:31 darüber freut, dass er einen kompetenten Partner hat, wo dann schon eine Vertrauensbasis aufgebaut ist, wo er sich einfach in guten Händen aufgehoben fühlt, dann auch noch der Verkäufer, Vermieter sieht: toll, ich habe wiederum einen Makler, der bemüht sich darum und ist offen für Zusammenarbeit und schafft deswegen eine noch raschere Vermittlung. Dann haben wir eigentlich beide Kunden zufriedengestellt und glücklich und so leben wir dann auch wieder von positiver Reputation, von Weiterempfehlungen. Und das soll eigentlich der Kern unserer Dienstleistung sein, dass nicht jeder mit Ellbogentechnik und -taktik durch die Welt geht, sondern

31:10 schon auch irgendwo der Gedanke an das amerikanische Prinzip und Konzept, da haben wir im Vorgespräch auch einmal kurz darüber gesprochen, wo ich dem Gedanken schon einiges Positives abverlangen kann. Es gibt den Makler des Auftraggebers im Sinne von Vermieter, Verkäufer und dann gibt es die Makler auf der Kundenseite. Und wenn man da einfach viel mehr in Austausch kommt, auch die Informationen untereinander teilt, dann könnte man wirklich eine Win-win-win-win, also vier Mal Win-Situation, nämlich für alle generieren. Und das macht ja auch Spaß und Freude. Karina, danke.

31:50 Wobei ich schon glaube, Peter, dass man innerhalb einer Gruppierung, so wie ihr das seid, so wie Raiffeisen Immobilie in Österreich, das natürlich auch viel mehr gelebt wird und vielleicht auch dadurch die Kooperation mit anderen einfacher wird. Ja, sicher. Wir haben das jetzt zehn Jahre gelernt, sozusagen. Auch die Bundesländer innerhalb der Gruppe haben ja auch überall Grenzbezirke. Das heißt, wir haben da lernen müssen, miteinander zu arbeiten, auch in Grenzregionen. Das ist schon klar. Salzburg ist sowieso ein sentisch Bundesland, was fast in alle Himmelsrichtungen irgendwo eine Nachbarschaft hat.

32:30 Nichtsdestotrotz ist es trotzdem wichtig, auch über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und mit Maklerkolleginnen und -kollegen zusammenzuarbeiten, mit Bauträgern. Ich wiederhole mich da jetzt gern. Es geht um Kundenbedürfnisse, es geht um Menschen. Die Karina hat das vorhin gesagt, da geht es um Schicksale. Das hat ja alles einen Grund, warum die Kundinnen und Kunden ein Immobilienbedürfnis haben und das müssen wir einfach sauber abwickeln. Und jetzt nur einmal, weil mir das so wichtig ist: Es geht nicht um unser Ego. Es geht darum, dass der Kunde am Ende des Tages zufrieden in sein neues Zuhause geht oder etwas verkauft hat.

33:08 Und wenn wir ihn da sauber durch begleiten, dann haben wir einen Mehrwert geschaffen, sowohl für die Kundinnen und Kunden, aber auch für uns als Unternehmen, aber auch in der Branche. Ja, ich meine, den Kunden interessiert letztendlich nicht, wie man miteinander kann, sondern dass man miteinander kann. Der will sein Thema gelöst bekommen. Da sind wir gleich wie bei der Regierung. Da geht es ja auch immer nur um die eigenen Befindlichkeiten. Aber natürlich ist das so. Und wenn man jetzt das ein bisschen anders noch betrachtet, es gibt ja eine gemeinsame Plattform auch,

33:48 den Immo-Marktplatz. Nino, ist das schon ein Schritt in die richtige Richtung? Ihr seid ja auch dabei. Also ich habe jetzt geschaut, ihr seid alle drei dabei. Ist der Immo-Marktplatz schon ein Schritt in die richtige Richtung? Aus meiner Sicht ja. An sich ist es ein Zusammenschluss von sehr vielen Unternehmen, wobei noch viele Unternehmen fehlen. Was natürlich wünschenswert wäre, wenn noch mehr dabei wären, um auch den digitalen Austausch zu haben und vielleicht auch da am Marktplatz zu sehen, ich habe eine Kundenanfrage über einen Suchwunsch. Was haben die Kollegen oder Kolleginnen in der Zeit im Bestand und wie können wir

34:24 am besten gemeinsam den Kundenwunsch oder den Wunsch der Kundin abdecken? Nino, danke. Karina, aber genau, bitte. Karina, aber genau. Zum Thema Marktplatz. Also in Summe, auch wenn der über die letzten Jahre noch nicht ganz dort ist, wo wir es uns alle wahrscheinlich wünschen würden, nämlich wirklich eine zentrale Plattform, wo wir Informationen zu verfügbaren Liegenschaften und Objekten untereinander austauschen können, ist die Idee und der Gedanke eigentlich total simpel, weil in der heutigen Zeit geht alles um Geschwindigkeit, Verfügbarkeit dieser Informationen und Daten und das nach

35:06 Möglichkeit, dass ich nicht 100-mal zum Hörer greifen muss, sondern sofort auf einer Plattform alle Informationen einfach parat habe und das ermöglicht grundsätzlich der Immobilienmarktplatz und deswegen kann man hier auch nur an der Stelle alle einladen, die noch nicht dabei sind, dass sie hier mitarbeiten. Also wir haben all unsere Objekte auf Immobilienmarktplatz freigeschalten und sind deswegen immer offen, dass es angeboten wird und mit zwei Klicks sieht man, was hat der Kollege, die Kollegin verfügbar und kann das auch gleich direkt über sein eigenes System mit den Kundenprofilen matchen. Das heißt, wenn ich bei mir anlege, ein Kunde sucht von

35:44 mir in den und jenen Bezirken, sehe ich sofort, wenn jemand beim Marktplatz dabei ist, ist da etwas Passendes dabei und kann es anbieten. Und das ist genau dieser Zeitvorsprung, der es dann natürlich noch einmal einfacher und praktikabler für uns alle macht, vor allen Dingen unabhängig davon, welches CRM-System in Verwendung ist, diese Vernetzung. Und das ist etwas sehr Wertvolles abseits von der Suchkundenplattform, da wo Mieter, Käufer sich umschauen können, ist vielleicht etwas Passendes dabei für mich und filtern, dass wir uns untereinander einfach viel mehr durch Schnelligkeit vernetzen können und die

36:22 Informationen austauschen. Und das noch dazu im eigenen Corporate Design, weil da kommen wir genau demEben amerikanischen Konzept ein bisschen näher. Der Kunde muss ja gar nicht mitbekommen, dass im Hintergrund noch ein anderer Makler involviert ist, sondern er sieht die Unterlagen im eigenen Corporate Design und das schafft dann auch wieder eine Identität, Vertrauen und so kann man den da wirklich schön durch den Prozess begleiten. Bei dem ImmoMarktplatz, wenn ich ein Suchender bin und wenn ich von einem Unternehmer gut beraten wurde, dann werde ich natürlich wieder zu dem hingehen und sagen: „Wo finde ich,

36:59 ich habe noch eine Immobilie zu vergeben oder ich habe jetzt wieder eine geerbt." Das ist ja eigentlich auch das Um und Auf und das ist ja auch im Endeffekt die Idee hinter dem Ganzen. Es gibt ja etliche, die aus Westösterreich nach Ostösterreich ziehen oder für Kinder suchen oder was auch immer. Also Österreich ist jetzt nicht groß, aber die Verbindungen sind ausreichend. Also es gibt viele, die suchen in allen möglichen Varianten. Um das zu verstärken weiter. Weil wir das hier sehr gern aufzeichnen. Wir haben mit allen Bundesländern letztes Jahr oder Kunden in allen

37:39 Bundesländern bedient, also wir aus Salzburg aus. Das heißt, man sieht schon, dass die Kunden überall Immobilienbedürfnisse haben. Das heißt, ob die Kinder wo hingehen, ob man was erbt, Scheidungen, was auch immer. Das Leben hat so viele verschiedene Wege und wir haben jetzt aus Salzburg Organisation gesprochen, wirklich überall Kunden bedienen dürfen und begleiten dürfen. Die wo immer sie in Österreich kaufen. Wobei man könnte ja auch noch ein bisschen, das wäre schon wieder ein nächster Schritt. Man könnte das ja auch noch in den Dachraum ausdehnen. Jetzt hat ja jeder auch Kunden, die dann sagen: „Ich würde gern dort kaufen."

38:18 Oder ich habe jetzt eine Bekannte, die hat in Deutschland etwas geerbt, eine Wohnung. Ja, muss man auch schauen, dass man jemanden findet, der vertrauenswürdig ist und an dem man sich wenden kann. Ja, und da sehe ich es vielleicht, wenn ich da einhaken kann, auch immer von der anderen Seite. Einerseits sprechen wir von der Zusammenarbeit bei Suchkunden, andererseits sehe ich diese Zusammenarbeit vor allen Dingen auch bei Verkäufern, Vermietern, weil wir als EHL im Wohnimmobiliensegment, also jetzt nur für meinen Bereich bei Mieteigentums- und Vorsorgewohnungen. Wir sind spezialisiert auf die Märkte Wien, Wien Umgebung, Graz

38:57 und Linz. Und abseits davon bräuchte ich dann eben genau dafür wieder Zusammenarbeit, Kooperation und dann einen Kunden, der sagt: „Frau Schunke, ich hätte eine Immobilie in Vorarlberg. Kennen Sie da jemanden, der das für mich machen kann?" Dass ich dann auch wiederum da diesen Kunden zu einem Makler schicken kann, wo ich auch weiß, dort ist er in guten Händen, vollste Expertise und auch da sprechen wir sehr häufig Empfehlungen aus und das ist dann einfach total wichtig, um da auch wieder den Kunden jemandem an die Hand zu geben, wo er sich gut aufgehoben fühlt und einfach sich auf die Expertise

39:31 verlassen kann. Und vielleicht noch zu dem vorhergehenden Punkt mit Vernetzung, Immobilienmarktplatz, Datenaustausch über CM-Systeme. Also schon auch so dieses Thema Plattformökonomie versus persönliche Netzwerke. Das ist schon eine Richtung, die ich mir sehr wünschen würde, dass wir da auch noch einmal zusammen gestärkter aus dieser aktuellen Marktsituation herausgehen und das eben auch für die Zukunft mitnehmen. Ja, weil es ist ja die Frage, Nino, jetzt im Augenblick kommen viele Ideen, viele Gedanken. Das hat sich auch durch die Situation so ergeben. Wenn die Situation sich wieder bessert, dann sollten

40:12 wir uns alle daran erinnern und schauen, dass es wieder in der gleichen Form weitergeht. Das ist zu hoffen an sich. Es ist zu hoffen, dass die Zusammenarbeit, so wie sie jetzt derzeit in der Branche stattfindet, auch wieder dann stattfindet, wenn die sogenannten guten Zeiten da sind. Das heißt, der Markt wieder ein anderer ist. Dann würden wir uns das sehr wünschen, dass wir sagen, okay, auch in guten Zeiten gehen wir gemeinsam, betreuen wir unsere Kunden und Kundinnen bestmöglich. Und so wie die Carina vorhin schon gesagt hat, der Kuchen ist groß genug. Wir können, glaube ich, alle gut und gerne gemeinsam

40:44 zusammenarbeiten und am Ende des Tages das Kundenbedürfnis beziehungsweise die Wünsche der Kunden in den Vordergrund stellen, ohne eigene Egos da bedienen zu wollen. Nino, danke. Eines noch, Carina, weil du das im Vorgespräch gesagt hast. Und zwar, da haben wir uns unterhalten auch ein bisschen über die Vorteile des Marktplatzes. Das ist schon klar. Es gibt aber auch noch ein paar Nachteile unter Anführungszeichen technischer Natur. Da hast du eben gemeint, es ist die Geschwindigkeit der Informationen. Ich sehe es als Vorteil, dass man die Geschwindigkeit der

41:24 Informationen rascher teilen kann. Aha. Ja, ich dachte, dass es irgendwann einmal länger gedauert hat oder irgend so etwas. Nein, das war außerhalb vom Immobilienmarktplatz. Okay. Die romantische Vorstellung, dass in der Zusammenarbeit immer alles wunderbar funktioniert und läuft, das geht dann nicht jedes Mal so positiv aus. Ich habe zuletzt eben aufgrund einer Suchkundin, für die ich sehr innig unterwegs war, auch bei Maklern angeklopft und ich sage jetzt einmal zu 80, wenn nicht sogar 90 % der Fälle sind Makler derzeit sehr offen zu kooperieren.

42:04 Und dann gibt es halt noch so diese 10 % der Fälle, wo ich dann schon auch immer wieder spüre, dass da jetzt die Türen nicht unmittelbar offen sind, wo ich anfrage und dann sogar aktiv anbiete, dass das außerhalb von einem Gemeinschaftsgeschäft abgebildet wird. Einfach nur, dass ich diese Kundin zu einer Immobilie begleiten kann, damit sich ihre Privatsituation dadurch schneller lösen lässt. Und dann werden auch Informationen zur genauen Adresse nicht bekannt gegeben, um überhaupt abzustecken. Ist das dann überhaupt relevant für die Interessentin oder nicht?Also diese Geheimnistuerei dann an der

42:43 einen oder anderen Stelle, das ist dann etwas, was ich sehr schade finde, weil wir bremsen uns dadurch einfach gegenseitig total aus. Die Dinge wären wahrscheinlich deutlich schneller auf kurzem Wege geklärt. Es gab dann auch danach noch einmal eine Kontaktaufnahme, die hat das Ganze auch wieder im Wohlwollen dann prinzipiell aufgelöst. Nur der erste Moment, einfach, dass man offen ins Gespräch treten kann und dass da auch einfach eine Bereitschaft herrscht, das würde ich mir eigentlich zu 100 % wünschen, wenn wir alle in derselben Branche unterwegs sind und eben diesen Gedanken, Kunden ins Zentrum zu stellen, eigentlich alle mittragen sollten.

43:19 Karina, danke. Das war jetzt schon ein Beispiel, wo es nicht so funktioniert hat. Wir kommen dann auch noch auf die Beispiele, wo es funktioniert hat. Aber Peter, ein ähnliches Beispiel, was dir passiert ist, wo du sagst: Ja, hätte man besser machen können? Na gut, wir haben immer wieder das Thema menschliches Versagen, das kann passieren. Grundsätzlich bin ich da schon bei der Karina. Es gibt einfach schon noch Kollegen, die dann einfach die Unterlagen oder die Informationen nicht preisgeben. Und das ist für uns als Branche einfach schlecht, weil der Kunde kann mit einem Stadtteil wahrscheinlich nichts anfangen.

43:54 Wir brauchen schon genaue Adressen, wir brauchen saubere Unterlagen, wir brauchen aktuelle Unterlagen. Nichts schlimmer, als wenn der Kollege veraltete Grundbuchauszüge oder keine aktuellen Bauunterlagen hat. Das sind alles so Themen, das gehört sauber, das haben wir wieder bei der Qualität, sauber recherchiert, sauber aufbereitet und dann miteinander der Kunde bedient und dann funktioniert das auch gut. Stimmt, mit Stadtteil kann man oft nicht viel anfangen. Achter Bezirk kann am Gürtel sein oder in der Nähe zur Innenstadt. Also da hast du natürlich recht. Vor allem auch wenn es vielleicht Maklerunternehmer sind, die von außerhalb der Stadt kommen, die die Region nicht so

44:31 kennen. Ist natürlich entsprechend wichtig, dass man das auch ordentlich aufbereitet, damit die auch das richtig weitergeben können. Nino, bei dir auch Ähnliches? Kann mich dem nur anschließen an sich. Also auch meine Kollegen und Kolleginnen im Vertrieb haben leider Gottes immer wieder die Erfahrung gemacht oder machen die Erfahrung, dass Unterlagen nicht ordentlich aufbereitet sind, die Datenqualität nicht passt beziehungsweise die Bereitschaft zur Zusammenarbeit nicht so gegeben ist. Und auch wir, so wie es die Karina gesagt hat, sind dann schon teilweise so weit, dass wir sagen, wir machen das außerhalb des Metageschäftes nur, um den Kunden

45:07 zu bedienen, und führen das dann auch durch, zu sagen: Okay, wir verzichten da auf unseren Provisionsanteil oder auf das Stück des Kuchens, nur um einfach den Kunden dann zu bedienen. Spannenderweise ist es dann so, wenn man das außerhalb des Metageschäftes macht, funktioniert dann plötzlich die Betreuung des Kunden oder der Kundin. Also ich finde das sehr schade, dass es dann immer nur den monetären Zugang teilweise auch in der Branche gibt, zu sagen: Okay, wenn ich die gesamte Provision behalten kann, dann arbeite ich sehr gerne zusammen und ansonsten nicht. Irgendjemand hat einmal aus der Branche gesagt: „Besser ein halbes Geschäft als gar

45:43 keines." Das unterschreibe ich. Ja, bringt es ja auf den Punkt. So, jetzt haben wir aber gesagt, was da nicht so funktioniert hat, Karina. Aber wir haben auch gesagt, wir haben uns im Vorgespräch geeinigt. Irgendein Thema, ein Beispiel, wo das auch wirklich funktioniert hat. Und bei dir, glaube ich, war das beim Find-my-home-Award. Erzähl einmal bitte kurz. Ich wollte gerade sagen, das hat jetzt alles so negativ geklungen. Ich habe wie gesagt, zu 80 bis 90 % der Fälle funktioniert es glücklicherweise derzeit ja eh sehr gut. Und worüber wir gesprochen haben, sind vielleicht die 10 %, die wir dort noch

46:19 hinbewegen müssen, dass da auch vielleicht ein bisschen mehr Offenheit zur Kooperation herrscht. Aber beim Find-my-home-Award habe ich sehr nette Makler auch aus Salzburg kennengelernt und wir sind ins Plaudern gekommen und zwei Wochen später hat das Handy geläutet mit: „Ich hätte eine Kundin, die sucht in Wien eine Wohnung. Habt ihr da nicht was Passendes? Können wir zusammenarbeiten?" Und das sind dann einfach die Momente, wo ich mich total freue, weil die Vernetzung untereinander einfach auch total wichtig ist, weil jeder denkt dann manchmal vielleicht wirklich so ein bisschen mehr in seinen eigenen Sphären, aber wenn man

46:54 sich austauscht, neue Kontakte schließt, ergeben sich dadurch auch erfreulicherweise Möglichkeiten und Geschäfte der Zusammenarbeit. Und so wie du gesagt hast, ich mache lieber ein Geschäft, sei es auch nur mit der Hälfte des Honorars, aber wir haben zusammen ein erfolgreiches Ergebnis als gar keines. Und deswegen war das wieder ein sehr schönes Beispiel. Magst du noch die Maklerfirma sagen? Ja, das war Ria Immobilien. Ria Immobilien aus Salzburg. Genau. Ja, Peter, ein ähnliches Beispiel bei dir vielleicht, wo du gesagt hast, da hat etwas super funktioniert mit dem und dem Unternehmen. Ja, das, was wir immer wieder machen, da sitzen jetzt drei

47:35 große Organisationen, aber auch wir alle drei haben unsere Spezialitäten und unsere Kernzielgruppen. Und es ist ja schon oft so, dass der Kunde vielleicht ein bisschen ausfranst, was die Zielgruppe betrifft, was man vielleicht nicht so am Radar hat oder wenn man dann gemeinsam mit einem Kollegen einen Kunden bearbeitet. Zum Beispiel, wenn wir meistens über Suchkunden geredet haben im Vertrieb, wenn man selber analysiert seinen Kundenstamm, seine Ausrichtung und dann darauf kommt, hoppala, da brauche ich Unterstützung. Vielleicht, dass ein anderer Kollege einen besseren Marktzugang hat in dem Segment. Und wenn man dann gemeinsam Kunden

48:14 bedient, das ist dann für mich auch ein Teil der Zusammenarbeit. Das heißt dann einen Liegenschaftseigentümer, der was verkaufen will, dann gemeinsam bearbeitet in einer Art Kooperation, ARGE, wie man es bezeichnet. Und das finde ich dann schon sehr schöne Erlebnisse. Und der Kunde ist aber dann trotzdem mega zufrieden, weil er dann merkt, man hat sein Ego hinten angestellt, man macht das mit einem Kollegen zusammen oder gibt ihn weiter und das funktioniert dann einfach gut. Und das ist einfach total schön, wenn man dann eine E-Mail kriegt mit einem herzlichen Dankeschön. Kriegt man nicht so oft von Kunden, weil meistens kriegt man

48:42 negative Rückmeldungen.Das sind Sachen, die mich wahnsinnig freuen, dass sich Leute dann auch noch bedanken. Oft vielleicht zwei Jahre später noch, wenn man sich irgendwo in der Stadt über den Weg rennt und dann heißt es noch immer: „Danke, das habt ihr cool gemacht. Das ist dann auch Lösungen kreieren. Ja, und es ist noch etwas anderes auch, Peter. Es ist ja nicht nur das mit den Lösungen, sondern es ist auch das Image dann. Dass du die Arbeiten alle gut zusammen und beim nächsten Mal. Mundpropaganda ist ja auch Netzwerk und Mundpropaganda, das Um und Auf, dass der sagt: „Du, pass auf, beim nächsten Mal gehst du zu dem,

49:17 weil der hat mich da quer durch Österreich und das war alles in bester Ordnung. Ja. Womit wir auch wieder beim Image wären. Aber Nino, bei dir ein Beispiel, wo du sagst, es hat super funktioniert? Also wir als Eslar haben sowohl mit der EHL als auch mit der Raiffeisen Immobilien nur die besten Erfahrungen bis dato gemacht. Aber wir haben jetzt derzeit aktuell ein Beispiel mit den Kollegen der Raiffeisen in Wien. Wir betreiben oder vertreiben gemeinsam ein Projekt in Wien für einen namhaften Bauträger oder Projektentwickler und da funktioniert die Zusammenarbeit ausgezeichnet auf allen Ebenen, von der

49:51 Vertriebsleitung hin zum Vertrieb, zum operativen Vertrieb. Also das ist wirklich ein Beispiel, so kann es funktionieren und so sollte es funktionieren. Ein wirklich guter Austausch. Man übergibt sich Kunden gegenseitig, man schaut jetzt nicht nur, sondern vielleicht, wenn jetzt gerade bei uns ein bisschen zeitlicher Engpass ist, betreut die Reiffeisen und umgekehrt. Also ich muss sagen, das ist sicherlich eines der positivsten Beispiele, wie wir da gemeinsam gerade mit der Reiffeisen ein Projekt vertreiben in Wien. Nino, danke. Super Beispiel. Auch, dass ihr drei untereinander könnt, was ja auch ein großes Thema ist.

50:27 Eine Frage hätte ich noch. Das ist vor einem Dreivierteljahr, glaube ich, mal am Immo Live aufgetaucht. Karina, gibt es genug junge Menschen, die in die Immobilienbranche, in den Beruf wollen oder ist das im Augenblick ein bisschen stagnierend? Also ich bin ja sehr eng mit Studenten im Austausch, weil ich als Mentorin Studentengruppen von der FH Wien noch begleiten darf und da bekomme ich dann durchaus immer wieder mit, wo ist denn eigentlich so der Ursprungsgedanke, warum Immobilienwirtschaft, warum das studieren und wo soll die Reise hingehen? Was ist so das langfristige Ziel? Das, was ich schon beobachten habe

51:08 können, aber das liegt wahrscheinlich auch an der aktuellen Entwicklung, ist, dass sonst der meist beliebteste Beruf, nämlich Makler und das klar vor Verwalter und auch noch vor Bauträger, jetzt so ein bisschen in den Hintergrund tatsächlich gerückt ist und da jetzt auch immer häufiger, was auch sehr schön und erfreulich ist für die Branche, Verwalter genannt wird und aber auch Projektentwickler. Woran könnte das liegen? Natürlich einerseits an der Professionalisierung des Berufs, dass viele mittlerweile auch mitbekommen, dass es um weitaus mehr geht, als nur Türen aufsperren und jetzt wahrscheinlich einfach die Beratungsintensität gegenüber

51:51 Kunden einfach deutlich gestiegen ist. Also wir brauchen teilweise das drei- oder vierfache an Aufwand, bis es dann zu einem erfolgreichen Abschluss und Ergebnis kommt. Und deswegen wird diese Jobwahl jetzt einfach umso inniger überlegt und auch bedacht. Und deswegen übrig bleiben dann die, die es auch wirklich mit Herz und Blut gerne machen wollen und die auch bereit sind, diese extra Meile zu gehen. Und deswegen ist das auch wiederum für uns, für den Berufsstand, sehr positiv, weil es professionalisiert sich alles. Wobei, weil du gesagt hast, Hausverwalter oder Verwaltung, der war vermutlich noch nie bei einer Hausversammlung dabei, wenn

52:33 es um die Renovierung gegangen ist. Kein einfacher Job, aber auch da gibt es Leute, die brennen dafür und deswegen für jeden Topf einen Deckel. Und deswegen freut es mich aber auch sehr, wenn auch da das Image sich deutlich verbessert hat und wenn es da einige gibt, die auch sagen, nein, gerade dieses Organisatorische und da auch noch einmal den Blickwinkel über die verschiedensten Bereiche zu haben und auch da sehr stark juristisch ins Detail reingehen zu müssen, dass das interessiert, ist ja auch ein Kompliment. Stimmt. Karina, danke. Nino, wie ist es bei euch?

53:13 Österreichweit, gibt es da vielleicht Regionen, wo mehr Anfrage wieder da ist? Ich darf teilweise junge Studenten und Studentinnen als Mentor begleiten an sich. Auch da sehen wir doch, also wir sehen es oder ich persönlich sehe es, doch zunehmend Bewerbungen von jungen, ich sage jetzt einmal, Leuten, die sich für die Branche interessieren und die sicherlich auch bereit sind oder auch dafür brennen, an sich als Immobilienmakler oder Maklerin zu arbeiten. Also das sehe ich sehr positiv derzeit. Nino, danke.

53:55 Ja, Junge komme nach. Der Markt ist herausfordernd. Aber Peter, was glaubst du, wie die aktuelle Entwicklung jetzt, wenn man noch mal ein bisschen zusammenfasst am Wohnungsmarkt, wie das das Maklergeschäft in den kommenden Jahren prägen wird? Wo siehst du noch, dass sich das noch ein bisschen vielleicht verstärken wird? Andererseits hängt es natürlich ein bisschen ab, was der Gesetzgeber so plant, weil der hat ja momentan eine gewisse Überraschungstütenfunktion. Haben viele im Augenblick. Das ist aber das eine Thema, die Regularik,

54:35 gesetzgebungsmäßig, was da auf uns zukommt. Andererseits müssen wir uns natürlich überlegen hinsichtlich gesellschaftliche Entwicklungen, demografische Entwicklungen, ändern sich damit aber auch die Immobilienbedürfnisse?Das heißt, unsere Gesellschaft wird immer älter. Das heißt, das Thema Vorsorge, Liquidität im Alter ist damit ein Thema, aber auch das Thema Barrierefreiheit ist ein Thema. Auf diesen Aspekten werden wir uns sehr stark orientieren müssen und uns vielleicht der eine oder andere spezialisieren müssen. Das Thema, was dann ganz eine andere Richtung ist, ist das Thema Immobilie und Projektpräsentation.

55:14 Das heißt, wir leben mittlerweile schon gefühlt in einer sehr schnelllebigen Zeit. Ist die Frage, ob das nicht noch schnelllebiger wird. Wie präsentieren wir Immobilien? Was sind echte Bilder? Kennzeichnungspflicht et cetera. Das heißt, das Thema Faken. Gerade heute am Vormittag mit einer Kollegin ein Gespräch geführt, wo die Bilder mittlerweile, hat sie dann herausgestellt, gefaked sind, aber eigentlich wahnsinnig gut gemacht sind. Das heißt, dem Kunden irgendetwas vorgaukeln. Das haben wir wieder beim Thema Image, Wahrheit, sich selber treu bleiben. Also wie präsentieren wir Immobilien? Wie kennzeichnen wir solche Sachen?

55:50 Damit sind wir wieder beim Thema Aufbereitung. Also ich glaube schon, dass da ein relativ großer Umbruch derzeit stattfindet, der aber bei weitem nicht abgeschlossen ist, dass da noch viele Facetten auf uns zukommen. Aber dann sind wir auch wieder beim Thema Zusammenarbeiten, beim Netzwerken. Das heißt, je mehr wir uns untereinander in der Branche austauschen, können wir uns aber selber irgendwo in eine Richtung begleiten, nicht wie eine Selbsthilfegruppe, aber uns gegenseitig warnen, unterstützen. Was funktioniert gut? Was ist auch rechtlich sauber, um hier einfach eine gute Dienstleistung wieder an den im Mittelpunkt stehenden Kunden zu

56:22 bringen. Peter, dann danke für deine Abschlussworte. Kann man so stehen lassen. Gibt auch nicht mehr viel dazu zu sagen. Danke für die Zusammenfassung. Danke, dass ihr drei Zeit gehabt habt, heute beim ImmoLive dabei zu sein, bei unserem Thema Immobilienmakler, Unternehmern gemeinsam stärker. Das ist ein klarer Weg in die Zukunft. Bei Ihnen möchten wir uns bedanken, dass Sie zugesehen haben und wir vier wünschen Ihnen noch einen schönen Nachmittag. Wiedersehen. Wiedersehen. Wiedersehen. Schönen Nachmittag.

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