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Heizungstausch 2027: Der alte Topf ist leer, der neue noch zu

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Außeneinheit einer Luftwärmepumpe an einer Hauswand im Schnee
© Foto: PeterEastern, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Wärmepumpe im Winter: Für den Kesseltausch 2027 fehlen noch Richtlinie, Fördersätze und Starttermin.

Seit 10. Juli sind die Bundesmittel für den Kesseltausch 2026 vergeben, neue Registrierungen gibt es nicht. Für 2027 bleibt der Zusagerahmen bei 360 Millionen Euro, erstmals getrennt in 181 Millionen für die Sanierung und 179 Millionen für den Kesseltausch. Die Auszahlungen sinken laut Budgetdienst aber um 339 Millionen Euro, Start und Bedingungen sind offen. Für Hausverwaltungen heißt das: planen ohne Plan.

„Die Sanierungsoffensive ist die größte Budgetposition im Umweltministerium und der größte Verhandlungserfolg“, sagte Umweltminister Norbert Totschnig im Juni nach den Budgetverhandlungen. Drei Wochen später war das Geld für heuer weg. Seit 10. Juli sind neue Registrierungen für den Kesseltausch nicht mehr möglich, bestehende bleiben gültig. Rund 53.000 Haushalte steigen laut Ministerium mit der Förderung 2026 um. „Besonders erfreulich ist der hohe Anteil von Heizungstäuschen im mehrgeschoßigen Wohnbau“, hieß es dazu.

Seither herrscht Pause. Für Installateure, Heizungshersteller und Hausverwaltungen ist das die eigentliche Nachricht.

Wie 2026 lief

Die Sanierungsoffensive 2026 startete mit einem Zusagerahmen von 360 Millionen Euro und deutlich niedrigeren Fördersätzen als zuvor: Die maximale Förderquote wurde von 75 auf 30 Prozent gesenkt. Schon am 2. Februar stoppte das Ministerium den Sanierungsbonus, weil rund zwei Drittel des Antragsvolumens auf thermische Sanierungen entfielen. Seit November 2025 waren laut Ministerium Anträge über rund 220 Millionen Euro eingegangen. „Bereits gestellte Förderanträge und Registrierungen bleiben von dieser Anpassung selbstverständlich unberührt“, so Totschnig damals.

Der Bau reagierte verärgert. Bau-Bundesinnungsmeister Robert Jägersberger verwies darauf, dass „von zahlreichen Experten eindeutig klargestellt“ worden sei, „dass ein reiner Kesseltausch ohne energiesparende Begleitmaßnahmen in der Regel wenig Sinn macht“. Clemens Demacsek, Geschäftsführer der GDI 2050, formulierte es schärfer: „Wer die Gebäudehülle ignoriert, macht Haushalte im Winter verwundbar – und erhöht gleichzeitig den Druck auf Netze, Speicher und Erzeugung.“

Danach ging es nur noch um den Kesseltausch – bis auch dieser Topf im Juli leer war.

Was für 2027 feststeht

Der Zusagerahmen bleibt laut Umweltministerium bei 360 Millionen Euro pro Jahr für 2027 und 2028. Neu ist die Trennung:

  • Thermisch-energetische Sanierung: 181 Millionen Euro, künftig als Finanzierungszuschuss.

  • Kesseltausch: 179 Millionen Euro für 30.000 Heizkesseltäusche pro Jahr.

  • „Sauber Heizen für Alle“: wird fortgeführt, die Dotierung für 2027 hat das Ministerium noch nicht beziffert.

Die Details sollten „im Sommer gemeinsam mit den Bundesländern und relevanten Stakeholdern erarbeitet und im Herbst vorgestellt“ werden. Bis Redaktionsschluss am 9. Oktober lagen weder Richtlinie noch Fördersätze noch ein Registrierungsstart vor. Auf sanierungsoffensive.gv.at steht beim Kesseltausch weiter „Budget ausgeschöpft!“. Die Wirtschaftskammer ging im Juni davon aus, dass der Fördersatz beim Kesseltausch von 30 auf 20 Prozent sinkt. Das Ministerium hat dazu bisher keine Angaben gemacht.

Gleicher Rahmen, weniger Geld

Der Zusagerahmen ist das eine, die Auszahlungen das andere. Laut Budgetdienst des Parlaments sinken die Auszahlungen für die Sanierungsoffensive einschließlich Kesseltausch 2027 um 339 Millionen Euro. Gegenüber den 609 Millionen Euro im Voranschlag 2026 ist das ein Minus von rund 56 Prozent. Dass der Rahmen gleich bleibt, die Auszahlungen aber sinken, liegt in der Logik der Förderung: Ausbezahlt wird erst bei Projektabschluss, ein Finanzierungszuschuss verteilt die Zahlungen zusätzlich auf spätere Jahre. Das Budget wird geschont, das Geld kommt später an.

Und die Zielmarke ist bescheiden. 30.000 Kessel pro Jahr – zum Vergleich: Laut Vereinigung Österreichischer Kessel- und Heizungsindustrie wurden 2025 insgesamt rund 92.500 Heizungsanlagen verkauft, um elf Prozent weniger als im Jahr davor. Allein die Gemeinnützigen haben laut GBV noch rund 348.000 Wohnungen, die fossil heizen, und bräuchten bis 2040 rund 20.000 Umstellungen pro Jahr.

Die Branche will nicht warten

Im Juni begrüßte Anton Berger, Bundesinnungsmeister der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, noch, „dass das angekündigte Zwei-Jahres-Programm augenscheinlich mehr Planbarkeit bringt“. Richard Freimüller, Präsident von Wärmepumpe Austria, zog bei der Generalversammlung seines Verbands eine grundsätzliche Lehre: „Die Branche muss langfristig von Förderprogrammen unabhängig werden.“ Ein Satz, den man in einem Förderstopp leichter sagt als im Boom.

Ende September wurde aus der Planbarkeit eine Lücke. „Auch wenn die Fördermittel für das kommende Jahr vorgesehen sind, muss die Antragstellung bereits heuer möglich sein“, fordert Doris Stiksl, Geschäftsführerin von proPellets Austria. Andreas Rotter, Obmann des Zukunftsforums SHL und Salzburger Landesinnungsmeister: „Unsere Betriebe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen statt Stop and Go.“

Was Hausverwaltungen jetzt wissen müssen

Für den Mehrgeschoßwohnbau galten 2026 eigene Regeln: Förderung zentraler Anlagen, 2.000 Euro je tatsächlich angeschlossener Wohnung bei der Zentralisierung, Vorrang für hocheffiziente oder klimafreundliche Nah- und Fernwärme. Ob diese Systematik 2027 bleibt, ist offen.

In Wien fördert die Stadt den Heizungstausch mit 35 Prozent der förderbaren Kosten, bei Wohnungen mit höchstens 5.250 Euro. Ein Enddatum nennt die Stadt nicht. Vor einer Auftragsvergabe empfiehlt sich eine Rückfrage, ob die Förderung noch offen ist.

Für Projekte, die über den Winter vorbereitet werden, heißt das: Planung, Angebote und Beschlüsse der Eigentümergemeinschaft lassen sich vorziehen. Die Förderung nicht.

Die größere Rechnung

Die Sanierungsrate lag laut Monitoring von IIBW und Umweltbundesamt zuletzt bei 1,6 Prozent, nötig wären rund drei Prozent. Getragen wurde der Anstieg vom Heizungstausch, umfassende Sanierungen gingen zurück. Gleichzeitig ist am 29. Mai 2026 die Umsetzungsfrist der EU-Gebäuderichtlinie abgelaufen, am 15. Juli hat die Kommission alle 27 Mitgliedstaaten schriftlich gemahnt.

„Ohne ausreichende Finanzierung können wir die Sanierung und Dekarbonisierung älterer Wohngebäude nicht bewältigen“, sagte Wolfgang Amann, IIBW, im September. Isabella Stickler, Obfrau der ARGE Eigenheim, ergänzte: „Zeit ist bei der Sanierung mehr als ein Kostenfaktor.“ Dem ist nichts hinzuzufügen – außer vielleicht einem Starttermin.

Stand: 9. Oktober 2026. Angaben zu 2027 laut Umweltministerium (Juni/Juli 2026) und Budgetdienst des Parlaments; Richtlinie und Fördersätze 2027 noch nicht veröffentlicht.

Der Artikel enthält KI generierte Elemente.

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