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Wie bist du überhaupt in die Immobilienthema hineingestolpert? Oder hast du schon in der Sandkiste die Burgen gebaut und hast gewusst, okay, das wird mein Ding? Oder gab es irgendwann einmal was anderes? Oder noch besser gefragt: Wenn es keine Immobilien gäbe und du müsstest etwas anderes machen, was würdest du am liebsten machen? Ich würde wahrscheinlich mit Kindern aus schlechtem Hause arbeiten, weil ich selber einen Vater hatte, der Alkoholiker war und in der Familie war es nicht sehr lustig und das wäre das, was ich sonst machen würde.
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Okay. Gibt es eine Entscheidung in deinem Leben, die du getroffen hast oder welche war das, wo du gesagt hast, okay, die hat jetzt wirklich mein Leben verändert? Meine Kinder. Inwiefern? Es gibt leider keine Sprache, wo Menschen, die Kinder haben, denen, die keine Kinder haben, erklären können, was das heißt. Daher ist es auch sehr schwierig und ich sage nur so viel, es war eine lebensverändernde Entscheidung. Alles, was davor war, war Spiel und alles, was danach kam, war ernst und ich bereue es nicht. Es ist immer noch eine großartige Entscheidung gewesen, aber es verändert
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das Leben so stark, dass es aus meiner Sicht eine sehr wesentliche Entscheidung in meinem Leben ist. Jetzt mal weg von Investitionen, die Immobilien bedeuten und weg vom Geld. Welche Investition gibt es, wo du sagst, okay, da habe ich viel Energie oder Zeit reingesteckt, wo du mit dem Return on Investment zufrieden bist? Ja, Immobilien finde ich, ist ein sehr gutes Thema. Und abseits von Immobilie? Abseits von Immobilien an sich, Beziehungen zu den Menschen.
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Ich habe Freunde, mit denen war ich schon unterwegs, da war ich noch keine 20 und gemeinsam studiert, haben gemeinsam Blödsinn gemacht, aber auch schöne Sachen erlebt. Und jemanden so gut zu kennen, ist schon etwas sehr Interessantes. Ich habe einen Freund, der hat auch eine solche Kindheit gehabt und hat daraus geschlossen, dass er nie die Wahrheit sagen muss. Das ist ein sehr lustiger draufgekommen, wo er jetzt nicht die Wahrheit gesagt hat. Ah ja, okay.
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Das ist schon auch eine- Ist ein Spiel zwischen euch. Ist eigentlich schon ein Spiel. Okay. Das ist auch durchaus lustig. Man übt dann auch lügen. Gerade in Verhandlungssituationen ist es sehr wichtig. Man übt Lügen zu erkennen. Apropos: Gibt es eine Regel oder auch mehrere, die du ganz bewusst nicht befolgst? Ich bin ein Kind der 68er-Bewegung. Also für mich ist- Gibt es keine Regeln. Anti-Autoritarismus natürlich ein Teil des Lebens. Man lernt im Laufe des Lebens natürlich, dass man nicht unbedingt der Outlaw sein muss, der jede Regel
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nicht akzeptiert, automatisch. Aber es gibt heutzutage einfach so viele Regeln, die wirklich unsinnig sind und die aus meiner Sicht nur von Leuten gemacht sind, die alles rundherum mit Watte packen wollen, was nicht funktionieren kann. Da gibt es eine Menge Regeln, die ich nicht mehr befolge. Also dass ich vielleicht zehn Minuten bei einer Ampel, obwohl kein einziges Auto kommt, das machen heute auch die meisten Leute nicht. Was ärgert dich am meisten? Mich ärgert am meisten, dass wir in Europa es geschafft haben, eine Verwaltung aufzubauen, die in vielen Ländern schon fast die Hälfte des Staatshaushalts auffrisst. Dafür, dass sie dann Leute, die etwas bewegen wollen,
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fesseln mit dümmsten Vorschriften. Und das ist etwas, da kann ich mich jeden Tag drüber ärgern, vor allen Dingen, wenn ich darauf treffe. Ein kleines Beispiel dazu: Gerne. Ich wohne an der Alten Donau in einem Haus und dort gab es eine Ampel, wo fünf Straßen aufeinander getroffen sind. Und früher war es, man fährt hin, man dreht sich und schaut, wer kommt von rechts und ist darübergefahren. Das war eine Sache von 30 Sekunden. Heute hat man die Chance, dort zehn Minuten in einem Stau zu stehen, weil jeder einzelne Übergang durch Ampeln geregelt wurde. Verstehe ich.
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Gibt es einen Leitsatz, den du hast oder wie startest du deinen Tag, jeden Tag in der Früh? Also prinzipiell meditiere ich relativ viel und dieses Meditieren brauche ich auch, damit ich die Ruhe habe im Job, im Leben zu finden. Und da gibt es Glaubenssätze, die man sich vorsagt und das sind jetzt meine privaten Glaubenssätze und die will ich auch nicht weitergeben. Mit diesen Glaubenssätzen starte ich in den Tag. Cool. Liest du gerne? Ja. Was ist das aktuelle Buch, wo du sagst, oder was ist dein Lieblingsbuch? Im Moment lese ich ein Buch über Cäsar.
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Es gibt mehrere Bücher über Cäsar. Es gibt das in geschichtlicher Form, aber es gibt auch relativ lustige Romane, die das Ganze verarbeiten, als wäre es eine Hollywood-Geschichte. Ich mag beide Arten, weil sie schon zum Nachdenken anregen und wie wir wissen, Männer denken, glaube ich, dreimal am Tag über das römische Reich nach. Im Moment mache ich das öfter. Gibt es einen Buchtitel, mit dem du dein Leben beschreiben würdest? Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss. Ja, das ist ein wirklich guter Titel. Gibt es irgendetwas, jetzt gehen wir doch ein bisschen zurück in das
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Berufsleben, wo du sagst, okay, wenn ich dann zurückblicke, das möchte ich hinterlassen haben? Na ja, ich habe eine Tochter, die ist 25 Jahre alt. Ich habe eigentlich aufgehört zu glauben, dass man viel hinterlässt, weil gerade so im Loslösungsprozess ja alles vernichtete wird einmal, um es später auf die eine oder andere Art wiederzugewinnen. Aber das muss ich ihr überlassen. Das heißt, ich selber finde nicht, dass ich etwas hinterlassen muss. Wenn Geld keine Rolle spielt, welche Immobilie würdest du morgen kaufen wollen?
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Eigentlich nur ein Haus am See. An welchem? Österreich, woanders? Ja, wahrscheinlich Österreich. Ich bin schon sehr verbunden hier. An einem Kärntner See, Villacher See oder Weißensee. Weißensee wäre super, aber da kann ich mir praktisch gar nichts. Nicht Wörthersee, sondern- Nein, nicht so Städte. Ich muss ehrlich sagen, die Städte, die haben sich ein bisschen überlebt von mir. Okay. An welcher Aufgabe bist du zuletzt gescheitert? Und was nimmst du daraus mit?
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Eigentlich, das wirkliche Scheitern ist für mich Teil des Lebens. Also es ist sozusagen, es gehört dazu und es ist der Moment, wo man am meisten lernen kann. Und das Letzte, woran ich gescheitert bin, ist eine gute Beziehung zu meiner großen Tochter aufrechtzuerhalten. Wobei ich denke mir, dass das Teil dieses Loslösungsprozesses ist und ich gehe fix davon aus, dass wir jetzt eines Tages wieder gute Zeit miteinander verbringen können, aber im Moment ist es halt einfach nicht möglich.
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So als Abschluss: Wie siehst du unsere Zukunft als Gesellschaft? Mit welchem Gefühl gehst du in die Zukunft? Also in Europa habe ich nicht so das Gefühl, dass es in eine gute Zukunft geht. Woran liegt das? Na ja, wie gesagt, ein großer Punkt ist, dass alles so zugute verwaltet wird, dass wir ein Erbe eines Systems haben, das Millionen von Toten hinter sich hat, den Sozialismus, dass jetzt gerade die Ränder wieder stark werden, dass auch die Mitte es nicht
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wirklich gut schafft, die Probleme zu lösen. Deswegen ist Europa ein bisschen schwierig. Dann haben wir dazu noch die Disruptoren, der KI und den Robotern. Also ich gehe mal jedenfalls davon aus, dass es wild wird. Aber wild war es in meiner Jugend auch. Also insofern- Bist du schon gewöhnt. Alles klar. Danke Markus, war wirklich super und extrem persönlich und genau dafür ist das Format da. Danke. Danke dir.