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Einfamilienhäuser: Rekord bei den Verkäufen, Zurückhaltung bei den Preisen

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So viele Einfamilienhäuser wie im ersten Halbjahr 2026 wurden in Österreich noch nie verbüchert. Die Preise ziehen dagegen nur moderat an. Sanierungsobjekte werden zum Weg ins Eigenheim.

Der heimische Einfamilienhausmarkt hat binnen zwei Jahren eine bemerkenswerte Kehrtwende hingelegt. 2024 lag er noch auf einem historischen Tiefpunkt, aber im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 6.400 Häuser verbüchert, so viele wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 2009. Auch der Gesamtumsatz erreichte mit rund 2,6 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. Das zeigt der aktuelle Einfamilienhaus-ImmoSpiegel von RE/MAX Austria. Er beruht auf einer Vollerhebung der Grundbuchdaten durch IMMOunited.

Der typische Kaufpreis stieg nur um knapp vier Prozent auf rund 350.000 Euro und damit kaum stärker als die Inflation. Das bisherige Preishoch aus 2023 bleibt sogar knapp unerreicht. Viel Bewegung, wenig Preisdruck – das ist die Kurzfassung.

Bestand statt Neubau

„Ein Markt mit steigenden Verkaufszahlen und einer vergleichsweise moderat steigenden Preisentwicklung bietet gute Voraussetzungen für Käufer und Verkäufer“, sagt Bernhard Reikersdorfer, Managing Director von RE/MAX Austria: „Viele Interessenten erkennen, dass ein Neubau für sie finanziell kaum oder nicht leistbar ist, und orientieren sich deshalb verstärkt am Bestand. Sanierungsbedürftige Häuser können damit eine realistische Chance auf dem Weg ins Eigenheim eröffnen.“

Wie wenig neu gebaut wird, zeigen die Baubewilligungen für Ein- und Zweifamilienhäuser. Sie sind laut Statistik Austria 2025 auf den tiefsten Stand seit mindestens 2010 gefallen, auf weniger als die Hälfte der Spitzenjahre. Knappe und teure Grundstücke, gestiegene Baukosten und teurere Finanzierungen tun ihr Übriges. „Für immer mehr Einfamilienhausinteressenten wird es immer attraktiver, eine bestehende Immobilie zu kaufen, schrittweise zu sanieren und möglichst bald einzuziehen“, so Reikersdorfer. Sprich: Zuerst wird eingezogen, fertig wird später.

Die Erben verkaufen

Dazu kommt der Generationenwechsel. Viele Babyboomer erben Häuser, die sie weder selbst nutzen noch für ihre Kinder brauchen. „Diese Immobilien kommen zunehmend auf den Markt und eröffnen neuen Käuferschichten Chancen auf ein Eigenheim“, meint Reikersdorfer. Umgekehrt zieht es junge Familien ins Umland: „Homeoffice und E-Mobilität machen dabei die tägliche Nähe zum Arbeitsplatz für viele weniger entscheidend.“

Alle neun Länder im Plus

Der Aufschwung ist breit. Alle Bundesländer verkauften mehr Häuser als im Vorjahr und liegen auch über ihrem Zehnjahresschnitt. Bei den Preisen gab es sieben Anstiege, nur in Wien und Kärnten wurde es günstiger. An der Spitze gibt es zudem einen Wechsel.

Niederösterreich bleibt mit Abstand der größte Markt: Knapp ein Drittel aller Häuser wird hier verkauft, so viele wie nie zuvor. Der typische Preis erreicht ein Allzeithoch, liegt aber noch unter der 300.000-Euro-Marke. Im Speckgürtel rund um Mödling ist es teuer, im Wald- und Weinviertel kostet ein Haus nur einen Bruchteil davon.

Steiermark: Erstmals seit 2018 gibt es wieder vierstellige Verkaufszahlen, das ist ein neuer Rekord. Die Preise steigen nur leicht. Graz-Umgebung ist der Bezirk mit den meisten Verkäufen in ganz Österreich.

Oberösterreich: Nach Jahren der Stagnation legen Verkäufe und Umsatz wieder deutlich zu. Der typische Preis erreicht ein Rekordniveau und liegt im bundesweiten Mittelfeld. In Wels kostet ein Haus erstmals mehr als 400.000 Euro.

Kärnten: Verkäufe und Umsatz sind so hoch wie nie. Der Preis bleibt dagegen nahezu unverändert und entwickelt sich damit gegen den Bundestrend. Teuerster Bezirk ist weiterhin die Stadt Klagenfurt.

Burgenland: Das Land meldet eine Rekordmenge und erstmals mehr als 100 Millionen Euro Umsatz. Es bleibt das günstigste Bundesland, verzeichnet aber den stärksten Preisanstieg Österreichs. Der Abstand zum Westen schrumpft damit.

Tirol löst Wien als teuerstes Bundesland ab. Die Verkaufszahlen steigen, bleiben aber unter früheren Höchstwerten. In Kitzbühel ist der typische Preis deutlich gefallen. Er liegt aber immer noch über der Millionengrenze.

Salzburg: Die Verkäufe wachsen weiter, allerdings schwächer als im Rest Österreichs. Der Preis steigt nur moderat. Die Stadt Salzburg ist vorerst die teuerste Landeshauptstadt, weil für Innsbruck zu wenige Verkäufe für eine valide Aussage vorliegen.

Wien: Es gibt mehr Verkäufe und einen Umsatzrekord, der Preis gibt aber spürbar nach. Nach vier Jahren an der Spitze rutscht die Bundeshauptstadt auf Platz zwei. Gehandelt wird vor allem in den großen Randbezirken.

Vorarlberg: Das Ländle wächst prozentuell am stärksten, bei der Verkaufsmenge ebenso wie beim Umsatz. Auch die Preise ziehen wieder an. Schon das günstigste Preisviertel reicht hier in jenes Segment, das österreichweit zu den teuersten 25 Prozent zählt.

Der Einfamilienhausmarkt boomt, ohne zu überhitzen. Die Nachfrage verlagert sich vom Neubau in den Bestand, die Preise wachsen moderat und regional sehr unterschiedlich. Ob das so bleibt, hängt nicht zuletzt an den Finanzierungsbedingungen. Und daran, wie viele geerbte Häuser noch auf den Markt kommen.

Dieser Inhalt enthält KI-generierte Elemente.

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