Werbung
Anzeige
Überspringen in  s

Der Wienerberger Mauerwerksroboter: Innovation in der österreichischen Baubranche

379

 Artikel

5

 Erwähnungen

5 Follower folgen
4 Minuten Lesezeit

Die österreichische Baubranche befindet sich in einer Phase struktureller Veränderungen. Aktuelle Arbeitsmarktdaten zeigen, dass bis Mai 2022 insgesamt 8.930 unbesetzte Stellen in Bauberufen beim österreichischen Arbeitsmarktservice registriert wurden. Studien prognostizieren, dass bis 2040 etwa 16,6% der erforderlichen Fachkräfte in der Branche fehlen werden.

 

In diesem Kontext präsentiert Wienerberger Österreich nach dreijähriger Entwicklungszeit den Mauerwerksroboter WLTR, der für den Bau ausgedehnter Wandflächen in Industriebauten, Bildungseinrichtungen und vergleichbaren Großprojekten konzipiert wurde.

Jörg Reingold: Architekt der digitalen Transformation bei Wienerberger

Im Zentrum dieser Entwicklung steht Jörg Reingold, der bei Wienerberger für New Business und Ventures verantwortlich ist. In seiner Position treibt er die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle voran und hat maßgeblich an der Konzeption des Mauerwerksroboters mitgewirkt. In einem aktuellen Interview erklärt Reingold die Funktionsweise des Roboters: “Eigentlich ganz einfach. Er legt Stein auf Stein.”

Reingold betont, dass es nicht darum geht, den Maurer zu ersetzen: “Uns geht es nicht darum, den Maurer zu ersetzen, sondern wirklich diese schwere Arbeit, den ganzen Tag auch zu heben, zu verlegen, zu erleichtern.” Diese Philosophie spiegelt die Unternehmensausrichtung wider, Technologie als Ergänzung und nicht als Ersatz menschlicher Arbeitskraft zu sehen.

Entwicklungsgeschichte des WLTR

Die Entwicklung des WLTR war ein mehrjähriger Prozess. “Naja, da gibt es immer den schönen Satz ‘Overnight success’”, erklärt Reingold und führt aus: “Man muss schon sagen, dass vor zehn Jahren das Start-up, mit dem wir zusammengearbeitet haben, begonnen hat, sich damit auseinanderzusetzen.” In den letzten drei bis vier Jahren hat Wienerberger über Innovationsprojekte gemeinsam mit der TU Prag und dem Start-up Camp Robotics den Roboter entwickelt und marktfähig gemacht. Die letzten zwei Jahre wurde der WLTR dann als eigenständiges Geschäftsfeld entwickelt.

Technische Details und Leistungsfähigkeit

Der WLTR demonstriert mit einer Leistung von fünf bis sieben Quadratmetern Mauerfläche pro Stunde eine erhebliche Effizienzsteigerung. Zum Vergleich: Herkömmliche Maurerteams bewältigen in der gleichen Zeit lediglich etwa zwei Quadratmeter. Der Roboter verarbeitet dabei ausschließlich die eigens entwickelten Porotherm-Ziegel PTH 25 der “Robot Ready”-Serie und erreicht Mauerhöhen von bis zu 3,25 Metern.

Die technische Ausstattung des WLTR umfasst moderne Sensor- und LIDAR-Technologie, die eine millimetergenaue Ziegelplatzierung direkt von der Palette ermöglicht. Besonders hervorzuheben ist die Energieeffizienz des Systems, dessen Stromverbrauch dem einer leistungsstarken Workstation entspricht.

Praktische Einsatzerfahrungen

Reingold berichtet von den ersten Baustellen-Einsätzen: “Jede Baustelle, die wir ausgeführt haben, wird danach nicht wieder abgerissen. Das Gebäude wird nicht abgerissen, sondern auf jede Baustelle, wo wir mit dem Roboter gefahren sind, ist natürlich auch ein Gebäude entstanden, was für eine lange Nutzungsdauer geplant ist.” Dies unterstreicht den produktiven Charakter der Technologie von Beginn an.

Markteinführung und Geschäftsmodell

Die Markteinführung des WLTR ist für 2025 geplant. Wienerberger etabliert mit dem WLTR einen neuen Ansatz in der Vermarktung von Bautechnologie – das System wird ausschließlich im Mietverfahren angeboten. Die initiale Marktphase umfasst sieben verfügbare Einheiten, wobei eine schrittweise Erweiterung des Angebots in den folgenden Jahren bereits geplant ist.

Die Mietkosten orientieren sich dabei an den Ausgaben für eine konventionelle Maurerpartie, wodurch insbesondere für kleinere und mittelständische Unternehmen die Investitionshürden reduziert werden. Diese Strategie ermöglicht es Bauunternehmen verschiedener Größenordnungen, Robotertechnologie ohne hohe Anfangsinvestitionen zu nutzen.

Zukunftsperspektiven und KI-Integration

Auf die Frage nach der zukünftigen Entwicklung des Roboters und der Rolle von KI antwortet Reingold: “Wir entwickeln die Software jede Woche weiter. Es gibt natürlich technologische Möglichkeiten durch KI, auch um digitale Pläne schneller zu lesen, schneller zu designen, also auch die Gebäudetypen besser auf den Mauerwerksroboter anzupassen.”

Reingold sieht in der Technologie auch ein Mittel zur Belebung der Baukonjunktur: “Ich glaube, es gibt zwei große Faktoren, die dahinter stehen. Das eine ist, man setzt sich damit mal auseinander, wie kann ich effizient, schnell, einfacher bauen? Weil uns geht es ja auch nicht darum, die komplexesten Gebäude zu realisieren, sondern wir wissen alle, wir müssen einfacher bauen. Wir müssen standardisierter bauen. Dabei hilft Technologie.”

Optimale Anwendungsbereiche

Der WLTR eignet sich besonders für seriellen Wohnbau. Reingold erklärt: “Gemeinsames Design, Rasterdesign, das optimiert ist auch für die Ausführung mit dem Mauerwerksroboter.” Er ergänzt, dass der aktuelle Trend dahin geht, “gemeinsame Gebäudetypen, Gebäudestandards zu definieren, auch mit dem Auftraggeber. Ob das eine soziale Wohnungsbaugesellschaft ist oder Krankenhausbetreiber – man möchte ja effiziente, gute Konzepte, die funktionieren.”

Die Integration des WLTR in digitale Planungsplattformen wie Building Information Modeling (BIM) demonstriert Wienerbergers ganzheitlichen Ansatz zur Branchenmodernisierung. Durch die systematische Erfassung und Auswertung von Baudaten entsteht ein datengetriebenes Ökosystem, das traditionelle Bauprozesse optimiert und die Basis für weitere technologische Entwicklungen schafft. 

Transkript

0:10 Mein Name ist Jörg Reinold, bin bei Wiener Berger verantwortlich für New Business & Ventures, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und habe heute den Ansatz unseres Mauerwerksroboters präsentiert, der der neue Standard im Mauerwerksbau wird. Jetzt Mauerwerksroboter wenn man es so hört, weckt sehr utopische Bilder im Kopf, also bei mir zumindest. Kannst uns kurz in zwei drei Sätzen erklären, was tut der Mauerwerksroboter und wie funktioniert das? Eigentlich ganz einfach, er legt Stein auf Stein, kann man sich wirklich bildlich so vorstellen, das heißt wir machen das Leben des Maurers einfacher,

0:49 uns geht es nicht darum den Maurer zu ersetzen, sondern wirklich diese schwere Arbeit den ganzen Tag zu heben, zu verlegen, zu erleichtern und der Roboter ist sehr mobil, flexibel einfach und verlegt nach und nach die Steine und daraus entsteht die Mauer. Wir haben heute in deinem Vortrag gehört, der war von der ersten Baustelle weg voll im produktiven Einsatz. So ist es, das hängt damit zusammen, dass natürlich jede Baustelle, die wir ausgeführt haben, danach nicht wieder abgerissen wird oder das Gebäude wird nicht abgerissen, sondern auf jede Baustelle, wo wir mit dem Roboter gefahren sind, ist natürlich auch ein Gebäude entstanden,

Vollständiges Transkript anzeigen

1:30 was für eine lange Nutzungsdauer geplant ist, von daher gab es keinen Raum für Fehler, wir mussten ab Tag 1 auf den Baustellen liefern. Wie lange habt ihr davor an diesem Roboter gearbeitet, wie lange entwickelt man sowas? Na ja da gibt es immer den schönen Satz, overnight success took 10 years, man muss schon sagen, dass vor 10 Jahren mit dem Start-up wo wir zusammen gearbeitet haben, die begonnen haben sich damit auseinanderzusetzen und ungefähr die letzten 3-4 Jahre haben wir über Innovationsprojekte gemeinsam mit der TU Prag, mit dem Start-up KM Robotics, den Roboter entwickelt, marktfähig gemacht und die letzten 2 Jahre wirklich als

2:07 eigenständiges Geschäftsfeld entwickelt. Also es braucht seine Zeit, aber die bewusste Geschäftsentwicklung haben wir dann entschieden vor 2-3 Jahren. Wenn wir vielleicht kurz in die Zukunft schauen, KI ist ja jetzt erst richtig ein Thema, auch in der Robotik, wie schnell wird denn jetzt die Entwicklung weitergehen mit diesem Roboter? Also ich glaube, was wir im Moment sehen, ist dass die Nachfrage sehr groß ist, der Bedarf auch da ist, das hängt damit zusammen, dass natürlich immer weniger Fachkräfte zur Verfügung stehen, aber auf der anderen Seite wir auch sehen, dass die Bauherren oder Investoren effizient bauen wollen,

2:43 dass wir die Baukosten runterbringen müssen und von daher glaube dass wir in Lage sind, schnell den weiteren Rollout des Bausystems voranzutreiben und an der technischen Innovation, wir entwickeln die Software jede Woche weiter, es gibt natürlich technologische Möglichkeiten durch KI auch, um digitale Pläne schneller zu lesen, schneller zu designen, also auch die Gebäudetypen besser auf den Mauerwerksroboter anzupassen und in einigen Ländern sehen wir eine sehr schnelle, innovative Entwicklung und deswegen sage ich auch das hängt so ein Stück weit auch von den lokalen Nutzern oder Kunden auch ab, wie schnell sie in der Lage sind,

3:20 dieses System mit uns gemeinsam am Markt weiterzuentwickeln. Glaubst du, ist vielleicht nicht nur euer Roboter, sondern Robotik am Bau allgemein und auch 3D-Druck und was es da alles inzwischen schon gibt, eine der Lösungen, um die aktuelle Baukonjunktur wieder in die Höhe zu bringen, weil es einfach effizient so stark steigert? Absolut, ich glaube es gibt zwei große Faktoren, dahinter stehen, das eine ist, man setzt sich damit mal auseinander, wie kann ich effizient schnell einfacher bauen, weil uns geht es ja auch nicht darum, die komplexesten Gebäude zu realisieren, sondern wir wissen alle, wir müssen einfacher bauen,

3:57 wir müssen standardisierter bauen, dabei hilft Technologie und das zweite ist dass wir natürlich auch mit der Kapazität, die wir reinbringen, eben diese Kapazitätsengpässe, die und ich glaube, kann auch eine Konjunktur wieder schneller nach oben gehen und man Projekte auch schneller realisiert und nicht über Jahre verzögern muss. Ist das auch, die Möglichkeiten sind ein bisschen eingeschränkt beim Bauroboter von der Architektur her, aber zum Beispiel für einen seriellen Wohnbau, wäre das eine optimale Lösung? Absolut, gemeinsames Design, Rasterdesign,

4:38 dass das optimiert ist auch für die Ausführung mit dem Rohrwerksroboter und der Trend geht aktuell dahin, dass man gemeinsame Gebäudetypen, Gebäudestandards definiert, auch mit dem Auftraggeber, ob das eine soziale Wohnungsbaugesellschaft ist, Krankenhausbetreiber, man möchte ja effiziente, gute Konzepte, funktionieren und ich glaube, dass Technologie wird dabei helfen, schneller diese Veränderungen durchzuführen.

Hat ihnen dieses Video gefallen?

Diskussion zum Artikel

Sei der/die Erste, der/die diesen Artikel diskutiert.

Logo

In einem sich stetig wandelnden Immobilienmarkt ist zeitnahe und präzise Information von unschätzbarem Wert für strategische Entscheidungen und nachhaltige Investitionen.

Kategorien

Quicklinks

Rechtliches

© 2026 Die unabhängige Immobilien Redaktion. Made with ♥️ by  Gerhard Popp