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Der nächste Kunde fragt nicht Google. Sondern die AI.

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Der nächste Kunde fragt nicht Google. Sondern die AI.

Es ist Sonntagabend. Irgendwo in Wien sitzt jemand auf der Couch und überlegt, ob es nicht langsam Zeit für eine größere Wohnung wäre. Drei Zimmer, Balkon, halbwegs vernünftige Öffi-Anbindung, nicht völlig jenseitig teuer. Früher hätte dieser Mensch Google geöffnet und „Wohnung kaufen Wien Balkon“ eingetippt. Und was bedeutet das nun für Immobilienunternehmen?

Heute schreibt er vielleicht: „Ich suche eine Eigentumswohnung in Wien für eine Familie mit einem Kind. Mindestens 80 Quadratmeter, Balkon oder Terrasse, gute Schulen in der Umgebung, maximal 650.000 Euro. Welche Gegenden würdest du empfehlen und welche konkreten Projekte passen dazu?“

Und plötzlich hat die Immobilienbranche ein Problem.

Denn zwischen dem Kunden und dem Anbieter steht nicht mehr nur Google. Da sitzt jetzt eine künstliche Intelligenz und entscheidet mit, welche Projekte, Unternehmen, Produkte und Informationen überhaupt in die engere Auswahl kommen.

Vom Suchen zum Fragen

Google hat uns über Jahrzehnte darauf trainiert, in Stichworten zu denken. Wer etwas wollte, musste ungefähr wissen, wonach er sucht. Also tippten wir „Hausverwaltung Wien“, „Bauträger Graz“, „Immobilieninvestment Österreich“ oder „ESG Beratung Immobilien“ ein.

Danach begann die eigentliche Arbeit. Zehn Tabs öffnen. Werbung ignorieren. Websites durchforsten. Leistungen vergleichen. Wieder zurück. Noch einmal suchen.

AI dreht dieses Prinzip um. Der Nutzer muss nicht mehr wissen, welcher Suchbegriff zum gewünschten Ergebnis führt. Das sind keine klassischen Suchanfragen mehr. Das sind Gespräche.

Platz eins ist plötzlich nicht mehr Platz eins

Die Immobilienbranche hat in den vergangenen Jahren einiges in SEO investiert. Texte wurden auf Keywords optimiert, Landingpages gebaut, Metadaten gepflegt und Google Ads geschaltet. Das war sinnvoll und wird auch nicht über Nacht wertlos.

Daneben entsteht gerade ein zweiter Wettbewerb: Wer wird von AI empfohlen?

Bei Google kann der Nutzer zehn Ergebnisse sehen und selbst entscheiden. Eine AI versucht dagegen, aus einer riesigen Menge an Informationen eine brauchbare Antwort zusammenzubauen. Im besten Fall nennt sie dabei einige Unternehmen, Produkte oder Projekte. Ob sie das gut macht, ist eine andere Frage. Fakt ist, es passiert.

Die AI muss wissen, dass es Sie gibt

Stellen wir uns einen hervorragenden Immobilienmakler vor. Seit 25 Jahren am Markt, exzellentes Netzwerk, beste Marktkenntnis, zufriedene Kunden. Seine Website besteht allerdings aus sieben Seiten, von denen fünf seit 2019 nicht mehr verändert wurden. Unter „Leistungen“ steht sinngemäß, dass der Kunde im Mittelpunkt steht und Immobilien Vertrauenssache sind.

Für einen Menschen mag das noch irgendwie funktionieren. Für eine AI steckt darin zu wenig Information. Was kann dieses Unternehmen besonders gut? In welchen Regionen? Für welche Immobilien? Für welche Kunden? Gibt es nachweisbare Expertise? Gibt es Fachartikel, Interviews, Marktanalysen, Referenzen, Projekte, Daten oder Aussagen, die anderswo aufgegriffen werden?

AI kann nur mit Informationen arbeiten, die vorhanden, zugänglich und einordenbar sind. Wer im Internet kaum etwas Substanzielles über sich erzählt, darf sich nicht wundern, wenn Maschinen wenig über ihn zu erzählen haben.

Content bekommt damit eine völlig neue Aufgabe

Das ist vielleicht die spannendste Entwicklung.

Content wurde lange produziert, damit Menschen ihn lesen. Dann wurde Content produziert, damit Google ihn findet. Jetzt brauchen wir Inhalte, die beides können – und zusätzlich von AI-Systemen verstanden, zugeordnet und als brauchbare Quelle herangezogen werden können.

Das dürfte gerade für die Immobilienbranche interessant werden.

Denn Immobilien sind erklärungsbedürftig. Kaum jemand kauft eine Wohnung, beauftragt eine Hausverwaltung, wählt eine Gebäudetechnik oder investiert einige hunderttausend Euro nach einem einzigen simplen Kriterium.

Es gibt Lage, Preis, Qualität, Erfahrung, Nachhaltigkeit, Finanzierung, Betriebskosten, Architektur, Infrastruktur, rechtliche Rahmenbedingungen und persönliche Bedürfnisse.

Mehr darüber, wie wir in Zukunft mit der AI als Immobilienunternehmen besser umgehen folg in den nächsten Wochen.

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