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Das Wiener Zinshaus als nachhaltigste Wohnform

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Im Rahmen des DREA & ÖGNI Events „Future Real Estate: Digital. Nachhaltig. Transformativ.", präsentierte Stephan Pasquali, Geschäftsführer der 3SI Immogroup, seine fundierten Erkenntnisse zum Thema Nachhaltigkeit des Wiener Zinshauses. In seinem Vortrag analysierte er die stadtbildprägenden Gebäude und führte den Beweis an, dass diese traditionelle Bauform „die nachhaltigste Form des Wohnens gewesen ist”.

Expertenperspektive zur Zukunft des Wiener Zinshauses

„Das Wiener Zinshaus gehört zum Wiener Stadtbild", betonte Pasquali im Interview. Er fordert nachdrücklich, dass die Politik „wirklich alles unternimmt und versucht, um das Zinshaus erhalten zu können". Dabei kritisiert er die aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen scharf und verweist auf die zunehmende Verschärfung des Mietrechtsgesetzes (MRG), die Eigentümer vor erhebliche Herausforderungen stellt.

Besonders dringlich sei eine umfassende Reformierung auf verschiedenen Ebenen: Von der Installation moderner Heizsysteme über energetische Sanierungen bis hin zu Erleichterungen bei der Vermietung – „muss einfach alles geändert werden", so der Immobilienexperte. Ohne entsprechende Anpassungen sieht Pasquali die Zukunft des charakteristischen Wiener Stadtbildes gefährdet.

Sanierung und Dekarbonisierung im Kontext des Stadtbildschutzes

Die Balance zwischen notwendigen Sanierungsmaßnahmen zur Dekarbonisierung und dem Erhalt des historischen Stadtbildes stellt eine komplexe Herausforderung dar. Pasquali erklärt, dass der Konflikt „grundsätzlich gar nicht mal so sehr" ausgeprägt sei, jedoch seien es die Details, die Probleme bereiten. Während Eigentümer bestimmte moderne Techniken nicht ohne Weiteres implementieren dürfen, sind auch Fassadendämmungen durch Auflagen des Stadtbildschutzes limitiert.

„Es will jeder den schönen Altbau, aber er muss einfach auch rechtlich möglich sein", fasst Pasquali die Situation zusammen. Er plädiert für eine ausgewogene Betrachtung, die sowohl die ästhetischen als auch die ökologischen Anforderungen berücksichtigt.

Marktentwicklung und Zukunftsperspektiven

Hinsichtlich der Marktentwicklung zeigt sich Pasquali vorsichtig optimistisch. „Wir sehen jetzt, dass durch die sinkenden Zinsen auch wieder der Zinshaus-Markt ein bisschen Fahrt aufnimmt", beobachtet er. Besonders hervorzuheben sei, dass „Eigentumswohnungen in guten, schön sanierten, vernünftigen Zinshäusern eigentlich immer auch während der Krise gut gegangen" sind. Die aktuellen Marktbedingungen deuten auf eine zunehmende Belebung des Segments hin.

DREA: Plattform für zukunftsweisende Immobilienthemen

Das DREA Event „Future Real Estate" ist Teil einer Reihe von Fachveranstaltungen, die von der Digital Real Estate Association in Kooperation mit führenden Branchenverbänden wie der ÖGNI organisiert werden. Diese Veranstaltungen bieten eine wichtige Plattform für den fachlichen Austausch zu den zentralen Zukunftsthemen der Immobilienwirtschaft – Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Transformation.

In seinem Vortrag zeigte Pasquali auf, warum das klassische Wiener Zinshaus als Modell für die Zukunft dienen kann. Der Fokus liegt dabei auf Bestandserhalt, Nachverdichtung und ressourcenschonender Sanierung anstatt auf Abriss und Neubau. Bemerkenswert ist die Erkenntnis, dass durch fachgerechte Sanierungen bis zu 66% weniger CO₂-Emissionen entstehen – ein deutlicher Klimavorteil bei gleichzeitigem Erhalt historischer Bausubstanz.

Die DREA organisiert regelmäßig Fachveranstaltungen, Networking-Events und Workshops zu aktuellen Themen der Immobilienbranche. Das Eventportfolio reicht von Breakfast-Meetings über Konferenzen bis hin zu spezialisierten Fachveranstaltungen wie dem Event „From paper to pixel" für moderne Immobilienentwickler.


Transkript

0:09 Also ich bin der Stefan Basquali, bin Geschäftsführer für den Neubaubereich bei der 3SE IMO Group und warum bin ich hier? Ist ganz einfach zum vernetzen, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Transformation sind alles wichtige Themen und das sind spannende Leute, die auch zum Teil spannende Produkte für uns anbieten können. Ich Habe heute vorgetragen über das Zinshaus und habe versucht, Beweis anzutreten, dass das Zinshaus die nachhaltigste Form des Wohnens in Wien.

0:55 Also das Zinshaus gehört zum Wiener Stadtbild. Wien ist das Wiener Zinshaus und deshalb gilt es, dass die Politik wirklich alles unternimmt und versucht, um das Zinshaus halten zu können. Es hat keinen Sinn, eher noch Zinshausbesitzer zu bestrafen, indem das MAG verschärft wird, indem eigentlich eine Art Enteignung stattfindet. Es gehört auf allen Belangen, von Gastherme bis thermisch-energetische Sanierungen, die leichter und einfacher möglich sind, bis hin eben zu Erleichterungen in der Vermietung muss einfach alles geändert werden, ansonsten wird das Wiener Stadtbild irgendwann einmal

Vollständiges Transkript anzeigen

1:38 Nicht. Grundsätzlich gar nicht mal so sehr, aber sind eben, der Teufel hängt im Detail. Ich darf meine Mieter, so wie Sie gerade gefragt haben vorher, darf meine Mieter nicht eine moderne Heiztechnik auftruieren, auch wenn es für ihn eindeutig besser ist. Ich darf nicht überall die Fassade so dämmen, wie ich es möchte. Es will jeder den schönen Altbau, aber er muss einfach auch rechtlich möglich sein.

2:22 Wir sehen jetzt, dass durch die sinkenden Zinsen auch wieder der Zinshausmarkt ein bisschen Fahrt aufnimmt. Grundsätzlich Eigentumswohnungen in guten, schön sanierten, wirklich vernünftigen Zinshäusern sind eigentlich immer auch während der Krise gut gegangen, aber jetzt wären plötzlich auch wieder Zinshaus-Deals möglich und wir hoffen natürlich, dass der Markt ein bisschen belebt Wird.

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