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Baubewilligungen 2026: Die Wende findet woanders statt

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Säulendiagramm: Baubewilligte Wohnungen in neuen Gebäuden in Österreich 2010 bis 2025, Höchststand 2017 mit 72.756, Tiefststand 2025 mit 31.979 Wohnungen
© Grafik: immobilien-redaktion.com; Daten: STATISTIK AUSTRIA, Baumaßnahmenstatistik, Datenabzug 15.03.2026, Werte 2023–2025 vorläufig, eigene Darstellung
Baubewilligte Wohnungen in neuen Gebäuden 2010 bis 2025: Vom Rekord 2017 mit 72.756 auf 31.979 im Jahr 2025, ein Minus von 56 Prozent.

11.316 Wohnungen haben die österreichischen Baubehörden im zweiten Quartal 2026 bewilligt, um 7,7 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Statistik Austria hat die Zahlen am 9. Oktober ohne Pressemitteilung veröffentlicht. Schon das erste Quartal lag mit 11.804 Wohnungen um 7,7 Prozent unter dem Vorjahr. In Deutschland stiegen die Genehmigungen im ersten Halbjahr um 15,1 Prozent. Die Botschaft: Deutschland dreht, Österreich nicht.

Es war eine stille Veröffentlichung. Am 9. Oktober hat Statistik Austria die Baubewilligungen für das zweite Quartal 2026 online gestellt, ohne Aussendung und ohne Pressekonferenz, nur als neue Kennzahl auf der Themenseite, zwei Grafiken und Tabellen zum Download. Dabei hätte die Zahl durchaus eine Schlagzeile verdient.

Zweimal minus 7,7 Prozent

11.316 Wohnungen wurden zwischen April und Juni bewilligt, inklusive An-, Auf- und Umbauten. Das sind um 7,7 Prozent weniger als im zweiten Quartal 2025. Rechnet man zurück, waren es damals rund 12.260 Wohnungen, also knapp 950 mehr.

Das erste Quartal hatte exakt dieselbe Veränderungsrate gezeigt: 11.804 Wohnungen, ebenfalls minus 7,7 Prozent. Zusammen ergeben beide Quartale rund 23.100 bewilligte Wohnungen im ersten Halbjahr. Im Vorjahreszeitraum waren es nach derselben Rechnung rund 25.000. Die Vorjahreswerte stammen aus einem älteren Datenabzug, die Addition ist daher eine Näherung. Die Richtung ändert das nicht.

Die Werte ab 2023 sind vorläufig, jene für 2026 ebenso. Die Ergebnisse enthielten ergänzende Schätzungen für zu erwartende Nachmeldungen, heißt es seitens der Statistik Austria, Revisionen würden mit dem Jahresabschluss vorgenommen. Wer also auf eine Korrektur nach oben hofft, muss bis April warten.

Ein Plus, das keines ist

Anfang September war in einer Branchenmeldung von einer „leichten Trendwende“ bei den Bewilligungen zu lesen, das erste Quartal sei um 7,7 Prozent gestiegen. Das Vorzeichen stimmt nicht. Statistik Austria weist für das erste Quartal einen Rückgang aus, ebenso für das Gesamtjahr 2025 mit minus 3,7 Prozent, das in derselben Meldung ebenfalls als Zuwachs dargestellt wurde. Eine Wende bei der Gesamtzahl gibt es in den amtlichen Daten nicht, weder im ersten noch im zweiten Quartal.

Man könnte auch sagen: Der Markt wünscht sich die Trendwende so sehr, dass er sie schon herbeischreibt.

Geschoßbau: Das Loch bleibt

Das Muster ist seit Längerem dasselbe. 2025 wurden 31.979 Wohnungen in neuen Gebäuden bewilligt, so wenige wie nie seit Beginn der Zeitreihe 2010. Die Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern legten um 8,2 Prozent zu, jene in Gebäuden mit drei oder mehr Wohnungen verloren 12,5 Prozent. „Nach einem starken Einbruch im Jahr 2023 und moderaten Rückgängen in den darauffolgenden Jahren hat die Zahl der Baubewilligungen für Wohnungen in neuen Gebäuden 2025 einen neuen Tiefpunkt erreicht“, so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria, im April.

Für das zweite Quartal 2026 weist Statistik Austria auf der Themenseite nur die Gesamtzahl aus. Die österreichische Meldung an Eurostat zeigt allerdings, wohin es geht. Wohnungen in Einwohnungsgebäuden plus 26,4 Prozent, Wohnungen in Gebäuden mit zwei oder mehr Wohnungen minus 24,8 Prozent, Wohnungen in neuen Wohngebäuden insgesamt minus 9,8 Prozent. Die Werte sind geschätzt und anders abgegrenzt als in der nationalen Statistik. Das Bild ist trotzdem eindeutig.

Wer für sich selbst baut, baut wieder. Wer für den Miet- und Anlegermarkt baut, wartet weiter.

Prognose trifft Statistik

Branchenradar Marktanalyse hatte für 2026 laut Aussendung die Bewilligung von rund 36.700 Wohneinheiten in neuen Gebäuden erwartet, ein Plus von rund 15 Prozent. Das Jahr 2025 beziffert Branchenradar mit rund 31.700 statt 31.979. Der Unterschied erklärt sich aus der Abgrenzung: Branchenradar zählt die Wohnungen in neuen Wohngebäuden, Statistik Austria rechnet die 257 Wohnungen in neuen Nicht-Wohngebäuden dazu.

Ein Plus von 15 Prozent ist nach zwei Quartalen nicht in Sicht. Die Gesamtzahl lag zweimal um 7,7 Prozent unter dem Vorjahr, der Neubau in Wohngebäuden im zweiten Quartal laut Eurostat-Meldung um 9,8 Prozent. Um die Prognose noch zu erreichen, bräuchte es ein zweites Halbjahr, wie es der Markt seit Jahren nicht gesehen hat.

Deutschland dreht, Österreich nicht

Der Blick über die Grenze macht die Sache nicht angenehmer. In Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2026 laut Statistischem Bundesamt Baugenehmigungen für 126.300 Wohnungen erteilt, um 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Einen stärkeren Anstieg in der ersten Jahreshälfte hatte es zuletzt 2016 gegeben. Bei Neubauwohnungen in Mehrfamilienhäusern betrug das Plus 16,9 Prozent, auf 67.000.

Der Anstieg kommt allerdings von niedriger Basis. In den ersten Halbjahren 2024 und 2025 waren es nur 106.700 beziehungsweise 109.800 Wohnungen, ähnlich wenig wie zuvor zuletzt 2011. Erhebungsbegriffe und Zeiträume unterscheiden sich, ein direkter Vergleich der absoluten Zahlen verbietet sich. Die Richtung aber ist eindeutig. Dort wächst ausgerechnet der Geschoßbau, der hierzulande im zweiten Quartal um ein Viertel geschrumpft ist.

Was bleibt

Zwei Quartale, zweimal minus 7,7 Prozent. Die mittlere Baudauer lag laut Statistik Austria zuletzt bei 1,8 Jahren, bei Wohngebäuden mit elf oder mehr Wohnungen bei 2,9 Jahren, in Wien bei 3,4 Jahren. Was heute nicht bewilligt wird, fehlt also großteils 2028 und 2029 am Markt. Roman Oberndorfer, Obmann des Fachverbands der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der WKÖ, hat es Ende April bei der Präsentation des 1. Österreichischen Neubauberichts so formuliert: „Entspannung im Neubaubereich ja, Entwarnung nein.“ Für die Bewilligungen gilt bis auf Weiteres nicht einmal der erste Teil.

Die Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht Statistik Austria am 8. Jänner 2027, wieder ohne Pressemitteilung. Den Jahresabschluss 2026 samt Revisionen gibt es am 23. April 2027, dann mit Pressemitteilung.

Stand: 13. Oktober 2026. Bewilligungsdaten: Statistik Austria (Datenabzüge vom 15.3. und 15.9.2026), Werte ab 2023 vorläufig; Gebäudetypen Q2 2026: österreichische Meldung an Eurostat (sts_cobp_q), geschätzt. Deutschland: Destatis, Pressemitteilung Nr. 291 vom 18. August 2026. Prognose: Branchenradar Marktanalyse. Baudauer: Statistik Austria, Fertigstellungen 2022.

Der Artikel enthält KI generierte Elemente.

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