8. Runde Sommer-Quiz – die Auflösung

1992 startete ein neues unbekanntes Immobilienprojekt, aber nicht in der Stadt oder am Stadtrand, sondern in der Peripherie: Der Concorde Business Park. Eine neue Immobilienklasse war geboren.

Fotocredit: Amisola

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Concorde Business Park

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Es gab eine Zeit in Österreich, da waren Büroflächen von Lagerflächen streng getrennt. Eigentlich unlogisch, da gewisse Synergien möglich sind. Das dachten sich auch ein paar österreichische Manager, und so wurde in der Nähe des Flughafens Wien-Schwechat ein für Österreich völlig neuartiges Konzept verwirklicht, in dem die Trennung zwischen Büroflächen und Gewerbeflächen aufgehoben war. Mit dem Concorde Business Park entstand ein campusartiges Projekt, wie man es bis dato nur aus dem Ausland kannte. Vielleicht lag das auch daran, dass ein deutscher Architekt, nämlich Lothar Friederich, für den Entwurf verantwortlich zeichnete. Im Juni 1992 war schließlich der Nordteil des Concorde Business Park in Schwechat fertiggestellt. 

Aufmerksamkeit erregte das Projekt aus vielerlei Gründen, vor allem aber wegen des Konzepts, des Aussehens oder des Standorts, und so war es nicht verwunderlich, dass sogar der damalige Wirtschaftsminister Wolfgang Schüssel im Oktober 1992 zur Eröffnung kam. Vielleicht spielte auch die Beteiligung der Raiffeisenbank eine Rolle – sie hielt 25 Prozent an diesem Projekt. Weitere 25 Prozent gehörten der Bauholding, und 50 Prozent waren in Besitz eines Immobilien-Developers aus Großbritannien, der auch das neue Konzept von der Insel mitgebracht hatte.

Spätestens 1997 wurden die Eigentumsverhältnisse aber einfacher und rein österreichisch: Nach seinem REWE/Billa-Deal erwarb der mit dem Verkauf der Supermarktkette zum Milliardär gewordene Karl Wlaschek mit der NOVOREAL Immobilieninvest AG die Bauphase 1. Später wurde auch die Phase 2 gekauft, wodurch der gesamte Gewerbepark in einer Hand war.

Eigenartig erschien damals vielen die Lage des Concorde Business Park: 15 Minuten Autofahrt zum Wiener Stadtzentrum und irgendwo im „Niemandsland“. Aber die Verantwortlichen dachten sich sehr wohl etwas dabei, einen Businesspark in der Nähe des Flughafens zu errichten. Denn international gesehen waren die Flughäfen in den großen Städten Europas schon längst zentrale Bürostandorte oder zumindest auf dem Weg dahin. Rund um Flughäfen wie zum Beispiel in London, Paris und Frankfurt gab es eine enorme Büroflächendichte. Man erwartete eine ähnliche Entwicklung beim Flughafen Wien-Schwechat. Die Entwickler des Business Parks waren ihrer Zeit in vieler Hinsicht weit voraus, denn der Ausbau der Büroinfrastruktur am Flughafen begann doch reichlich spät.

Der Concorde Business Park läutete jedenfalls einen Boom ein, denn wenig später folgten in ganz Österreich weitere Businessparks. Das Konzept wurde oft kopiert, und mittlerweile geht die Zahl der Business-, Technologie- und Gewerbeparks schon in die Tausende. Der Concorde Business Park bleibt aber allen als der erste seiner Art in Erinnerung.

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  • 24.08.2023
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Geschrieben von:

Walter Senk

Walter Senk ist Chefredakteur der Immobilien-Redaktion, die er 2010 gründete. Er ist seit über 24 Jahren Journalist mit dem Fachgebiet „Immobilien“. Er konzipiert und betreut Newsletter und Magazine für Medien und Unternehmen, moderiert Veranstaltungen und leitet Podiumsdiskussionen. Sein Motto: Es gibt zum Optimismus keine vernünftige Alternative.