Corporates als neue Hauptnutzer-Gruppe
Demnach spielt der Markt für flexible Büroflächen eine zunehmend größere Rolle in den Immobilienstrategien multinationaler Konzerne. Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden machen weltweit bereits 47 % aller Flex-Nutzer aus – vor fünf Jahren lag dieser Wert noch bei lediglich 13 %. In europäischen Top-Märkten wie Berlin, Machester oder Warschau ist dieser Trend besonders ausgeprägt: Hier entfallen bereits über 50 % der genutzten Flex-Flächen auf Corporate-Nutzer. Die gestiegene Nachfrage sowohl von globalen als auch von nationalen Unternehmen unterstreicht den strategischen Wandel hin zu skalierbaren Arbeitsplatzlösungen, die Agilität in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld ermöglichen.
Cal Lee, Global Head von Workthere, kommentiert: „Die Nachfrage nach flexiblen Arbeitsräumen hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen, da immer mehr etablierte Unternehmen die Vorteile erkennen, die ihnen Flexibilität bieten kann. Immobilienentscheidungen werden weltweit von allgemeinen wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst, und die Fähigkeit, flexibel zu sein, wird immer wertvoller.“
Management Agreements auf dem Vormarsch – auch in Deutschland
Parallel zum Nachfragewandel verändern sich die Vertragsmodelle. Klassische Mietverträge verlieren an Bedeutung, während Management Agreements und hybride Modelle an Dynamik gewinnen. In Europa stieg der Anteil der Betreiber, die über solche Modelle expandieren, von 45 % im Jahr 2023 auf 63 % im Jahr 2025. Für das Jahr 2026 wird ein weiterer Anstieg auf über 70 % erwartet. Auch in Deutschland prüfen immer mehr Vermieter und Eigentümer diese partnerschaftlichen Modelle.
„Insgesamt nehmen wir die Entwicklungen auch in Deutschland wahr. Das Wachstum der Anbieter und die steigende Nachfrage nach Management Agreements hängen eng zusammen, da diese Modelle eine Expansion mit reduziertem Risiko und geringerem Kapitaleinsatz ermöglichen. Eigentümer partizipieren an den Umsätzen der Betreiber und können im Idealfall höhere Erträge erzielen als bei einer klassischen Vermietung“, erklärt Daniel Jessop, Head of Workthere Germany und verweiset auf strukturelle Hürden: „Aufgrund der volatileren Umsatzströme sind Eigentümer hierzulande häufig noch zurückhaltender – insbesondere bei Assets in gemanagten Fonds mit strengen Regularien ist die Umsetzung komplex. Dennoch sehen wir zunehmend erfolgreiche Beispiele für Management Agreements auch auf dem deutschen Markt.“