Wohnen mit Oma, Opa und der Generation Z? Warum das Mehrgenerationenhaus wieder attraktiv wird

vor 7 Stunden

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Während die Zahl der Einpersonenhaushalte in Österreich kontinuierlich steigt, wächst gleichzeitig die Sehnsucht nach mehr Gemeinschaft. Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch wirkt, zeigt sich bei näherem Hinsehen als gesellschaftlicher Trend: Viele Menschen wünschen sich mehr Austausch, gegenseitige Unterstützung und soziale Nähe im Alltag. Genau hier setzt das Konzept des Mehrgenerationenwohnens an.

Laut einer aktuellen Trendstudie von ImmoScout24, für die 1.000 Österreicherinnen und Österreicher befragt wurden, kann sich die Mehrheit vorstellen, gemeinsam mit Menschen unterschiedlicher Altersgruppen zu leben. Das klassische Modell, bei dem Großeltern, Eltern und Kinder unter einem Dach wohnen, erlebt dabei ebenso eine Renaissance wie moderne Varianten, bei denen nicht verwandte Menschen verschiedener Generationen bewusst eine Wohn- oder Hausgemeinschaft bilden.

Insgesamt stehen 58 Prozent der Befragten dem Mehrgenerationenwohnen positiv gegenüber. Für knapp jede fünfte Person ist diese Wohnform sogar besonders attraktiv. Überraschend dabei: Die Offenheit beschränkt sich keineswegs auf ältere Generationen. Gerade junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren zeigen großes Interesse an einem Zusammenleben von Jung und Alt.

Etwas skeptischer fällt die Bewertung hingegen bei den 30- bis 50-Jährigen aus. In dieser Lebensphase dominieren häufig Themen wie Familiengründung, Kindererziehung und berufliche Entwicklung. Der Fokus liegt stärker auf dem eigenen Haushalt, wodurch alternative Wohnformen oft in den Hintergrund treten.

Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich Unterschiede. Frauen können dem Konzept deutlich mehr abgewinnen als Männer. Mehr als sechs von zehn Frauen bewerten Mehrgenerationenwohnen positiv, während die Zustimmung bei Männern etwas geringer ausfällt. Offenbar wird der soziale Mehrwert gemeinschaftlicher Wohnformen von Frauen stärker wahrgenommen.

Besonders interessant ist der Blick auf jene Menschen, die aktuell über mehr Wohnfläche verfügen, als sie tatsächlich benötigen. In dieser Gruppe stößt das Modell auf besonders hohe Zustimmung. Mehr als zwei Drittel sehen im Mehrgenerationenwohnen eine attraktive Option. Damit könnte die Wohnform künftig auch einen Beitrag leisten, vorhandenen Wohnraum effizienter zu nutzen und leerstehende Flächen sinnvoll zu aktivieren.

Regional betrachtet zeigt sich das größte Interesse im Burgenland. Dort bewerten fast acht von zehn Befragten das Konzept positiv. Ebenfalls hohe Zustimmungswerte werden in Salzburg erreicht. Vergleichsweise zurückhaltend reagieren hingegen die Menschen in Vorarlberg sowie in Wien und Kärnten.

Bemerkenswert ist außerdem, dass die Idee keineswegs nur in urbanen Zentren auf Interesse stößt. Sowohl in größeren Städten als auch in kleineren Gemeinden findet das Mehrgenerationenwohnen zahlreiche Anhänger. Überdurchschnittlich positiv wird das Modell zudem von Menschen mit höherem Bildungsabschluss beurteilt.

Die Ergebnisse zeigen, dass gemeinschaftliche Wohnformen längst kein Nischenthema mehr sind. Angesichts steigender Wohnkosten, wachsender Einsamkeit und des demografischen Wandels könnte das Mehrgenerationenwohnen in Zukunft eine deutlich größere Rolle spielen. Es verbindet soziale Nähe mit individueller Freiheit und bietet Antworten auf Herausforderungen, die viele Menschen heute beschäftigen. Vielleicht liegt die Zukunft des Wohnens tatsächlich darin, Generationen wieder näher zusammenzubringen.

 

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