In den Jahren in meiner Funktion als Obmann des Fachverbandes versucht, eine Brücke zum gemeinnützigen Wohnbau zu schlagen. Denn statt gemeinsam an einem Strang zu ziehen, hat sich über die Jahre zwischen den beiden Sektoren eine schwere, tiefe Gruft aufgetan. Nirgendwo wird in der Wohnpolitik besser deutlich, wie ideologisch diese mittlerweile geprägt ist, als im Umgang zwischen gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften und den gewerblichen Immobilientreuhändern.
Gemeinschaftliche Lösungen
Und da geht es nicht darum, ob man sich persönlich sympathisch ist oder nicht. Aber ich habe wirklich den Eindruck gewonnen, dass die eine Seite der jeweils anderen Seite laufend Schuld in die Schuhe schiebt, statt gemeinsam partnerschaftlich Lösungen zu entwickeln. Ich gebe zu, meine Bemühungen in unserer Branche durchzusetzen, war schwierig und ist nicht zuletzt der oft radikalen und herabsetzenden Rhetorik der gemeinnützigen Bauträger gegenüber gewerblichen Wohnbau geschuldet. Die Politik mit scheinbar einseitigen Maßnahmen hat ihren Beitrag dazu auch geleistet.
In meinem letzten Funktionärsjahr aber hat sich der Wind durch beidseitige Bemühungen in den jeweiligen Sektoren maßgeblich gedreht. In Krisen rückt man näher zusammen. Und mittlerweile gibt es in allen Bundesländern ein gemeinsames Auftreten und gemeinsame Pressekonferenzen. Dass dieses Ziel von mir nachwirkt und aufgegangen ist, freut mich ungemein.
Mehr Wohnungen in beiden Segmenten
Österreich braucht unbestritten mehr Wohnbau und mehr Bestandsanierung, wie ich immer betont habe, in beiden Segmenten. Und die Politik muss alles daransetzen, dass beide Sektoren das in Zukunft auch bestmöglich tun können. Wir müssen gemeinsam dafür kämpfen, dass kein Bereich vernachlässigt wird. Denn zu wenig gewerblicher Wohnbau setzt den gemeinnützigen Sektor unter Druck und umgekehrt. Wir brauchen uns und das Land braucht uns auch – für einen stabilen und ausgewogenen Immobilienmarkt. Daher - auch mit Blick auf die gemeinsamen öffentlichen Auftritte - bitte mehr von allem! Gemeinsame Forderungen, gegenseitiges Stärken und damit mehr Wohnungen!