Unsanierte Altbauten verlieren zunehmend an Marktgängigkeit
Die realen Bruttoverkaufspreise für Altbauwohnungen entwickelten sich im ersten Halbjahr unterschiedlich. In den äußeren Bezirken legten sie deutlich zu, in den inneren Bezirken nur leicht. Haupttreiber dieser Entwicklung ist jedoch nicht eine steigende Zahlungsbereitschaft der Käufer, sondern der deutliche Rückgang der Preisverhandlungen. Im Segment sanierter Altbauten lassen sich mittlerweile praktisch keine Preisabschläge mehr beobachten.
„Käufer akzeptieren marktgerechte Preise – allerdings nur, wenn die Qualität stimmt. Unsanierte Altbau-wohnungen, bleiben hingegen zunehmend liegen. Der Markt sendet damit ein eindeutiges Signal: Der Altbaubestand braucht dringend Sanierungen“, sagt Gregor Pfeiffer, Geschäftsführer von Immo Analytics.
Finanzierungen bremsen notwendige Sanierungen
Eine umfassende Modernisierung scheitert allerdings häufig an der Finanzierung. Dadurch entsteht ein wachsendes Marktgefälle zwischen sanierten und unsanierten Bestandsobjekten. Während modernisierte Wohnungen wieder auf eine stabile Nachfrage treffen, werden sanierungsbedürftige Altbauten für viele Eigentümer zunehmend zur Herausforderung.
Neubaupreise stabilisieren sich
Auch im Neubausegment zeigt sich eine Stabilisierung. Bei älteren Neubauten entwickelten sich die angebotsbereinigten Verkaufspreise weitgehend seitwärts. Junge Neubauten beziehungsweise Erstbezugswohnungen verzeichneten hingegen bereits wieder steigende reale Bruttoverkaufspreise. Verantwortlich dafür ist vor allem das Auslaufen jener Rabatte, die in den vergangenen Jahren vielfach gewährt wurden.
Qualität wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor
Der Halbjahresbericht von Immo Analytics zeigt damit eine klare Entwicklung: Der Wiener Wohnungsmarkt differenziert stärker nach Qualität. Sanierte Bestandswohnungen und moderne Neubauten profitieren von einer steigenden Zahlungsbereitschaft, während unsanierte Altbauten zunehmend an Marktgängigkeit verlieren.