Was auf jeden Fall bleibt, ist Optimismus, dass es wieder besser wird oder aufwärts geht. Was in Erinnerung bleibt, ist aber auch, dass es weitaus weniger Besucherinnen und Besucher gab als sonst und sich am letzten Tag die Hallen bereits als sehr leer erwiesen. Es wird spannend sein zu sehen, ob die MIPIM einfach ein Sinnbild der aktuellen Situation war oder ob sich hier ein grundsätzlicher Wandel abzeichnete. Netzwerke werden wichtiger als große Präsentationen, das Geld sitzt lange schon nicht mehr so locker, und damit werden auch die Stände kleiner – wird man das vonseiten der Messe als Aufforderung verstehen, sich mit der Preisgestaltung zu beschäftigen? Sowohl, was die BesucherInnen als auch die ausstellenden Unternehmen betrifft? Eine Cashcow wie früher ist die MIPIM nicht mehr, und die Frage ist: Wird sie das je wieder werden?
Und der Markt?
Eine Zurückhaltung der Marktteilnehmer ist weiterhin zu spüren, ebenso aufgrund der geopolitischen Themen eine große Verunsicherung. Es weiß keiner, welche Auswirkungen die politische Situation auf die Märkte haben wird. Das war in sehr vielen Gesprächen ein Thema. Die Investorinnen und Investoren konzentrieren sich auf Premium-Immobilien – das allerdings in allen Assetklassen.
Die Banken bleiben ebenfalls zurückhaltend – und das ist wohl auch der geopolitischen Lage geschuldet. Ein klarer Trend, der sich während der Messe zeigte, ist die steigende Bedeutung von Sale-and-lease-back-Transaktionen. Es ist für Unternehmen eine Chance, sich wieder Geld zu beschaffen – ob der Trend aus einer positiven Überlegung herrührt oder den Umständen geschuldet ist, sei dahingestellt. Wenn man unsicher ist, wie die Welt in zwölf Monaten aussehen wird, ändert sich häufig auch die Unternehmensstrategie. Führungsteams bewegen sich von „Offensive“ zu einer reinen „Verteidigung“.
Die Lage im Nahen Osten zeigt, wie schnell sich in der heutigen Zeit die Welt verändern kann. Aus sicheren Häfen werden Krisengebiete, und wie groß sie werden, ist derzeit nicht abzuschätzen. Ein Rückgang der Immobilienpreise wäre noch das geringste Übel.
Ich glaube, dass die Immobilienwirtschaft nicht nur vor einem neuen Marktzyklus steht, sondern auch vor großen Veränderungen, die damit Hand in Hand gehen werden. Damit bieten sich auch Chancen, die aber ein Umdenken erfordern werden.