VÖPE Glossar: Bodenversiegelung sachlich neu definiert

vor 9 Stunden

3 Minuten

Roman Fritz - Salamon, Sabine Müller, Andreas Köttl
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© Alba-Communications
Roman Fritz - Salamon, Sabine Müller, Andreas Köttl

99 Begriffe, klare Definitionen: Das neue VÖPE-Glossar zur Bodenversiegelung schafft Transparenz für Projektentwickler, Planer und politische Entscheidungsträger in Österreich.

Projektentwickler arbeiten gemeinsam an Lösungen: faktenbasiert und zukunftsorientiert.

„Wir Projektentwickler gestalten die Strukturen unserer Lebensräume maßgeblich mit. Mit jeder Quartiersentwicklung, jedem Wohn- oder Gewerbeprojekt werden langfristige Weichen für räumliche, soziale, wirtschaftliche und ökologische Entwicklungen gestellt. Es geht dabei nicht nur um Bebauungsdichte, Nutzungsmischung, Freiraumgestaltung und Erschließung. Bauweise, Energieeffizienz und Flächennutzung beeinflussen dabei ganz maßgeblich unseren ökologischen Fußabdruck“, so VÖPE-Präsident Andreas Köttl. „In den fünf VÖPE-Ausschüssen, die breit repräsentiert, multidiszipliniert zusammengesetzt und divers sind, sitzen die besten Köpfe der Branche und arbeiten faktenbasiert und zukunftsorientiert an Lösungen für die für uns drängenden Themen. Diese tragen wir nicht nur in unsere Mitgliedsunternehmen, sondern auch an die politischen Entscheidungsträger heran. Ein Beispiel ist die jüngste Ankündigung der Bundesregierung die UVP-Verfahren zu vereinfachen. Dafür haben wir uns viele Jahre eingesetzt.“

Die VÖPE baut auf die Expertise ihrer Mitgliedsunternehmen.

Die VÖPE-Ausschüsse Bauen, Corporate Strategy, Nachhaltigkeit, Recht und Finanzierung sowie Wohnen tagen mehrmals pro Jahr und befassen sich mit den für sie wesentlichen Themen. Als Vertreter des VÖPE-Ausschusses Bauen hat Roman Fritz-Salamon, Direktionsleitung Integrative Hochbau Gewerke bei der STRABAG AG und als Vertreterin des VÖPE-Ausschusses Nachhaltigkeit hat VÖPE-Vorständin und Vorständin der Wien 3420 Development AG Sabine Müller heute Maßnahmen ihrer Ausschüsse präsentiert.

Vorfertigung beim Bauen wird zur ökonomischen und ökologischen Notwendigkeit.

Die Bauwirtschaft befindet sich im Wandel. Die aktuellen Rahmenbedingungen erfordern daher von der Branche, sich weiterzuentwickeln. Nicht zuletzt aufgrund von Fachkräftemangel müssten Digitalisierung und Automatisierung verstärkt genutzt werden, kommt die VÖPE zum Schluss. Wichtig sind zudem kürzere Realisierungszeiten, und der Umweltschutz muss ebenso mitgedacht werden.

Wesentliche Themen sind:

  • Serielles und modulares Bauen/ Sanieren

  • KI in der Projektentwicklung

  • Bestand ist wertvoll, Weiterentwicklung und Standardisierung von BIM-Prozessen zur besseren Durchgängigkeit von Planung, Ausschreibung und Ausführung

Fritz-Salamon: „Eine gute Möglichkeit, um diesen Themen zu begegnen, ist der Trend zur Vorfertigung. Dabei erfolgt die Verlagerung der Wertschöpfung von der Baustelle in Industrieproduktionen. Es werden fertigen Bauteile schnell mit minimalen Emissionen auf dem Baufeld zusammengebaut. Wichtig dabei ist, dass weiterhin eine flexible Architektur möglich bleibt. Das heißt, wir reden nicht von einer Serienfertigung. Dieses System der Vorfertigung sollte in die gesamte Wertschöpfungskette eingebunden werden, so dass Standards geschaffen werden und der Bauprozess entsprechend angepasst werden kann. All das würde zu schnellerer Realisierung, besseren Arbeitsumgebungen und der Steigerung von Leistungsfähigkeit und Effizienz führen.“

VÖPE schafft profunde Basis für eine objektive Diskussion zum Thema Bodenversiegelung

Sabine Müller und das Team der wien3420 entwickeln aktuell die Seestadt Aspern und damit Europas größtes Stadtentwicklungsgebiet. Im VÖPE-Ausschuss Nachhaltigkeit, dem sie angehört, hat man sich der Versachlichung des Themas Bodenversiegelung angenommen, da die Diskussion rund um Bodenverbrauch, Flächeninanspruchnahme und Versiegelung zunehmend komplexer und kontroverser wird. Begriffe wie „Bodenversiegelung“, „Flächenverbrauch“ oder „Bebauungspotenzial“ werden oft unterschiedlich interpretiert und verwendet – sei es in der öffentlichen Debatte, in politischen Entscheidungsprozessen oder innerhalb der Immobilien- und Projektentwicklungsbranche.

Das sind die Handlungsfelder, die identifiziert wurden:

  • Quantität und Qualität müssen gemeinsam betrachtet werden. Nicht jede Fläche hat dieselbe ökologische Bedeutung. Eine Differenzierung ist daher notwendig.

  • Der größte Hebel liegt im Bestand. Aktivierung von Baulandreserven, Nutzung von Leerständen, Nachverdichtung und Sanierung sind die wirkungsvollsten Instrumente zur Flächenschonung.

  • Wir brauchen bessere, transparente Daten. Eine seriöse Diskussion darf nicht auf reißerisch interpretierten Zahlen beruhen, sondern auf belastbaren Grundlagen.

Müller: „Die Debatte über Bodenversiegelung braucht Klarheit statt Schlagworte. Deshalb haben wir im VÖPE-Ausschuss Nachhaltigkeit ein umfassendes Glossar erarbeitet, das zentrale Begriffe präzise definiert und eine sachliche Grundlage schafft. Entscheidend ist nicht nur, wie viel gebaut wird, sondern wie und wo. Wachstum muss kompakt gebündelt werden – denn nur eine kompakte Stadt ist eine nachhaltige Stadt.“

Das Glossar mit 99 Begriffen von A wie Acker-Grünland bis Z wie Zwischennutzung soll dabei helfen, bekannte Begrifflichkeiten in Erinnerung zu rufen und neue, ggf. unbekannte oder unklar verwendete Begrifflichkeiten klar zu definieren und zu etablieren. Ziel ist es, mit dem Glossar eine gemeinsame Grundlage für VÖPE-Mitglieder und alle im Planungsprozess Beteiligten zu schaffen.

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